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Clara Peeters (um 1594–um 1640) gehört zu den vielen allzu wenig bekannten Malerinnen des Barock. Sie war zwischen 1607 und 1621 in Antwerpen, Amsterdam und Den Haag aktiv, zumindest haben sich aus diesem Zeitraum datierte Stillleben erhalten. Dass die außergewöhnlich präzise arbeitende Künstlerin, die gleichzeitig mit Peter Paul Rubens, Jan Bruegehl dem Älteren, Frans Snyders in der flämischen Stadt tätig war, in Publikationen über flämische und holländische Kunst kaum erwähnt wird, dürfte nach dieser Kabinettausstellung des Prado noch weniger verständlich sein. Peeters Früchte- und Essensstillleben zählen zu den exquisiten barocken Schöpfungen und sind Pionierarbeiten im Fach der Stilllebenmalerei.

Michaela Russmann, ROHGENUSS, ließ sich auf Einladung von ARTinWORDS von drei Stillleben der flämischen Meisterin inspirieren und entwickelte vegane und RAW Rezepte dazu: RAW Stillleben – ROHGENUSS interpretiert Clara Peeters

 

 

Das Leben von Clara Petters – eine Spurensuche

Zum Leben von Clara Peeters (um 1594–um 1640) liegen kaum Anhaltspunkte vor: Die Stilllebenmalerin wurde 1594 in einem Taufregister von Antwerpen genannt. Im Jahr 1612 findet man ihren Wohnsitz in Amsterdam, 1617 lebte sie bereits in Den Haag und in Haarlem. Henrik Joossen ehelichte sie vermutlich 1639 in Antwerpen. Ein „Porträt einer Dame“ vor einem mit kostbaren Gegenständen dekorierten Tisch (Privatbesitz) galt lange als Selbstporträt, doch wurde diese Deutung mittlerweile angezweifelt. Sind die genannten Daten ihres privaten Lebens bis heute nicht eindeutig nachweisbar, so ist das Jahr 1607 ein wesentlicher Anhaltspunkt für die künstlerische Tätigkeit von Clara Peeters: Das bislang früheste bekannte Stillleben trägt diese Jahreszahl und ihren Namen.

Die flämisch-niederländische Stilllebenmalerin ist über ihre datierten Werke zwischen 1607 und 1621 dokumentiert. Vermutlich war sie überwiegend in Antwerpen tätig. Weder ist bekannt, wo Peeters geboren wurde, noch aus welcher Familie sie stammte, welche Ausbildung sie genoss oder bei welchem Maler sie die Lehrjahre absolvierte. Einige wenige Erwähnungen ihres Namens in Dokumenten geben möglicherweise Aufschluss über Ereignisse in ihrem Leben, doch sind auch diese nicht gesichert.

 

 

Im Jahr 1635 wurde eines ihrer Gemälde – vielleicht jenes in einer Sammlung in Amsterdam – mit den Worten „ein Zucker Bankett gemalt 1608 von einer Frau Claer Pieters aus Antwerpen“[1]„van een vrou Claer Pieters in 1608 geschildert van Antwerpen Een schilderij van suyckerbanquet“ Zitiert nach Alejandro Vergara, ebenda, S. S.45, Anm. 3. beschrieben. Sechs der Eichentafeln ihrer Gemälde waren mit den Marken der Stadt Antwerpen versehen worden. Weitere sechs Gemälde zeigen je ein Messer mit ihrem Namen, wobei drei von diesen die Silbermarke dieser Stadt aufweisen. Insgesamt sind bis heute 39 Gemälde bekannt, die von Peeters signiert wurden. Von diesen wurden elf Werke datiert. Ausgehend davon, dass es sich bei dem Stillleben von 1607 um eines der frühesten Werke handelt, und junge Künstler traditionellerweise ihre Ausbildung im Alter zwischen 12 und 14 Jahren begannen, könnte man das Datum ihrer Geburt in den Jahren 1588 bis 1590 vermuten. Die meisten Werke entstanden zwischen 1611 und 1612, das jüngste ist in das Jahr 1621 datiert. Danach fehlen bis dato weitere Zeugnisse ihres Schaffens. So fehlen bislang auch Erkenntnisse zu den Lebensumständen von Clara Peeters bis hin zu ihrem Tod im Jahr um 1640.

Clara Peeters repräsentierte die erste Generation der Spezialisten für Stillleben in den Niederlanden, war Zeitgenossin der Künstlerinnen Sofonisba Anguissola (1531/32–1625) und Artemisia Gentileschi (1593–1653). Clara Peeters war in ihrem Werk Pionierin für präzise und elegante Kompositionen und wirkte in weiterer Folge auf die Kunst der Malerinnen Maria Sibylla Merian (1674–1717) und Rachel Ruysch (1664–1750).

 

Clara Peeters‘ Stillleben

Clara Peeters wirkte wohl zwischen 1607 und 1621 als Malerin von Stillleben in Antwerpen. Die aktuelle Forschung geht von einem kleinen Œuvre aus, das erstmals durch die Monographie von Pamela Hibbs Decoteau aus dem Jahr 1992 erforscht wurde.[2]Pamela Hibbs Decoteau, Clara Peeters, 1594 – ca. 1640, and the development of still life, Lingen 1992. Weltweit sind heute bis zu 40 Werke bekannt. Neben Eichentafeln verwendete Peeters auch Kupfertafeln als Bildträger und arbeitete mit kostbaren Farben, bis hin zu Lapislazuli-Bau, was aufgrund seiner hohen Kosten die ökonomische Wertschätzung von Peeters Bildern während ihrer Entstehungszeit gedeutet werden kann. Die Frage nach dem Einfluss von Künstlern oder Familienmitgliedern auf Clara Peeters und ihre Tätigkeit als Malerin blieb bislang unbeantwortet, denn dazu fehlt es an glaubwürdigen und verlässlichen Dokumenten.

Clara Peeters ist eine Pionierin des Stilllebens, genauer des Prunkstilllebens. Mit minutiöser Genauigkeit führt sie kostbare und kulinarische Gegenstände auf Tischen zusammen: Gefäße aus Edelmetall, Vögel, Blumen. Fische aus Süß- und Salzwasser, Gemüse (häufig wählte sie die Artischocke, die seit der Mitte des 16. Jahrhunderts auch in Nordeuropa bekannt war und aufgrund ihrer Form als Motiv geschätzt wurde), Zuckerwerk, aber auch Käse und Butterflocken. Manche der Gegenstände ihrer Stillleben verwendete sie häufiger, doch stets in verschiedenen Konstellationen, wodurch jede Komposition wie die Umsetzung eines neuen Konzeptes wirkte.

Mittels einer gründlichen Analysen von Clara Peeters Gemälden wurden in sieben der Werke gespiegelte Selbstporträts entdeckt. Das eigene Antlitz als Reflexion in einer glänzenden Oberfläche wiederzugeben, war eine hohe und angesehene Kunst, die in den Niederlanden seit Jan van Eyck (1430er Jahre) gepflegt wurde. Zumeist war das Spiegelbild erst nach genauer Betrachtung zu erkennen. Clara Peeters verwendete zumeist konvex geformte Glas- oder Metalloberflächen, die sich gut eignen, um mit der Wahrnehmung zu spielen. Sie steigerte die Effekte, indem sie mehrere Reflexionen auf einem Gegenstand erscheinen ließ: Auf der Oberfläche einer geschwungenen Zinnkanne findet sich vielfach das Bildnis einer Dame, vermutlich jenes der Künstlerin. Die von ihr phantasievoll platzierten Selbstporträts können durchaus als Beweise ihres Könnens und auch ihres Stolzes auf die eigenen Fähigkeiten interpretiert werden.

 

 

Stillleben von Clara Peeters als Bedeutungsträger

In der Stadt Antwerpen lebten einige Künstler, die als Stilllebenmaler tätig waren, darunter Frans Francken d. J. (1581–1642) und der bereits erwähnte Jan Breughel der Ältere. Das Interesse an realistischen Wiedergaben von Gegenständen, ihren Oberflächen und Texturen belebte das Schaffen der Maler. Der Zugang zur Natur war im verwissenschaftlicht worden, wobei Kunst und Naturstudium einander befruchteten.[3]Tiere und Pflanzen wurden exakt aufgenommen und in Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken immer mehr Menschen zugänglich gemacht. Zu vielen naturwissenschaftlichen Publikationen lieferten Künstler Illustrationen, wodurch diese auch in den Werkstätten als Vorlagen dienten. Gemälde von scheinbar alltäglichen Marktszenen oder Einblicken in Küchen fügen in üppigen Mengen unbelebte Gegenstände wie totes Geflügel, Fisch, Obst, Gemüse gemeinsam mit Gefäßen und Küchengeschirr zu ansprechenden Kompositionen zusammen. Ergänzend gaben Galeriegemälde von Frans Francken d. J. fiktive Einblicke in Sammlungsräumlichkeiten wieder, um Wissen, Belesenheit und Geschmack ihrer Besitzer zu dokumentieren.

Dabei drängt sich die Frage auf, ob die einzelnen Objekte als Bedeutungsträger zu verstehen waren und sie als Symbole auf bestimmte Themen hinwiesen. So wurde beispielsweise angenommen, dass die Artischocke aphrodisierende Wirkung besaß, oder Wild und Geflügel auf die aristokratische Jagd anspielten, allerdings nur sobald ein Greifvogel Teil des Stilllebens war. Es ist durch Quellen belegt, dass Porzellan und Muscheln durch ihre feinen Oberflächen und ihre exotische Herkunft aus Amerika, Afrika und Asien als Synonyme für Prestige und Wohlstand galten. Kostspieliger Kandiszucker und Zucker selbst als Zutat für Kuchen und Kekse, ebenso wie Salz bedeuteten Reichtum. Andererseits, so stellte dies Anne Lenders in ihrem Beitrag im Ausstellungskatalog fest, wurden auch die alltäglichen Lebensmittel von Clara Peeters prominent inszeniert: In einigen ihrer Stillleben finden sich Butterflocken, Käse und Brot.

 

 

Wie die Wahl der Gegenstände in Stillleben erfolgte und welche Bedeutung diesen der Betrachter des 17. Jahrhunderts zumaß, ist bis heute Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Wo Clara Peeters die kostbaren Gold- und Silbergegenstände, das Porzellan und die Messer für ihre Prunkstillleben studieren konnte, bleibt bislang ungeklärt. Die Genauigkeit der Schilderung der Details durch ihren Pinsel lässt jedoch vermuten, dass sie sich lange mit den Gegenständen auseinandergesetzt haben muss, zumal diese in mehreren Gemälden von verschieden Ansichten wiedergegeben werden. Ob die Elemente der Kompositionen, wie zu dem Buchstaben „P“ geformten Keks noch zusätzlich Bedeutung hatten, ist nicht überliefert.

Einige Quellen des 17. Jahrhunderts geben jedoch darüber Aufschluss, dass zumeist die überzeugende Wiedergabe der Objekte durch den Künstler weitaus mehr im Vordergrund stand, als deren Sinngehalt. Die Kunst der Malerin Clara Peeters ermöglicht einen unvergleichbaren Blick auf die Vorlieben, die Geisteshaltung und die Ästhetik, präsentiert durch die Arrangements der Stillleben des beginnenden 17. Jahrhunderts.

 

 

Stilllebenmalerei – eine weibliche Kunst?

Die Künstlerin setzte nicht nur ihr Können, sondern auch viel Phantasie und Kreativität ein, um mit Details wie der Reflexion ihrer Person auf metallischen Oberflächen zu überraschen. Ob sie dadurch auf ihre Position als Malerin hinweisen wollte, ist aufgrund der schlechten Quellenlage schwer zu beweisen und muss daher Spekulation bleiben. Als Frau den Beruf einer Malerin auszuüben, stellte um 1600 eine Besonderheit dar. Die Überzeugung, dass die körperliche Konstitution von Frauen nicht mit jener von Männern vergleichbar wäre, wurde begleitet von strikten Verhaltensvorgaben, die weibliche Tugendhaftigkeit, Bescheidenheit und Sittsamkeit zu bewahren. Derartige moralische Ideale fanden auch in Schriften weite Verbreitung, waren jedoch in der Realität des täglichen Lebens nicht immer maßgebend. Frauen aller Schichten waren Teil des öffentlichen Geschehens, obwohl der Zugang zu beruflichen Tätigkeiten deutlich beschränkt war. Die wenigen Künstlerinnen des Barock, die insbesondere durch ihre als Künstler tätigen Väter gefördert wurden, widmeten sich Spezialthemen, die in der Gesellschaft als „anständig“ bzw. „sittsam“ eingestuft wurden. Die Darstellung der menschlichen Figur, was durch jahrelanges Aktstudium erlernt wurde, war für weibliche Künstler nicht zugänglich. Daher wählte beispielsweise Catharina von Hemessen (1527/28–nach 1587) ebenso wie Sofonisba Anguissola das Porträt als Schwerpunkt. Auch Artemisia Gentileschi profitierte von dem Schaffen ihres Vaters, Orazio Gentileschi (1563–1639), beschäftigte sich jedoch in erster Linie mit der menschlichen Figur und Historienbildern. Das Stillleben blieb vielen Künstlerinnen bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert (und auch noch während des 19. Jahrhunderts) eine seltene Möglichkeit Erwartungen der Gesellschaft und den Künstlerberuf miteinander zu vereinen.

 

 

Kulinarisches Antwerpen und neuartige Stillleben

Die Stadt Antwerpen war von großer Bedeutung für Entwicklung und Blüte der Stilllebenmalerei um 1600. Diese wichtige Handelsmetropole mit ca. 100.000 Einwohnern gehörte zum Machtbereich von Isabella Clara Eugenia (1566–1633), Tochter von König Philipp II. von Spanien (1527–1598), und ihrem Gemahl Erzherzog Albrecht VII. (1559–1621), die die Regentschaft über die südlichen Niederlande innehatten. Ab dem Jahr 1609 garantierte ein Waffenstillstand mit den nördlichen Provinzen für zwölf Jahre, dass Aristokratie und wohlhabende Bürger maßgeblich zum Prosperität der Stadt beitragen konnten. Wohlhabende Kaufleute und Händler übernahmen Verhaltensweisen vom Adels und schmückten ihre Häuser mit Gemälden, Skulpturen, kostbaren Möbelstücken und Stoffen. Das Interesse an Themen der Freizeitgestaltung wie Jagd, Festlichkeiten und Gesellschaften im Freien fanden Niederschlag in Aufträgen an die führenden Maler der Zeit: Jan Brueghel d. Ä. (1568–1625) und Frans Snyders (1579–1657), beide Zeitgenossen von Peter Paul Rubens (1577–1640), wurden über die Landesgrenzen hinaus berühmt.

Gleichzeitig legten bürgerliche Familien Sammlungen an, um Geschmack, Interessen und Bildung zu präsentieren. In dieser blühenden Stadt brachte man seltenen, teuren und kostbaren Gegenständen große Wertschätzung entgegen. Venezianisches Glas, chinesisches Porzellan, silbernes und goldenes Tafelgeschirr faszinierten ebenso wie die vielfältigen Themen der exotischen und heimischen Kulinarik. Oliven, getrocknete Feigen, Muscheln, Wein, Fisch, Vögel, Kandiszucker, Süßigkeiten, Käse, Brot und Früchte wurden feierlich inszeniert und im Rahmen von Einladungen in ihrer Üppigkeit zelebriert. Clara Peeters bediente sich für ihre Gemälde dieser Gegenstände, entsprach mit dem Realismus ihrer Kunst dem Zeitgeschmack und der Forderung nach einer unmittelbaren Abbildung des Gesehenen. Stets wählte sie für Ihre Kompositionen sorgfältige Arrangements der Elemente, stellte die Oberflächen minutiös nach der Natur dar und setzte dazu eine besondere Licht-Schatten-Regie ein.

Clara Peeters Werke inszenieren eine Tradition des Barock: sich mit geschätzten Objekten zu umgeben und sich daran – im Fall von Kulinaria – zu delektieren. Literatur, Druckgraphik und Theater führen die Bedeutung von Speisen als Symbole für Vornehmheit und Kultiviertheit vor Augen. Speisen und ihr Genuss spielten in der Antwerpener Gesellschaft eine bedeutsame Rolle. In Kochbüchern werden bestimmte Zusammenstellungen für so genannte Schaubüffets empfohlen, um Früchte, Zuckerwerk, Pasteten, Milchprodukte und Fische adäquat zu arrangieren. Eine Vielzahl an kostbaren Gefäßen spiegelten Wohlstand, Status und den „guten Ton“ während der Bankette wider. Antwerpen war ein Umschlagplatz für Fisch (Import und nach Italien Export). Wein wurde aus der Rheingegend und aus Frankreich geliefert. Aus Spanien trafen Salz, Gemüse, getrocknete und frische Früchte ein. Die Antwerpener Kaufleute lieferten wiederum Textilien, Metall, Fisch, Käse und Butter.

 

„Die Kunst der Clara Peeters“ in Madrid: Ausstellung und Katalog

Anlässlich der Ausstellung „The Art of Clara Peeters”, die im Prado in Madrid von 15. Oktober 2016 bis 19. Februar 2017 zu sehen ist, bietet sich die Gelegenheit, sich konzentriert mit der Kunst der flämischen Barockmalerin zu befassen Die Ausstellung wurde zuvor in Antwerpen präsentiert und ehrte damit jene Stadt, die vermutlich der Lebensmittelpunkt der Künstlerin war. Von den heute bis zu 40 anerkannten Gemälde der Peeters befinden sich vier im Bestand des Prado. Mit weiteren elf  Leihgaben präsentiert die Ausstellung nahezu die Hälfte des bekannten Werks. Madrid widmet sich damit erstmals exklusiv der Künstlerin; die Aufsätze des begleitenden Kataloges beleuchten konzis Werk und kulturhistorischen Kontext im Flandern des beginnenden 17. Jahrhunderts.[4]Alejandro Vergara (Hg.), The Art of Clara Peeters (Ausst.-Kat. Antwerpen, Rockoxhuis, 16.6.–2.10.2016; Madrid, Museo Nacional del Prado, 15.10.2016–19.2.2017) Madrid 2016. Der Katalog enthält eine umfangreiche Bibliographie mit weiterführenden Literaturhinweisen.

Alejandro Vergara behandelt die gesellschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen, die die Voraussetzungen für das Schaffen von Clara Peeters darstellten.[5]Alejandro Vergara, Reflections of Art and Culture in the Paintings of Clara Peeters, in: Alejandro Vergara (Hg.), The Art of Clara Peeters (Ausst.-Kat. Antwerpen, Rockoxhuis, 16.6.–2.10.2016; Madrid, Museo Nacional del Prado, 15.10.2016–19.2.2017) Madrid 2016, S. 13–47. Vergaras Katalogeinträge liefern zudem eine Fülle von Informationen in Bezug auf rezente technische Untersuchungen und ergänzen diese durch bemerkenswerte Detailaufnahmen und zahlreiche Vergleichsbeispiele. Anne Lenders wählt für ihren Beitrag einen besonderen Blick auf die Stillleben der Malerin: Sie versetzt sich in die Rolle des Betrachters zu Peeters Lebenszeit und erläutert so die dargestellten Speisen und Gegenstände.[6]Anne Lenders, Clara Peeters Lays the Table. Objects and Foods through the Eyes of Seventeenth-Century Viewers, in: : Alejandro Vergara (Hg.), The Art of Clara Peeters (Ausst.-Kat. Antwerpen, Rockoxhuis, 16.6.–2.10.2016; Madrid, Museo Nacional del Prado, 15.10.2016–19.2.2017) Madrid 2016, S. 49–65. So bietet der Katalog zusätzlich zu den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Kunstgeschichte bemerkenswerte Einblicke in die gesellschaftlichen und kulinarischen Phänomene der Niederlande des Barock.

 

 

Biographie von Clara Peeters (um 1594–um 1640)

Das Leben der Künstlerin ist nahezu völlig undokumentiert. Ihre Tätigkeit als Malerin beschränkte sich auf die Jahre 1607 bis 1621, da aus dieser Zeit datierte Gemälde vorliegen.

1588–1590 In dieser Zeitspanne könnte Clara Peeters geboren worden sein.
1594 wurde Clara Peeters in einem Taufregister von Antwerpen genannt.
1607 In dieses Jahr ist das bislang früheste bekannte Stillleben datiert und von der Künstlerin signiert.
1611/12 In diesen beiden Jahren entstanden die meisten Gemälde von Clara Peeters.
1612 Wohnsitz in Amsterdam
1617 Clara Peeters wohnte in Den Haag und in Haarlem.
1621 Letztes datierte Werk von Clara Peeters.
1639 Eheschließung mit Henrik Joossen in Antwerpen.
1640 Vermutlich starb Clara Peeters in diesem Jahr.

 

Clara Peeters: Bilder

  • Clara Peeters, Stillleben mit Blumen, goldenem Kelch, Mandeln, getrockneten Früchten, Bonbons, Keksen, Wein und ein Zinnkrug, 1611, Öl auf Holz, 53 x 73 cm (Madrid, Museo Nacional del Prado)
  • Clara Peeters, Tisch mit Tuch, Salzgefäß, goldenem Becher, Pastete, Krug, Porzellanplatte mit Oliven und gekochtem Huhn, um 1611, Öl auf Holz, 55 x 73 cm (Madrid, Museo Nacional del Prado)
  • Clara Peeters, Stillleben mit Sperber, Huhn, Porzellan und Muscheln, 1611, Öl auf Holz, 52 x 71 cm (Madrid, Museo Nacional del Prado)
  • Clara Peeters, Stillleben mit Fisch, Kerze, Artischocken, Krabben und Shrimp, 1611, Öl auf Holz, 50 x 72 cm (Madrid, Museo Nacional del Prado)
  • Clara Peeters, Stillleben mit einem Buntfalken, Geflügel, Porzellan und Muscheln, 1611, 50,4 x 71 cm, Öl auf Eichenholz, Madrid, Museo Nacional del Prado)
  • Clara Peeters, Stillleben mit Blumen, goldenen Kelchen, Münzen und Muscheln, 1612, Öl auf Holz, 59.5 x 49 cm (Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle)
  • Clara Peeters, Stillleben mit Süßigkeiten, Granatapfel, goldener Kelch (Deckelpokal) und Porzellan, 1612, Öl auf Holz, 45.5 x 33 cm (Privatsammlung)
  • Clara Peeters, Stillleben mit Hering, Kirschen, Artischocke, Krug und Porzellanschale mit Butter, 1612, Öl auf Eichenholz, 45,5 x 33,5 cm (Privatsammlung)
  • Clara Peeters, Stillleben mit Kuchen, Silber-Tazza und Süßigkeiten, Porzellan, Muscheln und Austern, um 1612/13, Öl auf Holz, 51,2 x 84,2 cm (Russland, Privatsammlung)
  • Clara Peeters, Stillleben mit Früchten und Blumen, um 1612/13, Öl auf Kupfer, 64 x 89 cm (Oxford, The Ashmolean Museum. Bequeathed by Daisy Linda Ward, 1939)
  • Clara Peeters, Stillleben mit Käse, Mandeln und Brezeln, um 1612–1615, Öl auf Holz, 34.5 x 49.5 cm (Mauritshuis, Den Haag, acquired with the support of the Friends of the Mauritshuis Foundation, the BankGiro Lottery, the Rembrandt Association (thanks to its A. M. Roeters van Lennep Fund, Utrech Rembrandt Circle and Caius Circle) and a private individual, 2012)
  • Clara Peeters, Stillleben mit einem Wanderfalken und seiner Beute, um 1612/1621, Öl auf Eichenholz, 33,3 x 45,7 cm (Antwerpen, Privatsammlung)
  • Clara Peeters, Stillleben mit Käse, Shrimps und Krebsen, um 1612/1621, Öl auf Eichenholz, 40,8 x 57,9 cm (Antwerpen, Privatsammlung)
  • Clara Peeters, Stillleben mit Süßigkeiten, Rosmarin, Wein, Schmuck und einer brennenden Kerze, Öl auf Leinwand, 24 x 34 cm, Öl auf Holz (Privatsammlung, Den Haag)
  • Clara Peeters, Stillleben mit Fisch, Austern und Shrimps, 1607–um 1640, Öl auf Holz, 25c × 34,8 cm (Rijksmuseum, Amsterdam)
  •  „The Art of Clara Peeters“, Ausstellungsansicht © Museo Nacional del Prado.
  • Clara Peeters zugeschrieben, Porträt einer Dame, sitzend an einem Tisch mit kostbaren Gegenständen, 37,2 x 50,2 cm (Privatsammlung)

 

Clara Peeters: Literatur

  • Alejandro Vergara (Hg.), The Art of Clara Peeters (Ausst.-Kat., Antwerpen, Rockoxhuis, 16.6.–2.10.2016; Madrid, Museo Nacional del Prado, 15.10.2016–19.2.2017) Madrid 2016.
  • Silvia Bruno, Rubens e la pittura fiamminga nel Secolo d´oro: Frans Floris, Bartholomäus Spranger, Paul Bril, Jan Brueghel il Vecchio, Frans Pourbus il Giovane, Abraham Janssens, Pieter Neefs il Vecchio, Frans Snyders, Louis Finson, Clara Peeters, Daniel Seghers, Jacob Jordaens, Anton van Dyck, Adriaen Brouwer, Michel Sweerts, Firenze 2007.
  • Jennifer Brynn Black, Female self-portraiture in early modern Europe: Colonna, Anguissola, Whitney and Peeters, Boston (Mass.) 2004.
  • Pamela Hibbs Decoteau, Clara Peeters, 1594 – ca. 1640, and the development of still life, Lingen 1992.

 

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1. „van een vrou Claer Pieters in 1608 geschildert van Antwerpen Een schilderij van suyckerbanquet“ Zitiert nach Alejandro Vergara, ebenda, S. S.45, Anm. 3.
2. Pamela Hibbs Decoteau, Clara Peeters, 1594 – ca. 1640, and the development of still life, Lingen 1992.
3. Tiere und Pflanzen wurden exakt aufgenommen und in Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken immer mehr Menschen zugänglich gemacht. Zu vielen naturwissenschaftlichen Publikationen lieferten Künstler Illustrationen, wodurch diese auch in den Werkstätten als Vorlagen dienten.
4. Alejandro Vergara (Hg.), The Art of Clara Peeters (Ausst.-Kat. Antwerpen, Rockoxhuis, 16.6.–2.10.2016; Madrid, Museo Nacional del Prado, 15.10.2016–19.2.2017) Madrid 2016. Der Katalog enthält eine umfangreiche Bibliographie mit weiterführenden Literaturhinweisen.
5. Alejandro Vergara, Reflections of Art and Culture in the Paintings of Clara Peeters, in: Alejandro Vergara (Hg.), The Art of Clara Peeters (Ausst.-Kat. Antwerpen, Rockoxhuis, 16.6.–2.10.2016; Madrid, Museo Nacional del Prado, 15.10.2016–19.2.2017) Madrid 2016, S. 13–47.
6. Anne Lenders, Clara Peeters Lays the Table. Objects and Foods through the Eyes of Seventeenth-Century Viewers, in: : Alejandro Vergara (Hg.), The Art of Clara Peeters (Ausst.-Kat. Antwerpen, Rockoxhuis, 16.6.–2.10.2016; Madrid, Museo Nacional del Prado, 15.10.2016–19.2.2017) Madrid 2016, S. 49–65.