Vincent van Gogh

Vincent van Gogh (1857-1890) gehört zu den einflussreichsten und heute populärsten Malern des späten 19. Jahrhunderts, der für seine farbintensiven Gemälde aus Südfrankreich (Arles, Saint-Remy) und der Ebene von Auvers-ur-Oise in die Geschichte eingegangen ist. Der Autodidakt aus den Niederlanden schuf in der kurzen Phase von nur zehn Jahren etwa 800 Gemälde und 1.100 Arbeiten auf Papier, weiters fünf Skizzenbücher. Seine Kunstauffassung lässt sich aus den 820 erhaltenen Briefen des Malers rekonstruieren.

Der Mythos Van Gogh wird durch dessen geheimnisvolle, von den Ärzten wohl fälschlich als Epilepsie diagnostizierte Erkrankung geprägt. Zuvor hatte der Avantgardist nur ein einziges Werk verkauft, vermutlich das am 5. November 1888 gemalte Bild „Le Vigne Rouge [Der rote Weinberg]“ (Puschkin Museum, Moskau). Die belgische Neoimpressionistin Anna Boch erwarb es 1890 aus der Kunstausstellung der Les XX. Es dürfte sich um das einzige noch zu Lebzeiten des Künstlers verkaufte Bild handeln.. Kaum fünfzehn Jahre später gehörte der Landschaftsmaler zu den „Vätern der Moderne“, da er mit seinem proto-expressionistischen Werk die Befreiung der Farbe vom Gegenstand und mit seinem charakteristischen Duktus den subjektiv-emotionalen Pinselstrich vorwegnahm. Neben den Gemälden waren die 1905 in Deutsche übersetzten Briefe wichtige Bezugspunkte für die Avantgarde der Expressionisten.

 

Frühwerk in Holland: Minenarbeiter, Kartoffelesser und Weber

Im Herbst 1880 hatte sich Vincent van Gogh entschieden, Künstler werden zu wollen. Er war nun 27 Jahre alt. Mit Büchern wie Armand-Théophile Cassagne’s „Guide de l’alphabet du dessin“ (1880) half er sich über die ersten Anfangsschwierigkeiten wie der Perspektive hinweg. Charles Bargue’s „Exercices au fusain“ nutzte er wie Millets Zeichnungen, um nach ihnen zu zeichnen bzw. sie zu kopieren. Von diesen ersten Zeichnungen sind nur wenige Blätter erhalten, van Gogh meinte selbst, er hätte sie vernichtet. Das erhaltene Material zeigt seine mühseligen Versuche Objekte und Menschen über die Umrisslinie zu erfassen.

Vincent van Gogh übersiedelte nach Brüssel, wo er zwischen Oktober 1880 und April 1881 lebte. Das Frühwerk von Vincent van Gogh, das zwischen 1881 und 1885 in den Niederlanden entstand, ist geprägt von seiner Hinwendung zum einfachen Leben von Bauern und Arbeitern. Obwohl er an der Akademie eingeschrieben war, dürfte er sie nur selten besucht haben. Anthon van Rappard (1858–1892) wurde seine wichtigste Bezugsperson in künstlerischen Fragen.

Im April 1881 zog Van Gogh wieder bei seinen Eltern in Etten (Nordbrabant) ein und blieb bis Dezember 1881. Hier wandelte er auf Millets Spuren und zeichnete arbeitende Bauern. Im Sommer verliebte er sich in seine sieben Jahre ältere, verwitwete Cousine Kee Vos, die zu Besuch gekommen war. Trotz abschlägiger Antwort setzte van Gogh sein Werben beharrlich fort, was zur Konfrontation mit Eltern und Verwandten führte. Da Vincents Verhältnis zur Familie ohnedies angespannt war, entstand ein Streit, der kurz nach Weihnachten 1881 mit seinem Auszug endete. Vincent van Gogh hatte sich geweigert die Weihnachtsmesse zu besuchen, womit der Bruch mit dem Glauben publik geworden war.

 

Den Haag: Anton Mauve und Sien

Bereits vor seinem Auszug hatte Vincent van Gogh vier Wochen in Den Haag bei dem mit ihm verschwägerten Maler der Haager Schule – Anton Mauve (1838–1888) – verbracht (November/Dezember 1881). Dieser führte ihn in die Aquarell- und Ölmalerei ein. Ab Dezember 1881 lebte Vincent van Gogh in Den Haag. Er fertigte Zeichnungen von Minenarbeitern und Minenpferden an und sammelte Zeitungsausschnitte aus französischen und englischen Magazinen, darunter 33 Seiten mit Darstellungen von Kohlearbeitern. Aber auch städtische Motive begannen ihn in Den Haag zu interessieren. In der Umgebung fand er Hütten, die ihn an ähnliche Häuser in Gemälden von Jules Dupré (1811–1889) und den Barbizon Malern, allen voran Jean-François Millet (1814–1875) erinnerten. Vincent van Gogh begann erstmals Landschaften in Öl darzustellen

Die unstandesgemäße Liaison von Van Gogh mit seinem alleinerziehenden und schwangeren Modell Sien, der Gelegenheitsprostituierten Clasina Hoornik, genannt Sien (1850–1904), führte zum Bruch mit Anton Mauve.. Für „Sorrow“ saß Sein Modell (um den 10. April 1882). Im Herbst 1883 trennte sich Vincent van Gogh von Sien.

 

Vincent van Gogh in Drenthe und Nuenen

Im September 1883 Umzug in die Provinz Drenthe (Nordniederlande), wo er in der Heide- und Moorlandschaft malerische Motive fand. Gleichzeitig hoffte er, dass Theo dem Kunsthandel den Rücken zukehren und sich ihm anschließen würde. Als sich diese Hoffnung zerschlug, kehrte er im Dezember 1883 zu seinen Eltern in Nuenen zurück.

Diese nahmen ihn halbherzig auf. In Nuenen malte er über 180 Gemälde, darunter „Die Kartoffelesser“ (13. April bis Anfang Mai 1885), begann sich aber schon bald für die Weber und ihre „monströsen“ Webstühle zu interessieren. „Webstuhl mit Weber“ (1884, Öl auf Leinwand, 68,3 x 84,2 cm, Kröller-Müller Museum, Otterlo) ist ein charakteristisches Werk aus dieser Phase. Es zeigt den beengten Innenraum und die riesige Maschine, die den Weber fast zu verschlingen scheint.

 

Antwerpen 1885–1886

Vincent van Gogh lebte ab November 1885 drei Monate in Antwerpen. Er besuchte die Akademie in Antwerpen, weil er dort kostenlos Modelle hatte und geheizte Räume vorfand. Um Geld zu sparen, ernährte er sich schlecht, was zu körperlichen Problemen führte. In Antwerpen begann Vincent van Gogh japanische Farbholzschnitte zu sammeln, die einen bedeutenden Einfluss auf sein späteres Werk hatten.

 

Impressionismus in Paris: 1886–1888

Im März 1886 übersiedelte Vincent van Gogh für nahezu zwei Jahre in Paris, wo er mit seinem Bruder Theo zusammenlebte. Als er ankam, musste er entdecken, dass sein Malstil im Vergleich zu den Kunstwerken des französischen Impressionismus bzw. des Pointillismus dunkel und altmodisch erschien. Das Malen gewann in diesen Monaten die Oberhand, und die Arbeit an der Farbe (Simultan- und Komplementärkontraste) war sein vordringlichstes Ziel. Vincent van Gogh hellte in der Folge seine Palette auf, weiters arbeitete er auch im Stil des Pointillismus. Auch erste echte Aquarelle entstanden in Paris, wo er u. a. am Montmartre zeichnete. Für zwei Jahre, bis Februar 1888, verschwanden die einfachen Bauernhäuser und Hütten von seinen Leinwänden. Stattdessen begann er sich mit der modernen Großstadt, ihren Bewohnerinnen und Stillleben zu beschäftigen. Anleihen für Farbwahl und Komposition fand der Holländer bei den japanischen Farbholzschnitten (Monet, Gauguin, van Gogh …. Inspiration Japan) sowie in den Werken von Claude Monet, Henri de Toulouse-Lautrec und Paul Signac.

Einige Monate belegte Vincent van Gogh Kurse im Atelier von Fernand Cormon (1845–1926), wo er Henri de Toulouse-Lautrec, Paul Signac, Louis Anquetin, Paul Gauguin und Émil Bernard kennenlernte. 1887 organisierte Vincent van Gogh zwei Gemeinschaftsausstellungen in Restaurants und eine Präsentation von Bildern im Schaufenster des Farbenhändlers und Kunstliebhabers Père Tanguy. Eine weitere Schau war dem Ukiyo-e, den japanischen Farbholzschnitten, im Café Le Tambourin gewidmet. Mit der Inhaberin Agostina Segatori war er kurz liiert. Im November 1887 lernte er den aus Martinique zurückgekehrten Paul Gauguin kennen, dessen Kunst er schätzte und dessen abenteuerliches Leben er bewunderte. Mit Hilfe von Theo van Gogh, der für Gauguin wichtige Verkäufe in die Wege setzte, konnte Vincent van Gogh das Interesse Gauguins auch auf sich lenken.

 

Licht des Südens: Arles 1889–1889

Am 20. Februar 1888 fuhr Vincent van Gogh nach Arles, in die farbenfrohe Landschaft Südfrankreichs. In den folgenden 16 Monaten schuf er 187 Bilder. Anfang Mai 1888 mietete er vier Zimmer in einem Haus an der Place Lamartine, im so genannten „Gelben Haus“. Hier wollte er das „Atelier des Südens“ einrichten. Immer wieder lud er seine Freunde Paul Gauguin und Emile Bernard ein, zu ihm nach Arles zu kommen, um gemeinsam zu arbeiten. Van Gogh selbst schrieb in einem Brief an seinen Bruder Theo, er sei nach Südfrankreich gereist,

„weil man da […] die schönsten Gegensätze von Rot und Grün, von Blau und Orange, von Schwefelgelb und Lila von Natur aus findet.“

Zwischen dem 23. Oktober und dem 23. Dezember 1888 wurde das „Atelier des Südens“ Realität. Allerdings hatte Vincent van Gogh nicht verstanden, dass Gauguin eine gänzlich andere Kunstphilosophie verfolgte als er selbst. Da er sich als Schüler Gauguins sah – und dennoch nicht seine Form der Plein-air-Malerei aufgeben konnte – endete das „Atelier des Südens“ mit Vincent van Goghs Nervenkrise und Paul Gauguins wortloser Abreise. Am 5. November 1888 malte Vincent van Gogh „Le Vigne Rouge [Der rote Weinberg]“ (Puschkin Museum, Moskau), das die belgische Neoimpressionistin Anna Boch 1890 aus der Kunstausstellung der Les XX erwarb. Es dürfte sich um das einzige noch zu Lebzeiten des Künstlers verkaufte Bild handeln.

Am 23. Dezember 1888 kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen dem verwirrten Vincent van Gogh und Paul Gauguin, nach der sich der Holländer ein Stück seines linken Ohrs abschnitt. Dann ging er in mit dem Ohrläppchen in ein Bordell und schenkte es mit den Worten „du wirst dich meiner erinnern, das sag‘ ich dir“ einem Mädchen namens Rachel. Die Polizei fand Van Gogh am nächsten Morgen bewusstlos und geschwächt von hohem Blutverlust. Sie lieferte Vincent van Gogh in das örtliche Krankenhaus ein.

Paul Gauguin reiste am 25. Dezember 1888 wortlos ab und informierte Theo van Gogh mit einem Telegramm. Als Theo am Weihnachtsmorgen in Arles ankam, erfuhr er, dass Vincent seit Tagen Symptome von Verrücktheit zeigte. Nach zwei Wochen wurde Vincent van Gogh aus dem Krankenhaus in Arles entlassen. In Selbstporträts zeigt er sich mit verbundenem Kopf. Im Februar 1889 machte ein Anfall erneut einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt nötig. In der Folge wurde der Maler aufgrund einer Petition der Bürger von Arles bis April 1889 zwangseingewiesen.

 

Sonnenblumen und Sternennächte: 1888–1890

Erst in den letzten beiden Lebensjahren entstanden die heute so berühmten, leuchtend bunten aber nie schrill oder aufdringlich wirkenden Gemälde. Wenig Beachtung fand bisher, dass die so typische Pinselführung dieser Zeit, ihre Dynamik und ihr Rhythmus, das Ergebnis einer jahrelangen Beschäftigung mit den Möglichkeiten der Zeichnung war. Striche, Tupfer und Arabesken, mit denen van Gogh die unterschiedlichen Felder mit der Rohrfeder ausfüllt, prägen die Arbeiten auf Papier in dieser Zeit. Die Gemälde aus Arles bestechen durch ihre überlegte aber auch naturferne Farbigkeit, zu der Vincent van Gogh im Laufe des Jahres 1888 vorstieß.

Die Serie von Sonnenblumen entstand als Ausstattung für das geplante Gelbe Haus, in dem er gemeinsam mit Paul Gauguin eine Künstlerkolonie gründen wollte. Das neunwöchige Experiment endete jedoch schlagartig, nachdem sich Van Gogh sein Ohrläppchen abgeschnitten und der Kollege fluchtartig Arles verlassen hatte.

 

Vincent van Gogh in der Nervenheilanstalt in Saint-Rémy-de-Provence

Vincent van Gogh ließ sich am 8. Mai 1889 freiwillig in die Nervenheilanstalt Saint-Paul-de-Mausole in Saint-Rémy einweisen, wo die Diagnose Epilepsie gestellt wurde. Im Mai und Juni dieses Jahres entstanden mit den „Schwertlilien“ (10.–15. Mai 1889), der „Sternennacht“ (17./18. Juni 1889) und „Zypressen“ (25. Juni 1889) – drei der eindrücklichsten Landschaftsvisionen Vincent van Goghs.

Während eines schweren Anfalls im Sommer 1889 schluckte Van Gogh giftige Farben, was man möglicherweise als Selbstmordversuch werten kann. Von September 1889 bis April 1890 lebte Vincent van Gogh in Saint-Rémy-de-Provence. Theo van Gogh reichte Vincents Bilder zu drei Ausstellungen avantgardistischer Kunst ein, womit dieser erstmals als Maler an die Öffentlichkeit trat. Das Gemälde „Die roten Weingärten von Arles“ wurden verkauft, was als einziger belegter Verkauf zu Vincent van Goghs Lebzeiten gilt.

 

Auvers-sur-Oise: die letzten 70 Tage

Am 17. Mai 1890 traf Vincent van Gogh in Paris ein und hielt sich drei Tage bei seinem Bruder und dessen Familie auf. Die Situation in der jungen Familie war angespannt, da Theo kränklich war und sich mit seinem Arbeitgeber in einem Konflikt befand.

Am 20. Mai zog Vincent van Gogh nach Auvers-sur-Oise, das zirka 30 km von Paris entfernt liegt. Hier nahm sich der Kunstfreund und Arzt (Homöopath) Paul Gachet dem psychisch labilen Van Gogh an. In den letzten zehn Wochen vor seinem Tod malte Vincent van Gogh in Auvers-sur-Oise „hübsche Mittelklasse Landhäuser“, die ihm nach eigener Aussage fast genauso gefielen wie die von ihm romantisierten, alten, mit Moos gedeckten Hütten des Borinage. Innerhalb von 70 Tagen malte Vincent van Gogh in Auvers-sur-Oise seine letzten 60 Zeichnungen und 75 Bilder!

Am 27. Juli 1890 schoss sich Vincent van Gogh in einem Feld eine Kugel in die Brust (oder den Bauch) und schleppte sich noch zum Gasthof zurück. Die beiden herbeigerufenen Ärzte verzichteten darauf, die Kugel zu entfernen. Zwei Tage später verstarb Vincent van Gogh an den Folgen einer Sepsis. Sein Bruder Theo verstarb Ende des Jahres an einer Syphiliserkrankung. Beide Brüder liegen Seite an Seite auf dem Friedhof von Auvers begraben.

Der erste Katalog zu Vincent van Goghs Werk wurde 1928 von De la Faille publiziert. Jahrzehnte zuvor, nämlich 1905, erschienen seinen Briefe in einer deutschen Übersetzung und hinterließen einen tiefen Eindruck bei den sich formierenden Expressionisten, allen voran Emil Nolde und der Künstlergruppe Die Brücke.

 

Van Gogh Museum in Amsterdam

Das Van Gogh Museum in Amsterdam besitzt etwa die Hälfte von Vincent van Goghs Zeichnungen - etwa 500 Zeichnungen und die fünf erhaltenen Skizzenbücher.

4. Juli 2018
Edouard Manet, Eine Bar im Folies-Bergère, Detail, 1882, Öl/Lw, 96 x 130 cm (The Courtauld Gallery (The Samuel Courtauld Trust, London)

Die Courtauld Sammlung impressionistischer Malerei: von Manet bis Cézanne Bedeutende Sammlung französischer Impressionisten in London und in Paris vereint

Der englische Industrielle und Kunstsammler Samuel Courtauld (1876–1947) schuf eine der bedeutendsten Kollektionen impressionistischer Kunst in Europa. Erstmals seit 60 Jahren zeigt die Fondation Louis Vuitton die Werke der Pariser Künstler an ihrem Entstehungsort.
25. März 2018
Vincent van Gogh, L`Homme à la pipe (Selbstbildnis [Mann mit Pfeife]), 1889, Privatsammlung.

Vincent van Gogh: Biografie Lebenslauf und Werk des holländischen Malers

Vincent van Goghs Biografie: Leben und Werke des spät berufenen Malers aus Holland. Hier findest du den Lebenslauf samt aller wichtiger Stationen!
14. August 2017
Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Detail, 1888, Öl/Lw, 100.5 x 76.5cm (Seiji Togo Memorial Sompo Japan Nipponkoa Museum of Art, Tokyo)

Van Goghs Sonnenblumen Fünf Sonnenblumen-Gemälde auf drei Kontinenten live auf Facebook vorgestellt

Van Goghs Sonnenblumen entstanden zwischen August 1888 und Januar 1889 in Arles (Südfrankreich): sieben Versionen seines berühmtesten Gemäldes malte rund um seinen Nervenzusxammenbruch. Heute sind fünf dieser Werke in Museen auf der ganzen Welt verstreut und konnten seither für keine Ausstellung an einen Ort gebracht werden. Am 14. August 2017 werden die „Sonnenblumen” virtuell, genauer: auf Facebook, wiedervereint.
7. August 2017
Félix Vallotton, Die Weiße und die Schwarze, 1913, Öl auf Leinwand, 114 x 147 cm (Hahnloser/Jaeggli Stiftung, Winterthur, Schenkung Geschwister Jäggli, 1981)

Villa Flora: Meisterwerke des Postimpressionismus Die Sammlung von Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler

Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler trugen zwischen 1905 und 1936 eine der prestiegeträchtigsten Schweizer Privatsammlungen zusammen: Die derzeit im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) ausgestellten Werke von den Nabis und Fauvisten stehen aber auch für die Freundschaften des Sammlerehepaares, für das die so häufig genutzte Formel „Leben für die Kunst“ wahrhaftig zutraf.
28. Juni 2017
Vincent van Gogh, Baumwurzeln, Auvers-sur-Oise Juli 1890, Öl auf Leinwand, 50.3 × 100.1 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam / Vincent van Gogh Foundation)

Vincent van Gogh: Bilder vom Wald Bäume und Wälder im Werk von Van Gogh, Rousseau und Corot

Vincent van Gogh (1853–1890) ist als Maler von Äckern, Gärten und Olivenhainen berühmt – doch auch Wälder spielen in seinem Werk eine nicht unbedeutende Rolle. Die frühe Orientierung des holländischen Landschaftsmalers an den Meistern der Schule von Barbizon, seine Auseinandersetzung mit dem Werk von Daubigny und des Impressionismus während seiner Pariser Jahre und nicht zuletzt sein Aufenthalt im Hospital von Saint-Paul in Saint-Rémy-de-Provence inspirierten ihn zu seiner Serie von Waldeinblicken.
22. März 2017
Vincent van Gogh, Kongregation verlässt die reformierte Kirche in Nuenen, Frühjahr 1884, Öl auf Leinwand(Van Gogh Museum, Amsterdam)

Van Gogh Museum erhält zwei gestohlene Gemälde zurück! Wichtige Frühwerke Van Goghs wohlbehalten in Amsterdam

„Kongregation verlässt die reformierte Kirche in Nuenen“ (1884) und „Sturm - Strand von Scheveningen“ (August 1882) sind zwei Frühwerke des aus den Niederlanden stammenden Vincent van Gogh, der sich 1880 seiner Leidenschaft – der Malerei – zuwandte. Im Selbststudium und kaum akademischer Unterstützung wollte er die Heimat und ihre Bevölkerung, der er sich stark verbunden fühlte, in ausdrucksstarke Gemälde fassen.
10. November 2016
Vincent van Gogh, Bauernhaus, Auvers-sur-Oise, Mai–Juni 1890, Öl auf Leinwand, 38.9 cm x 46.4 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam Vincent van Gogh Foundation)

Vincent van Gogh und Daubigny Blühende Obstbäume und Felder rund um Auvers

Vincent van Gogh (1853–1890) bewunderte Zeit seines Lebens die Landschaftsgemälde von Charles-François Daubigny. Im Jahr 1890 übersiedelte der Maler von Südfrankreich zuerst nach Paris und dann weiter nach Auvers-sur-Oise. Dreißig Jahre nachdem Charles-François Daubigny (1860) den Ort an der Oise zu seinem Lebensmittelpunkt gemacht hatte, verbrachte Vincent van Gogh dort seine letzten Monate. Vincent van Gogh schuf in und um Auvers zwischen dem 20. Mai und dem 27. Juli 1890 seine beeindruckenden 75 letzten Bilder – und trat mit ihnen bewusst in die Fußstapfen Daubignys.
7. November 2016
Vincent van Gogh : Paul Gauguin, Cover

Vincent van Gogh : Paul Gauguin in Arles

Im Jahr 1888 lud Vincent van Gogh (1853–1890) seinen Malerkollegen Paul Gauguin (1848–1903) ein, zu ihm nach Arles in sein „Atelier des Südens“ zu kommen. Diese nur neun Wochen dauernde Zusammenarbeit wirkte sich auf beide Maler aus – künstlerisch wie emotional. Neben kameradschaftlicher Unterstützung war die Phase in Südfrankreich von Rivalität, Bewunderung und Eifersucht, Hoffnung und Enttäuschung geprägt. Vor allem Vincent van Goghs Hoffnung, eine Künstlerkolonie in Arles zu gründen, musste sich aufgrund unterschiedlicher Auffassungen als undurchführbar erweisen. Neun Wochen gemeinsames Arbeiten brachte die beiden Maler zwar menschlich nicht näher, dennoch beeinflussten sie einander künstlerisch. Das Experiment „Atelier des Südens“ endete mit Vincent van Goghs Nervenzusammenbruch und der panischen Flucht Paul Gauguins vor der Selbstverletzung Vincents.
14. September 2016
Paul Signac, Venedig, die rosa Wolke (Ankerplatz bei der Giudecca), 1909, Öl auf Leinwand, 73 × 92 cm (Albertina, Wien - Sammlung Batliner)

Seurat, Signac, Van Gogh – Wege des Pointillismus Kein Punkt ist gleich!

Ein Punkt, ist ein Punkt, ist ein Punkt? So einfach ist es wohl nicht, wie mir Albertina-Kurator Heinz Widauer in der Pointillismus-Ausstellung erklärt. Er zeigt diesen Herbst die „Mutation des Punktes“ von Georges Seurat (1859–1891) und Paul Signac bis Théo van Rysselberghe, Vincent van Gogh, Paul Klee und Piet Mondrian. Die Schau demonstriert die Entwicklung der Punktmalerei von Mitte der 1880er bis in die 1930er Jahre. Farbenprächtige Landschaften, lichterfüllte, helle Kompositionen, paradiesische Küstenschilderungen in Spektralfarben, aber auch repräsentative Porträts, intime Interieurs und mystisch-dekorative Visionen locken in den kommenden Wintermonaten sicher nicht nur Kunst-Enthusiasten in das Wiener Haus.
26. Februar 2016
Edouard Manet, Die Dante-Barke (nach Delacroix), um 1854, Öl/Lw, 37.5 x 45 cm (Musée des Beaux Arts de Lyon (B830) © Lyon MBA - photo Alain Basset)

Delacroix und die Malerei der Moderne Wegbereiter von Renoir, Monet, Cézanne, Gauguin, Redon...

Eugène Delacroix (1798–1863) steht an der Schwelle von Salonmalerei und moderner Malerei, die nur sich selbst verpflichtet ist. In Auseinandersetzung mit dem Grand Style von Paul Delaroche und den Farbtheorien Michel Eugène Chevreuls (1786–1889) entwickelte er einen auf Farben und Pinselstrich basierenden Malstil. Obwohl Delacroix kaum Schüler hatte, wurde sein Personalstil und seine Überlegungen zu Kunst zu den folgenreichsten des 19. Jahrhunderts. Generationen von Impressionisten (Manet, Fantin-Latour, Bazille, Renoir), Spätimpressionisten (Cézanne, Van Gogh), Symbolisten (Moreau, Redon, Gauguin) und Pointillisten (Seurat, Matisse, Metzinger) bezogen sich auf oft ungeahnte Weise auf ihren 1863 verstorbenen Wegbereiter.
18. November 2015
Édouard Manet, Chrysanthemen, 1881, Öl auf Papier, 17 × 59 cm, The Museum of Modern Art, Ibaraki, Präfektur Ibaraki.

Japans Liebe zum Impressionismus Kulturaustausch zwischen Ost und West: Werke des Impressionismus in Japan und japanische Künstler in Frankreich

Etwa 100 Werke aus den Sammlungen bedeutender japanischer Museen und Sammlungen veranschaulichen die Liebe der Japaner zum französischen Impressionismus. Wer allerdings hofft, die berühmten „Sonnenblumen“ (1888) Van Goghs in der Schau zu entdecken, wird enttäuscht. Stattdessen versammelt die Bundeskunsthalle in Bonn einige äußerst sehenswerte und vor allem wenig bekannte Exponate von Monet, einen wichtigen Degas, ein Gemälde von Berthe Morisot, Skulpturen von Rodin (z. T. posthume Güsse), während die Auswahl an Werken des bereits genannten Holländers und Paul Gauguins weniger atemberaubend ist. Die japanischen Impressionisten hingegen zeigen sowohl die Faszination derselben für diese europäische Gestaltungsform und übertragen sie in eine nochmals japanischere Variante.
19. Juli 2015
Munch : Van Gogh (Mercator Fonds)

Munch : Van Gogh Ungeahnte Parallelen in Leben und Werk

Vincent van Gogh (1853–1890) und Edvard Munch (1863–1944) - zwei Giganten der Kunst im späten 19. und beginnenden 20. Jahrhundert - werden in einer Ausstellung erstmals (!) einander gegenübergestellt. Schon auf der legendären Sonderbundausstellung in Köln 1912 wurden sie als „Väter der modernen Kunst“ gefeiert. Heute wird der eine für die Befreiung der Farbe und seinen dynamischen Pinselstrich verehrt, während der andere die dunkle Seite der Liebe, Angstzustände, Krankheit und Tod ergiebig erforschte.
25. Januar 2015
Vincent van Gogh, Die Kartoffelesser, 1885, Öl auf Leinwand, 81,5 × 114,5 cm (Amsterdam, Van Gogh Museum)

Vincent van Gogh im Borinage. Die Geburt eines Künstlers Das frühe Werk bis zu den "Kartoffelessern"

Mons ist gemeinsam mit Pilsen Europäische Kulturhauptstadt 2015! Mit „Van Gogh im Borinage. Die Geburt eines Künstlers“ feiert die Stadt den Einfluss der Region auf den berühmten Künstler. Als Borinage, schwarzes, von Kohlestaub bedecktes Land, wurde der Westen Belgiens im 19. Jahrhundert bekannt. Von Dezember 1878 bis Oktober 1880 lebte Vincent van Gogh in der Umgebung von Mons und verdingte sich anfangs als Prediger in Probezeit. Hier entschied er sich nach seiner Kündigung, Künstler zu werden. Er identifizierte sich mit der harten Realität des Alltags der Kohlearbeiter sowie ihrer Familien und fand die Landschaft pittoresk. Ausstellung und Katalogbuch sind Ergebnisse eines neuen Blicks auf diese frühe Phase von van Goghs Karriere durch Sjraar van Heugten.
30. September 2014
Monet, Gauguin, van Gogh …. Inspiration Japan, Cover (Steidl Verlag)

Monet, Gauguin, van Gogh …. Inspiration Japan Japonismus in Essen

Gemeinsam mit dem Kunsthaus Zürich stemmt das Museum Folkwang in Essen eine wichtige Schau und einen gewichtigen Katalog über den transkulturellen Austausch zwischen französischen und japanischen Künstler_innen. Bislang musste man die Publikationen von Klaus Berger und Siegfried Wichmann (beide 1980) in die Hand nehmen, um sich über dieses Thema umfassend zu informieren, jetzt zeichnet der Katalog aus dem Steidl Verlag die Faszination am Japanischen zwischen 1860 und 1910 mustergültig nach.
10. Februar 2014
Wassily Kandinsky, Murnau, 1908, Ö auf Karton, Merzbacher Kunststiftung.

Expressionismus in Deutschland und Frankreich

Bereits am Cover des umfassenden Katalogs wird deutlich, dass Timothy O. Benson, Kurator am LACMA und Organisator dieser Wanderausstellung, den deutsch-französischen Kunstaustausch über die Farbe definiert. Denn was der Begriff „Expressionismus“ genau beschreibt, das wussten bereits die Zeitgenossen nicht. Von Alfred Döblin bis Oskar Kokoschka reichen die Kommentatoren einer Kunstrichtung , die sich über Innerlichkeit, Mystik, Farbexperimenten und Farbexplosionen (bis ins Unrealistische), dynamischem Pinselduktus, Musikalität, Kubismus-Rezeption, Primitivismus (vom „nordischen“ Nolde, der ägyptisierenden Modersohn-Becker bis zur Rezeption afrikanischer Plastik durch die Fauves und die Brücke Künstler) u.v.m. als neu und zeitgemäß definierte.
10. Mai 2012
Richard Thomson, Rodolphe Rapetti, Frances Fowle: Traumlandschaften. Symbolistische Malerei von Van Gogh bis Kandinsky, Stuttgart 2012 (Belser Verlag)

Traumlandschaften Symbolistische Malerei von Van Gogh bis Kandinsky

Der Belser Verlag legt mit „Traumlandschaften. Symbolistische Malerei von Van Gogh bis Kandinsky“ den deutschsprachigen Ausstellungskatalog zu einer international kuratierten Schau vor, die bereits in Edinburgh, Helsinki und Amsterdam zu sehen war bzw. sein wird. Die Landschaftsmalerei lag den Symbolisten sehr am Herzen, soweit bekannt. Ihr Ziel damit war, Stimmungen, Gefühle und Nachdenken auszulösen. Die Mittel waren je nach Künstler und seiner Herkunft verschieden.
9. April 2012
Aufbruch in die Moderne (DUMONT)

Sammler, Mäzene und Kunsthändler in Berlin 1880–1933 Aufbruch in die Moderne

Der seit Frühjahr 2012 vorliegende Sammelband „Aufbruch in die Moderne“ fächert in 14 Aufsätzen die ergreifenden Schicksale der wichtigsten, zumeist jüdischen Berliner Sammler, Mäzene, Kunsthändler, Verleger aber auch des Künstlers Max Liebermann (1847-1935) auf. Paul Cassirer und Alfred Flechtheim, Walter Feilchenfeldt sowie Heinrich und Justin K. Tannhauser waren sicherlich die schillerndsten Persönlichkeiten des Berliner Kunst(händler)lebens.
1. November 2010
Vincent van Gogh, Zypressen mit zwei Frauen, 1889, Öl auf Leinwand, 91,6 x 72,4 cm (Kröller-Müller Museum, Otterlo)

Vincent van Gogh. Von Paris nach Arles Konzepte der modernen Stadt und des zeitlosen Landes im Werk des holländischen Malers

Berühmt wurde Vincent van Gogh (1853–1890) vor allem für seine farbintensiven Darstellungen des Midi, die im starken Gegensatz zu den tonigen Bildern seiner holländischen Heimat stehen, in denen er die Schicksale der Bauern und der Weber mittels kantiger Formen und düsterer Farben schilderte. Die Schau im Complesso Vittoriano in Rom demonstriert eindrucksvoll wie Van Goghs Bilder im Vergleich zu Werken seiner holländischen Zeitgenossen realistischer – im Sinne des Tragischen – wirken, und wie sein tiefer Glaube die Ikonographie der Bilder bestimmt.
5. Oktober 2008
Vincent van Gogh, Ernte in der Provence, 1888, Rohrfeder, Feder in Braun, Graphitstift © National Gallery of Art, Washington, Collection of Mr. and Mrs. Paul Mellon, in Honor of the 50th Anniversary of the National Gallery of Art, 1992.

Vincent van Gogh. Gezeichnete Bilder Zeichnung und Malerei im Dialog

Eigentlich war das gesamte Leben von Vincent van Gogh ein Misserfolg. Bevor er sich mit 27 Jahren entschloss, Maler zu werden, hatte er sich bereits als Hilfslehrer, Buchverkäufer, Laienprediger und Verkäufer in der renommierten Kunsthandlung Goupil & Cie versucht. Genauso wenig erfolgreich war er im Umgang mit Frauen und seiner Familie, so dass er seine Bilder später sogar nur mit „Vincent“ signierte, um zu demonstrieren, dass er „kein van Gogh“ mehr sein wollte. Den Lebensunterhalt konnte er genauso wenig finanzieren, und sein jüngerer Bruder Theo, der ihm das gesamte Leben treu zur Seite stand, musste ihm ständig Geld schicken. Die Reputation van Goghs änderte sich erst nach seinem Freitod 1890. Vermehrt wurden seine Gemälde in Ausstellungen gezeigt und der Künstler zum „Vater der Moderne“ hochstilisiert. Was seine Ölbilder betrifft, gehört van Gogh heute zu den meistreproduzierten und den teuersten Künstlern aller Zeiten.