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Wien | Kunstforum: Anton Corbijn Favorite Darkness | 2025

Anton Corbijn, David Bowie, Detail, Chicago 1980 © Anton Corbijn

Anton Corbijn, David Bowie, Detail, Chicago 1980 © Anton Corbijn

Die Frühjahrs-Ausstellung 2025 im Bank Austria Kunstforum Wien ist einem Künstler gewidmet, der medienübergreifend mit Fotografie, Film und Design arbeitet und die Wahrnehmung der Pop- und vor allem Musikkultur maßgeblich geprägt hat: Anton Corbijn (*20.5.1955 in Strijen, NL). Der Fotograf verbrachte mehr als 30 Jahre in London, wo er einige der coolsten Menschen der Rockmusik porträtiert hat. Heute lebt und arbeitet Corbijn in Amsterdam.

Anton Corbijn. Favorite Darkness

Im Lauf seiner über fünf Dekaden dauernden internationale Karriere sind unzählige ikonische, zumeist Schwarz-Weiß-Porträts von Künstler:innen aus Musik, Film, Literatur, Kunst und Mode entstanden, die den Mittelpunkt der Ausstellung im Kunstforum bilden. Wien zeigt den Niederländer anlässlich seines 70. Geburtstags am 20. Mai 2025 und widmet ihm eine Fotoausstellung und ein Filmscreening im Gartenbaukino.

Ausgehend von Corbijns frühen Aufnahmen von Joy Division und seiner Zeit beim New Musical Express (NME) in London in den frühen 1980er Jahren entfaltet die Ausstellung eine Tour d’Horizon durch fotografische Porträts, Musikvideos, Album-Designs und On-Stage-Visuals. So zeigt Kuratorin Lisa Ortner-Kreis gemeinsam mit dem Fotografen eine spannende Auswahl, darunter Serien von Bildern, die er beispielsweise für Depeche Mode kreiert hat. Aber auch weniger bekannte, teilweise bis dato noch nie gezeigte Aufnahmen sind zu entdecken. Der abschließende Raum ist Porträts bildender Künstler:innen gewidmet, von Gerhard Richter bis Marlene Dumas.

Zentrales Anliegen der Ausstellung ist es, Bezüge zwischen Corbijns fotografischem und filmischem Werk zur Kunstgeschichte herauszustellen – was möglicherweise auch erklärt, warum seine Arbeiten für das Publikum oft vertraut und zugänglich erscheinen. Corbijns Bildsprache ist stets reduziert und der einfachen, archaischen Form verpflichtet und erweist sich als stark von christlicher Ikonografie beeinflusst. Kunstschaffende, die sich vor Corbijns Kamera begeben, wirken unverstellt und authentisch, oft erreicht der Künstler dies, indem er seine Protagonist:innen in ungewohnte Settings platziert. Corbijn, der betont, dass er „den kreativen Menschen mit der Kamera nahe sein wollte“ setzt in seiner künstlerischen Arbeit eine ganz eigene, wiedererkennbare Tonalität. Die melancholischen, dunklen Bilder eröffnen einen Blick hinter die Celebrity-Maske und erfassen das Wesentliche – den Menschen in seiner Verletzlichkeit und Vergänglichkeit.

Kuratiert von Lisa Ortner-Kreil.
Seit vielen Jahren arbeitet Anton Corbijn auch höchst erfolgreich als Filmemacher. Im Rahmen der Ausstellung im Bank Austria Kunstforum Wien zeigt das Wiener Gartenbaukino eine Retrospektive von Anton Corbijns filmischem Schaffen.

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