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Aktuelle Ausstellungen
- Michaelina Woutier, Bacchanal, vor 1659, Öl/Leinwand, 270 × 354 cm (Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie, Inv. Nr. Gemäldegalerie, 3548)
Michaelina Wautier in London
Michaelina Wautier, auch Michaelina Woutier geeschrieben (1614–1689), war eine flämische Malerin, die Mitte des 17. Jahrhunderts in Brüssel tätig war. Indem sie sich mit einem ungewöhnlich vielfältigen Themenspektrum beschäftigte, sprengte Wautier die Grenzen, die Künstlerinnen im Barock gesetzt wurden: Sie schuf Blumenstillleben und Porträts bis hin zu großen Historiengemälden mit Aktdarstellungen – ein Format und ein Thema, das normalerweise ihren männlichen Kollegen vorbehalten war: Am Ende der Londoner Ausstellung hängt Wautiers monumentalstes Werk, der „Triumph des Bacchus“ (KHM, Wien). Das Gemälde zeugt von einer begabten, ehrgeizigen und selbstbewussten Künstlerin, denn darin schildert eine selbstbewusste Künstlerin eine Szene heidnischer Ausschweifung. Dsa Bild ist nicht mit ihrem Namen „signiert“, sondern indem sie sich kühn selbst als Bacchantin darstellte – als einzige Figur, die dem Betrachter direkt in die Augen schaut.
Großbriannien | London: Royal Academy of Arts. The Jillian and Arthur M. Sackler Wing of Galleries | Burlington House, bis 21.6.2026
- Bellotto, Ansicht von Schönbrunn vom Ehrenhof, 1759/60, Öl auf Leinwand, 135 × 235 cm (Kunsthistorisches Museum Wien)
Canaletto und Bellotto in Wien
Giovanni Canaletto (Giovanni Antonio Canal) (1697–1768) und sein Neffe Bernardo Bellotto (1721–1780) gehören zu den bedeutendsten Vedutenmalern des 18. Jahrhunderts. Die beiden Venezianer, der als Canaletto bekannte Maler Venedigs und dessen jüngerer Neffe Bellotto, der als Hofmaler in Wien tätig war, stehen im Zentrum der Frühjahrsausstellung 2026 im Kunsthistorischen Museum.
Österreich | Wien: KHM, bis 6.9.2026
- Yayoi Kusama, Phantom Polka Dots of Fate, Ordained by Heaven, Were the Greatest Gift Ever for Me, 2021, 210 x 123.3 129.6 cm (c) courtesy Sotheby’s London,
Yayoi Kusama in Köln
Im Frühjahr 2026 zeigt das Museum Ludwig in Köln eine große Retrospektive der berühmten japanischen Künstlerin Yayoi Kusama (*1929, Matsumoto). Die in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin und ihrem Atelier organisierte Ausstellung gewährt einen gesamtheitlichen Einblick in Kusamas über sieben Jahrzehnte umspannendes künstlerisches Schaffen. Die Künstlerin hat mit ihrer Erkundung repetitiver Muster und Strukturen – namentlich durch ihre charakteristischen Polka Dots und Spiegelräume, die die Betrachter:innen in unendliche Welten entführen – Kultstatus erlangt. Die multimediale Ausstellung führt chronologisch durch das Werk der legendären Japanerin und startet mit einer Zeichnung der Zehnjährigen, die bereits Kusamas ikonische Polka Dots zeigt.
Deutschland | Köln: Museum Ludwig, bis 2.8.2026
Vorschau auf die Ausstellungseröffnungen der nächsten Woche
- Marc Brandenburg, Ohne Titel, Detail, 2024 (Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac, © Foto: CHROMA, André Carvalho)
Marc Brandenburg in Berlin
Der Berliner Multimediakünstler Marc Brandenburg (*1965) ist seit den 1980er Jahren ein elementarer Teil der Kreativszene Berlins und zählt international zu den wichtigsten Zeichner:innen der Gegenwart. Sein Werk bewegt sich zwischen Zeichnung, Collage, Installation, Video und Performance.
Deutschland | Berlin: Berlinische Galerie, 7.4. – 14.9.2026
- Horst Antes, Interieur, Figur mit Vogel, 1962–1964, Öl auf Leinwand, 120 x 120 cm (Sprengel Museum Hannover, Foto: Herling/Herling/Werner)
Hannover | Sprengel Museum: Horst Antes
Horst Antes (*28.10.1936 in Heppenheim), Grafiker und Bildhauer, gehört zu den Pionieren der neuen figurativen Kunst in Deutschland. Er verband informelle Nachkriegs-Malerei mit gegenständlichen Motiven und machte besonders durch seine in den 1960er Jahren entstandene Figur des „Kopffüßlers“ weltweit von sich reden. Sein Werk umfasst Gemälde, Grafiken und Skulpturen, viele davon im öffentlichen Raum.
Deutschland | Hannover: Sprengel Museum, 11.4. – 5.7.2026
- Marcel Duchamp, Rotorelief, Detail
Marcel Duchamp im MoMA
„Warum ist das Kunst?“ – diese Frage stellt das Publikum zeitgenössischer Kunst oft. Eine Antwort darauf zu finden, ist ohne Bezug auf das Werk von Marcel Duchamp (1887–1968) nahezu unmöglich. In seiner über 60 Jahren währenden Karriere befragte Duchamp die bis in die 1910er Jahre gängige Definition von Kunst und ebnete mit radikalen Antworten den Weg für eine neue Ära der künstlerischen Freiheit. Die Auswirkungen seines Tuns und Denkens sind bis heute spürbar.
Das MoMA widmet dem bedeutenden Franzosen 2025 eine große Ausstellung mit rund 300 Kunstwerken, von denen etwa die Hälfte aus dem eigenen Bestand kommen. Die Zusammenarbeit mit dem Philadelphia Museum of Art garantiert dem New Yorker Museum so bedeutende Leihgaben wie „Akt eine Treppe herabsteigend (Nr. 2)“ (1912, Philadelphia Art Museum), das es mit dem eigenen Gemälde „The Passage from Virgin to Bride“ (München, Juli-August 1912, MoMA) konfrontieren kann. Dieses Werk ist gleichzeitig im Kontext von „Die Neuvermählte/Braut wird von ihren Junggesellen entkleidet, sogar (oder: Großes Glas) [La Mariée mise à nu par ses célibataires, même]“ (1915–1923, Philadelphia) entstanden. Das Werk gilt als unvollendet, wobei der Künstler empfahl, seine Notizen zu lesen, die er während der Betrachtung hinterlassen hatte. Diese zwischen 1912 und 1923 entstandenen 93 erläuternde Dokumente wurden unter dem Titel „Boîte verte [Grüne Kiste]“ (1934) veröffentlicht. Kurzum: Wenn New York und Philadelphia sich zusammentun, kann man von einer Ausstellungshighlight im Frühjahr 2025 sprechen!
USA | New York: MoMA, Floor 6 The Steven and Alexandra Cohen Center for Special Exhibitions, 12.4. – 22.8.2026
- Michelangelo Buonarroti, Sterbender Sklave, Detail (Paris, Musée du Louvre department des Sculptures Musee du Louvre Musee du Louvre, dist RMN Grand Palais Raphael Chipault)
Michelangelo / Rodin im Louvre
Auguste Rodins Kunst sei wahrscheinlich die ausdrucksstärkste seit der großen Zeit des Michelangelo Buonarroti, urteilte am 10. Mai 1890 William Ernest Henley über seinen Pariser Schützling. Der Dichter und Herausgeber des „Magazine of Art“, förderte Rodin durch Ausstellungen und Besprechungen – sein Vergleich mit dem bedeutenden Renaissance-Bildhauer fußte jedoch schon auf älteren Veröffentlichungen. So hatte Roger Ballu bereits sieben Jahre zuvor formuliert:
„Dieser junge Bildhauer verfügt über eine Originalität und eine beklemmende Ausdruckskraft, die wahrhaft erstaunlich sind. Hinter der Vitalität seiner Posituren und der Vehemenz seiner lebendigen Posen verbirgt er seine Verachtung oder vielmehr sein Desinteresse gegenüber dem sachlich-skulpturalen Stil. M. Rodin wird von Visionen umgetrieben, die denen Michelangelos ähnlich sind. Er mag den Betrachter in Erstaunen versetzen, aber er wird ihn nie gleichgültig lassen.“1 (Roger Ballu, 13. Februar 1883)
Frankreich | Paris: Musée du Louvre, 15.4. – 20.7.2026
KÜNSTLER*INNEN GEBURTS- & TODESTAGE
Kunst-News
Mit Künstlerinnen und Künstlern, bzw. Persönlichkeiten aus der Kunstwelt zu sprechen, ermöglicht, einen Blick auf Konzepte, Prozesse und Arbeitsbedingungen zu erhaschen. Wir von ARTinWORDS gehen mit ihnen daher bevorzugt durch Ausstellungen oder besuchen sie in ihren Ateliers - in der Hoffnung auf noch viele erhellende und inspirierende Momente!
Gespräche über Kunst









![Henri Matisse, La Tristesse du roi [Die Traurigkeit des Königs], 1952, Gouache papers, cut and pasted on paper mounted on canvas 292 × 386 cm (Centre Pompidou, Musée national d’art moderne, Paris © Succession H. Matisse Photo © Centre Pompidou, Mnam-Cci/Philippe Migeat/Dist. Rmn-Gp)](https://artinwords.de/wp-content/uploads/Henri-Matisse-La-Tristesse-du-roi-Die-Traurigkeit-des-Koenigs-1952-778x500.jpg)
















![Frida Kahlo, El sueño (La cama) [Schlaf (Das Bett)], Frida Kahlo schlafend, 1940, Öl auf Leinwand, 74 x 98 cm, signiert Frida Kahlo und datiert unten rechts (Privatbesitz © Sothebys)](https://artinwords.de/wp-content/uploads/Frida-Kahlo-Der-Traum-Frida-Kahlo-schlafend-772x500.jpg)



