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Franz Sedlacek Chemiker der Phantasie

Franz Sedlacek, Bibliothek, 1926, Öl auf Sperrholz, 60,5 x 75,5 cm (Oberösterreichisches Landesmuseum, Landesgalerie Linz, WV 25)

Franz Sedlacek, Bibliothek, 1926, Öl auf Sperrholz, 60,5 x 75,5 cm (Oberösterreichisches Landesmuseum, Landesgalerie Linz, WV 25)

Franz Sedlaceks Gemälde zählen zu den Höhepunkten der grotesk-phantastischen Kunst Österreichs in der Zwischenkriegszeit. In knapp 20 Jahren entstand ein malerisches Werk, das stilistisch der Neuen Sachlichkeit zugeordnet werden kann, sich jedoch in seiner Figurenauffassung aus der Karikatur und der Groteske speist (→ Neue Sachlichkeit). In den verblauenden Weltlandschaften führte Sedlacek die Tradition der niederländischen Renaissance mit der Malerei der Romantik zusammen. Als studierter Chemiker widmete er sich dem altmeisterlichen Farbauftrag auch mit so manchem Experiment, das die Oberflächen der Bilder spiegelglatt erscheinen lässt, und deren Farbwirkungen das Geheimnisvolle und Unheimliche der Darstellungen noch weiter hervorstreichen.

„Ganz abgesehen von allem Inhaltlichen läßt (sic!) schon die Maltechnik in jedem dieser Bilder unzweideutig die Hand erkennen, die es geschaffen hat. Haarscharf und glatt stehen da die Konturen, kräftig stoßen die Kontraste aufeinander und das ganze Bild weist einen charakteristisch spiegelnden Glanz auf, der die Schärfe nur noch erhöht. Schon die Überschärfe trägt dazu bei, das Unwirkliche dieser Gemälde zu betonen. Sie werden so scharf wie wirkliche Landschaften nie sind.“1

Räume für Geheimnisse

Bereits früh hatte Sedlacek seinen persönlichen Stil gefunden, den er in den 20er und 30er Jahren nur in Nuancen weiterentwickelte: In den ersten Werken ist seine Herkunft von der Grafik noch überdeutlich. Alles ist fest umrissen und mit wenigen Brauntönen modelliert. Mitte der 20er Jahre definieren Lokalfarben die Figuren, wobei die Verwendung von Blau und Braun für die weit in die Tiefe führenden Landschaften obligat ist. In den spätesten Arbeiten tendiert Sedlacek zu einer immer helleren Palette. Die Auseinandersetzung Sedlaceks mit der flämisch-holländischen Kunstgeschichte bleibt evident. Vorbilder wie Joachim Patinier, Joss de Momper, Pieter Bruegel der Ältere aber auch Michael Wuttky sind hier zu nennen, deren Werke der Maler zum Teil im Kunsthistorischen Museum finden konnte.

Wenn die kleinen, oft absurden Szenen nicht an weit in die Tiefe führenden Küsten oder schroffen Hochgebirge spielen, dann dominieren dunkle Zimmer die Raumvorstellungen Sedlaceks. Heftig überzeichnete Protagonisten widmen sich dem Anfertigen von wächsernen Moulagen oder pflegen verlebendigte Pflanzen. Grotesk und fantastisch sind die am meisten gebrauchten Eigenschaftswörter, um Sedlaceks Bildwelt zu beschreiben. Der Maler hat diese Belebung von Bäumen und anderen Pflanzen durchaus bewusst einsetzte, um die latent unheimliche Stimmung seiner Landschaften zu unterstreichen, so Kuratorin Ursula Storch im Katalog. Auch das Licht spielt hierbei eine herausragende Rolle: mal mystisch, mal bedrohlich sind einzelne Partien abgedunkelt oder strahlen hell auf.

Die Lust am Grauen

Franz Sedlacek war 1930 und 1938 an zwei Ausstellungen in den Vereinigten Staaten beteiligt, was seinen nationalen Erfolg und sein konsequentes Arbeiten als Autodidakt und „Freizeitmaler“ verdeutlicht. Ein Artikel im Life Magazine vom 26. April 1937 titelt mit „Viennese Painter Revels in the Grotesque“ und rückt die Kunst von Sedlacek in die Nähe der Gedichte Edgar Alan Poes. Aus Linzer Perspektive darf auch auf Alfred Kubin, dem Altmeister des Unheimlichen in Oberösterreich, nicht vergessen werden. Wie Kubin mit seinem Roman „Die andere Seite“ versuchte sich auch Sedlacek an einem Stück Prosa, das jedoch nur als Fragment erhalten und nicht publiziert ist. Die Querverbindung zur Literatur lässt sich nicht nur auf die Generation der Symbolisten ziehen, sondern ist auch eine zeitgenössische, denn Franz Sedlacek reagierte mit einigen Werken – wie „Beim Moulagenmacher“ (1932) – auf Texte von Gustav Meyrink (1868–1932). Sedlaceks Bilder wurden wiederum vom Schriftsteller rezipiert, als dieser, ausgehend vom Bild „Bibliothek“ (1926, OÖ Landesmuseum, Landesgalerie Linz), die Geschichte von „Dr. Haselmayers weißem Kakadu“ (1928) verfasste.

Sedlacek selbst erklärte sein Faszinosum am Unheimlichen interessanterweise aus einer formalen Experimentierlust:

„Wie wenig gehört dazu, Grauen zu erregen. Maler unheimlicher Wesen bedienen sich denn auch, so phantastisch ihre Geschöpfe oft aussehen mögen, im Grunde einfacher Mittel. Sie verwenden natürliche Organformen und gehen nur insoweit über die Natur hinaus, als sie diese Formen verzerren oder vertauschen, wuchern oder verkümmern lassen.“2

Katastrophale Idyllen als Spiegel der Zwischenkriegszeit

Wie Sedlacek in dem oben angeführten Zitat ausführte, ist die Idylle von einer Katastrophe nur eine kleine Wucherung, eine Verzerrung oder eine Andeutung eines Unglücks entfernt. In den geheimnisvoll beleuchteten Blumenstillleben drückt sich diese Schönheit des Deformierten m.E. am besten aus: Stachelige Schönheiten entziehen sich der gängigen Kategorie des Floralem. In ihnen paart sich Exotik mit Absurdität. Die riesigen Heuschrecken und absonderlichen Reptilien geraten neben den verführerischen Blüten fast ins Hintertreffen. Das Gefährliche ist anziehend. Die Unsicherheit reizt. Bewunderung und Schrecken liegen eng beisammen, so die bildliche Aussage. In der Romantik nannte man dieses Gefühl das Sublime.

Wenn auch, so schlussfolgert Kuratorin Gabriele Spindler in ihrem Katalogbeitrag, Sedlacek sich in seiner Malweise den Alten Meistern verbunden fühlte, so „unterstreichen (diese Brüche) jedoch auf motivischer Ebene durchaus das atmosphärische Stimmungsbild der Zwischenkriegszeit“.3 Wenn in Sedlaceks zeitlosen Phantasielandschaften plötzlich und kraftvoll moderne Automobile ihren Weg bahnen, Züge in Schluchten stürzen, Industrieschlote in den Himmel wachsen, ein Wildschütz auf einem Rad im Hochgebirge unterwegs ist, oder Rückenfiguren mit Trenchcoat und breitkrempigem Hut andachtsvoll - oder doch erschüttert? - vor den Ausblicken stehen, ist die Frage nach der zeitlichen Gebundenheit beantwortet. Dennoch entzog sich Franz Sedlacek sichtlich dem Faszinosum der Metropole, sind es doch meist dörfliche oder kleinbürgerliche Wohngebiete, die er schildert.

Sedlacek im Wien Museum

Die neue Direktorin der Landesgalerie Linz, Gabriele Spindler, kuratierte gemeinsam mit Ursula Storch, Vizedirektorin des Wien Museum, eine Ausstellung zu den manchmal bezaubernden und oftmals gruseligen Bildern des Autodidakten Franz Sedlacek (1891–1945). Die beiden Kuratorinnen haben eine beachtliche Anzahl von Werken zusammenbringen können, die das Werk des aus Oberösterreich stammenden Chemikers gut repräsentiert. Dennoch vergisst Gabriele Spindler in ihrem Katalogbeitrag nicht darauf zu verweisen, dass Sedlacek „eine ideologische Nähe zum Nationalsozialismus“ (S. 16) gehabt haben dürfte. Sein gesamtes familiäres und privates Umfeld war deutschnational und antisemitisch geprägt. Dieser Aspekt in Sedlaceks Lebensführung bleibt bedauerlicherweise auch weiterhin im Dunkeln, da persönliche Dokumente fehlen, mit denen schlüssig argumentiert werden könnte. Die überzeichneten Gesichter dürften jedoch auf zeitgenössische Karikaturen der „Judennase“ basieren.

Die monografische Ausstellung im Wien Museum konzentriert sich ganz auf die Gemälde Sedlaceks. Auf stilistische Parallelen zum Secessionskollegen und Freund Herbert von Reyl-Hanisch (1898–1937) wird im Katalog hingewiesen, in der Schau werden sie nicht thematisiert. Auch die im Text erwähnte aktive Beschäftigung mit szenischen Parodien, humoristischem Gesang und Theater im Freundeskreis, die in parodistischen Kurzfilmen (in Privatbesitzt in Fragmenten erhalten), in grotesk-skurrilen Gedichten sowie Lautenliedern und einem Romanfragment zugänglich sind, werden nicht präsentiert. Wenn Sedlacek diese Werke auch nicht als seine gültigen Kunstwerke erachtet hat, so wären sie vielleicht für ein allgemeines Verständnis seiner Vorlieben interessant. Welche Bedeutung der Maler und Kustos für Chemie am Technischen Museum seinen Gemälden beimaß, offenbart ein Blick auf seine Praxis, jedes davon von einem professionellen Fotografen ablichten zu lassen, bevor er sie veräußerte. Das Wien Museum besitzt eines dieser Fotoalben, das die Abzüge penibel eingeklebt und beschriftet versammelt.

Die vielen Gemälde sind in der Ausstellung in sieben Kapitel unterteilt, welche dennoch nicht vergessen lassen, dass die Landschaft bei allen Themen eine tragende, weil Stimmung erzeugende Wirkung hat: Auf „Romantische Landschaften“ folgen „Groteske und magische Welten“, „Blumenstillleben“ mit genauso skurrilen Blüten wie ins Monströse angewachsenen Insekten, „Christliche Motive“ in Weltlandschaften. „Natur und Technik“ sowie „Winterbilder“ – die berühmten Bergkuppen mit unzähligen Schifahrern darauf – sind aktueller Technologie und zeitgenössischem Freizeitverhalten gewidmet. „Genreszenen“ mit kaum deutbaren und im Geheimen sich abspielenden Aktionen schließen den für Blickachsen offenen Rundgang ab.

Bildgrafie von Franz Sedlacek (1891–1945)

Am 21. Jänner 1891 in Breslau/Wroclaw als Sohn des aus Ried im Innkreis stammenden Ingenieurs Julius Sedlacek und seiner Frau Klara geboren und auf den Namen Franz August Moritz Georg Sedlacek getauft. Der Vater hatte 1888 eine Fabrik für Kältemaschinen gebaut.4
1894 Übersiedlung der Familie nach Nürnberg.
1897 Übersiedlung der Familie nach Linz, wo er die Schule bis 1909 besucht.
Ab Herbst 1910–1911 Studium an der k. k. Technischen Hochschule Abteilung Hochbau/Architektur in Wien, obwohl er am liebsten Maler geworden wäre.
Im Frühjahr 1911 entdeckt er sein Interesse für Chemie und wechselt seine Fachrichtung.
1911–1919/1921 Studium der Technischen Chemie, das durch seinen Einsatz im Ersten Weltkrieg unterbrochen wird und Sedlacek mit einer Dissertation abschließt.
1912 Erste Ausstellungsbeteiligung in der Weihnachtsausstellung des OÖ Kunstvereins.
Im Sommer 1913 Gründung der „Linzer Künstlervereinigung MAERZ“ (ab 1921: OÖ Künstlerbund), wo v.a. junge Künstler gefördert werden sollten, gemeinsam mit Klemens und Franz Brosch, Anton Lutz, Hans Pollack und Heinz Bitzan, als Künstler ist Franz Sedlacek Autodidakt
1914 Erste Veröffentlichung einer Federzeichnung im Münchner Satireblatt Simplicissimus: Eine vom Jugendstil deutlich beeinflusste Umrisslinienzeichnung mit dem humoristischen Inhalt „Die Eroberung des Schlaraffenlandes“
1914–1918 Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg in Galizien und an der Isonzofront. Sedlacek wird als dienstbefließen, tapfer und beschrieben
1920 Erste Teilnahme an einer Gruppenausstellung in der Wiener Secession
Ab 1921 Arbeitet als Chemiker am Technischen Museum für Industrie und Gewerbe (heute: Technisches Museum) und malt in seiner Freizeit.
1923 Heirat mit der Sekretärin Maria Albrecht. Der Ehe entspringen zwei Töchter Gertrud (* 1925) und Elisabeth (* 1928)
1925 Entwurf für die Einladungskarte für die Ausstellung „Hietzinger Maler“ bringt ihm viele Kontakte. Lernt Oskar Laske, Stefan Hlawa, Leopold Bauer, Richard Teschner kennen.
1927 Wahl zum Ordentlichen Mitglied der Secession
1928 Begegnung mit Herbert Reyl-Hanisch, mit dem er sich anfreundet und der 1930 ein Porträt von Sedlaceks Frau Maria malt.
1929 Teilnahme an der Weltausstellung in Barcelona, wo er die Goldmedaille für Malerei gewinnt. Teilnahme an der Ausstellung „Neuromantik und neue Sachlichkeit in Oberösterreich“ im Oberösterreichischen Landesmuseum in Linz gemeinsam mit Herbert Ploberger und Paul Ikrath
1930 Teilnahme an der Ausstellung zeitgenössischer österreichischer Kunst im Museum of Modern Art in New York. 1930er Jahre Franz Sedlacek genoss eine hohe Reputation, die auch nach dem Anschluss ungebrochen war.
1933, 1935 und 1937 Verleihung des Österreichischen Staatspreises für Malerei
1938 Auflösung der Wiener Secession nach dem Anschluss; Sedlacek wurde Mitglied im Wiener Künstlerhaus. Er beantragte ab 1. 5. Mitgliedschaft in der NSDAP; die rückwirkende Aufnahme für das Jahr 1938 datiert vom 10.4.1941; Teilnahme an der „International Exhibition of Paintings“ (13.10.-4.12.) in Pittsburgh
1939 Teilnahme an der Ausstellung „Berge und Menschen der Ostmark“ und Verleihung des Preises der Gaustadt Wien. Im Herbst zum Kriegsdienst eingezogen.
1941–1945 Im Zweiten Weltkrieg dient Sedlacek als Oberleutnant und später Hauptmann der deutschen Wehrmacht und kämpfte in Stalingrad, Norwegen und Polen. Versuche der Direktion des Technischen Museum im Jahr 1944, ihn vom Wehrdienst zu beurlauben, blieben erfolglos. Er gilt seit Jänner 1945 an der Ostfront bei Thorn (heute: Toruń) als vermisst. 1965 wird er für tot erklärt.

Franz Sedlacek: Bilder

  • Franz Sedlacek, Winterlandschaft, 1923, Öl auf Karton, 30 x 50 cm (Privatbesitz, WV 15)
  • Franz Sedlacek, Winterlandschaft, 1925 (Österreichische Nationalbank)
  • Franz Sedlacek, Bibliothek, 1926, Öl auf Sperrholz, 60,5 x 75,5 cm (Oberösterreichisches Landesmuseum, Landesgalerie Linz, WV 25)
  • Franz Sedlacek, Übungswiese, 1926, Öl auf Sperrholz, 26,5 x 23,3 cm (Lentos Kunstmuseum, Linz, WV 28)
  • Franz Sedlacek, Winterlandschaft, 1931, Öl auf Holz, 64 x 81,5 cm (Wien Museum, WV 66)
  • Franz Sedlacek, Lied in der Dämmerung (2. Fassung), 1931, Öl auf Sperrholz, 60,2 x 80,4 cm (Österreichische Nationalbank, Wien, WV 71)
  • Franz Sedlacek, Beim Moulagenmacher, 1932, Öl auf Sperrholz, 72 x 60 cm (Privatsammlung, WV 77)
  • Franz Sedlacek, Der Chemiker, 1932, Öl auf Sperrholz, 82,5 x 63 cm (Wien Museum, WV 79)
  • Franz Sedlacek, Blumenstück, 1933, Öl auf Holz, 47 x 37 cm (Privatsammlung, Deutschland, WV 85)
  • Franz Sedlacek, Rast auf der Flucht nach Ägypten, 1934, Öl auf Sperrholz, 62 x 55 cm (Oberösterreichisches Landesmuseum, Landesgalerie Linz, WV 96)
  • Franz Sedlacek, Gewitterlandschaft, 1936, Öl auf Sperrholz, 50 x 39,8 cm (Nordico Stadtmuseum Linz, WV 111)
  • Franz Sedlacek, Abendlied, 1938, Öl auf Sperrholz, 60,5 x 45 cm (Privatsammlung, WV 121)

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  1. Otto Fritz Beer in: Sonntagsbeilage der Wiener Zeitung, 16.1.1938, zit. nach Klaus Schröder: Neue Sachlichkeit Österreich 1918–1938 (Ausst.-Kat. Kunstforum Bank Austria 1.4.-2.7.1995), S. 257.
  2. Franz Sedlacek: Wiener Maler, in: Die Bühne. Nr. 386, 1934, S. 23, zit. nach: Gabriele Spindler: Chemiker der Phantasie. Zu Leben und Werk des Malers Franz Sedlacek (1891–1945), in: Gabriele Spindler, Ursula Storch (Hg.): Sedlacek. Chemiker der Phantasie (Ausst.-Kat. Wien Museum), Wien 2014, S. 19.
  3. Ebenda, S. 22.
  4. Die Biografie wurde zusammengestellt aus: Gabriele Spindler, Ursula Storch (Hg.): Sedlacek. Chemiker der Phantasie (Ausst.-Kat. Wien Museum), Wien 2014; Klaus Schröder: Neue Sachlichkeit Österreich 1918–1938 (Ausst.-Kat. Kunstforum Bank Austria 1.4.-2.7.1995), S. 257-260.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.