Egon Schiele, Porträt eines Mädchens, um 1907 (© Albertina, Wien)
Erstmals ist außerhalb Österreichs das Frühwerk von Egon Schiele (1890–1918) in einer Ausstellung zu sehen. Der Schwerpunkt der Schau umfasst die behüteten Jahre in Tulln bis zum selbstbewussten Austritt des jugendlichen Schiele aus der Wiener Akademie des Jahres 1909. Dabei geht die Ausstellung über eine Darstellung des Frühwerks hinaus, indem frühe Arbeiten dem reifen Schaffen gegenübergestellt werden. Diese Gegenüberstellung zeigt, wie früh Schiele das für sein Werk Charakteristische, wie die Thematisierung des Ichs oder rätselhafte Allegorien, bearbeitet hat und damit den Weg in die Moderne findet.
Österreich | Ravensburg:
Kunstmuseum Ravensburg
16.11.2013 – 23.3.2014
Die Ausstellung des Kunstmuseums Ravensburg erklärt die Faszination Schieles aus seinen Anfängen heraus und beleuchtet die Entwicklungslinien der Frühzeit in Gegenüberstellung mit Beispielen des expressionistischen Schaffens der reifen Jahre anhand von zahlreichen wichtigen Werken, darunter die Sonnenblumen der Landessammlungen Niederösterreich.
Der wichtigste Werkblock der Ausstellung wird von der einzigen Privatsammlung im Besitz der Nachfahren der Künstlerfamilie bereitgestellt. Die Sammlung von Melanie Schuster-Schiele, der ältesten Schwester des Künstlers, ging nach ihrem Tod an den Neffen Norbert Gradisch, dessen Sohn Werner Gradisch das kostbare Erbe bis heute bewahrt. Die Stadtgemeinde Tulln, die Landessammlungen Niederösterreich und zahlreiche weitere Privatsammlungen stellen dem Kunstmuseum Ravensburg wichtige Werkblöcke zur Verfügung, die zum großen Teil noch nie außerhalb Österreichs zu sehen waren. Mehr noch: Die neun Werke der Landessammlungen Niederösterreich, eine fast vollständige Reihung der Schlüsselwerke der Kollektion, haben in dieser Dichte noch nie das Land Niederösterreich verlassen.
Insgesamt rund 70 Werke ‒ Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen ‒ bilden damit die bislang ambitionierteste Schau zum „frühen Schiele“, welche die Entwicklung des „ganzen Schiele“ von den ersten künstlerischen Arbeiten im Knabenalter bis zur beruhigten Formensprache der letzten Jahre in den wesentlichsten Etappen nachzeichnet.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Egon-Schiele-Museum in Tulln und wird von der Baden-Württemberg-Stiftung gefördert.