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Wien | Albertina: Francesca Woodman Werke der SAMMLUNG VERBUND | 2025

„Francesca Woodman. Werke der SAMMLUNG VERBUND“ zeigt eine Retrospektive der jung verstorbenen, amerikanischen Fotokünstlerin Francesca Woodman.

„Francesca Woodman. Werke der SAMMLUNG VERBUND“ zeigt eine Retrospektive der jung verstorbenen, amerikanischen Fotokünstlerin Francesca Woodman (Denver (Colorado, USA) 3.4.1958–19.1.1981 New York). Seit ihrer Gründung im Jahr 2004 erwarb die SAMMLUNG VERBUND kontinuierlich Fotografien von Woodman. Sie verfügt mit rund 80 Werken, davon 20 Vintage, über eine der umfassendsten Sammlungen dieser außergewöhnlichen Künstlerin. Insgesamt sind rund 100 Fotografien zu sehen.

Francesca Woodman in der Albertina 2025

Francesca Woodman (1958-1981) kreierte ihr Oeuvre in einer 9-jährigen Schaffensphase von 1973 bis 1981. Ihr Werk ist von einer leidenschaftlichen Selbstinszenierung sowie von der kreativen Positionierung des weiblichen Körpers im Raum gekennzeichnet, im Kontext konzeptueller Fotografie und Performance. Die meisten Fotografien haben ein kleines, quadratisches Format, sind schwarz-weiß und wurden mit einer Mittelformatkamera aufgenommen. Die Künstlerin setzt ihren Körper, wie viele Künstlerinnen der Feministischen Avantgarde, oft nackt und auf überraschend unkonventionelle Art und Weise wie ein Werkzeug ein. In ihren ungewöhnlichen Atelierräumen, in den aufgelassenen Fabrikhallen, erforscht sie damit ihre Neugier auf das weibliche Selbst.

Die flüchtige Erscheinung des weiblichen Körpers wird oft als eine ästhetische Vorwegnahme ihres Suizids im Alter von 22 Jahren gedeutet. Die Ausstellung will hingegen ihr Werk nicht vom Ende ihrer Schaffenszeit, sondern vom Anfang an interpretieren. Schon in frühen Jahren, während ihrer Studienzeit in den USA und in Italien gelingt es der Künstlerin virtuos und einzigartig den weiblichen Körper im Raum zu inszenieren. Ihre Verwendung von Requisiten wie Spiegel, Handschuhe, Tapeten, Mehl, Muscheln, Fliesen oder Aale ebenso wie ihr gekonnter formaler Einsatz von Licht und Schatten, lassen Genie und Meister:innenschaft erkennen. Ihre subtile Anwendung der genannten Requisiten schafft eine poetische Metaphorik. Ihre Fotografien stellen Fragen, deuten Antworten an und reflektieren eine spezifische Ambivalenz, was es bedeutet, Frau zu sein.

Woodmans Werk fand erst nach ihrem Tod in den frühen 1980ern internationale Anerkennung und wird heute umfassend rezipiert. Die Themen ihrer Arbeiten kreisen um Weiblichkeit, Verletzlichkeit und die kreative Selbstinszenierung des weiblichen Körpers. Die Künstlerin hinterlässt ein eindrucksvolles Werk, das auch vier Jahrzehnte nach ihrem Tod einzigartig und visionär bleibt.

Kuratiert von Gabriele Schor, Gründungsdirektorin SAMMLUNG VERBUND, Wien.

 

Bilder

Francesca Woodman, From Polka Dots or Polka Dots from the Polka Dots series, 1976
Francesca Woodman, Self-Portrait Talking to Vince, c. 1976-77 (SAMMLUNG VERBUND, Wien © Woodman Family Foundation)
Francesca Woodman, Self-Portrait Talking to Vince, c. 1976-77 (SAMMLUNG VERBUND, Wien © Woodman Family Foundation)

Wer war Francesca Woodman?

Das Ausnahmetalent hatte bereits als Studentin an der Rhode Island School of Design (RISD) in Providence 1976 ihre erste Einzelausstellung und galt als aufstrebender Stern der New Yorker Kunstszene, als sie im Jänner 1981 freiwillig aus dem Leben trat. Das fotografische Werk entstand im Dialog ihres Körpers mit leerstehenden Räumen und literarischen Vorbildern wie Marcel Proust aber auch der griechischen Mythologie. In vielen ihrer Bilder inszeniert sie sich und ihren Körper als ein sich auflösendes Objekt, als ob er Teil der verfallenden Ausstattung wäre. So stellte sich Woodman der Vergänglichkeit und machte diese im Medium Fotografie spürbar. Ihre höchst atmosphärisch aufgeladene Schwarz/Weiß-Aufnahmen durchweht ein Hauch von Nostalgie und Geheimnis.

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