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Kunsthaus Zürich: Ausstellungen 2019 Matisse, Picasso – Gorky – Warhol, 50 Jahre Mondlandung, Leibl

Vladimir Dubossarsky & Alexander Vinogradov, Earth Wins!, Detail, 2004, Öl/Lw, 295 x 390 cm (Collection of Ekaterina and Vladimir Semenikhin © Vladimir Dubossarsky & Alexander Vinogradov)

Vladimir Dubossarsky & Alexander Vinogradov, Earth Wins!, Detail, 2004, Öl/Lw, 295 x 390 cm (Collection of Ekaterina and Vladimir Semenikhin © Vladimir Dubossarsky & Alexander Vinogradov)

Die Höhepunkte des Ausstellungsjahres 2019 im Kunsthaus Zürich sind mit Henri Matisse als Plastiker, Picasso – Gorky – Warhol aus der Sammlung Loser, einer Themenausstellung zum 50 Jubiläum der Mondlandung und einer Personale zum deutschen Realisten Wilhelm Leibl schnell umrissen. Einmal mehr zeigt das Kunsthaus Zürich 2019 eine ausgewogene Mischung aus Retrospektiven, die schon mit der monografischen Ausstellung zu Oskar Kokoschka Ende 2018 beginnt, Themenausstellungen (Mondlandung, zeitgenössische Fotografie, Kunst nach 1945) und der konzentrierten Sammlungspräsentation Loser.

 

Kunsthaus Zürich Ausstellungen 2019

OSKAR KOKOSCHKA: EINE RETROSPEKTIVE (14.12.2018–10.3.2019)

Oskar Kokoschka: Eine Retrospektive

Oskar Kokoschka (1886–1980) zählt zu den wichtigsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Im von zwei Weltkriegen erschütterten Europa, in dem realistische Kunst in Verruf geraten war, setzte sich Kokoschka unerschrocken für die Anerkennung der figurativen Kunst ein. Die Retrospektive trägt mit rund 200 Exponaten in allen von Kokoschka verwendeten Techniken – Ölmalerei, Zeichnung, Aquarell und Druckgrafik – sämtlichen Schaffensphasen des Künstlers Rechnung.

Seine letzte Retrospektive in der Schweiz fand 1986 im Kunsthaus Zürich statt. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Leopold Museum, Wien.

 

FLY ME TO THE MOON (5.4.–30.6.2019)

Kunsthaus Zürich: Fly Me To The Moon

50 Jahre Mondlandung. Dieses Ereignis hat unser Verhältnis zur (Um-)Welt verändert. Wie haben Künstlerinnen und Künstler reagiert? Die Ausstellung ist ein Streifzug durch die Geschichte künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Mond. Ausgehend von der Romantik liegt ihr Schwerpunkt in der Kunst der Gegenwart - darunter Kiki Kogelnik. 100 Werke widmen sich Themen wie Mondtopografie, Mondnacht und -schatten, Mondkrankheiten, Zero G und mediale n Inszenierungen. Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. entsteht, wird anschliessend im Museum der Moderne Salzburg gezeigt.

 

 

GUILLAUME BRUÈRE (10.5.–4.8.2019)

Der 1976 in Frankreich geborene obsessive Zeichner Guillaume Bruère (* 1976) arbeitet schnell. Mit energiegeladenem vibrierendem Strich schafft er innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl von Werken. Dabei spielt das Porträt eine zentrale Rolle. Gerne zeichnet Bruère direkt in Museen. Er war im Louvre, in der Alten Pinakothek in München, in der Berliner Gemäldegalerie und im Kunsthaus Zürich tätig. Bei seinen Besuchen im Kunsthaus hat der Künstler 160 Zeichnungen realisiert – 38 davon allein nach dem Selbstbildnis von van Gogh. Auch im Schauspielhaus Zürich war Guillaume Bruère mehrere Male zu Gast und hat während einiger Proben gezeichnet. Die Ausstellung zeigt zum ersten Mal eine Auswahl dieser zwei Zürcher Werkgruppen.

 

STUNDE NULL. Kunst zwischen Resignation und Aufbruch. (7.6.–22.9.2019)

Im Mittelpunkt dieser Ausstellung steht die Frage nach der Entwicklung der Kunst zwischen dem Schicksalsjahr 1933 und dem Jahr 1955. Wie haben Künstlerinnen und Künstler mit ihrem Schaffen auf die massiven Zäsuren von Faschismus und Zweitem Weltkrieg reagiert? Und wie fanden sie nach dem Zweiten Weltkrieg und bis in die Mitte der 1950er Jahre neue Wege, der Existenz – und der Existenz der Kunst – Gestalt zu verleihen?

Antworten auf diese Fragen bietet die Kunsthaus-Sammlung. Parallel dazu werden Forschungsergebnisse zur Herkunft von Werken thematisiert, die das Kunsthaus in den Jahren 1933 bis 1950 für die Grafische Sammlung erworben hat.

 

MATISSE – METAMORPHOSEN (30.8.–8.12.2019)

Henri Matisse. Der Plastiker

Henri Matisse (1869–1954) war bereits zu Lebzeiten als revolutionärer Maler und Erfinder der „Papiers découpés“ berühmt. Dass er aber auch in Ton und Gips modellierte und Wert darauflegte, als Bildhauer öffentlich wahrgenommen zu werden, ist weit weniger bekannt. Hier setzt die Ausstellung an. Gleichsam einer Metamorphose wandeln sich seine Bronzen von einer Naturform zu einer Kunstform. Dieser Prozess der Verwandlung findet Parallelen in seinem malerischen und zeichnerischen Werk (→ Henri Matisse: Das geheime Leben der Dinge). Dieses wird erstmals zu den Skulpturen in Beziehung gesetzt. Unterschiedliche Inspirationsquellen – Aktfotografien, afrikanische und antike Vorbilder – sowie Fotografien, die den Künstler als Bildhauer zeigen, runden diese fokussierte Schau ab.

 

 

PICASSO – GORKY – WARHOL (20.9.–5.1.2020)

Diese Präsentation von Skulpturen und Arbeiten auf Papier aus der Sammlung Hubert Looser eröffnet einen Dialog zwischen grafischen Arbeiten und den dazu passenden skulpturalen Werken von Pablo Picasso, Arshile Gorky und Andy Warhol. Über das Spiel von Linien und Texturen, die sich auf dem leeren Weiß der Zeichnungsblätter ergeben, kommt der Betrachter der Präsenz der Skulpturen im Raum näher. Zu sehen sind mehr als 80 Spitzenwerke u.a. aus dem Surrealismus, dem Abstrakten Expressionismus, dem Nouveau Réalisme, der Pop Art und der Minimal Art sowie der Arte Povera.

 

WILHELM LEIBL (25.10.–19.1.2020)

Wilhelm Leibl: Zeichnungen und Gemälde

Gut sehen ist alles! Der Schwerpunkt dieser ersten Schweizer Museumsausstellung mit Zeichnungen und Gemälden von Wilhelm Leibl (1844–1900) liegt auf dem Bildnis und der Figurendarstellung. Gefördert von Gustave Courbet, beeinflusst von Edouard Manet und geschätzt von Vincent van Gogh, gehört Leibl zu den wichtigsten Vertretern des Realismus in Europa. Die Ausstellung mit Leihgaben aus Deutschland, Österreich, Ungarn, der Tschechoslowakei und der Schweiz reist anschließend an die Albertina in Wien.

 

 

DIE NEUE FOTOGRAFIE (15.11.–9.2.2020)

Die Sammlungsausstellung thematisiert neue künstlerische Wege der Fotografie der 1970er und 1980er Jahre. Die Szene wurde vom allgemeinen Aufbruch in der zeitgenössischen Kunst stark beeinflusst. Fotografinnen und Fotografen mit praktisch-kommerzieller Ausbildung standen Künstler-Amateuren gegenüber.

Anhand von rund 30 Einzelwerken und Editionen werden diese gegensätzlichen Haltungen in einem spannungsreichen Diskurs dargestellt. Am Ende steht die Innovation – die Fotografie erobert neue Räume und prägt die Ästhetik neuer Medien.

aktuelle Ausstellungen in der Schweiz

2. September 2018
Balthus, Passage du Commerce-Saint-André, Detail, 1952–1954, Öl/Lw, 294 x 330 cm (Privatsammlung, © Balthus, Foto: Mark Niedermann)

Balthus: Werk und Leben Retrospektive in der Fondation Beyeler

Balthus, eigentlich Balthasar Kłossowski de Rola (1908–2001), ist als exzentrische Maler bekannt, der sich auf eine Vielzahl kunsthistorischer Traditionen und Vorläufer bezieht. Rund um das Gemälde „Passage du Commerce - Saint – André“ (1952–1954) baut die Fondation Beyeler eine Retrospektive des aktuell umstrittenen Künstlers.
28. August 2018
Johann Heinrich Füssli, Die schlafwandelnde Lady Macbeth, Detail, 1784, Öl/Lw, 221 x 160 cm (Louvre, Paris)

Johann Heinrich Füssli. Drama und Theater Mit Einbildungskraft und Empfindung zum autonomen Kunstwerk

Johann Heinrich Füssli (1741–1825), der in Zürich in eine Künstlerfamilie geborene, in Rom und London berühmt gewordene Maler war einer der einfallsreichsten und unkonventionellsten Erneuerer des ausgehenden 18. Jahrhunderts: Mit Drama und Theater, Einbildungskraft und Empfindung gelangte er zum autonomen, modernen Kunstwerk.
19. Juni 2018
Norbert Bisky, Trilemma, 2017, Ausstellungsansicht KÖNIG GALERIE, Berlin, Foto: Roman März / Courtesy the artist and KÖNIG GALERIE, Berlin/London

Norbert Bisky: Fernwärme im Museum Langmatt Familienbilder von 2008 bis 2018

Norbert Bisky (* 1970 Leipzig) zeigt im Museum Langmatt in der Schweiz einen Überblick über seine jüngsten Werke - und beschäftigt sich noch mit den Fotografien der Familie, die die Villa errichten ließ.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.