Lucas Cranach der Ältere

Wer war Lucas Cranach der Ältere?

Lucas Cranach der Ältere (Kronach 1472–16.10.1553 Weimar) war ein deutscher Maler und Druckgrafiker der Renaissance. Neben Albrecht Dürer (1471–1528), Hans Burgkmair (1473–1531), Hans Holbein der Jüngere (1497–1543) und Albrecht Altdorfer (um 1480–1538) ist Lucas Cranach der Ältere einer der bekanntesten Maler des frühen 16. Jahrhunderts. Lucas Cranach der Jüngere (1515–1586) führte nach dem Tod seines Vaters 1553 den Werkstattbetrieb weiter.

Die Anfänge von Lucas Cranach liegen im Dunkeln. Erstmals fassbar ist der bereits knapp 30-jährige Maler kurz nach 1500 in Wien. Als Hofmaler von Kurfürsten Friedrich III., genannt der Weise, leitete er ab 1505 eine höchst produktive Werkstatt in Wittenberg. Gemeinsam mit Hans Burgkmair gilt Lucas Cranach d. Ä. als Erfinder des Farbholzschnitts (1508). Zu seinen bedeutendsten druckgrafischen Werken zählen die Porträts von Luther, mit dem Cranach auch persönlich befreundet war. Sie machten das Bildnis des Reformators international bekannt und prägen bis heute die Vorstellung der Person.

Dem Gesamtwerk von 1389 Gemälden1, etwa 466 Drucken und etwas über 100, höchstens 150 Zeichnungen, steht eine Fülle von gemalten Porträts, religiösen und erstmals auch mythologischen Werken, inklusive der sogenannten „Reformationskunst“ aber auch Akten, gegenüber. Lucas Cranach der Ältere galt den Zeitgenossen als „Schnellmaler“. Sein Signet ist die Schlange mit Fledermausflügeln und Rubinring im Maul (1508 Wappenbrief, 1537 verbindliches Signet der Cranach-Werkstatt).

Kindheit

Lucas Cranach der Ältere wurde 1472 als Sohn eines Malers Hans Moller in Kronach (D, Bistum Bamberg) geboren. Er erhielt eine erste Ausbildung in der väterlichen Werkstatt. Den Quellen zufolge soll Lucas bei seinem Vater in die Zeichenkunst eingewiesen worden sein.

Ausbildung

1498 begann Lucas Cranach seine Lehre. Diese muss zwei bis drei Jahre gedauert haben; es folgte die Gesellenzeit, die von der obligatorischen Gesellenwanderschaft abgeschlossen wurde. Über Zeitpunkt, Dauer und Stationen dieser Wanderschaft ist heute wenig bekannt. Die Wanderjahre führten Lucas Cranach d. Ä. in den süddeutschen Raum, u. a. vermutlich nach Bamberg, Nürnberg und Regensburg.

Wien (um 1501–1504)

Lucas Cranach der Ältere arbeitete zwischen vermutlich 1501 (sicher ab 1502) und 1504 in Wien im Kreis der Humanisten der Wiener Universität, vor allem Conrad Celtis, die zu seinen wichtigsten Auftraggebern wurden. Seine Anwesenheit ist 1502 erstmals dokumentarisch belegt. Erst in dieser Zeit ist der knapp 30-Jährige als künstlerisch eigenständige Person greifbar.

Das um 1502 zu datierende Doppelporträt des einflussreichen Beraters, kaiserlichen Diplomaten und gelehrten Humanisten Johannes Cuspinian verbindet die Dargestellten mit einem ikonografisch höchst komplexen Hintergrund. Natur und Landschaft spielen in diesen frühen Werken Cranachs eine herausragende und damit neue Rolle. Es bedarf eines klassischen Bildungswissens, um die Bedeutung der Landschaft erschließen zu können.

In Wien begann Lucas Cranach der Ältere mit großformatigen Holzschnitten. Albrecht Dürers expressive Holzschnitte der „Apokalypse“ waren nicht nur für Cranach wichtige Katalysatoren für dessen druckgrafisches Werk, sondern werden mit ihrer dramatischen Linienführung auch als frühe Werke eines expressiven Stils im frühen 15. Jahrhundert gedeutet (→ Albertina: Albrecht Dürer).
Der Holzschnitt „Christus am Ölberg“ (um 1501, Metropolitan Museum of Art, New York) ist die früheste erhaltene Druckgrafik Cranachs. Charakteristisch für die Wiener Phase ist die Verschmelzung von Figur und Natur. Cranach stellte die Umwelt in den Dienst des Themas und ließ alle Bildelemente gleichermaßen belebt erscheinen.

Hofmaler von Kurfürst Friedrich lll. von Sachsen in Wittenberg (ab 14.4.1505)

Die Berufung Cranachs zum Hofmaler nach Wittenberg durch den sächsischen Kurfürsten Friedrich III., genannt der Weise (1463–1525), erfolgte 1505. Am 14. April erhielt er die erste Soldzahlung von 40 Gulden. Jährlich standen ihm 100 Gulden Dienstgeld, Kleidung und Verpflegung zu, zudem wurden alle für den Hof geleisteten Arbeiten gesondert bezahlt. Cranach d. Ä. bewohnt die sog. Malerstube im Wittenberger Schloss.

In Wittenberg ließ Cranach den expressiven Malstil der Wiener Jahre hinter sich und entwickelte einen höfischen Stil. Er lieferte Gemälde, Holzschnitte und Kupferstiche, fertigte Entwürfe für Gläser, Teppichknüpfer, Lampenmacher, Schlosser, Stempelschneider und Goldschmiede; er war zuständig für die Gestaltung der fürstlichen Schlösser und für das Verzieren von Gegenständen des höfischen Lebens. Zudem diente er seinem Herrn als Diplomat. So reiste Cranach d. Ä. im Juli 1508 in die Niederlande, wo er sich am Hof der Margarete von Österreich, Statthalterin der Niederlande, in Mechelen aufhielt (bzgl. diplomatische Missionen vgl. Jan van Eyck: Biografie).

Lucas Cranach der Ältere schuf Kunstwerke für Herrscher und (Kirchen-)Fürsten in ganz Europa, darunter Vertreter des kaiserlichen Hauses Habsburg, der König von Dänemark Christian II. (1481–1559), der Mainzer Erzbischof und Kardinal Albrecht von Brandenburg (1490–1545) aus dem Hause Hohenzollern sowie Kirchenfürsten Böhmens und Mährens. Darüber hinaus porträtierte Cranach die bürgerlichen und geistigen Eliten seiner Zeit.

Vom Hofmaler zum wohlhabenden Mann – Cranachs sozialer Aufstieg

1511 konnte Lucas Cranach d. Ä. zwei benachbarte Häuser am Wittenberger Markt (heute Nr. 3 und 4) erwerben, es folgte der Umzug der Werkstatt vom Schloss in die Stadt. Je nach Auftragslage beschäftigt er drei bis neun Gesellen.

Kurz darauf, um 1512/13, heiratete der Maler Barbara Brengebier, die Tochter des Gothaer Bürgermeisters Jobst Brengebier und dessen Frau Katharina (†1540). Das Paar hatte sechs Kinder, zwei Söhne und vier Töchter. Da Hans Cranach im Alter von 23/24 Jahren verstarb, übernahm Lucas Cranach der Jüngere die väterliche Werkstatt.

  • Hans Cranach der Jüngere (1513–29.10.1537): Ausgebildet in der Werkstatt des Vaters starb Hans Cranach der Jüngere 1537 auf einer Italienreise in Bologna.
  • Lucas Cranach der Jüngere (Wittenberg 4.10.1515–1586): Lucas Cranach der Jüngere führte die Werkstatt seines Vaters weiter.
  • Ursula (um 1517/18–Todesjahr unbekannt)
  • Anna (1520–Todesjahr unbekannt), ihr Taufpate war Martin Luther
  • Barbara (um 1521–1601): Sie heiratete 1541 den Sohn des reichsten Bürgers von Wittenberg. In ihrem Haus in Weimar starb Lucas Cranach der Ältere.
  • Anna (1527–1577)

1518 verkaufte Lucas Cranach d. Ä. beide Häuser am Markt und erwarb ein großes bebautes Grundstück mit Apotheke in der Schloßstraße 1. Umzug der Familie und der Werkstatt in den „Cranachhof“.

Der soziale Aufstieg Lucas Cranachs lässt sich an Aufgaben und Ämtern gut nachvollziehen. Im März 1517 hielt er sich in Dresden auf, um als kursächsischer Hofmaler für Herzog Georg von Sachsen zu arbeiten.
1519/20 wurde Cranach d. Ä. Kämmerer und erstmals Ratsmitglied in Wittenberg und bliebt dies mit Unterbrechungen bis 1544/45. Viele Jahre davon war er sogar als Kämmerer oder Bürgermeister tätig (1531/32, 1537/38–1543/44). Kurz darauf (1520) erhielt er das Apothekerprivileg.

Im Jahr 1523 weilte König Christian II. von Dänemark, Norwegen und Schweden als Gast in Cranachs Haus. Im Folgejahr reiste Cranach im Gefolge Friedrichs III. zum Reichstag nach Nürnberg, wo er Albrecht Dürer traf.

Nach dem Tod Friedrich des Weisen am 5. Mai 1525, wurde Cranach d. Ä. Hofmaler bei dessen Bruder, dem Kurfürsten Johann dem Beständigen (1468–1532). Diese Aufgabe muss eine höchst lukrative gewesen sein, denn laut Steuerabrechnung von 1528 war Lucas Cranach der Ältere nach dem kursächsischen Kanzler Bruck der reichste Bürger Wittenbergs. Brucks Sohn heiratete Cranachs Tochter Barbara 1541.

Als Johann der Beständige verstarb (16.8.1532), wurde Cranach d. Ä. Hofmaler bei dessen Sohn, dem neuen Kurfürsten Johann Friedrich I., genannt der Großmütige (1503–1554).

Cranachs Signatur

Ab April 1505 verwendet Cranach d. Ä. auf seinen Werken das kurfürstliche Wappen. Er ist u. a. in Wittenberg, Torgau, Lochau und Altenburg mit der Ausgestaltung der kurfürstlichen Schlösser beschäftigt.

Cranach hielt sich Anfang 1508 in Nürnberg auf, wo ihn am 6. Januar ein Wappenbrief durch Friedrich III. verliehen wurde: gekrönte Schlange mit Fledermausflügeln und Rubinring im Maul. Der Maler benutzt die geflügelte Schlange künftig vor allem als Signatur für Arbeiten aus seiner Werkstatt.

Cranachs Druckgrafiken

1507 schuf Lucas Cranach d. Ä. den frühesten bekannten farbigen Einblattdruck und entwickelte eine Rezeptur zur Herstellung von goldener Druckfarbe: „Hl. Georg (und Maximilian I.?)“ ist der erste von sechs Farbholzschnitten Cranachs. Sein letzter autografen und datierten Farbholzschnitt ist „Die Predigt Johannes des Täufers“ aus dem Jahr 1516.

Im Jahr 1509 veröffentlichte Cranach drei zweifarbige Holzschnitte: „Die Ruhe auf der Flucht nach Ägypten“, „Hl. Christophorus“ und „Venus und Cupido“. Vier weitere Druckgrafiken sind verschollen: „Adam und Eva im Paradies“, „David und Abigail“, „Hl. Hieronymus“, „Hl. Abendmahl“.

Lucas Cranach d. Ä. schuf mit dem Holzschnitt „Himmel- und Höllenwagen“ von 1519 eine Darstellung, die bereits die Grundzüge seiner späteren, in ihrer Argumentation an klaren Gegenüberstellungen orientierten Kompositionen im Bereich der Flugblätter und Bildpublizistik in sich trug.

Zwischen 1523 und 1525/26 betrieb Lucas Cranach der Ältere einer Buchdruckerei zusammen mit Christian Doring.

Werke

Mit der lebensgroßen Tafel „Venus und Cupido“ übertrug Lucas Cranach 1509 ein italienisches Bildkonzept und schuf die erste lebensgroße Darstellung der nackten Göttin nördlich der Alpen.

Mit lebensgroßen, ganzfigurigen Bildnissen – wie denen des Herzogs Heinrich und seiner Gemahlin, Katharina von Mecklenburg – etablierte Lucas Cranach der Ältere 1514 eine neue repräsentative Darstellungsform, die bald in ganz Europa Verbreitung fanden. Dennoch datiert das einzige überlieferte Selbstbildnis von Lucas Cranach dem Älteren (Schloss Stolzenfels bei Koblenz) erst in das Jahr 1531.

Cranach und Luther

Martin Luther übernahm 1512 Staupitz‘ Professur für Bibelauslegung an der Universität Wittenberg (gegr. 1502). In dieser Zeit könnten der Augustinermönch und der zehn Jahre ältere Maler einander zum ersten Mal begegnet sein. In den folgenden Jahren entwickelte sich eine Freundschaft zwischen den beiden Männern. So teile am 28. April 1521 Luther Lucas Cranach d. Ä. als einzigem seiner Freunde seine bevorstehende Schutzhaft mit und grüßte bei dieser Gelegenheit auch Cranachs Frau. Die Unterstützung des Malers ging so weit, dass zwischen 1523 und 1525 die ehemalige Nonne und zukünftige Frau Luthers, Katharina von Bora, im Hause Cranachs lebte. Dass Cranach der Ältere Trauzeuge bei der Heirat von Martin Luther und Katharina von Bora war (13.6.1525), ist daher nur allzu logisch.

Im Jahr 1518 griff Luther erstmals nachweislich auf Cranachs Kunst für Titelholzschnitte zurück. Zwei Jahre später, 1520, gab Cranach mit dem Kupferstich „Luther als Augustinermönch“ dem Reformator ein Gesicht in der Öffentlichkeit. In den folgenden Jahren definierte Cranach maßgeblich den Kanon dessen, was mit dem Begriff „Reformationskunst“ bezeichnet wird.

Neben seinen Flugschriften und Titelholzschnitten für die Sache Luthers begründete Cranach 1525 mit seinen druckgrafischen und gemalten Porträts des Reformators eine Bildnisoffensive, die Luthers Abbild nicht nur im gesamten damaligen Reich bekannt machte, sondern das Bild Luthers bis heute prägt.

Lucas Cranach der Jüngere in der Cranach-Werkstatt

Zwischen 1527 und 1529 absolvierte Lucas Cranach der Jüngere seine Ausbildung in der väterlichen Werkstatt. Im Jahr 1536 fand er als Mitglied der Cranach-Werkstatt bei den Vergoldungsarbeiten am Torgauer Schloss Erwähnung.

Da am 9. Oktober 1537 Cranachs Sohn Hans in Bologna starb, wurde Lucas Cranach der Jüngere zum Erben. Luther machte seinem Freund einen Beileidsbesuch. Lucas Cranach der Jüngere übernahmt zunehmend mehr Verantwortung in der väterlichen Werkstatt. Die zuvor nur vereinzelt auftretende Form des Schlangensignets mit angewinkelten Vogelschwingen wurde zu diesem Zeitpunkt das verbindliche Signet der Cranach-Werkstatt (Qualitäts- und Markenzeichen).

Späte Jahre

Nach der Niederlage der im Schmalkaldischen Bund vereinten Protestanten gegen Karl V. in der Schlacht bei Mühlberg [Sachsen, 1547], wurde Johann Friedrich I. gefangen genommen. Lucas Cranach d. Ä. bat beim Kaiser um Gnade für seinen gefangenen Kurfürsten. Lucas Cranachs Anstellung als Hofkünstler ruhte während der Gefangenschaft Johann Friedrichs I. (Ostern 1547–Juli 1550).

Im Jahr 1550 weilte Christian Brück wegen verschiedener Geschäfte in Wittenberg und richtet Cranach d. Ä. den Befehl des Kurfürsten aus, sich zu ihm zu begeben.

Zwischen 23.Juli 1550 und 1552 hielt sich Lucas Cranach d. Ä. in Augsburg und Innsbruck auf. Der Maler kam bei seinem gefangenen Fürsten in Augsburg an, Cranach d. Ä. traf u. a. auf Tizian. Während seines Aufenthalts in Innsbruck arbeitete er als Hofmaler des gefangenen Dienstherrn. Lucas Cranach der Jüngere führte in diesen Jahren die Werkstatt in Wittenberg.

Ab 1552 lebte Cranach d. Ä. in Weimar, der Residenz des begnadigten Johann Friedrich im Haus seines Schwiegersohnes Christian Brück, er war selbst noch tätig und beschäftigte zwei Lehrlinge.

Tod

Lucas Cranach d. A. starb am 16. Oktober 1553 im Haus seiner Tochter Barbara in Weimar. Der Maler wurde auf dem Jakobsfriedhof begraben. Die Inschrift seines Grabsteins lobt ihn als „pictor celerrimus“, den schnellsten Maler. Lucas Cranach der Jüngere führte den Werkstattbetrieb weiter.

Beiträge zu Lucas Cranach der Ältere

29. November 2021
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Martin Luther und die Reformation

Martin Luther (1483–1546) legte mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen gegen den Ablasshandel an 31. Oktober 1517 den Grundstein für die Reformation. Während des Reformationsjubiläums 2017 erinnert das Wien Museum, dass die Residenzstadt Wien für mehr als fünfzig Jahr mehrheitlich protestantisch war. Wenn auch Kaiser und Landesherren katholischen Glaubens waren, so bekannte sich der niederösterreichische Adel mehrheitlich zum Protestantismus. Der evangelische Kultus wurde in Wien bekämpft, während vor den Toren der Stadt protestantische Gemeinden – wie Hernals – aufblühten. Die Ausstellung im Wien Museum zeigt konfessionelle Spaltung und religiöse Spannungen mit ihren politischen, sozialen und kulturellen Verflechtungen.
  1. Siehe: https://cranach.ub.uni-heidelberg.de/wiki/index.php/CranachNet:Portal (letzter Abruf 11.10.2019).