Käthe Kollwitz

Wer war Käthe Kollwitz?

Käthe Kollwitz (1867–1945) war eine deutsche Grafikerin, Malerin und Plastikerin des RealismusSymbolismus und Expressionismus. Sie zählt neben Paula Modersohn-Becker zu den bekanntesten Künstlerinnen des frühen 20. Jahrhunderts. Die aus einer Predigerfamilie stammende Kollwitz wandte sich 1890 der Radierung zu und schuf mit „Ein Weberaufstand“ (1893–1898) eine sozialkritische Schilderung nach Gerhard Hauptmanns gleichnamigem Theaterstück. Obgleich Kollwitz einige Malklassen besuchte, lernte sie das Radieren doch vor allem „auf eigene Hand“. Ab 1909 wandte sich Käthe Kollwitz auch der Plastik zu. In beiden Medien verarbeitete sie eigene Lebenserfahrungen zu sozial engagierter Kunst. Die arme Familie, die sie als Arztfrau am Prenzlauer Berg kennenlernen konnte, ist ein Leitmotiv Kollwitz'.

 

Kindheit und Ausbildung

Käthe Kollwitz wurde am 8. Juli 1867 in Königsberg /Preußen als Käthe Schmidt geboren, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte (1867–1885). Ihr Vater, Carl Schmidt, war Prediger und leitete die erste freireligiöse Gemeinde Deutschlands in Königsberg, in der die Brüderlichkeit aller Menschen ein Grundsatz und Wert war.

Seit 1881 nahm Käthe Kollwitz Malunterricht. Ihr Vater wollte sie dabei unterstützen, Historienmalerin zu werden, was aufgrund ihres Geschlechts jedoch kaum umzusetzen war. Kollwitz‘ erster Lehrer war der Königsberger Künstler Rudolf Mauer (1881), gefolgt von Karl Stauffer-Bern an der Damenakademie des Vereins der Berliner Künstlerinnen (1885/86) und Emil Neide (1886/87). In Berlin lernte die angehende Künstlerin Gerhart Hauptmann und Arno Holz kennen. Künstlerisch beeinflussten sie die grafischen Zyklen von Max Klinger. Von 1887 bis 1890 besuchte Käthe Kollwitz die Münchner Malerinnenschule, wo sie bei Ludwig Herterich Unterricht nahm. Nach der Beendigung ihres Studiums lebte Käthe ein Jahr lang als freischaffende Künstlerin in Königsberg.

 

Berlin

Nach ihrer Hochzeit mit dem ebenfalls aus Königsberg stammenden Arzt Karl Kollwitz (1863–1940) zog sie im Juni 1891 nach Berlin. Das Ehepaar Kollwitz lebte im Berliner Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg (Kollwitzstraße 56A), wo Karl Kollwitz als Armenarzt (Kassenarzt) tätig wurde. Das dort erlebte Leid der Arbeiterschicht prägte Käthe Kollwitz sehr und ließ sie die „proletarische Familie“ als Lebensthema wählen. Das Ehepaar Kollwitz hatte zwei Söhne, Hans Kollwitz (1892–1971) und Peter Kollwitz (Kunstmaler, 1896–1914). Der Tod von Peter im Ersten Weltkrieg bedeutete eine Zäsur auch im Werk der Künstlerin

 

Ein Weberaufstand (1893–1897)

Zu den frühesten bedeutenden Werken von Käthe Kollwitz gehört der Grafikzyklus „Ein Weberaufstand“. Die ersten drei Blätter erarbeitete Käthe Kollwitz nach dem Besuch der Uraufführung von Gerhard Hauptmanns Drama „Die Weber“ 1893 als Lithografien. Allerdings schildert sie darin weder die historischen Ereignisse des Weberaufstandes von 1844 noch durchgehend die Handlung des Theaterstücks. Stattdessen stellt Käthe Kollwitz einen fiktiven Weberaufstand in der Gegenwart vor. In einzelnen Blättern - wie „Beratung“ und „Sturm“ - hielt sich Kollwitz an die Dramenhandlung; in anderen Darstellung erfand sie frei. Zu den augenfälligsten Unterschieden zählt, dass Käthe Kollwitz dem offene Ende von Hauptmanns Drama eine tragische Wendung verlieh: Das „Ende“ des Weberaufstands ist dessen Niederschlagung. Man sieht in das Innere einer ärmlichen Weberhütte, der Webstuhl nimmt fast die gesamte Fläche des Zimmers ein. Zwei getötete Aufständische liegen am Boden, ein drittes Todesopfer wird gerade hereingetragen.

Dass ihr Werk nicht zur herrschenden Kunstauffassung passte, musste Käthe Kollwitz schon zu Beginn ihrer künstlerischer Laufbahn erfahren. In der Großen Berliner Kunstausstellung präsentierte sie 1898 „Ein Weberaufstand“. Der Beitrag wurde von Max Liebermann für eine kleine Goldmedaille nominiert, doch Wilhelm II. folgte der Empfehlung seines Kultusministers und lehnte die Auszeichnung ab. Grund war die naturalistische Ausführung des Werkes, „dem ein milderndes oder versöhnendes Element gänzlich fehlt“1.

Damit gelang es Käthe Kollwitz mit einem Schlag in die vorderste Riege der Kunstschaffenden in Berlin aufzusteigen. Das Publikum legte Kollwitz mit ihrer Grafik rasch auf Sozialkritik fest. Neben Hans Baluschek und Heinrich Zille wird Käthe Kollwitz heute als die Begründerin des Berliner Realismus gewürdigt.

 

Lehre und Berliner Secession

Zwischen 1898 und 1902/03 unterrichtete Käthe Kollwitz an der Damenakademie des Vereins der Berliner Künstlerinnen. 1928 wurde Kollwitz zur Leiterin der Meisterklasse für Graphik an der Preußischen Akademie der Künste berufen und bezog ein Meisteratelier in der Hochschule.

Die Grafikerin war 1898 an der Gründung der Berliner Secession beteiligt, wo sie bis 1933 Mitglied war. 1913 wurde Käthe Kollwitz in den Vorstand der Berliner Secession gewählt. 1916 Kollwitz sah die Skulptur „Trauer“ von Ernst Barlach in der Berliner Secession.

Preise und Ehrungen der folgenden Jahre zeichnen Käthe Kollwitz als Vorkämpferin für die weiblichen Kunstschaffenden in Berlin aus: 1906 erhielt Käthe Kollwitz den Villa-Romana-Preis, dem ein Aufenthalt in Florenz 1907 folgte. Am 29. Mai 1929 erhielt Käthe Kollwitz den Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste als erste Frau.

 

Selbstporträts

In zahlreichen Selbstporträts reflektierte Käthe Kollwitz ihre persönlichen und künstlerischen Entwicklungen. Bereits während ihrer Ausbildung in der Malklasse der Münchener Künstlerinnenschule beschäftigte sich Kollwitz in Zeichnungen mit dem Thema. In den Jahren 1892/93 stellte sie sich selbst im Halbdunkel gegenüber einer Petroleumlampe an einem Tisch vor einem weißen Blatt Papier – ihrem Arbeitsmaterial – dar.

Zum stetigen Interesse am eigenen Spiegelbild gesellt sich offensichtliche Experimentierfreude. Ob sie sich dabei auf die berühmten, und wie sie ihrem Sohn schrieb, „herrlichen Rembrandts“ aus dem Kupferstichkabinetten von Berlin, München oder Dresden bezog, ist nicht überliefert. Max Lehrs, der Direktor des Dresdner Kupferstich-Kabinetts, bescheinigte der Berliner Künstlerin schon früh einen eigenwilligen, „markigen“ Strich. Diesen nutzt sie für verschiedene druckgrafische Techniken wie der Kaltnadelradierung, bei der auch die Oberflächenstruktur zum Ausdrucksträger wird.

Extreme Nahsicht und der Melancholiegestus, das Stützen des Kopfes mit der Hand, sind wiederkehrende Motive in Käthe Kollwitz‘ Selbstbildnissen. Die Verbindung von Selbstbeobachtung und -befragung vor dem Spiegel geht einher mit der Reflexion der eigenen Arbeit, die im nahsichtigen Strich deutlich wird. Ihr wichtigstes weibliches Modell war die Künstlerin selbst.

 

Bauernkrieg (1902/03–1908)

Nach einem kurzen Aufenthalt in Paris 1901 wandte sich Käthe Kollwitz ihrer zweiten Druckgrafik-Serie zu: Sie schuf erste Entwurfszeichnungen für die Radierfolge „Bauernkrieg“.

In der Grafikserie „Bauernkrieg“ widmete sich Käthe Kollwitz dem Bauernkrieg von 1524/25 gegen Unterdrückung und Rechtlosigkeit. Die historische Darstellung von Wilhelm Zimmermanns „Geschichte des Großen deutschen Bauernkriegs“ (1841–1843; Volksausgabe 1891) dürfte die Inspirationsquelle für Kollwitz gewesen sein. Ihre druckgrafischen Experimente im „Bauernkrieg“ verarbeiten Einflüsse von Albrecht Dürer, Masaccio, Honoré Daumier und Edouard Manet. Im Frühjahr 1908 stellte sie die Radierfolge „Bauernkrieg“ fertig.

 

Kollwitz und die Plastik

Im Frühjahr 1904 hielt sich Köthe Kollwitz zwei Monate in Paris an der Académie Julian auf, um die Grundlagen plastischen Gestaltens zu erlernen. Während die Druckgrafiken für Kollwitz‘ sozialkritisches Engagement stehen, wollte sie sich in den Plastiken den Themen Leben, Liebe und Tod zuwenden.

Im Herbst 1908 begann Käthe Kollwitz in Ton zu modellieren: Erste Porträts von Familienmitgliedern wie dem Großvater Julius Rupp, ihre Söhne Hans und Peter entstanden. Gleichzeitig arbeitete Käthe Kollwitz für die Satirezeitschrift „Simplicissimus“ (bis 1911).

Käthe Kollwitz wandte sich 1909 ihrer ersten mehrfigurigen Gruppe zu: Im September 1909 fing sie mit einer plastischen Komposition der Mutter mit totem Kind an. Sie zeigte das erste Ergebnis dem Bildhauer Alexander Oppler, den sie noch aus München kannte. Dieser wies sie auf die mangelhafte Gestaltung hin, was Kollwitz‘ Ehrgeiz anstachelte. Im September 1912 mietete Käthe Kollwitz erstmals ein Bildhaueratelier an.

Kollwitz‘ Sohn Sohn Peter meldete sich beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 als Freiwilliger und kam wenige Monate später an der Westfront in Belgien ums Leben (Erste Flandernschlacht). Käthe Kollwitz war zutiefst getroffen. Aus dem Schmerz heraus fasste sie noch Ende 1914 den Plan, ihren Sohn mit einem Gefallenendenkmal zu ehren, der Skulptur „Trauerndes Elternpaar“ (1914–1932). Sie begann mit der Arbeit an drei überlebensgroßen Figuren, die sich über die gesamte Dauer des Krieges hinzog und die Künstlerin zunehmend zur Verzweiflung trieb. Nicht nur technische Probleme, sondern auch ihre Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Opfertodes ließen sie das Werk nicht vollenden. Stattdessen brachte sie die Plastik „Liebespaar“ (1913–1915) zu einem Abschluss.

 

Weimarer Republik

„Ich war revolutionär, mein Kindheits- und Jugendtraum war Revolution und Barrikade, wäre ich jetzt jung so wäre ich sicher Kommunistin, es reißt auch jetzt noch mich etwas nach der Seite, aber ich bin in den 50er Jahren, ich hab den Krieg durchlebt und Peter und die tausend andern Jungen hinsterben sehen, ich bin entsetzt und erschüttert von all dem Haß, der in der Welt ist, ich sehne mich nach dem Sozialismus, der die Menschen leben läßt und finde, vom Morden, Lüge, Verderben, Entstellen, kurzum allem Teuflischen hat die Erde jetzt genug gesehen. Das Kommunistenreich, das sich darauf aufbaut kann nicht Gottes Werk sein.“2 (Käthe Kollwitz, Oktober 1920)

Käthe Kollwitz sah sich als Sozialistin und stand der Kommunistischen Partei kritisch gegenüber. Nach der Ermordung von Karl Liebknecht (15.1.1919) widmete Käthe Kollwitz dem KPD-Führer einen Holzschnitt: „Gedenkblatt für Karl Liebknecht“ (1920). Angeregt von Ernst Barlach arbeitete Käthe Kollwitz erstmals in der Technik Holzschnitt, darunter die Holzschnittfolge „Krieg“ (1921/22)

Ihr soziales Engagement prägte auch in den 1920er Jahren ihr Werk, obschon sie in dieser Phase zu höchsten Ehren gelangte. 1919 wurde Kollwitz Mitglied in der Preußische Akademie der Künste und zur Professorin ernannt. Kollwitz war somit die erste Frau, die zur Mitgliedschaft aufgefordert wurde. 1924 publizierte Adolf Heilborn die erste Monografie zu Käthe Kollwitz im Rembrandt-Verlag Berlin.

1924 entschloss sich die Berliner Künstler, das Vorhaben eines Denkmals für die Kriegstoten doch noch umzusetzen: Mahnmal „Trauernde Eltern“. Die erste Präsentation der Gipsmodelle für „Trauernde Eltern“ fand 1931 in der Berliner Akademie der Künste statt. Die nach ihren Anweisungen von zwei Steinmetzen ausgeführten Skulpturen „Trauerndes Elternpaar“ (1914–1932) wurden 1932 in der Vorhalle der Berliner Nationalgalerie einer größeren Öffentlichkeit präsentiert. Positive Reaktionen auf Kollwitz‘ Arbeiten und Aufstellung der Statuen an ihrem Bestimmungsort auf dem Soldatenfriedhof bei Esen-Roggeveld in Flandern.

Das politische Engagement der Künstlerin ist vor allem in den von ihr gestalteten Plakaten - wie „Nie wieder Krieg“ für den Mitteldeutschen Jugendtag in Leipzig und „Nieder mit den Abtreibungs-Paragraphen!“ für die KPD (1924) - zu sehen. Sie organisierte und kuratierte eine erste Ausstellung im Arbeiterbezirk „Wedding“ mit 200 bis 250 Werken von Otto Nagel, Käthe Kollwitz, Hans Baluschek, Heinrich Zille, George Grosz und anderen. Der 1929 erschienene Zille-Film „Mutter Krausens Fahrt ins Glück“ stand unter dem künstlerischen Protektorat von Käthe Kollwitz und Hans Baluschek.

 

Diffamierung im NS-Staat

Am 15.2.1933 musste Käthe Kollwitz aus der Preußischen Akademie der Künste austreten und wurde ihres Amtes als Leiterin der Meisterklasse für Grafik enthoben, da sie im Juni 1932 zu den Unterzeichnern des Dringenden Appells zum Aufbau einer einheitlichen Arbeiterfront gegen den Nationalsozialismus gehört hatte. Im folgenden Jahr musste Kollwitz aus ihrem Meisteratelier in der Hochschule ausziehen. Sie nahm sich den Atelierraum Nr. 210 in der Klosterstraße 75, wo u.a. die Plastik „Mutter mit zwei Kindern“ entstand. 1934/35 schuf Käthe Kollwitz ihre letzte Lithografiefolge, „Der Tod“.

Im Herbst 1936 wurden zwei Plastiken, mit denen Käthe Kollwitz in der Jubiläumsausstellung „Zweite Jubiläums-Ausstellung aus Anlass des 150jährigen Bestehens der akademischen Ausstellungen. Berliner Bildhauer von Schlüter bis zur Gegenwart“ in der Akademie der Künste vertreten sein sollte, vor der Eröffnung entfernt (auch von Ernst Barlach und Wilhelm Lehmbruck). Fortan hinderte man Käthe Kollwitz daran, ihre Bildwerke in Deutschland öffentlich zu zeigen. Obschon dies einem Ausstellungsverbot gleichkam, konnte Käthe Kollwitz in ihrem Atelier relativ unbehelligt weiterarbeiten. 1937 wurde Käthe Kollwitz mit einem Ausstellungsverbot belegt.

In den Jahren zwischen 1937 und 1939 schuf Kollwitz eine ihrer berühmtesten Skulpturen: „Pietà [Mutter mit totem Sohn]“

Nach dem Tod ihres Mannes Karl Kollwitz am 19. Juli 1940, zog sich Käthe Kollwitz aus gesundheitlichen Gründen von ihrer künstlerischen Arbeit zurück. Es entstand 1940/41 noch die Kleinplastik „Abschied“, in der Käthe Kollwitz die Trauer um den Tod ihres Mannes verarbeitete. 1941 schuf die Künstlerin ihre letzte Lithografie „Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden“.

 

Flucht nach Nordhausen und Moritzburg

Mit „Zwei wartende Soldatenfrauen“ gestaltete Käthe Kollwitz 1943 ihre letzte Kleinplastik. Käthe Kollwitz floh im Sommer vor dem Bombenkrieg nach Nordhausen. Im November wurde ihre Wohnung in der Weißenburger Straße ausgebombt. Dabei wurden zahlreiche Grafiken, Drucke und Druckplatten zerstört.

Im Juli 1944 zog Käthe Kollwitz auf Einladung von Ernst Heinrich von Sachsen in den Rüdenhof des Ortes Moritzburg um. Hier bewohnte sie im ersten Stock ein Eckzimmer mit Blick auf das Schloss Moritzburg sowie ein Zimmer mit Balkon.

 

Tod und Nachruhm

Käthe Kollwitz verstarb am 22. April 1945 in Moritzburg bei Dresden. Sie ist am Berliner Zentralfriedhof Friedrichsfelde in einem Ehrengrab der Stadt Berlin bestattet.

Anlässlich ihres 80. Geburtstags am 8. Juli 1947 wurde die Kollwitzstraße (ehemals: Weißenburger Straße) nach der dort lebenden Künstlerin benannt. Im Oktober wurde auch der angrenzende Wörther Platz in Kollwitzplatz umbenannt.

Als 1958 die Soldatenfriedhöfe in Westflandern zusammengelegt wurden, wurden die beiden Figuren „Trauerndes Elternpaar“ aus belgischem Granit zur Kriegsgräberstätte Vladslo transportiert und dort aufgestellt. Die Augen der männlichen Figur sind auf das Grab des Sohnes Peter Kollwitz gerichtet.

 

Käthe Kollwitz Museen in Köln und Berlin

Die Kreissparkasse Köln eröffnete 1985 mit dem Käthe Kollwitz Museum Köln das erste Museum für die Künstlerin. Es besitzt die weltweit größte Sammlung mit mehr als 300 Zeichnungen, über 550 Druckgrafiken, sämtliche Plakate und dem gesamten plastischen Werk.

In Berlin eröffnete 1986 das Käthe-Kollwitz-Museum Berlin in der Berliner Fasanenstraße 24. Es ging aus der privaten Sammlung des Malers, Galeristen und Kunstsammlers Hans Pels-Leusden (1908–1993) hervor.

 

 

Nachruhm

Käthe Kollwitz etablierte - gemeinsam mit Hans Baluschek und Heinrich Zille - um 1900 jenen Motivkreis des Berliner Realismus, der die Grundlage für die jüngere Generation der Berliner Realisten wie Otto Nagel, George Grosz und Otto Dix bildete. Thematische und motivische Kontinuitäten verbinden den Berliner Realismus der Kaiserzeit mit der Kunst der Weimarer Republik, wobei sich deren Kritik an alle Gesellschaftsschichten gleichermaßen richtete (→ Köln | Käthe Kollwitz Museum: Berliner Realismus).

 

Literatur über Käthe Kollwitz

  • Tobias Hoffmann (Hg.), Berliner Realismus. Von Käthe Kollwitz bis Otto Dix (Ausst.-Kat. Bröhan-Museum, Berlin, 22.3.-17.6.2018; Käthe Kollwitz Museum, Köln, 10.10.2019–5.1.2020), Köln 2018.
  • Julia Wallner und Günter Ladwig im Auftrag von Karl H. Knauf (Hg.), Die erste Generation. Bildhauerinnen der Berliner Moderne (Ausst.-Kat. Georg-Kolbe-Museum, Berlin, 18.2.–17.6.2018), Berlin 2018.
  • Annette Seeler, Aufstand!, Renaissance, Reformation, Revolte im Werk von Käthe Kollwitz, Köln 2017.
  • Annette Seeler, Käthe Kollwitz: die Plastik, Werkverzeichnis, München 2016.
  • Alexandra von dem Knesebeck, „…das gewaltige herrliche und traurige Leben fasste er und deutete es uns.“ Käthe Kollwitz und Klinger, in: Max Klinger. „Alle Register des Lebens“. Graphische Zyklen und Zeichnungen (Ausst.-Kat. Käthe Kollwitz Museum Köln; Suermondt-Ludwig-Museum), Aachen 2008, S. 54–70.
  • Käthe Kollwitz. Druckgraphik, Zeichnungen und Plastiken aus dem Käthe Kollwitz Museum Köln (Ausst.-Kat. Diözesanmuseum Hofburg Brixen, 17.3.–27.5.2007), Bozen 2007.
  • Martin Fritsch (Hg.), Ernst Barlach und Käthe Kollwitz im Zwiegespräch, Leipzig 2006.
  • Hannelore Ficher (Hg.), Käthe Kollwitz. Meisterwerke der Zeichnung, Köln 1995.
  • Käthe Kollwitz, Die Tagebücher 1908–1943, hrsg. v. Jutta Bohnke-Kollwitz, Berlin 1989.

Beiträge zu Käthe Kollwitz

17. Oktober 2019
Werner Scholz, Am Bülowbogen, Detail, um 1930, Farblithographie (© Berlinische Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur. Leihgabe aus Privatbesitz, Hamburg)

Köln | Käthe Kollwitz Museum: Berliner Realismus Von Käthe Kollwitz bis Otto Dix. Sozialkritik – Satire – Revolution

Rau, ruppig und politisch unbequem: Die Berliner Kunst zur Kaiserzeit besitzt Sprengkraft! „Von Käthe Kollwitz bis Otto Dix“ zeigt politisch engagierte Kunst zwischen Realismus und Verismus.
8. Oktober 2019
Käthe Kollwitz, Liebespaar II, 1913 (© Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Roland März)

Käthe Kollwitz: Biografie Lebenslauf der Berliner Künstlerin

Lebenslauf der deutschen Grafikerin und Plastikerin Käthe Kollwitz (1867–1945): Kindheit, Ausbildung, wichtigste Werke in Grafik und Plastik, Berlin, Weimarer Republik, Diffamierung im NS-Staat, Flucht nach Moritzburg, Kollwitz Museen in Köln und Berlin.
  1. Brief von Robert Bosse an Wilhelm II., 12. Juni 1898. Zit. nach: Paret, Peter: Die Berliner Secession. Moderne Kunst und ihre Feinde im Kaiserlichen Deutschland, dt. Ausgabe Berlin 1981, S. 37.
  2. Käthe Kollwitz, Die Tagebücher 1908–1943, hrsg. v. Jutta Bohnke-Kollwitz, Berlin 1989, S. 483