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Florenz | Palazzo Strozzi: Jeff Koons Größte Ausstellung Koons‘ und der „Schein“ seiner Werke

Jeff Koons, Rabbit, 1986 (Collection Museum of Contemporary Art Chicago, Photo: Nathan Keay, © MCA Chicago, © Jeff Koons)

Jeff Koons, Rabbit, 1986 (Collection Museum of Contemporary Art Chicago, Photo: Nathan Keay, © MCA Chicago, © Jeff Koons)

Jeff Koons zeigt im Herbst/Winter 2020 im Palazzo Strozzi, Florenz, seine größte Ausstellung in Italien. Der seit Mitte der 1970er Jahre arbeitende Künstler, zählt heute zu den wichtigsten Persönlichkeiten der globalen zeitgenössischen Kunstszene. Einige von Jeff Koons‘ berühmtesten Werken werden in Florenz zu sehen sein. Die Ausstellung wurde im engen Dialog mit dem Künstler entwickelt und von Arturo Galansino und Joachim Pissarro kuratiert.

Jeff Koons‘ „Glanz“

Jeff Koons‘ Werke sind bereits jetzt in das kollektive Gedächtnis eingegangen. Diesen Umstand verdankt er seiner Fähigkeit, Hoch- und Populärkultur miteinander zu verschmelzen. Jeff Koons betrachtet den „Glanz“, daher der Titel „Shine“, als ein Schlüsselmerkmal seiner Kunstwerke – von der postmodernen Neuerfindung des Vorgefundenen bis hin zu seiner Arbeit mit perfekt poliertem Metall, das wie aufblasbares Spielzeug aussieht. In der Tat ist „Glanz“ weit mehr als ein Ornament: Es ist die eigentliche Substanz dieser Arbeiten, da diese reflektierende Eigenschaft Aussehen und Essenz zusammenbringt.

Die Ausstellung zeigt eine breite Auswahl der Leihgaben und Skulpturen des Künstlers aus internationalen Sammlungen und Museen, um das Konzept des „Glanzes“ von prächtig bis glänzend und vom Schein bis zum Sein zu erforschen: Koons 'Arbeit mit charakteristischen Materialien und Gegenständen sielt ein mehrdeutiges Spiel. Dabei stellt er unsere Beziehung zum Alltag und der Konsum-Realität genauso in Frage, wie er das Konzept, was ein Kunstwerk ist, auf den Kopf stellte.

Jeff Koons in Florenz: Bilder

  • Jeff Koons, Rabbit, 1986 (Collection Museum of Contemporary Art Chicago, Photo: Nathan Keay, © MCA Chicago, © Jeff Koons)

Beiträge zu Jeff Koons

9. April 2018
Jeff Koons, Gazing Ball (Perugino Madonna und Child mit vier Heiligen), Detail, 2014–2015, Öl/Lw, Glas, Aluminum, 179,7 x 136,5 x 37,5 cm (Besitz Jeff Koons, © Jeff Koons)

Jeff Koons‘ „Gazing Ball“ in Amsterdam beschädigt Glasball platzte bei Berührung?

Dass er dem Kunstwerk zu nahegekommen ist, gab der Besucher freimütig zu, der am Sonntag, den 8. April 2018, die blaue Glaskugel von Jeff Koon’s „Gazing Ball“ zum Platzen brachte. Der Fall wird das Atelier von Jeff Koons und die Versicherung noch beschäftigen.
3. November 2017
Künstler*innen auf der 2017 POWER 100

Künstlerinnen und Künstler auf der 2017 POWER 100 von ArtReview

Die 2017 POWER 100 von ArtReview ist publiziert und wird heiß diskutiert. Auf den ersten Blick fällt auf, dass zwar die Plätze 1 und 2 von Künstler*innen – Hito Steyerl und Pierre Hughe – belegt werden, dass aber dahinter von Platz bis 10 Galerist*innen, Kurator*innen sowie Theoretiker*innen gelistet sind. Was passiert, wenn man nur Künstler*innen bestehen lässt? Wie viele und welche Künstler*innen habe es überhaupt auf die Liste der 100 bedeutendsten Menschen des Kunstbusiness (resp. Kunstmarkts) geschafft?
3. April 2017
Heinz Hajek-Halke, Ohne Titel, Detail, 1950–1970, Farbpapier, Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek, Sammlung Fotografie, © bpk / Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek, Foto: Dietmar Katz

Kunst und Alchemie Verwandlung von Materialien in Kunst und Wissenschaft

Kunst und Alchemie sind wesensverwandt, arbeiten beide doch mit der Verwandlung von Materialien. Entgegen der landläufigen Meinung behandelt Alchemie nicht nur die Erschaffung von künstlichem Gold aus den einfachen Stoffen, sondern widmet sich ganz allgemein der Auffindung der Weltformel, also der Erforschung komplexer Zusammenhänge, und gar der Schöpfung neuer Wesen bzw. der Erlangung der Unsterblichkeit – ob in der Natur oder der Kunst. Die groß angelegte Schau im Berliner Kulturforum verfolgt das Konzept der Transmutation von seinen Anfängen in Ägypten zum europäischen Mittelalter, nach Indien, China und Japan. Dass aber auch so mancher zeitgenössischer Kunstschaffende sich als „Alchemist“ empfand oder eine wesensverwandte Kunstpraxis entwickelte, ermöglicht, das Thema bis in die Gegenwartskunst nachzuverfolgen. Jörg Völlnagel strukturiert in zehn Kapiteln das heterogene kulturgeschichtliche Material von etwa 230 Objekten, das sowohl durch seine zeitliche wie auch geografische Dimension eine 3.500 Jahre alte, globale Menschheitsgeschichte erzählt.

Aktuelle Ausstellungen

10. August 2020
Filmstill aus "There goes our Neighbourhood" © Tom Wholohan

Wien | Architektur.Film.Sommer 2020 Gebaute Gerechtigkeit?

Mit „Gebaute Gerechtigkeit“ thematisiert das internationale Filmfestival Architektur.Film.Sommer des Az W 2020 an vier Kinoabenden Fragen zu Aneignung von öffentlichem Raum, zum Überwinden von Räumen und Grenzen, zum Zusammen Zuhause.
6. August 2020
Alter Leuchtturm (1887) in Sulina, Foto: Jürgen Haberhauer

Schallaburg: DONAU – Menschen, Schätze & Kulturen Vom Donaudelta in die Wachau

Auf der Schallaburg kann man 2020 die Donau von ihrer Mündung im Schwarzen Meer bis zum Ausstellungsort hinaufreisen: Menschen, Schätze & Kulturen – ergänzt durch politisch-militärische Splitter und die Donau als Lebensraum für Tiere— prägen den Fluss und dieser wiederum ihre Geschicke. Doch lassen wir die Donau selbst diese Geschichte erzählen.
1. Juli 2020
Larry Poons, Nixe's Mate, 1961, Acryl auf Leinwand, 178x 285 x 4 cm (Leihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung seit 1996, Photo: mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien © Bildrecht, Wien2020)

Wien | mumok: Misfitting Together. Serielle Formationen der Pop Art, Minimal Art und Conceptual Art Andy Warhols serielles Denken kontextualisiert

Pop Art, Minimal und Conceptual Art aus der Sammlung von Peter und Irene Ludwig unter dem Aspekt des Seriellen erweitert den Blick auf Andy Warhols Werk. Modulare und serielle Ideen nach Mel Bochner in deutscher und amerikanischer Kunst der 1960er und 1970er Jahre.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.