Ai Weiwei

Wer ist Ai Weiwei?

Ai Weiwei wurde 1957 in Beijing geboren. Er zählt zu den berühmtesten Künstlern der Welt. Seit den 1990er Jahren wird Ai weltweit als Künstler, Architekt, Kurator, Filmregisseur und Fotograf gefeiert. Die künstlerische Praxis von Ai wurde nach ersten Anfängen als Architekt und Konzeptknstler zunehmend von Themen bestimmt, mit denen das heutige China und Europa konfrontiert sind, wie die Ausübung autokratischer Macht, das Verschwinden der chinesischen Kultur- und Materialgeschichte und die Sorge um Menschenrechte, Flucht, harte Arbeit und Armut.

Als Sohn des bekannten Dichters Ai Qing wuchs er während dessen Verbannung in Nordchina auf und kehrte 1976 mit der Familie nach Beijing zurück (→ Ai Weiwei: Biografie). Die während seiner Zeit in New York in den 1980er Jahren gewonnenen Eindrücke von Dadaismus, Konzeptkunst und Pop Art - von besonders großer Bedeutung für Ai Weiwei ist das Werk von Marcel Duchamp - hat er für seine Arbeitsweise fruchtbar gemacht, die auf eine kritische Betrachtung von Kulturgeschichte sowie von chinesischen und globalen gesellschaftlichen Entwicklungen zielt.

Vor 2000 produzierte Ai Weiwei wenige Werke, aus seiner Studienzeit (1978–1981), vor seinem Umzug in die USA und während seines Aufenthalts in New York entstanden kaum Arbeiten (1981–1993), wenige davon sind erhalten. Seiner eigenen Aussage zufolge, hätte er sich zwar als Künstler gefühlt, aber kaum sechs Monate von insgesamt zwölf Jahren mit der Produktion von Kunstwerken verbracht. Häufige Wohnungswechsel trugen weiter dazu bei, kaum etwas aus der Zeit vor 2000 zu erhalten. Nach seiner Rückkehr (1993) in das sich öffnende China, in Ai Weiwei’s Augen jedoch völlig korrumpiert durch Kapitalismus und Materialismus, publizierte er drei Bücher (1994 „The Black Cover Book“, 1995 „The White Cover Book“, 1997 „The Grey Cover Book“), arbeitete an den Möbel-Stücken und als Architekt, begann aber auch schon antike Vasen aus der Han-Dynastie zu bemalen. Ai’s „Karriere“ als bildender Künstler begann erst nach seiner eigenen Zeitrechnung im Jahr 2005.

In den vergangenen Jahren wurde Ai Weiwei einer der berühmtesten Künstler der Welt. Sein unerbittlicher Kampf gegen das Regime in China, sein Einstehen für Meinungsfreiheit und Menschenrechte ließen ihn zu einem Pop-Star der Medien und v. a. durch sein Blog zu einem Internet-Star werden. Doch was macht den Künstler Ai Weiwei aus, der über Kunst sagte, sie wäre „eine Haltung oder ein Lebensstil, eine Art von Aktivität, aber von ihr als Beruf zu sprechen [wäre] fragwürdig“1?

Ein Duchamp zum Aufhängen

Die Kunst von Ai Weiwei ist sowohl in der chinesischen Handwerkstradition wie der westlichen Konzeptkunst verankert. Er beschäftigt sich mit einer Vielzahl von Inhalten und nutzt unterschiedlichste Materialien. Wichtigste Auslöser für seine Arbeiten, so scheint es, sind das persönliche Interesse und sein Leben (vor allem in der Darstellung des Verhaltens der chinesischen Regierung). Das Ergebnis ist ein Werk, das sich je nach zu vermittelndem Inhalt in Materialität und Form anpasst. Auf sein Kunstverständnis angesprochen, antwortete Ai Weiwei mit überraschender Unentschlossenheit, er wäre ein „Konzeptkünstler ohne Konzept“(?) und seine Kunst „nur ein dummer Bubenstreich“(??). Einerseits hätte er chinesische Antiquitäten, Möbel, Jade und andere alte Artefakte gesammelt, und andererseits hätte er sich über diese Dinge „lustig gemacht“, indem er den „Coca-Cola“-Schriftzug auf eine alte Vase aus der Han Dynastie gemalt oder sie zerschlagen hätte, um die Fähigkeit seiner Kamera zu erproben. Die Möbel-Objekte wären entstanden, um seinem Tischler Arbeit zu verschaffen.2

Möbel

Im kaiserlichen China wurde Eisenholz (Mesua ferrea) für die Konstruktion von Fachwerkshäusern und Möbeln verwendet. Nach seiner Rückkehr nach China im Jahr 1993 begann Ai die Träger solcher Gebäude aus der Qing Dynasty (1644–1911), die abgerissen wurden, um dem rasanten Wachstum Platz zu machen, zu erwerben. Sie wurden von Tischlern zu dreidimensionalen Plänen von China (oft aber nicht immer mit den Inseln Hainan und Taiwan) verarbeitet. Die versteckten Steckverbindungen erlaubten es ihnen, ohne Nägel, Schrauben oder Leim auszukommen. „Bett (Bed)“ zeigt den Grenzverlauf, als ob er ausgerollt und flach wie eine Matratze liegen würde. Darüber hinaus gibt es noch eine 44-teilige Serie von Objekten, in denen das Staatsgebiet von China in verschiedenen Materialien (Baumwolle, Milchkonservendosen, Porzellan und gegossenes Aluminium) dargestellt werden.

„Table with Two Legs on the Wall“ war das früheste Stück, für das Ai Weiwei einen Tischler bat, Möbelstücke der Ming und Qing Dynastie so zu bearbeiten, dass Patina, Oberfläche, Funktionalität trotz ihrer teilweise bizarren Neuformulierungen erhalten blieben. Indem er die Möbel ihre Funktionalität entzog, verwandelte er sie in ästhetische Objekte, die für sich selbst stehen.
„Grapes“ besteht aus 27 Stühlen der Qing Dynastie, die sich mit minimaler Auflage der Schwerkraft entziehen. Als wichtigstes Stück der Serie betrachtet Ai „Table and Pillar (Tisch und Säule)“, das im Zentrum des zweiten Saales der Ausstellung gezeigt wird.

Vasen

Seit seiner Rückkehr nach China im Jahr 1993 hat sich Ai mit Keramik beschäftigt. Er kaufte auf Märkten und in Antiquitätenläden antike Gefäße von der Jungsteinzeit bis in die Qing Dynastie. Vor seinen Interventionen werden die Objekte stilistisch und chronologisch bestimmt.3 Die Fragen von Authentizität und Wert sind zentral in Ai Weiwei‘s Werk: Ist etwa eine jungsteinzeitliche Vase mehr oder weniger wert, wenn er sie zu Staub verarbeitet oder in Industriefarbe taucht? Die Spannungen zwischen Alt und Neu, zwischen Masse und Individualität sind in China noch deutlicher zu spüren und werden anders diskutiert als in Europa.

Seine erste „Coca Cola Vase“ stellte Ai 1994 her. Das Logo des weltumspannenden Konzerns erobert sogar historische Orte. In der Foto-Serie „Dropping a Han Dynasty Urn“ verarbeitet der chinesische Konzeptkünstler die Zerstörung des kulturellen Erbes in der Kulturrevolution (1966). Aktuell schließt er die Diskussion um das Bewahren historischer Stätten in den boomenden Wirtschaftsstädten Chinas an.

Souvenir aus Schanghai: Ai Weiweis Atelierhaus

Im Jahr 1999 baute Ai ein selbst entworfenes Atelier-Haus in Caochangdi, in der Umgebung von Peking. Es folgten eine Reihe von Künstler_innen und Galerien und verwandelten das einstige Bauerndorf in einen erfolgreichen Kunstbezirk. Die Stadtverwaltung von Schanghai lud 2008 Ai auf ihre Kosten ein, ein Atelier in Malu Stadt im Jiading Bezirk zu errichten. Das von Ai entworfene Gebäude wurde im Oktober 2010 fertiggestellt. Die Bundesbehörde hob die Vereinbarung auf und befahl, das Atelierhaus abzureißen, da Ai Weiwei nicht die erforderliche Planungserlaubnis eingeholt hätte. Am 7. November lud Ai über das Internet zu einer Party ein, um mit einem Krabben-Festmahl sowohl die Fertigstellung als auch die Zerstörung des Gebäudes zu feiern. Das chinesische Wort für Krabben, He Xie, ist ein Homonym für „harmonisch“, ein Wort, das in der Regierungspropaganda oft gebraucht wird. Obwohl Ai unter Hausarrest gestellt wurde, kamen etwa 800 Gäste. Das Atelier wurde am 11. Januar 2011 abgerissen. Ai gelang es trotz Verbots einige Stücke des originalen Atelierhauses zu organisieren und machte daraus „Souvenirs aus Schanghai“.

Straight (2008–2012) und die Macht des Internet

Einer der beeindruckendsten Räume in der Ai Weiwei-Ausstellung ist der, in dem er auf das verheerende Erdbeben in Sichuan, oder besser an die getöteten Schülerinnen und Schüler erinnert. Da viele der Todesopfer zu beklagen waren, weil öffentliche Gebäude wie Schulen aus minderwertigem Material errichtet worden waren, versuchte die chinesische Führung die Ausmaße des Unglücks zu verschleiern. Ausgehend vom Wunsch, herauszufinden, wer überhaupt ums Leben kann, begann Ai Weiwei eine Umfrage im Internet. Die örtliche Polizei störte diese Recherche, vernichtete Ergebnisse und inhaftierte Fragende. Ai drehte daraufhin einen Dokumentarfilm darüber. Am Ende fanden er und seine Mitstreiter etwa 5.000 getötete Schülerinnen und Schüler, deren Namen, Geburtsdatum, Alter, Schule mit den Namen der Eltern Ai Weiwei sukzessive auf seinem Blog postete. Einige Jahre später begann er die Stahlträger aufzukaufen, die aus den Trümmern der Schulen gezogen und vermarktet worden waren. Die verbogenen Stangen wurden händisch begeradigt und liegen zu Hunderten als Installation am Boden. Doch erst in Kombination mit Geschichte, Film und Listen mit Namen, Geburtsdaten, Alter, Klassen werden sie zum Symbol einer Tragödie. Die Sprachlosigkeit, die Ai Weiwei kurz nach dem Erbeben vor Ort fühlte, führte er in ein Bündel von Aktionen und Objekten über, das gleichermaßen sprachlos macht.

Sonnenblumenkerne (2010)

„Sunflower Seeds [Sonnenblumenkerne]“ (2010) besteht aus Millionen von einzeln handgefertigten Porzellansonnenblumenkernen. Das Werk hat ein Volumen von fast zehn Kubikmetern und wiegt ungefähr zehn Tonnen. Der Künstler hat für „Sunflower Seeds“ zwei unterschiedliche Anordnungen festgelegt. Bei der ersten werden die Samen in einem durchgehenden rechteckigen oder quadratischen Feld bis zu einer Tiefe von zehn Zentimetern angeordnet. Dieses „Saatbett“ passt sich den Abmessungen des Ausstellungsraums an, wobei Wände die Arbeit auf drei Seiten begrenzen. Alternativ wird die Arbeit als konische Skulptur mit einem Durchmesser von etwa fünf Metern präsentiert. In dieser zweiten Anordnung gibt es keine Begrenzung für die Porzellansamen. Diese werden beim Aufbau vorsichtig von oben gegossen und bilden mit Hilfe der Schwerkraft die Form. Eventuelle Unebenheiten können zum Zeitpunkt der Installation von Hand korrigiert werden.

„Sunflower Seeds [Sonnenblumenkerne]“ entstand 2010 als elftes Auftragswerk der Unilever-Serie für die Turbinenhalle der Tate Modern. Ai schuf für den weiten Raum ein Bett aus keramischen Sonnenblumenkernen. Erstmals wollte er ein durchgehendes rechteckiges Feld installieren, um eine „einzigartige Oberfläche“ zu schaffen. Als interaktives Element durfte das Publikum auf den Samen laufen. Allerdings wurde das nach den ersten Ausstellungstagen wieder untersagt, da aufgrund der Staubentwicklung Gesundheitsrisiken befürchtet wurden.

Die Herstellung der Porzellansamen erfolgte in der Stadt Jingdezhen im Norden von Jiangxi, einer Region Chinas südlich von Peking. Historisch berühmt für seine Brennöfen und für die Herstellung von Kaiserporzellan, ist diese Region noch immer für ihre hochwertige Porzellanproduktion bekannt. Die Sonnenblumenkerne für die Installation wurden von Handwerkern in einer Werkstatt aus einer speziellen Steinsorte von einem bestimmten Berg in Jingdezhen aufwändig hergestellt.

Das Symbol der Sonnenblume war während der Kulturrevolution in China in den 1960er und 1970er Jahren allgegenwärtig und wurde oft als visuelle Metapher für den Vorsitzenden des kommunistischen Landesführers Mao (1893–1976) und, was noch wichtiger ist, für die gesamte Bevölkerung verwendet. In „Sunflower Seeds“ untersuchte Ai Weiwei den komplexen Austausch zwischen dem Einen und den Vielen, dem Individuum und den Massen, dem Selbst und der Gesellschaft. Die Sonnenblumenkerne sind weit davon entfernt, industriell hergestellt zu werden. Dies führt zu einer genaueren Betrachtung des Phänomens „Made in China“, das üblicherweise mit billigen Massenprodukten in Verbindung gebracht wird. Die unzähligen Sonnenblumenkerne – jedes einzigartig und doch anscheinend gleich – können das Streben nach Individualität in einer sich schnell wandelnden Gesellschaft hervorrufen.

S.A.C.R.E.D. (2011–2013)

Die chinesische Führung ließ Ai Weiwei – wohl als Reaktion auf diese Aktion und die internationale Veröffentlichung der Ergebnisse – 2011 inhaftieren und für 81 Tage an einem unbekannten Ort gefangen setzen. Die minimalistisch aussehenden Boxen von „S.A.C.R.E.D.“ geben Zeugnis davon. Erstmals zeigte sie Ai in der Chiesa di Sant’Antonin auf der Biennale von Venedig (2013).4 diese sechs Dioramen, hermetisch geschlossene Blöcke, die an zwei Fenstern die Möglichkeiten eröffnen, hineinzusehen. In den minimalistischen Schachteln stellte Ai Weiwei Szenen seiner 81-tägigen, illegalen Gefangenschaft 2011 nach. Bewacht von stummen Wächtern, tagelang mit Handschellen gefesselt, medizinisch bestens versorgt, gut ernährt, alles in Plastik eingewickelt, kein Fenster, kein Tageslicht, keine Ansprache. Die goldene Tapete in diesem Raum mit Titel „Golden Age“ beschwört das Goldene Zeitalter der Sozialen Medien. Das Twitter Vögelchen, Handschellen und Überwachungskameras bilden ein kaleidoskopartiges Muster, Freiheit und Gefangenschaft miteinander untrennbar verbindend.

„Ich denke, dass man in der Kunst seine primitiven Gefühle in etwas überführen muss, das eine klare Sprache spricht, so dass die Geschichte einer anderen Person mitgeteilt werden kann. Sicherlich kann man niemanden zwingen, auf die gleiche Art zu denken oder zu fühlen, aber man hat eine Verantwortung sicherzustellen, dass die Sprache klar ist.“5

Marmorskulpturen

Auch in China ist Marmor ein Symbol für Wohlstand und Macht. Der Stein wurde sowohl im kaiserlichen wie auch kommunistischen China gerne verwendet. Vor einigen Jahren erwarb Ai Weiwei einen Anteil am Steinbruch von Dashiwo in Fangshan, wo seit Hunderten von Jahren Marmor abgebaut wird.6 Ai ließ alltägliche Gegenstände skulpieren, die mittels der Banalität des Alltags die Kunstfertigkeit der Bildhauer herausforderte. Damit verband er neuerlich Dinge aus seinem Leben (Überwachsungskamera) mit der chinesischen Gesellschaft (Cao = chin. Graswurzel, umgangssprachlich für Unterschicht, Internet-Begriff für Schimpfwort, das Büschel steht vielleicht aber auch für die Reisbauern als Rückgrat der traditionellen Gesellschaft; Kinderwagen als Symbol für die Ein-Kind-Politik aber auch die Überwachung Ai Weiweis durch den Staat. Die Gasmaske erinnert an die Tausenden von Kinder, die an Atemwegserkrankungen leiden, weil die Luft in Peking so stark verschmutzt ist.).

Hommage an China

Ein Kubikmeter Tee, ein Kubikmeter Schatzkiste, ein Kubikmeter Ebenholz und ein Kubikmeter Kristall verbinden erneut Ai’s Liebe für die chinesische Handwerkskunst mit seinem Material-, Form- und Körperverständnis. Die einfachen Würfelformen gehen – wie auch die Boxen von „S.A.C.R.E.D.“ – auf den Minimalismus zurück und lassen sich auch auch in Ai Weiwei’s Architekturentwürfen nachweisen. „Treasure Box (Schatzkiste)“ und „Cube in Ebony (Kubus in Ebenholz)“, letztere lässt sich wirklich öffnen (!), gehen beide auf chinesische Techniken zurück, die Ai Weiwei u. a. von seinem Vater vermittelt bekam.

Laundromat (2016)

Seitdem Ai Weiwei entlassen wurde und in der Folge 2015 nach Deutschland übersiedelt ist, widmet er sich mit der gleichen Konsequenz wie zuvor der Kritik am chinesischen Regime der Flüchtlingskrise. „Laundromat [Waschsalon]“ ist eine Installation, die aus über 2000 sorgfältig aufgehängten, gewaschenen, sortierten Kleidungsstücken und Schuhen besteht. All diese Objekte fand Ai Weiwei im Flüchtlingslager in Idomeni. Sie waren die persönlichen Habseligkeiten, welche die Flüchtlinge bei Schließung des Flüchtlingslagers in Nordgriechenland zurücklassen mussten, als sie in ein anderes verlegt wurden.

Beiträge zu Ai Weiwei

23. Mai 2019
Ai Weiwei, Wang Family Ancestral Hall, 2015, Original carvings and painted replacements 1364,7 x 1451 x 939 cm © Ai Weiwei Studio, Foto: © Belvedere, Wien.

Ai Weiwei: Biografie Lebenslauf des chinesischen Konzeptkünstlers und politischen Aktivisten

Ai Weiwei (* 1957, Beijing) ist einer der bekanntesten Künstler der Welt. Berühmt wurde er für seine Kritik am chinesischen Regime, dem Umgang mit Flüchtlingen, sein Einmahnen der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit. Das Internet und die Sozialen Medien sind genauso seine Spielwiese wie die großen Museen der westlichen Welt. Hier findest du die wichtigsten Daten und Fakten zu Ai Weiwei, incl. seiner Inhaftierung.
7. Mai 2019
Ai Weiwei, Illumination, 2009, Handyfoto (c) Ai Weiwei, Courtesy Ai Weiwei Studio

Düsseldorf K20 / K21: Ai Weiwei Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt größten Ausstellung in Europa

„Alles ist Kunst, alles ist Politik“ ist auch Leitmotiv seiner bisher größten Ausstellung in Europa, die die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen gleichzeitig im K20 und im K21 zeigt.
29. Januar 2019
Wang Xingwei, My Beautiful Life, Detail, 1993–1995, Öl auf Leinwand (Courtesy Sigg Collection © Wang Xingwei)

MAK: Chinesische Kunst aus der Sammlung Sigg Zeitgenössisches aus dem Reich der Träume

„CHINESE WHISPERS. Neue Kunst aus der Sigg Collection“ präsentiert ein umfassendes Bild chinesischer Gegenwartskunst und ihrer ästhetischen sowie ikonografischen Bezüge. Ausgehend von der Sammlung Uli Sigg, der seit den 1970ern chinesische Kunst sammelt, setzt das MAK zeitgenössische chinesische Kunst mit den eigenen Sammlungsbeständen in einen spannungsreichen Dialog.
13. Juli 2016
Ai Weiwei, Circle of Animals/Zodiac Heads, 2010: Affe vor dem Oberen Belvedere, Private Sammlung, Foto: © Alexandra Matzner.

Ai Weiwei im 21er Haus Ein Tempel im Schwanzer-Bau

Konzeptkünstler, Dokumentarist, Aktivist und Künstler Ai Weiwei stellt für das Belvedere eine vielschichtige Schau zusammen, die auf aktuelle politische Probleme genauso reagiert wie auf Architektur und Umfeld der barocken Anlage und des modernen Ausstellungsbaus von Karl Schwanzer.
1. Januar 2016
Ai Weiwei with one of his photographs from Dropping a Han Dynasty Urn, Royal Academy of Arts, 2015. Photo courtesy of Royal Academy of Arts, London. Photography © Dave Parry.

Ai Weiwei in der Royal Academy Einführung in das Werk des chinesischen Konzeptkünstlers

Der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei (* 1957) wird in der Royal Academy of Arts mit einer umfassenden Werkschau geehrt, die Adrian Locke und Tim Marlow gemeinsam mit dem Künstler kuratierten. Der seit 26. Mai 2011 als Ehrenmitglied aufgenommene Politrebell überzeugt in London durch präzise konzipierte Installationen. Seine Würdigung der chinesischen Kunsttradition, die in perfekt umgesetzten Möbel-Objekten und Skulpturen bzw. seinem kreativen Umgang mit historischen Materialien ihren Ausdruck findet, seine kritische Haltung der chinesischen Führung gegenüber, seine Unbeugsamkeit trotz schwierigster Bedingungen, sein Kampf für freie Meinungsäußerung ließen ihn mit Recht zu einem der bekanntesten Künstler der Welt werden.
  1. „I think art is an attitude or lifestyle, one type of activity, but to think about it as a profession is kind of questionable: you know, this guy does nothing but art. It’s kind of strange.“ Zitiert nach Ai Weiwei im Gespräch mit Tim Marlow, in: Ai Weiwei (Ausst.-Kat. Royal Academy of Arts, London), S. 18.
  2. „Before 2000 I had already started to make some furniture pieces because at that time I was collecting Chinese antiques, furniture, jade and other old artefacts. It’s fascinating why we collect. I started to make fun of those things, by painting ‘Coca-Cola’ on an old Han Dynasty vase or to drop some pots to test my camera’s ability to catch those images. And at the same time I gave my carpenter some work, saying why don’t you fix this up, and make this table a diferent shape, to keep him busy. And later the pieces became artworks. But I never thought I would have the chance to show these things.“ Zit. nach S. 19.
  3. Da der chinesische Markt mit einer Flut von Fälschungen überschwemmt ist, können nur Experten die Echtheit feststellen.
  4. Auch durch die Wahl des Metalls erinnern sie an Objekte von Richard Serra.
  5. „I think in art you have to transform your primitive feelings into something that has clear language so that the story can be clearly told to another person. Of course you cannot force anybody to think or feel the same way, but you have a responsibility to make sure your language is clear.“, Zitiert nach Ebenda, S. 21.
  6. Zwischen 1406 und 1420 wurden beispielsweise Steine für die Verbotene Stadt dort gebrochen. In jüngerer Zeit entstanden hier Teile des Mausoleums Mao Tsetungs am Tiennamen Platz (nach 1976).