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Washington | SAAM: Subversive, Skilled, Sublime: Fiber Art by Women Textilkunst des 20. Jahrhunderts | 2024

Emma Amos, Winning, 1982, Acryl auf Leinen mit handgewebtem Stoff, Smithsonian American Art Museum

Emma Amos, Winning, 1982, Acryl auf Leinen mit handgewebtem Stoff, Smithsonian American Art Museum

Baumwolle, Wolle, Polyester, Seide – Fäden und Fasern sind in fast jedem Aspekt unseres Lebens präsent. Die Künstlerinnen beherrschten das alltägliche Material meisterhaft und unterwanderten im gesamten 20. Jahrhundert damit herrschende Vorstellungen zu Gesellschaft und Geschlecht. Die Ausstellung „Subversive, Skilled, Sublime: Fiber Art by Women [Subversiv, gekonnt, erhaben: Textilkunst von Frauen]“ im Smithsonian American Art Museum (SAAM) würdigt ihre Protagonistinnen als bedeutende Vertreterinnen der amerikanischen Kunst des 20. Jahrhunderts.

Textilkunst im Smithsonian

34 ausgewählte Kunstwerke versammeln sich zu einer alternativen Geschichte der amerikanischen Kunst. Zugänglich und vertraut, ist Textilkunst seit langem eine Quelle der Inspiration für Frauen. Ihr Einfallsreichtum mit Stoffen, Fäden und Garn wurde von vielen Kunstkritikern als Kunstgewerbe oder Kunsthandwerk abgetan. Die Künstlerinnen dieser Ausstellung griffen zu Fäden und Fasern, um diese historische Marginalisierung zu verkomplizieren und auch ihre Bedeutung für die zeitgenössische Kunst zu revolutionieren. Sie stützten sich auf persönliche Erfahrungen, insbesondere ihre Standpunkte als Frauen, und generationsübergreifende Fähigkeiten, um einfache Fäden in resonante und komplexe Kunstwerke zu verwandeln.

Die Kunstwerke stellen mehrere Themen zur Debatte, wobei der Schwerpunkt auf den Aussagen der Künstlerinnen liegt: der komplexe (oft widersprüchliche) Einfluss des häuslichen Lebens; feministische Strategien, um den Status quo der Kunstwelt auf den Kopf zu stellen; gemeinsames Wissen über traditionelle und experimentelle Techniken; die Grenzen der Wahrnehmung und Möglichkeiten die Textilkunst zu erweitern.

Ein spezieller Galerieraum mit Archivmaterialien bietet einen Einblick in die Ateliers der Künstlerinnen und vertieft den Einblick in seine kreativen Prozesse mit Skizzen, Mail Art und Fotografien. Zusammen beleuchten diese Kategorien, wie Künstler zu Momenten der Kontemplation über das Zusammenspiel von Material und Botschaft eingeladen haben.

Die Kunstwerke sind so vielfältig wie die Frauen, die sie geschaffen haben. Sie drückten sich in Form von genähten Steppdecken, gewebten Wandteppichen und Teppichen, Perlen- und Stickornamenten, verdrehten und gebundenen Skulpturen und Multimedia-Assemblagen aus. Jedes Kunstwerk trägt die Geschichte seines Schöpfers und manifestiert — Stich für Stich — die tiefgründige und persönliche Politik der Hand.

Alle Kunstwerke stammen aus der ständigen Sammlung des Smithsonian American Art Museum; Archivmaterialien und Interviews werden aus Sammlungen der Archives of American Art ausgewählt. Um die Stimmen der Künstlerinnen weiter zu verstärken, wird der VSV einen narrativen Podcast produzieren. Das Audioprogramm wird einige der überzeugendsten Hintergrundgeschichten hervorheben, die in die Ausstellung eingewoben sind.

Kuratiert von Virginia Mecklenburg, Senior Curator; Mary Savig, die Lloyd Herman Curator of Craft; und Laura Augustin, kuratorische Assistentin.

 

Ausgestellte Künstlerinnen

Adela Akers, Neda Al-Hilali, Emma Amos, Barbara Chase-Riboud, Lia Cook, Olga de Amaral, Consuelo Jiménez Underwood, Sheila Hicks, Agueda Martínez, Faith Ringgold, Miriam Schapiro, Joyce Scott, Judith Scott, Kay Sekimachi, Lenore Tawney, Katherine Westphal, Claire Zeisler, Marguerite Zorach

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Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.
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