Ivar Arosenius

Wer war Ivar Arosenius?

Ivar Arosenius (Göteborg 8.10.1878 – 2.1.1909 Älvängen) war ein schwedischer Maler und Bilderbuchautor der Moderne (→ Klassische Moderne). Er starb im Alter von nur 30 Jahren an der Bluterkrankheit.

Kindheit

Ivar Axel Henrik Arosenius wurde am 8. Oktober 1878 in Göteborg, Schweden, geboren. Sein Vater war der Eisenbahningenieur Henrik Alfred Arosenius (1841–1901) und seine Mutter hieß Sigrid Elisabet (geborene Rydén, 1846–1929). Sigrid Arosenius schuf Häkelarbeiten, die im Nordischen Museum, Stockholm, verwahrt werden. Der Maler Erik Herman Arosenius (1880–1953) war sein jüngerer Bruder.

Da er seit seiner Geburt an der Bluterkrankheit litt, war sein Leben stark eingeschränkt. Es war ihm als Kind nicht möglich, mit anderen Kindern im Freien zu spielen, so dass er sich die Welt in seiner Fantasie ausmalte.

Ausbildung

Arosenius besuchte das Gymnasium in Göteborg, wo er 1895 seine erste künstlerische Ausbildung bei einem Amateur-Aquarellmaler erhielt.

Ab Herbst 1896 studierte Arosenius an der Zeichen- und Malschule von Valand (Göteborg Museum). Hier freundete er sich mit dem Bildhauer Gerhard Henning (1880–1967) an. Parallel zu seinem Studium in Valand schrieb sich Arosenius 1897 in der Handwerksschule des Handwerksvereins in der Abteilung für Dekorationsmalerei ein. Die Ausbildungsmethoden enttäuschten den Studenten jedoch.

Vom 30. August 1898 bis zum Jahr 1900 studierte er an der Kungliga Konsthögskolan Stockholm [Akademie der Schönen Künste]. Dort mietete er sich zusammen mit Henning ein Atelier. Im November 1899 wurde er „freier Schüler“ des naturalistischen Malers Richard Bergh (1858–1919) an der Schule des Künstlerverbandes. Im Frühjahr 1901 kehrte er zu seinem Studium an die Malschule von Valand zurück und nahm an einer von Carl Wilhelmson organisierten Studentenausstellung teil. Die Sommer 1902 und 1903 verbrachte er teilweise mit seinem Freund und zukünftigen Schwager Ernst Spolén in Torsby nördlich von Fryksdal. Die großartige und wilde Natur Värmlands beeinflusste Ivars Kunst in der Zukunft.

In den Jahren 1903 und 1904 unternahm er kurze Studienreisen, die ihn nach Berlin, München (Herbst 1903) und Paris (Januar 1904) führten. Den Sommer 1904 verbrachte Ivar Arosenius im Fischerdorf Coudeville in der Normandie. Im Frühjahr 1905 nahm Arosenius mit 86 Aquarellen an einer Ausstellung im Salon des Indépendants teil. Danach kehrte er zuerst nach Göteborg und weiter nach Stockholm zurück, da seine Mutter in der Zwischenzeit dorthin übersiedelt war. Im Herbst 1905 stellte Arosenius erstmals insgesamt 173 Werken im Konstnärshuset in Stockholm aus.

Im folgenden Jahr heiratete er Ida (Eva) Andrea Cecilia (geborene Adler, 29.11.1879–1965), die Tochter des Milchhändlers J. Andersson. Sie ließen sich im März 1906 in Åby bei Norrköping nieder, wo ihre Tochter Eva (Lillan) im selben Jahr geboren wurde. Im Herbst 1907 zogen Arosenius und seine Familie nach Göteborg und dann nach Älvängen auf einem Bauernhof der Familie seiner Frau mit Blick auf den Fluss Göta. Arosenius und seine Familie lebten in einem kleinen roten Häuschen mit drei Zimmern und einer Küche im Erdgeschoss, zwei Zimmer im Obergeschoss – Atelier und Schlafzimmer.

Werke

Arosenius‘ Stil wurde durch den Illustrator Albert Engström (1869–1940) und mehr noch durch den dänischen Maler Ole Kruse (1868–1948) beeinflusst. Seit 1902 entwickelte er einen eigenen Stil. Er schuf insbesondere Aquarelle, aber auch Porträts in Öl.

Kruse und Arosenius waren höchst unterschiedliche Charaktere. Ole Kruse war der ernsthafte Moralist, während Arosenius von beißendem Sarkasmus erfüllt war. Zudem strebte Arosenius ständig nach einem hohen Leben, mit einem beharrlichen Trinken. Schon früh hatte ein Art seine Hämophilie diagnostiziert und ihm den Konsum von Alkohol geraten. Der Mediziner ging davon aus, dass Alkohol die Blutgerinnung erhöht. Neben gutem Essen, langen Spaziergängen und den Körper in Form zu halten galt dies als Kur.

Im Jahr 1906 begann Arosenius, Cartoons und Zeichnungen für „Strix“ und „Söndags-Nisse“, beides Satiremagazine, zu entwickeln. Hasse Zetterström, der Herausgeber von „Söndags-Nisse“, widmete seinem Werk im April 1907 eine ganze Ausgabe (Erscheinungsdatum 21.4.1907). Im Mai 1908 stellte Arosenius mit Gerhard Henning und Sigge Bergström im Kunstmuseum der Universität Lund aus. Der Künstler Arosenius hatte seinen großen Durchbruch im November desselben Jahres, als er zusammen mit Henning und Bergström eine Ausstellung in Valand hatte.

Tod

Zu den Weihnachtsfeiertagen 1908 erkrankte Ivar Arosenius an einer Halsentzündung, die als nicht schwerwiegend eingestuft wurde. Am Neujahrstag verschlimmerte sich der Infekt und abends wollte er nicht ins Bett gehen. Am Tag nach Neujahr wurde seine Frau von einem seltsamen Geräusch geweckt und fand ihn auf einem Stuhl sitzend vor. Als er versuchte aufzustehen, fiel der Maler und verstarb am 2. Januar 1909 Älvängen im Kreis Västra Götaland. Beim Husten war ein Blutgefäß geplatzt, und er war an seinem eigenen Blut erstickt. Der Künstler wurde in Göteborg im Östra Kyrkogården begraben.

Ruhm

Ein Jahr nach seinem Tod fand eine große Retrospektive statt. Sein berühmtes Bilderbuch „Kattresan“ wurde 1909 posthum veröffentlicht. Damit hatte der Künstler seinen endgültigen Durchbruch.

In den späten 1960er Jahren, nachdem seine Witwe bei einem Unfall in Frankreich ums Leben gekommen war, wurde sein in der Zwischenzeit verfallenes Haus abgerissen und die Türen, an denen er gemalt hatte, und der Kachelofen, der für das Gemälde „Das Mädchen am Licht“ berühmt ist, in der Pfarrkirche in Starrkärr installiert.

1978 schmückte Arosenius' „Selbstporträt“ eine der Briefmarken der Serie „Drei schwedische Künstler“ (zusammen mit Karl Isakson und Carl Kylberg).

Ein großer Teil seiner Werke ist im Göteborger Kunstmuseum ausgestellt. Darüber hinaus besitzen das Nationalmuseum in Stockholm, das Norrköping Art Museum, das Postmuseum, das Örebro County Museum und das Ateneum in Helsinki Gemälde des Künstlers.

Bilder

  • Arosenius, Interieur, Kleines Mädchen bei Kommode, 1907, 41 × 60,5 cm, Tempera auf Leinwand (Ateneum, Helsinki)