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Lausanne | MCBA: Vallotton Forever Die Retrospektive zum 100. Todestag | 2025/26

Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 24. Oktober 2025

Félix Vallotton (1865–1925) wurde in Lausanne geboren. Anlässlich der 100. Wiederkehr seines Todestages präsentieren 2025/26 das Musée cantonal des Beaux-Arts (MCBA) und die Fondation Félix Vallotton eine umfassende Retrospektive des Künstlers. Das MCBA beherbergt die weltweit größte Sammlung von Werken Vallottons, und die Fondation Félix Vallotton ist Dokumentations- und Forschungszentrum in Lausanne. Zu sehen sind über 200 der bedeutendsten Werke aus öffentlichen sowie privaten Sammlungen in der Schweiz und Europa.

Félix Vallotton in Lausanne

Das MACBA lädt ein, Félix Vallotton neu zu entdecken, und wählte daher eine einzigartige Herangehensweise an seine Arbeit, die sich auf aktuelle, in Lausanne durchgeführte Forschungen stützt.

Der erste Teil der Ausstellung konzentriert sich auf die umfangreichen Bemühungen Vallottons, sich in den Jahren von 1880 bis 1900 in der Pariser Kunstszene zu etablieren. Mit 16 Jahren in der französischen Hauptstadt angekommen, entfaltete der junge Schweizer in künstlerischen, literarischen und journalistischen Kreisen seine kreative Energie in allen Richtungen: Gemälde, Holzstiche, Buchillustrationen und Pressezeichnungen bilden die Rädchen einer kohärenten Strategie sowohl im Hinblick auf eine ästhetische und politische Positionierung als auch auf ihren Platz im Kunstmarkt.

In den 1890er Jahren schloss sich Vallotton den Nabis an und sicherte sich einen Platz in der Welt der Künstler, Kritiker und Sammler, die sich für „La Revue blanche“ interessierten. Seine Illustrationen und satirischen Zeichnungen für engagierte Zeitungen lassen seine Stimme in den großen gesellschaftlichen Debatten hören. Obwohl seine Tätigkeit im Einklang mit einer boomenden Kunstszene steht, ist seine Einzigartigkeit auffällig und verrät ein starkes Bedürfnis nach Unabhängigkeit. Als distanzierter und kritischer Beobachter hebt sich Vallotton von seinen Zeitgenossen durch seinen scharfen Blick, seinen satirischen Schwung, seinen prägnanten Stil und seine virulenten und dissonanten Farben ab.

Der zweite Teil der Ausstellung ist der Revolution gewidmet, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Leben und Werk Vallottons vollzog. Die kostspielige Anerkennung seines Talents wurde durch die finanzielle Sicherheit verstärkt, die ihm seine Ehe mit Gabrielle Rodrigues-Henriques, der Tochter des Kunsthändlers Alexandre Bernheim, verschuf. Der Künstler wandte sich von der Hektik des modernen Lebens ab und tauchte in die Melancholie ein, die sein Temperament kennzeichnet. Er verzichtete nun fast vollständig auf Druckgrafik und Illustration, um sich ganz und frei der Malerei zu widmen. Félix Vallotton blieb jedoch in der zeitgenössischen Kunstszene präsent, wo seine Auftritte in den Salons erwartet wurden.

Félix Vallotton erneuerte den in seiner frühen Jugend begonnenen Dialog mit der großen Tradition und konfrontierte seine berühmten Vorgänger: Hans Holbein der Jüngere für das Porträt, Jean-Jacques Ingres und Edouard Manet für den Akt oder sogar Nicolas Poussin für die Landschaft. Damals entstanden Landschaften, Porträts, Akte und mythologische Sujets, stellen, wie die Ausstellung zeigt, Vallottons entscheidenden Beitrag zur Moderne dar.

Kuratiert von Catherine Lepdor, Chefkuratorin, MCBA, und Katia Poletti, Kuratorin der Félix Vallotton Foundation, Lausanne.

 

Vallotton Forever: Ausstellungskatalog

Catherine Lepdor und Katia Poletti (Hg.)
mit Beiträgen von Dario Gamboni, Choghakate Kazarian, Catherine Lepdor, Daniel Maggetti und Katia Poletti
reich illustriert

 

Bilder

  • Félix Vallotton, Cinq heures, 1898, Tempera auf Karton, 35,6 x 58,2 cm (Privatsammlung)

Vallotton Forever. Die Retrospektive

Schweiz | Lausanne:
Musée cantonal des Beaux-Arts
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