Moderne Kunst: Malerei, Skulptur und Architektur

Was ist Moderne Kunst?

Die Entstehung der Moderne (der Modernen Kunst, engl. modernism) wird mit der Industriellen Revolution in Zusammenhang gebracht, die – wie auch die Französische Revolution – seit Ende des 18. Jahrhunderts die europäische Gesellschaft, Ökonomie und das Kulturleben maßgeblich veränderten. Beginnend mit England setzte sich der Umbruch über Frankreich, die USA über ganz Westeuropa und Ende des Jahrhunderts in der ganzen Welt fort.

Vor 1800 wurden Künstlerinnen und Künstler häufig von wohlhabenden Auftraggebern (Adel, Kirche, Bürgertum) beauftragt, Werke zu schaffen. Die wichtigsten Themen waren mythologische oder religiöse Szenen, gefolgt von Porträts. Als weniger bedeutend wurden die Gattungen Genre, Landschaft, Vedute und Stillleben erachtet. Eine Ausnahme hierzu bildete die holländische Malerei des Goldenen Zeitalters (17. Jhdt.). Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begannen Künstlerinnen und Künstler verstärkt Werke zu gestalten, in denen sie über die zeitgenössische Gesellschaft, Orte oder Ideen nachdachten. Ziel wurde es, persönliche Erfahrungen in die Gemälde und Skulpturen einfließen zu lassen. Schon vor der Publikation von Sigmund Freuds „Die Traumdeutung“ (1899) wandten sich Künstlerinnen und Künstler der Traumwelt zu, und die Symbolisten entwickelten eine höchst subjektive Ikonographie, mit Hilfe derer sie ihre Ängste und Hoffnungen ausdrückten.

Wenn auch viele Künstlerinnen und Künstler weiterhin die traditionellen Sujets Landschaften, Porträts und Stillleben bevorzugten, so untersuchten sie in ihnen doch die Auswirkungen des modernen Lebens – vor allem die Schnelligkeit der Veränderungen. Maler wie Claude Monet oder Paul Cézanne machten die konstante Veränderung der sie umgebenden Welt bzw. wissenschaftliche Erkenntnisse über Farben zu den Themen ihrer Kunst. Das Gefühl von Instabilität führte zur Auflösung akademischer Maltraditionen und Etablierung neuer Überzeugungen, was ab 1900 viele Künstlergruppen dazu animierte, ihre Regeln in Form von Manifesten zu publizieren.

Fotografie – ein neues Medium der Moderne

Ein anderer Zugang war, dass Kunst die Welt auf realistische Weise wiedergeben sollte. Dies führte 1839 zur Veröffentlichung der Fotografie. Erste Fotokünstlerinnen und Fotokünstler wie Julia Margaret Cameron sahen die Welt durch die Linse und bewegten sich im Dialog mit Malerinnen und Malern ihrer Zeit. Bis 1900 galt es in der Künstlerschaft als Hinweis großer Naturtreue, die Fotografie als Inspirationsquelle bzw. Erinnerungstechnik zu verwenden. Erst mit der Erfindung der Kunstfotografie um 1900 begann man den Einfluss der Fotografie auf die Malerei zu verschweigen.

Stilrichtungen der Modernen Kunst in Europa und Nordamerika

Kunst aus Afrika und Japan