Kunst, Künstler, Ausstellungen, Kunstgeschichte
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Künstler, Künstlerinnen, Kunstepochen, aktuelle Ausstellungen

Modigliani – Picasso in der Albertina, Wien

Amedeo Modigliani (1884–1920) ist als Maler, Zeichner und Bildhauer einer der wichtigsten Künstler des frühen 20. Jahrhunderts. Anlässlich der 100. Wiederkehr seines Todestags 2020 widmet die Albertina dem Künstler der Klassischen Moderne eine umfangreiche Ausstellung (→ Klassische Moderne), in der er den Vergleich mit Pablo Picasso nicht zu scheuen braucht.

Österreich | Wien: Albertina, 17.9.2021 – 9.1.2022

Christo verhüllt den Triumphbogen in Paris

„L’Arc de Triomphe, Wrapped” in Paris ist Christos letztes Werk. Der Land Art Künstler hatte bereits 1962 in einer Fotomontage seine Vision des verhüllten Triumphbogens entwickelt. Doch erst 2017, während der Vorbereitungen zur Ausstellung „Christo et Jeanne-Claude, Paris!“ im Centre Pompidou (→ Christo und Jeanne-Claude), konnte er daran gehen, diesen Traum zu verwirklichen. Sein Tod am 31. Mai 2020 macht „L’Arc de Triomphe, Wrapped” zu seinem Vermächtnis: An drei Wochenenden wird die Place de l’Etoile zur Fußgängerzone; drei Wochen lange verwandelt sich der Pariser Triumphbogen in ein lebendiges Kunstwerk Christos.

Frankreich | Paris: Place Etoile, 18.9. – 3.10.2021

Helen Frankenthalers Farbholzschnitte in London

Die Dulwich Picture Gallery präsentiert die erste große Ausstellung von Holzschnitten der führenden Abstrakten Expressionistin Helen Frankenthaler (1928–2011) in Großbritannien (→ Abstrakter Expressionismus | Informel). Die bahnbrechenden Holzschnitte der Künstlerin wurden teils noch nie zuvor in Großbritannien gezeigt. Sie zeigen Frankenthaler als kreative Druckgrafikerin, die die Möglichkeiten des Mediums auf erstaunliche Art vorangetrieben hat.

Großbritannien | London: Dulwich Picture Gallery, 15.9.2021 – 18.4.2022

Magritte in Madrid

Die Magritte Maschine automatisiert den Denk- und Schaffensprozess

Mit „La Manufacture de poésie“ (1950) offerierte der surrealistische Maler René Magritte (1898–1967) einen imaginären Produktkatalog von Maschinen zur Automatisierung von Denk- und Schaffensprozessen, darunter eine „universelle Maschine zum Malen“. Ausgehend von dieser Erfindung zeigt die Ausstellung mit 65 Gemälden, Fotografien und Filmen, wie die „Magritte-Maschine“ und damit seine Form des Surrealismus - funktioniert.

Spanien | Madrid: Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, 14.9.2021 – 30.1.2022

Vermeer in Dresden

Jan Vermeers „Brieflesendes Mädchen am offenen Fenster“ ist eines der weltweit bekanntesten Werke der holländischen Malerei des Goldenen Zeitalters. Für die Sammlung des sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. wurde es 1742 in Paris erworben und befindet sich seitdem in der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister und seit 2017 restauriert (→ Jan Vermeer: Biografie). Die Gemäldegalerie Alte Meister stellt eine hochkarätige Schau zur niederländischen Genremalerei der 1650er und 1660er Jahre - mit zehn (!) weiteren Veremeer-Gemälden aus den wichtigsten Museen der Welt!

Deutschland | Dresden: Semperbau am Zwinger, 10.9.2021 — 2.1.2022

Georgia O’Keeffe in Paris

Das Centre Pompidou präsentiert im Herbst/Winter 2021 eine große Retrospektive von Georgia O’Keeffe (1887–1986), der bekanntesten und berühmtesten amerikanischen Malerin. Die Ausstellung zeichnet die künstlerische Reise einer Künstlerin nach, die in ihrem langen Leben die Entwicklung von der Protagonistin der amerikanischen Moderne, zur Suchenden nach Identität in den 1930er Jahren und Pionierin der „harten“ Abstraktion der 1950er Jahre machte.

Frankreich | Paris: Centre Pompidou G2, 8.9. – 6.12.2021

19. September 2021
Hermann Carl Eduard Biewend, Ich und mein Luischen, Detail, 1851, kolorierte Daguerreotypie (Private Sammlung © Collection H. G.)

Schweinfurt | Museum Georg Schäfer: Frühe Jahre der Fotografie Neue Wahrheit? Kleine Wunder!

Erste Präsentation einer britischen Privatsammlung zu Louis Daguerre, Daguerreotypien aus EU & USA, Karikaturen, Stereofotografie, Porträts und einer seltenen Ambrotypie.
19. September 2021
Berthe Morisot, Junge Frau auf dem Sofa [Jeune Femme au Divan], Detail, 1885, Öl/Lw, 61 x 50.2 cm (Tate, London; Bequeathed by the Hon. Mrs A.E. Pleydell-Bouverie through the Friends of the Tate Gallery 1968, Photo ©Tate)

Riehen b. Basel | Beyeler: Close Up. Berthe Morisot bis Elizabeth Peyton

Die Ausstellung zeigt Werke von Künstlerinnen, deren Schaffen herausragende Positionen innerhalb der Geschichte der Moderne seit 1870 bis heute darstellen. Es ist der Zeitraum, zu dessen Beginn es Künstlerinnen in Europa und Amerika erstmals möglich wurde, auf breiter Basis professionell tätig zu sein.
18. September 2021
Alicja Kwade, Selbstporträt, 2020, Courtesy of the artist; KÖNIG GALERIE, Berlin/ London/ Seoul/ Decentraland, Foto: Roman März

Berlin | Berlinische Galerie: Alicja Kwade. In Abwesenheit

Alicja Kwade (* 1979) erarbeitet 2021 eine ortsspezifische Installation in der ersten großen Ausstellungshalle der Berlinischen Galerie.
16. September 2021
Agnieszka Polska, Eclipse, 2012 (© Courtesy the artist and Zak Branicka Gallery, Berlin)

Wien | Belvedere 21: Sammlung Belvedere von Lassnig bis Knebl Avantgarde und Gegenwart seit den 1930ern

Die Ausstellung präsentiert eine hochkarätige Auswahl gegenwärtiger und historischer Positionen in ein produktives Wechselverhältnis. Verschiedene Erzählstränge vermitteln Zugänge zur Kunst von den 1930er Jahren bis heute und zeigen wesentliche Strömungen und Tendenzen auf.
14. September 2021
Claudia Schiffer, 2020, Foto: Lucie McCullin

Düsseldorf | Kunstpalast: Claudia Schiffer kuratiert Modefotografie der 90er

Supermodel Claudia Schiffer, globale Fashion-Ikone und Insiderin der Modeszene, nimmt die Besucherinnen und Besucher des Düsseldorfer Kunstpalastes mit auf eine persönliche Zeitreise in die Modewelt der 90er Jahre.
10. September 2021
Franz Wiegele, Justa (Studie zu Akte im Wald), Detail, um 1910, Öl auf Leinwand, 85 × 62 cm (Sammlung Fritz und Hermi Schedlmayer, Foto: Erich Hussmann, image industries)

Wien | Leopold Museum: Sammlung Schedlmayer Wiener Moderne von Otto Prutscher bis Broncia Koller-Pinell

Das Leopold Museum präsentiert im Herbst 2021 erstmals die der breiteren Öffentlichkeit – bis auf die Prutscher Sammlungsbestände – weitgehend noch unbekannte Sammlung Schedlmayer.
10. September 2021
Ferdinand Hodler, Der Frühling, Detail, um 1907–1910 (© Privatsammlung Schweiz)

Berlin | Berlinische Galerie: Ferdinand Hodler und die Berliner Moderne

Ferdinand Hodlers ausdrucksstarke Figurenbilder, Berglandschaften und Porträts sind Ikonen der Moderne. Was heute kaum bekannt ist: Hodlers Weg zum Ruhm führte auch über Berlin.
10. September 2021
Egon Schiele, Aktselbstbildnis, Detail, 1910, Schwarze Kreide, Pinsel, Aquarell, Deckfarben, Deckweiß auf braunem Packpapier (Albertina, Wien)

Wien | Albertina modern: Egon Schiele und die Folgen Expressive Selbstporträts

Egon Schieles Neuinterpretation des Selbstbildnisses ist der Ausgangspunkt dieser Ausstellung. Es ist dieses breite Spektrum der Selbstbefragung, das auf Künstler und Künstlerinnen der Gegenwart intensiv wirkte. Mit Georg Baselitz, Günter Brus, Jim Dine, VALIE EXPORT, Elke Silvia Krystufek, Maria Lassnig, Arnulf Rainer, Cindy Sherman und Erwin Wurm.
9. September 2021
Osman Hamdi Bey, Über den Koran meditierend, Detail, 1902 (Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien)

Wien | Belvedere: Raden Saleh. Osman Hamdi Bey. Hakob Hovnatanyan Kunst von Welt in der Sammlung des Belvedere

Drei Maler, drei Geschichten im Spannungsfeld europäischer, nahöstlicher und asiatischer Kulturen – drei Pioniere der Malerei ihrer Herkunftsländer in der Sammlung des Belvedere werden erstmals präsentiert.
Ausstellungen in Deutschland kl

Aktuelle Ausstellungen in Deutschland

Ausstellungen in Österreich kl

Aktuelle Ausstellungen in Österreich

Ausstellung in Schweiz kl

Aktuelle Ausstellungen in der Schweiz

Vorschau auf die Ausstellungseröffnungen der nächsten Woche

Soutine und De Kooning in Paris

Französischer und amerikanischer Expressionismus zwischen Figur und Abstraktion

Erstmals werden im Musée de l‘Orangerie Werke von Chaim Soutine (1893–1943) und Willem de Kooning (1904–1997), von einem französischen Expressionisten und einem abstrakt-expressionistischen amerikanischen Maler, einander gegenüberstellt. Im Rahmen dieser Ausstellung wird insbesondere die Auswirkung der Malerei von Soutine, einem russischen Maler der Pariser Schule, auf die künstlerische Vision des amerikanischen Malers niederländischer Herkunft beleuchtet.

Frankreich | Paris: Musée de l‘Orangerie, 15.9.2021 – 10.1.2022

Claudia Schiffer kuratiert Modefotografie der 90er inDüsseldorf

Supermodel Claudia Schiffer, globale Fashion-Ikone und Insiderin der Modeszene, nimmt die Besucherinnen und Besucher des Düsseldorfer Kunstpalastes mit auf eine persönliche Zeitreise in die Modewelt der 90er Jahre. In der ersten von ihr kuratierten Ausstellung versammelt sie legendäre Modefotografen, Designerinnen sowie ihre berühmten Model-Kolleginnen, deren Energie und Visionen gemeinsam das Jahrzehnt geprägt haben.

Deutschland | Düsseldorf: Kunstpalast, 15.9.2021 – 9.1.2022

Alicja Kwade in Berlin

Die Arbeit von Alicja Kwade (* 1979) ist inspiriert von naturwissenschaftlichen, philosophischen und gesellschaftlichen Fragestellungen. In ihren raumgreifenden Installationen verhandelt sie Modelle und Konstruktionen zur Wahrnehmung von Zeit, Raum und Materie, um die Möglichkeiten objektiver und subjektiver Erkenntnis zu hinterfragen.

Deutschland | Berlin: Berlinische Galerie, 18.9.2021 – 4.4.2022

Close-Up in der Fondation Beyeler

Die Ausstellung zeigt Werke von Künstlerinnen, deren Schaffen herausragende Positionen innerhalb der Geschichte der Moderne seit 1870 bis heute darstellen. Es ist der Zeitraum, zu dessen Beginn es Künstlerinnen in Europa und Amerika erstmals möglich wurde, auf breiter Basis professionell tätig zu sein.

Schweiz | Riehen b. Basel: Beyeler, 19.9.2021 – 2.1.2022

Frühe Fotografie in Schweinfurt

Neue Wahrheit? Kleine Wunder!

Anhand von mehr als 250 ausgewählten Exponaten einer bisher noch unbekannten, britischen Privatsammlung zeigt die Vor- und Frühgeschichte der Fotografie. Die Meisterwerke zeigen die ganze Bandbreite der frühen Fotografie auf und erregen inzwischen auch internationale Aufmerksamkeit. Sie spiegeln nicht nur die Gesellschaft ihrer Zeit wider, sondern verkörpern auch die technischen Vorläufer des 19. Jahrhunderts.

Deutschland | Schweinfurt: Museum Georg Schäfer, 19.9.2021 – 9.1.2022

Ausstellungen in Deutschland Vorschau

Vorschau auf kommende Ausstellungen in Deutschland

Ausstellungen in Österreich Vorschau

Vorschau auf kommende Ausstellungen in Österreich

Ausstellung in Schweiz Vorschau

Vorschau auf kommende Ausstellungen in der Schweiz

 

KÜNSTLER*INNEN GEBURTSTAGE

Wann hat welche Künstlerin, welcher Künstler Geburtstag? Hier findest du einen ewigen Kalender.
Künstler Geburtstage; groß
Künstler Geburtstage September

Künstlergeburtstage im September

Weche Künsterinnen und Künster haben im September Geburtstag?
 

Bild der Woche: Johann Joachim Winckelmann von Angelika Kauffmann

Das berühmteste Porträt von Johann Joachim Winckelmann und der Durchbruch für Angelika Kaufmann

Angelika Kauffmann malte 1764 das Bildnis des bedeutenden Altertumsforschers Johann Joachim Winckelmann (1717–1768). In dem 97 × 71 cm großen Porträt zeigt sie den Gelehrten im französischen Bildnistypus des Homme de lettres, das sich durch inszenierte Natürlichkeit auszeichnet. Winckelmann war einer der prominentesten und vielleicht auch einer der ersten deutschsprachigen Schriftsteller von europaweitem Renommee. Mit seinem Bildnis wurde die Künstlerin schlagartig über Italien hinaus bekannt und prägte das Image des Wissenschaftlers bis zum heutigen Tag. Das von Kauffmann (1741–1807) signierte und datierte Bildnis befindet sich heute im Kunsthaus Zürich, wo es die Inventarnummer 98 trägt.

Kunst-News

22. August 2021
Ausstellungen Wien 2021

Wien: Ausstellungen 2021 Welche Kunstausstellungen sind 2021 in Wien zu sehen?

Liste mit den wichtigsten Ausstellungen in Wien 2021 - zumindest jene, die schon bekannt sind!
24. Juni 2021
Lovis Corinth, Bacchant, Detail, 1913 (Berlinische Galerie, Berlin, erworben mit Mitteln aus dem Etat der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Landes Berlin und des Fördervereins der Berlinischen Galerie e. V., Foto: © Fotostudio Bartsch, Karen Bartsch, Berlin)

Berlin | Berlinische Galerie kauft „Bacchant“ von Lovis Corinth

Berlinische Galerie kauft „Bacchant“ (1913) von Lovis Corinth und stellt es in der Dauerausstellung aus.
20. Juni 2021
Museum Barberini: Ausstellungen 2022

Potsdam | Museum Barberini: Ausstellungen 2022 Piktorialismus, Abstrakter Expressionismus vs. Informel, Surrealismus & Magie

Welche Ausstellungen zeigt das Museum Barberini in Potsdam 2022? Hier findest du die Antwort.

Raffael

Raffael

Hauptvertreter der Hochrenaissance in Florenz und Rom

Raffaello Sanzio da Urbino, genannt Raffael (1483–1520, auch: Raphael, Raffaello Santi, Raffaello Sanzio), gehört zu den Hauptvertretern der italienischen Renaissance und ist einer der wichtigsten Künstler der europäischen Kunstgeschichte. Der 1483 in Urbino als Sohn eines Malers geborene Künstler, dürfte in Perugia bei Pietro Perugino ausgebildet worden sein. Er machte sich ab 1504 in Florenz einen Namen als Schöpfer von schönen Madonnen, der die ältere Generation – Leonardo da Vinci, Michelangelo Buonarroti, Fra Bartolommeo, Donatello – beerbte. Ab der zweiten Jahreshälfte 1508 in Rom stieg Raffael schnell zum wichtigsten Künstlers des Kirchenstaates auf. Sein Fresko „Disputa“ in der Stanza della Segnatura entstand im Wettbewerb mit Michelangelos Deckenfresken der Sixtina – und wurde aufgrund seiner Farbigkeit gepriesen. Spätestens ab 1513 hatte Raffael eine alles bestimmende Position als Maler, Architekt, Kunstsachverständiger für Antiken, Denkmalpfleger inne. Gleichzeitig beschäftigte er sich mit dem Ausmalen der päpstlichen Gemächer (Stanzen und Loggia) und er freskierte für Agostino Chigi sowohl die Villa Farnesina wie auch zwei Familienkapellen in Rom (S. Maria del Popolo, S. Maria della Pace). Auch als Porträtist und immer wieder als Maler von Madonnen erarbeitete er sich internationalen Ruf. Mit nur 37 Jahren verstarb Raffael 1520 an einem Fieber. Sein letztes Gemälde, die „Transfiguration“, wurde kurz über seinem Grab im Pantheon aufgestellt.

2020 erinnern eine Reihe von Museen und Ausstellungen anlässlich der 500. Wiederkehr seines Todestags an den bedeutenden Meister der Renaissance:

6. August 2021
Raffael, Heilige Katharina von Alexandria, Detail, um 1507, Öl auf Pappel, 72.2 x 55.7 cm (© The National Gallery, London)

London | National Gallery of Art: Raffael Großprojekt auf Frühjahr 2022 verschoben

Raffael: Sein Leben war kurz, seine Arbeit produktiv und sein Erbe unsterblich. Im Herbst 2020 widmet ihm die National Gallery in London eine großangelegte Überblicksschau, ausgehend von den eigenen zehn Gemälden des bedeutenden Malers der italienischen Hochrenaissance.
7. Juni 2021
Raffael, Kopf eines Cherubs, 1509, Kohle, 29,8 x 23,4 cm (© Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett / bpk, Foto: Christoph Irrgang)

Hamburg | Hamburger Kunsthalle: Raffael Fünf Zeichnungen und der Ruhm des Renaissance-Malers

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen fünf exquisite Handzeichnungen Raffaels, ergänzt durch fünf weitere aus seinem nahen Umkreis. Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bilden Reproduktionen der wichtigsten Fresken und Gemälde Raffaels in großartigen Kupferstichen und Radierungen.
4. Juni 2020
Mortlake Manufaktur nach Raffael, Weide meine Schafe, Detail, um 1630-1650 (Dresden)

Dresden | Gemäldegalerie Alte Meister: Raffael Raffaels Teppiche im Kontext seines Werks

Anlässlich des 500. Todestages von Raffael (1483–1520) präsentiert die Gemäldegalerie Alte Meister eine umfangreiche Sonderausstellung zu den Dresdner Bildteppichen des bedeutenden Malers und Architekten der italienischen Hochrenaissance.
19. Mai 2020
Raffael, Selbstporträt, Detail, um 1506, Öl-Holz, 47,5 x 33 cm (Uffizien, Florenz)

Rom | Scuderie del Quirinale: Raffael Größte Raffael-Ausstellung 2020

Die Raffael-Ausstellung in den Scuderie in Rom wird vermutlich die wichtigste Ausstellung des Raffael-Jahrs 2020. Die Scuderie und arbeiten für die Raffael-Ausstellung mit den Gallerie degli Uffizi und dem Palazzo Pitti in Florenz zusammen.
31. Oktober 2019
Raffael, Pluto, Detail, 1517/1518, Rötel über schwarzem Stift, weiß gehöht, gegriffelt, auf Papier (© Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Volker-H. Schneider)

Berlin | Kupferstichkabinett: Raffael in Berlin Meisterzeichnungen des italienischen Malers zu dessen 500. Todestags

Raffaels Zeichnungen im Kupferstichkabinett in Berlin werden 2020 in Verbindung mit Perugino und seinen Schülern wie auch Druckgrafiken von Marcantonio Raimondi präsentiert.
28. September 2019
Raffael, Madonna Aldobrandini (auch: Madonna Garvagh), Detail, um 1510/11, Öl/Lw, 38,9 x 32,9 cm (The National Gallery, London)

Raffael und seine Freunde in Urbino Künstlerisches Netzwerk Raffaels in den Marken

Das Netzwerk Raffaels in und aus Urbino ist Thema der Raffael-Ausstellung in Urbino. Wie entwickelte er sich zu einem Hauptvertreter der Renaissance? Welche Einflüss übte er selbst mit seinen Werken in Rom auf urbinatische Künstler wie Giulio Romano aus?
Raffael, Sixtinische Madonna, 1512/13, Öl auf Leinwand, 256 × 196 cm (Gemäldegalerie Alte Meister Staatliche Kunstsammlungen Dresden)
Raffael, Sixtinische Madonna, 1512/13, Öl auf Leinwand, 256 × 196 cm (Gemäldegalerie Alte Meister Staatliche Kunstsammlungen Dresden)
 
Mit Künstlerinnen und Künstlern, bzw. Persönlichkeiten aus der Kunstwelt zu sprechen, ermöglicht, einen Blick auf Konzepte, Prozesse und Arbeitsbedingungen zu erhaschen. Wir von ARTinWORDS gehen mit ihnen daher bevorzugt durch Ausstellungen oder besuchen sie in ihren Ateliers - in der Hoffnung auf noch viele erhellende und inspirierende Momente!

Alexandra Matzner, Chefredakteurin von ARTinWORDS

11. September 2019
Christof Metzer (c) Foto: Privat

Christof Metzger: „Albrecht Dürer hat das Sehen neu gelernt“ Warum der „Dürer-Hase“ weniger Haare hat als vermutet. Der Dürer-Experte Metzger über Funktionen von Dürers Zeichnung und die Provenienz der Albertina-Sammlung

Albrecht Dürer 2019 in der Albertina thematisiert die Funktionen der Zeichnung in der Werkstatt Dürers, die neuartige Beobachtungsgabe des Nürnberger Renaissance-Künstlers und – im Katalog – den Kriminalfall rund um die Erwerbungen von Herzog Albert von Sachsen-Teschen.
18. April 2019
Charles Meryon, Apsis von Notre-Dame de Paris, 3. Zustand, Radierung 16,7 x 29,9 cm (Bibliothèque nationale de France, département Estampes et photographie, FOL-EF-397 (2))

Werner Telesko: Notre-Dame de Paris ist die Projektionsfläche zum Teil auch gegensätzlicher Strategien Kathedrale als Symbol für Königtum, Revolution, Restauration und Nation

Wofür steht Notre-Dame de Paris? Werner Telesko erklärt sie als Projektionsfläche z. T. gegensätzlicher Strategien; Symbol für Königtum, Revolution, Restauration und Nation.
17. September 2018
Heinz Widauer vor Claude Monets Das Haus in den Rosen, 1925 Albertina,Wien, Sammlung Batliner (c) Foto: Albertina.

Heinz Widauer: „Es ging Monet um das Wesenhafte“ Albertina-Kurator analysiert Monets Malweise anhand von Lebensorten

Was macht Claude Monet zu einem Jahrhundertkünstler? Warum spielen die Orte, in denen er lebte, solch wichtige Rollen für sein Werk? Wie kann sein Verhältnis zur Natur bestimmt werden? Diese Fragen und noch viele mehr stellen wir Heinz Widauer, Kurator der großen Monet-Ausstellung in der Albertina.
 

Gustav Klimt

Gustav Klimt (1862-1918) prägt bis heute die Wiener Moderne. Als herausragender Porträtist hielt er Salondamen der Wiener Gesellschaft in goldenem oder farbenprägtigem Ambiente fest. Der Landschaftsmaler Klimt ließ sich vom Attersee und dessen Umgebung inspirieren, wo er zwischen 1900 und 1917 nahezu jedes Jahr die Sommerfrische verbrachte. Doch sind es seine Allegorien, die meist als Frauen (femmes fatales) verführerisch und todesnah inszeniert, zu seinem Weltruhm beitrugen: Pallas Athene, Judith, die Wasserschlangen.

Der Kuss

Mit dem Gemälde "Der Kuss" (1907/08) gelang Klimt eine Ikone der Liebe. Vor goldenem Sternenmeer finden Mann und Frau für einen ewig scheinenden Moment zueinander. Das männliche (schwarz-weiße Rechtecke) und das weibliche (farbige Blumen, runde Formen) vereinen sich troz ihrer Gegensätze.

6. August 2021
Plakat für die Internationale Ausstellung für Musik und Theaterwesen, 1892; Entwurf Ernst und Gustav Klimt (© MAK, Tibor Rauch)

Wien | MAK: Klimts Lehrer an der Kunstgewerbeschule

Ausstellung über den prägende Einfluss von Gustav Klimts Studienzeit an der Wiener Kunstgewerbeschule: Ferdinand Laufberger, Ludwig Minnigerode, Friedrich Sturm und Michael Rieser bis zu Anselm Feuerbach.
3. Juni 2021
Vincent van Gogh, Weizenfelder bei Auvers-sur-Oise, Detail, 1890, Öl auf Leinwand, 50 x 101 cm (Österreichische Galerie Belvedere, Wien)

Wien | Belvedere: Klimt und die Moderne Inspirationsquellen für Gustav Klimts Werk rekonstruiert

Inspirationsquellen für Gustav Klimts Werk rekonstruiert: Van Gogh, Matisse, Toroop, McNeill Whistler, Rodin, Alma-Tadema uvm. im Frühjahr 2021 in Wien
15. Oktober 2020
Felix Salten. Im Schatten von Bambi, Ausstellung im Wien Museum MUSA & Wienbibliothek, Plakat, Grafik: Olaf Osten

Wien | Wien Museum MUSA + Wienbibliothek: Felix Salten Autor von Bambi entdeckt die Moderne

Als Autor von „Bambi“ ist Felix Salten (1869–1945) weltberühmt - doch der Wiener war auch einflussreicher Journalist, mächtiger Kulturkritiker, experimentierfreudiger Theatergründer, engagierter Repräsentant des Judentums, umstrittener Literaturfunktionär und Mitstreiter des literarischen Netzwerks Jung-Wien.

Künstlerinnen

19. September 2021
Vivian Suter, Tintin’s Sofa, Ausstellungsansicht Camden Art Center, London, 2020

Luzern | Kunstmuseum: Vivian Suter Retrospektive der Werke seit den 1980ern

Werkschau der argentinisch-schweizerische Künstlerin, die 2021den Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim des Bundesamts für Kultur (BAK) erhalten hat.
19. September 2021
Berthe Morisot, Junge Frau auf dem Sofa [Jeune Femme au Divan], Detail, 1885, Öl/Lw, 61 x 50.2 cm (Tate, London; Bequeathed by the Hon. Mrs A.E. Pleydell-Bouverie through the Friends of the Tate Gallery 1968, Photo ©Tate)

Riehen b. Basel | Beyeler: Close Up. Berthe Morisot bis Elizabeth Peyton

Die Ausstellung zeigt Werke von Künstlerinnen, deren Schaffen herausragende Positionen innerhalb der Geschichte der Moderne seit 1870 bis heute darstellen. Es ist der Zeitraum, zu dessen Beginn es Künstlerinnen in Europa und Amerika erstmals möglich wurde, auf breiter Basis professionell tätig zu sein.
18. September 2021
Alicja Kwade, Selbstporträt, 2020, Courtesy of the artist; KÖNIG GALERIE, Berlin/ London/ Seoul/ Decentraland, Foto: Roman März

Berlin | Berlinische Galerie: Alicja Kwade. In Abwesenheit

Alicja Kwade (* 1979) erarbeitet 2021 eine ortsspezifische Installation in der ersten großen Ausstellungshalle der Berlinischen Galerie.
16. September 2021
Agnieszka Polska, Eclipse, 2012 (© Courtesy the artist and Zak Branicka Gallery, Berlin)

Wien | Belvedere 21: Sammlung Belvedere von Lassnig bis Knebl Avantgarde und Gegenwart seit den 1930ern

Die Ausstellung präsentiert eine hochkarätige Auswahl gegenwärtiger und historischer Positionen in ein produktives Wechselverhältnis. Verschiedene Erzählstränge vermitteln Zugänge zur Kunst von den 1930er Jahren bis heute und zeigen wesentliche Strömungen und Tendenzen auf.
15. September 2021
Helen Frankenthaler, Madame Butterfly, 2000, Holzschnitt in 102 Farben (© 2020 Helen Frankenthaler Foundation, Inc. / DACS / Tyler Graphic Ltd., Mount Kisco, NY)

London | Dulwich Picture Gallery: Helen Frankenthaler. Radical Beauty Farbholzschnitte der amerikanischen Malerin

Erste große Ausstellung der beeindruckenden Farbholzschnitte der führenden Abstrakten Expressionistin Helen Frankenthaler (1928–2011) in Großbritannien.
11. September 2021
Paula Modersohn-Becker, Mädchen mit Kind, Detail, 1902, Öl/Karton, 45.3 x 50.5 cm (Kunstmuseum Den Haag)

London | Royal Academy of Art: Modersohn-Becker – Kollwitz – Münter – Werefkin Pionierinnen der Moderne in Deutschland

„Making Modernism“ ist die erste große britische Ausstellung, die den Pionierinnen der frühen 1900er Jahren in Deutschland gewidmet ist.

ARTinLIFE

11. Dezember 2017
ARTinWORDS Adventskalender 2017, FB

ARTinWORDS Adventskalender 2017: Kunst aus Wien Kunstvolle Momente mit Kunstwerken aus Wiener Sammlungen

Einige der schönsten Werke aus Wiener Museen im ARTinWORDS Adventskalender 2017: Freut euch auf Klimt, Schiele, Dürer, Klee, Cellini, Rubens, Tintoretto uvm

Kunstgeschichte

Kubismus

Der Begriff Kubismus leitet sich vom französischen Wort „cube“ für Würfel ab und wird seit Mitte November 1908 verwendet. Er bezeichnet eine Stilrichtung vom Beginn des 20. Jahrhunderts, die von Pablo Picasso (1881–1976) und Georges Braque (1882–1963) zwischen 1907/08 und 1910 entwickelt wurde. Die erste Phase, der sogenannte Analytische Kubismus, dauerte von 1910 bis Anfang 1912 und stellte die Recherche nach der gleichzeitigen Darstellung verschiedener Ansichten eines Objekts in das Zentrum. Nach dem Auftauchen der „Salonkubisten“ veränderten Braque und Picasso ihre Gestaltungsweise, indem sie realistische Elemente nicht mehr darstellten (imitierten), sondern Papierschnipsel, Tapeten und andere gefundene Objekte in ihre nunmehr buntfarbigen Bilder einbanden und so den Synthetischen Kubismus prägten.

15. Juli 2021
Franz Marc, Liegender Stier, Detail, 1913, Tempera auf Papier, 40 x 46 cm (Museum Folkwang, Essen, Foto: Jens Nober)

Essen | Museum Folkwang: Expressionismus am Folkwang Entdeckt – Verfemt – Gefeiert

Im Herbst 2022 zeichnet diese Ausstellung erstmals das besondere Verhältnis zwischen dem Museum Folkwang und den Künstler*innen des Expressionismus nach.
14. Juli 2021
Ernst Ludwig Kirchner, Akte im Strandwald, Detail, 1913, Öl auf Leinwand, 124 x 90 cm (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) © Foto: Punctum/Bertram Kober)

Aschaffenburg | KirchnerHAUS: Kirchners Badende Neuschöpfung und Erinnerung

Ausgehend von den Badeszenen in den Dresdner Ateliers und den gemeinsamen Badefreuden der Brücke-Künstler an den Moritzburger Seen und der Ostseeinsel Fehmarn sowie von Kirchners Schweizer Jahren an den Bergbächen von Davos, zeichnet der Band dieses Thema anhand von Gemälden, Aquarellen und druckgraphischen Arbeiten nach - incl. der Rekonstruktion der Wandgemälde, die Kirchner 1916 im Sanatorium in Königstein schuf.

Expressionismus

Der Expressionismus (franz., engl. expression „Ausdruck“) gehört zu den ersten Kunstströmungen der Klassischen Moderne, die zu Beginn des 20. Jh. in Anlehnung an die Errungenschaften des Post-Impressionismus radikal mit tradierten Werten und Auffassungen brach und der Kunst neue Inhalte und Intentionen eröffnete. Bis heute zählt der Expressionismus neben Kubismus und Futurismus zu den wichtigsten Entwicklungen der europäischen Kunst vor dem Ersten Weltkrieg. Der Ausbruch des Kriegs 1914 setzte dem Kunstexperiment vorläufig ein Ende. Während des Kriegs fanden viele Maler und Bildhauer jene Anerkennung, um die sie die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg so heftig kämpfen mussten.

15. Juli 2021
Franz Marc, Liegender Stier, Detail, 1913, Tempera auf Papier, 40 x 46 cm (Museum Folkwang, Essen, Foto: Jens Nober)

Essen | Museum Folkwang: Expressionismus am Folkwang Entdeckt – Verfemt – Gefeiert

Im Herbst 2022 zeichnet diese Ausstellung erstmals das besondere Verhältnis zwischen dem Museum Folkwang und den Künstler*innen des Expressionismus nach.
14. Juli 2021
Ernst Ludwig Kirchner, Akte im Strandwald, Detail, 1913, Öl auf Leinwand, 124 x 90 cm (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) © Foto: Punctum/Bertram Kober)

Aschaffenburg | KirchnerHAUS: Kirchners Badende Neuschöpfung und Erinnerung

Ausgehend von den Badeszenen in den Dresdner Ateliers und den gemeinsamen Badefreuden der Brücke-Künstler an den Moritzburger Seen und der Ostseeinsel Fehmarn sowie von Kirchners Schweizer Jahren an den Bergbächen von Davos, zeichnet der Band dieses Thema anhand von Gemälden, Aquarellen und druckgraphischen Arbeiten nach - incl. der Rekonstruktion der Wandgemälde, die Kirchner 1916 im Sanatorium in Königstein schuf.

Klassische Moderne

Die Klassische Moderne fasst unterschiedliche Stile und Personalstile von ca. 1900/05 bis 1930/40 zusammen. Verbindenes Element ist der Fortschrittsglaube und die Utopie einer gesellschaftsverändernen Kraft der Kunst. Paris hatte sich bereits im 19. Jahrhundert als Zenrum der zeitgenössischen Kunst etabliert und blieb auch noch bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bestimmend. Weitere bedeutende Metropolen waren Wien (Jugendstil, WienerWerkstätte, Expressionismus), München und Berlin ab den 1910er Jahren genauso wie Mailand, wo die Futuristen die Abkehr von der Tradition vehement einforderten.

Wenn auch Künstlerinnen und Künstler sich auf höchst unterschiedliche Weise ausdrückten, so verband sie der Wunsch, über die Grenzen tarditioneller Kunstproduktion hinwegzusetzen. Dies geschah durch Ablehnung der Zentralperspektive, Inspiration durch „primitive Kunst“ (Primitivismus), gesteigerte Farbigkeit (Fauvismus), Reduktion auf kubische Qualitäten (Analytischer Kubismus), Bewegungsphasen kompiliert (Futurismus), Abstraktion (Kandinsky, Mondrian, Brancusi), emotionale Einfühlung und „Visionen“ (Wiener und deutscher Expressionismus), Collage (Synthetischer Kubismus), Traumwelten und Ängste (Surrealismus), Rückkehr zu Ordnung (Neue Sachlichkeit).

11. September 2021
Paula Modersohn-Becker, Mädchen mit Kind, Detail, 1902, Öl/Karton, 45.3 x 50.5 cm (Kunstmuseum Den Haag)

London | Royal Academy of Art: Modersohn-Becker – Kollwitz – Münter – Werefkin Pionierinnen der Moderne in Deutschland

„Making Modernism“ ist die erste große britische Ausstellung, die den Pionierinnen der frühen 1900er Jahren in Deutschland gewidmet ist.
16. August 2021
Otto Dix, Die Skatspieler, Detail, 1920 (1995 erworben durch die Freunde der Nationalgalerie und das Land Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2021. Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin / Jörg P. Anders)

Berlin | Neue Nationalgalerie: Die Kunst der Gesellschaft 1900–1945. Sammlung der Nationalgalerie Sammlungspräsentation der Nationalgalerie–Staatliche Museen zu Berlin

Die Neue Nationalgalerie präsentiert nach sechs Jahren sanierungsbedingter Schließung erstmals wieder die Hauptwerke der Klassischen Moderne aus der Sammlung der Nationalgalerie.

Jugendstil

Der Jugendstil (auch: Art Nouveau, Modern Style, Nieuwe Kunst, Arte Liberty) hatte seine wichtigste Phase zwischen 1890 und 1910 und breitete sich nach der Weltausstellung in Paris 1900 rasant aus. Die wichtigsten Stilmittel des Jugendstils sind Raumlosigkeit und Flächigkeit, abstrahierte Formen und außergewöhnliche Bildausschnitte, Einsatz von Mustern und die schwingende, arabeskenhafte Linie.

Die Künstlerinnen und Künstler des Jugendstils wurden meist in den 1860er Jahren geboren und wollten der Rationalisierung der Welt eine traumversunkene Gegenwelt entgegenhalten. Obschon sie eine funktionelle Arbeitsumgebung anstrebten, suchten sie doch eine betonte Intimatmosphäre im Privaten. Inspiriert durch die englische Arts and Crafts Bewegung verwirklichten Jugendstil-Künstler eine Symbiose von Seelenleben, Technik, Handwerkskunst (traditionellen Techniken) und Natur. Mittelalterliche und japanische Vorbilder ermutigten sie, Formen zu „deformieren“, d.h. einem Stilwollen zu unterwerfen. Pflanzenornamente und abstrakte Linienformationen sind nicht nur als Dekoration gedacht, sondern versinnbildlichen das Konzept des Jugendstils.

Die Stilpluralität des Jugendstils reich von der Schule von Pont-Aven (Bretagne), die als Gruppe 1889 erstmals gemeinsam ausstellte, zu Henri de Toulouse-Lautrecs Plakaten, vom Wiener Jugendstil rund um Gustav Klimt, Josef Hoffmann, der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte zum Belgier Henry van de Velde bzw. dem Münchner Franz von Stuck. Diese Künstler und wenigen Künstlerinnen opponierten gegen die Überzeugungen der älteren Generation, ohne sich gänzlich von der Tradition abzuwenden. Secessionsgründungen und Gruppenzusammenschlüsse ab den frühen 1890er Jahren sind sichtbarer Ausdruck des neuen Lebensgefühls. Dem Ästhetizismus opferten sie jedoch den Realismus und die Gesellschaftskritik.

4. August 2021
Josef Hoffmann, Ansichten des Speisesaals mit Klimt-Fries, Palais Stoclet, Brüssel, 1914 (© MAK)

Wien | MAK: Josef Hoffmann Fortschritt durch Schönheit

Aus Anlass seines 150. Geburtstags dokumentiert die Ausstellung erstmals umfassend das Gesamtwerk des Architekten, Designers, Lehrers und Ausstellungsmachers Josef Hoffmann (1870–1956), einer der zentralen Figuren der Wiener Moderne und internationalen Lebensreformbewegung.
18. April 2021
Charlotte Billwiller, Mathilde Flögl, Susi Singer, Marianne Leisching und Maria Likarz, Fotografie 1924-25 (© MAK)

Wien | MAK: Frauen der Wiener Werkstätte Künstlerinnen, Designerinnen, Kunsthandwerkerinnen von 1903 bis 1933 in Wien

Die Ausstellung „Die Frauen der Wiener Werkstätte“ wirft einen zeitgemäßen, feministischen Blick auf diese herausragende Epoche der Kunstgeschichte.

Symbolismus

Am 18. September 1886 veröffentlichte der Dichter Jean Moréas das Symbolistische Manifest im „Figaro“. Darin verswuchte er die junge Generation von Schriftstellern vom Vorwurf der „Dekadenz“ zu befreien. Das Feld des Symbolismus war von Literaten und Künstlern aufbereitet worden.

Der Symbolismus ist international und schwer zu definieren. Leichter fällt eine Aufzählung, was er nicht ist: Der Symbolismus ist anti-realistisch, anti-naturalistisch, anti-impressionistisch, anti-akademisch, anti-klassisch, aber auch anti-romantisch. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich von etwa 1848 bis zum Ersten Weltkrieg, wobei berühmte Vorläufer wie William Blake, Caspar David Friedrich, Johann Heinrich Füssli im frühen 19. Jahrhundert zur Romantik (zu Schwarzen Romantik) gehörten. Insofern beerbten die Symbolisten die Romantiker und die Naturphilosophen, um eine Gegenposition zum Positivismus zu bilden.

Die Symbolisten suchten nach Ideen und Begriffen, die außerhalb der sichtbaren Welt liegen. Sie fanden sie im Inneren des (auch psychisch erkrankten) Individuums oder in Grenzzuständen des Bewusstseins (Jean Starobinski), was sie in entsprechender Form (Symbolen) sichtbar zu machen versuchten. Maler wie Ferdinand Hodler oder Edvard Munch zeigten den leidenden, kranken Körper. Henri Edmond Cross notierte einen Satz von Pierre Puvis de Chavannes in sein Skizzenbuch: „Jede klare Idee lässt sich in einen formalen Gedanken übersetzen.“

6. Juni 2021
James Ensor, Der tote Hahn, 1894 (Kunsthalle Mannheim)

Mannheim | Kunsthalle Mannheim: James Ensor

James Ensor in der Kunsthalle Mannheim 2021 zu den Motivkreisen Selbstbildnis – Maske – Tod – Stillleben, incl. Grafikmappe „La Gamme d'Amour“ & 93 Einzelblättern.
14. September 2020
Jean Delville, L’Amour des âmes, Detail, 1900, Öl und Tempera auf Leinwand (© Musée d’Ixelles Brussels, Foto: Vincent Everarts)

Berlin | Alte Nationalgalerie: Belgischer Symbolismus „Todessehnsucht und Dekadenz“ in der belgischen Kunst um 1900

Das Spezifikum des belgischen Symbolismus ist eine Vorliebe für eine morbide und dekadente Motivik. Die groß angelegte Sonderausstellung stellt das Spektrum an bislang wenig bekannten belgischen Positionen wie Fernand Khnopff, Léon Spilliaert, Félicien Rops, James Ensor oder Jean Delville vor.

Historismus

Der Historismus wird meist mit Architektur in Verbindung gebracht, die in der zweiten Hälfte des 19. und im frühen 20. Jahrhundert im Stilzitat wichtige Anregungen fand. Industrialisierung und verbesserte Infrastruktur führten zu Verstädterung, dem Abbruch von Befestigungsringen und grundlegenden Eingriffen in die Stadtplanung. Paris und Wien sind hierfür die besten Beispiele.

Nach dem Schleifen der Stadtmauer in Wien wurde das Glacis mit der Ringstraße verbaut. Das Areal wurde in Parzellen eingeteilt, wo bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs sowohl öffentliche wie private Gebäude, Parks und Denkmäler errichtet wurden. Staatsoper (vormals Hofoper), Votivkirche, Rathaus, Parlament, Universität, Burgtheater (vormals Hofburgtheater) zeigen Stilelemente der griechischen Klassik, Gotik, italienischen Renaissance, Barock, die in inhaltlichem Zusammenhang mit den Funktionen der Bauten stehen. Der Boulevard diente dem wirtschaftlichen erstarkten Großbürgertum als Flaniermeile, Reitallee sowie dem Militär.

Skulptur und Malerei des Historismus sind akademisch und anti-modern. Mit großer technischer Finesse und nach historischen Recherchen führten Maler wie Hans Makart, Franz Xaver Winterhalter, Léon Gêrome, Lawrence Alma-Tadema u.v.m. meist großformatige Gemälde mit historischen Szenen aus. Da ihre Werke vornehmlich am Pariser Salon der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, wird auch der Begriff Salonmalerei verwendet.

9. September 2021
Osman Hamdi Bey, Über den Koran meditierend, Detail, 1902 (Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien)

Wien | Belvedere: Raden Saleh. Osman Hamdi Bey. Hakob Hovnatanyan Kunst von Welt in der Sammlung des Belvedere

Drei Maler, drei Geschichten im Spannungsfeld europäischer, nahöstlicher und asiatischer Kulturen – drei Pioniere der Malerei ihrer Herkunftsländer in der Sammlung des Belvedere werden erstmals präsentiert.
22. Februar 2017
Lawrence Alma-Tadema, The Roses of Heliogabalus, 1888, Öl auf Leinwand, 132,7 x 214,4 cm (Colección Pérez Simón, Mexiko, Foto: © Piera, Arturo)

Lawrence Alma-Tadema Leben und Werk

Lawrence Alma-Tadema (1836–1912) war ein Historienmaler des späten 19. Jahrhunderts, der aus Holland stammte, in Flandern studierte und für antike Massenszenen, meist pompeijanische oder römische Sujets, in England berühmt wurde. Für seine detailreichen Großformate studierte er Realien und antike Stätten in Büchern, Museen und vor Ort. Mit wissenschaftlicher Genauigkeit setzte er seine Phantasien in gekonnten Inszenierungen um und wurde so zum Ideengeber für so manchen Hollywood-Film wie „Ben Hur“ oder den „Gladiator“. Alma-Tadema wirkt mit seinen Gemälden entschieden auf das heutige Bild der Antike.

Impressionismus

Impressionismus (von franz. impression, dt. Eindruck) beschreibt eine Stilrichtung der Malerei, die durch eine helle Palette, lockeren, skizzenhaften Farbauftrag mit sichtbaren Pinselstrichen, Malen vor dem Motiv und meist Pleinairmalerei gekennzeichnet ist. Selten erzählen impressionistische Maler in ihren Werken Geschichten, stattdessen fokussieren vor allem die Maler auf die sinnliche Wahrnehmung. Impression meint ein rasches, intuitives und (scheinbar) improvisiertes Festhalten eines flüchtigen Augenblicks. Die Beobachtung von Lichteffekten und der sich verändernden Farbstimmungen über das ganze Jahr nahm einen höheren Stellenwert ein als die Bedeutung des Dargestellten, weshalb die Impressionistinnen und Impressionisten es vorzogen, im Freien (franz. en-plain-air) und in Serien zu arbeiten.Diese Definition lässt sich besonders gut auf die Landschaftsmalerei des Impressionismus anwenden, während die Figurenmaler unter der Führung von Edgar Degas sich stärker in der Tradition der Akademie sahen und die Bezeichnung Impressionismus für ihre Werke ablehnten. Der führende Maler des Impressionismus ist Claude Monet, der während der 1860er Jahre gemeinsam mit Kollegen den Realismus weitertrieb, um dem neuen Lebensgefühl von Modernität und Schnelligkeit Rechnung tragen zu können.

Impressionismus in der Bildhauerei wird von Auguste Rodin geprägt, in der Fotografie ist er besser unter dem Begriff Piktorialismus bekannt. Die Piktorialisten nutzten erstmals und experimentell Farbfotografie und schätzten unscharfe Aufnahmen. Zu den wichtigsten Fotografen des Impressionismus um 1900 zählt der in Wien ansässige Heinrich Kühn (1866–1944).

4. September 2021
Camille Pissarro, Frau mit grünem Schal [Femme au fichu verte], Detail, 1893, Öl auf Leinwand, 65,5 x 54,5 cm (Paris, musée d'Orsay, Photo © RMN-Grand Palais (musée d'Orsay) - © Franck Raux)

Basel | Kunstmuseum: Camille Pissarro

Camille Pissarro (1830–1903), Pionier des Impressionismus und des Neo-Impressionismus. Überblicksausstellung im Kunstmuseum Basel (Herbst/Winter 2021)
28. August 2021
Ilja Repin, Auf dem Feldweg. Wera Repina mit ihren Kindern, Detail, 1879, Öl/Lw, 61.5 х 48 cm (Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau)

Potsdam | Museum Barberini: Impressionismus in Russland „Aufbruch zur Avantgarde“ bringt Meisterwerke der Tretjakow-Galerie nach Deutschland

Zahlreiche Künstler in Russland ließen sich von der Malweise französischer Impressionisten anregen. Zu den ersten und wichtigsten zählte Ilja Repin, der Mitte der 1870er Jahre in Paris lebte. Zurück in Russland brachte er das Studium des Sonnenlichts, die Freilichtmalerei und die hellen Farben in die realistische Malerei ein.

Realismus

Realismus (von lat. res für Ding) ist ein hochkomplexer Begriff, mit dem eine bestimmte Haltung und Weltanschauung, wie auch Methode der Kunstproduktion beschrieben wird. Im Jahr 1855 verwendete ihn Gustave Courbet, um seine von der Jury der Weltausstellung abgewiesenen, anti-akademischen, anti-idealistischen Gemälde im „Le Réalisme“ auszustellen. Er sah in seinen großformatigen Werken, in denen er die regionale Landschaft und die Bevölkerung realistisch, d.h. getreu im monumentalen Format schilderte, einen neuen, von vielen als brutal und „hässlich“ empfundenen Stil. Dahinter stand eine politische, sozialistische Aussage, der Realismus ist daher auch eine Art „Kampfbegriff“ in der französischen Kunsttheorie. Zwischen etwa 1830 und 1880 widmeten sich einige Künstler einzig der sichtbaren Welt, berührbaren Dingen und lehnten akademische Historienmalerei (Salonmalerei) entschieden ab. Mit den „Steineklopfern“ und dem „Begräbnis von Ornans“ (1850) setzte Arbeitern und der zeitgenössischen Gesellschaft monumentale Denkmäler.

9. September 2021
Osman Hamdi Bey, Über den Koran meditierend, Detail, 1902 (Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien)

Wien | Belvedere: Raden Saleh. Osman Hamdi Bey. Hakob Hovnatanyan Kunst von Welt in der Sammlung des Belvedere

Drei Maler, drei Geschichten im Spannungsfeld europäischer, nahöstlicher und asiatischer Kulturen – drei Pioniere der Malerei ihrer Herkunftsländer in der Sammlung des Belvedere werden erstmals präsentiert.
24. Juli 2021
Anton Filkuka, Holzsammelnde Kinder, 1925 (Belvedere, Wien)

Wien | Belvedere: Lebensnah. Realistische Malerei von 1850 bis 1950 Kontinuitäten im Realismus

Welche Kontinuitäten finden sich im Realismus über die Jahrzehnte hinweg? Die Sonderausstellung im Oberen Belvedere zeigt den Facettenreichtum einer Kunstauffassung, die sich auch als Spiegel ihrer sozialen Umwelt verstand.

Romantik

Romantik ist kein Stil, sondern eine Geisteshaltung, die das Geheimnisvolle, Obskure und Sublime dem Glatten und Schönen vorzieht. Um 1810 organisierte sich in Wien der Lukasbund, der Dürer und Raffael miteinander vereinen wollte. Als Caspar David Friedrich und William Turner ihre ersten Erfolge als Landschaftsmaler errang, schuf der alternde Francisco de Goya seine schwärzesten Bilder. Gleichzeitig prägte William Blake die Vorstellung vom Künstler als visionäres Genie und Prophet. Von mittelalterlichen Märchen zu Dr. Faustus, von atemberaubenden Berglandschaften zu nebelverhangenen Gegenden - immer ist es das Innerste, die Gefühlsebene, die romantische Künstlerinnen und Künstler zu neuen Schöpfungen antrieben.

12. Juni 2021
Johann Erdmann Hummel, Die Granitschale im Berliner Lustgarten, Detail, 1831 (© Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Jörg P. Anders)

Berlin | Alte Nationalgalerie: Johann Erdmann Hummel Kunst und Wissenschaft in der Berliner Romantik

Im Sommer 2021 zeigt die Alte Nationalgalerie eine Ausstellung des Malers und Wissenschaftlers Johann Erdmann Hummel (1769–1852). Der „Perspektiv-Hummel“ ist heute bekannt für seine präzisen Schilderungen der modernen Berliner Architektur.
16. Mai 2021
Karl Hagemeister, Weißer Mohn, Detail, 1881 (© Landesmuseum Hannover)

Hannover | Landesmuseum Hannover: Im Freien. Von Monet bis Corinth Freilichtmalerei von 1820 bis 1930

Klassizismus

Mit der Klassischen Kunst im "Rucksack" strebten Künstler um 1800 nach "stiller Einfalt und edler Größe" (J.J. Winkelmann), inspiriert von den jüngsten Funden in Pompeij. Der italienische Bildhauer Antonio Canova und der französische Maler Jacques-Louis David prägten eine ganze Generation, indem sie in ihren Werken heroische Männlichkeitsideale sowie tugendhaft zurückhaltende Frauen beschworen. In Skulptur, Malerei und vor allem Architektur lösten bildparallele Kompositionen, geradlinige Formen und die Orientierung an den klassischen Kanon (Maßverhältnisse) die bewegten, barocken Schwünge ab.

23. Juni 2020
Angelika Kauffmann, Selbstporträt der Künstlerin am Scheideweg zwischen Musik und Malerei, Detail, Rom 1794, Öl/Lw, 147,3 x 215,9 cm (Nostell Priory, West Yorshire © National Trust Images/John Hammond)

Düsseldorf | Museum Kunstpalast: Angelika Kauffmann Bedeutendste Künstlerin Europas um 1800

Angelika Kauffmann (1741–1807) vertritt exemplarisch den neuen Typus einer europaweit vernetzten und weltgewandten Künstlerin. Ihr breitgefächertes Œuvre repräsentiert wesentliche Aspekte des internationalen Klassizismus im Zeitalter der Aufklärung und Empfindsamkeit.
3. Februar 2020
Joseph Rebell, Sonnenuntergang über den Campi Flegrei gegen die Inseln Procida und Ischia, Detail, 1819, Öl/Lw, 98 x 136 cm (Belvedere, Wien)

Wien | Belvedere: Joseph Rebell Im Licht des Südens

Das Belvedere widmet im Frühjahr und Sommer 2021 dem bedeutenden Landschaftsmaler Joseph Rebell (1787–1828) eine erste Einzelausstellung.

Rokoko

Antoine Watteaus Bilder von der utopischen Liebesinsel Kythera sind charakteristisch für die französische Malerei des Rokoko. Atmosphäreische Landschaften, zarte Figuren, poetisch-elegische Stimmungen und subtiles Kolorit prägen die Genremalerei, während im Porträt hochrepräsentative und intime Bildnisse gleichermaßen geschätzt wurden. Der Stil des Rokoko breitete sich von Frankreich über Mitteleuropa aus und wurde vor allem für Möbel und Innenausstattungen geschätzt.

16. Mai 2021
François Boucher, Schäfer und Schäferin, Detail, 1760 (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe)

Karlsruhe | Staatliche Kunsthalle Karlsruhe: François Boucher Hauptmeister des Rokoko zum 250. Todestag geehrt

Erste monografische Ausstellung über François Boucher (1703–1770) in der Karlsruher Kunsthalle anlässlich dessen 250. Todestags.
10. Juli 2020
William Hogarth, A Scene from ‘The Beggar’s Opera’ VI, 1731 (Tate, London)

London | Tate Britain: Hogarth und Europa

Zum ersten Mal wird diese Ausstellung Hogarths wichtigste Werke mit denen seiner Kollegen auf dem gesamten Kontinent zusammenbringen – darunter Francesco Guardi in Venedig, Chardin in Paris und Cornelis Troost in Amsterdam –, um die grenzüberschreitenden Strömungen, Parallelen und Sympathien aufzuzeigen.

Barock

Der Stil des Barock wurde kurz vor 1600 in Rom aus der Taufe gehoben und international verbreitet: In Architektur und Skulptur setzte Gian Lorenzo Bernini neue Maßstäbe, so wie es Caravaggio in der Malerei tat. Das dramatische Hell-Dunkel und die Verletzung des decorum (Schicklichkeit) des ungestümen Malerstars wurde richtungsweisend und namensgebend für realistische Schilderungen von Martyrien und Genreszenen der so genannten Caravaggisten. Das Goldene Zeitalter (17. Jahrhundert) der holländischen Malerei ist nicht nur von Rembrandt van Rijn geprägt, sondern brachte aufgrund des enorm angewachsenen Wohlstandes des Bürgertums mit Genre, Landschaft und Stillleben drei neue Kunstgattungen hervor. In Spanien und den Kolonien prägten hingegen sakrale und höfische Aufträge die Kunstproduktion, da die Kunst des Barock mit ihrer Emotionalität als Mittel der Gegenreformation eingesetzt wurde. Mit Peter Paul Rubens gelang einem Flamen eine europäische Karriere, da er in seiner Malerei größte Prachtentfaltung, Dynamik und emotionale Ergriffenheit geschickt verbinden konnte.

Im Vergleich zu Italien, Spanien und Süddeutschland setzte sich der bewegte Stil des Barock in Frankreich und England nicht durch: In beiden Ländern dominierte eine klassische Auffassung, die auch als Barockklassizismus (Frankreich) und Palladianismus (Architektur in England) bezeichnet wird.

9. September 2021
Jan Vermeer, Die Briefleserin (am offenen Fenster), Detail, um 1657/59, Öl/Lw, 83 x 64,5 cm (Dresden, Gemäldegalerie Alte Meister – Staatliche Kunstsammlungen)

Dresden | Zwinger: Vermeer „Briefleserin am offenen Fenster“ und die holländische Genremalerei des 17. Jahrhunderts

Anlässlich der Restaurierung von „Brieflesendes Mädchen am offenen Fenster“ plant Dresden für das Frühjahr 2021 eine Vermeer-Ausstellung: Zehn Bilder Vermeers und weitere 50 seiner Zeitgenossen kontextualisieren das Dresdner Genrebild mit neuer Aussage!
26. August 2021
Johannes Nepomuk, Detail, um 1750, Gouache auf Pergament, Reliefstickerei mit Metallfäden auf Seide (Dommuseum Salzburg / J. Kral)

Salzburg | Dommuseum: Johannes Nepomuk Der Heilige schlechthin?

Als eine der wenigen Institutionen widmet das Salzburger Dommuseum dem hl. Johannes von Nepomuk (um 1345/50–1393) eine Ausstellung anlässlich der Seligsprechung des Prager Kanonikers vor 300 Jahren.

Renaissance

Die Wiederentdeckung der Antike ist nur ein wichtiger Aspekt für die Kunst der Renaissance, weiters spielt auch die veränderte Auseinandersetzung mit der Natur und dem Menschenbild eine gewichtige Rolle. Nicht zuletzt bestimmten italienische Künstler ab 1500 ihre Position als intellektuelle Tätigkeit. Die „Erfindung“ der Renaissance in Florenz vollzog sich im frühen 15. Jahrhundert in Bildhauerei (Donatello) und Architektur (Alberti, Brunelleschi). Über Rom breitete sich der neue Stil nach Mittel- und Norditalien (Venedig) aus. Drei der berühmtesten Maler der Epoche - Leonardo, Michelangelo, Raffael - lebten 1505 in Florenz und Rom, wo sie im künstlerischen Wettstreit in öffentlichen Aufträgen gegeneinander antrat. Venedig war das dritte Zentrum der Renaissance-Kunst in Italien, gefolgt von den Höfen von König Alfons von Aragon in Neapel, Federico da Montefeltro in Urbino, Ludovico „Il Moro“ in Mailand, der Este in Ferrara sowie der Gonzaga in Mantua.

Die Renaissance in Flandern entwickelte sich völlig eigenständig in der Nachfolge von Melchior Broederlam: Jan van Eyck, Robert Campin (vielleicht identisch mit dem „Meister von Flémalle“), Rogier van der Weyden sowie Hans Memling erforschten die Perspektive aus eigener Anschauung (nicht theoretisch) und widmeten jedem noch so feinen Detail ihre Aufmerksamkeit. Als Begründer der Ölmalerei auf Leinwand gehören die altniederländischen Maler zu den Realisten des 15. Jahrhunderts. Diese Tradition führte im frühen 16. Jahrhundert zur „Erfindung“ der Landschaftsmalerei durch Joachim Patinier.

Das neue Medium der Druckgrafik wurde zu einem wichtigen Verbreitungsmotor neuer Errungenschaften in der Kunst und zusätzliche Einnahmequelle. Der Nürnberger Albrecht Dürer war schon mit 13 Jahren vom Verismus begeistert. Nachdem er zwei Mal Venedig bereist hatte, führte er, unterstützt von Humanisten, die Malerei in Süddeutschland auf eine wirklichkeitsbezogene Darstellungsform. Seine „Meisterstiche“ sind die ersten bildhaften Darstellungen in diesem Medium.

7. September 2021
Tizian, Junge Frau bei der Toilette, Detail, um 1515, Öl/Leinwand, 99 × 76 cm (Musée du Louvre, Département des Peintures, Paris © RMN-Grand Palais (musée du Louvre) / Franck Raux)

Wien | KHM: Tizians Frauenbild „Schönheit – Liebe – Poesie“

Die Ausstellung „Tizians Frauenbild“ konzentriert sich anhand von rund 60 Gemälden aus internationalen Sammlungen auf die Darstellung der Frau im Œuvre Tizians (um 1488–1576) und seiner Zeitgenossen.
6. August 2021
Raffael, Heilige Katharina von Alexandria, Detail, um 1507, Öl auf Pappel, 72.2 x 55.7 cm (© The National Gallery, London)

London | National Gallery of Art: Raffael Großprojekt auf Frühjahr 2022 verschoben

Raffael: Sein Leben war kurz, seine Arbeit produktiv und sein Erbe unsterblich. Im Herbst 2020 widmet ihm die National Gallery in London eine großangelegte Überblicksschau, ausgehend von den eigenen zehn Gemälden des bedeutenden Malers der italienischen Hochrenaissance.

Gotik

Gotik ist ein Begriff, der seit der Renaissance abwertend für die Kunst zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert verwendet wurde. Abgeleitet wurde er von der Bezeichnung für die Goten. Erst im frühen 19. Jahrhundert entdeckten Kunstschriftsteller (Goethe) und Künstler der Romantik die Qualitäten gotischer Werke neu. Dies führte zu großangelegten Bauprojekten wie der Fertigstellung des Kölner Domes nach den originalen Plänen aus der Gotik.

Die gotische Kunst des Hoch- und Spätmittelalters wurde mit der Entwicklung der französischen Kathedrale eingeläutet. Mit ihren hohen Proportionen und Strukturen wie Licht (farbige Glasfenster!) betonenden Bauweise wurde sie zur Leitgattung dieser Epoche. Die zugehörige Bauplastik, vor allem der figürliche Schmuck an den Portalen, schöpfte einerseits aus dem Erbe der Antike und andererseits aus einem neuen Naturalismus (z.B. Naumburger Stifterfiguren, Bamberger Reiter). In der Malerei begründete Giotto zu Beginn des 14. Jahrhunderts die abendländische Malerei.

Um 1400 breitete sich der Internationale Stil (auch: Weicher Stil, Internationale Gotik) über ganz Europa aus. In der Folge entwickelte sich die Kunst der Spätgotik und Frührenaissance gleichzeitig, wenn auch in unterschiedlichen Zentren. Zu den wichtigen neuen Kunstgattungen zählt das Porträt, da bürgerliches Mäzenatentum in bislang unerhörtem Ausmaß auftrat. Zur selben Zeit setzte das Retabel, in dem sich Skulptur, architektonisches Rahmenwerk und zunehmend Malerei verbanden, zu seinem Siegeszug an. Plastik und Malerei hatten sich von der Architektur gelöst, ja, die Malerei rückte immer deutlicher ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Als Tafelmalerei bzw. Tafelbild erlangte sie Beweglichkeit, Öffentlichkeit und Bedeutung, wobei zunehmend auch die Fähigkeiten der ausführenden Handwerker geschätzt und ihre Namen bekannt wurden.

6. Juli 2021
Hugo van der Goes, Marientod, Detail, um 1470 (Groeningemuseum, Brügge)

Brügge | Sint-Janshospitaal: Hugo van der Goes‘ Marientod Ergebnisse der Restaurierung

Der frisch restaurierte „Marientod“ des Hugo van der Goes macht deutlich, wie genial van der Goes Farbe, Komposition und Technik einsetzt. Anhand von sieben Visionen oder sieben Mini-Ausstellungen erfahren die Besucher*innen mehr über dieses außergewöhnliche Gemälde.
24. Juni 2021
Hugo van der Goes, Monforte-Altar, Detail, um 1470 (Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Dietmar Gunne)

Berlin | Gemäldegalerie: Hugo van der Goes

Hugo van der Goes war der wichtigste niederländische Künstler der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die Gemäldegalerie Berlin präsentiert 2022 die erste ihm gewidmete Sonderausstellung.

Romanik

Die Kunst der Romanik gilt als die erste, ganz Europa umfassende Epoche mittelalterlicher Kunst. Sie ist zwischen 1000 und 1250 zu datieren und löste die karolingische bzw. ottonische Kunst ab. Charakteristisch für romanische Architektur, meist Kirchen oder Klosterkirchen, ist der Rundbogen und die Ausrichtung der Kunstproduktion auf christliche Inhalte. Dies führte dazu, auch von Ars Sacra zu sprechen.

Romanische Kunst ist eng mit Klöstern verbunden, denn die Orden genossen um 11. und 12. Jahrhundert besonders den Schutz der Landesfürsten. Die skulturale Ausstattung von Portalen und Tympana sowie die Entwicklung des Altarretabels zeigen ab 1000 Tendenzen zur Monumantalität. Hölzerne Kruzifixe und Madonnen mit Kind, bronzene Taufbecken und Türbeschläge, vor allem aber die Schatzkunst in Elfenbein, Email und vergoldetem Metall faszinieren bis heute.

Die romanische Malerei ist als Wandmalerei und natürlich auch als Buchmalerei bedeutend. Der Übergang zur Gotik ist mit der Entwicklung der Glasmalerei verbunden. Zu den außergewöhnlichsten Werken der Romanik zählt zweifellos der Teppich von Bayeux (1077).

8. November 2018
Baseler Antependium, Detail, vor 1019, 120 x 175 cm (© Paris, Musée de Cluny - Musée national du Moyen Âge)

Basler Münster 1019–2019: Gold & Ruhm im Kunstmuseum Basel Geschenke für die Ewigkeit

Die Ausstellung "Gold & Ruhm. Geschenke für die Ewigkeit" im Kunstmuseum Basel zeigt die 1000-jährige Geschichte des Münsters: Das berühmte Basler Antependium, das anlässlich der Weihe 1019 von Kasier Heinrich II. und Kunigunde gestiftet worden ist, kehrt für die Schau aus Paris nach Basel zurück.
30. März 2015
Bildstein, Kalkstein Smiss, När, Gotland, Schweden (c) Gabriel Hildebrand /The Swedish History Museum (SHM 11521).

Wikinger! Die Wahrheit hinter dem Mythos

„Wikinger!“ Dieser Ausruf war von Mitte des 8. bis ungefähr zum frühen 12. Jahrhundert an vielen Küsten Europas ein Schreckensschrei - könnte man meinen. Doch nicht so in dieser Ausstellung! Das Schwedische Historische Museum und die Schallaburg rücken dem Mythos der Wikinger an den Leib. Zehn Kapitel - von Familie und Gesellschaft über Religion, Legenden und Handwerkskunst - führen in die Lebenswelt der Nordleute ein.

Antike Kunst

Antike Kunst entstand in Ägypten, China, Mesopotamien, Griechenland und Rom zwischen ca. 4.500 v.u.Z. und 300 n.u.Z., d.h. sie ist eng mit der Erfindung der Schrift, dem Mehrgottglauben, dem Totenkult verbunden. Vergleiche zwischen den Kulturen des Alten Ägypten und China haben ergeben, dass dies beiden frühen Hochkulturen einander durchaus ähnlich waren, oder zumindest für ähnliche Fragestellungen Lösungen suchten.

Die Kunst des Alten Ägypten beeinflusste die griechische und römische Antike zutiefst, griffen Künstler aus diesen beiden Kulturräumen doch auf künstlerische Errungenschaften zurück, die im Land am Nil entwickelt worden waren. Zu den bekanntesten Artefakten antiker Kunst zählen die ägyptischen Pyramiden, die Mumienmasken aus spätägyptischer-römischer Zeit, die Jade-Gewänder und Tonfiguren als Grabbeigaben im Alten China, die Kuroi (männliche Akte) und Tempelbauten der griechischen Klassik, die Monumentalskulptur der Römer.

20. Oktober 2019
Kanopensarkophag des Tutankhamun, gewidmet an Imseti und Isis, Detail, Gold, Einlegearbeit © IMG

London | Saatchi Gallery: Tutanchamun Der Goldene Pharao kommt nach London!

Tutanchamun in London verspricht eine der MUST SEE Ausstellungen des Winters/Frühjahrs 2019/20 zu werden. Bereits auf der ersten Station in Paris besuchten fast eine Million Menschen die von Viking Cruises organisierte Mega-Schau über die Grabbeigaben des berühmten goldenen Königs.
23. April 2018
Parthenon Fries, Westwand, Teil IX, Zwei Reiter (© Akropolis Museum, Athen)

Parthenon Skulpturen Tempel, Skulpturen, Phidias – eine Einführung

Das Parthenon in Athen ist eines der berühmtesten Gebäude der Antike. Seine Skulpturen werden auch heute noch bewundert. In diesem Beitrag sehen wir uns an, warum der Tempel so berühmt war (und ist), und warum diese ikonischen Werke einen Schlüsselmoment in der Geschichte der Kunst einnehmen.