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Düsseldorf | K20: Chaïm Soutine Emigration und Entwurzelung | 2023/24

Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 2. September 2023
Chaim Soutine, Le faisan mort, um 1926/27 (Kunstmuseum Basel, Sammlung Im Obersteg)

Chaim Soutine, Le faisan mort, um 1926/27 (Kunstmuseum Basel, Sammlung Im Obersteg)

Die Kunstsammlung NRW widmet sich dem großartigen Werk Chaim Soutines (1893–1943). Dessen Gemälde sind Farbexplosionen, schön und drastisch zugleich. Er malt Pagen, Köche, Messdiener; Menschen, die wie er auf der untersten Stufe der Gesellschaft stehen. Mit ihnen, wie mit den Gemälden von wankenden Landschaften und geschlachteten Tiere, erfasst er das zerrissene Lebensgefühl einer ganzen Epoche.

Chaïm Soutine

Deutschland | Düsseldorf: K20
2.9.2023 – 14.1.2024

In seinen Stillleben verband Chaim Soutine eine intensive Naturbeobachtung mit der Steigerung der formalen Mittel. In den heftigen Pinselbewegungen und im cremigen Farbauftrag verlieren die Motive ihre scharfen Begrenzungen, ihre Stofflichkeit und ihre statische Ordnung. Die Konturen der Dinge scheinen sich auf die gesamte Komposition zu übertragen. Die malerischen Mittel werden zum Ausdruck von Bewegung, Beunruhigung und Todeskampf. Nach Stillleben mit Arrangements kärglicher Mahlzeiten malte Soutine ab 1918 häufig geschlachtete Tiere. Dies wird aus seiner Biografie mit dem Nachdenken über die Speisevorschriften der jüdischen Religion, mit der Erfahrung von Hunger und Armut und mit der Lage seines Ateliers in der Nähe der Pariser Schlachthöfe erklärt.

Chaïm Soutine wuchs in Weißrussland auf, 1913 zog er nach Paris. Obwohl die Metropole seine Ersatzheimat wurde, blieb er zeitlebens ein Außenseiter, der die Sprache schlecht beherrschte und dem die gesellschaftlichen Umgangsformen fremd blieben. Übergeordnetes Thema der Ausstellung ist die Emigration und die dauerhafte Entwurzelung des Menschen als Folge. Dieses individuelle sowie gesellschaftliche Phänomen spannt den Bogen bis in die heutige Zeit, in der die Heimatlosigkeit fester Bestandteil des modernen Lebensgefühls im 21. Jahrhundert geworden ist.

Soutine, der die Malerei nach 1945 enorm beeinflusste, zählt zu den zentralen Vertretern der klassischen Moderne, in Deutschland wird er in Künstlerkreisen verehrt, beginnend mit Willem de Kooning.
Quelle: Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

Beiträge über Chaim Soutine

27. September 2026
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 27. September 2026

Mailand | Palazzo Reale: Chaïm Soutine

Mailand zeigt ab Herbst 2027 die erste italienische Retrospektive zu Chaïm Soutine (1893–1943) – Pionier des Expressionismus und Vorbild für Bacon und de Kooning.
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8. November 2024
Georges Kars, Frau mit Papagei, 1926, Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm (Stadtmuseum Velvary)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 8. November 2024

Prag | Waldstein Reithalle: Böhmische Künstler im Paris der Zwischenkriegszeit École de Paris aus Tschechien | 2024/25

Das Ausstellung untersucht Georges Kars (Jiří Karpeles), Othon Coubines (Otakar Coubine) und François Maurice Eberls (Frantisek Zdenek) Position in der Pariser Kunstszene der 1920er und 1930er Jahre - im Vergleich mit berühmten vertrwter:innen der École de Paris wie Modigliani, Orloff, Soutine.
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9. Februar 2024
Chaim Soutine, Selbstbildnis, Detail, um 1918, Öl auf Leinwand, 54,6 × 45,7 cm (Princeton University Art Museum, Princeton, The Henry and Rose Pearlman Foundation, on loan since 1976 to the Princeton University Art Museum)
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 9. Februar 2024

Humlebæk | Louisiana Museum: Chaim Soutine Gegen den Strom | 2024

Dem Louisiana Museum of Modern Art gelingt eine veritable Überblicksausstellung zu Chaim Soutine, die mit einer selten ausgestellten Zimelie einsetzt: Chaim Soutines „Selbstbildnis“, entstanden um 1918, aus dem Princeton University Art Museum. Es ist eines von nur drei Selbstbildnissen.
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Aktuelle Ausstellungen

24. Oktober 2026
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 24. Oktober 2026

Washington | The Philipps Collection: Avery, Gottlieb, Rothko: Am Meer

Drei Freunde - Milton Avery, Adolph Gottlieb ud Mark Rothko - verbrachten den Sommer immer auf Cape Ann. Im Herbst 2026 erzählt die Philipps Collection die Geschichte wechselseitiger Inspiration.
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23. Oktober 2026
Rembrandt van Rijn, Hl. Hieronymus lesend in einer italienischen Landschaft, Detail, um 1653, Kupferstich und Kaltnadel, auf Japanpapier, 25,9 x 21 cm (erworben von der J. Pierpont Morgan 1905, The Morgan Library & Museum (RvR 165)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 23. Oktober 2026

New York | The Morgan: Rembrandts Löwen. Kunst und Exil in den Niederlanden

2026/27 vereint The Morgan & Museum zum ersten Mal eine Sammlung von Zeichnungen, Radierungen und Gemälden, um die oft übersehene, aber prägende Präsenz von Migrant:innen, Einwander:innen, Exilant:innen und Flüchtlingen in Rembrandts Welt und Werk hervorzuheben.
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23. Oktober 2026
Oskar Kokoschka, Olda Palkovskà, Detail, 1937, Öl auf Leinwand, 90 × 67 cm (Fondation Oskar Kokoschka, Vevey, Inv.-Nr. 70) © Fondation Oskar Kokoschka / Bildrecht, Wien 2026
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 23. Oktober 2026

Salzburg | Museum der Moderne Altstadt (Rupertinum): Kokoschkas Hintergründe

Oskar Kokoschka gesataltete den Hintergrund seiner Gemälde zunehmend komplexer. Erstmals widmet das Museum der Moderne in Salzburg diesem Thema eine eigene Ausstellung (2026/2027).
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