New York | The Met Fifth Avenue: Rembrandt und die Antike Der Niederländer finde Vorbilder für Naturalismus und Emotionalität | 2027/28

Rembrandt, Aristoteles mit der Büste Homers, Detail, 1653, Öl auf Leinwand, 143,5 x 136,5 cm (The Met Museum, New York)
Rembrandt van Rijns Auseinandersetzung mit der Antike wird 2027/28 erstmals in der MET aufgearbeitet! Rembrandts lebenslange Beschäftigung mit den Alten Meistern, organisiert gemeinsam mit dem Louvre, wird die Schau das Werk des niederländischen Barockmalers in einen spannenden Dialog mit Werken der Antike setzen. Das Ziel der Kurator:innen ist, ein besseres Verständnis der Vergangenheit als auch von Rembrandts Zeit zu vermitteln.
Rembrandt [Rembrandt and the Ancients]
USA | New York: The Met Fifth Avenue, The Tisch Galleries, Gallery 899
7.11.2027 – 6.2.2028
- Rembrandt, Aristoteles mit der Büste Homers, 1653, Öl auf Leinwand, 143,5 x 136,5 cm (The Met Museum, New York)
Rembrandt und die Antike (2027/28)
Das Metropolitan Museum of Art präsentiert mit „Rembrandt und die Antike“ eine umfassende Auseinandersetzung mit der lebenslangen künstlerischen Beschäftigung des niederländischen Meisters mit der Geschichte, Kunst und Literatur des antiken Griechenlands, Roms und des gesamten Mittelmeerraums. Es ist die erste große Ausstellung des MET zu Rembrandt van Rijn (1606–1669) seit mehr als 20 Jahren. Sie umfasst über 125 Kunstwerke, darunter rund 70 Gemälde, Druckgrafiken und Zeichnungen Rembrandts. Davon sind viele erstmals in den Vereinigten Staaten zu sehen! Diese Kunstwerke treten in einen Dialog mit bedeutenden Objekten der Antike und der Renaissance, die dem Barockkünstler als Inspirationsquellen dienten. Die Auswahl deckt das gesamte Schaffen Rembrandts ab – von seinen ehrgeizigen frühen Historienbildern bis hin zu seinen ergreifenden späten Darstellungen einzelner Held:innen – und beleuchtet damit einen bislang wenig erforschten, aber wesentlichen Aspekt seines Werdegangs.
„Durch die Zusammenführung von Meisterwerken aus der Sammlung des MET mit spektakulären internationalen Leihgaben entsteht ein beispielloses und eindrucksvolles Ensemble, das die Tiefe von Rembrandts künstlerischer Vision offenbart.“ (Max Hollein, Direktor und CEO des Metropolitan Museum of Art)
Die Antike im Amsterdam des 17. Jahrhunderts
Rembrandts Laufbahn entfaltete sich vor dem Hintergrund eines wachsenden Interesses an der Antike in der niederländischen Republik des 17. Jahrhunderts. Führend darin war das weltoffene Amsterdam. Dort entstanden bedeutende Sammlungen antiker Kunst, ein modernes Theater, das unter anderem antike Dramen zur Aufführung brachte, weiters wurden zahlreiche antike Texte ins Niederländische übersetzt. Zugleich führten die zunehmend globale Ausrichtung der Republik sowie wissenschaftliche und philosophische Entwicklungen zu neuen Erkenntnissen und einem veränderten Weltverständnis, die das überlieferte Wissen und die Errungenschaften der Antike sowohl in ein neues Licht rückten als auch kritisch hinterfragten.
In diesem dynamischen kulturellen Umfeld entwickelte Rembrandt eine ausgesprochen moderne Interpretation der Antike. Er nutzte deren Themen und Motive häufig, um Ideen zu seiner eigenen Zeit und seinem eigenen Lebensumfeld zum Ausdruck zu bringen. Indem er die ferne Vergangenheit als wirkungsvolles Prisma für die Gegenwart nutzte, schuf er eine unverwechselbare Bildsprache, die zugleich spielerisch und ergreifend, respektlos und intensiv – und stets zutiefst menschlich – ist. „Rembrandt und die Antike“ zeigt die vielfältigen Arten, auf die die Antike einige der kühnsten Innovationen dieses visionären Künstlers beflügelte.
Leihgaben von Weltformat
Neben Meisterwerken aus der eigenen Sammlung des MET, etwa dem berühmten „Aristoteles mit der Büste des Homer“, präsentiert die Ausstellung bedeutende internationale Leihgaben. Zu den Höhepunkten zählt die spektakuläre „Entführung des Ganymed“ (Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden), eine lebendige und unmittelbare Veranschaulichung von Rembrandts ganz eigener Interpretation der Antike. Erstmals in den Vereinigten Staaten zu sehen sind unter anderem Rembrandts wunderbare „Badende Frau im Bach“ (National Gallery, London) sowie die ergreifende „Bathseba mit dem Brief von König David“ (Musée du Louvre, Paris) – letztere wird gemeinsam mit dem antiken römischen Relief (Palazzo Altemps, Rom) und den dazugehörigen grafischen Vorlagen ausgestellt, auf denen sie basiert.
Ebenfalls eine Premiere für die USA ist die Leihgabe des monumentalen Werks „Der Eid der Bataver“ (Konstakademien / Königliche Schwedische Akademie der Künste, Stockholm) – eine außergewöhnliche Auseinandersetzung mit der frühen niederländischen Geschichte. Darüber hinaus versammelt die Ausstellung zahlreiche selten gezeigte Zeichnungen, darunter alle drei von Rembrandts feinfühligen Skizzen römischer Büsten (Albertina, Wien; Königliche Bibliothek, Turin; Kupferstichkabinett, Berlin), seine spielerische Darstellung von „Diana und Aktäon“ (Kupferstich-Kabinett, Dresden) sowie seine meisterhafte Rötelzeichnung „Der Götzendienst des Salomo“ (Louvre). Rembrandt, so analysiert Kuratorin Joanna Sheers Seidenstein präzise, nutzte für all diese revolutionären Kompositionen antike Werke als Inspirationsquellen. Der Künstler fühlte sich offenbar von ihre Frische, Menschlichkeit, Nahbarkeit, ihren Naturalismus und ihre emotionale Unmittelbarkeit so angezogen, dass er die Grenze der Kunst seiner Zeit überwand.
Antike Vorbilder für Naturalismus und Emotionalität
„Rembrandts Auseinandersetzung mit der Antike nahm vielfältige und außerordentlich, ja geradezu wild kreative Formen an. Obwohl der Künstler heute so stark mit der Tradition verknüpft wird – als Inbegriff des ‚Alten Meisters‘ –, wirkten seine Werke zu ihrer Zeit bemerkenswert frisch: menschlich, nahbar und in ihrem Naturalismus sowie ihrer emotionalen Unmittelbarkeit sogar unverblümt. Da er sich nie mit dem Erwartbaren zufriedengab, nutzte er antike Themen, um Grenzen zu verschieben – sowohl künstlerische als auch gesellschaftliche.“ (Joanna Sheers Seidenstein, Co-Kuratorin der Ausstellung und Associate Curator in der Abteilung für Zeichnungen und Druckgrafik am Met)
„Rembrandt und die Antike“ wird von Joanna Sheers Seidenstein, Associate Curator in der Abteilung für Zeichnungen und Druckgrafik am MET, und Blaise Ducos, Kurator für niederländische und flämische Malerei am Musée du Louvre, kuratiert. Die Ausstellung wurde vom Metropolitan Museum of Art in New York und dem Musée du Louvre in Paris gemeinsam konzipiert. Nach ihrer Präsentation in New York wandert die Ausstellung weiter in den Louvre → Paris | Louvre: Rembrandt und die Antike
Begleitend zur Ausstellung erscheint ein umfassend illustrierter Katalog mit Beiträgen der Kuratoren sowie weiterer führender Fachwissenschaftler.
Bilder
- Rembrandt, Aristoteles mit der Büste Homers, 1653, Öl auf Leinwand, 143,5 x 136,5 cm (The Met Museum, New York)







