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Cindy Sherman erhält Max-Beckmann-Preis 2019 US-Fotokünstlerin ist die 14. Preisträgerin des renommierten Frankfurter Kunstpreises

Cindy Sherman (© Cindy Sherman, Courtesy of the artist, Sprüth Magers and Metro Pictures, New York, Foto: Mark Seliger)

Cindy Sherman (© Cindy Sherman, Courtesy of the artist, Sprüth Magers and Metro Pictures, New York, Foto: Mark Seliger)

Die amerikanische Künstlerin und Fotografin Cindy Sherman (* 1954) erhält am 12. Februar 2019 den mit 50.000 Euro dotierten Frankfurter Max-Beckmann-Preis. Damit ehrt die Stadt Frankfurt ihre hervorragenden Leistungen im Bereich Inszenierte Fotografie. Der Preis wird am 12. Februar, dem Geburtstag von Max Beckmann, im Kaisersaal des Rathaus Römer in Frankfurt vergeben.

 

 

Die Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig befindet, dass Cindy Sherman „mit ihrer schillernden, gebrochenen Bildsprache längst zum kulturellen Gedächtnis des frühen 21. Jahrhunderts“ gehört. Die Entscheidung wurde von einem zehnköpfigen Kuratorium getroffen, dem Oberbürgermeister Peter Feldmann vorsteht und dem die Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, die Vorsitzende des Kulturausschusses Dr. Nina Teufel, der Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung Stephan Siegler, Städeldirektor Dr. Philipp Demand, die Direktorin des Frankfurter Kunstvereins Franziska Nori, die Künstlerin und stellvertretende Direktorin der Städelschule Judith Hopf, der Künstler Tobias Rehberger und der Architekt Peter Cachola Schmal angehören.

Cindy Sherman wuchs als jüngstes von vier Kindern auf Long Island auf. Sie studierte zusammen mit den Konzeptkünstlern Robert Longo und Richard Prince und wurde 1977 mit ihnen und anderen Künstlern von Douglas Crimp in dessen Ausstellung „Pictures“ in New York präsentiert. Die danach benannte Pictures Generation zeichnete sich dadurch aus, dass sie sich die von den Massenmedien vermittelten Bilder für ihre Arbeiten aneignete und einer kritischen Überprüfung unterzog. Seit den 1980er Jahren gilt die New Yorker Fotokünstlerin als Schlüsselfigur der konzeptuellen Fotografie. Den Wettbewerb mit ihren männlichen Künstlerkollegen, die bereits früher als sie hohe Preise auf dem Kunstmarkt erzielten, sieht Sherman als eine Triebfeder ihrer Arbeit in früheren Jahren.

Rollenspiel, Identität, Geschlecht, sozialer Status, Illusion und Fiktion, Jugend und Alter sind die Themen, die sich wie ein roter Faden durch die fotografische Arbeit von Cindy Sherman in den vergangenen vierzig Jahren ziehen. Die Künstlerin fotografiert überwiegend allein in ihrem Studio und nimmt dabei die Rolle der Autorin, Regisseurin, Visagistin, Friseurin, Garderobiere sowie die des Models ein. Ob als Sekretärin, Hausfrau, Vamp, Hollywoodstar oder grotesker Clown, Sherman spielt mit Maskerade und Parodie, wenn sie soziale Stereotypen dramatisch überzeichnet.

 

 

Cindy Sherman: Bilder

  • Cindy Sherman (© Cindy Sherman, Courtesy of the artist, Sprüth Magers and Metro Pictures, New York, Foto: Mark Seliger)
  • Cindy Sherman, Untitled #225, 1990, Farbfoto, 122 x 84 cm (© Cindy Sherman, Courtesy of the artist, Sprüth Magers and Metro Pictures, New York)
  • Cindy Sherman, Untitled # 471, 2008, Farbfoto, 175,6 x 132,1 cm (© Cindy Sherman, Courtesy of the artist, Sprüth Magers and Metro Pictures, New York)
  • Cindy Sherman, Untitled #595, 2016/18, Dye-Sublimationsdruck auf Metall, 168,9 x 226,1 cm (© Cindy Sherman, Courtesy of the artist, Sprüth Magers and Metro Pictures, New York)

Beiträge zu Cindy Sherman

30. Dezember 2024
Cindy Sherman, Untitled Film Still #2, Detail, 1977, Silbergelatineabzug, 95,5 x 70 cm (KUNSTMUSEUM WOLFSBURG, Courtesy of the artist and Metro Pictures, New York)

Wien | Albertina modern: Cindy Sherman Pionierin der Inszenierten Fotografie | 2025

Die Pionierin der Inszenierten Fotografie, Cindy Sherman, kommt im Frühjahr/Sommer 2025 nach Wien. Die Albertina modern zeigt eine umfassende Retrospektive der Amerikanerin, beginnend mit den frühesten Arbeiten aus der Studienzeit.
31. August 2024
Penny Slinger, The Larval Worm, 1969/2014 (© Penny Slinger / VG Bild-Kunst, Bonn 2024, Courtesy of Blum & Poe)

Heilbronn | Kunsthalle Vogelmann: Surrealismus Welten im Dialog | 2024

Mit fantastischen, radikal subjektiven Motiven revolutionierte der Surrealismus die Kunst ab den 1920er Jahren. Die Aktualität ihrer Ideen zeigt die spannende Gegenüberstellung bedeutender Surrealist:innen der ersten Stunde mit nachfolgenden Künstler:innen, darunter Cindy Sherman und Erwin Wurm.
29. Februar 2024
Aneta Grzeszykowska, Untitled Film Stills, 2006 (© 2024 Aneta Grzeszykowska / Courtesy of the artist and Raster Gallery, Warszawa)

Wien | Albertina: 20 Jahre SAMMLUNG VERBUND, Wien Feministische Kunst und Raumerforschungen | 2024

Die ALBERTINA präsentiert die Jubiläumsausstellung der renommierten SAMMLUNG VERBUND anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens: von Cindy Sherman bis Zanele Muholi.
21. April 2023
Cindy Sherman, Untitled, 2016-2018, © Cindy Sherman, Courtesy the artist and Hauser & Wirth

Stuttgart | Staatsgalerie: Cindy Sherman Anti-Fashion | 2023

Seit knapp 50 Jahren macht die US-amerikanische Künstlerin Cindy Sherman die Mode und deren Darstellung zum Thema ihrer Arbeit. Ausstellung zu Künstlichkeit und Wandelbarkeit von Identität.
15. März 2023
Cindy Sherman, Untitled # 464, Detail, 2008, Farbfotografie, 214,3 x 152,4 cm (mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Leihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung, seit 2010 © Cindy Sherman)

Wien | mumok: On Stage. Kunst als Bühne Theatrale und bühnenbezogene Darstellungsformen seit den 1960ern | 2023

4. März 2023
Künstlerinnen Selbstportaet Emden

Emden | Kunsthalle Emden: HIER BIN ICH! Künstlerinnen-Selbstporträt Von Paula Modersohn-Becker bis Bunny Rogers | 2023

Die Ausstellung „HIER BIN ICH!“ richtet den Fokus auf weibliche Repräsentationsformen im 20. und 21. Jahrhundert. Aufgegriffene Themen wie Schwangerschaft, Mutterschaft, Identitätsfragen und Maskeraden, aber auch ein das männliche Selbstbildnis imitierender und gar persiflierender Impetus verdeutlichen, dass innerhalb des Künstlerinnenselbstporträts ein starkes gesellschaftliches Potential zur Verhandlung der Rolle der Frau liegt.

Aktuelle Ausstellungen

29. März 2025
Vincent van Gogh, Joseph Roulin, Detail, Arles Anfang 1889, Öl auf Leinwand, 64,4 x 55,2 cm (MoMA, New York)

Boston | MFA Boston: Van Gogh und die Familie Roulin Van Goghs beste Freunde in Arles | 2025

Vincent van Goghs (1853–1890) Leidenschaft für die Porträtmalerei erblühte zwischen 1888 und 1889, als der Künstler während seines Aufenthalts im südfranzösischen Arles mehrere Porträts einer benachbarten Familie schuf – des Postboten Joseph Roulin, seiner Frau Augustine und ihrer drei Kinder Armand, Camille und Marcelle. Erstmals versammelt diese Ausstellung die Bildnisse der Familie Roulin.
29. März 2025

Kopenhagen | SMK: Michelangelo Gipsabgüsse, Zeichnungen und Briefe | 2025

Gipsabgüsse, Zeichnungen und Briefe Michelangelo Buonarroti (1475–1564) erschließen sein Leben und seine Kunst. Eingehende Studien seiner Skulpturen zeigen die komplexe Beziehung zwischen Original und Reproduktion im digitalen Zeitalter.
28. März 2025
Pierre-Auguste Renoir, Der Zopf, Detail, 1886/87, Öl auf Leinwand (Museum Langmatt, Baden, © Foto: Stiftung Langmatt Sidney und Jenny Brown, Baden, Schweiz)

Köln | Wallraf: Impressionistische Meisterwerke aus dem Museum Langmatt Schweizer Schätze | 2025

Mit Werken von Boudin, Corot, Courbet, Gauguin, Renoir, Pissarro, Monet, Sisley, Degas, Cassat, Cézanne und Redon.
28. März 2025
Ernst Ludwig Kirchner, Ruhendes Mädchen mit Kopfschmerzen, 1906, Farbholzschnitt in Rot, Gelb, Blau und Grün, 19 × 22,5 cm (Brücke-Museum, Berlin)

Berlin | Brücke-Museum: Die Brücke wird 120 Jahre Eine Jubiläumsausstellung mit 120 Werken & 120 Personen | 2025

Am 5. Juni 1905 gründeten die vier Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl die expressionistische Künstlergruppe Brücke. Das Gründungsdatum vor 120 Jahren soll mit einer Jubiläumsausstellung gefeiert werden — 120 Berliner:innen stellen 120 Lieblingswerke vor.
28. März 2025
Ralph Goings, Airstream, 1970, Öl auf Leinwand, 152 x 214 cm, Sammlung MUMOK, Foto MUMOK © Ralph Goings.

Wien | mumok: Nie endgültig! Das Museum im Wandel | 2025/26

Die Ausstellung widmet sich dem Wandel des mumok während der Direktionszeit von Dieter Ronte (1979-1989). Exemplarische Einblicke in die Heterogenität der Sammlungserweiterungen werden kontrastiert mit den kulturpolitischen Parametern und programmatischen Entscheidungen dieses Jahrzehnts.
27. März 2025
Egon Schiele, Die Umarmung, 1917 (© Belvedere, Wien, Foto Belvedere, Wien, Johannes Stoll)

Wien | Leopold Museum: Egon Schieles letzte Jahre Zeiten des Umbruchs | 2025

Die Ausstellung gibt einen Einblick in Egon Schieles letzte fünf Schaffensjahre, seine Erfolge und seinen künstlerischen Durchbruch in der Wiener Secession. Auch die letzten, zum Teil unvollendeten Arbeiten werden analysiert und Einblicke in bisher Unveröffentlichtes wie das Tagebuch von Edith Schiele gegeben.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.
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