Wien | Belvedere: Erika Giovanna Klien

Erika Giovanna Klien, Diving Bird, 1939, Öl/Lw, 111 × 96 cm (Österreichische Galerie Belvedere, Wien)
Im Herbst 2026 würdigt das Belvedere die österreichisch-amerikanische Künstlerin und Kunstpädagogin Erika Giovanna Klien (1900–1957) mit einer umfangreichen Einzelausstellung. Als herausragende Vertreterin des Wiener Kinetismus erlangte Klien früh internationale Bekanntheit. Ihre Leidenschaft für Theater und Tanz führte zu innovativen Bühnenbildentwürfen und komplexen Darstellungen bewegter Körper. Ab 1929 lebte Klien in New York, was sich in einer verstärkten Auseinandersetzung mit urbanen Räumen und sozialen Fragen manifestiert.
Erika Giovanna Klien
Österreich | Wien: Belvedere, Unteres Belvedere
18.9.2026 – 31.1.2027
Erika Giovanna Klien im Belvedere 2026
Erika Giovanna Klien, die bedeutendste Vertreterin des Wiener Kinetismus, zeichnete und malte vibrierende Vogelflüge, tanzende Körper und rotierende Maschinen. Beobachtung, Analyse und Arrangement komplexer Bewegungen, ob natürlichen oder technischen Ursprungs, liegen ihren Kompositionen zugrunde. Vor allem nach ihrer Übersiedlung nach New York 1929 entpuppte sich Klien als präzise Beobachterin des technischen Fortschritts und des modernen, immer stärker beschleunigten Lebens in der Großstadt.
Arbeiten für die Bühne
Die Ausstellung im Unteren Belvedere beleuchtet alle Facetten des Œuvres der tanz- und theateraffinen Malerin, Grafikerin und Kunstpädagogin und präsentiert neueste Forschungsergebnisse zu Leben und Werk. Neben dem Studium an der Kunstgewerbeschule in Wien in der Klasse des avantgardistischen Reformpädagogen Franz Čižek absolvierte Klien auch eine Schauspielausbildung. Das Interesse für Bühne und Tanz schlägt sich wiederholt in ihrem Werk nieder, um 1925 im Kinetischen Marionettentheater oder in den späten 1940er Jahren im Bühnenstück „The Masses“.
Die Kunst von Kindern
Eine weitere Konstante in Kliens Schaffen, motiviert durch ihre Ausbildung bei Čižek und die eigene jahrelange Tätigkeit als Kunstpädagogin, ist die Auseinandersetzung mit der künstlerischen Sprache von Kindern. Schließlich konvergieren in Darstellungen der sozialen Realität von Arbeiter:innen, die sowohl in den 1930ern als auch in ihren letzten Lebensjahren entstehen, Gesellschaftskritik und Modernereflexion.
Eine Ausstellung des Belvedere, Wien, in Zusammenarbeit mit der Universität für angewandte Kunst Wien – Kunstsammlung und Archiv sowie dem Istituto Italiano di Studi Germanici, Rom.
Kuratiert von Verena Gamper und Veronica Liotti, assistiert von Johanna Hofer.


![Josef Hoffmann. Fortschritt durch Schönheit, Rekonstruktion des Boudoir d’une grande vedette [Boudoir für einen großen Star] Weltausstellung, Paris, 1937, MAK Ausstellungsansicht, 2021, Ausführung: Manfred Trummer, Johannes Ranacher, Glaserei Scharl, Johannes Falkeis, Marina Paric, Irina Huller, Tischlerei des MAK, Wien, 2014, MAK Ausstellungshalle © MAK/Georg Mayer](https://artinwords.de/wp-content/uploads/Josef-Hoffmann.-Fortschritt-durch-Schönheit-Rekonstruktion-des-Boudoir-d’une-grande-vedette-Boudoir-für-einen-großen-Star-Weltausstellung-Paris-1937-MAK-Ausstellungsansicht-2021-778x500.jpg)
