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Künstler, Künstlerinnen, Kunstepochen, aktuelle Ausstellungen

Wien | Kunstforum: Gerhard Richter: Landschaft

Romantisierende Natur- und Landschaftsvisionen des deutschen Malers

 Gerhard Richters Landschaften sind Bilder von fotografierten Naturausschnitten, Bilder von Medienbildern und Reproduktionen, Bilder über die englische und deutsche Romantk, Bilder voller Atmosphäre, Bilder voller Schönheit. Das Bank Austria Kunstforum Wien zeigt im Herbst/Winter 2020/21 eine beeindruckende Auswahl des heute 88-jährigen Malers, der vor kurzem erst verkündet hat, mit dem Malen aufzuhören und sich ausschließlich dem Zeichnen zu widmen. Anhand des Genre Landschaft lässt sich Richters Werk durchmessen, hat der Maler doch seit 1963 sich kontinuierlich mit dem Thema auseiandersetzt – und dabei so manch überraschende Lösung gefunden.

Österreich | Wien: Bank Austria Kunstforum, 1.10.2020 – 24.1.2021

Berlin | Bröhan-Museum: Luigi Colani und der Jugendstil

„Das Bauhaus ist out!“ stellte Luigi Colani fest und forderte stattdessen 1977 die „Renaissance des Jugendstils“. Geniales Multitalent und Superstar der Selbstinszenierung – Luigi Colani (1928–2019) war eine der facettenreichsten Designerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts und ist nur schwer in seiner Gesamtheit zu fassen. Der streitbare Berliner schrieb mit seinen visionären Ideen, biomorphen Formen und extravaganten Entwürfen Design-Geschichte.

Deutschland | Berlin: Bröhan-Museum, 29.9.2020 – 30.5.2021

Wien | ORF-Museumszeit vom 3. bis 10. Oktober 2020

„Lange Nacht der Museen” durch eine Woche Kunstgenuss ersetzt

Die Lange Woche der Museen findet vom 3. bis zum 10. Oktober 2020 statt. Die Museen bieten verbilligten Eintritt und verstärktes Führungsprogramm an!!!

Welche Ausstellungen sind Anfang Oktober in Wien eröffnet? Auch wenn das Event nicht stattfinden kann, laden alle beteiligten Institutionen zum individuellen Besuch ihrer Häuser ein. Hier findest du eine Liste mit den wichtigsten Ausstellungen der großen Museen und Ausstellungshäuser.

Österreich | Wien: alle teilnehmende Institutionen, 3.–10.10.2020

Wien | Kunsthistorisches Museum: Beethoven

„Beethoven bewegt” als Hommage an den Komponisten

Schon zu Lebzeiten wurde Ludwig van Beethoven (1770–1827) gehört und bewundert, ungebrochen zieht sich die Auseinandersetzung mit ihm und seinem Werk bis heute. Noch immer gilt er als meistgespielter Komponist der Welt. Die aktuelle Ausstellung „Beethoven bewegt“ im Kunsthistorischen Museum, Wien, entstand in Kooperation mit dem Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde und widmet sich dem Bonner Meister zum 250. Geburtstag in einer gänzlich neuen Art und Weise.

Mit Werken von: Ludwig van Beethoven, Auguste Rodin, Rebecca Horn, Jan Cossiers, Caspar David Friedrich, Anselm Kiefer, Francisco de Goya, Jorinde Voigt, Tino Sehgal, Guido van der Werve, Idris Khan, William Turner, John Baldessari

Österreich | Wien: Kunsthistorisches Museum, 29.9.2020–24.1.2021

Wien | mumok: Andy Warhol

2020 feiern zwei Ausstellungen in Wien den Künstler und Kurator Warhol

Das mumok verschreibt sich im Rahmen zweier Ausstellungen dem Phänomen Andy Warhol (1928–1987) – als Künstler und als sein eigener Ausstellungskurator. Statt der Präsentation altbekannter Klassiker blickt Kuratorin Marianne Dobner mit selten gezeigten Arbeiten hinter die Fassade der weltberühmten Pop Art-Ikone und entdeckt Warhols Fähigkeit als bahnbrechender Kurator und Installationskünstler neu (→ Andy Warhol: Biografie).

Österreich | Wien: mumok, 26.9.2020 – 31.1.2021

Berlin | Alte Nationalgalerie: Belgischer Symbolismus

„Todessehnsucht und Dekadenz“ in der belgischen Kunst um 1900Der lustvolle Blick in den Abgrund, der übersteigerte Ästhetizismus einer übersättigten Gesellschaft, die sich zugleich in der Krise wähnte, der morbide Reiz zwischen Thanatos und Eros – dies sind Themenfelder in der Kunst, die Ende des 19. Jahrhunderts insbesondere im Belgischen Symbolismus ihren Ausdruck fanden. Gegen die Entwicklung des Oberflächenreizes von Naturalismus und Impressionismus formiert sich in den 1880er Jahren eine neue Kunstströmung, deren Kennzeichen die Sinnlichkeit, tiefgründige Bedeutsamkeit wie auch die Irrationalität sind.

Deutschland | Berlin: Alte Nationalgalerie, 18.9.2020 – 17.1.2021

München | Pinakothek der Moderne: Anish Kapoor - Howl

Anish Kapoor zählt zu den weltweit einflussreichsten Bildhauern der Gegenwart (→ Zeitgenössische Kunst). Für die Rotunde im Mittelpunkt der Pinakothek der Moderne hat der Künstler auf Einladung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen eine ortsspezifische Skulptur geschaffen, die zum 16. September 2020, exakt 18 Jahre nach Eröffnung der Pinakothek der Moderne, installiert wird. Kapoors Werk wird dem Betrachter ein neues Erlebnis des Raumes ermöglichen und für elf Monate einen Fixpunkt im Münchner Kunstareal schaffen.

Deutschland | München: Pinakothek der Moderne, 16.9.2020 – 15.8.2021

Düsseldorf | K20: Thomas Ruff

Fotokünstler ohne Kamera

Die umfangreiche Ausstellung von Thomas Ruff im K20 konzentriert sich auf Fotoserien aus den vergangenen 20 Jahren, bei denen der zu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen Fotografie zählende Künstler kaum noch selbst eine Kamera zur Hand nahm. Für seine oft großformatigen Bilder verwendete er stattdessen gefundene Fotografien unterschiedlichster Herkunft.

Deutschland | Düsseldorf: K20, 12.9.2020 – 7.2-2021

Basel | Kunstmuseum Basel: Isa Genzken Werke von 1973 bis 1983

Frühe Werke: Hyperbolos & Ellipsoide

Isa Genzken gehört zu den bedeutendsten lebenden Künstlerinnen. Mit ihrem Schaffen, das auch jüngere Generationen inspiriert und herausfordert, bewegt sie sich innerhalb unterschiedlicher Disziplinen wie Skulptur, Installation, Architektur, Fotografie, Film und Malerei.

Schweiz | Basel: Kunstmuseum Basel, ab 5.9.2020

Dresden | Albertinum: Gerd Richter 1961/62

Von Pop Art zur Abstraktion

Die Kabinettausstellung „Gerd Richter 1961/62“ widmet sich der bisher weitgehend unerforschten Zeit im Leben Gerhard Richters: den zwei Jahren von seiner Flucht aus Dresden in die Bundesrepublik bis zum Beginn seines offiziellen Werkkataloges mit den ersten nummerierten Bildern.

Deutschland | Dresden: Albertinum, 29.8. – 29.11.2020

1. Oktober 2020
Gerhard Richter, Ruhrtalbrücke, Detail, 1969, Öl auf Leinwand, 120 x 150 cm, GR 228 (Private Collection. Courtesy Hauser & Wirth Collection Services © Gerhard Richter)

Wien | Kunstforum: Gerhard Richter: Landschaft Romantisierende Ausstellung der Sehnsuchtslandschaften des berühmten Malers

Gerhard Richters Landschaften sind Bilder von fotografierten Naturausschnitten, Bilder von Medienbildern und Reproduktionen, Bilder über die englische und deutsche Romantk, Bilder voller Atmosphäre, Bilder voller Schönheit. Das Bank Austria Kunstforum Wien zeigt im Herbst/Winter 2020/21 eine beeindruckende Auswahl des heute 88-jährigen Malers, der vor kurzem erst verkündet hat, mit dem Malen aufzuhören.
27. September 2020
Max Beckmann, Selbstbildnis, Blatt 1 aus ́Day and Dream ́, 1946, Lithografie (Privatbesitz Deutschland, Foto: Alistair Overbruck, Köln © VG Bild-Kunst, Bonn 2020)

Brühl | Max Ernst Museum: Max Beckmann Beckmann als sensibler Druckgrafiker

Ausgewählte Werke des Malers und Grafikers Max Beckmann, einem der großen Künstler der Moderne, beleuchten wichtige Stationen, Personen und Themenkomplexe aus seinem Leben.
25. September 2020
Max Beckmann. weiblich-männlich in der Hamburger Kunsthalle

Hamburger Kunsthalle: Max Beckmann. weiblich-männlich

Die Hamburger Kunsthalle thematisiert erstmals die zahlreichen, oft widersprüchlichen Rollen von Weiblichkeit und Männlichkeit in Max Beckmanns Kunst (Frühjahr 2020).
23. September 2020
Elena Luksch-Makowsky, Adolescentia, Detail, 1903, Öl/Lw, 171 x 78 cm (© Belvedere, Wien)

Wien | Belvedere: Elena Luksch-Makowsky Wichtige Protagonistin der Wiener Moderne

Elena Luksch-Makowsky (1878–1967) ist ein der zentralen Protagonistinnen der Epoche Wien 1900. Das Belvedere widmet ihr im Herbst 2020 eine erste Einzelausstellung!
9. September 2020
Hito Steyerl, How Not to Be Seen: A Fucking Didactic Educational .MOV File, 2013; HD video, single screen in architectural environment; 15 minutes, 52 seconds; Image CC 4.0 Hito Steyerl; Image courtesy of the Artist, Andrew Kreps Gallery, New York and Esther Schipper, Berlin

Düsseldorf | K21: Hito Steyerl

„Hito Steyerl. I Will Survive“ im K21 ist die erste große Ausstellung über das Werk der Künstlerin, Filmemacherin und Autorin in einem Museum in Deutschland.
1. September 2020
München, Various Others 2020

München | VARIOUS OTHERS 2020

VARIOUS OTHERS 2020, das Kooperationsprojekt von Münchner Museen, Galerien und Off-Spaces, lädt ein zum Galerienrundgang, Diskussionen und Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst.
26. August 2020
Johannes Itten in Thun

Thun | Kunstmuseum: Johannes Itten und Thun

Anhand des Frühwerks von Johannes Itten (1888–1967) wird erstmalig wissenschaftlich vertieft aufgezeigt, wie der Künstler Itten, einer der lehrenden Meister und Kunstpädagogen am Bauhaus in Weimar, am Thunersee den Weg zu seiner eigenen, ganz persönlichen Kunstauffassung und Malweise fand.
21. August 2020
Julius von Bismarck, Fire with Fire, 2020, Courtesy the artist; alexander levy, Berlin; Sies+Höke, Düsseldorf and Marlborough Gallery, London/New York © the artist / VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Bonn | Bundeskunsthalle: Julius von Bismarck. Feuer mit Feuer

Julius von Bismarck erforscht in der Bundeskunsthalle Bonn Waldbrände in einer multimedialen Installation, Sound & Skulpturen. Die Schönheit der Naturgewalten in sublimen Bildern und Videos.
20. August 2020
Keith Haring, Untitled, 1983 (© Keith Haring Foundation)

Essen | Museum Folkwang: Keith Haring Politische Graffiti-Kunst des New Yorker Künstlers

Keith Haring (1958–1990) schuf seine Kunst im Kontext der Themen der 1980er Jahre: die AIDS-Krise, der Kalte Krieg, Rassismus, die Auswüchse des Kapitalismus und die Umweltzerstörung. Die Keith Haring-Ausstellung umfasst etwa 70 Arbeiten und wird durch kaum bekannte Fotografien und Standfotos ergänzt.
Ausstellungen in Deutschland kl

Aktuelle Ausstellungen in Deutschland

Ausstellungen in Österreich kl

Aktuelle Ausstellungen in Österreich

Ausstellung in Schweiz kl

Aktuelle Ausstellungen in der Schweiz

Vorschau auf die Ausstellungseröffnungen der nächsten Woche

Paris | Louvre: Albrecht Altdorfer

Deutscher Renaissance-Meister aus Regensburg

Der bedeutende deutsche Künstler des 16. Jahrhunderts, Albrecht Altdorfer (um 1480–1538), Maler, Zeichner und Kupferstecher in Regensburg, ist weniger bekannt als andere Meister seiner Generation wie Albrecht Dürer, Lucas Cranach oder Hans Baldung Grien. Die Ausstellunge des Louvre – coronabedingt auf Oktober 2020 verschoben, stellt erstmals für das französische Publikum Altdorfers Werke in den Kontext der deutschen Renaissance. Zweifellos stand Albrecht Altdorfer humanistischen Kreisen nahe. Sein kunsthistorischer Stellenwert bemisst sich vor allem durch seine originellen Erfindungen im Bereich formaler und ikonografischer Lösungen. Damit reagierte er bewusst auf zeitgenössische Neuerungen in Italien und den deutschsprachigen Ländern.

Frankreich | Paris: Louvre, 1.10.2020–18.1.2021

Wien | Albertina: Sammlung Jablonka

„My Generation“ von Hirst bis Noland

Rafael Jablonka gibt erstmals in der Albertina Einblick in seine umfassende Sammlung zeitgenössischer Kunst, eine der profiliertesten zur amerikanischen und deutschen Kunst der achtziger Jahre, die er im Juli 2019 der Albertina übergab.

Mit Werken von: Miquel Barceló | Ross Bleckner | Richard Deacon | Eric FischlDamien Hirst | Roni Horn | Mike Kelley | Sherrie Levine | Cady NolandThomas Schütte | Andreas Slominski | Philip Taaffe | Terry Winters

Österreich | Wien: Albertina, 2.10.2020 – 31.1.2021

Paris | Fondation Louis Vuitton: Cindy Sherman

Die Louis-Vuitton-Stiftung ehrt mit Cindy Sherman eine der größten zeitgenössischen Fotografinnen – und organisiert eine Retrospektive mit Werken von 1975 bis heute. Als Model ihrer eigenen Aufnahmen, mit besonderem Gespür für Inszenierung, Schminke und Kunstgriffe aller Art verkörpert die amerikanische Künstlerin viele Identitäten. Diese dienten ihr als Spiegel der modernen Gesellschaft in den USA.

Frankreich | Paris: Fondation Louis Vuitton, 2.10.2020 – 3.1.2021

Winterthur | Reinhart am Stadtgarten: Modernité – Renoir, Bonnard, Vallotton

Sammlung Richard Bühler rekonstruiert

„…was sich an französischen Werken um diesen Kern herum baut, das sind alles begeisternde Lieder von der Schönheit der sichtbaren Welt. Ungestört durch Vorurteile sind Bilder gewählt worden, die alle einen frohen Enthusiasmus für die unendliche Fülle der Erscheinungen verraten, und bei aller Sinnenfreude geht ein Zug feiner Geistigkeit durch diese Sammlung.“ Euphorisch schwärmte der Kunsthistoriker Lucas Lichtenhan von Richard Bühlers Sammlung an Malerei des Postimpressionismus (→ Postimpressionismus | Pointillismus | Divisionismus), die 1935 in Luzern zur Versteigerung kam.

Schweiz | Winterthur: Reinhart am Stadtgarten, 3.10.2020–21.2.2021

London | National Gallery of Art: Artemisia Gentileschi

Selbstporträts der italienischen Barockmalerin

Im Zentrum der Ausstellung „Artemisia“ steht das jüngst erworbene „Selbstporträt als Heilige Katharina von Alexandria“. Erstmals wird diese Entdeckung des Jahres 2017 neben eng verwandten Werken von Artemisia Gentileschi ausgestellt.

London / National Gallery of Art, Sainsbury Wing, 3.10.2020–24.1.2021

Ausstellungen in Deutschland Vorschau

Vorschau auf kommende Ausstellungen in Deutschland

Ausstellungen in Deutschland Vorschau

Vorschau auf kommende Ausstellungen in Deutschland

Ausstellungen in Österreich Vorschau

Vorschau auf kommende Ausstellungen in Österreich

KÜNSTLER*INNEN GEBURTSTAGE

KÜNSTLER*INNEN GEBURTSTAGE

Künstler Geburtstage; groß

Künstler Geburtstage

Wann hat welche Künstlerin, welcher Künstler Geburtstag? Hier findest du einen ewigen Kalender!
Künstler Geburtstage September

Künstlergeburtstage im September

Weche Künsterinnen und Künster haben im September Geburtstag?

Bild der Woche: Johann Joachim Winckelmann von Angelika Kauffmann

Das berühmteste Porträt von Johann Joachim Winckelmann und der Durchbruch für Angelika Kaufmann

Angelika Kauffmann malte 1764 das Bildnis des bedeutenden Altertumsforschers Johann Joachim Winckelmann (1717–1768). In dem 97 × 71 cm großen Porträt zeigt sie den Gelehrten im französischen Bildnistypus des Homme de lettres, das sich durch inszenierte Natürlichkeit auszeichnet. Winckelmann war einer der prominentesten und vielleicht auch einer der ersten deutschsprachigen Schriftsteller von europaweitem Renommee. Mit seinem Bildnis wurde die Künstlerin schlagartig über Italien hinaus bekannt und prägte das Image des Wissenschaftlers bis zum heutigen Tag. Das von Kauffmann (1741–1807) signierte und datierte Bildnis befindet sich heute im Kunsthaus Zürich, wo es die Inventarnummer 98 trägt.

Kunst-News

27. September 2020
Düsseldorf K20-K21, Ausstellungen 2021

Düsseldorf | K20 + K21: Ausstellungen 2021 Welche Ausstellungen werden 2021 in den Kunstsammlungen Nordrhein-Westfalen gezeigt?

Welche Ausstellungen zeigen die Kunstsammlungen Nordrhein-Westfalen 2021? Es wird ein Beuys-Jahr, Amrita Sher-Gil
22. September 2020
Lange Nacht der Museen Wien 2019

Wien | Lange Nacht der Museen 2020 ORF-Museumszeit vom 3. bis 10. Oktober

Auch wenn die Lange Nacht der Museen 2020 abgesagt wurde, stellen wir dir hier die Ausstellungen vor, die Anfang Oktober in Wien zu sehen sind.
20. September 2020
Marta Herford, Ausstellungen 2020

Herford | Marta Herford: Ausstellungen 2020 Welche Ausstellungen zeigt das Marta Herford 2020?

Raffael

Raffael

Hauptvertreter der Hochrenaissance in Florenz und Rom

Raffaello Sanzio da Urbino, genannt Raffael (1483–1520, auch: Raphael, Raffaello Santi, Raffaello Sanzio), gehört zu den Hauptvertretern der italienischen Renaissance und ist einer der wichtigsten Künstler der europäischen Kunstgeschichte. Der 1483 in Urbino als Sohn eines Malers geborene Künstler, dürfte in Perugia bei Pietro Perugino ausgebildet worden sein. Er machte sich ab 1504 in Florenz einen Namen als Schöpfer von schönen Madonnen, der die ältere Generation – Leonardo da Vinci, Michelangelo Buonarroti, Fra Bartolommeo, Donatello – beerbte. Ab der zweiten Jahreshälfte 1508 in Rom stieg Raffael schnell zum wichtigsten Künstlers des Kirchenstaates auf. Sein Fresko „Disputa“ in der Stanza della Segnatura entstand im Wettbewerb mit Michelangelos Deckenfresken der Sixtina – und wurde aufgrund seiner Farbigkeit gepriesen. Spätestens ab 1513 hatte Raffael eine alles bestimmende Position als Maler, Architekt, Kunstsachverständiger für Antiken, Denkmalpfleger inne. Gleichzeitig beschäftigte er sich mit dem Ausmalen der päpstlichen Gemächer (Stanzen und Loggia) und er freskierte für Agostino Chigi sowohl die Villa Farnesina wie auch zwei Familienkapellen in Rom (S. Maria del Popolo, S. Maria della Pace). Auch als Porträtist und immer wieder als Maler von Madonnen erarbeitete er sich internationalen Ruf. Mit nur 37 Jahren verstarb Raffael 1520 an einem Fieber. Sein letztes Gemälde, die „Transfiguration“, wurde kurz über seinem Grab im Pantheon aufgestellt.

2020 erinnern eine Reihe von Museen und Ausstellungen anlässlich der 500. Wiederkehr seines Todestags an den bedeutenden Meister der Renaissance:

4. Juni 2020
Mortlake Manufaktur nach Raffael, Weide meine Schafe, Detail, um 1630-1650 (Dresden)

Dresden | Gemäldegalerie Alte Meister: Raffael Raffaels Teppiche im Kontext seines Werks

Anlässlich des 500. Todestages von Raffael (1483–1520) präsentiert die Gemäldegalerie Alte Meister eine umfangreiche Sonderausstellung zu den Dresdner Bildteppichen des bedeutenden Malers und Architekten der italienischen Hochrenaissance.
19. Mai 2020
Raffael, Selbstporträt, Detail, um 1506, Öl-Holz, 47,5 x 33 cm (Uffizien, Florenz)

Rom | Scuderie del Quirinale: Raffael Größte Raffael-Ausstellung 2020

Die Raffael-Ausstellung in den Scuderie in Rom wird vermutlich die wichtigste Ausstellung des Raffael-Jahrs 2020. Die Scuderie und arbeiten für die Raffael-Ausstellung mit den Gallerie degli Uffizi und dem Palazzo Pitti in Florenz zusammen.
18. März 2020
Raffael, Kopf eines Cherubs, 1509, Kohle, 29,8 x 23,4 cm (© Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett / bpk, Foto: Christoph Irrgang)

Hamburg | Hamburger Kunsthalle: Raffael Fünf Zeichnungen und der Ruhm des Renaissance-Malers

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen fünf exquisite Handzeichnungen Raffaels, ergänzt durch fünf weitere aus seinem nahen Umkreis. Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bilden Reproduktionen der wichtigsten Fresken und Gemälde Raffaels in großartigen Kupferstichen und Radierungen.
31. Oktober 2019
Raffael, Pluto, Detail, 1517/1518, Rötel über schwarzem Stift, weiß gehöht, gegriffelt, auf Papier (© Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Volker-H. Schneider)

Berlin | Kupferstichkabinett: Raffael in Berlin Meisterzeichnungen des italienischen Malers zu dessen 500. Todestags

Raffaels Zeichnungen im Kupferstichkabinett in Berlin werden 2020 in Verbindung mit Perugino und seinen Schülern wie auch Druckgrafiken von Marcantonio Raimondi präsentiert.
2. Oktober 2019
Raffael, Heilige Katharina von Alexandria, Detail, um 1507, Öl auf Pappel, 72.2 x 55.7 cm (© The National Gallery, London)

London | National Gallery of Art: Raffael Großprojekt auf Frühjahr 2022 verschoben

Raffael: Sein Leben war kurz, seine Arbeit produktiv und sein Erbe unsterblich. Im Herbst 2020 widmet ihm die National Gallery in London eine großangelegte Überblicksschau, ausgehend von den eigenen zehn Gemälden des bedeutenden Malers der italienischen Hochrenaissance.
28. September 2019
Raffael, Madonna Aldobrandini (auch: Madonna Garvagh), Detail, um 1510/11, Öl/Lw, 38,9 x 32,9 cm (The National Gallery, London)

Raffael und seine Freunde in Urbino Künstlerisches Netzwerk Raffaels in den Marken

Das Netzwerk Raffaels in und aus Urbino ist Thema der Raffael-Ausstellung in Urbino. Wie entwickelte er sich zu einem Hauptvertreter der Renaissance? Welche Einflüss übte er selbst mit seinen Werken in Rom auf urbinatische Künstler wie Giulio Romano aus?
Raffael, Sixtinische Madonna, 1512/13, Öl auf Leinwand, 256 × 196 cm (Gemäldegalerie Alte Meister Staatliche Kunstsammlungen Dresden)
Raffael, Sixtinische Madonna, 1512/13, Öl auf Leinwand, 256 × 196 cm (Gemäldegalerie Alte Meister Staatliche Kunstsammlungen Dresden)
 
Mit Künstlerinnen und Künstlern, bzw. Persönlichkeiten aus der Kunstwelt zu sprechen, ermöglicht, einen Blick auf Konzepte, Prozesse und Arbeitsbedingungen zu erhaschen. Wir von ARTinWORDS gehen mit ihnen daher bevorzugt durch Ausstellungen oder besuchen sie in ihren Ateliers - in der Hoffnung auf noch viele erhellende und inspirierende Momente!

Alexandra Matzner, Chefredakteurin von ARTinWORDS

11. September 2019
Christof Metzer (c) Foto: Privat

Christof Metzger: „Albrecht Dürer hat das Sehen neu gelernt“ Warum der „Dürer-Hase“ weniger Haare hat als vermutet. Der Dürer-Experte Metzger über Funktionen von Dürers Zeichnung und die Provenienz der Albertina-Sammlung

Albrecht Dürer 2019 in der Albertina thematisiert die Funktionen der Zeichnung in der Werkstatt Dürers, die neuartige Beobachtungsgabe des Nürnberger Renaissance-Künstlers und – im Katalog – den Kriminalfall rund um die Erwerbungen von Herzog Albert von Sachsen-Teschen.
18. April 2019
Charles Meryon, Apsis von Notre-Dame de Paris, 3. Zustand, Radierung 16,7 x 29,9 cm (Bibliothèque nationale de France, département Estampes et photographie, FOL-EF-397 (2))

Werner Telesko: Notre-Dame de Paris ist die Projektionsfläche zum Teil auch gegensätzlicher Strategien Kathedrale als Symbol für Königtum, Revolution, Restauration und Nation

Wofür steht Notre-Dame de Paris? Werner Telesko erklärt sie als Projektionsfläche z. T. gegensätzlicher Strategien; Symbol für Königtum, Revolution, Restauration und Nation.
17. September 2018
Heinz Widauer vor Claude Monets Das Haus in den Rosen, 1925 Albertina,Wien, Sammlung Batliner (c) Foto: Albertina.

Heinz Widauer: „Es ging Monet um das Wesenhafte“ Albertina-Kurator analysiert Monets Malweise anhand von Lebensorten

Was macht Claude Monet zu einem Jahrhundertkünstler? Warum spielen die Orte, in denen er lebte, solch wichtige Rollen für sein Werk? Wie kann sein Verhältnis zur Natur bestimmt werden? Diese Fragen und noch viele mehr stellen wir Heinz Widauer, Kurator der großen Monet-Ausstellung in der Albertina.
 

Gustav Klimt

Gustav Klimt (1862-1918) prägt bis heute die Wiener Moderne. Als herausragender Porträtist hielt er Salondamen der Wiener Gesellschaft in goldenem oder farbenprägtigem Ambiente fest. Der Landschaftsmaler Klimt ließ sich vom Attersee und dessen Umgebung inspirieren, wo er zwischen 1900 und 1917 nahezu jedes Jahr die Sommerfrische verbrachte. Doch sind es seine Allegorien, die meist als Frauen (femmes fatales) verführerisch und todesnah inszeniert, zu seinem Weltruhm beitrugen: Pallas Athene, Judith, die Wasserschlangen.

Der Kuss

Mit dem Gemälde "Der Kuss" (1907/08) gelang Klimt eine Ikone der Liebe. Vor goldenem Sternenmeer finden Mann und Frau für einen ewig scheinenden Moment zueinander. Das männliche (schwarz-weiße Rechtecke) und das weibliche (farbige Blumen, runde Formen) vereinen sich troz ihrer Gegensätze.

21. September 2020
Felix Salten. Im Schatten von Bambi, Ausstellung im Wien Museum MUSA & Wienbibliothek, Plakat, Grafik: Olaf Osten

Wien | Wien Museum MUSA + Wienbibliothek: Felix Salten Autor von Bambi entdeckt die Moderne

Als Autor von „Bambi“ ist Felix Salten (1869–1945) weltberühmt - doch der Wiener war auch einflussreicher Journalist, mächtiger Kulturkritiker, experimentierfreudiger Theatergründer, engagierter Repräsentant des Judentums, umstrittener Literaturfunktionär und Mitstreiter des literarischen Netzwerks Jung-Wien.
3. Februar 2020
Vincent van Gogh, Weizenfelder bei Auvers-sur-Oise, Detail, 1890, Öl auf Leinwand, 50 x 101 cm (Österreichische Galerie Belvedere, Wien)

Wien | Belvedere: Klimt und die Moderne Inspirationsquellen für Gustav Klimts Werk rekonstruiert

Inspirationsquellen für Gustav Klimts Werk rekonstruiert: Van Gogh, Matisse, Toroop, McNeill Whistler, Rodin, Alma-Tadema uvm. im Frühjahr 2021 in Wien
30. Juni 2019
Gustav Klimt, Judith I, Detail, 1901, Öl/Lw, 98 × 48 × 5 cm (incl. Rahmen) (Belvedere, Wien)

Amsterdam | Van Gogh Museum: Gustav Klimt Retrospektive des Wiener Malerstars mit Fokus auf seine Inspiration durch Monet, Van Gogh und Matisse

Das Van Gogh Museum, Amsterdam, zeigt eine Retrospektive zu Gustav Klimt, incl. den Einfluss der internationalen Avantgarde auf dessen Werk. 100 Gemälde, je 50 von Klimt sowie James McNeill Whistler, Jan Toroop, Claude Monet, Auguste Rodin, Vincent van Gogh, Henri Matisse - Herbst 2020!

Künstlerinnen

23. September 2020
Elena Luksch-Makowsky, Adolescentia, Detail, 1903, Öl/Lw, 171 x 78 cm (© Belvedere, Wien)

Wien | Belvedere: Elena Luksch-Makowsky Wichtige Protagonistin der Wiener Moderne

Elena Luksch-Makowsky (1878–1967) ist ein der zentralen Protagonistinnen der Epoche Wien 1900. Das Belvedere widmet ihr im Herbst 2020 eine erste Einzelausstellung!
14. September 2020
Shirin Neshat, Land of Dreams, Porträt von Manuel Martinez, Detail, 2019, 183 x 122 cm, C-Print und Tinte, Foto: Gladstone Gallery, New York und Brüssel und Goodman Gallery, London © Shirin Neshat

München | Pinakothek der Moderne: Shirin Neshat „Land of Dreams“ erstmals in Deutschland ausgestellt

Selbstbewusst und kraftvoll, zugleich verletzlich und fragil wirken die Werke der iranischen Künstlerin, Fotografin und Filmemacherin Shirin Neshat (* 1957). Shirin Neshats Arbeiten stehen im Zentrum der ersten Präsentation innerhalb der Kooperation der Pinakothek der Moderne mit der Written Art Collection (Herbst/Winter 2021/22).
9. September 2020
Hito Steyerl, How Not to Be Seen: A Fucking Didactic Educational .MOV File, 2013; HD video, single screen in architectural environment; 15 minutes, 52 seconds; Image CC 4.0 Hito Steyerl; Image courtesy of the Artist, Andrew Kreps Gallery, New York and Esther Schipper, Berlin

Düsseldorf | K21: Hito Steyerl

„Hito Steyerl. I Will Survive“ im K21 ist die erste große Ausstellung über das Werk der Künstlerin, Filmemacherin und Autorin in einem Museum in Deutschland.
8. September 2020
Ottilie W. Roederstein, Selbstbildnis mit weißem Hut, Detail, 1904, Öl/Lw, 55,3 × 46,1 cm (Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum)

Frankfurt | Städel Museum: Ottilie W. Roederstein

Ottilie W. Roederstein (1859–1937), stilistisch wandelbare Porträtistin der Klassischen Moderne, lange Jahre wohnhaft in Frankfurt wird 2021 zum ersten Mal seit der Jahrtausendwende wieder in einer Ausstellung geehrt.
1. September 2020
Sheila Hicks, Porträt, 2018, Musée Carnavalet, Paris, Foto © Cristobal Zanartu

Wien | MAK: Sheila Hicks Textilkünstlerin zu „Garn, Bäume, Fluss“

Sheila Hicks entwickelt eigens für die Ausstellung im MAK, Wien, raumgreifende Skulpturen sowie neue Werke und bezieht inspirative Objekte der MAK-Sammlung Textilien und Teppiche ein.
23. August 2020
Ute Klophaus, Joseph Beuys - Titus Andronicus/Iphigenie, 1969, Fotografie (Von der Heydt-Museum Wuppertal)

Wuppertal | Von der Heydt-Museum: Joseph Beuys: Aktionen – fotografiert von Ute Klophaus Mehr als 20 Jahre dokumentierte die Fotografin Beuys' Aktionen

Ute Klophaus' wichtigste Arbeiten entstanden in Zusammenarbeit mit Joseph Beuys, den sie über 20 Jahre lang begleitete, darunter Aufnahmen der Fluxus-Aktion „Titus Andronicus / Iphigenie“ bei der experimenta 3 vom 29. und 30. Mai 1969.

ARTinLIFE

11. Dezember 2017
ARTinWORDS Adventskalender 2017, FB

ARTinWORDS Adventskalender 2017: Kunst aus Wien Kunstvolle Momente mit Kunstwerken aus Wiener Sammlungen

Einige der schönsten Werke aus Wiener Museen im ARTinWORDS Adventskalender 2017: Freut euch auf Klimt, Schiele, Dürer, Klee, Cellini, Rubens, Tintoretto uvm

Kunstgeschichte

Klassische Moderne

Die Klassische Moderne fasst unterschiedliche Stile und Personalstile von ca. 1900/05 bis 1930/40 zusammen. Verbindenes Element ist der Fortschrittsglaube und die Utopie einer gesellschaftsverändernen Kraft der Kunst. Paris hatte sich bereits im 19. Jahrhundert als Zenrum der zeitgenössischen Kunst etabliert und blieb auch noch bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bestimmend. Weitere bedeutende Metropolen waren Wien (Jugendstil, WienerWerkstätte, Expressionismus), München und Berlin ab den 1910er Jahren genauso wie Mailand, wo die Futuristen die Abkehr von der Tradition vehement einforderten.

Wenn auch Künstlerinnen und Künstler sich auf höchst unterschiedliche Weise ausdrückten, so verband sie der Wunsch, über die Grenzen tarditioneller Kunstproduktion hinwegzusetzen. Dies geschah durch Ablehnung der Zentralperspektive, Inspiration durch „primitive Kunst“ (Primitivismus), gesteigerte Farbigkeit (Fauvismus), Reduktion auf kubische Qualitäten (Analytischer Kubismus), Bewegungsphasen kompiliert (Futurismus), Abstraktion (Kandinsky, Mondrian, Brancusi), emotionale Einfühlung und „Visionen“ (Wiener und deutscher Expressionismus), Collage (Synthetischer Kubismus), Traumwelten und Ängste (Surrealismus), Rückkehr zu Ordnung (Neue Sachlichkeit).

17. September 2020
Kunsthalle München, Belgische Moderne 2020

München | Kunsthalle: Belgische Moderne von Ensor bis Magritte Fantastisch real! widmet sich 100 Jahren belgischer Malerei

Die Kunsthalle München präsentiert Meisterwerke der belgischen Moderne von ca. 1860 bis 1960. Etwa 130 Gemälde, Grafiken und Skulpturen veranschaulichen, wie die Kunst dieser Zeit die Grenzen von Fantasie und Wirklichkeit stets aufs Neue auslotet.
22. August 2020
Pierre-Auguste Renoir, Porträt von Jeanne Samary, 1877 (Puschkin-Museum, Moskau)

Paris | Fondation Louis Vuitton: Morosow Sammlung Ikonen der modernen Kunst erstmals in Paris

2021 überlässt die Fondation Louis Vuitton für fünf Monate die gesamte Galerie den Meisterwerken aus der Sammlung der Brüder Michail Abramowitsch Morosow (1870–1903) und Ivan Abramowitsch Morosow (1871–1921).

Jugendstil

Der Jugendstil (auch: Art Nouveau, Modern Style, Nieuwe Kunst, Arte Liberty) hatte seine wichtigste Phase zwischen 1890 und 1910 und breitete sich nach der Weltausstellung in Paris 1900 rasant aus. Die wichtigsten Stilmittel des Jugendstils sind Raumlosigkeit und Flächigkeit, abstrahierte Formen und außergewöhnliche Bildausschnitte, Einsatz von Mustern und die schwingende, arabeskenhafte Linie.

Die Künstlerinnen und Künstler des Jugendstils wurden meist in den 1860er Jahren geboren und wollten der Rationalisierung der Welt eine traumversunkene Gegenwelt entgegenhalten. Obschon sie eine funktionelle Arbeitsumgebung anstrebten, suchten sie doch eine betonte Intimatmosphäre im Privaten. Inspiriert durch die englische Arts and Crafts Bewegung verwirklichten Jugendstil-Künstler eine Symbiose von Seelenleben, Technik, Handwerkskunst (traditionellen Techniken) und Natur. Mittelalterliche und japanische Vorbilder ermutigten sie, Formen zu „deformieren“, d.h. einem Stilwollen zu unterwerfen. Pflanzenornamente und abstrakte Linienformationen sind nicht nur als Dekoration gedacht, sondern versinnbildlichen das Konzept des Jugendstils.

Die Stilpluralität des Jugendstils reich von der Schule von Pont-Aven (Bretagne), die als Gruppe 1889 erstmals gemeinsam ausstellte, zu Henri de Toulouse-Lautrecs Plakaten, vom Wiener Jugendstil rund um Gustav Klimt, Josef Hoffmann, der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte zum Belgier Henry van de Velde bzw. dem Münchner Franz von Stuck. Diese Künstler und wenigen Künstlerinnen opponierten gegen die Überzeugungen der älteren Generation, ohne sich gänzlich von der Tradition abzuwenden. Secessionsgründungen und Gruppenzusammenschlüsse ab den frühen 1890er Jahren sind sichtbarer Ausdruck des neuen Lebensgefühls. Dem Ästhetizismus opferten sie jedoch den Realismus und die Gesellschaftskritik.

29. September 2020
Luigi Collani und der Jugendstil im Bröhan, Berlin

Berlin | Bröhan-Museum: Luigi Colani und der Jugendstil

„Das Bauhaus ist out!“ stellte Luigi Colani fest und forderte stattdessen 1977 die „Renaissance des Jugendstils“. Geniales Multitalent und Superstar der Selbstinszenierung – Luigi Colani (1928–2019) war eine der facettenreichsten Designerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts und ist nur schwer in seiner Gesamtheit zu fassen. Der streitbare Berliner schrieb mit seinen visionären Ideen, biomorphen Formen und extravaganten Entwürfen Design-Geschichte.
21. August 2020
Heinrich Vogeler, Martha Vogeler, Detail, 1910

Worpswede | Haus im Schluh: Martha Vogeler Von der Muse zur Kulturakteurin

Martha Vogeler, die erste Ehefrau und langjähriges Modell des Universalkünstlers Heinrich Vogeler, wagte 1920 – nach der Trennung von ihrem Mann – einen für die damalige Zeit sehr mutigen Schritt: Gemeinsam mit ihren drei Töchtern gründete sie 1920 das Haus im Schluh, überführte das Frühwerk des Künstlers dorthin und baute sich eine eigenständige wirtschaftliche Existenz auf. Der Grundstein der heutigen Museumssammlung war gelegt.

Symbolismus

Am 18. September 1886 veröffentlichte der Dichter Jean Moréas das Symbolistische Manifest im „Figaro“. Darin verswuchte er die junge Generation von Schriftstellern vom Vorwurf der „Dekadenz“ zu befreien. Das Feld des Symbolismus war von Literaten und Künstlern aufbereitet worden.

Der Symbolismus ist international und schwer zu definieren. Leichter fällt eine Aufzählung, was er nicht ist: Der Symbolismus ist anti-realistisch, anti-naturalistisch, anti-impressionistisch, anti-akademisch, anti-klassisch, aber auch anti-romantisch. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich von etwa 1848 bis zum Ersten Weltkrieg, wobei berühmte Vorläufer wie William Blake, Caspar David Friedrich, Johann Heinrich Füssli im frühen 19. Jahrhundert zur Romantik (zu Schwarzen Romantik) gehörten. Insofern beerbten die Symbolisten die Romantiker und die Naturphilosophen, um eine Gegenposition zum Positivismus zu bilden.

Die Symbolisten suchten nach Ideen und Begriffen, die außerhalb der sichtbaren Welt liegen. Sie fanden sie im Inneren des (auch psychisch erkrankten) Individuums oder in Grenzzuständen des Bewusstseins (Jean Starobinski), was sie in entsprechender Form (Symbolen) sichtbar zu machen versuchten. Maler wie Ferdinand Hodler oder Edvard Munch zeigten den leidenden, kranken Körper. Henri Edmond Cross notierte einen Satz von Pierre Puvis de Chavannes in sein Skizzenbuch: „Jede klare Idee lässt sich in einen formalen Gedanken übersetzen.“

14. September 2020
Jean Delville, L’Amour des âmes, Detail, 1900, Öl und Tempera auf Leinwand (© Musée d’Ixelles Brussels, Foto: Vincent Everarts)

Berlin | Alte Nationalgalerie: Belgischer Symbolismus „Todessehnsucht und Dekadenz“ in der belgischen Kunst um 1900

Das Spezifikum des belgischen Symbolismus ist eine Vorliebe für eine morbide und dekadente Motivik. Die groß angelegte Sonderausstellung stellt das Spektrum an bislang wenig bekannten belgischen Positionen wie Fernand Khnopff, Léon Spilliaert, Félicien Rops, James Ensor oder Jean Delville vor.
18. Mai 2020
James Ensor, Der tote Hahn, 1894 (Kunsthalle Mannheim)

Mannheim | Kunsthalle Mannheim: James Ensor

James Ensor in der Kunsthalle Mannheim 2021 zu den Motivkreisen Selbstbildnis – Maske – Tod – Stillleben, incl. Grafikmappe „La Gamme d'Amour“ & 93 Einzelblättern.

Historismus

Der Historismus wird meist mit Architektur in Verbindung gebracht, die in der zweiten Hälfte des 19. und im frühen 20. Jahrhundert im Stilzitat wichtige Anregungen fand. Industrialisierung und verbesserte Infrastruktur führten zu Verstädterung, dem Abbruch von Befestigungsringen und grundlegenden Eingriffen in die Stadtplanung. Paris und Wien sind hierfür die besten Beispiele.

Nach dem Schleifen der Stadtmauer in Wien wurde das Glacis mit der Ringstraße verbaut. Das Areal wurde in Parzellen eingeteilt, wo bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs sowohl öffentliche wie private Gebäude, Parks und Denkmäler errichtet wurden. Staatsoper (vormals Hofoper), Votivkirche, Rathaus, Parlament, Universität, Burgtheater (vormals Hofburgtheater) zeigen Stilelemente der griechischen Klassik, Gotik, italienischen Renaissance, Barock, die in inhaltlichem Zusammenhang mit den Funktionen der Bauten stehen. Der Boulevard diente dem wirtschaftlichen erstarkten Großbürgertum als Flaniermeile, Reitallee sowie dem Militär.

Skulptur und Malerei des Historismus sind akademisch und anti-modern. Mit großer technischer Finesse und nach historischen Recherchen führten Maler wie Hans Makart, Franz Xaver Winterhalter, Léon Gêrome, Lawrence Alma-Tadema u.v.m. meist großformatige Gemälde mit historischen Szenen aus. Da ihre Werke vornehmlich am Pariser Salon der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, wird auch der Begriff Salonmalerei verwendet.

22. Februar 2017
Lawrence Alma-Tadema, The Roses of Heliogabalus, 1888, Öl auf Leinwand, 132,7 x 214,4 cm (Colección Pérez Simón, Mexiko, Foto: © Piera, Arturo)

Lawrence Alma-Tadema Leben und Werk

Lawrence Alma-Tadema (1836–1912) war ein Historienmaler des späten 19. Jahrhunderts, der aus Holland stammte, in Flandern studierte und für antike Massenszenen, meist pompeijanische oder römische Sujets, in England berühmt wurde. Für seine detailreichen Großformate studierte er Realien und antike Stätten in Büchern, Museen und vor Ort. Mit wissenschaftlicher Genauigkeit setzte er seine Phantasien in gekonnten Inszenierungen um und wurde so zum Ideengeber für so manchen Hollywood-Film wie „Ben Hur“ oder den „Gladiator“. Alma-Tadema wirkt mit seinen Gemälden entschieden auf das heutige Bild der Antike.
10. Januar 2016
Wolfgang Thillmann, Perfektes Design - Thonet Nr. 14 (Cover, Kerber Verlag).

Thonet Stuhl Nr. 14 Perfektes Design - von Wolfgang Thillmann

Wolfgang Thillmann, Experte für Thonet-Möbel und auch Sammler, legt mit „Michael Thonet. Perfektes Design“ im KERBER Verlag seine jüngsten Forschungsergebnisse zur Entwicklung des „Consumsessels Nr. 14“ vor. In ihm sieht der Autor den Beginn des modernen Designs, sei der Sessel doch reine Zweckform und befriedige keine Repräsentationsbedürfnisse. Dennoch ermöglichte das 1856 privilegierte Herstellungsverfahren Thonet, konkurrenzlos billige Möbel herzustellen, die leicht und dauerhaft haltbar aus massiv gebogenem Holz gefertigt wurden.

Impressionismus

Impressionismus (von franz. impression, dt. Eindruck) beschreibt eine Stilrichtung der Malerei, die durch eine helle Palette, lockeren, skizzenhaften Farbauftrag mit sichtbaren Pinselstrichen, Malen vor dem Motiv und meist Pleinairmalerei gekennzeichnet ist. Selten erzählen impressionistische Maler in ihren Werken Geschichten, stattdessen fokussieren vor allem die Maler auf die sinnliche Wahrnehmung. Impression meint ein rasches, intuitives und (scheinbar) improvisiertes Festhalten eines flüchtigen Augenblicks. Die Beobachtung von Lichteffekten und der sich verändernden Farbstimmungen über das ganze Jahr nahm einen höheren Stellenwert ein als die Bedeutung des Dargestellten, weshalb die Impressionistinnen und Impressionisten es vorzogen, im Freien (franz. en-plain-air) und in Serien zu arbeiten.Diese Definition lässt sich besonders gut auf die Landschaftsmalerei des Impressionismus anwenden, während die Figurenmaler unter der Führung von Edgar Degas sich stärker in der Tradition der Akademie sahen und die Bezeichnung Impressionismus für ihre Werke ablehnten. Der führende Maler des Impressionismus ist Claude Monet, der während der 1860er Jahre gemeinsam mit Kollegen den Realismus weitertrieb, um dem neuen Lebensgefühl von Modernität und Schnelligkeit Rechnung tragen zu können.

Impressionismus in der Bildhauerei wird von Auguste Rodin geprägt, in der Fotografie ist er besser unter dem Begriff Piktorialismus bekannt. Die Piktorialisten nutzten erstmals und experimentell Farbfotografie und schätzten unscharfe Aufnahmen. Zu den wichtigsten Fotografen des Impressionismus um 1900 zählt der in Wien ansässige Heinrich Kühn (1866–1944).

21. August 2020
Anna Ancher, Kleines Mädchen mit Blumen, Detail, 1885 (Skagens Kunstmuseer)

Kopenhagen | Nationalgalerie: Anna Ancher

Die dänische Nationalgalerie in Kopenhagen (SMK) plant die größte Überblicksausstellung zur Malerin Anna Ancher (1859–1935). Ziel ist, ihren Beitrag zur Erneuerung der dänischen Kunst zu würdigen.
15. August 2020
Ilja Repin, Auf dem Feldweg. Wera Repina mit ihren Kindern, Detail, 1879, Öl/Lw, 61.5 х 48 cm (Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau)

Baden-Baden | Museum Frieder Burda: Impressionismus in Russland „Aufbruch zur Avantgarde“ bringt Meisterwerke der Tretjakow-Galerie nach Deutschland

Zahlreiche Künstler in Russland ließen sich von der Malweise französischer Impressionisten anregen. Zu den ersten und wichtigsten zählte Ilja Repin, der Mitte der 1870er Jahre in Paris lebte. Zurück in Russland brachte er das Studium des Sonnenlichts, die Freilichtmalerei und die hellen Farben in die realistische Malerei ein. Ausstellung im Frühjahr/Sommer2021.

Realismus

Realismus (von lat. res für Ding) ist ein hochkomplexer Begriff, mit dem eine bestimmte Haltung und Weltanschauung, wie auch Methode der Kunstproduktion beschrieben wird. Im Jahr 1855 verwendete ihn Gustave Courbet, um seine von der Jury der Weltausstellung abgewiesenen, anti-akademischen, anti-idealistischen Gemälde im „Le Réalisme“ auszustellen. Er sah in seinen großformatigen Werken, in denen er die regionale Landschaft und die Bevölkerung realistisch, d.h. getreu im monumentalen Format schilderte, einen neuen, von vielen als brutal und „hässlich“ empfundenen Stil. Dahinter stand eine politische, sozialistische Aussage, der Realismus ist daher auch eine Art „Kampfbegriff“ in der französischen Kunsttheorie. Zwischen etwa 1830 und 1880 widmeten sich einige Künstler einzig der sichtbaren Welt, berührbaren Dingen und lehnten akademische Historienmalerei (Salonmalerei) entschieden ab. Mit den „Steineklopfern“ und dem „Begräbnis von Ornans“ (1850) setzte Arbeitern und der zeitgenössischen Gesellschaft monumentale Denkmäler.

3. Mai 2020
Anders Zorn, Mitsommer Tanz, Detail, 1897, Öl/Lw, 140 x 98 cm (Nationalmuseum, Stockholm)

Den Haag | Kunstmuseum: Anders Zorn Wiederentdeckung des schwedischen Malers und Druckgrafikers

Anders Zorn (1860–1920) wird im Herbst 2020 im Kunstmuseum Den Haag wiederentdeckt: bedeutender Porträtist seiner Zeit, der auch impressionistische Akte und Radierungen nach Rembrandt schuf.
30. November 2019
Caspar David Friedrich, Lebensstufen, Detail, um 1834, Öl/Lw, 72,5 x 94 cm (Museum der bildenden Künste, Leipzig, Foto: InGestalt Michael Ehritt)

Leipzig | Museum der bildenden Künste: Caspar David Friedrich Friedrichs Landschaftsmalerei und die Düsseldorfer Malerschule

Zu Lebzeiten stand Caspar David Friedrich in einer spannungsvollen Beziehung zu den Vertretern der Düsseldorfer Landschaftsmalerei. Der künstlerische Austausch war von Gegensätzen und Kritik, aber auch von erstaunlichen Korrespondenzen geprägt. Mitte der 1830er Jahre geriet Friedrichs Werk zunehmend in den Schatten der Düsseldorfer Malerschule, die mit ihrer Landschaftsmalerei national und international erfolgreich wurde.

Romantik

Romantik ist kein Stil, sondern eine Geisteshaltung, die das Geheimnisvolle, Obskure und Sublime dem Glatten und Schönen vorzieht. Um 1810 organisierte sich in Wien der Lukasbund, der Dürer und Raffael miteinander vereinen wollte. Als Caspar David Friedrich und William Turner ihre ersten Erfolge als Landschaftsmaler errang, schuf der alternde Francisco de Goya seine schwärzesten Bilder. Gleichzeitig prägte William Blake die Vorstellung vom Künstler als visionäres Genie und Prophet. Von mittelalterlichen Märchen zu Dr. Faustus, von atemberaubenden Berglandschaften zu nebelverhangenen Gegenden - immer ist es das Innerste, die Gefühlsebene, die romantische Künstlerinnen und Künstler zu neuen Schöpfungen antrieben.

19. März 2020
Caspar David Friedrich, Zwei Männer in Betrachtung des Mondes, Detail, 1819/20, Öl/Lw, 33 x 44,5 cm (© SKD, Albertinum, Foto: Jürgen Karpinski)

Dresden | Albertinum: Romantik in Russland und Deutschland Träume von Freiheit in Innenwelten oder Italien

Im Zentrum der Ausstellung stehen Gemälde der Romantik aus der Staatlichen Tretjakow-Galerie, Moskau und dem Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, etwa von Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus, Alexei Wenezianow und Alexander Andrejewitsch Iwanow.
27. Februar 2020
Maria Angelika Weiß, Mädchenbildnis, Detail, 1826, Öl auf Leinwand, 62,5 x 49,5 cm (Museum Georg Schäfer, Schweinfurt © Museum Georg Schäfer, Schweinfurt)

Schweinfurt | Museum Georg Schäfer: Malerinnen und Maler der Romantik Deutsche Künstlerinnen treffen erstmals auf ihre männlichen Zeitgenossen

Malerinnen der Romantik in Deutschland im Kontext der männlichen Kunstproduktion ihrer Zeit zu diskutieren, ist das Ziel dieser spannenden Ausstellung im Museum Georg Schäfer, Schweinfurt.

Klassizismus

Mit der Klassischen Kunst im "Rucksack" strebten Künstler um 1800 nach "stiller Einfalt und edler Größe" (J.J. Winkelmann), inspiriert von den jüngsten Funden in Pompeij. Der italienische Bildhauer Antonio Canova und der französische Maler Jacques-Louis David prägten eine ganze Generation, indem sie in ihren Werken heroische Männlichkeitsideale sowie tugendhaft zurückhaltende Frauen beschworen. In Skulptur, Malerei und vor allem Architektur lösten bildparallele Kompositionen, geradlinige Formen und die Orientierung an den klassischen Kanon (Maßverhältnisse) die bewegten, barocken Schwünge ab.

23. Juni 2020
Angelika Kauffmann, Selbstporträt der Künstlerin am Scheideweg zwischen Musik und Malerei, Detail, Rom 1794, Öl/Lw, 147,3 x 215,9 cm (Nostell Priory, West Yorshire © National Trust Images/John Hammond)

Düsseldorf | Museum Kunstpalast: Angelika Kauffmann Bedeutendste Künstlerin Europas um 1800

Angelika Kauffmann (1741–1807) vertritt exemplarisch den neuen Typus einer europaweit vernetzten und weltgewandten Künstlerin. Ihr breitgefächertes Œuvre repräsentiert wesentliche Aspekte des internationalen Klassizismus im Zeitalter der Aufklärung und Empfindsamkeit.
3. Februar 2020
Joseph Rebell, Sonnenuntergang über den Campi Flegrei gegen die Inseln Procida und Ischia, Detail, 1819, Öl/Lw, 98 x 136 cm (Belvedere, Wien)

Wien | Belvedere: Joseph Rebell

Das Belvedere widmet im Frühjahr und Sommer 2021 dem bedeutenden Landschaftsmaler Joseph Rebell (1787–1828) eine erste Einzelausstellung.

Rokoko

Antoine Watteaus Bilder von der utopischen Liebesinsel Kythera sind charakteristisch für die französische Malerei des Rokoko. Atmosphäreische Landschaften, zarte Figuren, poetisch-elegische Stimmungen und subtiles Kolorit prägen die Genremalerei, während im Porträt hochrepräsentative und intime Bildnisse gleichermaßen geschätzt wurden. Der Stil des Rokoko breitete sich von Frankreich über Mitteleuropa aus und wurde vor allem für Möbel und Innenausstattungen geschätzt.

10. Juli 2020
William Hogarth, A Scene from ‘The Beggar’s Opera’ VI, 1731 (Tate, London)

London | Tate Britain: Hogarth und Europa

Zum ersten Mal wird diese Ausstellung Hogarths wichtigste Werke mit denen seiner Kollegen auf dem gesamten Kontinent zusammenbringen – darunter Francesco Guardi in Venedig, Chardin in Paris und Cornelis Troost in Amsterdam –, um die grenzüberschreitenden Strömungen, Parallelen und Sympathien aufzuzeigen.
4. März 2020
François Boucher, Schäfer und Schäferin, Detail, 1760 (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe)

Karlsruhe | Staatliche Kunsthalle Karlsruhe: François Boucher Hauptmeister des Rokoko zum 250. Todestag geehrt

Erste monografische Ausstellung über François Boucher (1703–1770) in der Karlsruher Kunsthalle anlässlich dessen 250. Todestags.

Barock

Der Stil des Barock wurde kurz vor 1600 in Rom aus der Taufe gehoben und international verbreitet: In Architektur und Skulptur setzte Gian Lorenzo Bernini neue Maßstäbe, so wie es Caravaggio in der Malerei tat. Das dramatische Hell-Dunkel und die Verletzung des decorum (Schicklichkeit) des ungestümen Malerstars wurde richtungsweisend und namensgebend für realistische Schilderungen von Martyrien und Genreszenen der so genannten Caravaggisten. Das Goldene Zeitalter (17. Jahrhundert) der holländischen Malerei ist nicht nur von Rembrandt van Rijn geprägt, sondern brachte aufgrund des enorm angewachsenen Wohlstandes des Bürgertums mit Genre, Landschaft und Stillleben drei neue Kunstgattungen hervor. In Spanien und den Kolonien prägten hingegen sakrale und höfische Aufträge die Kunstproduktion, da die Kunst des Barock mit ihrer Emotionalität als Mittel der Gegenreformation eingesetzt wurde. Mit Peter Paul Rubens gelang einem Flamen eine europäische Karriere, da er in seiner Malerei größte Prachtentfaltung, Dynamik und emotionale Ergriffenheit geschickt verbinden konnte.

Im Vergleich zu Italien, Spanien und Süddeutschland setzte sich der bewegte Stil des Barock in Frankreich und England nicht durch: In beiden Ländern dominierte eine klassische Auffassung, die auch als Barockklassizismus (Frankreich) und Palladianismus (Architektur in England) bezeichnet wird.

18. September 2020
Peter Paul Rubens, Marchesa Bianca Spinola Imperiale und ihrer Nichte Maddalena Imperiale, Detail, um 1605/06 (Staatsgalerie Stuttgart)

Stuttgart | Staatsgalerie: Rubens Flämischer Malerstar des Barock und seine Anfänge in Italien

Die Herbst-Ausstellung 2021 in Staatsgalerie Stuttgart ist dem flämischen Barockmaler Peter Paul Rubens gewidmet (ab 22.10.). Grundlage für die Ausstellung ist der eigene Rubens-Bestand, von dem bisher nur ein frühes Doppelporträts als eigenhändig zugeschrieben ist.
3. September 2020
Rembrandt und Werkstatt, Mann in orientalischer Tracht, Detail, um 1635, Öl/Lw, 98.5 x 74.5 cm (National Gallery of Art, Washington, Andrew W. Mellon Collection, Inv.-Nr. 1940.1.13)

Basel | Kunstmuseum: Rembrandts Orient Orientalisch-exotisch Motive in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts

Rembrandts Vorstellung vom Orient und seine Orientbilder im Kontext der niederländischen Malerei, Ausstellung im Kunstmuseum Basel 2020/21

Renaissance

Die Wiederentdeckung der Antike ist nur ein wichtiger Aspekt für die Kunst der Renaissance, weiters spielt auch die veränderte Auseinandersetzung mit der Natur und dem Menschenbild eine gewichtige Rolle. Nicht zuletzt bestimmten italienische Künstler ab 1500 ihre Position als intellektuelle Tätigkeit. Die „Erfindung“ der Renaissance in Florenz vollzog sich im frühen 15. Jahrhundert in Bildhauerei (Donatello) und Architektur (Alberti, Brunelleschi). Über Rom breitete sich der neue Stil nach Mittel- und Norditalien (Venedig) aus. Drei der berühmtesten Maler der Epoche - Leonardo, Michelangelo, Raffael - lebten 1505 in Florenz und Rom, wo sie im künstlerischen Wettstreit in öffentlichen Aufträgen gegeneinander antrat. Venedig war das dritte Zentrum der Renaissance-Kunst in Italien, gefolgt von den Höfen von König Alfons von Aragon in Neapel, Federico da Montefeltro in Urbino, Ludovico „Il Moro“ in Mailand, der Este in Ferrara sowie der Gonzaga in Mantua.

Die Renaissance in Flandern entwickelte sich völlig eigenständig in der Nachfolge von Melchior Broederlam: Jan van Eyck, Robert Campin (vielleicht identisch mit dem „Meister von Flémalle“), Rogier van der Weyden sowie Hans Memling erforschten die Perspektive aus eigener Anschauung (nicht theoretisch) und widmeten jedem noch so feinen Detail ihre Aufmerksamkeit. Als Begründer der Ölmalerei auf Leinwand gehören die altniederländischen Maler zu den Realisten des 15. Jahrhunderts. Diese Tradition führte im frühen 16. Jahrhundert zur „Erfindung“ der Landschaftsmalerei durch Joachim Patinier.

Das neue Medium der Druckgrafik wurde zu einem wichtigen Verbreitungsmotor neuer Errungenschaften in der Kunst und zusätzliche Einnahmequelle. Der Nürnberger Albrecht Dürer war schon mit 13 Jahren vom Verismus begeistert. Nachdem er zwei Mal Venedig bereist hatte, führte er, unterstützt von Humanisten, die Malerei in Süddeutschland auf eine wirklichkeitsbezogene Darstellungsform. Seine „Meisterstiche“ sind die ersten bildhaften Darstellungen in diesem Medium.

29. September 2020
Vittore Carpaccio, Zwei Frauen auf einem Balkon, Detail, um 1492/1494, Öl/Holz (Musei Civici Veneziani, Museo Correr, Venedig)

Washington | National Gallery: Vittore Carpaccio Venezianischer Renaissance-Maler als großer Erzähler

Obwohl er seit Jahrhunderten in seiner Heimatstadt wegen seines aufmerksamen Auges, seiner fruchtbaren Fantasie und seiner Fähigkeit zum Geschichtenerzählen geliebt und gefeiert wird, ist diese Ausstellung die erste Retrospektive VittoreCarpaccios, die jemals außerhalb Italiens stattfindet.
21. September 2020
Jan Gossaert (Jean Gossart), Die Anbetung der Könige, Detail, 1510–1515, Öl/Eiche, 179,8 x 163,2 cm (© The National Gallery, London, NG2790)

London | National Gallery: Jan Gossaert Anbetung der Könige

Die National Gallery of Arts in London lädt ein, Jan Gossaerts „Anbetung der Könige“ (1510–1515) multisensorisch zu betreten. Komplizierte Details, technische Meisterschaft und komplexe Bedeutung des Werks werden von Exponaten und Klängen umgeben sein.

Gotik

Gotik ist ein Begriff, der seit der Renaissance abwertend für die Kunst zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert verwendet wurde. Abgeleitet wurde er von der Bezeichnung für die Goten. Erst im frühen 19. Jahrhundert entdeckten Kunstschriftsteller (Goethe) und Künstler der Romantik die Qualitäten gotischer Werke neu. Dies führte zu großangelegten Bauprojekten wie der Fertigstellung des Kölner Domes nach den originalen Plänen aus der Gotik.

Die gotische Kunst des Hoch- und Spätmittelalters wurde mit der Entwicklung der französischen Kathedrale eingeläutet. Mit ihren hohen Proportionen und Strukturen wie Licht (farbige Glasfenster!) betonenden Bauweise wurde sie zur Leitgattung dieser Epoche. Die zugehörige Bauplastik, vor allem der figürliche Schmuck an den Portalen, schöpfte einerseits aus dem Erbe der Antike und andererseits aus einem neuen Naturalismus (z.B. Naumburger Stifterfiguren, Bamberger Reiter). In der Malerei begründete Giotto zu Beginn des 14. Jahrhunderts die abendländische Malerei.

Um 1400 breitete sich der Internationale Stil (auch: Weicher Stil, Internationale Gotik) über ganz Europa aus. In der Folge entwickelte sich die Kunst der Spätgotik und Frührenaissance gleichzeitig, wenn auch in unterschiedlichen Zentren. Zu den wichtigen neuen Kunstgattungen zählt das Porträt, da bürgerliches Mäzenatentum in bislang unerhörtem Ausmaß auftrat. Zur selben Zeit setzte das Retabel, in dem sich Skulptur, architektonisches Rahmenwerk und zunehmend Malerei verbanden, zu seinem Siegeszug an. Plastik und Malerei hatten sich von der Architektur gelöst, ja, die Malerei rückte immer deutlicher ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Als Tafelmalerei bzw. Tafelbild erlangte sie Beweglichkeit, Öffentlichkeit und Bedeutung, wobei zunehmend auch die Fähigkeiten der ausführenden Handwerker geschätzt und ihre Namen bekannt wurden.

15. November 2019
Meister von Mondsee, Anbetung der Heiligen Drei Könige, Detail, von den Schreinflügeln des sog. Mondseer Altars, vor 1499 (Linz, Oberösterreichisches Landesmuseum)

Wien | Belvedere: Meister von Mondsee

Die Ausstellung vereint erstmals das gesamte Ensemble seines sogenannten Mondseer Altars und beleuchtet dieses Meisterwerk im kunst- und kulturhistorischen Kontext.
31. Oktober 2019
Konrad Witz, Die Königin von Saba vor Salomo, Detail, um 1430/37, Öl auf Eichenholz (© Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Jörg P. Anders)

Berlin | Gemäldegalerie: Spätgotik Spätgotische Kunst nach 1430 im deutschsprachigen Raum und das Wechselspiel der Medien

Malerei, Skulptur und Druckgrafik der spätgotischen Kunst in deutschsprachigen Ländern werden im Herbst 2020 in Berlin einander gegenübergestelle, um die medialen Innovationen nach 1430 herauszuarbeiten.

Romanik

Die Kunst der Romanik gilt als die erste, ganz Europa umfassende Epoche mittelalterlicher Kunst. Sie ist zwischen 1000 und 1250 zu datieren und löste die karolingische bzw. ottonische Kunst ab. Charakteristisch für romanische Architektur, meist Kirchen oder Klosterkirchen, ist der Rundbogen und die Ausrichtung der Kunstproduktion auf christliche Inhalte. Dies führte dazu, auch von Ars Sacra zu sprechen.

Romanische Kunst ist eng mit Klöstern verbunden, denn die Orden genossen um 11. und 12. Jahrhundert besonders den Schutz der Landesfürsten. Die skulturale Ausstattung von Portalen und Tympana sowie die Entwicklung des Altarretabels zeigen ab 1000 Tendenzen zur Monumantalität. Hölzerne Kruzifixe und Madonnen mit Kind, bronzene Taufbecken und Türbeschläge, vor allem aber die Schatzkunst in Elfenbein, Email und vergoldetem Metall faszinieren bis heute.

Die romanische Malerei ist als Wandmalerei und natürlich auch als Buchmalerei bedeutend. Der Übergang zur Gotik ist mit der Entwicklung der Glasmalerei verbunden. Zu den außergewöhnlichsten Werken der Romanik zählt zweifellos der Teppich von Bayeux (1077).

8. November 2018
Baseler Antependium, Detail, vor 1019, 120 x 175 cm (© Paris, Musée de Cluny - Musée national du Moyen Âge)

Basler Münster 1019–2019: Gold & Ruhm im Kunstmuseum Basel Geschenke für die Ewigkeit

Die Ausstellung "Gold & Ruhm. Geschenke für die Ewigkeit" im Kunstmuseum Basel zeigt die 1000-jährige Geschichte des Münsters: Das berühmte Basler Antependium, das anlässlich der Weihe 1019 von Kasier Heinrich II. und Kunigunde gestiftet worden ist, kehrt für die Schau aus Paris nach Basel zurück.
30. März 2015
Bildstein, Kalkstein Smiss, När, Gotland, Schweden (c) Gabriel Hildebrand /The Swedish History Museum (SHM 11521).

Wikinger! Die Wahrheit hinter dem Mythos

„Wikinger!“ Dieser Ausruf war von Mitte des 8. bis ungefähr zum frühen 12. Jahrhundert an vielen Küsten Europas ein Schreckensschrei - könnte man meinen. Doch nicht so in dieser Ausstellung! Das Schwedische Historische Museum und die Schallaburg rücken dem Mythos der Wikinger an den Leib. Zehn Kapitel - von Familie und Gesellschaft über Religion, Legenden und Handwerkskunst - führen in die Lebenswelt der Nordleute ein.

Antike Kunst

Antike Kunst entstand in Ägypten, China, Mesopotamien, Griechenland und Rom zwischen ca. 4.500 v.u.Z. und 300 n.u.Z., d.h. sie ist eng mit der Erfindung der Schrift, dem Mehrgottglauben, dem Totenkult verbunden. Vergleiche zwischen den Kulturen des Alten Ägypten und China haben ergeben, dass dies beiden frühen Hochkulturen einander durchaus ähnlich waren, oder zumindest für ähnliche Fragestellungen Lösungen suchten.

Die Kunst des Alten Ägypten beeinflusste die griechische und römische Antike zutiefst, griffen Künstler aus diesen beiden Kulturräumen doch auf künstlerische Errungenschaften zurück, die im Land am Nil entwickelt worden waren. Zu den bekanntesten Artefakten antiker Kunst zählen die ägyptischen Pyramiden, die Mumienmasken aus spätägyptischer-römischer Zeit, die Jade-Gewänder und Tonfiguren als Grabbeigaben im Alten China, die Kuroi (männliche Akte) und Tempelbauten der griechischen Klassik, die Monumentalskulptur der Römer.

20. Oktober 2019
Kanopensarkophag des Tutankhamun, gewidmet an Imseti und Isis, Detail, Gold, Einlegearbeit © IMG

London | Saatchi Gallery: Tutanchamun Der Goldene Pharao kommt nach London!

Tutanchamun in London verspricht eine der MUST SEE Ausstellungen des Winters/Frühjahrs 2019/20 zu werden. Bereits auf der ersten Station in Paris besuchten fast eine Million Menschen die von Viking Cruises organisierte Mega-Schau über die Grabbeigaben des berühmten goldenen Königs.
23. April 2018
Parthenon Fries, Westwand, Teil IX, Zwei Reiter (© Akropolis Museum, Athen)

Parthenon Skulpturen Tempel, Skulpturen, Phidias – eine Einführung

Das Parthenon in Athen ist eines der berühmtesten Gebäude der Antike. Seine Skulpturen werden auch heute noch bewundert. In diesem Beitrag sehen wir uns an, warum der Tempel so berühmt war (und ist), und warum diese ikonischen Werke einen Schlüsselmoment in der Geschichte der Kunst einnehmen.