Kunst & Aktuelle Ausstellungen

Vincent van Gogh: Sonnenblumen

5 Sonnenblumen van Goghs auf Facebook vereint: #SunflowersLive

Van Goghs Sonnenblumen entstanden zwischen August 1888 und Januar 1889 in Arles (Südfrankreich): sieben Versionen seines berühmtesten Gemäldes malte Vincent van Gogh rund um seinen Nervenzusxammenbruch. Heute sind fünf dieser Werke in Museen auf der ganzen Welt verstreut und konnten seither für keine Ausstellung an einen Ort gebracht werden. Am 14. August 2017 werden die „Sonnenblumen” virtuell, genauer: auf Facebook, wiedervereint. Die National Gallery (London), das Van Gogh Museum (Amsterdam), das Philadelphia Museum of Art, die Neue Pinakothek (München) und das Seiji Togo Memorial Sompo Japan Nipponkoa Museum of Art (Tokyo) zeigen in einer einzigartigen Zusammenarbeit ihre Sonnenblumen in einer virtuellen Ausstellung.

 

Facebook: 14.8.2017, #SunflowersLive

David Roentgen: Möbel als ästhetische und mechanische Meisterwerke

David Roentgen, geboren am 11. August 1743 in Neuwied in der Nähe von Frankfurt, war schon zu Lebzeiten eine Legende und einer der bedeutendsten deutschen Kunsttischler. Seine Werke entstanden während des Überganges vom Spätbarock zum Klassizismus. Hatte bereits sein Vater, Abraham Roentgen (1711–1793) mit seinen qualitätsvollen und präzise gearbeiteten Stücken den Ruhm der Werkstatt begründet, so trug David Roentgen ab 1766/67 zur Steigerung der Bekanntheit bei und setzte Maßstäbe im Möbelbau in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

 

Paul Gauguin. Der Künstler als Alchemist

Keramiken, Kunsthandwerk und Druckgrafik des französischen Malers

Paul Gauguin (1853–1903) ist vor allem für seine farbenprächtigen Bilder von Frauen aus der Südsee berühmt. Aber Paul Gauguin, ein Alchemist? Leben und Werk sind auch noch multidimensional? Der außergewöhnliche Titel ist zugleich metaphorisch wie faktisch zu verstehen. Zum einen verweisen die Kuratorinnen und Kuratoren auf mannigfaltige Materialien und künstlerische Zugänge des französischen Autodidakten. Zum anderen verwandelt der Künstler-Kunsthandwerker diese metaphorisch in geheimnisvolle Objekte, die die Fantasie anregen.

Chicago: The Art Institute, 25.6 .– 10.9.2017
Paris: Grand Palais, 9.10.2017 – 21.1.2018

Die Sehnsucht lässt alle Dinge blühen… Van Gogh bis Cézanne, Bonnard bis Matisse Die Sammlung Hahnloser

Meisterwerke des Postimpressionismus finden im Kunstmuseum Bern ein neues Zuhause

Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler trugen zwischen 1905 und 1936 eine der prestiegeträchtigsten Schweizer Privatsammlungen zusammen: Pierre Bonnard, Paul Cézanne, Aristide Maillol, Henri-Charles Manguin, Pierre-Albert Marquet, Henri Matisse, Odilon Redon, Félix-Édouard Vallotton, Henri de Toulouse-Lautrec, Vincent van Gogh und Édouard Vuillard stehen aber auch für die Freundschaften des Sammlerehepaares, für das die so häufig genutzte Formel „Leben für die Kunst“ wahrhaftig zutraf. Hedy war davon überzeugt, „mit ihrer Zeit leben“ zu müssen. Daher sahen sich die Hahnloser nach der Kunst ihrer Zeit um und trugen Werke der Nabis und des Fauvismus zusammen.

Bern: Kunstmuseum Bern, 11.8.2017 - 11.3.2018

20. August 2017
Henri Matisse im Atelier: Das geheime Leben der Dinge

Henri Matisse: Das geheime Leben der Dinge „Henri Matisse im Atelier“ in London

Henri Matisse (1869– 1954) liebte es zu sammeln. Seine Objekte im Atelier um sich zu wissen, war ihm nicht nur ein ästhetisches und intellektuelles Vergnügen, sondern beeinflusste seine Art der Gestaltung in einer bislang unterschätzten Weise. Seine Vasen, Skulpturen, Stoffe waren ihm wichtig, auch wenn es sich nicht um besonders seltene oder besonders gut erhaltene Werke handelte. Ob es afrikanische Masken und Skulpturen waren oder chinesisches Porzellan und Textilien aus der islamischen Welt – Henri Matisse arrangierte sie über Jahrzehnte hinweg in unzähligen Stillleben.
4. August 2017
Lucian Freud, Mother

Lucian Freud – Radierungen aus der UBS Art Collection Druckgrafiken des englischen Malers in Berlin

Die Radierungen des britischen Malers Lucian Freud (1922-2011) lassen einen „näheren Blick“ auf dessen Werk zu, so der Titel der von Anders Kold kuratierten Schau im Louisiana. „Ich dachte, ich könnte mir etwas zu eigen machen, das vielleicht auf diese Weise nicht gesehen oder übersehen worden wäre.“ (Lucian Freud)
17. Juli 2017
Henri Gascar (Paris 1634 oder 1635–1701 Rom), Porträt der Familie von Jan III. Sobieski, 1691, Öl auf Leinwand, 151 × 232 cm (Krakau, Königsschloss auf dem Wawel – Staatliche Kunstsammlungen)

Jan III. Sobieski. Ein polnischer König in Wien

Jan III. Sobieski (1629–1696) war einer der bedeutendsten militärischen Protagonisten der Barockepoche, damit ein Zeitgenosse von Prinz Eugen von Savoyen und spielte eine herausragende Rolle während der Belagerung Wiens 1683. Das Oberkommando Sobieskis bei der militärischen Operation des Entsatzes von Wien führte ihn zu hohen Ehren. Sobieski verstand es, den Sieg durch seine Künstler und das Protokoll inszenieren zu lassen.
13. Juli 2017
Kunst ins Leben! Der Sammler Wolfgang Hahn und die 60er Jahre, Ausstellungsansicht Museum Ludwig, Köln 2017, Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln, Britta Schlier

Sammlung Hahn: Eine Wanderausstellung gegen Phantomschmerzen Die Sammlung Wolfgang Hahn kehrt temporär nach Köln zurück

Zwischen Wien und Köln liegen 750 Kilometer. Als 1978 die Kunstsammlung des Kölner Restaurators Wolfgang Hahn (1924-1987), welche zu diesem Zeitpunkt 385 Werke umfasste, von der Republik Österreich für das Museum des 20. Jahrhunderts (heute: mumok) erworben wurde, mag diese Distanz noch eine große Herausforderung bedeutet haben. Und tatsächlich hat es beinahe 40 Jahre gedauert, bis die exportierten Kunstwerke diesen Weg in entgegengesetzte Richtung angetreten haben. Was passiert nun, wenn eine Sammlung nach so langer Zeit an den Ort ihres Ursprungs zurückkehrt? Augenscheinlich dasselbe wie bei Menschen: vor allem viele revitalisierte Erinnerungen, welche von Idealisierung und Nostalgie gekennzeichnet sind.
11. Juli 2017
Erwin Wurm, Installationsansicht MKM, Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg 2017 © VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: MKM / J. Steinicke

ERWIN WURM hoch 2 in Duisburg Befreiung der Kunst oder eine österreichische Sauerei?

Erwin Wurm stellt diesen Sommer im großen Stil in Duisburg aus. In zwei Häusern wird das „Wurmiversum“ in Form einer zusammenhängenden Überblicksschau vorgestellt. Das Lehmbruck Museum widmet sich „dem männlichen Prinzip“, während im Museum Küppersmühle der Fokus auf textilen Arbeiten und Fotografie liegt.
7. Juli 2017
Andreas Achenbach, Küstenlandschaft, München 1837, Öl auf Leinwand, Privatsammlung © Museum LA8 Baden-Baden

Andreas Achenbach: Landschaftsmalerei aus Düsseldorf Mit Seestücken und Wassermühlen zum Malerfürsten des Realismus

Andreas Achenbach (1815–1910) profitierte von der aufstrebenden Düsseldorfer Kunstakademie unter Wilhelm von Schadow, der ab 1826 die Direktion übernommen hatte. Der bereits im Alter von zwölf Jahren aufgenommene Landschaftsmaler bildete sich bis 1837 in Düsseldorf und München fort, bevor er mit stimmungsvollen, aber realistischen Landschaften der Umgebung von Düsseldorf große Erfolge feierte. Als ein Hauptvertreter der Düsseldorfer Malerschule prägte er mit seinen Bildern von Wassermühlen, Seestücken und norwegischen Küsten die naturalistische Landschaftsmalerei in Deutschland.

Zitat und Bilder der Woche

Die schönsten Werke sind die, welche die reine Fantasie des Künstlers ausdrücken.

Eugène Delacroix am 8. August 1856

 

Kunst-News

4. August 2017
Brigitte Kowanz, www, Foto: Monika Matzner, ARTinWORDS

Kowanz erhält den Deutschen Lichtkunstpreis 2018 Kunstmuseum Celle verleiht den mit 10.000 € dotierten Preis an Österreicherin

Brigitte Kowanz erhält den mit 10 000 Euro dotierten Deutschen Lichtkunstpreis, wie Robert Simon, Direktor des Kunstmuseum Celle mitteilte.
30. Juni 2017
Gerhard Richter, Abstraktes Bild 559-1, 1984, Öl auf Leinwand 200 x 300 cm (Kunstsammlung der Hypo Vereinsbank- Member of UniCredit) Courtesy Richter Images © Gerhard Richter 2017 (0131)

Ausstellungen in Wien und Krems | Juli 2017 Der ARTinWORDS Ausstellungskalender für Wien und Krems 7/2017

Ausstellungseröffnungen in Wien und Krems: Kunsthalle Krems, Secession, Leopold Museum, Belvedere (Winterpalais und 21er Haus) - Ausstellungseröffnungen international: Sonia Delaunay/Madrid, China & Ägypten/Berlin, Van Gogh im Wald/Amsterdam/Andreas Achenbach/Düsseldorf
6. Juni 2017
Gustav Klimt, Freundinnen (Wasserschlangen I), Detail, 1905/06, mit letzten Überarbeitungen 1907, Bleistift auf Pergament mit Aquarell- und Deckfarben, mit Silber- und Goldbronze und Goldauflagen gehöht, 50 × 20 cm (Belvedere, Wien, © Belvedere, Wien)

Ausstellungen | Wien | Juni 2017 Der ARTinWORDS Ausstellungskalender für Wien 6/2017

Welche Ausstellungen eröffnen und schließen in Wien im Juni 2017?

57. Biennale von Venedig 2017

11. Mai 2017
Brigitte Kowanz & Erwin Wurm | Biennale 2017

Brigitte Kowanz & Erwin Wurm | Biennale 2017

Bereits im Vorfeld warf die Entscheidung von Christa Steinle, Brigitte Kowanz und Erwin Wurm gemeinsam für die Biennale 2017 zu nominieren, Fragen auf. Zu unterschiedlich – ästhetisch wie inhaltlich – wären die beiden Positionen. Schwierig zu realisieren im ohnedies für ein Display herausfordernden Österreich Pavillon.
10. Februar 2017
Biennale von Venedig 2017

Biennale von Venedig 2017: Künstlerinnen und Künstler ARTE VIVA ARTE

Künstlerinnen und Künstler von ARTE VIVA ARTE, der von Christine Macel kuratierten Ausstellung der 57. Biennale von Venedig: ein Konzept mit neun "Transnationalen Pavillons" viel Mystik, Schamanismus, Büchern und - hoffentlich - Lebensfreude!
Leonardo, Landschaft von Arno und Flusstal, datiert 5. August 1473, Beschriftung: „di dì s[an]ta maria della neve / addj 5 daghossto 1473“ [Am Tag von Santa Maria della Neve / am 5. August 1473], Feder und zwei Farben brauner Tinte, 19,5 x 28,6 cm (Gabinetto Disegni e Stampe, Gallerie degli Uffizi, Florenz, 8 P recto)
Leonardo, Landschaft von Arno und Flusstal, datiert 5. August 1473, Beschriftung: „di dì s[an]ta maria della neve / addj 5 daghossto 1473“ [Am Tag von Santa Maria della Neve / am 5. August 1473], Feder und zwei Farben brauner Tinte, 19,5 x 28,6 cm (Gabinetto Disegni e Stampe, Gallerie degli Uffizi, Florenz, 8 P recto)
 
Mit Künstlerinnen und Künstlern, bzw. Persönlichkeiten aus der Kunstwelt zu sprechen, ermöglicht, einen Blick auf Konzepte, Prozesse und Arbeitsbedingungen zu erhaschen. Wir von ARTinWORDS gehen mit ihnen daher bevorzugt durch Ausstellungen oder besuchen sie in ihren Ateliers - in der Hoffnung auf noch viele erhellende und inspirierende Momente!

Alexandra Matzner, Chefredakteurin von ARTinWORDS

6. Juli 2017
Stefan Kutzenberger und Radek Knapp

Radek Knapp: „Uns fehlt eine existenzielle Sparsamkeit“ Knapp und Stefan Kutzenberger über „Die Stunde der Geburt“

Alfred Kubin schrieb die erste Phantasiegeschichte der österreichischen Literaturgeschichte, entwarf in seinen Zeichnungen düstere Welten und illustrierte Weltliteratur. Radek Knapp ist einer der bekanntesten österreichischen Autoren mit Warschauer Background. Stefan Kutzenberger lud den Autor von „Franio“ oder „Der Mann, der Luft zum Frühstück aß“ zu einem Cross-over-Projekt ins Museum und zwischen zwei Buchdeckeln rund um die Fragen: „Wer war ich, wie bin ich der geworden, der ich bin - und was erwartet mich noch?“
23. Mai 2017
Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Pauline Doutreluingne, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS.

Bonaventure Soh Bejeng Ndikung: „Es geht um Zusammenkünfte, Formen des Miteinander!“ Wie über Kolonialismus nachdenken? Ndikung und Pauline Doutreluingne über ihre Festwochen-Ausstellung „The Conundrum of Imagination“

Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Curator at Large der documenta 14, unterstützt von Co-Kuratorin Pauline Doutreluingne, stellte für die Wiener Festwochen eine unter die Haut gehende, mit beeindruckenden Bildern arbeitende Gruppenausstellung zum Thema Kolonialismus zusammen. Künstlerinnen und Künstler repräsentieren die anti-hegemoniale Welt und werfen gleichzeitig eigene Blicke zurück - auf die Geschichte von Eroberung, Vernichtung, Neubenennung, Deutung, Klassifizierung seit dem 16. Jahrhundert. Ndikung und Doutreluingne gelingt eine vielseitige Schau, die durch Performances und Vorträge ergänzt und erweitert wird.
16. Mai 2017
Elisabeth Louise Vigée Le Brun, Marie Antoinette in einem Chemisen Kleid, Detail, 1783, Öl auf Leinwand, 89.8 × 72 cm (Hessische Hausstiftung, Kronberg)

Cathérine Hug: „Es ist keine Sünde, wenn man sich mit Mode befasst.“ Kritische Reflexion der Mode: Vorschau auf die Ausstellung „Fashion Drive. Extreme Mode in der Kunst“ im Kunsthaus Zürich

Cathérine Hug, Kuratorin des Kunsthaus Zürich, bereitet mit Kunsthaus Direktor Christoph Becker gerade die Ausstellung „Fashion Drive. Extreme Mode in der Kunst“ vor, für die sie Werke der Sammlung mit rund 150 nationalen und internationalen Leihgaben auf die Darstellung und Bedeutung von Mode untersucht. Im Winterpalais reden wir über kuratorische Zugänge, Künstler als Gesellschaftskritiker und die Rolle der Mode dabei, Mode in der Schweiz, Marie Antoinette als Mode-Rebellin.
 

300 Jahre Maria Theresia

"König" von Ungarn und Böhmen, "Landesmutter" und Mutter von 16 Kindern - Maria Thresia ist nach ihrem Tod nie vergessen worden. Der Brgünderin der Dynastie Habsburg-Lothringen gedenkt eine Reihe von Ausstellungen in Wien und Umgebung.

300 Jahre Maria Theresia

  • Maria Theresia. Familie und Vermächtnis im Hofmobiliendepot
  • Maria Theresia. Bündnisse und Feindschaften in Schloss Hof
  • Maria Theresia. Modernisierung und Reformen in Schloss Niederweiden
  • Maria Theresia. Frauenpower und Lebensfreude in der Kaiserlichen Wagenburg

 

Da hat Habsburg einmal einen Mann, und dann ist er eine Frau.

Friedrich II.

 

  • Kirche - Kloster - Kaiserin. Maria Theresia und das sakrale Österreich in Stift Klosterneuburg
  • Maria Theresia und die Kunst im Belvedere
  • höchst persönlich. Porzellan und Privatheit zur Zeit Maria Theresias im Porzellanmuseum Augarten
29. Juni 2017
Friedrich Heinrich Füger, Kaiserin Maria Theresia im Kreise ihrer Kinder, 1776, Tempera auf Pergament 34,2 x 39 cm Rahmenmaße: 48 x 53 x 6 cm © Belvedere, Wien

Maria Theresia und die Kunst Kunst- und Kulturförderung in Wien während des 18. Jahrhunderts

Maria Theresias Ruf als Kunstförderin ist nicht herausragend: Häufig bevorzugte sie wenig avancierter Künstler am Wiener Hof. Aus heutiger Sicht ist die größte und wirkmächtigste kulturpolitische Leistung der mariatheresianischen Zeit die Öffnung der kaiserlichen Sammlung im Oberen Belvedere für das allgemeine Publikum. Die bildende Kunst erfuhr nicht nur aus propagandistischen Gründen kaiserliche Unterstützung, wobei der Landschaftsmalerei erstmals größere Bedeutung zukam.
31. März 2017
Franz Würth, Maria Theresia, Medaille auf die Wiederherstellung der Hofämter in Siebenbürgen, Avers, Wien 1762, Gold (Wien, Kunsthistorisches Museum, Münzkabinett Inv.-Nr. 1862bβ © KHM-Museumsverband)

Maria Theresia. Medaillen Ausstellung im KHM, Münzkabinett

Das Münzkabinett besitzt etwa 300 Medaillen und damit die wohl quantitativ wie qualitativ größte Sammlung an Medaillen aus der Zeit Maria Theresias. Medaillen wurden zu allen wichtigen Ereignissen als handliche Kleinbronzen angefertigt und dienten als leicht transportierbare Propaganda-Werke dem Ruhm der Herrscherin. Sie repräsentieren wichtige Lebensereignisse auf allegorische Weise sowie Porträts von Familienmitgliedern und machten Maria Theresia schon zu Lebzeiten zu einem „Medienstar“.
14. März 2017
Blumenstrauß aus Edelsteinen, bestehend aus 2102 Diamanten und 761 Farbsteinen (Smaragd, Granat, Rubin, Achat, Chalcedon, Türkis, Edelopal, Amethyst, Lapislazuli, Topas, Olivin, Turmalin, Spinell u.a.), Blätter aus Seidentaft, Vase aus Bergkristall, Entwurf vermutlich Juwelier Georg Gottfried Lautensack, Frankfurt-Hanau, Fertigung Juwelier Michael Edler von Grosser zugeschrieben, Wien um 1760, 47 x 25 x 16 cm, Gewicht 2,8 kg (Wien, Naturhistorisches Museum, Sammlung der Mineralogisch-Petrografischen Abteilung, Inv.-Nr. A.a.2334)

Maria Theresia: Kinder, Kunst und Kinofilm Ausstellung im Hofmobiliendepot, Wien

Maria Theresia, ihre Kinder, Regierung, Kunst und Kinofilme. Die Ausstellung im Hofmobiliendepot erzählt die Geschichte der Regentin von ihrer Thronbesteigung bis weit über ihren Tod hinaus. Die Mutter von sechzehn Kindern, von denen elf das Erwachsenenalter erlebten, führte nicht nur zwanzig Jahre Kriege und reformierte das Land, sondern nutzte die Künste, um ihren Ruhm schon zu Lebzeiten über die Landesgrenzen hinaus zu verkünden.
28. Februar 2017
Stift Klosterneuburg, Marmorsaal mit Deckenfresko von Daniel Gran, 1749 (Fotografin: Rita Newman)

Maria Theresia und die Kirche Ausstellung in Stift Klosterneuburg

Die Epochen Maria Theresias gilt als der Höhepunkt spätbarocker Religiosität und kirchlicher Repräsentation. Die Jahresausstellung des Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg 2017 zeigt Objekte der Schatzkammer (vor allem Textilkunst, Reliquiare, liturgische Geräte) und stellt seine Ausstattung des Kaisertraktes (Fresko und Skulpturen) ins Zentrum des Interesses.
28. Februar 2017
Reicher Krönungswagen („Imperialwagen“), 18. Jahrhundert, 677 (L) x 355 (H.) x 212 (B) cm (Kunsthistorisches Museum, Wien, Inv. Nr. Wagenburg, W 11)

Maria Theresia in der Wagenburg Reiten, Fahren, Repräsentieren

Zur Hofhaltung Maria Theresias gehörten prunkvolle Kutschen (Berline), Schlitten und Karussellfahrten. Prächtig livirierte Diener und kostbar verzierte Gefährte lassen sich als „fahrende Throne“ lesen, da sie mehr als reines Vergnügen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren. Mit „Frauenpower und Lebensfreude“ lenkte Maria Theresia den Staat und die Staatskarosse gleichermaßen.
28. Februar 2017
ABC-Täfelchen mit Alphabet in Frakturschrift, 1774 © Schulmuseum Bad Leonfelden, Foto Helga Baier

Maria Theresia: Reformen und Modernisierung Ausstellung in Schloss Niederweiden

Die Reformerin Maria Theresia ist das Thema der Ausstellung in Schloss Niederweiden. Staatsreformen, Rechtsreformen, Steuerreform, Münzreform, Umsiedelung von Protestanten aus den österreichischen Erblanden, Abschaffung der Folter (nicht aus eigenem Antrieb), Einführung von Hausnummern und die Volkszählung, Einführung der Schulpflicht.
28. Februar 2017
Maria Theresia im pelzverbrämten Kleid, 1743 (© SKB / OeNB / A.E. Koller)

Maria Theresia: Bündnisse und Feindschaften Ausstellung in Schloss Hof

Maria Theresias Machtergreifung und Durchsetzung derselben sind die zentralen Themen in der Ausstellung in Schloss Hof. Die Regentin führte mehr als die Hälfte ihrer vierzigjährigen Regierungszeit Krieg. Karl Vocelka beschäftigt sich mit ihren Kriegen (allesamt Kabinettkriege), ihren diplomatischen Winkelzügen, ihren (wenigen) militärischen Erfolgen vom Ersten Schlesischen Krieg über den Siebenjährigen Krieg zur Ersten Polnischen Teilung und dem kampflosen Bayrischen Erbfolgekrieg.
28. Februar 2017
Maria Theresia im pelzverbrämten Kleid, 1743 (© SKB / OeNB / A.E. Koller)

Maria Theresia: Herrschaft, Kinder, Reformen Ausstellungen in Wien und Umgebung 2017

Maria Theresia (1717–1780), regierende Erzherzogin von Österreich und Königin u. a. von Ungarn (mit Kroatien) und Böhmen, prägte die europäische Geschichte des 18. Jahrhunderts wie keine Zweite. Während ihre Ehemann Franz Stephan von Lothringen (1708–1765) von 1745 bis 1765 als Franz I. die Geschicke des Reiches lenkte, regierte Maria Theresia die österreichischen Erblande selbständig. Obwohl sie nicht auf diese Rolle vorbereitet worden war, setzte, ihrem Wahlspruch „Justita et Clementia“ („Durch Gerechtigkeit und Milde“) folgend, mannigfaltigste Reformen durch. Innerhalb von zwanzig Jahren gebar sie zudem sechszehn Kinder, von denen vier Söhne und sechs Töchter das Erwachsenenalter erreichten. Wenn Maria Theresia das Schlachtglück – vor allem gegen den Preußenkönig Friedrich II. – nie hold war und sie Schlesien aufgeben musst, so nutzte sie ihre Kinder für eine ausgeklügelte Heiratspolitik, um die Macht der Habsburger in Europa auszubauen.
24. Juni 2016
(?) Troyen nach Raffael, Hl. Margarethe, 1660, in: David Teniers d. J., Theatrum pictorium, Brüssel 1660 (Privatsammlung), Installationsansicht: Alexandra Matzner.

Barocke Gemäldegalerien und ihre Kataloge Galeriewerke: die Erfindung des Kunstbuchs und der Kunstwissenschaft

Unter dem Titel „Fürstenglanz. Die Macht der Pracht“ zeigt das Belvedere im Winterpalais des bedeutenden Sammlers und Mäzens Prinz Eugen von Savoyen die Entwicklung des so genannten Galeriewerks. Darunter versteht man die Publikation einer Gemäldesammlung.
10. November 2015
Jean-Etienne Liotard, Lesende Frau auf einem Sofa, 1748–1752, Öl auf Leinwand, 50 x 60 cm, Galleria degli Uffizi, Florence, Photo Gabinetto Fotografico dell'Ex Soprintendenza Speciale per il Patrimonio Storico, Artistico ed Etnoantropologico e per il Polo Museale della cittá di Firenze.

Jean-Etienne Liotard (1702–1789) Maler der "Schokoladenmädchens"

Die Pastelle des Schweizers Jean-Etienne Liotard (1702–1789) gehören zu den überzeugendsten und subtilsten Porträts der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der weitgereiste Künstler war ein Meister der feinen Farbabstufungen, ein Liebhaber der orientalisch-türkischen Kostüme, arbeitete in allen großen Städten Europas und malte die königlichen Familien von Wien, Paris und London.

Gustav Klimt

Gustav Klimt (1862-1918) prägt bis heute die Wiener Moderne. Als herausragender Porträtist hielt er Salondamen der Wiener Gesellschaft in goldenem oder farbenprägtigem Ambiente fest. Der Landschaftsmaler Klimt ließ sich vom Attersee und dessen Umgebung inspirieren, wo er zwischen 1900 und 1917 nahezu jedes Jahr die Sommerfrische verbrachte. Doch sind es seine Allegorien, die meist als Frauen (femmes fatales) verführerisch und todesnah inszeniert, zu seinem Weltruhm beitrugen: Pallas Athene, Judith, die Wasserschlangen.

 

Der Kuss

Mit dem Gemälde "Der Kuss" (1907/08) gelang Klimt eine Ikone der Liebe. Vor goldenem Sternenmeer finden Mann und Frau für einen ewig scheinenden Moment zueinander. Das männliche (schwarz-weiße Rechtecke) und das weibliche (farbige Blumen, runde Formen) vereinen sich troz ihrer Gegensätze.

6. Juni 2017
Gustav Klimt, Sitzender weiblicher Halbakt, 1904 (Leopold Museum, Wien, Reproduziert in: Die Hetärengespräche des Lukian)

Klimt und die Antike Griechische Vasenmalerei als Inspirationsquelle für Gustav Klimt

Ausgehend von den „Hetärengesprächen“ des Lukian, die Gustav Klimt für eine Neuübersetzung 1908 mit erotischen Zeichnungen „illustrierte“, stellt Tobias N. Natter im Belvedere die Frage nach der Bedeutung der Antike und Erotik für das Werk des berühmten Wiener Jugendstilmalers.
31. August 2016
Johann Victor Krämer, Modellstudie vor dem unvollendeten Gemälde „Nymphentanz“, um 1898, Albumin © Belvedere.

Fotografie inspirierte Makart bis Klimt Warum die Angst der Maler vor dem technischen Bild erst um 1900 eintrat

Wie reagierten Künstler auf die Erfindung der Fotografie? Oder vielleicht doch besser: Hatten sie Angst vor der Fotografie? Monika Faber fragt gemeinsam mit dem Belvedere im Sommer 2016 nach den Reaktionen von Malern auf die neue Technologie. Fürchteten sich Maler wirklich vor dem neuen Medium, und wie gingen sie mit ihm um?
10. Juni 2016
Gustav Klimt – Emilie Flöge, Ausstellung im Gustav Klimt Zentrum am Attersee 2016, Installationsansicht: Alexandra Matzner.

Gustav Klimt – Emilie Flöge Reform der Mode, Inspiration in der Kunst

Gustav Klimt (1862–1918) und Emilie Flöge (1874–1952) waren ein kreatives Power-Paar, das sich gegenseitig künstlerisch antrieb und unterstützte. Trotz akribischer Spurensuche bleibt jedoch Emilie Flöge die große Unbekannte an der Seite des österreichischen Malers.

Künstlerinnen

24. Mai 2017
Mohamed Bourouissa, Carré rouge (aus der Serie Périphérique), 2005, © ADAGP Mohamed Bourouissa, Courtesy der Künstler und kamel mennour, Paris/Londo

Wie zusammenleben? Ausstellung „How to Live Together“ in der Kunsthalle Wien

„How To Live Together“ beschäftigt sich mit den individuellen wie gesellschaftlichen Bedingungen und Potenzialen unseres Zusammenlebens. Im Vordergrund stehen dabei die Dynamiken von Ökonomie und Politik, aber auch sich wandelnde soziale Beziehungen.
17. Mai 2017
Renate Bertlmann, Bilderwandlung oder der pädagogische Eros, 1979/2016, 7 S/W-Fotografien auf Leinwand je 50 x 70 cm, Gebetsschemel, Gebetsbuch, 7 Kerzenhalter, 7 Grabkerzen, Installationsmaße: 600 x 170 x 60 cm (Sammlung VERBUND).

Renate Bertlmann: Bilderwandlung oder der pädagogische Eros Feministische Rebellion zwischen Kitsch und Kunst

Gebetsgesang schwillt an. Mitten im sterilen White-Cube des mumok drängt sich plötzlich eine Wand in zartem Fliederviolett auf. Und mit ihr die Vision einer Nonne, die kniend die Bilder eines großen Dildos anfleht: „San Erectus Prega Per Noi“, „Hl. Erectus bete für uns“.
10. Mai 2017
Shirin Neshat 2017, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS.

Shirin Neshat. The Home of My Eyes Was bedeutet Heimat?

Die iranische Foto- und Filmkünstlerin Shirin Neshat zeigt im Museo Correr 26 der 55 Fotografien umfassenden Serie „The Home of My Eyes“ (2014/15) und stellt ihren aktuellsten Film „Roja“ (2016) vor.
1. Mai 2017
Lynn Hershman Leeson, Roberta Construction Chart #1, 1975, C-Print © Lynn Hershman Leeson, SAMMLUNG VERBUND, Wien

Feministische Avantgarde der 1970er Jahre aus der SAMMLUNG VERBUND Ausstellung „Woman“ im mumok

„Feministische Avantgarde“ – die Rebellion der Künstlerinnen der 1970er Jahre gegen das patriarchale System (auch der Kunst) – anhand von über 300 Werken der SAMMLUNG VERBUND dargestellt. Den internationalen Aufbruch feministischer Künstlerinnen taufte Gabriele Schor, Sammlungsleiterin des Verbund, als „Avantgarde“.
1. Mai 2017
Maria Lassnig, Gesichtsschichtenlinien, 1996 (Albertina, Wien © 2016 Maria Lassnig Stiftung)

Maria Lassnig: Zeichnungen und Aquarelle Retrospektive zu den intimen „Zwiegesprächen“ auf Papier

Maria Lassnig (1919–2014) gilt als herausragende Koloristin – auf Leinwand wie auf Papier. Die Albertina würdigt die österreichische Künstlerin mit einer Retrospektive ihrer Zeichnungen und Aquarelle, in denen sie sich bekannt schonungslos mit ihren Emotionen und Körperempfindungen auseinandersetzte.
30. April 2017
Maria Lassnig, Selbstporträt mit Stab, 1971, Öl und Kohle auf Leinwand, 193 x 129 cm (Maria Lassnig Stiftung, © Maria Lassnig Stiftung)

Maria Lassnig: Biografie Leben der österreichischen Malerin

Maria Lassnig Biografie: Ausbildung, Bilder, wichtige Ausstellungen

ARTinLIFE

28. März 2017
RAW Stillleben mit Früchtecrumble, Detail (© ARTinWORDS, Alexandra Matzner/ROHGENUSS, Michaela Russmann, Foto: © Jochen Russmann)

RAW Stillleben – ROHGENUSS interpretiert Clara Peeters Rezepte und Antworten zur gesunden Ernährung von Michaela Russmann

Inspiriert von Clara Peeters' Stillleben komponierte Michaela Russmann eine köstlich-gesunde Süßkartoffel-Pastete, ein Früchtecrumble mit Superfoods und eine Käseplatte. Um das luxuriöse Arrangement der barocken Prunkstillleben aufzubrechen, lud ARTinWORDS vier Künstlerinnen und Künstler ein, Salzgefäß und andere Goldschmiedearbeiten in den Stillleben zu ersetzen: Ihre Werke helfen, Produktionsbedingungen von Nahrung, das Verhältnis von Natürlichkeit und Künstlichkeit, sowie die Überflussgesellschaft zu hinterfragen.

Kunstgeschichte

Klassische Moderne

Die Klassische Moderne fasst unterschiedliche Stile und Personalstile von ca. 1900/05 bis 1930/40 zusammen. Verbindenes Element ist der Fortschrittsglaube und die Utopie einer gesellschaftsverändernen Kraft der Kunst. Paris hatte sich bereits im 19. Jahrhundert als Zenrum der zeitgenössischen Kunst etabliert und blieb auch noch bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bestimmend. Weitere bedeutende Metropolen waren Wien (Jugendstil, WienerWerkstätte, Expressionismus), München und Berlin ab den 1910er Jahren genauso wie Mailand, wo die Futuristen die Abkehr von der Tradition vehement einforderten.

Wenn auch Künstlerinnen und Künstler sich auf höchst unterschiedliche Weise ausdrückten, so verband sie der Wunsch, über die Grenzen tarditioneller Kunstproduktion hinwegzusetzen. Dies geschah durch Ablehnung der Zentralperspektive, Inspiration durch „primitive Kunst“ (Primitivismus), gesteigerte Farbigkeit (Fauvismus), Reduktion auf kubische Qualitäten (Analytischer Kubismus), Bewegungsphasen kompiliert (Futurismus), Abstraktion (Kandinsky, Mondrian, Brancusi), emotionale Einfühlung und „Visionen“ (Wiener und deutscher Expressionismus), Collage (Synthetischer Kubismus), Traumwelten und Ängste (Surrealismus), Rückkehr zu Ordnung (Neue Sachlichkeit).

 

17. August 2017
Pierre Bonnard, Liegender Akt auf weißblau kariertem Grund, um 1909, Öl auf Leinwand, 60 x 65 cm (Städel Museum, Frankfurt, Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V. © VG Bild-Kunst, Bonn 2017)

Matisse – Bonnard Künstlerfreundschaft und Bilddiskurs

Pierre Bonnard (geb. 1867) und Henri Matisse (geb. 1869) lernten einander 1906 anlässlich einer Ausstellung von Bonnard in der Galerie Ambroise Vollard kennen. Wenn auch in diesen Jahren die Bilder von Bonnard und Matisse gänzlich anderen Farbkonzepten folgen, so verband sie doch die Überzeugung, dass Kunst nicht das Gesehene einfach wiedergibt, sondern ein Gefühl spiegelt, das sich beim Betrachten einstellte. Daraus folgt, dass sich ein Maler nicht der Natur, sondern dem Bild unterzuordnen hätte.
28. Januar 2017
Eugène Druet, Auguste Rodin zwischen seinen Werken in seinem Atelier

Auguste Rodin: Werke "Das Höllentor", "Der Denker", "Der Kuss", "Die Bürger von Calais", ... #Rodin100

Es ging Auguste Rodin um die Allansichtigkeit seiner Plastiken. Ziel von Rodins Arbeit war, neue Kompositionen und Techniken zu erfinden, um leidenschaftliche Gefühle auszudrücken. Anstelle der Allegorie tritt bei ihm der Torso, das Fragment, der Mensch mit all seinen Leidenschaften. Die Körper sind von Schwerkraft, Bescheidenheit und Erzählung befreit, haben keinen perfekten Standpunkt, erlauben keine Interpretation durch Werktitel oder Attributen.

Jugendstil

Der Jugendstil (auch: Art Nouveau, Modern Style, Nieuwe Kunst, Arte Liberty) hatte seine wichtigste Phase zwischen 1890 und 1910 und breitete sich nach der Weltausstellung in Paris 1900 rasant aus. Die wichtigsten Stilmittel des Jugendstils sind Raumlosigkeit und Flächigkeit, abstrahierte Formen und außergewöhnliche Bildausschnitte, Einsatz von Mustern und die schwingende, arabeskenhafte Linie.

Die Künstlerinnen und Künstler des Jugendstils wurden meist in den 1860er Jahren geboren und wollten der Rationalisierung der Welt eine traumversunkene Gegenwelt entgegenhalten. Obschon sie eine funktionelle Arbeitsumgebung anstrebten, suchten sie doch eine betonte Intimatmosphäre im Privaten. Inspiriert durch die englische Arts and Crafts Bewegung verwirklichten Jugendstil-Künstler eine Symbiose von Seelenleben, Technik, Handwerkskunst (traditionellen Techniken) und Natur. Mittelalterliche und japanische Vorbilder ermutigten sie, Formen zu „deformieren“, d.h. einem Stilwollen zu unterwerfen. Pflanzenornamente und abstrakte Linienformationen sind nicht nur als Dekoration gedacht, sondern versinnbildlichen das Konzept des Jugendstils.

Die Stilpluralität des Jugendstils reich von der Schule von Pont-Aven (Bretagne), die als Gruppe 1889 erstmals gemeinsam ausstellte, zu Henri de Toulouse-Lautrecs Plakaten, vom Wiener Jugendstil rund um Gustav Klimt, Josef Hoffmann, der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte zum Belgier Henry van de Velde bzw. dem Münchner Franz von Stuck. Diese Künstler und wenigen Künstlerinnen opponierten gegen die Überzeugungen der älteren Generation, ohne sich gänzlich von der Tradition abzuwenden. Secessionsgründungen und Gruppenzusammenschlüsse ab den frühen 1890er Jahren sind sichtbarer Ausdruck des neuen Lebensgefühls. Dem Ästhetizismus opferten sie jedoch den Realismus und die Gesellschaftskritik.

 

17. Januar 2017
Emanuel Josef Margold, Deckelvase, vor 1916; farbloses Kristallglas mit roten Auflagen, Glasschnitt, Ausführung: Carl Schapel, Haida (Nový Bor, CZ) (© MAK/Georg Mayer)

Wiener Glaskunst des Jugendstil und Art Deco Glasdesign von Hoffmann bis Loos

Wiener Glaskunst des Jugendstil und Art Deco wurde vielfach von Architekten gestaltet, die dem Material völlig neue Qualitäten abringen konnten, bzw. sich bisweilen auch an historischen Glasentwürfen orientierten.
10. Januar 2016
Wolfgang Thillmann, Perfektes Design - Thonet Nr. 14 (Cover, Kerber Verlag).

Thonet Stuhl Nr. 14 Perfektes Design - von Wolfgang Thillmann

Wolfgang Thillmann, Experte für Thonet-Möbel und auch Sammler, legt mit „Michael Thonet. Perfektes Design“ im KERBER Verlag seine jüngsten Forschungsergebnisse zur Entwicklung des „Consumsessels Nr. 14“ vor. In ihm sieht der Autor den Beginn des modernen Designs, sei der Sessel doch reine Zweckform und befriedige keine Repräsentationsbedürfnisse. Dennoch ermöglichte das 1856 privilegierte Herstellungsverfahren Thonet, konkurrenzlos billige Möbel herzustellen, die leicht und dauerhaft haltbar aus massiv gebogenem Holz gefertigt wurden.

Symbolismus

Am 18. September 1886 veröffentlichte der Dichter Jean Moréas das Symbolistische Manifest im „Figaro“. Darin verswuchte er die junge Generation von Schriftstellern vom Vorwurf der „Dekadenz“ zu befreien. Das Feld des Symbolismus war von Literaten und Künstlern aufbereitet worden.

Der Symbolismus ist international und schwer zu definieren. Leichter fällt eine Aufzählung, was er nicht ist: Der Symbolismus ist anti-realistisch, anti-naturalistisch, anti-impressionistisch, anti-akademisch, anti-klassisch, aber auch anti-romantisch. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich von etwa 1848 bis zum Ersten Weltkrieg, wobei berühmte Vorläufer wie William Blake, Caspar David Friedrich, Johann Heinrich Füssli im frühen 19. Jahrhundert zur Romantik (zu Schwarzen Romantik) gehörten. Insofern beerbten die Symbolisten die Romantiker und die Naturphilosophen, um eine Gegenposition zum Positivismus zu bilden.

Die Symbolisten suchten nach Ideen und Begriffen, die außerhalb der sichtbaren Welt liegen. Sie fanden sie im Inneren des (auch psychisch erkrankten) Individuums oder in Grenzzuständen des Bewusstseins (Jean Starobinski), was sie in entsprechender Form (Symbolen) sichtbar zu machen versuchten. Maler wie Ferdinand Hodler oder Edvard Munch zeigten den leidenden Kranken Körper. Henri Edmond Cross notierte einen Satz von Pierre Puvis de Chavannes in sein Skizzenbuch: „Jede klare Idee lässt sich in einen formalen Gedanken übersetzen.“

 

10. August 2017
Ferdinand Hodler, Der Frühling, um 1907–1910 (© Privatsammlung Schweiz)

Ferdinand Hodler. Maler der frühen Moderne Ausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn

Ferdinand Hodler (1853–1918) ist der bedeutendste Schweizer Maler der Jahrhundertwende und einer der wichtigsten Maler des Symbolismus in Europa. Die Ikone der Schweizer Kunst war an der Wiederbelebung der Wandmalerei beteiligt und thematisierte Heldentum wie den Kontrast von Jugend und Alter, Leben und Tod. Die Bundeskunsthalle Bonn stellt nicht nur den Künstler und seine künstlerische Entwicklung vor, sondern auch seine Strategien, als autonomer Künstler wahrgenommen und geschätzt zu werden.
8. August 2017
Paul Gauguin, Mahana no atua (Tag des Gottes), 1894 (The Art Institute of Chicago, Helen Birch Bartlett Memorial Collection)

Paul Gauguin. Der Künstler als Alchemist Keramiken, Kunsthandwerk und Druckgrafik des französischen Malers

Paul Gauguin (1853–1903) ist vor allem für seine farbenprächtigen Bilder von Frauen aus der Südsee berühmt. Aber Paul Gauguin, ein Alchemist? Leben und Werk sind auch noch multidimensional? Der außergewöhnliche Titel ist zugleich metaphorisch wie faktisch zu verstehen. Zum einen verweisen die Kuratorinnen und Kuratoren auf mannigfaltige Materialien und künstlerische Zugänge des französischen Autodidakten. Zum anderen verwandelt der Künstler-Kunsthandwerker diese metaphorisch in geheimnisvolle Objekte, die die Fantasie anregen.

Historismus

Der Historismus wird meist mit Architektur in Verbindung gebracht, die in der zweiten Hälfte des 19. und im frühen 20. Jahrhundert im Stilzitat wichtige Anregungen fand. Industrialisierung und verbesserte Infrastruktur führten zu Verstädterung, dem Abbruch von Befestigungsringen und grundlegenden Eingriffen in die Stadtplanung. Paris und Wien sind hierfür die besten Beispiele.

Nach dem Schleifen der Stadtmauer in Wien wurde das Glacis mit der Ringstraße verbaut. Das Areal wurde in Parzellen eingeteilt, wo bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs sowohl öffentliche wie private Gebäude, Parks und Denkmäler errichtet wurden. Staatsoper (vormals Hofoper), Votivkirche, Rathaus, Parlament, Universität, Burgtheater (vormals Hofburgtheater) zeigen Stilelemente der griechischen Klassik, Gotik, italienischen Renaissance, Barock, die in inhaltlichem Zusammenhang mit den Funktionen der Bauten stehen. Der Boulevard diente dem wirtschaftlichen erstarkten Großbürgertum als Flaniermeile, Reitallee sowie dem Militär.

Skulptur und Malerei des Historismus sind akademisch und anti-modern. Mit großer technischer Finesse und nach historischen Recherchen führten Maler wie Hans Makart, Franz Xaver Winterhalter, Léon Gêrome, Lawrence Alma-Tadema u.v.m. meist großformatige Gemälde mit historischen Szenen aus. Da ihre Werke vornehmlich am Pariser Salon der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, wird auch der Begriff Salonmalerei verwendet.

 

22. Februar 2017
Lawrence Alma-Tadema, The Roses of Heliogabalus, 1888, Öl auf Leinwand, 132,7 x 214,4 cm (Colección Pérez Simón, Mexiko, Foto: © Piera, Arturo)

Lawrence Alma-Tadema Leben und Werk

Lawrence Alma-Tadema (1836–1912) war ein Historienmaler des späten 19. Jahrhunderts, der aus Holland stammte, in Flandern studierte und für antike Massenszenen, meist pompeijanische oder römische Sujets, in England berühmt wurde. Für seine detailreichen Großformate studierte er Realien und antike Stätten in Büchern, Museen und vor Ort. Mit wissenschaftlicher Genauigkeit setzte er seine Phantasien in gekonnten Inszenierungen um und wurde so zum Ideengeber für so manchen Hollywood-Film wie „Ben Hur“ oder den „Gladiator“. Alma-Tadema wirkt mit seinen Gemälden entschieden auf das heutige Bild der Antike.
15. Juni 2015
Anonym, Blick auf das Parlament, um 1882, Österreichische Nationalbibliothek.

Die Wiener Ringstraße Geschichte, Architektur, Kultur

Als am 1. Mai 1865 die Wiener Ringstraße zwischen Hofoper (heute: Staatsoper) und Burgtor eröffnet wurde, war noch kaum ein Gebäude fertiggestellt. Knapp siebeneinhalb Jahre davor hatte Kaiser Franz Joseph I. seinen Willen zur Errichtung der Via Triumphalis, der Triumphstraße rund um die Innere Stadt, in einem „Handzettel“ kundgetan.

Impressionismus

Impressionismus (von franz. impression, dt. Eindruck) beschreibt eine Stilrichtung der Malerei, die durch eine helle Palette, lockeren, skizzenhaften Farbauftrag mit sichtbaren Pinselstrichen, Malen vor dem Motiv und meist Pleinairmalerei gekennzeichnet ist. Selten erzählen impressionistische Maler in ihren Werken Geschichten, stattdessen fokussieren vor allem die Maler auf die sinnliche Wahrnehmung. Impression meint ein rasches, intuitives und (scheinbar) improvisiertes Festhalten eines flüchtigen Augenblicks. Die Beobachtung von Lichteffekten und der sich verändernden Farbstimmungen über das ganze Jahr nahm einen höheren Stellenwert ein als die Bedeutung des Dargestellten, weshalb die Impressionistinnen und Impressionisten es vorzogen, im Freien (franz. en-plain-air) und in Serien zu arbeiten.Diese Definition lässt sich besonders gut auf die Landschaftsmalerei des Impressionismus anwenden, während die Figurenmaler unter der Führung von Edgar Degas sich stärker in der Tradition der Akademie sahen und die Bezeichnung Impressionismus für ihre Werke ablehnten. Der führende Maler des Impressionismus ist Claude Monet, der während der 1860er Jahre gemeinsam mit Kollegen den Realismus weitertrieb, um dem neuen Lebensgefühl von Modernität und Schnelligkeit Rechnung tragen zu können.

Impressionismus in der Bildhauerei wird von Auguste Rodin geprägt, in der Fotografie ist er besser unter dem Begriff Piktorialismus bekannt. Die Piktorialisten nutzten erstmals und experimentell Farbfotografie und schätzten unscharfe Aufnahmen. Zu den wichtigsten Fotografen des Impressionismus um 1900 zählt der in Wien ansässige Heinrich Kühn (1866–1944).

 

19. Juli 2017
Edgar Degas, Die Probe, um 1874, Öl auf Leinwand, 58.4 × 83.8 cm (The Burrell Collection, Glasgow (35.246) © CSG CIC Glasgow Museums Collection)

Edgar Degas: Ballerina in Pastell Ausstellung „Drawn in Colour: Degas from the Burrell“ in London

Sir William Burrell trug um 1900 die bedeutendste Degas-Sammlung Großbritanniens zusammen. Die National Gallery in London präsentiert die wichtigsten Werke des Impressionisten neben Ölgemälden und Pastellen aus eigenem Bestand.
29. März 2017
Frédéric Bazille, Das Familientreffen, Detail, 1867, Öl auf Leinwand, 152 x 230 cm (Paris, Musée d’Orsay © Photo Musée d’Orsay, Dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt)

Frédéric Bazille Leben und Werk

Frédéric Bazille (1841–1870) ist ein Pionier des Impressionismus und übersiedelte 1862 nach Paris, wo er sich im Atelier von Charles Gleyre einschrieb. Noch im gleichen Jahr lernte er Pierre-Auguste Renoir und Alfred Sisley, ein Jahr später Claude Monet kennen. Der aus wohlhabendem, protestantischem Elternhaus stammende Kunststudent ging in den folgenden Jahren interessante Ateliergemeinschaften ein und vereinte in „Das Familientreffen“ (1867) Freilichtmalerei und Porträt miteinander. Bereits 1870 verstarb der Republikaner im Alter von 29 Jahren im Deutsch-Französischen Krieg, weshalb er als Pionier impressionistischer Konzepte gilt, jedoch nie so viel Aufmerksamkeit auf sich lenkten konnte wie die „Klassiker“ des Impressionismus.

Realismus

Realismus (von lat. res für Ding) ist ein hochkomplexer Begriff, mit dem eine bestimmte Haltung und Weltanschauung, wie auch Methode der Kunstproduktion beschrieben wird. Im Jahr 1855 verwendete ihn Gustave Courbet, um seine von der Jury der Weltausstellung abgewiesenen, anti-akademischen, anti-idealistischen Gemälde im „Le Réalisme“ auszustellen. Er sah in seinen großformatigen Werken, in denen er die regionale Landschaft und die Bevölkerung realistisch, d.h. getreu im monumentalen Format schilderte, einen neuen, von vielen als brutal und „hässlich“ empfundenen Stil. Dahinter stand eine politische, sozialistische Aussage, der Realismus ist daher auch eine Art „Kampfbegriff“ in der französischen Kunsttheorie. Zwischen etwa 1830 und 1880 widmeten sich einige Künstler einzig der sichtbaren Welt, berührbaren Dingen und lehnten akademische Historienmalerei (Salonmalerei) entschieden ab. Mit den „Steineklopfern“ und dem „Begräbnis von Ornans“ (1850) setzte Arbeitern und der zeitgenössischen Gesellschaft monumentale Denkmäler.

 

 

7. August 2017
Théodule Ribot, Kopf einer Frau, Detail, um 1870, Öl auf Leinwand, 41 x 32 cm (Staatsgalerie Stuttgart)

Thédule Ribot Pariser Vertreter von Realismus und Spanienmode

Der Historien- und Genremaler Thédule Ribot (1823–1891) war Schüler von Auguste Glaize und wandte sich anfangs dem Stillleben zu. Der „Hl. Sebastian“ (1865) steht am Beginn der Historienmalerei Ribots, die stark vom Realismus Gustave Courbets und der spanischen, italienischen und holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts beeinflusst war.
7. August 2017
Gustave Courbet, Brandungswogen mit drei Segelschiffen, um 1870 (Privatsammlung. Foto: Museum Wiesbaden/Bernd Fickert)

Delacroix — Courbet — Ribot Positionen französischer Kunst des 19. Jahrhunderts

Eugène Delacroix (1798–1863), Gustave Courbet (1819–1877) und Augustin Théodule Ribot (1832–1891) gehören zu den bedeutenden Vertretern der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Delacroix und Courbet prägten die Romantik und setzten mit ihrer neuartigen Verwendung der Farbe Maßstäbe für folgende Generationen wie die Impressionisten. Ribot war bereits ein Bewunderer der Bilder von Courbet fand aber auch wichtige Anregungen in der holländischen und spanischen Malerei des 17. Jahrhunderts.

Romantik

Romantik ist kein Stil, sondern eine Geisteshaltung, die das Geheimnisvolle, Obskure und Sublime dem Glatten und Schönen vorzieht. Um 1810 organisierte sich in Wien der Lukasbund, der Dürer und Raffael miteinander vereinen wollte. Gleizeitig, als Caspar David Friedrich seine ersten Erfolge als Landschaftsmaler errang, schuf der alternde Goya seine schwärzesten Bilder. Von mittelalterlichen Märchen zu Dr. Faustus, von atemberaubenden Berglandschaften zu nebelverhangenen Gegenden - immer ist es das Innerste, die Gefühlsebene, die romantische Künstlerinnen und Künstler zu neuen Schöpfungen antrieben.

 

7. August 2017
Gustave Courbet, Brandungswogen mit drei Segelschiffen, um 1870 (Privatsammlung. Foto: Museum Wiesbaden/Bernd Fickert)

Delacroix — Courbet — Ribot Positionen französischer Kunst des 19. Jahrhunderts

Eugène Delacroix (1798–1863), Gustave Courbet (1819–1877) und Augustin Théodule Ribot (1832–1891) gehören zu den bedeutenden Vertretern der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Delacroix und Courbet prägten die Romantik und setzten mit ihrer neuartigen Verwendung der Farbe Maßstäbe für folgende Generationen wie die Impressionisten. Ribot war bereits ein Bewunderer der Bilder von Courbet fand aber auch wichtige Anregungen in der holländischen und spanischen Malerei des 17. Jahrhunderts.
24. März 2017
Carl Spitzweg, Der strickende Wachposten, Detail, 1855, Öl auf Leinwand, 21,6 x 39,2 cm (Museum Georg Schäfer, Schweinfurt, Inv. 2286)

Carl Spitzweg Leben und Werk

Carl Spitzweg (1808–1885) begann sich erst nach Abschluss seines Pharmaziestudiums intensiv mit Malerei zu beschäftigen. Das seit 1836 entstandene Werk umfasst etwa 1700 Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Entwürfe für humoristische Blätter. Berühmt ist Spitzwegs „Der arme Poet“, dessen Protagonist als Synonym für den romantischen Künstler in die Geschichte einging. Der Biedermann, der Mönch, der Soldat, der Gelehrte, das hübsche Mädel und seine Mutter – alle (spät-)biedermeierlichen Figuren – bekommen in Spitzwegs Werk ihr Fett weg.

Klassizismus

Mit der Klassischen Kunst im "Rucksack" strebten Künstler um 1800 nach "stiller Einfalt und edler Größe" (J.J. Winkelmann), inspiriert von den jüngsten Funden in Pompeij. Der italienische Bildhauer Antonio Canova und der französische Maler Jacques-Louis David prägten eine ganze Generation, indem sie in ihren Werken heroische Männlichkeitsideale sowie tugendhaft zurückhaltende Frauen beschworen. In Skulptur, Malerei und vor allem Architektur lösten bildparallele Kompositionen, geradlinige Formen und die Orientierung an den klassischen Kanon (Maßverhältnisse) die bewegten, barocken Schwünge ab.

 

11. August 2017
David Roentgen, Commode à vantaux (offen), Januarius Zick (Entwürfe für die Marketerie), Elie Gervais (Schablonen und Schneiden der Marketerie), um 1775–1779 mit späteren Veränderungen, Eiche, Pinie, Walnuss, Mahagoni, Kirsche, Weißbuche, Ahorn, Buchsbaum, roter brocatellierter Marmor, vergoldete Bronze, Eisen, Stahl und Messing, 89.5 x 135.9 x 69.2 cm (The Metropolitan Museum of Art, New York, The Jack and Belle Linsky Collection, 1982, Inv.-Nr. 1982.60.81)

David Roentgen Möbel als ästhetische und mechanische Meisterwerke

David Roentgen, geboren am 11. August 1743 in Neuwied in der Nähe von Frankfurt, war schon zu Lebzeiten eine Legende und einer der bedeutendsten deutschen Kunsttischler. Seine Werke entstanden während des Überganges vom Spätbarock zum Klassizismus.
27. Oktober 2015
Francisco de Goya, Die Herzogin von Alba, 1797, Öl auf Leinwand, 210.1 × 149.2 cm (On loan from The Hispanic Society of America, New York, NY, A102).

Goya. Die Porträts Repräsentative Bildnisse des spanischen Hofmalers

Francisco de Goyas Werk wandelte sich von schimmernden Gemälden im Rokoko-Stil zu dunklen Bildern nach dem Spanischen Bürgerkrieg gegen die Napoleonische Besatzung, von barocken Kirchenausstattungen zu aufgeklärten Druckgrafiken und von repräsentativen Adelsporträts zur schonungslosen Bespiegelung seiner Selbst. Etwa ein Drittel seines Œuvres sind Porträts, und ungefähr 130 authentische Bildnisse sind erhalten.

Rokoko

Antoine Watteaus Bilder von der utopischen Liebesinsel Kythera sind charakteristisch für die französische Malerei des Rokoko. Atmosphäreische Landschaften, zarte Figuren, poetisch-elegische Stimmungen und subtiles Kolorit prägen die Genremalerei, während im Porträt hochrepräsentative und intime Bildnisse gleichermaßen geschätzt wurden. Der Stil des Rokoko breitete sich von Frankreich über Mitteleuropa aus und wurde vor allem für Möbel und Innenausstattungen geschätzt.

 

23. Januar 2017
Jean-Baptiste Greuze, Kopfstudie eines lächelnden Mädchens, Detail, um 1765 (Albertina, Wien)

Französische Zeichnung des Barock, Rokoko und Klassizismus Ausstellung des Sammlungsbestands der Albertina, Wien

Die Albertina besitzt einen repräsentativen Querschnitt französischer Zeichnungen des 17. und 18. Jahrhunderts. Dieser geht auf den Begründer der Albertina, Herzog Albert von Sachsen-Teschen, zurück, der bereits insgesamt 2000 französische Zeichnungen erwarb. Davon datiert rund die Hälfte in das 18. Jahrhundert. Die Themen der ausgestellten Blätter reichen von heroischen Landschaften, barocke Standesporträts, Naturstudien und Eroten des Rokoko bis zu dramatischen Kompositionsstudien für Genregemälde. Der Rundgang durch 70 Meisterwerke ermöglicht einen gerafften Überblick über die Entwicklung der akademischen Zeichnung von meisterhaften Detailstudien und pathosgetränkten Landschaftsausschnitten zu alltäglichen Szenen und theatralischen Inszenierungen.
17. November 2016
Antoine Watteau, Jagdpartie. Jäger und Jägerin mit vier Hunden in einer Landschaft, um 1713, Rötel, 40,3 x 54,1 cm (Städel Museum, Frankfurt am Main Foto: Städel Museum – U. Edelmann – ARTOTHEK)

Antoine Watteau. Der Zeichner Skizzenblätter des Rokoko-Malers

Antoine Watteaus Zeichnungen wurden schon zu Lebzeiten ihres Schöpfers gepriesen. Die Ausstellung „Watteau. Der Zeichner“ im Städel Museum in Frankfurt und im Teylers Museum in Haarlem vereint 50 Zeichnungen und sechs Gemälde Watteaus. Ergänzend werden Blätter jener Zeitgenossen präsentiert, die unter dem Einfluss Watteaus standen.

Barock

Der Stil des Barock wurde kurz vor 1700 in Rom aus der Taufe gehoben und international verbreitet: In Architektur und Skulptur setzte Gian Lorenzo Bernini neue Maßstäbe, so wie es Caravaggio in der Malerei tat. Das dramatische Hell-Dunkel und die Verletzung des decorum (Schicklichkeit) des ungestümen Malerstars wurde richtungsweisend und namensgebend für realistische Schilderungen von Martyrien und Genreszenen der so genannten Caravaggisten. Das Goldene Zeitalter (17. Jahrhundert) der holländischen Malerei ist nicht nur von Rembrandt geprägt, sondern brachte aufgrund des enorm angewachsenen Wohlstandes des Bürgertums mit Genre, Landschaft und Stillleben drei neue Kunstgattungen hervor. In Spanien und den Kolonien prägten hingegen sakrale und höfische Aufträge die Kunstproduktion, da die Kunst des Barock mit ihrer Emotionalität als Mittel der Gegenreformation eingesetzt wurde. Mit Peter Paul Rubens gelang einem Flamen eine europäische Karriere, da er in seiner Malerei größte Prachtentfaltung, Dynamik und emotionale Ergriffenheit geschickt verbinden konnte.

Im Vergleich zu Italien, Spanien und Süddeutschland setzte sich der bewegte Stil des Barock in Frankreich und England nicht durch: In beiden Ländern dominierte eine klassische Auffassung, die auch als Barockklassizismus (Frankreich) und Palladianismus (Architektur in England) bezeichnet wird.

 

17. Juli 2017
Henri Gascar (Paris 1634 oder 1635–1701 Rom), Porträt der Familie von Jan III. Sobieski, 1691, Öl auf Leinwand, 151 × 232 cm (Krakau, Königsschloss auf dem Wawel – Staatliche Kunstsammlungen)

Jan III. Sobieski. Ein polnischer König in Wien

Jan III. Sobieski (1629–1696) war einer der bedeutendsten militärischen Protagonisten der Barockepoche, damit ein Zeitgenosse von Prinz Eugen von Savoyen und spielte eine herausragende Rolle während der Belagerung Wiens 1683. Das Oberkommando Sobieskis bei der militärischen Operation des Entsatzes von Wien führte ihn zu hohen Ehren. Sobieski verstand es, den Sieg durch seine Künstler und das Protokoll inszenieren zu lassen.
13. Juli 2017
John Michael Wright, Charles II, Detail, um 1676, Öl auf Leinwand, 281,9 x 239,2 cm (Royal Collection Trust/© Her Majesty Queen Elizabeth II 2017)

Charles II. Kunst und Macht

Am 29. Mai 1660 feierte Charles II seinen 30. Geburtstag und seine triumphale Rückkehr nach London. Mit seiner Besteigung des englischen und irischen Königsthrones endete eine über zehn Jahre dauernde Periode republikanischer Regierung. Im Laufe der folgenden 25. Jahre spielten die Künste eine wichtige Rolle in der Legitimierung von Charles‘ Autorität als Herrscher.

Renaissance

Die Wiederentdeckung der Antike ist nur ein wichtiger Aspekt für die Kunst der Renaissance, weiters spielt auch die veränderte Auseinandersetzung mit der Natur und dem Menschenbild eine gewichtige Rolle. Nicht zuletzt bestimmten italienische Künstler ab 1500 ihre Position als intellektuelle Tätigkeit. Die „Erfindung“ der Renaissance in Florenz vollzog sich im frühen 15. Jahrhundert in Bildhauerei (Donatello) und Architektur (Alberti, Brunelleschi). Über Rom breitete sich der neue Stil nach Mittel- und Norditalien (Venedig) aus. Drei der berühmtesten Maler der Epoche - Leonardo, Michelangelo, Raffael - lebten 1505 in Florenz und Rom, wo sie im künstlerischen Wettstreit in öffentlichen Aufträgen gegeneinander antrat. Venedig war das dritte Zentrum der Renaissance-Kunst in Italien, gefolgt von den Höfen von König Alfons von Aragon in Neapel, Federico da Montefeltro in Urbino, Ludovico „Il Moro“ in Mailand, der Este in Ferrara sowie der Gonzaga in Mantua.

Die Renaissance in Flandern entwickelte sich völlig eigenständig in der Nachfolge von Melchior Broederlam: Jan van Eyck, Robert Campin (vielleicht identisch mit dem „Meister von Flémalle“), Rogier van der Weyden sowie Hans Memling erforschten die Perspektive aus eigener Anschauung (nicht theoretisch) und widmeten jedem noch so feinen Detail ihre Aufmerksamkeit. Als Begründer der Ölmalerei auf Leinwand gehören die altniederländischen Maler zu den Realisten des 15. Jahrhunderts. Diese Tradition führte im frühen 16. Jahrhundert zur „Erfindung“ der Landschaftsmalerei durch Joachim Patinier.

Das neue Medium der Druckgrafik wurde zu einem wichtigen Verbreitungsmotor neuer Errungenschaften in der Kunst und zusätzliche Einnahmequelle. Der Nürnberger Albrecht Dürer war schon mit 13 Jahren vom Verismus begeistert. Nachdem er zwei Mal Venedig bereist hatte, führte er, unterstützt von Humanisten, die Malerei in Süddeutschland auf eine wirklichkeitsbezogene Darstellungsform. Seine „Meisterstiche“ sind die ersten bildhaften Darstellungen in diesem Medium.

 

 

9. August 2017
Hans Memling, Thronende Madonna mit Kind und die hll. Katharina und Barbara sowie zwei musizierende Engel, Detail, frühe 1480er Jahre, Öl auf Holz, 68.3 x 73.3 cm (Metropolitan Museum, New York)

Hans Memling Brügger Maler in der Nachfolge von van der Weyden

Der aus Deutschland stammende Hans Memling (um 1440–1494) ist ab 1465 nachweislich in Brügge wohnhaft, wo er bald zu den anerkanntesten Malern der Stadt zählte. Memling malte Altarbilder und Porträts für die Bürger, die Gilden und die Klöster der Stadt. Das Johannesspital (Sint-Janshospitaals), wo bis heute sein berühmter Ursula-Schrein aufbewahrt wird, war sein wichtigster Auftraggeber.
5. August 2017
Leonardo, Landschaft von Arno und Flusstal, datiert 5. August 1473, Beschriftung: „di dì s[an]ta maria della neve / addj 5 daghossto 1473“ [Am Tag von Santa Maria della Neve / am 5. August 1473], Feder und zwei Farben brauner Tinte, 19,5 x 28,6 cm (Gabinetto Disegni e Stampe, Gallerie degli Uffizi, Florenz, 8 P recto)

Leonardo, Landschaft von Arno und Flusstal, datiert 5. August 1473 Erste „realistische“ Landschaftszeichnung der mitteleuropäischen Kunst?

Am 5. August 1473 datierte der 21-jährige Leonardo da Vinci (1452–1519) diese berühmte Landschaftszeichnung aus den Uffizien. Sie zeigt das Arno-Tal, jener Flusslauf, an dem Leonardo in Vinci zur Welt gekommen war. Das Dorf Vinci befindet sich im unteren Arno-Tal, nördlich von Empoli. Leonardo wurde am 15. April 1452 auf einem Bauernhof in Anchiano geboren. Bis heute prägen sanfte Hügel, Weinberge und Olivenhaine die Umgebung am Fuße des Monte Albano, und es scheint sich der Maler wenig von der Landschaft seiner Kindheit für seine späteren Gemälde abgeschaut zu haben.

Gotik

Gotik ist ein Begriff, der seit der Renaissance abwertend für die Kunst zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert verwendet wurde. Abgeleitet wurde er von der Bezeichnung für die Goten. Erst im frühen 19. Jahrhundert entdeckten Kunstschriftsteller (Goethe) und Künstler der Romantik die Qualitäten gotischer Werke neu. Dies führte zu großangelegten Bauprojekten wie der Fertigstellung des Kölner Domes nach den originalen Plänen aus der Gotik.

Die gotische Kunst des Hoch- und Spätmittelalters wurde mit der Entwicklung der französischen Kathedrale eingeläutet. Mit ihren hohen Proportionen und Strukturen wie Licht (farbige Glasfenster!) betonenden Bauweise wurde sie zur Leitgattung dieser Epoche. Die zugehörige Bauplastik, vor allem der figürliche Schmuck an den Portalen, schöpfte einerseits aus dem Erbe der Antike und andererseits aus einem neuen Naturalismus (z.B. Naumburger Stifterfiguren, Bamberger Reiter). In der Malerei begründete Giotto zu Beginn des 14. Jahrhunderts die abendländische Malerei.

Um 1400 breitete sich der Internationale Stil (auch: Weicher Stil, Internationale Gotik) über ganz Europa aus. In der Folge entwickelte sich die Kunst der Spätgotik und Frührenaissance gleichzeitig, wenn auch in unterschiedlichen Zentren. Zu den wichtigen neuen Kunstgattungen zählt das Porträt, da bürgerliches Mäzenatentum in bislang unerhörtem Ausmaß auftrat. Zur selben Zeit setzte das Retabel, in dem sich Skulptur, architektonisches Rahmenwerk und zunehmend Malerei verbanden, zu seinem Siegeszug an. Plastik und Malerei hatten sich von der Architektur gelöst, ja, die Malerei rückte immer deutlicher ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Als Tafelmalerei bzw. Tafelbild erlangte sie Beweglichkeit, Öffentlichkeit und Bedeutung, wobei zunehmend auch die Fähigkeiten der ausführenden Handwerker geschätzt und ihre Namen bekannt wurden.

 

9. August 2017
Jean Malouel, La Grande Pietà ronde, Detail, um 1400 (© 2009 Musée du Louvre / Erich Lessing)

Jean Malouel / Johan Maelwael Begründer der nordniederländischen Malerei und Onkel der Limburg Brüder

Jean Malouel (holländisch Jean Maelwael, um 1370–1415) war zwanzig Jahre lang der führende Hofmaler am Pariser Hof (dokumentiert 1397) und in Dijon, wo er für Herzog Philipp dem Kühnen und dessen Nachfolger Johann ohne Furcht arbeitet. In Dijon bemalte Malouel Fahnen, Banner und Rüstungen, fasste und vergoldete Skulpturen wie die berühmten Propheten des Moses-Brunnens von Claus Sluter.
19. Januar 2015
Albrecht Altdorfer (um 1480–1538), Die Anbetung der Könige, 1530/35, Lindenholz, 110 x 77,5 cm, Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum - U. Edelmann – ARTOTHEK.

Albrecht Altdorfer und das Expressive in der Kunst um 1500 Ausstellung "Fantastische Welten" im Städel und im KHM

Landläufig ist der Epochenbegriff Renaissance mit der Wiederentdeckung antiken Formenvokabulars und der realistische Wiedergabe des Gesehenen verbunden. Das Städel Museum in Frankfurt stellt hingegen das Expressive der mitteleuropäischen Kunst des frühen 16. Jahrhunderts in den Mittelpunkt.

Romanik

Die Kunst der Romanik gilt als die erste, ganz Europa umfassende Epoche mittelalterlicher Kunst. Sie ist zwischen 1000 und 1250 zu datieren und löste die karolingische bzw. ottonische Kunst ab. Charakteristisch für romanische Architektur, meist Kirchen oder Klosterkirchen, ist der Rundbogen und die Ausrichtung der Kunstproduktion auf christliche Inhalte. Dies führte dazu, auch von Ars Sacra zu sprechen.

Romanische Kunst ist eng mit Klöstern verbunden, denn die Orden genossen um 11. und 12. Jahrhundert besonders den Schutz der Landesfürsten. Die skulturale Ausstattung von Portalen und Tympana sowie die Entwicklung des Altarretabels zeigen ab 1000 Tendenzen zur Monumantalität. Hölzerne Kruzifixe und Madonnen mit Kind, bronzene Taufbecken und Türbeschläge, vor allem aber die Schatzkunst in Elfenbein, Email und vergoldetem Metall faszinieren bis heute.

Die romanische Malerei ist als Wandmalerei und natürlich auch als Buchmalerei bedeutend. Der Übergang zur Gotik ist mit der Entwicklung der Glasmalerei verbunden. Zu den außergewöhnlichsten Werken der Romanik zählt zweifellos der Teppich von Bayeux (1077).

 

13. August 2017
John Everett Millais, Christ in the House of His Partens or The Carpenter Shop [Christus im Haus seiner Eltern oder die Tischlerwerkstatt], Detail, 1849/50, Öl/Lw, 86,4 x 139,7 cm (Tate Britain, London)

John Everett Millais: Christus im Haus seiner Eltern Präraffaelitischer Realismus in christlicher Kunst

John Everett Millais' „Christus im Haus seiner Eltern“ (1849/50) schockerte das zeitgenössische Publikum. Als zu realistisch in seiner Malerei, aber auch zu kontroversiell in seiner theologischen Aussage wurde es vom Publikum, darunter Charles Dickens, verurteilt. Als eines der frühesten Gemälde nach Gründung der Präraffaeliten (Pre-Raphaelite Brotherhood) im Jahr 1848 setzte John Everett Millais (1829–1896) in ihm die unbedingte Naturtreue der Gemeinschaft um.
13. August 2017
John Everett Millais, Ophelia, Detail, 1851/52, Öl/Lw, 76,2 x 111,8 cm (Tate Britain, London)

John Everett Millais: Ophelia Ophelia Millais' als ertrinkende Schönheit

John Everett Millais' „Ophelia“ aus den Jahren 1851/52 gehört zu den bedeutendsten Gemälden des 19. Jahrhunderts. Naturbeobachtung im Extrem und einfühlende Interpretation machten die Komposition so erfolgreich. Die Analyse des Bildes zeigt die Meisterschaft des ehemaligen Wunderkindes. Als Mitbegründer der Präraffaeliten (eigentlich Preraphaelite Brotherhood, PRB) prägte Millais (1829–1896) die britische Moderne.

Antike Kunst

Antike Kunst entstand in Ägypten, China, Mesopotamien, Griechenland und Rom zwischen ca. 4.500 v.u.Z. und 300 n.u.Z., d.h. sie ist eng mit der Erfindung der Schrift, dem Mehrgottglauben, dem Totenkult verbunden. Vergleiche zwischen den Kulturen des Alten Ägypten und China haben ergeben, dass dies beiden frühen Hochkulturen einander durchaus ähnlich waren, oder zumindest für ähnliche Fragestellungen Lösungen suchten.

Die Kunst des Alten Ägypten beeinflusste die griechische und römische Antike zutiefst, griffen Künstler aus diesen beiden Kulturräumen doch auf künstlerische Errungenschaften zurück, die im Land am Nil entwickelt worden waren. Zu den bekanntesten Artefakten antiker Kunst zählen die ägyptischen Pyramiden, die Mumienmasken aus spätägyptischer-römischer Zeit, die Jade-Gewänder und Tonfiguren als Grabbeigaben im Alten China, die Kuroi (männliche Akte) und Tempelbauten der griechischen Klassik, die Monumentalskulptur der Römer.

 

26. Mai 2017
Schale des Tarquinia-Malers, Attisch, rotfigurig, um 470–460 v.u.Z. (Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, © Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig)

Griechische Vasenmalerei Attische Vasen: Malerei, Epochen, Herstellung, Formen, Erforschung

Griechische Vasenmalerei – und darunter führend die attische – erreichte einen hohen Stellenwert und auch eine herausragende Qualität. Obschon die dekorierte Keramik der griechischen Antike vornehmlich Alltagsagegenstände wie Transport-, Trink- oder Aufbewahrungsgefäße ziert, erreichte sie aufgrund der weiten Handelsbeziehungen der Stadt Athen eine große Verbreitung.
16. Mai 2017
China - Ägypten in Berlin 2017

China und Ägypten Ausstellung zu den „Wiegen der Welt“ in Berlin

Das Alte China und Alte Ägypten sind die „Wiegen der Welt“, entstanden doch in diesen beiden Regionen die ersten Zivilisationen der Weltgeschichte. Ohne in direktem Kontakt miteinander zu stehen, formten sich um 4500 v. u. Z. Gesellschaften und Hochkulturen, die überraschend viele Gemeinsamkeiten aufweisen: Lebenswelten, Schrift, Herrschaft und Verwaltung, Totenkult und Götterhimmel.