Kunst, Künstler, Ausstellungen, Kunstgeschichte
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Künstler, Künstlerinnen, Kunstepochen, aktuelle Ausstellungen

Amsterdam: Van Gogh Museum & Stedelijk Museum Amsterdam kündigen Ausstellung mit Anselm Kiefer an

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte bündeln das Van Gogh Museum und das Stedelijk Museum Amsterdam ihre Kräfte, um eine große Ausstellung über einen der bedeutendsten Künstler unserer Zeit zu veranstalten: Anselm Kiefer. Die Ausstellung im Frühjahr 2025 stellt Kiefer in den Mittelpunkt. Wie ein Diptychon ist es eine Schau in zwei Teilen: Noch nie wurde die besondere Verbindung des Künstlers zum Werk von Vincent van Gogh hervorgehoben. Alle beliebten Werke Kiefers aus der Sammlung des Stedelijk – einem Museum, das für seine Karriere von entscheidender Bedeutung war – werden zusammen ausgestellt.

Niederlande | Amsterdam: 7.3. – 9.6.2025

17. Juli 2024
Zandile Tshabalala, Two Reclining Women, 2020, Acrylfarbe auf Leinwand, 91.5 x 122 cm (Privtsammlung, © bei der Künstlerin, Courtesy of the Maduna Collection, © Zandile Tshabalala Studio)

Basel | Kunstmuseum Basel: 100 Jahre panafrikanische figurative Malerei When We See Us | 2024

Umfassende Schau mit Werken von rund 120 Künstler:innen zur afrikanischen figurativen Malerei der letzten 100 Jahre.
17. Juli 2024
Edwina Orr, Self portrait with lens, Detail, ruby pulsed laser master and 40x30 cms white light reflection silver halide glass plate © Edwina Orr, Fotos: Volker Naumann

Schwäbisch Hall | Kunsthalle Würth: Hologramme und optische Illusionen in der Sammlung Würth Die dritte Dimension im Bild | 2024/25

Zum ersten Mal präsentiert die Sammlung Würth eine Auswahl aus der mit über 300 Objekten größten zusammenhängenden Sammlung zum Hologramm, ehemals zusammengetragen von Matthias Lauk (1947–2009), die neu Eingang in die Sammlung Würth gefunden hat.
17. Juli 2024
Karl Hagemeister, Weißer Mohn, Detail, 1881 (© Landesmuseum Hannover)

Alkersum | Museum Kunst der Westküste: Impressionismus im Norden Frischer Wind | 2024

Die Gemälde niederländischer, deutscher und dänischer Impressionist:innen, zusammengefasst als „Impressionismus im Norden“, zeigen den Alltag im wechselnden Licht der Tages- und Jahreszeiten.
15. Juli 2024
Xanti Schawinsky

Luxemburg | Mudam: Xanti Schawinsky Play Life Illusion | 2024

Die Schau zeigt Werke aus den wichtigsten Schaffensphasen Schawinskys: von ersten Arbeiten zum Bühnenraum und zum Verhältnis des Menschen zur Maschine, über grafische Arbeiten (1933–1936) bis hin zu seinen Experimenten im Bereich des Theaters nach seiner Ankunft in den USA 1936. Zusätzlich bekommen Schawinskys bildnerischen Arbeiten Raum, mit denen er sich nach und nach der prozesshaften Kunst wie auch der Performance öffnen sollte.
12. Juli 2024
Mohamed Melehi, Ohne Titel, 1983, Zellulosefarbe auf Holz, 150 x 200 cm, © Mohamed Melehi Estate / VG Bild-Kunst, Bonn 2024

Frankfurt | Schirn: Casablanca Art School Eine postkoloniale Avantgarde 1962–1987 | 2024

Nur wenige Jahre nach der Unabhängigkeit Marokkos 1956 entwickelt sich in Casablanca ein pulsierendes Zentrum kultureller Erneuerung. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert das einzigartige und einflussreiche Wirken der Casablanca Art School in einer ersten großen, längst überfälligen Ausstellung.
12. Juli 2024
Frans Hals, Malle Babbe, Detail, um 1640, Öl/Lw, 75 x 64 cm (Gemäldegalerie Berlin, SMB, Foto: Jörg P. Anders)

Berlin | Gemäldegalerie: Frans Hals Revolutionäre Porträts aus dem Goldenen Zeitalter | 2024

Die Gemäldegalerie organisiert eine umfassende monografische Ausstellung mit rund 70 Arbeiten, davon zehn aus eigenem Bestand wie die „Malle Babbe“, das „Porträt der Catharina Hooft mit ihrer Amme“ oder der „Singende Knabe mit Flöte“.
7. Juli 2024
Baroness von Freytag-Loringhoven, um 1920 (© Library of Congress, Washington D.C., Prints & Photographs Division, Foto: unbekannt)

Remagen | Arp Museum: Künstlerinnen des Dadaismus der die DADA | 2024

Als Performerinnen, Dichterinnen und Malerinnen haben Frauen den Dadaismus wesentlich geprägt. Erstmals zeigt das Arp Museum die weibliche Dada-Bewegung und untersucht das freiheitliche Streben nach Emanzipation. Ergänzende zeitgenössische Positionen machen die Auswirkungen bis heute sichtbar.
6. Juli 2024
Yayoi Kusama, Foto: Yusuke Miyazaki, courtesy Ota Fine Arts, Victoria Miro und David Zwirner. ©YAYOI KUSAMA

Porto | Serralves Museum of Contemporary Art Porto: Yayoi Kusama: 1945 To Now Retrospektive | 2024

„Yayoi Kusama: 1945 to Now“ erzählt die Lebens- und Werkgeschichte der japanischen Künstlerin und beleuchtet ihre Sehnsucht nach Verbundenheit und die tiefgründigen Fragen nach dem Dasein, die ihre kreativen Erkundungen antreiben.
5. Juli 2024

Wien | mumok: nowhere / now here. Performancefestival

Ausstellungen in Deutschland kl

Aktuelle Ausstellungen in Deutschland

Ausstellungen in Österreich kl

Aktuelle Ausstellungen in Österreich

Ausstellung in Schweiz kl

Aktuelle Ausstellungen in der Schweiz

Vorschau auf die Ausstellungseröffnungen der nächsten Wochen

Gunta Stölzl & Johannes Itten im Kunstmuseum Thun

Textile Universen

Die Bauhaus-Meisterin Gunta Stölzl (1897–1983) und der Schweizer Bauhaus-Meister Johannes Itten (1888–1967) sind sich seit ihrer Zeit am Weimarer Bauhaus bis in die 1960er Jahre in prominenten biografischen Etappen im Experimentierfeld der Textilkunst begegnet. Ihre eindrucksvollen Beiträge zur Kunst der Textilgestaltung sind in dieser Ausstellung anschaulich versammelt.

Schweiz | Thun: Kunstmuseum Thun, ab 17.8.2024

Caspar David Friedrich in Dresden

Wo alles begann

Über 40 Jahre hinweg war Dresden der Lebensmittelpunkt des Malers Caspar David Friedrich. Hier setzte er sich mit den Werken der berühmten Gemäldegalerie Alte Meister auseinander und brachte sich in zeitgenössische Kunstdebatten ein. Hier entstanden die Hauptwerke des Zeichners und Malers, die heute weltweit als bedeutendste Zeugnisse der Deutschen Romantik gelten (→ Romantik).

Deutschland | Dresden: Albertinum und Residenzschloss, ab 24.8.2024

Nikima Jagudajev im mumok Wien

Basically

Nikima Jagudajevs fortlaufendes Live-Projekt bedient sich eines Ausstellungsformats, das zugleich hybrider Produktionsraum, Residency-Raum und Schulhof ist – ein Umfeld, um sich auszuprobieren und zu performen. Jagudajevs prozessbasierte und kollaborative Praxis widmet sich den Formen des Sozialen – soziale Beziehungen als räumliche Verhältnisse, dazu die Frage, wie es gelingen kann, erfüllend und rücksichtsvoll zusammenzukommen.

Österreich | Wien: mumok, Ebene +4, ab 29.8.2024

Surrealismus in Heilbronn

Welten im Dialog

Mit fantastischen, radikal subjektiven Motiven revolutionierte der Surrealismus die Kunst ab den 1920er Jahren. Als politische und internationale Bewegung wollten die Künstler:innen Gesellschaften verändern. Die Aktualität ihrer Ideen zeigt die spannende Gegenüberstellung bedeutender Surrealistinnen und Surrealisten der ersten Stunde mit nachfolgenden Künstlergenerationen.

Deutschland | Heilbronn: Kunsthalle Vogelmann, ab 31.8.2024

Japonismus in der französischen Keramik 1860–1910 in Philadelphia

Brennen für die Imagination

Diese Ausstellung vereint außergewöhnliche Werke der französischen Keramik, die enorme Innovationen auf dem Gebiet der künstlerischen Töpferei von den 1860er bis 1910er Jahren belegen. Europäische Künstler dieser Zeit waren stark von japanischer Kunst beeinflusst, darunter Holzschnitte, Keramiken, Textilien und Lackwaren, die ab den 1850er Jahren nach Europa strömten. Als Teil eines breiteren kulturellen Phänomens, das als „Japonismus“ bekannt wurde, integrierten Künstler wie Félix Bracquemond, Ernest Chaplet, Théodore Deck, François Laurin und Albert-Louis Dammouse von der japanischen Kunst inspirierte Motive, Dekorationen und Formen in ihre Keramiken und experimentierten gleichzeitig mit neuen Techniken wie Barbotine (einer Methode zum Dekorieren von Keramik mit farbigen Tonschlämmen) und Glasuren, die hochgeschätzte Beispiele ostasiatischer Keramik imitierten.

USA | Philadelphia: Philadelphia Museum of Art, ab 31.8.2024

Ausstellungen in Deutschland Vorschau

Vorschau auf kommende Ausstellungen in Deutschland

Ausstellungen in Österreich Vorschau

Vorschau auf kommende Ausstellungen in Österreich

Ausstellung in Schweiz Vorschau

Vorschau auf kommende Ausstellungen in der Schweiz

 

KÜNSTLER*INNEN GEBURTSTAGE

Wann hat welche Künstlerin, welcher Künstler Geburtstag? Hier findest du einen ewigen Kalender.
Künstler Geburtstage; groß
Künstler Geburtstage Juli

Künstlergeburtstage im Juli

Welche Künsterinnen und Künster haben im Juli Geburtstag?
 

Kunst-News

6. Juli 2024
Kunstjahr 2025: Jubiläen, Geburts- und Todestage, Hommagen

Kunstjahr 2025: Jubiläen, Geburts- und Todestage, Hommagen Welche Künstlerinnen und Künstler feiern wir 2025?

Das Kunstjahr 2025 wird von runden (und halbrunden) Geburts- und Todestagen geprägt werden. Einige davon sind in den Ausstellungsprogrammen der großen Museen wiederzufinden.
27. Juni 2024
Yayoi Kusama, Phantom Polka Dots of Fate, Ordained by Heaven, Were the Greatest Gift Ever for Me, 2021, 210 x 123.3 129.6 cm (c) courtesy Sotheby's London,

London | Sotheby’s versteigert Yayoi Kusamas „Phantom Polka Dots of Fate”

Über den Preis der am 27. Juni 2024 von Sotheby's London versteigerten Skulptur wurde Stillschweigen vereinbart. Das Werk wurde aber auf ca. $1,2 bis 1,8 Mio. geschätzt.
25. Juni 2024
Wien Ausstellungen 2024

Wien | Ausstellungen 2024 Welche Kunstausstellungen sind 2024 in Wien zu sehen?

Hier findest du eine Liste mit den wichtigsten Ausstellungen in Wien 2024.

Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich (Greifswald 5.9.1774–7.5.1840 Dresden) ist der bekannteste Maler der Romantik in Deutschland und prägte mit seinen melancholischen Landschaften das Bild der „deutschen Innerlichkeit“. Der 1774 in Greifswald geborene Landschaftsmaler wurde in Kopenhagen und Dresden ausgebildet und ließ sich in Dresden als freischaffender Maler nieder.

Die Deutung seiner Werke ist bis heute strittig: Sind sie von eigenem Erleben und persönlichem Schicksal durchdrungen? Handel es sich um verklausulierte Kommentare zur Politik seiner Zeit? Caspar David Friedrich gilt als „Ideenmaler“, da seine Gemälde keine konkreten Naturansichten, sondern emblematische Kompositionen zeigen. Zweifellos sind seine Gemälde vielschichtig kodiert und symbolisch (metaphysisch) aufgeladen. So kann man Caspar David Friedrich als religiösen Mystiker, verklärten Romantiker, überzeugten Patrioten und/oder als Wegbereiter eines modernen Realismus bezeichnen. Seine Bilder basieren auf der naturalistischen Beobachtung der Dingwelt, sind jedoch im Atelier zusammengestellte Landschaften mit klar organisierter Bildstruktur und inhaltlich aufgeladenen Brüchen.

Hier findest Du die wichtigsten → Caspar David Friedrich: Ausstellungen 2024

13. Juli 2024
Caspar David Friedrich, Zwei Männer in Betrachtung des Mondes, Detail, um 1825–1830, Öl auf Leinwand, 34,9 x 43,8 cm (The Metropolitan Museum, New York, Wrightsman Fund, 2000, Inv.-Nr.: 2000.51)

New York | Metropolitan Museum: Caspar David Friedrich Erste Ausstellung des deutschen Romantikers in den USA | 2025

13. Juli 2024
Caspar David Friedrich, Das Große Gehege bei Dresden, Detail, 1832, Öl auf Leinwand, 73,5 x 103 cm (Galerie Neue Meister, Inv.-Nr. Gal.-Nr. 2197 A)

Dresden | Albertinum und Residenzschloss: Caspar David Friedrich Wo alles begann | 2024

Zum 250. Geburtstag widmen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden dem Künstler eine Ausstellung an zwei Standorten: Inspirationsquellen fand Friedrich in der Natur – auf seinen Wanderungen in der näheren und weiteren landschaftlichen Umgebung Dresdens.
19. April 2024
Caspar David Friedrich, Mönch am Meer, Detail, 1808–1810 (© Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Andres Kilger)

Berlin | Alte Nationalgalerie: Caspar David Friedrich Die Wiederentdeckung | 2024

Berlin feiert die Wiederentdeckung Caspar David Friedrichs im Jahr 1906 mit seiner ersten Friedrich-Ausstellung. 60 Gemälde & 50 Zeichnungen kommen aus nationalen und internationalen Sammlungen, um Themen wie Friedrichs Bilderpaare zu entschlüsseln.

Frans Hals

Frans Hals

Frans Hals (Antwerpen 1582/83–26.2.1666 Haarlem) war ein gefeierter Porträtist und Genremaler des niederländischen Barock. Die außergewöhnliche Leistung des Haarlemer Malers war, in seinen – vor allem späten – Porträts, Persönlichkeit darzustellen, als Porträts zur Visualisierung des sozialen Status eingesetzt wurden. Frans Hals inszenierte und formulierte Individualität überzeugender als die meisten seiner Zeitgenossen – außer Rembrandt.  Zudem bediente sich Hals eines offenen Pinselstrichs, der zunehmend der Geschlossenheit der Form entgegenlief. Die Bewegung, die er dadurch in die Bilder bringen konnte, ist in der niederländischen Malerei des Goldenen Zeitalters einzigartig. Heute werden ihm etwa 200 Ölgemälde zugeschrieben.

Hier findest Du die wichtigsten → Frans Hals: Ausstellungen 2024

12. Juli 2024
Frans Hals, Malle Babbe, Detail, um 1640, Öl/Lw, 75 x 64 cm (Gemäldegalerie Berlin, SMB, Foto: Jörg P. Anders)

Berlin | Gemäldegalerie: Frans Hals Revolutionäre Porträts aus dem Goldenen Zeitalter | 2024

Die Gemäldegalerie organisiert eine umfassende monografische Ausstellung mit rund 70 Arbeiten, davon zehn aus eigenem Bestand wie die „Malle Babbe“, das „Porträt der Catharina Hooft mit ihrer Amme“ oder der „Singende Knabe mit Flöte“.
21. Juni 2024
Frans Hals, Der lachende Kavalier, Detail, 1624 (The Trustees of the Wallace Collection, London)

Frans Hals: Biografie Lebenslauf des niederländischen Barockmalers

8. Februar 2024
Frans Hals, Ehepaarbildnis, vielleicht Isaac Abrahamsz Massa und Beatrix van der Laen, Detail (Rijksmuseum, Amsterdam)

Amsterdam | Rijksmuseum: Frans Hals Lachende Porträts aus dem Barock | 2024

Lachende Porträts aus dem Barock: Frans Hals war einer der gefragtesten Maler seiner Generation, überzeugte er doch mit stuppender Pinselführung. Im Frühjahr 2024 zeigt das Rijksmuseum eine umfassende Ausstellung zum niederländischen Barockmaler.
 
Mit Künstlerinnen und Künstlern, bzw. Persönlichkeiten aus der Kunstwelt zu sprechen, ermöglicht, einen Blick auf Konzepte, Prozesse und Arbeitsbedingungen zu erhaschen. Wir von ARTinWORDS gehen mit ihnen daher bevorzugt durch Ausstellungen oder besuchen sie in ihren Ateliers - in der Hoffnung auf noch viele erhellende und inspirierende Momente!

Alexandra Matzner, Chefredakteurin von ARTinWORDS

11. September 2019
Christof Metzer (c) Foto: Privat

Christof Metzger: „Albrecht Dürer hat das Sehen neu gelernt“ Warum der „Dürer-Hase“ weniger Haare hat als vermutet. Der Dürer-Experte Metzger über Funktionen von Dürers Zeichnung und die Provenienz der Albertina-Sammlung

Albrecht Dürer 2019 in der Albertina thematisiert die Funktionen der Zeichnung in der Werkstatt Dürers, die neuartige Beobachtungsgabe des Nürnberger Renaissance-Künstlers und – im Katalog – den Kriminalfall rund um die Erwerbungen von Herzog Albert von Sachsen-Teschen.
18. April 2019
Charles Meryon, Apsis von Notre-Dame de Paris, 3. Zustand, Radierung 16,7 x 29,9 cm (Bibliothèque nationale de France, département Estampes et photographie, FOL-EF-397 (2))

Werner Telesko: Notre-Dame de Paris ist die Projektionsfläche zum Teil auch gegensätzlicher Strategien Kathedrale als Symbol für Königtum, Revolution, Restauration und Nation

Wofür steht Notre-Dame de Paris? Werner Telesko erklärt sie als Projektionsfläche z. T. gegensätzlicher Strategien; Symbol für Königtum, Revolution, Restauration und Nation.
17. September 2018
Heinz Widauer vor Claude Monets Das Haus in den Rosen, 1925 Albertina,Wien, Sammlung Batliner (c) Foto: Albertina.

Heinz Widauer: „Es ging Monet um das Wesenhafte“ Albertina-Kurator analysiert Monets Malweise anhand von Lebensorten

Was macht Claude Monet zu einem Jahrhundertkünstler? Warum spielen die Orte, in denen er lebte, solch wichtige Rollen für sein Werk? Wie kann sein Verhältnis zur Natur bestimmt werden? Diese Fragen und noch viele mehr stellen wir Heinz Widauer, Kurator der großen Monet-Ausstellung in der Albertina.
 

Künstlerinnen

18. Juli 2024
Wassily Kandinsky, Oben und links, März 1925 (Bauhaus), 69.9 x 49.8 cm (Museum Barberini, Potsdam)

Potsdam | Museum Barberini: Kosmos Kandinsky. Geometrische Abstraktionen im 20. Jahrhundert Farben, Linien und Flächen als internationale Bildsprache | 2025

Die Ausstellung schlägt einen Bogen über sechs Jahrzehnte und zeigt, wie die Geometrische Abstraktion in all ihren Spielarten in Europa und den USA immer wieder einen radikalen Ausdruck fand.
17. Juli 2024
Berlinde De Bruyckere, Piëta, 2007–2008, Wachs, Kissen, Holz, Eisen, Epoxidharz/Wax, cushions, wood, iron, epoxy, 126 × 90 × 188 cm, ISelf Collection, London, Foto/Photo: Mirjam Devriendt.

Brüssel | BOZAR: Berlinde De Bruyckere | 2025

Berlinde De Bruyckeres erste Einzelausstellung im Bozar wird im Februar 2025 eröffnet. In dieser großen Präsentation erschafft sie mit Skulpturen, Zeichnungen und Installationen eine unvergessliche Geschichte.
17. Juli 2024
Ter Borch, Memorialportraet Moses Ter Borch, Detail, 1667-1669, 76,2cm × 56,5cm (Rijksmuseum, Amsterdam)

Zwolle | Museum de Fundatie: Zu Hause bei den Ter Borchs Eine Künstlerfamilie in Zwolle | 2025/26

Die Familie Ter Borch war eng mit Zwolle verbunden, und im Jahr 2025 feiert das Museum de Fundatie mit der gesamten Stadt ihr Erbe.
17. Juli 2024
Marianne von Werefkin, Zirkus vor der Vorstellung, 1908, Tempera auf Karton (Leopold-Hoesch-Museum, Düren)

Zwolle | Museum de Fundatie: Marianne von Werefkin Pionierin des Expressionismus | 2024/25

Ab Herbst wird das farbenfrohe Werk von Marianne von Werefkin erstmals in den Niederlanden in einer Retrospektive gezeigt, zusammen mit einer Reihe von Werken ihrer Zeitgenossen.
17. Juli 2024
Käthe Kollwitz, Selbstbildnis, Detail, 1924 (Käthe Kollwitz Museum Köln)

Kopenhagen | SMK: Käthe Kollwitz Mensch | 2024/25

Mit der Ausstellung präsentiert SMK Käthe Kollwitz‘ künstlerische Arbeit in ihrer ganzen Bandbreite – als Zeichnerin, Druckgrafikerin und Bildhauerin – und gibt einen differenzierten Einblick in ihr künstlerisches Schaffen und dessen gesellschaftliche, politische und historische Grundlagen.
17. Juli 2024
Henriette Hahn-Brinckmann, Abend, 1904

Kopenhagen | SMK: Künstlerinnen und neue Algorithmen Gegen alle Widrigkeiten | 2024

24 Künstlerinnen aus Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland zeigen im Herbst 2024 in Kopenhagen, was sie erreichen konnten, obwohl die Gläserne Decke für Frauen in der Kunst gewaltig war. Ix.Shells interpretiert die Biografien und Werke mit KI-Algorithmen.
17. Juli 2024
Camille Claudel, Der Walzer (Allioli), Detail, um 1900 (Privatsammlung, Foto courtesy Musée Yves Brayer)

Bremen | Paula Modersohn-Becker Museum: Camille Claudel – Bernhard Hoetger Emanzipation von Rodin | 2025

Ausgehend von der Ausstellung Claudels und Hoetgers in der Galerie von Éugene Blot 1905 zeigt das Paula Modersohn-Becker Museum die zentralen Schaffensphasen beider Künstlerpersönlichkeiten.
16. Juli 2024

Berlin | Neue Nationalgalerie: Lygia Clark Kunst als partizipatives, sinnliches, mitunter heilendes Erlebnis | 2025

Mit ihrem Ansatz, Kunst als partizipatives, sinnliches, mitunter heilendes Erlebnis zu begreifen, wurde Lygia Clark (1920–1988) zu einer der wegweisenden Künstlerinnen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Deshalb sind die Besucher:innen eingeladen mit den ausgestellten Kunstwerken zu interagieren, an Workshops, Gruppenperformances und Clarks „Therapiesitzungen“ teilzunehmen.
15. Juli 2024
Monster Chetwynd, A CAT IS NOT A DOG, Installationsansicht Schirn Kunsthalle, Frankfurt 2023 © Monster Chetwynd. Courtesy the Artist and Sadie Coles HQ, London. Foto: Norbert Miguletz / Schirn Kunsthalle, Frankfurt

Wien | Belvedere 21: Monster Chetwynd Moths, Bats and Velvet Worms! Moths, Bats and Heretics! | 2024/25

Die britische Künstlerin Monster Chetwynd (*1973) bespielt das Belvedere 21 mit einer großen, speziell für das Haus entwickelten Installation, die von Performer:innen aktiviert und belebt wird.

Kunstgeschichte

Minimal Art | Minimalismus

Minimal Art, deutsch Minimalismus, ist eine Kunstrichtung, die in den frühen 1960er Jahren in den USA entstand. Charakteristisch für Werke der Minimal Art bzw. des Minimalismus ist ihre auf Logik basierende, häufig geometrische, stark reduzierte Form, gepaart mit maschinell produzierten Materialien und der Zurücknahme der persönlichen Handschrift. Damit erklärten die Pioniere und Pionierinnen der Minimal Art die Vormachtstellung des Abstrakten Expressionismus und des Informel für beendet.

Den Begriff Minimal Art prägte der britische Philosoph und Kunstkritiker Richard Wollheim in einem Essay, der im Januar 1965 im „Art Magazine“ erschien. Obschon sich Wollheim auf eine andere Kunst bezog, etablierte sich die Bezeichnung Minimal Art. Von großer Bedeutung waren auch die theoretischen Texte von Donald Judd. Er wollte Farbe eine plastische Form geben, um so in den Raum hinein zu wirken.

2. März 2024

Basel | Kunstmuseum Basel: Dan Flavin Widmungen aus Licht | 2024

Diese Ausstellung legt den Fokus auf die Titel der Werke, die Hinweise des Künstlers auf konkrete Ereignisse sind, etwa Kriegsgräuel oder Polizeigewalt. Manche sind auch anderen Künstler:innen gewidmet wie beispielsweise das Werk „untitled (in memory of Urs Graf)“ im Innenhof des Hauptbaus.
31. März 2023
Fred Sandback, Untitled (Sculptural Study, Five-part Construction), 1987/2009, black acrylic yarn, situational: spatial relationships established by the artist; overall dimensions vary with each installation; collection Museo Nacional de Arte Reina Sofia, Madrid © Fred Sandback

Berlin | Hamburger Bahnhof: Fred Sandback Minimalistische Rauminstallationen | 2023

Die Präsentation des legendären US-amerikanischen Künstlers der Minimal Art Fred Sandback beinhaltet mehrere richtungsweisende Rauminstallationen, Archivmaterialien sowie das Projekt mit 64 Räumen für den Kunstraum München im Jahr 1975.

Op Art

Die frühesten Werke der Op Art datieren in die Mitte der 1950er Jahre und gelten als Spielart bzw. Weiterentwicklung der konkreten Kunst. Op Art Kunstwerke sind (meist) abstrakt und arbeiten mit visuellen Effekten. Damit erzielten Künstlerinnen und Künstler den Eindruck von Bewegung, Vibration, Überlappung. Zu den frühesten Werken der Op Art zählt Victor Vasarelys Gemälde „Zebras“ aus dem Jahr 1938.

Allerdings dürfen manche Werke der Op Art auch zur kinetischen Kunst gezählt werden, da sie nicht nur als formal-kompositorischem Wege Bewegung illusionieren, sondern auch durch tatsachliches manuell, mechanisch oder elektrisch bewerkstelligtes In-Bewegung-Versetzen begeistern. Auch die Bewegung der Betrachterinnen und Betrachter vor dem Werk spielt eine wichtige Rolle. Ob auf dem Weg der Illusion oder der faktischen Bewegung den Künstlerinnen und Künstlern ging und geht es darum, den Sehvorgang an sich zu thematisieren.

17. Juli 2024
Edwina Orr, Self portrait with lens, Detail, ruby pulsed laser master and 40x30 cms white light reflection silver halide glass plate © Edwina Orr, Fotos: Volker Naumann

Schwäbisch Hall | Kunsthalle Würth: Hologramme und optische Illusionen in der Sammlung Würth Die dritte Dimension im Bild | 2024/25

Zum ersten Mal präsentiert die Sammlung Würth eine Auswahl aus der mit über 300 Objekten größten zusammenhängenden Sammlung zum Hologramm, ehemals zusammengetragen von Matthias Lauk (1947–2009), die neu Eingang in die Sammlung Würth gefunden hat.
24. Mai 2019
Bridget Riley, Hesitate, 1964, Dispersion auf Hartfaserplatte, 107 × 113 cm (Tate, London, presented by the Friends of the Tate Gallery 1985)

Kunstmuseum Stuttgart: Vertigo. Op Art und eine Geschichte des Schwindels Die Welt als Labyrinth von Manierismus bis Neoavantgarde (1520–1970)

Op Art, Abkürzung für Optical Art, also die Kunst der Illusion und Täuschung, der faktischen und vermeintlichen Bewegung, die in den 1950er und 1960er Jahren ihre Hochphase hatte, wird im Kunstmuseum Stuttgart gänzlich neu interpretiert.

Pop Art

Pop Art – abgeleitet vom englischen populace oder popular, das heißt die breite Masse oder populär – ist ein Sammelbegriff für künstlerische Phänomene, die das Lebensgefühl der 1960er Jahre widerspiegeln. So kann Pop Art euphorisch, fortschrittsorientiert wirken aber auch katastrophisch und pessimistisch (Atombombe, Stellvertreterkriege in Asien). Pop Art changiert zwischen Affirmation westlicher Konsumkultur und subversiver Unterwanderung der Kommerzialisierung. Werbung und Medienbilder suggerieren eine heile Welt, die als Masken enttarnt und als leere Hülsen präsentiert werden. Pop ist daher ein „Lustvolles, ironisches, kritisches Schlagwort, schlagfertig gegenüber den Slogans der Massenmedien, deren Geschichten Geschichte machen, deren Ästhetik die Bilder und das Image der Zeit prägen, deren „vorbildliche“ Klischees die Menschen beeinflussen.“ Da die Pop Art auf Basis von kapitalistischen und technologischen Bedingungen der Industriegesellschaft erblühte, ist sie eine westliche, großstädtische Kunstform. Das Interesse für das Triviale, Alltägliche, sogar den Kitsch erfasste Künstler wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Tom Wesselmann, Robert Indiana in New York oder Richard Hamilton, Peter Blake in London. Damit wandte sich eine um 1930 geborene Generation von der Hochkunst der Abstraktion ab.

5. Juli 2024

Wien | mumok: Mapping the 60s Kunst-Geschichten aus den Sammlungen des mumok | 2024–2026

Der Ausstellung „Mapping the 60s“ liegt die Überlegung zugrunde, dass maßgebliche gesellschaftspolitische Bewegungen des 21. Jahrhunderts ihre Wurzeln in den 1960er Jahren haben - mit Pop Art, Nouveau Réalisme, Fluxus, Wiener Aktionismus, Performancekunst sowie Konzeptkunst und Minimal Art.
11. April 2024
Roy Lichtenstein, Wir standen langsam auf, 1964, Öl und Acryl auf Leinwand, 173 × 234 cm (MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST, Frankfurt, Ehemalige Sammlung Karl Ströher, Darmstadt (DE) © Estate of Roy Lichtenstein/Bildrecht, Wien 2024)

Wien | Albertina: Roy Lichtenstein Zum 100. Geburtstag | 2024

Die Ausstellung stellt die wichtigsten Etappen von Lichtensteins abwechslungsreichem Werk von den frühen 1960er Jahren bis zum Spätwerk vor.

Abstrakter Expressionismus | Informel

In einer Rezension von Hans Hofmanns Einzelausstellung in der Mortimer Brandt Gallery verwendete der Kunstkritiker Robert Coates 1946 erstmals den Ausdruck „Abstrakter Expressionismus“ in Bezug auf die zeitgenössische amerikanische Abstraktion. Willem de Koonings Werk bildet neben dem von Jackson Pollock eines der Zentren des Amerikanischen Abstrakten Expressionismus während der 1950er Jahre.

Art informel (Informel), Art brut oder Art autre sind die Bezeichnungen für die europäische Abstraktion der unmittelbaren Nachkriegszeit. Wichtig für diese Ära war, dass Farbe nicht mehr nur als Farbton, sondern auch mittels seines „Körpers“, seiner Pastosität wahrgeommen wurde. Diese Form der Abstraktion wurde als warme und auch lyrische Abstraktion bezeichnet, im Gegensatz dazu ist die kalte Abstraktion die geometrische, ungegenständliche wie auch die kinetische Kunst.

18. Juli 2024
Wassily Kandinsky, Oben und links, März 1925 (Bauhaus), 69.9 x 49.8 cm (Museum Barberini, Potsdam)

Potsdam | Museum Barberini: Kosmos Kandinsky. Geometrische Abstraktionen im 20. Jahrhundert Farben, Linien und Flächen als internationale Bildsprache | 2025

Die Ausstellung schlägt einen Bogen über sechs Jahrzehnte und zeigt, wie die Geometrische Abstraktion in all ihren Spielarten in Europa und den USA immer wieder einen radikalen Ausdruck fand.
17. Juli 2024
Hans Arp, Homme et femme, um 1928, Aquarelle und Bleistift auf Papier (Privatsaammlung © SABAM Belgium 2024, Foto Fabien de Cugnac)

Brüssel | BOZAR: Hans Arp & Sophie Taeuber-Arp Freunde, Liebhaber, Partner | 2024

Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp waren zwei zentrale Figuren der abstrakten Kunst des 20. Jahrhunderts. Während ihrer gesamten Karriere stellten beide kontinuierlich die Hierarchie zwischen angewandter und bildender Kunst in Frage.

Neue Sachlichkeit

Die Mannheimer Kunsthalle präsentierte 1925 die Ausstellung „Neue Sachlichkeit. Deutsche Malerei seit dem Expressionismus“. Der vom Direktor Gustav Friedrich Hartlaub gewähte Titel war von ihm bereits 1923 eingeführt worden und setzte sich als Stilbegriff einer Epoche durch, der bis heute Verwendung findet. Zu sehen waren unter anderem Werke von den wichtigsten Künstlern dieser Stilrichtung - Otto Dix, Rudolf Schlichter und George Grosz. Deren Gemälde zeichneten sich durch eine realistische, sachliche und wirklichkeitsnahe Darstellung des Bildgegenstands aus.

Die Erfahrung des Ersten Weltkriegs veränderte die Sicht auf die Welt und den Menschen radikal. Zutiefst erschüttert, distanzierten sich viele Künstler von den formalen Experimenten der Avantgarde wie Kubismus, Expressionismus und den verschiedenen Richtungen der Abstraktion und konzentrierten sich auf eine nüchtern-realistische Wiedergabe der Wirklichkeit. Gemeinsam ist ihnen eine figurative Malerei; sie zeugt von einer mannigfaltigen und kritischen Auseinandersetzung mit dieser von Brüchen geprägten Zeit bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.

23. Mai 2024
Lotte Laserstein, Tennisspielerin, Detail, 1929, Öl auf Leinwand, 110 × 95,5 cm (Privatbesitz, Foto: Berlinische Galerie © VG Bild-Kunst, Bonn 2018)

Wien | Leopold Museum: Neue Sachlichkeit in Deutschland Umfassende Ausstellung zum „kühlen Blick“ | 2024

Das Leopold Museum richtet 2024 den Blick auf die Neue Sachlichkeit aus Deutschland in der bis dato ersten umfassenden Ausstellung zur sachlich, kühlen Darstellung in Österreich.
12. Mai 2024

Chemnitz | Museum Gunzenhauser: Das neusachliche Typenporträt in der Weimarer Zeit Sieh Dir die Menschen an! | 2024

Die Ausstellung betrachtet das neusachliche Typenporträt erstmals eingehend im historischen Kontext, getragen vom gesamtgesellschaftlichen Diskurs in der Weimarer Republik: der Suche nach dem „Gesicht der Zeit“.

Surrealismus

Surrealismus (franz. Über-Wirklichkeit) ist kein Stil und auch keine Kunstrichtung, sondern beschreibt eine antibürgerliche Lebenshaltung bzw. eine Kunst, die sich dem Traum (Albtraum), dem Fantastischen, dem Irrationalen, der Erotik, dem Tabubruch bewusst öffnet, um der Barbarei des Ersten Weltkriegs neue Sichtweisen entgegenzuhalten. Mit Kunst und Literatur sollten das
rationale Weltbild infrage gestellt sowie überhaupt eine revolutionäre, freie und neue Kunst geschaffen werden.

In Anschluss an die Traumdeutung und die Theorie des Unbewussten in den Schriften Sigmunds Freuds wollten die Surrealisten den unbewussten Zuständen menschlichen Lebens einen fundamental neuen Stellenwert verleihen. Sie positionierten sich und ihre Kunst im Gegensatz zu Materialismus, Positivismus, Rationalismus und die Herrschaft der Logik, repräsentiert durch Staat, Kirche, bürgerlicher Familie, Sexualmoral und Untertanengeist. Assoziationen, künstlerische Zusammenarbeit und neuartige Techniken der „Nichtkomposition“ wie das Aufschreiben von Traumfetzen, Hypnose, automatisches Schreiben und Zeichnen sollten eine Auflösung der Grenzen bürgerlicher Moral- und Wertvorstellungen aber auch des traditionellen Schönheitsbegriffs als Grundlage der Kunst bezwecken. Wichtige Vorläufer sahen die Künstler des Surrealismus sowohl in der Kunst der Frührenaissance und dem Expressionismus, der Kunst des Dadaismus wie auch in außereuropäischen Kunstwerken (Afrika, Ozeanien und Neukaledonien). Künstlerinnen und Künstler arbeiteten mit Mythen, dem Unbewussten, Traum, Zufall, Metamorphose; sie nutzten wissenschaftliche und literarische Quellen (Sigmund Freud und Marquis de Sade). Zu ihren bevorzugten Gattungen zählten Malerei, Assemblage, Materialexperimente, inszenierte Fotografie, wobei auch medienübergreifende Arbeiten geschaffen wurden.

12. Juli 2024
Penny Slinger, The Larval Worm, 1969/2014 (© Penny Slinger / VG Bild-Kunst, Bonn 2024, Courtesy of Blum & Poe)

Heilbronn | Kunsthalle Vogelmann: Surrealismus Welten im Dialog | 2024

Mit fantastischen, radikal subjektiven Motiven revolutionierte der Surrealismus die Kunst ab den 1920er Jahren. Die Aktualität ihrer Ideen zeigt die spannende Gegenüberstellung bedeutender Surrealist:innen der ersten Stunde mit nachfolgenden Künstler:innen, darunter Cindy Sherman und Erwin Wurm.
9. Juli 2024
Leonor Fini, Selbstporträt, Detail, 1941 (Privatsammlung)

Mailand | Palazzo Reale: Leonor Fini Der Blick der Sphinx | 2025

Leonor Fini beschäftigte sich mit grundlegenden Fragen der Gesellschaft. Sie hinterfragte in ihrer Kunst Geschlechterrollen, Identität, Zugehörigkeit, etablierte Familienmodelle, Männlichkeit und Weiblichkeit. Der Palazzo Reale widmet der geheimnisvollen Surrealistin eine Einzelausstellung.

Abstrakte Kunst

Abstraktion kann vom Lateinischen abstrahere für „loslösen“ oder „wegnehmen“ abgeleitet werden. Abstrakte Kunst meint daher eine Ausdrucksform, die sich von der Wiedergabe von Gegenständen löst, deren Ziel nicht mehr die Schilderung greifbarer Objekte und Figuren ist, sondern sich der geistigen Welt, dem Visionären, der logisch-rationalen Farbfeld-Kombination und/oder selbstreflexiven Analysen der Mittel, mit denen Kunst gemacht wird (Farben, Formen), verschreibt.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wandte sich eine Handvoll Künstlerinnen und Künstler von der Gegenständlichkeit ab und erforschten die Möglichkeiten abstrakter Bildwelten. Vielfach ließen sie sich für die Ablehnung der mimetischen Kunsttradition von metaphysischen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Inspirationsquellen leiten. Protagonistinnen und Protagonisten der Klassischen Moderne wie Hilma af Klint, Wassily Kandinsky, Robert Delaunay, Kasimir Malewitsch oder Piet Mondrian stellten sich höchst individuelle Fragen zu einer neuen malerischen Wirklichkeit. Die „Darstellung“ spiritueller oder theosophischer Konzepte, der „inneren Welt“, d.h. der unsichtbaren Gefühlswelt, von Emotionen, „Visionen“ oder Ängsten, der Vergleich mit der immateriellen Musik, aber auch ein selbstreferenzielles Nachdenken über die eigenen Mittel gewann an Bedeutung.

18. Juli 2024
Wassily Kandinsky, Oben und links, März 1925 (Bauhaus), 69.9 x 49.8 cm (Museum Barberini, Potsdam)

Potsdam | Museum Barberini: Kosmos Kandinsky. Geometrische Abstraktionen im 20. Jahrhundert Farben, Linien und Flächen als internationale Bildsprache | 2025

Die Ausstellung schlägt einen Bogen über sechs Jahrzehnte und zeigt, wie die Geometrische Abstraktion in all ihren Spielarten in Europa und den USA immer wieder einen radikalen Ausdruck fand.
17. Juli 2024
Hans Arp, Homme et femme, um 1928, Aquarelle und Bleistift auf Papier (Privatsaammlung © SABAM Belgium 2024, Foto Fabien de Cugnac)

Brüssel | BOZAR: Hans Arp & Sophie Taeuber-Arp Freunde, Liebhaber, Partner | 2024

Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp waren zwei zentrale Figuren der abstrakten Kunst des 20. Jahrhunderts. Während ihrer gesamten Karriere stellten beide kontinuierlich die Hierarchie zwischen angewandter und bildender Kunst in Frage.

Expressionismus

Der Expressionismus (franz., engl. expression „Ausdruck“) gehört zu den ersten Kunstströmungen der Klassischen Moderne, die zu Beginn des 20. Jh. in Anlehnung an die Errungenschaften des Post-Impressionismus radikal mit tradierten Werten und Auffassungen brach und der Kunst neue Inhalte und Intentionen eröffnete. Bis heute zählt der Expressionismus neben Kubismus und Futurismus zu den wichtigsten Entwicklungen der europäischen Kunst vor dem Ersten Weltkrieg. Der Ausbruch des Kriegs 1914 setzte dem Kunstexperiment vorläufig ein Ende. Während des Kriegs fanden viele Maler und Bildhauer jene Anerkennung, um die sie die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg so heftig kämpfen mussten.

17. Juli 2024
Emil Nolde, Großer Mohn (rot, rot, rot), 1942 ((c) Nolde Stiftung Seebüll)

Künzelsau | Museum Würth 2: Emil Nolde Welt und Heimat | 2025

Emil Nolde war zutiefst geprägt durch seine Heimat im deutsch-dänischen Grenzgebiet.
25. April 2024
Gabriele Münter, Bildnis von Marianne von Werefkin, Detail, 1909 (Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München, Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017)

London | Tate Modern: Kandinsky, Münter und Der Blaue Reiter Freundschaften, Netzwerk und Künstlerinnen | 2024

Im Frühjahr 2024 sind bahnbrechende Kunstwerke eines Freundeskreises zu Gast, die unter dem Namen „Der Blaue Reiter“ 1911/12 erstmals in London ausstellten.

Kubismus

Der Begriff Kubismus leitet sich vom französischen Wort „cube“ für Würfel ab und wird seit Mitte November 1908 verwendet. Er bezeichnet eine Stilrichtung vom Beginn des 20. Jahrhunderts, die von Pablo Picasso (1881–1976) und Georges Braque (1882–1963) zwischen 1907/08 und 1910 entwickelt wurde. Die erste Phase, der sogenannte Analytische Kubismus, dauerte von 1910 bis Anfang 1912 und stellte die Recherche nach der gleichzeitigen Darstellung verschiedener Ansichten eines Objekts in das Zentrum. Nach dem Auftauchen der „Salonkubisten“ veränderten Braque und Picasso ihre Gestaltungsweise, indem sie realistische Elemente nicht mehr darstellten (imitierten), sondern Papierschnipsel, Tapeten und andere gefundene Objekte in ihre nunmehr buntfarbigen Bilder einbanden und so den Synthetischen Kubismus prägten.

17. Juli 2024
Marthe Donas, Stillleben, 1917 (KMSKA, Antwerpen)

Antwerpen | KMSKA: Donas, Archipenko & La Section d’Or Kubismus und Abstraktion Anfang der 1920er | 2025

Erstmals werden die späten Jahre der einflussreichen Vereinigung aufgezeigt; im Zentrum der Schau stehen die materialreichen, kubistischen und abstrakten Kompositionen von Marthe Donas und die Skulpto-Malerei von Alexander Archipenko.
30. Januar 2024
Francis Picabia,Pavonia, Detail, 1929, Öl auf Leinwand, 149,7 x 170,8 cm (Privatsammlung)

Paris | Musée Picasso: In der Wohnung von Léonce Rosenberg De Chirico, Ernst, Léger, Picabia | 2024

Die Wohnung von Léonce Rosenberg versammelte 1928/29 eine hochkarätige Auswahl an Gemälden, Möbeln und Designstücken. Im kurzen Zeitraum von 15 Monaten bewohnte der Kunsthändler und Mäzen ein von ihm kuratiertes Gesamtkunstwerk mit Arbeiten von de Chirico, Ernst, Picabia, Ozenfant und vielen mehr.

Klassische Moderne

Die Klassische Moderne fasst unterschiedliche Stile und Personalstile von ca. 1900/05 bis 1930/40 zusammen. Verbindenes Element ist der Fortschrittsglaube und die Utopie einer gesellschaftsverändernen Kraft der Kunst. Paris hatte sich bereits im 19. Jahrhundert als Zenrum der zeitgenössischen Kunst etabliert und blieb auch noch bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bestimmend. Weitere bedeutende Metropolen waren Wien (Jugendstil, WienerWerkstätte, Expressionismus), München und Berlin ab den 1910er Jahren genauso wie Mailand, wo die Futuristen die Abkehr von der Tradition vehement einforderten.

Wenn auch Künstlerinnen und Künstler sich auf höchst unterschiedliche Weise ausdrückten, so verband sie der Wunsch, über die Grenzen tarditioneller Kunstproduktion hinwegzusetzen. Dies geschah durch Ablehnung der Zentralperspektive, Inspiration durch „primitive Kunst“ (Primitivismus), gesteigerte Farbigkeit (Fauvismus), Reduktion auf kubische Qualitäten (Analytischer Kubismus), Bewegungsphasen kompiliert (Futurismus), Abstraktion (Kandinsky, Mondrian, Brancusi), emotionale Einfühlung und „Visionen“ (Wiener und deutscher Expressionismus), Collage (Synthetischer Kubismus), Traumwelten und Ängste (Surrealismus), Rückkehr zu Ordnung (Neue Sachlichkeit).

17. Juli 2024
Henriette Hahn-Brinckmann, Abend, 1904

Kopenhagen | SMK: Künstlerinnen und neue Algorithmen Gegen alle Widrigkeiten | 2024

24 Künstlerinnen aus Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland zeigen im Herbst 2024 in Kopenhagen, was sie erreichen konnten, obwohl die Gläserne Decke für Frauen in der Kunst gewaltig war. Ix.Shells interpretiert die Biografien und Werke mit KI-Algorithmen.
6. Juli 2024

Arnhem | Museum Arnhem: Künstlerinnen und Moderne 1910-1950 RADIKAL! | 2024

Jugendstil

Der Jugendstil (auch: Art Nouveau, Modern Style, Nieuwe Kunst, Arte Liberty) hatte seine wichtigste Phase zwischen 1890 und 1910 und breitete sich nach der Weltausstellung in Paris 1900 rasant aus. Die wichtigsten Stilmittel des Jugendstils sind Raumlosigkeit und Flächigkeit, abstrahierte Formen und außergewöhnliche Bildausschnitte, Einsatz von Mustern und die schwingende, arabeskenhafte Linie.

Die Künstlerinnen und Künstler des Jugendstils wurden meist in den 1860er Jahren geboren und wollten der Rationalisierung der Welt eine traumversunkene Gegenwelt entgegenhalten. Obschon sie eine funktionelle Arbeitsumgebung anstrebten, suchten sie doch eine betonte Intimatmosphäre im Privaten. Inspiriert durch die englische Arts and Crafts Bewegung verwirklichten Jugendstil-Künstler eine Symbiose von Seelenleben, Technik, Handwerkskunst (traditionellen Techniken) und Natur. Mittelalterliche und japanische Vorbilder ermutigten sie, Formen zu „deformieren“, d.h. einem Stilwollen zu unterwerfen. Pflanzenornamente und abstrakte Linienformationen sind nicht nur als Dekoration gedacht, sondern versinnbildlichen das Konzept des Jugendstils.

Die Stilpluralität des Jugendstils reich von der Schule von Pont-Aven (Bretagne), die als Gruppe 1889 erstmals gemeinsam ausstellte, zu Henri de Toulouse-Lautrecs Plakaten, vom Wiener Jugendstil rund um Gustav Klimt, Josef Hoffmann, der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte zum Belgier Henry van de Velde bzw. dem Münchner Franz von Stuck. Diese Künstler und wenigen Künstlerinnen opponierten gegen die Überzeugungen der älteren Generation, ohne sich gänzlich von der Tradition abzuwenden. Secessionsgründungen und Gruppenzusammenschlüsse ab den frühen 1890er Jahren sind sichtbarer Ausdruck des neuen Lebensgefühls. Dem Ästhetizismus opferten sie jedoch den Realismus und die Gesellschaftskritik.

9. Juni 2024
Léon Parvillée, Chinesischer Wächterlöwe, um 1880, glasierte Irdenware, 20.9 × 22.9 × 12.7 cm (Philadelphia Museum of Art)

Philadelphia | Philadelphia Museum of Art: Japonismus in der französischen Keramik 1860–1910 Brennen für die Imagination | 2024/25

Der Einfluss der japanischen Kunst auf die französische Keramik zwischen 1860 und 1910 kann nicht überschätzt werden! Das Philadelphia Museum of Art zeigt Schätze aus seiner Sammlung, die verfließende Glasuren und Naturmotive zeigen.
8. Januar 2024

Chemnitz | Kunstsammlungen & Henry van de Velde Museum: Reform of Life & Henry van de Velde mittendrin Lebenslinien der Reformkunstbewegungen | 2024/25

Die Ausstellung widmet sich den Visionär:innen und Utopist:innen in der Kunst zwischen 1880 und 1930 und Henry van de Velde als einem ihrer wichtigsten Vertreter. An zwei Ausstellungsstandorten – in den Kunstsammlungen am Theaterplatz und im Henry van de Velde Museum in der Villa Esche – spürt sie den Lebenslinien der Reformkunstbewegungen zwischen Idealismus und Scheitern nach.

Symbolismus

Am 18. September 1886 veröffentlichte der Dichter Jean Moréas das Symbolistische Manifest im „Figaro“. Darin verswuchte er die junge Generation von Schriftstellern vom Vorwurf der „Dekadenz“ zu befreien. Das Feld des Symbolismus war von Literaten und Künstlern aufbereitet worden.

Der Symbolismus ist international und schwer zu definieren. Leichter fällt eine Aufzählung, was er nicht ist: Der Symbolismus ist anti-realistisch, anti-naturalistisch, anti-impressionistisch, anti-akademisch, anti-klassisch, aber auch anti-romantisch. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich von etwa 1848 bis zum Ersten Weltkrieg, wobei berühmte Vorläufer wie William Blake, Caspar David Friedrich, Johann Heinrich Füssli im frühen 19. Jahrhundert zur Romantik (zu Schwarzen Romantik) gehörten. Insofern beerbten die Symbolisten die Romantiker und die Naturphilosophen, um eine Gegenposition zum Positivismus zu bilden.

Die Symbolisten suchten nach Ideen und Begriffen, die außerhalb der sichtbaren Welt liegen. Sie fanden sie im Inneren des (auch psychisch erkrankten) Individuums oder in Grenzzuständen des Bewusstseins (Jean Starobinski), was sie in entsprechender Form (Symbolen) sichtbar zu machen versuchten. Maler wie Ferdinand Hodler oder Edvard Munch zeigten den leidenden, kranken Körper. Henri Edmond Cross notierte einen Satz von Pierre Puvis de Chavannes in sein Skizzenbuch: „Jede klare Idee lässt sich in einen formalen Gedanken übersetzen.“

23. Mai 2024
Gustav Klimt, Pallas Athene, Detail (Wien Museum, Foto: Birgit und Peter Kainz, Wien Museum)

Wien | Wien Museum: Secessionen. Klimt, Stuck, Liebermann Avantgarde-Vereinigungen im Vergleich | 2024

Das Wien Museum zeigt als zweite Station mit der Ausstellung „Secessionen. Klimt, Stuck, Liebermann“ die Anfangsjahre der drei wegweisenden Institutionen von München (1892), Wien (1897) und Berlin (1899).
27. November 2023
Salvador Dalì, Weiche Konstruktion mit gekochten Bohnen (Vorahnung des Bürgerkriegs), 1936, Öl auf Leinwand, 99,9 x 100 cm (Philadelphia Museum of Art, Philadelphia (Pennsylvania). The Louise and Walter Arensberg collection)

Brüssel | Königliche Kunstmuseen: Surrealist! Von de Chirico bis Pollock | 2024

Von Max Ernst bis Giorgio de Chirico, Salvador Dalí, Joan Miró und Man Ray: Entdecken Sie die Poesie der berühmtesten Surrealist:innen der Welt anhand von Themen wie dem Traum, dem Labyrinth, der Metamorphose, dem Unbekannten und dem Unterbewusstsein.

Historismus

Der Historismus wird meist mit Architektur in Verbindung gebracht, die in der zweiten Hälfte des 19. und im frühen 20. Jahrhundert im Stilzitat wichtige Anregungen fand. Industrialisierung und verbesserte Infrastruktur führten zu Verstädterung, dem Abbruch von Befestigungsringen und grundlegenden Eingriffen in die Stadtplanung. Paris und Wien sind hierfür die besten Beispiele.

Nach dem Schleifen der Stadtmauer in Wien wurde das Glacis mit der Ringstraße verbaut. Das Areal wurde in Parzellen eingeteilt, wo bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs sowohl öffentliche wie private Gebäude, Parks und Denkmäler errichtet wurden. Staatsoper (vormals Hofoper), Votivkirche, Rathaus, Parlament, Universität, Burgtheater (vormals Hofburgtheater) zeigen Stilelemente der griechischen Klassik, Gotik, italienischen Renaissance, Barock, die in inhaltlichem Zusammenhang mit den Funktionen der Bauten stehen. Der Boulevard diente dem wirtschaftlichen erstarkten Großbürgertum als Flaniermeile, Reitallee sowie dem Militär.

Skulptur und Malerei des Historismus sind akademisch und anti-modern. Mit großer technischer Finesse und nach historischen Recherchen führten Maler wie Hans Makart, Franz Xaver Winterhalter, Léon Gêrome, Lawrence Alma-Tadema u.v.m. meist großformatige Gemälde mit historischen Szenen aus. Da ihre Werke vornehmlich am Pariser Salon der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, wird auch der Begriff Salonmalerei verwendet.

7. Juni 2023
Josef Hoffmann, Vase, 1913; farbloses Glas, geätzt, Bronzitdekor, Ausführung: eine böhmische Manufaktur für J. & L. Lobmeyr, Wien (© Peter Kainz/MAK)

Wien | MAK: Lobmeyr 200 Jahre schillernde Luxuswelten | 2023

Das MAK widmet dem renommierten Handwerksbetrieb eine Überblicksausstellung, in der kunstvolle Entwürfe von Architekten, exquisit ausgeführte Meisterstücke von Graveuren und Glasmaler:innen neben strahlenden Beleuchtungskörpern für berühmte Gebäude.
9. September 2021
Osman Hamdi Bey, Über den Koran meditierend, Detail, 1902 (Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien)

Wien | Belvedere: Raden Saleh. Osman Hamdi Bey. Hakob Hovnatanyan Kunst von Welt in der Sammlung des Belvedere

Drei Maler, drei Geschichten im Spannungsfeld europäischer, nahöstlicher und asiatischer Kulturen – drei Pioniere der Malerei ihrer Herkunftsländer in der Sammlung des Belvedere werden erstmals präsentiert.

Impressionismus

Impressionismus (von franz. impression, dt. Eindruck) beschreibt eine Stilrichtung der Malerei, die durch eine helle Palette, lockeren, skizzenhaften Farbauftrag mit sichtbaren Pinselstrichen, Malen vor dem Motiv und meist Pleinairmalerei gekennzeichnet ist. Selten erzählen impressionistische Maler in ihren Werken Geschichten, stattdessen fokussieren vor allem die Maler auf die sinnliche Wahrnehmung. Impression meint ein rasches, intuitives und (scheinbar) improvisiertes Festhalten eines flüchtigen Augenblicks. Die Beobachtung von Lichteffekten und der sich verändernden Farbstimmungen über das ganze Jahr nahm einen höheren Stellenwert ein als die Bedeutung des Dargestellten, weshalb die Impressionistinnen und Impressionisten es vorzogen, im Freien (franz. en-plain-air) und in Serien zu arbeiten.Diese Definition lässt sich besonders gut auf die Landschaftsmalerei des Impressionismus anwenden, während die Figurenmaler unter der Führung von Edgar Degas sich stärker in der Tradition der Akademie sahen und die Bezeichnung Impressionismus für ihre Werke ablehnten. Der führende Maler des Impressionismus ist Claude Monet, der während der 1860er Jahre gemeinsam mit Kollegen den Realismus weitertrieb, um dem neuen Lebensgefühl von Modernität und Schnelligkeit Rechnung tragen zu können.

Impressionismus in der Bildhauerei wird von Auguste Rodin geprägt, in der Fotografie ist er besser unter dem Begriff Piktorialismus bekannt. Die Piktorialisten nutzten erstmals und experimentell Farbfotografie und schätzten unscharfe Aufnahmen. Zu den wichtigsten Fotografen des Impressionismus um 1900 zählt der in Wien ansässige Heinrich Kühn (1866–1944).

17. Juli 2024
Peder Severin Krøyer, Anna Ancher und Marie Krøyer am Strand von Skagen, Detail, 1893 (Dauerleihgabe im MKdW, Collection Broere Charitable Foundation)

Hannover | Landesmuseum Hannover: Impressionismus im Norden Frischer Wind | 2024/25

In den sieben Themenbereichen – Licht, Strand, Land, Winter, Stadt, Garten und Reisen – zeigt die Ausstellung Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten des „Impressionismus im Norden“ auf.
17. Juli 2024
Karl Hagemeister, Weißer Mohn, Detail, 1881 (© Landesmuseum Hannover)

Alkersum | Museum Kunst der Westküste: Impressionismus im Norden Frischer Wind | 2024

Die Gemälde niederländischer, deutscher und dänischer Impressionist:innen, zusammengefasst als „Impressionismus im Norden“, zeigen den Alltag im wechselnden Licht der Tages- und Jahreszeiten.

Realismus

Realismus (von lat. res für Ding) ist ein hochkomplexer Begriff, mit dem eine bestimmte Haltung und Weltanschauung, wie auch Methode der Kunstproduktion beschrieben wird. Im Jahr 1855 verwendete ihn Gustave Courbet, um seine von der Jury der Weltausstellung abgewiesenen, anti-akademischen, anti-idealistischen Gemälde im „Le Réalisme“ auszustellen. Er sah in seinen großformatigen Werken, in denen er die regionale Landschaft und die Bevölkerung realistisch, d.h. getreu im monumentalen Format schilderte, einen neuen, von vielen als brutal und „hässlich“ empfundenen Stil. Dahinter stand eine politische, sozialistische Aussage, der Realismus ist daher auch eine Art „Kampfbegriff“ in der französischen Kunsttheorie. Zwischen etwa 1830 und 1880 widmeten sich einige Künstler einzig der sichtbaren Welt, berührbaren Dingen und lehnten akademische Historienmalerei (Salonmalerei) entschieden ab. Mit den „Steineklopfern“ und dem „Begräbnis von Ornans“ (1850) setzte Arbeitern und der zeitgenössischen Gesellschaft monumentale Denkmäler.

18. Oktober 2022
Rosa Bonheur, Pflügen in Nivernais [Le sombrage], 1849, Öl/Lw, 133 × 260 cm (Musée d'Orsay, Staatsauftrag, 1848, geplant für das Musée de Lyon; Luxemburg, 1849 © RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Michel Urtado)

Paris | Musée d’Orsay: Rosa Bonheur Berühmteste Tiermalerin des 19. Jhs | 2022

Anlässlich des 200. Geburtstags von Rosa Bonheur veranstaltet das Musée d'Orsay eine große Retrospektive ihres Werks.
17. März 2022
Anton Filkuka, Holzsammelnde Kinder, 1925 (Belvedere, Wien)

Wien | Belvedere: Lebensnah. Realistische Malerei von 1850 bis 1950 Kontinuitäten im Realismus

Welche Kontinuitäten finden sich im Realismus über die Jahrzehnte hinweg? Die Sonderausstellung im Oberen Belvedere zeigt den Facettenreichtum einer Kunstauffassung, die sich auch als Spiegel ihrer sozialen Umwelt verstand.

Romantik

Romantik ist kein Stil, sondern eine Geisteshaltung, die das Geheimnisvolle, Obskure und Sublime dem Glatten und Schönen vorzieht. Um 1810 organisierte sich in Wien der Lukasbund, der Dürer und Raffael miteinander vereinen wollte. Als Caspar David Friedrich und William Turner ihre ersten Erfolge als Landschaftsmaler errang, schuf der alternde Francisco de Goya seine schwärzesten Bilder. Gleichzeitig prägte William Blake die Vorstellung vom Künstler als visionäres Genie und Prophet. Von mittelalterlichen Märchen zu Dr. Faustus, von atemberaubenden Berglandschaften zu nebelverhangenen Gegenden - immer ist es das Innerste, die Gefühlsebene, die romantische Künstlerinnen und Künstler zu neuen Schöpfungen antrieben.

13. Juli 2024
Caspar David Friedrich, Zwei Männer in Betrachtung des Mondes, Detail, um 1825–1830, Öl auf Leinwand, 34,9 x 43,8 cm (The Metropolitan Museum, New York, Wrightsman Fund, 2000, Inv.-Nr.: 2000.51)

New York | Metropolitan Museum: Caspar David Friedrich Erste Ausstellung des deutschen Romantikers in den USA | 2025

13. Juli 2024
Caspar David Friedrich, Das Große Gehege bei Dresden, Detail, 1832, Öl auf Leinwand, 73,5 x 103 cm (Galerie Neue Meister, Inv.-Nr. Gal.-Nr. 2197 A)

Dresden | Albertinum und Residenzschloss: Caspar David Friedrich Wo alles begann | 2024

Zum 250. Geburtstag widmen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden dem Künstler eine Ausstellung an zwei Standorten: Inspirationsquellen fand Friedrich in der Natur – auf seinen Wanderungen in der näheren und weiteren landschaftlichen Umgebung Dresdens.

Klassizismus

Mit der Klassischen Kunst im "Rucksack" strebten Künstler um 1800 nach "stiller Einfalt und edler Größe" (J.J. Winkelmann), inspiriert von den jüngsten Funden in Pompeij. Der italienische Bildhauer Antonio Canova und der französische Maler Jacques-Louis David prägten eine ganze Generation, indem sie in ihren Werken heroische Männlichkeitsideale sowie tugendhaft zurückhaltende Frauen beschworen. In Skulptur, Malerei und vor allem Architektur lösten bildparallele Kompositionen, geradlinige Formen und die Orientierung an den klassischen Kanon (Maßverhältnisse) die bewegten, barocken Schwünge ab.

17. Juni 2024
Pierre-Antoine Demachy, La fête de l'Unité, sur la place de la Révolution, um 1793, 68 x 93,5 cm (Musée Carnavalet, Paris)

Paris | Musée Carnavalet: Paris 1793–1794 Ein Revolutionsjahr voller Feste und Terror | 2024/25

Zum ersten Mal greift das Musée Carnavalet ein einzelnes Jahr aus der Revolution heraus, zweifellos das komplexeste. „Paris 1793-1794, ein Revolutionsjahr“ markiert somit den Höhepunkt der revolutionären Rolle von Paris.
16. Mai 2024
Angelika Kauffmann, Farbe – Colouring, ab 1778/vor Mai 1780, Öl/Lw, queroval, 130 x 149,5 cm (Royal Academy of Arts, London © Royal Academy of Arts, London/ Foto: John Hammond)

London | Tate Britain: Britische Künstlerinnen 1520–1920 Erfolgreiche Frauen im britischen Kunstbetrieb | 2024

Mit über 150 Werken räumt die Ausstellung mit Stereotypen über Künstlerinnen in der Kunstgeschichte auf und analysiert den steinigen Weg von Frauen in die Kunstwelt. Mit Werken von Mary Beale, Angelika Kauffmann, Elizabeth Butler und Laura Knight.

Rokoko

Antoine Watteaus Bilder von der utopischen Liebesinsel Kythera sind charakteristisch für die französische Malerei des Rokoko; inspiriert für seine Malerei wurde er von der venezianischen Pastellmalerin Rosalba Carriera. Atmosphärische Landschaften, zarte Figuren, poetisch-elegische Stimmungen und subtiles Kolorit prägen die Genremalerei, während im Porträt hochrepräsentative und intime Bildnisse gleichermaßen geschätzt wurden. Der Stil des Rokoko breitete sich von Frankreich über Mitteleuropa aus und wurde vor allem für Möbel und Innenausstattungen geschätzt.

21. Juni 2024
Paolo Veronese, Judith mit dem Haupt des Holofernes, um 1582 (KHM, Gemäldegalerie, Inv.-Nr. GG 34 (c) KHM-Museumsverband)

Salzburg | Residenzgalerie: Venezianische Meisterwerke von Tizian bis Canaletto KHM zu Gast mit den Farben der Serenissima | 2024

Das KHM ist mit der Ausstellung "Die Farben der Serenissima" 2024 zu Gast in Salzburg. Das charakteristische Kolorit der venezianischen Malerei und die Farben der Lagune machen Venedig zu einem Sehnsuchtsort für Kunstliebhaber:innen. Die Ausstellung zeigt venezianische Malerei von Renaissance bis Rokoko, ergänzt durch Bronzen, Rüstungen, Kunstkammerstücke.
24. November 2023
Gottlieb Doebler, Immanuel Kant, nach 1791, Öl auf Leinwand, 36,8 x 31 cm (© Ostpreußisches Landesmuseum- Leihgabe Stadt Duisburg)

Bonn | Bundeskunsthalle: Immanuel Kant und der Geist der Aufklärung | 2023/24

Die Ausstellung soll das Werk Immanuel Kants einem philosophisch nicht vorgebildeten, explizit auch jungen Publikum mittels innovativer, leicht zugänglicher Vermittlungsformate nahebringen. Dabei sollen die vier berühmten kantischen Fragen die Ausstellung inhaltlich strukturieren: „Was kann ich wissen? Was darf ich hoffen? Was soll ich tun? Was ist der Mensch?“

Barock

Der Stil des Barock wurde kurz vor 1600 in Rom aus der Taufe gehoben und international verbreitet: In Architektur und Skulptur setzte Gian Lorenzo Bernini neue Maßstäbe, so wie es Caravaggio in der Malerei tat. Das dramatische Hell-Dunkel und die Verletzung des decorum (Schicklichkeit) des ungestümen Malerstars wurde richtungsweisend und namensgebend für realistische Schilderungen von Martyrien und Genreszenen der so genannten Caravaggisten. Das Goldene Zeitalter (17. Jahrhundert) der holländischen Malerei ist nicht nur von Rembrandt van Rijn geprägt, sondern brachte aufgrund des enorm angewachsenen Wohlstandes des Bürgertums mit Genre, Landschaft und Stillleben drei neue Kunstgattungen hervor. In Spanien und den Kolonien prägten hingegen sakrale und höfische Aufträge die Kunstproduktion, da die Kunst des Barock mit ihrer Emotionalität als Mittel der Gegenreformation eingesetzt wurde. Mit Peter Paul Rubens gelang einem Flamen eine europäische Karriere, da er in seiner Malerei größte Prachtentfaltung, Dynamik und emotionale Ergriffenheit geschickt verbinden konnte.

Im Vergleich zu Italien, Spanien und Süddeutschland setzte sich der bewegte Stil des Barock in Frankreich und England nicht durch: In beiden Ländern dominierte eine klassische Auffassung, die auch als Barockklassizismus (Frankreich) und Palladianismus (Architektur in England) bezeichnet wird.

17. Juli 2024
Ter Borch, Memorialportraet Moses Ter Borch, Detail, 1667-1669, 76,2cm × 56,5cm (Rijksmuseum, Amsterdam)

Zwolle | Museum de Fundatie: Zu Hause bei den Ter Borchs Eine Künstlerfamilie in Zwolle | 2025/26

Die Familie Ter Borch war eng mit Zwolle verbunden, und im Jahr 2025 feiert das Museum de Fundatie mit der gesamten Stadt ihr Erbe.
12. Juli 2024
Frans Hals, Malle Babbe, Detail, um 1640, Öl/Lw, 75 x 64 cm (Gemäldegalerie Berlin, SMB, Foto: Jörg P. Anders)

Berlin | Gemäldegalerie: Frans Hals Revolutionäre Porträts aus dem Goldenen Zeitalter | 2024

Die Gemäldegalerie organisiert eine umfassende monografische Ausstellung mit rund 70 Arbeiten, davon zehn aus eigenem Bestand wie die „Malle Babbe“, das „Porträt der Catharina Hooft mit ihrer Amme“ oder der „Singende Knabe mit Flöte“.

Renaissance

Die Wiederentdeckung der Antike ist nur ein wichtiger Aspekt für die Kunst der Renaissance, weiters spielt auch die veränderte Auseinandersetzung mit der Natur und dem Menschenbild eine gewichtige Rolle. Nicht zuletzt bestimmten italienische Künstler ab 1500 ihre Position als intellektuelle Tätigkeit. Die „Erfindung“ der Renaissance in Florenz vollzog sich im frühen 15. Jahrhundert in Bildhauerei (Donatello) und Architektur (Alberti, Brunelleschi). Über Rom breitete sich der neue Stil nach Mittel- und Norditalien (Venedig) aus. Drei der berühmtesten Maler der Epoche - Leonardo, Michelangelo, Raffael - lebten 1505 in Florenz und Rom, wo sie im künstlerischen Wettstreit in öffentlichen Aufträgen gegeneinander antrat. Venedig war das dritte Zentrum der Renaissance-Kunst in Italien, gefolgt von den Höfen von König Alfons von Aragon in Neapel, Federico da Montefeltro in Urbino, Ludovico „Il Moro“ in Mailand, der Este in Ferrara sowie der Gonzaga in Mantua.

Die Renaissance in Flandern entwickelte sich völlig eigenständig in der Nachfolge von Melchior Broederlam: Jan van Eyck, Robert Campin (vielleicht identisch mit dem „Meister von Flémalle“), Rogier van der Weyden sowie Hans Memling erforschten die Perspektive aus eigener Anschauung (nicht theoretisch) und widmeten jedem noch so feinen Detail ihre Aufmerksamkeit. Als Begründer der Ölmalerei auf Leinwand gehören die altniederländischen Maler zu den Realisten des 15. Jahrhunderts. Diese Tradition führte im frühen 16. Jahrhundert zur „Erfindung“ der Landschaftsmalerei durch Joachim Patinier.

Das neue Medium der Druckgrafik wurde zu einem wichtigen Verbreitungsmotor neuer Errungenschaften in der Kunst und zusätzliche Einnahmequelle. Der Nürnberger Albrecht Dürer war schon mit 13 Jahren vom Verismus begeistert. Nachdem er zwei Mal Venedig bereist hatte, führte er, unterstützt von Humanisten, die Malerei in Süddeutschland auf eine wirklichkeitsbezogene Darstellungsform. Seine „Meisterstiche“ sind die ersten bildhaften Darstellungen in diesem Medium.

5. Juli 2024
Fra Angelico, Das Jüngste Gericht, 1425–1428 (Museo di San Marco, Sala dell‘Ospizio)

Florenz | Palazzo Strozzi: Fra Angelico Florentiner Frührenaissance | 2025/26

Fra Angelico (um 1395–1455) ist die große Herbstausstellung des Palazzo Strozzi gewidmet. Zum ersten Mal werden Werke, die seit über 200 Jahren auf der ganzen Welt verstreut sind, wieder nach Florenz zurückkehren.
21. Juni 2024
Paolo Veronese, Judith mit dem Haupt des Holofernes, um 1582 (KHM, Gemäldegalerie, Inv.-Nr. GG 34 (c) KHM-Museumsverband)

Salzburg | Residenzgalerie: Venezianische Meisterwerke von Tizian bis Canaletto KHM zu Gast mit den Farben der Serenissima | 2024

Das KHM ist mit der Ausstellung "Die Farben der Serenissima" 2024 zu Gast in Salzburg. Das charakteristische Kolorit der venezianischen Malerei und die Farben der Lagune machen Venedig zu einem Sehnsuchtsort für Kunstliebhaber:innen. Die Ausstellung zeigt venezianische Malerei von Renaissance bis Rokoko, ergänzt durch Bronzen, Rüstungen, Kunstkammerstücke.

Gotik

Gotik ist ein Begriff, der seit der Renaissance abwertend für die Kunst zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert verwendet wurde. Abgeleitet wurde er von der Bezeichnung für die Goten. Erst im frühen 19. Jahrhundert entdeckten Kunstschriftsteller (Goethe) und Künstler der Romantik die Qualitäten gotischer Werke neu. Dies führte zu großangelegten Bauprojekten wie der Fertigstellung des Kölner Domes nach den originalen Plänen aus der Gotik.

Die gotische Kunst des Hoch- und Spätmittelalters wurde mit der Entwicklung der französischen Kathedrale eingeläutet. Mit ihren hohen Proportionen und Strukturen wie Licht (farbige Glasfenster!) betonenden Bauweise wurde sie zur Leitgattung dieser Epoche. Die zugehörige Bauplastik, vor allem der figürliche Schmuck an den Portalen, schöpfte einerseits aus dem Erbe der Antike und andererseits aus einem neuen Naturalismus (z.B. Naumburger Stifterfiguren, Bamberger Reiter). In der Malerei begründete Giotto zu Beginn des 14. Jahrhunderts die abendländische Malerei.

Um 1400 breitete sich der Internationale Stil (auch: Weicher Stil, Internationale Gotik) über ganz Europa aus. In der Folge entwickelte sich die Kunst der Spätgotik und Frührenaissance gleichzeitig, wenn auch in unterschiedlichen Zentren. Zu den wichtigen neuen Kunstgattungen zählt das Porträt, da bürgerliches Mäzenatentum in bislang unerhörtem Ausmaß auftrat. Zur selben Zeit setzte das Retabel, in dem sich Skulptur, architektonisches Rahmenwerk und zunehmend Malerei verbanden, zu seinem Siegeszug an. Plastik und Malerei hatten sich von der Architektur gelöst, ja, die Malerei rückte immer deutlicher ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Als Tafelmalerei bzw. Tafelbild erlangte sie Beweglichkeit, Öffentlichkeit und Bedeutung, wobei zunehmend auch die Fähigkeiten der ausführenden Handwerker geschätzt und ihre Namen bekannt wurden.

9. April 2024
Siena 1300-1350 in der National Gallery of Art, London 2025

London | National Gallery of Art: Siena 1300–1350 Wiedervereinte Altäre und internationaler Einfluss | 2025

Duccios monumentales Altarbild, die „Maestà“, und Simone Martinis glitzerndes Orsini-Polyptychon werden erstmals wieder vereint und rekonstruiert. Der Einfluss der Maler auf ihre Zeitgenossen erschließt sich angesichts von Kunstgwerbe aus ganz Europa.
9. April 2024
Duccio, Madonna und Kind, Detail, um 1290–1300, Tempera und Gold auf Holz, 27.9 x 21 cm (The Metropolitan Museum of Art, Purchase, Rogers Fund, Walter and Leonore Annenberg and The Annenberg Foundation Gift, Lila Acheson Wallace Gift, Annette de la Renta Gift, Harris Brisbane Dick, Fletcher, Louis V. Bell, and Dodge Funds, Joseph Pulitzer Bequest, several members of The Chairman's Council Gifts, Elaine L. Rosenberg and Stephenson Family Foundation Gifts, 2003 Benefit Fund, and other gifts and funds from various donors, 2004 (2004.442)

New York | The Met Fifth Avenue: Malerei in Siena 1300–1350 Der Aufstieg der Malerei | 2024/25

Die Bedeutung von Siena als Schauplatz phänomenaler künstlerischer Innovation und Aktivität: von Duccios tiefgreifendem Einfluss auf eine neue Generation von Malern bis hin zur Entwicklung narrativer Altarbilder und der Verbreitung künstlerischer Stile über Italien hinaus.

Romanik

Die Kunst der Romanik gilt als die erste, ganz Europa umfassende Epoche mittelalterlicher Kunst. Sie ist zwischen 1000 und 1250 zu datieren und löste die karolingische bzw. ottonische Kunst ab. Charakteristisch für romanische Architektur, meist Kirchen oder Klosterkirchen, ist der Rundbogen und die Ausrichtung der Kunstproduktion auf christliche Inhalte. Dies führte dazu, auch von Ars Sacra zu sprechen.

Romanische Kunst ist eng mit Klöstern verbunden, denn die Orden genossen um 11. und 12. Jahrhundert besonders den Schutz der Landesfürsten. Die skulturale Ausstattung von Portalen und Tympana sowie die Entwicklung des Altarretabels zeigen ab 1000 Tendenzen zur Monumantalität. Hölzerne Kruzifixe und Madonnen mit Kind, bronzene Taufbecken und Türbeschläge, vor allem aber die Schatzkunst in Elfenbein, Email und vergoldetem Metall faszinieren bis heute.

Die romanische Malerei ist als Wandmalerei und natürlich auch als Buchmalerei bedeutend. Der Übergang zur Gotik ist mit der Entwicklung der Glasmalerei verbunden. Zu den außergewöhnlichsten Werken der Romanik zählt zweifellos der Teppich von Bayeux (1077).

26. Dezember 2022
Cappenberger Kopf

Münster | LWL-Museum: Barbarossa Die Kunst der Herrschaft | 2022

Breiter kulturgeschichtlicher Überblick zu dem um Machtausgleich bemühten Politiker, tiefgläubigen Christen, streitbaren Ritter und potenten Kunstförderer Barbarossa - mit dem berühmten „Cappenberger Kopf“ (um 1160).
8. November 2018
Baseler Antependium, Detail, vor 1019, 120 x 175 cm (© Paris, Musée de Cluny - Musée national du Moyen Âge)

Basler Münster 1019–2019: Gold & Ruhm im Kunstmuseum Basel Geschenke für die Ewigkeit

Die Ausstellung "Gold & Ruhm. Geschenke für die Ewigkeit" im Kunstmuseum Basel zeigt die 1000-jährige Geschichte des Münsters: Das berühmte Basler Antependium, das anlässlich der Weihe 1019 von Kasier Heinrich II. und Kunigunde gestiftet worden ist, kehrt für die Schau aus Paris nach Basel zurück.

Antike Kunst

Antike Kunst entstand in Ägypten, China, Mesopotamien, Griechenland und Rom zwischen ca. 4.500 v.u.Z. und 300 n.u.Z., d.h. sie ist eng mit der Erfindung der Schrift, dem Mehrgottglauben, dem Totenkult verbunden. Vergleiche zwischen den Kulturen des Alten Ägypten und China haben ergeben, dass dies beiden frühen Hochkulturen einander durchaus ähnlich waren, oder zumindest für ähnliche Fragestellungen Lösungen suchten.

Die Kunst des Alten Ägypten beeinflusste die griechische und römische Antike zutiefst, griffen Künstler aus diesen beiden Kulturräumen doch auf künstlerische Errungenschaften zurück, die im Land am Nil entwickelt worden waren. Zu den bekanntesten Artefakten antiker Kunst zählen die ägyptischen Pyramiden, die Mumienmasken aus spätägyptischer-römischer Zeit, die Jade-Gewänder und Tonfiguren als Grabbeigaben im Alten China, die Kuroi (männliche Akte) und Tempelbauten der griechischen Klassik, die Monumentalskulptur der Römer.

20. Oktober 2019
Kanopensarkophag des Tutankhamun, gewidmet an Imseti und Isis, Detail, Gold, Einlegearbeit © IMG

London | Saatchi Gallery: Tutanchamun Der Goldene Pharao kommt nach London!

Tutanchamun in London verspricht eine der MUST SEE Ausstellungen des Winters/Frühjahrs 2019/20 zu werden. Bereits auf der ersten Station in Paris besuchten fast eine Million Menschen die von Viking Cruises organisierte Mega-Schau über die Grabbeigaben des berühmten goldenen Königs.
23. April 2018
Parthenon Fries, Westwand, Teil IX, Zwei Reiter (© Akropolis Museum, Athen)

Parthenon Skulpturen Tempel, Skulpturen, Phidias – eine Einführung

Das Parthenon in Athen ist eines der berühmtesten Gebäude der Antike. Seine Skulpturen werden auch heute noch bewundert. In diesem Beitrag sehen wir uns an, warum der Tempel so berühmt war (und ist), und warum diese ikonischen Werke einen Schlüsselmoment in der Geschichte der Kunst einnehmen.