Wien | Weltmuseum: TATORT EPHESOS. Kleopatra und Rom Macht, Liebe und Gewalt zwischen Ägypten und Rom | 2026-2027

Porträtkopf der Kleopatra, Römisch, 3. Viertel 1. Jahrhundert v. Chr., Marmor, H. 29,5 cm, B. 16 cm, T. 22,5 cm (Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung © Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung), Ausstellungsansicht Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom, 2026-2027 © KHM-Museumsverband, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS
In Ephesos, einer der prunkvollsten Städte der antiken Welt, wurde Kleopatras Schwester Arsinoë ermordet und begraben, so will es die Legende. Die Wiener Ausstellung erzählt von der berühmten Königin Kleopatra und fügt sie in die Reihe der römischen „Global Players“ dieser Epoche: ihren Verbündeten (und Liebhaber) Caesar und Marc Anton sowie ihren Gegenspieler Augustus. Geschickt verhandelte Kleopatra, deren makedonische Familie seit 300 Jahren Ägypten regierte, mit der Hegemonialmacht Rom und inszenierte sich als machtbewusste Frau in einer schwierigen politischen Lage.
Vor rund 100 Jahren entdeckten österreichische Archäologen in Ephesos einen achteckigen Grabbau und ein darin erhaltenes Skelett. Bis heute ist ungeklärt, wer in diesem Oktogon bestattet wurde. Dieser spektakuläre Fund bildet den Ausgangspunkt einer Ausstellung, die Archäologie, Geschichte und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in ein kulturhistorisches Panorama einbettet.
TATORT EPHESOS. Kleopatra und Rom
Österreich | Wien: Weltmuseum
20.10.2026 – 29.3.2027
Kleopatra und Rom im Ephesosmuseum Wien
Tatort Ephesos: Das Oktogon, die Göttin und das Drama der Macht
Ein mit weiß-blauen Neonlicht angestrahltes Oktogon, ein Modell des achteckigen Grabbaues in Ephesos, leuchtet durch die Eingangstür im Weltmuseum. Die Schau beginnt mit einem überlieferten Mord, einem nicht identifizierten Körper und einem Hauptwerk des Ephesosmuseums, der monumentalen Statue der Artemis Ephesia.
„TATORT EPHESOS. Kleopatra und Rom“ schlägt eine faszinierende Brücke zwischen der kleinasiatischen Metropole und den Machtkämpfen im antiken Mittelmeerraum. Direkt vor den Besucher:innen entfaltet sich eine teils digitale Rekonstruktion des berühmten Oktogons von Ephesos – eines monumentalen Grabbaus aus dem späten 1. Jahrhundert v. Chr. Da die originalen Architekturteile (Kapitelle, Architrave und Gebälk) dauerhaft im Ephesos Museum in der Neuen Burg in Wien beheimatet sind, werden sie hier kreativ durch eine Lichtshow auf eine den Oktogon-Bau umgebende Gaze projiziert.
Die ungewöhnliche, dreigeschossige Architektur des Baus im Stadtzentrum von Ephesos – vermutlich konzipiert in Kenntnis des legendären Leuchtturms von Alexandria (Pharos) – verweist auf den ägyptischen Kulturkreis. Bis 2024 dachte man aufgrund dieser Indizien und der antiken Überlieferung, dieses Oktogon könnte die sterblichen Überreste einer ptolemäischen Prinzessin enthalten: Arsinoë IV. (geb. um 68/65–41 v. Chr.), die jüngere Schwester und erbitterte Gegenkönigin Kleopatras VII., könnte hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Dem antiken Historiker Flavius Josephus (37–um 100 n. Chr.) zufolge hatte Arsinoë sich in Ephesos in den Artemistempel geflüchtet, wurde dort jedoch im Jahr 41 v. Chr. auf direkten Befehl ihrer mächtigen Schwester und mit Unterstützung von Marc Anton vergiftet. Die Auflösung dieses historischen Kriminalfalls lieferten schließlich DNA-Analysen des im Sockel bestatteten Skeletts: Sie ergaben überraschenderweise, dass es sich entgegen der jahrzehntelangen Annahme um einen knapp 13-jährigen Knaben handelt, womit das Rätsel um den Grabinhaber und der letzten Liegestätte von Arsinoë von Neuem beginnt.
Rund 1,5 Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Ephesos lag einst der berühmte Artemistempel – jener sakrale Bezirk, der zu den Sieben Weltwundern der Antike zählte. In diesen geschützten Bereich des Tempelasyls hatte sich Arsinoë geflüchtet. In dieses religiöse Zentrum eingebettet zeigt die Ausstellung die eindrucksvolle Statuette der Artemis Ephesia. Als kultisches Abbild der Großen Göttin veranschaulicht sie die Verschmelzung griechischer Jagd- und Naturvorstellungen mit lokalem Geheimwissen. Ihr Gewand ist überreich mit Tieren wie der ephesischen Biene geschmückt. Sie findet sich auch auf den regionalen Tetradrachmen als Hoheitssymbol der Stadt wieder. Die eiförmigen Appliken auf der Brust der Artemis, die in der Forschung unter anderem als Fruchtbarkeitssymbole oder Opfergaben (Stierhoden?) gedeutet werden, unterstreichen die mächtige Aura dieser Kultstatue, unter deren Augen sich das politische Drama abspielte.
Flankiert wird dieses Panorama von hochkarätigen Exponaten und Bezügen zur lokalen Mythologie, darunter das Relief einer verwundeten Amazone. Die Amazonen gelten als mythische Gründerinnen der Stadt. Dieser Gründungsmythos spiegelt sich auch im berühmten bildhauerischen Wettstreit wider, bei dem im 5. Jahrhundert v. Chr. die besten Künstler der Zeit (angeführt von Polyklet) Statuen verwundeter Amazonen für das Artemision schufen.1 Ergänzt durch den Porträtkopf der Kleopatra VII. (Berlin). Schon durch die ersten Exponate führt die Ausstellung vor Augen, wie eng Kunst, Machtpolitik und tödliche Geschwisterrivalität im östlichen Mittelmeerraum verknüpft waren.
- Modell des Oktogons von Ephesos, Ausstellungsansicht Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom, 2026-2027, Gestaltung: Margula Architects © KHM-Museumsverband, Foto: Daniel Sostaric
Kleopatra und die Tradition des ptolemäischen Münzporträts
Das Berliner Marmorbildnis wurde in der Forschung über den direkten typologischen Vergleich mit zeitgenössischen Münzprägungen der Königin identifiziert. Auf diesen Münzen ließ sich Kleopatra keineswegs nach idealisierten, ätherischen Schönheitsstandards der griechischen Klassik abbilden. Stattdessen zeigte sie sich mit sehr prägnanten, fast männlich-herben Gesichtszügen: einer stark ausgeprägten, leicht hakenförmigen Nase, einem markanten Kinn und einer dominanten Stirn-Augen-Partie. Ähnliches lässt sich auch über das Marmorporträt sagen.
Diese Darstellungsform war kalkulierte Herrschaftspropaganda. In der ptolemäischen Dynastie ging es bei Bildnissen nicht um individuelle Anmut, sondern um Kontinuität, Legitimität und Stärke. Kleopatra knüpfte visuell bewusst an die Gesichtszüge ihrer männlichen Vorfahren an – etwa an Ptolemaios I. oder Ptolemaios VIII. (genannt Physkon), deren Münzen und Büsten ebenfalls durch massive, schwere Physiognomien geprägt waren. Damit signalisierte sie, eine starke Monarchin (Diadem / Königsbinde) aus dem Geschlecht der Lagiden zu sein.
Während spätere neuzeitliche Darstellungen (wie im Historismus des 19. Jahrhunderts) Kleopatra zur erotisierten femme fatale stilisieren, zeigt das antike Original ein realistisches, sachliches Herrscherinnenporträt. Die Abwesenheit von dekorativer Niedlichkeit oder „weiblicher Weichheit“ lässt die Züge in Augen moderner Betrachterinnen und Betrachter oft burschikos oder maskulin erscheinen.
- Porträtkopf des Augustus aus Meroë, Römisch, frühe Kaiserzeit, 27–25 v. Chr., Bronze, H. 46,2 cm, B. 26,5 cm, T. 29,4 cm (British Museum, London © The Trustees of the British Museum. All rights reserved)
- Porträtkopf der Kleopatra, Römisch, 3. Viertel 1. Jahrhundert v. Chr., Marmor, H. 29,5 cm, B. 16 cm, T. 22,5 cm (Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung © Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung / Johannes Laurentius)
Drei Männer an Kleopatras Seite: Caesar, Marc Anton und Octavian
Ihr zur Seite stehen die Büsten jener drei Männer, deren politisches Schicksal untrennbar mit jenem Kleopatras verschmolzen war und die den Gang der Weltgeschichte im ausgehenden 1. Jahrhundert v. Chr. lenkten. Die ägyptische Königin war keineswegs eine romantisch agierende Figur, wie ihrer Mythos nahelegt, sondern eine hochstrategische Monarchin. Entsprechend des antiken Macht- und Familienkonzepts setzte sie ihre leiblichen Verbindungen und Nachkommen gezielt als diplomatische und dynastische Instrumente ein, um den Fortbestand des ptolemäischen Reiches gegen den Expansionsdruck Roms zu sichern.
Den Auftakt markiert Julius Caesar (100–44 v. Chr.), der dem Ruf der Königin nach Alexandria gefolgt war und den Kleopatra als mächtigen Bündnispartner im Kampf gegen ihre eigenen Verwandten gewann. Aus dieser politisch motivierten Verbindung ging ihr gemeinsamer Sohn Ptolemaios XV. (Caesarion) hervor, den sie geschickt als legitimen Erben und dynastischen Trumpf platzierte. Nach Caesars gewaltsamem Tod im Jahr 44 v. Chr. folgte die schicksalhafte Bindung an Marc Anton (83–30 v. Chr.), den Herrscher über den Osten des Römischen Reichs. Mit ihm verband sie nicht nur eine machtpolitische Allianz zur Wahrung ihrer territorialen Ansprüche, sondern auch die Fortführung der ptolemäischen Dynastie durch gemeinsame Kinder.
Dass diese Strategie letztlich in die Katastrophe führte, lag an ihrem Gegenpieler: Octavian (63 v. Chr.–14 n. Chr., der spätere Kaiser Augustus). Octavian wusste Marc Antons tiefe Einbindung in den ägyptischen Kulturkreis geschickt für seine Propaganda zu nutzen. Er griff die Identität Marc Antons als ehrbarer Römer gezielt an, indem er dessen politische und private Bindungen nach Ägypten – insbesondere das durch ein vermeintliches Testament bekanntgewordene Bündnis – öffentlich anprangerte und den Konflikt als Existenzkampf gegen einen auswärtigen Feind inszenierte. Das bis heute in der westlichen Nachwelt fortwirkende Bild der Kleopatra als machtbesessene und ausschweifende Verführerin ist im Wesentlichen ein Produkt dieser römischen Siegerpropaganda, die von augusteischen Dichtern und Historikern gezielt geformt wurde. Nach der verheerenden Niederlage in der Seeschlacht von Actium (31 v. Chr.) und dem Freitod von Kleopatra und Marc Anton zog schließlich Octavian als alleiniger Herrscher in Rom ein, während die ptolemäische Dynastie endgültig zerschlagen wurde.
- Büste des Antinoos (Antinoos Tivoli) und Büste des Antinoos (Antinoos Mondragone), Ausstellungsansicht Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom, 2026-2027 © KHM-Museumsverband, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS
Hotspot Alexandria: Kultur- und Handelszentrum der Ptolemäer
Der Porträtkopf Alexanders des Großen [Typus Schwarzenberg] (frühes 2. Jahrhundert n. Chr., München), der auf ein berühmtes Werk des griechischen Bildhauers Lysipp zurückgeht, erinnert an den Eroberer und Stadtgründer. Dargestellt ist Alexander III. von Makedonien (356–323 v. Chr.) jugendlich, entschlossen und mit der typischen Anastolé – dem nach oben aufgeworfenen Haar über der Stirnmitte. Mit der Eroberung Ägyptens und der Gründung der nach ihm benannten Hafenmetropolis Alexandria um 331/300 v. Chr. schuf Alexander den Grundstein für jene hellenistische Welt, die seine Nachfolger, die Ptolemäer, erben und prägen sollten. Alexandria entwickelte sich im späten Hellenismus rasch zum pulsierenden politischen, wirtschaftlichen und intellektuellen Zentrum der Mittelmeerwelt. Die multikulturelle Residenzstadt war berühmt für ihr legendäres Museion samt Universalbibliothek, die weltbesten Handwerkskünste sowie den Pharos-Leuchtturm – eines der sieben Weltwunder der Antike. Ein neuzeitliches Modell des Leuchtturms von Alexandria aus Kork vermittelt seine Gestaltung. Hier verschmolzen griechische Verwaltungsstrukturen und ägyptische Traditionen zu einem einzigartigen urbanen und intellektuellen Klima.
Zwei Meisterwerke aus der Sammlung des KHM veranschaulichen die exquisite Handwerkskunst und den raffinierten Luxus der ptolemäischen Residenz:
Der „Ptolemäer-Kameo“ (278–269 v. Chr.): Dieser kostbare, zehnschichtige Onyx gilt als triumphales Glanzstück der hellenistischen Steinschneidekunst. In feinstem Relief geschnitten, zeigt er das Profilporträt eines ptolemäischen Königspaares, Ptolemaios II. Philadelphos und seine Schwestergemahlin Arsinoë II. Die Darstellung bündelt die politische Ideologie der Dynastie: Der auf dem Helm geschaffene Uräus-Schlange verweist direkt auf den traditionellen Kopfschmuck der pharaonischen Herrscher. Mit diesem Bildnis knüpften die neuen Herrscher bewusst an altägyptische Legitimationen an, während die kostbare, im späten 16. Jahrhundert hinzugefügte Gold- und Emaileinfassung die europäische Nachlebensgeschichte des Steins dokumentiert.
Der Kandelaber: Herakles im Kampf mit dem Kentauren (Mitte 1. Jh. v. Chr.): Dieser luxuriöse Tischleuchter aus Bronze wurde ursprünglich in einer alexandrinischen Werkstatt gefertigt und gelangte später in den prunkvollsten Raum des Hafengymnasiums von Ephesos, wo er in Einzelteile zerbrochen aufgefunden wurde. Die fein ausgearbeitete mythologische Szene zeigt den Helden Herakles im Kampf mit einem wilden Kentauren. Für Alexander den Großen und die hellenistischen Herrscher besaß Herakles eine fundamentale Bedeutung, da sie sich als dessen direkte Nachfahren betrachteten. Charakteristisch für die alexandrinische Provenienz ist die besonders raue, unpolierte Oberfläche des bronzenen Baumstamms, die den exklusiven Kunstwille der ptolemäischen Eliten unterstreicht. Charakteristisch für die Bronzen aus Alexandria ist ihre raue, unpolierte Oberfläche, die möglicherweise die farbige Fassung des 51 cm hohen Stücks erleichtert hat.
Flankiert von antiken Papyri der Wiener Papyrussammlung, die von der intellektuellen Strahlkraft des Museions und der großen jüdischen Gemeinde Alexandrias zeugen (Septuaginta (Griechisch), Philon-Papyrus, Fragment von De virtutibus von Philon von Alexandria), sowie dem Porträtkopf des Philosophen Aristoteles (KHM), führt dieser Saal vor Augen, wie in Kleopatras Hauptstadt Handel, Wissenschaft und hochspezialisierte Luxusproduktion untrennbar miteinander verschmolzen.
- Ptolemäer-Kameo, Hellenistisch, 278–269 v. Chr., Fassung aus dem 4. Viertel des 16. Jahrhunderts, zehnschichtiger Onyx; Goldreif, Email (Fassung) (Kunsthistorisches Museum Wien, Antikensammlung, Inv.-Nr. IXa 81 © KHM-Museumsverband)
- Kandelaber (Herakles-Kentauren-Gruppe), Ausstellungsansicht Ausstellungsansicht Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom, 2026-2027, Gestaltung: Margula Architects © KHM-Museumsverband, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS
Kleopatras Vorfahren, die Ptolemäerdynastie
Die von einem makedonischen Feldherren begründete Dynastie der Ptolemäer herrschte vom ausgehenden 4. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. über Ägypten. Ihren Ursprung nahm diese beständigste aller hellenistischen Dynastien nach dem Tod Alexanders des Großen, als sein General Ptolemaios I. die Herrschaft am Nil übernahm und sich 305 v. Chr. offiziell zum König krönen ließ. Um das übermächtige und reiche Land erfolgreich zu regieren, bedienten sich die Herrschenden einer raffinierten doppelten Identität: Auf internationaler und höfischer Ebene traten sie als hellenistische Könige auf, während sie sich gegenüber der einheimischen Bevölkerung als legitime Nachfolger der Pharaonen inszenierten.
Eine Besonderheit der ptolemäischen Dynastie im Vergleich zum traditionellen Ägypten war die machtpolitische und kultische Aufwertung der Frauen. Die Königinnen trugen den griechischen Titel Basilissa und nahmen als faktische Machthaberinnen einen zentralen Platz ein. Sie wurden in den offiziellen Herrscherkult eingebunden, auf Münzen porträtiert und in ägyptischen Tempeln als Göttinnen wie Isis oder Hathor an der Seite des Pharaos abgebildet. Um diesen Machtanspruch und die göttliche Abstammung – in bewusster Anlehnung an göttliche Paare wie Zeus und Hera oder Osiris und Isis – rein zu halten, führten die Ptolemäer die Geschwisterehe ein. Diese ehelichen Verbindungen zwischen Brüdern und Schwestern waren ein zentrales, wenngleich oft von blutigen Machtkämpfen und Intrigen begleitetes Mittel zur Sicherung der dynastischen Exklusivität. Da das Land am Nil kaum gegen den Willen der mächtigen ägyptischen Priesterschaften regierbar war, sicherten sich die Herrscher zudem deren Loyalität durch großzügige Stiftungen, während die Priester im Gegenzug die Legitimation der ptolemäischen Herrschaft absicherten.
- Deckel des Sarkophags des Priesters Panehemisis, Ausstellungsansicht Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom, 2026-2027, Gestaltung: Margula Architects © KHM-Museumsverband, Foto: Daniel Sostaric
Bildwelten der Macht und des Jenseits
Den komplexen religiösen und dynastischen Kosmos dieser Epoche veranschaulicht das KHM anhand herausragender Exponate, die in ihrem Zusammenspiel die doppelte Identität der Dynastie spiegeln: So zeigt der kolossale Königskopf aus Nummulitenkalk (eit Ptolemaios I.–III., 305–222 v. Chr., KHM), das Fragment einer einst rund vier Meter hohen Standfigur aus Alexandria, die öffentlich zur Schau gestellte göttliche Repräsentation eines ptolemäischen Herrschers mit königlichem Kopftuch und Uräusschlange. Die „Doppelgesichtigkeit“ dieser Herrschaft, die sich gleichermaßen in griechischen wie pharaonischen Traditionen bewegte, wird zudem in den zwei goldenen Siegelringen mit Porträts von Ptolemaios VI. (Mitte 2. Jh. v. Chr., Louvre) greifbar, von denen der eine den König als ägyptischen Pharao und der andere in der ästhetischen Tradition des makedonischen Königtums zeigt. Den tiefen Wurzeln des ägyptischen Jenseitsglaubens gibt schließlich der Deckel des Sarkophags des Priesters Panehemisis (2. Jh. v. Chr., KHM) Gestalt: Der aus Grauwacke gefertigte, für die Ptolemäerzeit typische Deckel zeigt Jenseitsgötter, die Anbetung der Sonne und den Ba-Vogel auf der Bahre.
Totenkult im Wandel: Ägyptische Mumifizierung versus griechische Einäscherung
Der hiesige Totenkult stand in starkem Kontrast zu den Gepflogenheiten im griechischen Mutterland. Während in Griechenland die Einäscherung (Kremation) der Toten die gängige Praxis war und beispielsweise in Alexandria als gut belegter Leichenbrand praktiziert wurde, hielten die Ägypter – und mit ihnen auch die im Land lebenden Eliten – strikt an der körperlichen Unversehrtheit durch Mumifizierung fest. Die Einäscherung wurde von der einheimischen ägyptischen Bevölkerung im Regelfall als schwerer Frevel oder Bestrafung empfunden. Wer es sich in ptolemäischer Zeit leisten konnte, ließ den Körper einbalsamieren, mit prunkvollen Mumienmasken versehen und in Särgen bestatten, um das Überleben im Jenseits zu sichern. Nach der römischen Eroberung erfuhr dieser Bestattungskult eine Neuerung, als traditionelle Mumienmasken zunehmend durch auf Holz gemalte, individualisierte (?) Mumienporträts ergänzt oder ersetzt wurden, die den modischen Zeitgeist der römischen Kaiserzeit widerspiegelten.
Kleopatras Verbündete, Geliebte und Gegner: Caesar, Marc Anton und Octavian
Das vierte Kapitel der Ausstellung markiert den dramatischen Wendepunkt der antiken Weltgeschichte: das politische Ringen Kleopatras VII. um den Erhalt der ägyptischen Autonomie. Ihre taktischen Bündnisse mit Julius Caesar und Marc Anton sollten das Reich sichern, gerieten jedoch ins Fadenkreuz der römischen Propaganda unter Octavian. Zwei prägnante Bildnisse stehen in der Raummitte einander direkt gegenüber: dem Porträtkopf des Augustus aus Meroë (oder Octavian, 27–25 v. Chr., British Museum, London) und einem möglichen posthumen Porträtkopf der Kleopatra (50–30 v. Chr., Berlin). Während das idealisierte, jugendliche Bildnis des Octavian den neuen, heimatverbundenen Römer des alten Schlages und den künftigen Retter des Staates propagiert, zeigt das Porträt der Königin sie in der Tradition hellenistischer Herrscherinnen.
Das Bild der Kleopatra war zu diesem Zeitpunkt bereits stark von der gezielten Propaganda ihres Gegners geprägt, der den Konflikt als Existenzkampf Roms gegen eine fremde, dekadente Macht inszenierte. Nach der verheerenden Niederlage in der Seeschlacht von Actium (31 v. Chr.) und dem Freitod von Kleopatra und Marc Anton endete die ptolemäische Ära. Ägypten wurde als persönliche Provinz direkt dem Sieger unterstellt, und Octavian stieg als Augustus zum ersten römischen Kaiser auf.
Den künstlerischen und politischen Höhepunkt dieses neuen Zeitalters bildet die ebenfalls in diesem Raum präsentierte Gemma Augustea (9–12 n. Chr., KHM). Dieser zweischichtige Onyx gilt als das vielleicht bedeutendste Meisterwerk der antiken Steinschneidekunst. Der in zwei Bildregistern kunstvoll geschnittene Kameo drückt das politische Programm der augusteischen Ära perfekt aus: Im oberen Register thront Kaiser Augustus – flankiert von allegorischen Figuren wie der Erdgöttin Tellus und Roma – als Garant eines neuen Goldenen Zeitalters, während das untere Register den triumphalen Sieg römischer Soldaten im Rahmen der pannonischen Aufstände feiert. Damit schlägt dieses einzigartige Werk der Steinschneidekunst einen direkten historischen Bogen in den ostösterreichischen Raum. Das heutige Österreich) umfasste Pannonien, Noricum und Raetien und wurden im Zuge dieser imperialen Expansion und „Befriedungspolitik“ als Provinzen in das Römische Reich eingegliedert. Im Gegensatz dazu wurde Ägypten direkt als persönliche Hausmacht und kaiserliche Provinz direkt unter die Kontrolle des Siegers Octavian gestellt und von einem ritterlichen Präfekten (Praefectus Aegypti) – beginnend mit Gaius Cornelius Gallus – verwaltet und als Kornkammer des Römischen Reichs streng überwacht.
- Gemma Augustea, Römisch, Frühe Kaiserzeit, 9–12 n. Chr., Onyx, zweischichtig. Fassung Goldreif, Hinterseite in ornamentierter Durchbruchsarbeit, 17. Jh., H. 19 cm, B. 23 cm (Kunsthistorisches Museum, Wien)
Ägyptisches: Neuer Trend im kaiserlichen Rom
Ein faszinierendes archäologisches Model der Stadt Rom von Paul Bigot (1920/30er Jahre, Bronzeabguss, Sorbonne Université/Panthéon-Sorbonne Université, Paris) bildet das antike Rom im Maßstab 1:400 ab. Wer rechts an diesem detailreichen Modell entlanggeht, blickt direkt auf den Campus Martius, wo Kaiser Augustus einst seine monumentale Sonnenuhr (Horologium) mit einem direkt aus Ägypten verschifften Obelisken als Zeiger errichten ließ. Diese Anlage war genial in einen kosmischen Sonnenkult und die augusteische Propaganda eingebunden: Am Geburtstag des Kaisers wanderte der Schatten des Obelisken exakt auf den Friedensaltar, die Ara Pacis, zu. Augustus inszenierte sich auf diese Weise als göttlich legitimierter Bringer eines „Goldenen Zeitalters“ des Friedens, der durch die gewaltsame Eingliederung Ägyptens und die Beendigung der Bürgerkriege den Rhythmus der Zeit neu geordnet hatte.
Von der Staatsideologie zum modischen Trend: Ägypten in Rom
Nachdem Ägypten als kaiserliche Provinz unterworfen war, wandelte sich der politische Triumph rasch in eine gesamtgesellschaftliche Begeisterung: „Ägyptisches“ wurde zum ultimativen Modetrend im Römischen Reich. Authentische Importe wie tonnenschwere Obelisken und Götterstatuen – darunter die Kultbilder der allseits beliebten Göttin Isis und des neu geschaffenen Gottes Serapis – prägten fortan das Stadtbild von Rom bis hin zu den Provinzen (wie Noricum und Pannonien). Was im sakralen Kontext tiefen religiösen Sinn besaß, wandelte sich in der römischen Alltagskultur zunehmend zu einem dekorativen Stilelement (ägyptisierend), das Privathäuser, Wandmalereien und Gärten zierte.
- Büste des Antinoos (Antinoos Tivoli) und Büste des Antinoos (Antinoos Mondragone), Ausstellungsansicht Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom, 2026-2027, Gestaltung: Margula Architects © KHM-Museumsverband, Foto: Daniel Sostaric
Der Höhepunkt der ägyptisierenden Architektur: Die Villa Hadriana und der Kult um Antinoos
Seinen architektonischen und ästhetischen Höhepunkt erreichte dieser Trend im 2. Jahrhundert n. Chr. unter Kaiser Hadrian (reg. 117–138 n. Chr.). Hadrian ließ sich nordöstlich von Rom in Tibur (dem heutigen Tivoli) eine weitläufige, prunkvolle Villa errichten, in deren Areal er einen ganzen Bereich als ägyptischen Kultbezirk – das sogenannte Canopus – anlegen ließ.
Dieser inszenierte Kosmos ist untrennbar mit dem tragischen Schicksal und dem beispiellosen Personenkult um Hadrians geliebten jungen Begleiter Antinoos verknüpft. Nachdem Antinoos im Oktober 130 n. Chr während einer Ägyptenreise des Kaisers im Nil ertrunken war, stürzte Hadrian in tiefe Trauer. Er erhob den Jüngling zum Heroen und ließ ihn als Gottheit verehren – eine beispiellose Welle des Gedenkens, die in über 120 erhaltenen Bildnissen überdauerte. In der Villa Hadriana in Tivoli zeugen davon eindrucksvolle Statuen wie der überlebensgroße Kopf des Antinoos (Antinoos Mondragone), dessen Gesichtszüge an den Gott Apollon angeglichen sind, oder die Büste des Antinoos (Tivoli). Letztere zeigt den Jüngling im ägyptisierenden Stil mit dem königlichen Nemes-Kopftuch der pharaonischen Herrscher und der Uräusschlange auf der Stirn, womit sein Tod im Nil direkt mit dem Mythos des Gottes Osiris verschmolz.
Fazit: Von der Forensik des Mythos zur imperialen Inszenierung
Unter dem assoziationsreichen Titel „Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom“ gelingt dem Kunsthistorischen Museum Wien eine kluge, vielschichtige Schau, die die anhaltende Begeisterung für das Alte Ägypten mit der Frage nach Machterhalt und Machtverlust verbindet. Die Dramaturgie der Ausstellung entfaltet sich dabei als interessanter kuratorischer Schachzug: Sie beginnt dort, wo die Geschichte historisch im Blut und Chaos versinkt – am „Tatort Ephesos“, und beantwortet das mörderische Rätsel sofort mit einer anfangs enttäuschenden Lösung. Damit führt das Kurator:innen-Team rund um Georg Plattner, Direktor der Antikensammlung am KHM, das Publikum direkt in medias res. Noch im ersten Raum eröffnet die Vierergruppe der Büsten von Kleopatra, Cease, Marc Anton und Augusts die Geschichte rund um Macht und Handlungsspielräume. Die Reise führt von den glitzernden Relikten des antiken Alexandria, dessen Königsviertel und Hafen im Mittelmeer versunken sind, zur 300-jährigen dynastischen Strategie der Ptolemäer und schlussendlich in das kaiserliche Rom.
Genau in diesem Spannungsbogen offenbart sich die Macht über das eigene bzw. das fremde Bild: Die Ausstellung entlarvt den bis heute wirkmächtigen Mythos Kleopatra, die Schilderung der ägyptischen Königin als laszive femme fatale, als Produkt einer von Augustus orchestrierten, römischen Siegerpropaganda. Die Schau seziert die Mechanismen und Gründe hinter dieser Prägung und zeigt Kleopatra nicht als verblendete Verführerin, sondern als kühl kalkulierende, hochstrategische Monarchin, die ihr Überleben und das ihrer Dynastie auf dem Schachbrett der Weltpolitik zu sichern suchte.
Wenn der Rundgang schließlich im kaiserlichen Rom endet – dort, wo Augustus’ Sonnenuhr die neue Weltordnung vermisst und Hadrians Villa in Tivoli den ägyptischen Sakralraum in dekorativen Luxus verwandelt –, schließt sich der Kreis. Die Ausstellung im Weltmuseum führt eindrucksvoll vor Augen, wie die Unterwerfung Ägyptens das Fundament für Roms „Goldenes Zeitalter“ bildete und wie aus dem blutigen Trauma eines Weltreiches jener ägyptische Zauber entstand, der die europäische Kultur bis in die Moderne in seinen Bann ziehen sollte.
Kuratiert von Georg Plattner, Direktor der Antikensammlung, KHM, Regina Hölzl, Direktorin der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung, KHM, Stephanie Stoss, Kuratorische Assistentin, Antikensammlung, KHM, Martina Minas-Nerpel, Professorin für Ägyptologie an der Universität Trier, Hilmar Klinkott, Professor für Alte Geschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Ausgestellte Werke
- Porträtkopf der ptolemäischen Königin Arsinoë II./III. (?), Griechisch, hellenistisch, 3. Jahrhundert v. Chr., Marmor, 52 x 32 x 31 cm (Kunsthistorisches Museum Wien, Antikensammlung © KHM-Museumsverband)
- Architekturelemente des Oktogons aus Ephesos, Römisch, frühe Kaiserzeit, 3. Drittel 1. Jahrhundert v. Chr., Marmor, H. gesamt 562 cm, B. Architrav/Fries 280 cm (Kunsthistorisches Museum Wien, Antikensammlung © KHM-Museumsverband)
- Statue einer ptolemäischen Königin, möglicherweise Kleopatra II. oder III., Ptolemäerzeit, 2. Jahrhundert v. Chr., Dolomitenkalk, H. 62,5 cm, B. 22 cm, T. 15 cm (© The Metropolitan Museum of Art, New York)
- Porträtkopf der Kleopatra, Römisch, 3. Viertel 1. Jahrhundert v. Chr., Marmor, H. 29,5 cm, B. 16 cm, T. 22,5 cm (Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung © Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung / Johannes Laurentius)
- Porträtkopf des Gaius Julius Caesar („Grüner Caesar “), Römisch, 1.Jahrhundert v.–1. Jahrhundert n. Chr. Basanit, H. 41 cm (Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung © Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung / Johannes Laurentius)
- Porträtkopf des Augustus aus Meroë, Römisch, frühe Kaiserzeit, 27–25 v. Chr., Bronze, H. 46,2 cm, B. 26,5 cm, T. 29,4 cm (British Museum, London © The Trustees of the British Museum. All rights reserved)
- Gemma Augustea, Kameo, Römisch, frühe Kaiserzeit, 9–12 n. Chr., Fassung: 17. Jahrhundert, Zweischichtiger Onyx, Fassung: Goldreif, Hinterseite in ornamentierter Durchbruchsarbeit, H. 19 cm, B. 23 cm (Kunsthistorisches Museum Wien, Antikensammlung © KHM-Museumsverband)
- Ptolemäer-Kameo, Hellenistisch, 278–269 v. Chr., Fassung aus dem 4. Viertel des 16. Jahrhunderts, zehnschichtiger Onyx; Goldreif, Email (Fassung) (Kunsthistorisches Museum Wien, Antikensammlung, Inv.-Nr. IXa 81 © KHM-Museumsverband)
- Mumienmaske, Ptolemäerzeit, 3.–1. Jahrhundert v. Chr., Leinen, stuckiert, bemalt, teilweise vergoldet (Kunsthistorisches Museum Wien, Ägyptisch-Orientalische Sammlung, Inv.-Nr. ÄS 296 © KHM-Museumsverband)
- Mumienporträt einer Dame mit Collier, Ägyptisch-römisch, 161–192 n. Chr., Enkaustik auf Holz (Kunsthistorisches Museum Wien, Antikensammlung, Inv.-Nr. X 301 © KHM-Museumsverband)
- Deckel des Sarkophags des Priesters Panehemisis, Ptolemäerzeit, 2. Jahrhundert v. Chr., Grauwacke (Kunsthistorisches Museum Wien, Ägyptisch-Orientalische Sammlung, Inv.-Nr. ÄS 4 © KHM-Museumsverband
- Kartonagemaske einer weiblichen Mumie, Römische Kaiserzeit, 1. Viertel des 2. Jahrhunderts n. Chr., bemalter Stuck, Leinen (Kunsthistorisches Museum Wien, Ägyptisch-Orientalische Sammlung, Inv.-Nr. ÄS 6608 © KHM-Museumsverband
- Deckel des Sarkophags des Priesters Panehemisis, Ausstellungsansicht Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom, 2026-2027, Gestaltung: Margula Architects © KHM-Museumsverband, Foto: Daniel Sostaric
- Statuette einer verwundeten Amazone, römisch, Ausstellungsansicht Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom, 2026-2027, Gestaltung: Margula Architects © KHM-Museumsverband, Foto: Daniel Sostaric
- Große Artemis von Ephesos (Gipsabguss), Ausstellungsansicht Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom, 2026-2027, Gestaltung: Margula Architects © KHM-Museumsverband, Foto: Daniel Sostaric
- Zwei Serapeumssphingen, Ausstellungsansicht Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom, 2026-2027, Gestaltung: Margula Architects © KHM-Museumsverband, Foto: Daniel Sostaric
- Büste des Antinoos (Antinoos Tivoli) und Büste des Antinoos (Antinoos Mondragone), Ausstellungsansicht Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom, 2026-2027, Gestaltung: Margula Architects © KHM-Museumsverband, Foto: Daniel Sostaric
- Modell des Oktogons von Ephesos, Ausstellungsansicht Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom, 2026-2027, Gestaltung: Margula Architects © KHM-Museumsverband, Foto: Daniel Sostaric
- Kandelaber (Herakles-Kentauren-Gruppe), Ausstellungsansicht Ausstellungsansicht Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom, 2026-2027, Gestaltung: Margula Architects © KHM-Museumsverband, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS
- Büste des Antinoos (Antinoos Tivoli) und Büste des Antinoos (Antinoos Mondragone), Ausstellungsansicht Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom, 2026-2027 © KHM-Museumsverband, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS









