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Frida Kahlo, Diego Rivera und die mexikanische Moderne Meisterwerke aus der Jacques und Natasha Gelman Sammlung

Frida Kahlo auf einer weißen Bank, Detail, Nickolas Murays Studio, New York 1939, Inkjet (autorisierte Reproduktion) Collection of Nickolas Muray Photo Archives, Foto: © Nickolas Muray Photo Archives, Werk: © Nickolas Muray Photo Archives.

Frida Kahlo auf einer weißen Bank, Detail, Nickolas Murays Studio, New York 1939, Inkjet (autorisierte Reproduktion) Collection of Nickolas Muray Photo Archives, Foto: © Nickolas Muray Photo Archives, Werk: © Nickolas Muray Photo Archives.

„Frida Kahlo, Diego Rivera und die mexikanische Moderne” zeigt Werke aus einer der bedeutendsten Privatsammlungen zur mexikanischen Kunst des 20. Jahrhunderts. Neben Bildern von Frida Kahlo und ihrem Ehemann Diego Rivera wird die Ausstellung Werke ihrer Zeitgenossen – darunter David Alfaro Siquieros, Rufino Tamayo und Ángel Zárraga – präsentieren. Die ab 1941 verheirateten Jacques und Natasha Gelman war ein wohlhabendes, aus Europa geflohenes Paar, das an der Kunstszene in Mexico City rege Anteil nahm. Sie kauften Kunst vor allem von ihren Künstlerfreunden.

Kahlos und Riveras Arbeiten sind in Bezug auf Ziel und Inspiration vielfältig: Frida ist vor allem für ihre Selbstporträts bekannt, während Diego Rivera in Mexiko und den USA hauptsächlich als großformatiger Muralist arbeitete. Kahlos Arbeit ist zutiefst persönlich und zeigt oft ihre eigenen Träume, schmerzhaften persönlichen Erfahrungen und die Verbundenheit mit der mexikanischen Kultur, während Riveras einen umfassendere Einblick in die Geschichte und Kulturrevolution verfolgte. Beide Künstler haben mit ihren unverwechselbaren Werken die mexikanische Kunst im 20. Jahrhundert und darüber hinaus geprägt.

Die mehr als 100 Werke der Ausstellung umfassen Selbstporträts von Frida Kahlo, Riveras „Calla Lily Vendor“ und zahlreiche Bildnisse der Gelmans. Private Fotografien von Frida Kahlo und Diego Rivera zeigen, wie das berühmte Künstlerpaar lebte und sich kleidete.

 

 

Die Jacques und Natasha Gelman Sammlung

In den frühen 1940er Jahren begannen Jacques und Natasha Gelman eine Sammlung zur Schule von Paris und zur mexikanischen Moderne zusammenzutragen, die heute zu den wichtigsten auf diesem Gebiet gehört. Der in St. Petersburg als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Familie geborene Jacques Gelman (1909 oder 1911–22.7.1986) war ein mexikanischer Filmproduzent. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs reiste er nach Mittelamerika, wo er kriegsbedingt blieb. 1941 heirateten er und Natasha, 1942 erhielten beide die mexikanische Staatsbürgerschaft. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Natasha Gelman baute er eine Sammlung mexikanischer Kunst auf, die eine Kollektion der Schule von Paris ergänzte. Mit Frida Kahlo und Diego Rivera waren die Gelman eng befreundet. Nach Natasha Gelmans Tod 1998 ging die Sammlung der Pariser Moderne an das Metropolitan Museum of Art.

Die Pariser Kunst des frühen 20. Jahrhunderts ist mit Bildern von Pierre Bonnard, Braque, Dalí, Dubuffet, Henri MatisseJoan Miró und Picasso vertreten. Zu den Höhepunkten zählt Henri Matisses „Junger Matrose II“ (1906), einem bedeutenden Porträts aus der Zeit des Fauvismus; Georges Braques „Stillleben mit Banderillas“ (1911), Giorgio de Chiricos „Jüdischer Engel“ (1916) und Salvador Dalís frühe „Accomodations of Desires“ (1927). Pablo Picasso ist in der Sammlung mit 14 Werken aus allen Schaffensphasen vertreten.

Organisiert von The Vergel Foundation und MondoMostre.

 

Bilder

  • Frida Kahlo auf einer weißen Bank, Detail, Nickolas Murays Studio, New York 1939, Inkjet (autorisierte Reproduktion) Collection of Nickolas Muray Photo Archives, Foto: © Nickolas Muray Photo Archives, Werk: © Nickolas Muray Photo Archives.

Beiträge zu Frida Kahlo

19. November 2018
Frida Kahlo, Selbstbildnis als Tehuana oder Diego in meinen Gedanken, Detail, 1943 (The Jacques and Natasha Gelman Collection) Mexican Art and The Vergel Foundation, Werk: © Banco de México, Diego Rivera & Frida Kahlo Museums Trust, México, D.F./VBK, Wien, 2010.

Brooklyn Museum: Frida Kahlo. Der Schein kann trügen Werke und Leben der berühmten mexikanischen Künstlerin

Die weltberühmte mexikanische Künstlerin Frida Kahlo (1907–1954) wird 2019 im Brooklyn Museum in New York geehrt. Der einzigartige und sofort erkennbare Stil Kahlos war ein wesentlicher Bestandteil ihrer Identität und ihrer Kunst. Kahlo definierte sich selbst über ihre ethnische Zugehörigkeit, Behinderung und Politik und stellte diese Themen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit.
1. November 2010
JUDY CHICAGO Frida Kahlo Face to Face, Cover (Prestel Verlag)

Judy Chicago: Frida Kahlo. Face to Face von Judy Chicago

Seit 1971 ist Judy Chicago als eine Vorkämpferin für Frauenrechte und Gleichbehandlung berühmt, die sich seither unerlässlich für die Anerkennung weiblicher Kunstproduktion engagiert. Nun hat die feministische Künstlerin und Kunsterzieherin gemeinsam mit Frances Borzello dem Werk von Frida Kahlo bei Prestel ein großformatiges, prächtig aufgemachtes, bibliophiles Monument gesetzt.
5. September 2010
Renate Kroll: Blicke die ich sage. Frida Kahlo. Das Mal- und Tagebuch, Cover (Dietrich Reimer Verlag)

Renate Kroll: Blicke die ich sage. Frida Kahlo. Das Mal- und Tagebuch Bilder und Texte der mexikanischen Malerin

1944, mit 37 Jahren, begann Frida Kahlo ein sog. Mal- und Tagebuch zu führen (in der Wiener Ausstellung werden Fotos daraus gezeigt). Eine „Gattungszuschreibung“ im klassischen Sinn lässt sich für dieses Werk kaum finden. Es verbindet Charakteristika von einem Malbuch und Poesiealbum, einer Briefsammlung und Gedankensammlung, eines Gedichtbandes, einem Erinnerungsbuch, lyrische Ergüsse befinden sich neben Gedanken zu Kunst, Theater, Maltechniken, das Beschwören von Liebe und Schmerz fügt sich an politische Kommentare und Statements zu Künstlern und Literaten.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.