0

Städel: Tizian und die Renaissance in Venedig Farbe, Landschaft und „schöne Frauen“ in der Malerei des 16. Jahrhunderts

Tizian, Bildnis eines jungen Mannes, Detail, um 1510, Pappelholz, 20 x 17 cm (Städel Museum Frankfurt a.M. © Städel Museum – ARTOTHEK)

Tizian, Bildnis eines jungen Mannes, Detail, um 1510, Pappelholz, 20 x 17 cm (Städel Museum Frankfurt a.M. © Städel Museum – ARTOTHEK)

Die venezianische Malerei der Renaissance ist eines der folgenreichsten Kapitel der europäischen Kunstgeschichte (→ Renaissance Malerei in Venedig). Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entwickelten die Künstler der Lagunenstadt, allen voran der junge Tizian (um 1488/90–1576), eine eigenständige Spielart der Renaissance, die auf rein malerische Mittel und die Wirkung von Licht und Farbe setzt. Nicht nur in Venedig selbst macht diese neue Malerei Furore; ihre Vertreter verbreiten die Innovationen bald auch außerhalb der Stadtrepublik und begeisterten auch deutsche Maler wie Albrecht Dürer. Ab den 1540er Jahren trat mit Jacopo Tintoretto und Paolo Veronese erneut eine hochbegabte junge Generation auf den Plan, die in Venedig um Aufträge wetteiferte.

Tizian und die Renaissance in Venedig im Städel

Die Ausstellung im Städel stellt charakteristische Aspekte der venezianische Malerei des 16. Jahrhunderts vor. Dazu gehören etwa atmosphärisch aufgeladene Landschaftsdarstellungen, die am Beginn der Landschaftsmalerei überhaupt stehen, die Idealbilder schöner Frauen, auf Italienisch „Belle Donne“ genannt, oder die Bedeutung der Farbe für die Kunst der Venezianer.

Die mit über 100 Meisterwerken aus internationalen Sammlungen bestückte Schau präsentiert erstmals in Deutschland ein hochkarätiges, durch Schwerpunkte strukturiertes Panorama der Renaissancemalerei in Venedig. Die Ausstellung gewährt einen umfassenden Einblick in die künstlerische und thematische Bandbreite der Renaissance in Venedig und verdeutlicht, warum unterschiedlichste Künstler nachfolgender Jahrhunderte immer wieder an Werke dieser Zeit anknüpften.

 

 

Ausgestellte Künstler

Tizian war zeit seines langen Lebens die zentrale Figur in der venezianischen Kunstszene. Von ihm versammelt die großangelegte Ausstellung mehr als 20 Arbeiten und zeigt somit die umfangreichste Werkauswahl, die in Deutschland je zu sehen war. Darüber hinaus werden unter anderem Werke von Giovanni Bellini (um 1435–1516), Jacopo Palma il Vecchio (1479/80–1528), Sebastiano del Piombo (um 1485–1547), Lorenzo Lotto (um 1480– 1556/57), Jacopo Tintoretto (um 1518/19–1594) und Paolo Veronese (1528–1588) gezeigt.

Kuratiert von Dr. Bastian Eclercy (Städel Museum).

Quelle: Pressetext

 

 

Städel: Tizian und die Renaissance in Venedig: Bilder

  • Tizian, Bildnis eines jungen Mannes, um 1510, Pappelholz, 20 x 17 cm (Städel Museum Frankfurt a.M. © Städel Museum – ARTOTHEK)
  • Tizian, Noli me tangere (Christus erscheint Maria Magdalena), um 1514, Öl/Lw, 110,5 x 91,9 cm (The National Gallery, London © The National Gallery, London. Vermacht von Samuel Rogers, 1856)
  • Sebastiano del Piombo, Dame in Blau mit Parfümbrenner, um 1510/11, Öl/Holz, übertragen auf Hartfaserplatte, 54,7 x 47,5 cm (Washington, National Gallery of Art, © Samuel H. Kress Collection)

weitere Beiträge zur Kunst der Renaissance

24. Oktober 2018
Andrea del Verrocchio und Werkstatt, Maria mit Kind und zwei Engeln, um 1467-1469, Holz, 69,2 x 49,8 cm (London, The National Gallery © The National Gallery)

Andrea del Verrocchio. Werke und Leben Bildhauer-Maler und Lehrer von Leonardo in der Florentiner Renaissance

Andrea del Verrocchio (1435–1488) zählt zu den größten Meistern des 15. Jahrhunderts und prägte als Bildhauer, Maler und Lehrer die Renaissance in Florenz entschieden mit. Ausstellungen in Florenz und Washington werfen 2019 einen neuen Blick auf den bedeutenden Renaissance-Künstler.
17. Oktober 2018
Leonardo da Vinci, Madonna mit der Nelke, Detail, um 1475, Pappelholz, 62 × 46,6 × 1,9 cm (Malfläche) (Alte Pinakothek, München, Inv. Nr. 7779)

Florenz und seine Maler: Die Erfindung der Renaissance Meisterwerke der Alten Pinakothek von Giotto bis Leonardo da Vinci

Die „Erfindung“ der Renaissance ist eng mit der Florentiner Skulptur und Malerei des 15. Jahrhunderts verbunden. Die Alte Pinakothek versammelt Werke von Giotto bis Leonardo, um diesen Weg nachzuzeichnen.
14. Oktober 2018
Albrecht Dürer, Feldhase, Kopf, 1502 (© Albertina, Wien)

Albertina: Albrecht Dürer

Die Albertina besitzt 140 Arbeiten von Albrecht Dürer. 2019 zeigt sie die Zeichnungen als essentielle Werke des Nürnberger Renaissance-Meisters.
12. Oktober 2018
Antico, Büste des Marc Aurel, Detail, um 1500, Bronze, vergoldet, 72,5 x 60,0 cm (LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna, Inv.-Nr. SK 1630)

Die Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein zu Gast in der Albertina Rubens bis Makart, Arcimboldo bis Waldmüller

Zum 300. Geburtstag des Reichsfürstentums Liechtenstein sind die Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein zu Gast in der Albertina: Arcimboldo, Rubens, Amerling, Waldmüller.
4. Oktober 2018
Fra Angelico, Die Verkündigung, Detail, 1426, Öl/Holz, 194 x 194 cm (Madrid, Museo Nacional del Prado)

Fra Angelico und die Erfindung der Florentiner Renaissance Malender Mönch und Kunstrevolution in der Stadt am Arno im Prado

Wie trug Fra Angelico, ab 1423 in Florenz ansässig, zur Entwicklung der Renaissance bei? Welche Konzepte verbinden ihn mit Lorenzo Ghiberti, Masolino und Filippo Lippi?
1. Oktober 2018
Pieter Bruegel der Ältere, Der Turmbau zu Babel, Turm, 1563, signiert und datiert, Öl auf Eichenholz, 114 x 155 cm (Wien, Kunsthistorisches Museum, Inv.-Nr. 1026)

Pieter Bruegel d. Ä.: Werk und Leben Erste monografische Ausstellung zu Pieter Bruegel d. Ä.

2019 jährt sich der Todestag von Pieter Bruegel d. Ä. (um 1525/30–1569) zum 450. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums widmet das Kunsthistorische Museum diesem bedeutendsten niederländischen Maler des 16. Jahrhunderts die weltweit erste große monografische Ausstellung.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.