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Ai Weiwei in der Royal Academy Einführung in das Werk des chinesischen Konzeptkünstlers

Ai Weiwei with one of his photographs from Dropping a Han Dynasty Urn, Royal Academy of Arts, 2015. Photo courtesy of Royal Academy of Arts, London. Photography © Dave Parry.

Ai Weiwei with one of his photographs from Dropping a Han Dynasty Urn, Royal Academy of Arts, 2015. Photo courtesy of Royal Academy of Arts, London. Photography © Dave Parry.

Der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei (* 1957) wird in der Royal Academy of Arts mit einer umfassenden Werkschau geehrt, die Adrian Locke und Tim Marlow gemeinsam mit dem Künstler kuratierten. Der seit 26. Mai 2011 als Ehrenmitglied aufgenommene Politrebell überzeugt in London durch präzise konzipierte Installationen. Seine Würdigung der chinesischen Kunsttradition, die in perfekt umgesetzten Möbel-Objekten und Skulpturen bzw. seinem kreativen Umgang mit historischen Materialien ihren Ausdruck findet, seine kritische Haltung der chinesischen Führung gegenüber, seine Unbeugsamkeit trotz schwierigster Bedingungen, sein Kampf für freie Meinungsäußerung ließen ihn mit Recht zu einem der bekanntesten Künstler der Welt werden.

Kunst als Haltung

Die groß angelegte Schau in London versammelt Arbeiten des chinesischen Regimekritikers von 2004/2005 bis 2015. Readymades aus zerstörten Tempelanlagen, übermalte chinesische Urnen aus der Antike, ein monumentaler Fahrrad-Luster und die Aufarbeitung seines Gefängnisaufenthaltes aus dem Jahr 2011 in Dioramen verbinden Kunst und Leben, erzählen von Kunst als Methode der politischen Kommunikation, von Ai’s Auseinandersetzung mit chinesischer Geschichte und der von aktuellen städtebaulichen Veränderungen bedrohten Kultur (→ Ai Weiwei im 21er Haus). Die Kunstwerke Ai’s, und das ist das Erstaunliche vielleicht an seiner ganzen Produktion, sind tief in der chinesischen Kultur verankert und dennoch im Westen verständlich. Angeregt von Duchamps Dadaismus, Andy Warhols subversiv kritischer Pop-Art, Donald Judds Minimalismus und den Maximen der Konzeptkunst, gelang es Ai Weiwei, eine überregionale Sprache zu entwickeln. Die Freiheit von Kunst (aber auch ihre Grenzen) nutzend, hält er den Regierenden zunehmend weltweit1 den Spiegel vor. Seine weitreichende Popularität, man könnte Ai Weiwei auch den Robin Hood des Internetzeitalters nennen, erreichte er durch seinen Blog und Twitter-Account. Einträge - auf 140 Zeichen limitiert - sind für ihn zeitgenössische Poesie und künstlerisches Manifest gleichermaßen2.

 

 

Vor 2000 produzierte Ai Weiwei wenige Werke, aus seiner Studienzeit (1978–1981), vor seinem Umzug in die USA und während seines Aufenthalts in New York entstanden kaum Arbeiten (1981–1993), wenige davon sind erhalten. Seiner eigenen Aussage zufolge, hätte er sich zwar als Künstler gefühlt, aber kaum sechs Monate von insgesamt zwölf Jahren mit der Produktion von Kunstwerken verbracht. Häufige Wohnungswechsel trugen weiter dazu bei, kaum etwas aus der Zeit vor 2000 zu erhalten. Nach seiner Rückkehr (1993) in das sich öffnende China, in Ai Weiwei’s Augen jedoch völlig korrumpiert durch Kapitalismus und Materialismus, publizierte er drei Bücher (1994 „The Black Cover Book“, 1995 „The White Cover Book“, 1997 „The Grey Cover Book“), arbeitete an den Möbel-Stücken und als Architekt, begann aber auch schon antike Vasen aus der Han-Dynastie zu bemalen. Ai’s „Karriere“ als bildender Künstler begann erst nach seiner eigenen Zeitrechnung im Jahr 2005.

 

 

In den vergangenen zehn Jahren wurde Ai Weiwei zu einem der berühmtesten Künstler der Welt. Sein unerbittlicher Kampf gegen das Regime in China, sein Einstehen für Meinungsfreiheit und Menschenrechte ließen ihn zu einem Pop-Star der Medien und v. a. durch sein Blog zu einem Internet-Star werden. Doch was macht den Künstler Ai Weiwei aus, der über Kunst sagte, sie wäre „eine Haltung oder ein Lebensstil, eine Art von Aktivität, aber von ihr als Beruf zu sprechen [wäre] fragwürdig“3?

 

Ein Duchamp zum Aufhängen

Die Kunst von Ai Weiwei ist sowohl in der chinesischen Handwerkstradition wie der westlichen Konzeptkunst verankert. Er beschäftigt sich mit einer Vielzahl von Inhalten und nutzt unterschiedlichste Materialien. Wichtigste Auslöser für seine Arbeiten, so scheint es, sind das persönliche Interesse und sein Leben (vor allem in der Darstellung des Verhaltens der chinesischen Regierung). Das Ergebnis ist ein Werk, das sich je nach zu vermittelndem Inhalt in Materialität und Form anpasst. Auf sein Kunstverständnis angesprochen, antwortete Ai Weiwei mit überraschender Unentschlossenheit, er wäre ein „Konzeptkünstler ohne Konzept“(?) und seine Kunst „nur ein dummer Bubenstreich“(??). Einerseits hätte er chinesische Antiquitäten, Möbel, Jade und andere alte Artefakte gesammelt, und andererseits hätte er sich über diese Dinge „lustig gemacht“, indem er den „Coca-Cola“-Schriftzug auf eine alte Vase aus der Han Dynastie gemalt oder sie zerschlagen hätte, um die Fähigkeit seiner Kamera zu erproben. Die Möbel-Objekte wären entstanden, um seinem Tischler Arbeit zu verschaffen.4

 

 

Nun, auch wenn Ai den Kunststatus dieser Arbeiten erst mit ihrer ersten Präsentation in einer Ausstellung beginnen lässt, so einfach, ja banal lässt sich sein Kunstwollen dann doch nicht abtun. Ai geht es offensichtlich nicht um das Herstellen von Objekten bzw. Kunstwerken, sondern um den Akt des Machens, die Öffentlichkeit, das Sichtbarmachen von Verhältnissen. Vor allem der durch die Kulturrevolution verloren gegangene Bezug des aktuellen China zu seiner imperialen Vergangenheit, der vielerorts zerstörerische Umgang mit Artefakten und urbanen Strukturen führte ihn zu einer nahezu spielerischen Neuinterpretation des historischen Materials, das er subtil verändert oder verändern lässt. Nicht nur seine Möbel-Objekte bezeugen das hohe handwerkliche Können der Kollaborateure. Sie verlieren durch die Formveränderung fast ihre Funktion und haben einen gewissen Unterhaltungswert, wenn ein Tisch etwa zur Hälfte nach oben geklappt die Wand hinaufzuklettern scheint.

Diesen Akt nennt Ai Weiwei „einfach nur dumm“5, entstanden aus seiner Langeweile. Als wichtigste Referenzfigur führt er hingegen Marcel Duchamp an, den er in den 90er Jahren über Jasper Johns entdeckt hat. Ihm widmete er auch ein Profilporträt, den „Hanging Man“ (1985), das er aus einem einfachen Draht-Kleiderhacken geformt hat. Quasi ein Duchamp zum Aufhängen.

 

 

Die Macht des Internet

Einer der beeindruckendsten Räume in der Ai Weiwei-Ausstellung ist der, in dem er auf das verheerende Erdbeben in Sichuan, oder besser an die getöteten Schüler_innen erinnert. Da viele der Todesopfer zu beklagen waren, weil öffentliche Gebäude wie Schulen aus minderwertigem Material errichtet worden waren, versuchte die chinesische Führung die Ausmaße des Unglücks zu verschleiern. Ausgehend vom Wunsch, herauszufinden, wer überhaupt ums Leben kann, begann Ai Weiwei eine Umfrage im Internet. Die örtliche Polizei störte diese Recherche, vernichtete Ergebnisse und inhaftierte Fragende. Ai drehte daraufhin einen Dokumentarfilm darüber. Am Ende fanden er und seine Mitstreiter_innen etwa 5000 getötete Schüler_innen, deren Namen, Geburtsdatum, Alter, Schule mit den Namen der Eltern Ai Weiwei sukzessive auf seinem Blog postete. Einige Jahre später begann er die Stahlträger aufzukaufen, die aus den Trümmern der Schulen gezogen und vermarktet worden waren. Die verbogenen Stangen wurden händisch begeradigt und liegen zu Hunderten als Installation am Boden. Doch erst in Kombination mit Geschichte, Film und Listen mit Namen, Geburtsdaten, Alter, Klassen werden sie zum Symbol einer Tragödie. Die Sprachlosigkeit, die Ai Weiwei kurz nach dem Erbeben vor Ort fühlte, führte er in ein Bündel von Aktionen und Objekten über, das gleichermaßen sprachlos macht.

 

 

Die chinesische Führung ließ Ai Weiwei – wohl als Reaktion auf diese Aktion und die internationale Veröffentlichung der Ergebnisse – 2011 inhaftieren und für 81 Tage an einem unbekannten Ort gefangen setzen. Die minimalistisch aussehenden Boxen von „S.A.C.R.E.D.“ geben Zeugnis davon. Erstmals zeigte sie Ai in der Chiesa di Sant’Antonin auf der Biennale von Venedig (2013).6 diese sechs Dioramen, hermetisch geschlossene Blöcke, die an zwei Fenstern die Möglichkeiten eröffnen, hineinzusehen. In den minimalistischen Schachteln stellte Ai Weiwei Szenen seiner 81-tägigen, illegalen Gefangenschaft 2011 nach. Bewacht von stummen Wächtern, tagelang mit Handschellen gefesselt, medizinisch bestens versorgt, gut ernährt, alles in Plastik eingewickelt, kein Fenster, kein Tageslicht, keine Ansprache. Die goldene Tapete in diesem Raum mit Titel „Golden Age“ beschwört das Goldene Zeitalter der Sozialen Medien. Das Twitter Vögelchen, Handschellen und Überwachungskameras bilden ein kaleidoskopartiges Muster, Freiheit und Gefangenschaft miteinander untrennbar verbindend.

 

„Ich denke, dass man in der Kunst seine primitiven Gefühle in etwas überführen muss, das eine klare Sprache spricht, so dass die Geschichte einer anderen Person mitgeteilt werden kann. Sicherlich kann man niemanden zwingen, auf die gleiche Art zu denken oder zu fühlen, aber man hat eine Verantwortung sicherzustellen, dass die Sprache klar ist.“7

 

 

Ai Weiwei's wichtigste Werke

Bäume, Möbel und Vasen

„Tree (Baum)“, 2009–2010/2015 (Baumstämme und Stahl, verschiedene Größen) – ausgestellt im Hof der Royal Academy

„Bed (Bett)“, 2004 (Eisenholz von abgerissenen Tempeln der Qing Dynasty (1644–1911), 200 x 600 cm)

In kaiserlichen China wurde Eisenholz (Mesua ferrea) für die Konstruktion von Fachwerkshäusern und Möbeln verwendet. Nach seiner Rückkehr nach China im Jahr 1993 begann Ai die Träger solcher Gebäude aus der Qing Dynasty (1644–1911), die abgerissen wurden, um dem rasanten Wachstum Platz zu machen, zu erwerben. Sie wurden von Tischlern zu dreidimensionalen Plänen von China (oft aber nicht immer mit den Inseln Hainan und Taiwan) verarbeitet. Die versteckten Steckverbindungen erlaubten es ihnen, ohne Nägel, Schrauben oder Leim auszukommen. „Bett (Bed)“ zeigt den Grenzverlauf, als ob er ausgerollt und flach wie eine Matratze liegen würde. Darüber hinaus gibt es noch eine 44-teilige Serie von Objekten, in denen das Staatsgebiet von China in verschiedenen Materialien (Baumwolle, Milchkonservendosen, Porzellan und gegossenes Aluminium) dargestellt werden.

 

 

„Table with Two Legs on the Wall (Tisch mit zwei Beinen an der Wand)“ / „Grapes (Trauben)“ / „Table and Pillar (Tisch und Säule)“ / „Kippe“ / „Fragments“, 2005 (Eisenholz (tieli wood) Tisch, Stühle, Teile von Balken und Säulen von abgerissenen Tempeln der Qing Dynastie (1644–1911), 500 x 850 x 700 cm, M+ Sigg Collection, Hong Kong. Durch Schenkung), Serie von Möbelstücken, 1993-2015

„Table with Two Legs on the Wall“ war das früheste Stück, für das Ai Weiwei einen Tischler bat, Möbelstücke der Ming und Qing Dynastie so zu bearbeiten, dass Patina, Oberfläche, Funktionalität trotz ihrer teilweise bizarren Neuformulierungen erhalten blieben. Indem er die Möbel ihre Funktionalität entzog, verwandelte er sie in ästhetische Objekte, die für sich selbst stehen.
„Grapes“ besteht aus 27 Stühlen der Qing Dynastie, die sich mit minimaler Auflage der Schwerkraft entziehen. Als wichtigstes Stück der Serie betrachtet Ai „Table and Pillar (Tisch und Säule)“, das im Zentrum des zweiten Saales der Ausstellung gezeigt wird.

 

 

„Coloured Vases (Farbige Vasen)“, 2015 (Zwölf Vasen aus der Han Dynastie (206 vor Chr.- 220 nach Chr.) und vier neolithische (5000-3000 vor Chr.) mit Industriefarbe, verschiedene Größen, Privatsammlung und Sammlung von Lisa und Danny Goldberg) / „Coca Cola Vase“, 2014 (Han Dynastie (206 vor Chr. - 220 nach Chr.) Vase mit Farbe, 42 x 42 x 35 cm) / „Dropping a Han Dynasty Urn (Fallenlassen einer Urne aus der Han Dynastie)“, 1995 (Triptychon in Schwarz-weiß Fotografien, je 199,9 x 180 cm) / „Dust to Dust (Staub zu Staub)“, 2008 (30 Glasbehälter mit Staub von jungsteinzeitlicher Keramik (5000–3000 vor Chr.), Holzregal, 200 x 240 x 36 cm)

Seit seiner Rückkehr nach China im Jahr 1993 hat sich Ai mit Keramik beschäftigt. Er kaufte auf Märkten und in Antiquitätenläden antike Gefäße von der Jungsteinzeit bis in die Qing Dynastie. Vor seinen Interventionen werden die Objekte stilistisch und chronologisch bestimmt.8 Die Fragen von Authentizität und Wert sind zentral in Ai Weiwei‘s Werk: Ist etwa eine jungsteinzeitliche Vase mehr oder weniger wert, wenn er sie zu Staub verarbeitet oder in Industriefarbe taucht? Die Spannungen zwischen Alt und Neu, zwischen Masse und Individualität sind in China noch deutlicher zu spüren und werden anders diskutiert als in Europa.

 

 

Seine erste „Coca Cola Vase“ stellte Ai 1994 her. Das Logo des weltumspannenden Konzerns erobert sogar historische Orte. In der Foto-Serie „Dropping a Han Dynasty Urn“ verarbeitet der chinesische Konzeptkünstler die Zerstörung des kulturellen Erbes in der Kulturrevolution (1966). Aktuell schließt er die Diskussion um das Bewahren historischer Stätten in den boomenden Wirtschaftsstädten Chinas an.

 

Erdbeben in Sichuan 2008

„Namen der Schüler_innen, die Opfer des Erdbebens in Sichuan wurden, gefunden von Citizens’ Investigation“, 2008–11 (Schwarz-Weiß Druck, verschiedene Ausmaße), erstmals gezeigt auf der Biennale von Venedig (2013) / „Straight“, 2008–12 (Stahlstangen, 12 x 6 m) / „Straight“, 2015 (Film, 16 Min.)

 

„Souvenir aus Schanghai“ und „S.A.C.R.E.D.“ (2011–2013) – Reaktionen der chinesischen Führung auf Kritik

„Souvenir from Shanghai (Souvenir aus Schanghai)“, 2012 (Zement- und Ziegelschutt vom zerstörten Künstlerhaus in Schanghai in einem Holzrahmen, 380 x 170 x 260 cm) / „Shanghai Studio Model“, 2011 (Holz, 45 x 41 x 9,5 cm) / „Shanghai Studio (Jiading Malu)“, 2010–11 (Farbfotografien, 50 x 75 cm)

Im Jahr 1999 baute Ai ein selbst entworfenes Atelier-Haus in Caochangdi, in der Umgebung von Peking. Es folgten eine Reihe von Künstler_innen und Galerien und verwandelten das einstige Bauerndorf in einen erfolgreichen Kunstbezirk. Die Stadtverwaltung von Schanghai lud 2008 Ai auf ihre Kosten ein, ein Atelier in Malu Stadt im Jiading Bezirk zu errichten. Das von Ai entworfene Gebäude wurde im Oktober 2010 fertiggestellt. Die Bundesbehörde hob die Vereinbarung auf und befahl, das Atelierhaus abzureißen, da Ai Weiwei nicht die erforderliche Planungserlaubnis eingeholt hätte. Am 7. November lud Ai über das Internet zu einer Party ein, um mit einem Krabben-Festmahl sowohl die Fertigstellung als auch die Zerstörung des Gebäudes zu feiern. Das chinesische Wort für Krabben, He Xie, ist ein Homonym für „harmonisch“, ein Wort, das in der Regierungspropaganda oft gebraucht wird. Obwohl Ai unter Hausarrest gestellt wurde, kamen etwa 800 Gäste. Das Atelier wurde am 11. Januar 2011 abgerissen. Ai gelang es trotz Verbots einige Stücke des originalen Atelierhauses zu organisieren und machte daraus „Souvenirs aus Schanghai“.

 

 

„S.A.C.R.E.D.“, 2012–2013, sechsteiliges Diorama: Essen, Ankläger, Reinigung, Ritual, Entropie (Untätigkeit), Zweifel, Fiberglas, Eisen, oxidiertes Metall, Holz, Polystyrol, Klebeband, je 377 x 198 x 153 cm

Siehe oben

 

 

„Video Recorder“, 2010 (Marmor, 43 x 19 x 19 cm) / „Cao“, 2014 (Marmor, 770 Stücke, je 20 x 22 x 25 cm) / „Surveillance Camera and Plinth (Überwachungskamera und Sockel)“, 2015 (Marmor, 52 x 52 x 117.5 cm) / „Marble Stroller (Marmorner Kinderwagen)“, 2014 (Marmor, 115 x 87 x 49 cm)

Auch in China ist Marmor ein Symbol für Wohlstand und Macht. Der Stein wurde sowohl im kaiserlichen wie auch kommunistischen China gerne verwendet. Vor einigen Jahren erwarb Ai Weiwei einen Anteil am Steinbruch von Dashiwo in Fangshan, wo seit Hunderten von Jahren Marmor abgebaut wird.9 Ai ließ alltägliche Gegenstände skulpieren, die mittels der Banalität des Alltags die Kunstfertigkeit der Bildhauer herausforderte. Damit verband er neuerlich Dinge aus seinem Leben (Überwachsungskamera) mit der chinesischen Gesellschaft (Cao = chin. Graswurzel, umgangssprachlich für Unterschicht, Internet-Begriff für Schimpfwort, das Büschel steht vielleicht aber auch für die Reisbauern als Rückgrat der traditionellen Gesellschaft; Kinderwagen als Symbol für die Ein-Kind-Politik aber auch die Überwachung Ai Weiweis durch den Staat. Die Gasmaske erinnert an die Tausenden von Kinder, die an Atemwegserkrankungen leiden, weil die Luft in Peking so stark verschmutzt ist.).

 

 

Hommage an China

„Ton of Tea (Tonne Tee)“, 2008 (Eine Tonne gepresster Tee, 100 x 100 x 100 cm) / „Cube in Ebony (Kubus in Ebenholz)“ 2009 (Rosenholz, 100 x 100 x 100 cm) / „Treasure Box (Schatzkiste)“, 2014 (Huali Holz, 100 x 100 x 100 cm) / „Crystal Cube (Kristall Kubus)“, 2014 (Kristall, 100 x 100 x 100 cm)

Ein Kubikmeter Tee, ein Kubikmeter Schatzkiste, ein Kubikmeter Ebenholz und ein Kubikmeter Kristall verbinden erneut Ai’s Liebe für die chinesische Handwerkskunst mit seinem Material-, Form- und Körperverständnis. Die einfachen Würfelformen gehen – wie auch die Boxen von „S.A.C.R.E.D.“ – auf den Minimalismus zurück und lassen sich auch auch in Ai Weiwei’s Architekturentwürfen nachweisen. „Treasure Box (Schatzkiste)“ und „Cube in Ebony (Kubus in Ebenholz)“, letztere lässt sich wirklich öffnen (!), gehen beide auf chinesische Techniken zurück, die Ai Weiwei u. a. von seinem Vater vermittelt bekam.

 

 

„Free Speech Puzzle (Meinungsfreiheit-Puzzle)“, 2014 (Handbemaltes Porzellan im Stil der Qing Dynastie, 32 Stücke, 51 x 41 x 0,8 cm) / „The Art Book“, 2014 (Zwei Bücher hg. von Phaidon Press, jedes 29 x 26 x 5,7 cm) / „Remains (Überreste)“, 2015 (Porzellan, 13 Stücke, verschiedene Maße) / „Finger 2“, 2014 (schwarz-weiße Tapete)

 

 

„Bicycle Chandelier (Fahrrad Luster)“, 2015 (Fahrräder und Kristalle, 500 x 430 cm) – ausgestellt in der Wohl Central Hall der Royal Academy

Die jüngste Arbeit in der Royal Academy verbindet Licht und Forever Fahrräder. Letzteres steht als Synonym für den Massentransport in China und die Arbeiterschaft. Der Luster als repräsentatives Objekt ist nicht nur in noblem Ambiente anzutreffen, sondern auch der Großen Volkshalle am Tienamen Platz. Ai Weiwei arbeitet mit den gleichen Kristallen wie die Schöpfer dieses Lusters. Diese ortsspezifische Arbeit nutzt erstmals die Luster-Idee (seit 2002 interessiert sich Ai Weiwei dafür) mit den Fahrrad-Konstruktionen. Von unten betrachtet entsteht ein Muster, das strukturell seinen Tapetenentwürfen nicht unähnlich ist. Von der Seite offenbart es den Wunsch der chinesischen Führung den Kommunismus mit traditionellen Symbolen für Reichtum zu verbinden.

 

Biografie von Ai Weiwei (* 1957)

Am 28. August 1957 wurde Ai Weiwei als Sohn des Dichters, Malers und Regimekritikers Ai Qing (1910–1996) in Peking geboren. Sein Halbbruder ist der Maler Ai Xuan. Ai Weiwei wuchs während der Kulturrevolution in einem Arbeitslager in der Mandschurei und in Xinjiang auf, da sein Vater zu einer 20-jährigen Verbannung verurteilt wurde.
1976 Rückkehr der Familie nach Peking.
1978 Ai Weiwei schrieb sich an der Pekinger Filmakademie ein und studierte dort unter anderem mit den chinesischen Regisseuren Chen Kaige und Zhang Yimou.
1979 war er ein Gründungsmitglied der Künstlergruppe Stars Group, die eine chinesische Kunst nach staatlicher Leitlinie ablehnte.
1981 Umzug in die USA.
1982 Ai lebte bis 1993 vor allem in New York City, und beschäftigte sich in dieser Zeit vor allem mit Performance, Konzeptkunst, Dadaismus und Pop Art. Während seines Aufenthalts in New York schloss er ein Studium an der Parsons School of Design ab.
1993 Rückkehr nach Peking wegen der Erkrankung seines Vaters. Lebt bis heute im Kunstbezirk Dashanzi. Ai Weiwei ist mit der Künstlerin Lu Qing verheiratet.
1994 gründete er die Galerie China Art Archives and Warehouse für experimentelle Kunst in Peking. Veröffentlichte „The Black Cover Book“.
1995 Veröffentlichte „The White Cover Book“.
1997 Veröffentlichte „The Grey Cover Book“.
2008 Geburt seines unehelichen Sohnes Lao, der bei seiner Mutter Wang Fen in Berlin lebt. Die Beziehung brachte ihm den strafrechtlichen Vorwurf der Bigamie ein.
2009 Anfang August erlitt Ai Weiwei bei einem Polizeieinsatz aufgrund von Recherchen zum Erdbeben in Sichuan vor einem Prozess gegen seinen Mithelfer Tan Zuoren eine Hirnblutung. Er wurde im Klinikum Großhadern operiert.
2010 Im Herbst verfügte die Stadtverwaltung von Shanghai die Räumung des Gebäudes, in dem sich sein Atelier befand. Als Ai Weiwei daraufhin eine „Abriss-Party“ ankündigte, um die Öffentlichkeit auf die geplante Zwangsräumung des Gebäudes hinzuweisen, wurde er am 5. November 2010 von den Behörden für zwei Tage unter Hausarrest gestellt. Zu der Feier hatten sich nach telefonischen Angaben Ai Weiwei’s ca. 1.000 Besucher mit Internetzugang angemeldet. Die Party fand mit ca. 800 Personen ohne den Gastgeber statt. Presseberichten und der Deutschen Presseagentur zufolge sprach sich Ai Weiwei am 6. November gegen die Umweltzerstörung und die mangelnden Bildungschancen in China aus und kritisierte: „Die Regierung, das gesamte System […] opfert Bildung, Umweltressourcen und die Interessen der meisten Menschen, nur damit einige wenige Menschen mit Verbindung zur Regierung extrem reich werden können.“ Am 11. November 2010 informierte Ai Weiwei die internationalen Medien darüber, dass er ein behördliches Schreiben erhalten habe, in dem er aufgefordert wird, das Gebäude, in dem sich sein Studio befindet, vor dem 21. November auf eigene Kosten abzureißen. Den Grund für den zunehmenden Druck seitens der Shanghaier Behörden sieht Ai Weiwei in seiner politischen Aktionskunst. Anfang Dezember wurde Ai Weiwei erstmals daran gehindert, aus der Volksrepublik China auszureisen.
2011 Das Atelier wurde am 11. Januar abgerissen. Fotoaufnahmen des Studios und dessen Zerstörung veröffentlichte Ai Weiwei im Juli 2011 auf seiner Google+ Seite. Im März wurde bekannt, dass Ai Weiwei ein Atelier in Berlin-Schöneweide zu erwerben beabsichtigte, um mit seinem Team einen zweiten Platz neben dem Pekinger Studio zu haben. Am 3. April 2011 wurde Ai Weiwei auf dem Weg nach Hongkong am Pekinger Flughafen von der chinesischen Polizei festgenommen und 81 Tage an einem unbekannten Ort inhaftiert. Er war gerade auf dem Weg nach Taiwan, wo seine erste Einzelausstellung in der chinesisch-sprachigen Welt organisiert wurde (Sie wurde im Oktober im Taipei Fine Arts Museum eröffnet.). Ai Weiwei sollte sich wegen nicht näher benannter „Wirtschaftsverbrechen“ vor Gericht verantworten. Wenige Tage zuvor war der deutsche Außenminister Guido Westerwelle zu einem Staatsbesuch nach China gekommen und hatte u. a. die Ausstellung „Kunst der Aufklärung“ im Nationalmuseum in Peking eröffnet. Ai Weiwei stand zwar auf der Einladungsliste der deutschen Veranstalter, wurde aber seitens der chinesischen Autoritäten nicht zur Eröffnungszeremonie zugelassen. Er hatte nämlich zuvor verlautbart, Deutschland zeige ausgerechnet am Platz des Himmlischen Friedens, wo 1989 die Protestbewegung gewaltsam beendet worden war, diese Ausstellung und das zu einem Zeitpunkt, als die Unterdrückung erneut gesteigert wurde.
Am 20. April lud ihn die Universität der Künste in Berlin für eine Gastprofessur ein, die er erst im November 2015 antreten konnte. „Berliner Appell“ (23.4.) zur Freilassung Ai Weiwei‘s von ungefähr 100 Erstunterzeichner, darunter Sinologen und Vertreter aus Kultur und Wirtschaft, veröffentlicht. Aufnahme Ai Weiwei‘s in die Akademie der Künste in Berlin (7.5.). Ai Weiwei wurde die Ehrenmitgliedschaft der Royal Academy of Arts (Hon. RA) verliehen (26.5.).
Ein erstes öffentliches Lebenszeichen gab es am 15. Mai 2011, als die Ehefrau Lu Qing nach längerem Bitten um Besuchserlaubnis kurzfristig zur Polizeidienststelle gebeten und von dort zu einem unbekannten Ort – eventuell in eins der sogenannten Gästehäuser der Polizei – gefahren wurde, wo sie Ai Weiwei ca. 20 Minuten lang in Anwesenheit von Bewachern sprechen konnte. Alle Themen, die mit seinem Verschwinden in Zusammenhang stehen, durften nicht erörtert werden. Nach Auskunft ihres Anwalts Liu Xiaoyuan trug Ai Weiwei bei dem Treffen Zivilkleidung, war medikamentös versorgt und konnte im Garten Spaziergänge machen. Die chinesische Presseagentur Xinhua sowie Regierungszeitungen berichteten seit dem 20. Mai 2011, Ai Weiwei habe in großem Umfang Steuern hinterzogen. Diese Vorwürfe wiesen die Angehörigen mit der Begründung zurück, der Künstler solle auf diesem Weg politisch mundtot gemacht werden. Am 22. Juni 2011, zweieinhalb Monate nach seiner Verhaftung, wurde Ai Weiwei laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua nach Hinterlegung einer Kaution freigelassen. Er habe ein Geständnis wegen Steuerflucht abgelegt und sei chronisch krank. Die Haftentlassung des Künstlers unter Auflagen, so durfte er nicht mit Journalisten reden und darf Peking ein Jahr lang nicht verlassen, erfolgte wenige Tage vor dem Staatsbesuch des chinesischen Premierministers in Berlin. Nachdem Anfang November 2011 bekannt geworden war, dass der Künstler 1,7 Millionen Euro Steuern nachzahlen sollte, ging eine hohe Summe auch anonymer Spenden, vor allem aus dem Inland, ein. Ai Weiwei zahlte fristgemäß die berechnete Steuerschuld ohne den Strafzuschlag als Kaution, um anschließend auf rechtlichem Wege Berufung einzulegen. Wenig später kam nach Angaben Ai Weiwei‘s zu dem Vorwurf der Steuerhinterziehung eine Anschuldigung wegen Pornografie hinzu.
2012 Die Polizei verhinderte, dass Ai Weiwei am 20. Juni 2012 an einer Anhörung im Laufe des von ihm angestrengten Berufungsprozesses teilnehmen konnte. Nachdem nach Ablauf eines Jahres am 21. Juni 2012 die Aufenthaltsbeschränkung teilweise aufgehoben worden war, gab Ai Weiwei bekannt, dass er seinen Pass nicht zurückbekommen habe und somit weiterhin nicht ausreisen dürfe. Die Behörden werfen ihm nach eigener Aussage Bigamie, illegalen Devisenhandel und Verbreitung von Pornografie vor. Der Künstler weist diese Vorwürfe zurück und fordert, dass er die zahlreichen Einladungen zu Auslandsreisen annehmen kann. Einen Gang ins Exil plane er nicht. Seine Berufung im Steuerhinterziehungsprozess wurde am 20. Juli 2012 verworfen. Auch der Urteilsverkündung musste Ai Weiwei fernbleiben. Am 22. Juli 2015 erhielt Ai von den Behörden seinen Pass zurück, womit ein Reiseverbot für den Künstler geendet hat, das seit der Verhaftung 2011 in Kraft war.
Die Verleihung des Literaturnobelpreises 2012 an Mo Yan nannte Ai Weiwei einen „ernsten Fehler“, da dieser nicht die Menschenrechtsverletzungen beanstande, vielmehr als Vizepräsident des Schriftstellerverbandes ein offizielles Amt wahrnehme. Dies sei für Künstler in China, die unter der Zensur zu leiden hätten, eine „tragische Entscheidung“.
Alison Klaymanns Dokumentarfilm „Ai Weiwei: Never Sorry“ feierte auf der documenta 12, für die er Projekt „Fairytale“ und die Außenarbeit „Template“ entwarf, seine Premiere.
2015 Laut ORF postete Ai Weiwei am 5. Oktober via Instagram Fotos mehrerer bei der Renovierung seines Studios in Peking gefundener Abhörwanzen. Am 1. November stellte sich Ai Weiwei an der Berliner Universität der Künste als Gastprofessor vor und nahm16 Studierende in seinen Kurs auf10. Für die Ausstellung „Andy Warhol/Ai Weiwei“ in Melbourne plante er die Porträts von australischen Bürgerrechtsaktivisten in Lego nachzubauen. Als Lego sich aufgrund des politischen Charakters der Arbeit weigerte, die Steine zu liefern, rief Ai Weiwei die Internetgemeinde auf, diese zu spenden. Es gelang.
2016 Anfang des Jahres plante Ai Weiwei, auf der griechischen Insel Lesbos ein Monument zur Erinnerung an die in der Ägäis umgekommenen Flüchtlinge zu errichten.

Weitere Beiträge zu Ai Weiwei

29. Januar 2019
Wang Xingwei, My Beautiful Life, Detail, 1993–1995, Öl auf Leinwand (Courtesy Sigg Collection © Wang Xingwei)

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„CHINESE WHISPERS. Neue Kunst aus der Sigg Collection“ präsentiert ein umfassendes Bild chinesischer Gegenwartskunst und ihrer ästhetischen sowie ikonografischen Bezüge. Ausgehend von der Sammlung Uli Sigg, der seit den 1970ern chinesische Kunst sammelt, setzt das MAK zeitgenössische chinesische Kunst mit den eigenen Sammlungsbeständen in einen spannungsreichen Dialog.
13. Juli 2016
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Ai Weiwei im 21er Haus Ein Tempel im Schwanzer-Bau

Konzeptkünstler, Dokumentarist, Aktivist und Künstler Ai Weiwei stellt für das Belvedere eine vielschichtige Schau zusammen, die auf aktuelle politische Probleme genauso reagiert wie auf Architektur und Umfeld der barocken Anlage und des modernen Ausstellungsbaus von Karl Schwanzer.
  1. Für 2016 plant er ein Flüchtlingsdenkmal auf Lesbos und Porträts von australischen Bürgerrechtsaktivisten aus Lego-Steinen in Melbourne.
  2. „Online communication to me is like poetry, or it can be like a manifesto: it clearly states your mind and you can communicate very precisely, of course, although you cannot trust that people will understand.“ Zitiert nach Ebenda, S. 18.
  3. „I think art is an attitude or lifestyle, one type of activity, but to think about it as a profession is kind of questionable: you know, this guy does nothing but art. It’s kind of strange.“ Zitiert nach Ai Weiwei im Gespräch mit Tim Marlow, in: Ai Weiwei (Ausst.-Kat. Royal Academy of Arts, London), S. 18.
  4. „Before 2000 I had already started to make some furniture pieces because at that time I was collecting Chinese antiques, furniture, jade and other old artefacts. It’s fascinating why we collect. I started to make fun of those things, by painting ‘Coca-Cola’ on an old Han Dynasty vase or to drop some pots to test my camera’s ability to catch those images. And at the same time I gave my carpenter some work, saying why don’t you fix this up, and make this table a diferent shape, to keep him busy. And later the pieces became artworks. But I never thought I would have the chance to show these things.“ Zit. nach S. 19.
  5. „It’s just this guy being bored. To me it’s not so subversive, it’s just a silly act.“, Zit. nach S. 20.
  6. Auch durch die Wahl des Metalls erinnern sie an Objekte von Richard Serra.
  7. „I think in art you have to transform your primitive feelings into something that has clear language so that the story can be clearly told to another person. Of course you cannot force anybody to think or feel the same way, but you have a responsibility to make sure your language is clear.“, Zitiert nach Ebenda, S. 21.
  8. Da der chinesische Markt mit einer Flut von Fälschungen überschwemmt ist, können nur Experten die Echtheit feststellen.
  9. Zwischen 1406 und 1420 wurden beispielsweise Steine für die Verbotene Stadt dort gebrochen. In jüngerer Zeit entstanden hier Teile des Mausoleums Mao Tsetungs am Tiennamen Platz (nach 1976).
  10. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ai-weiwei-als-gastprofessor-in-berlin-a-1059643.html, letzter Aufruf 1.1.2016
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.