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London | Royal Academy of Arts: Ausstellungen 2020 Welche Ausstellungen zeigt die Royal Academy of Arts 2020?

Marina Abramovic, 2019

Marina Abramovic, 2019

Die Royal Academy of Arts in London hat ihre Ausstellungen für das Jahr 2020 bekanntgegeben: Den Beginn macht die großangelegte Schau zu Pablo Picassos Umgang mit Papier, gefolgt von einem Überblick zum Werk des belgischen Symbolisten Léon Spilliaert und dem London-Gastspiel der Sammlung Ordrupgaard.

Aufgrund des Corona-Ausbruchs musste auch die Royal Academy of Arts ihr Programm ändern. Die für den Sommer geplanten Ausstellungen zu einem ihrer Gründungsmitglieder, Angelika Kauffmann, aber auch die Ausstellung zu den Fels- und Steinbruch-Bildern Paul Cézannes mussten abgesagt werden. Die Herbst-Personale von Marina Abramović, die ihren Körper in Skulpturen verwandelt und sich mit einer Million Volt unter Strom setzen lässt, um mit dem gebündelten Strahl der Entladung eine Kerze „auszublasen“, wird auf Herbst 2021 verschoben. Mitte November eröffnet aber Tracey Emins Auseinandersetzung mit Edvard Munch. Die Personale der neuseeländischen Malerin Rita Angus wird ebenfalls 2021 zu sehen sein.

Ausstellungen der Royal Academy 2020

Picasso auf Papier (25.1.—13.4.2020)

London | Royal Academy of Arts: Picasso und Papier

Pablo Picassos langjährige Beschäftigung mit Papier ist Gegenstand der wegweisenden Ausstellung Picasso and Paper. Mit fast 300 Werken aus der gesamten Karriere des Künstlers bietet „Picasso auf Papier“ neue Einblicke in den kreativen Geist und die Arbeitsweise von Picasso.

Nirgendwo ist Picassos Erfindungsreichtum so deutlich zu spüren wie in seinen Arbeiten auf und mit Papier. Er zeichnete ununterbrochen mit vielen verschiedenen Medien – einschließlich Aquarell, Pastell und Gouache – auf einer breiten Palette von Papiersorten. Er stellte Collagen aus geschnittenen und geklebten Papieren zusammen. Picasso schuf Skulpturen aus zerrissenem und verbranntem Papier. Er produzierte sowohl dokumentarische Fotografien als auch manipulierte Fotografien auf Papier; und verbrachte Jahrzehnte damit, mit einer Vielzahl von Drucktechniken auf Papierträgern zu experimentieren.

Léon Spilliaert. Licht und Einsamkeit (23.2.–25.5.2020) → verlängert bis 20.9.2020

Der belgische Symbolist Léon Spilliaert (1881–1946) setzt in seinen Gemälden beunruhigende Einsamkeit und unendliche Perspektiven in Szene (→ Symbolismus). Zwischen metaphysischer Hinterfragung und flämischer Kultur sorgt er mit nicht klassifizierbaren Werken für Verwirrung. Er erfand eine Symbolik der inneren Dunkelheit, welche die belgische Kunst nachhaltig prägen sollte.

Léon Spilliaert fand Inspiration an den Bildwerken von Odilon Redon oder James Ensor, aber auch Texten von Emile Verhaeren und Maurice Maeterlinck. Obwohl er vom Symbolismus der Jahrhundertwende beeinflusst war, geht sein Werk darüber hinaus. Spilliaerts halluzinierende Gesichter flirten mit dem Expressionismus, die schlichten Landschaften erscheinen als Vorboten des Minimalismus.

„Léon Spilliaert. Licht und Einsamkeit“ ist die erste Ausstellung in Frankreich seit etwa 40 Jahren. Sie konzentriert sich auf die intensivste Schaffensperiode von Spilliaert zwischen 1896 und 1919 und präsentieren seine radikalsten Werke.

Kuratiert von Leïla Jarbouai, Konservatorin für graphische Kunst im Musée d'Orsay, Anne Adriaens-Pannier, Dozentin, Königliche Museen der Schönen Kunste von Belgien – Brüssel.

Gauguin und die Impressionisten. Meisterwerke aus der Ordrupgaard Collection (29.3.–14.6.2020) → bis 18.10.2020

Die dänische Ordrupgaard Sammlung ist nach ihrem Auftritt in Hamburg in London zu Gast! Viele der 60 ausgestellten Werke von Edouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir, Camille Pisarro, Berthe Morisot und Edgar Degas werden zum ersten Mal in Großbritannien ausgestellt. Doch nicht nur die berühmten Maler des Impressionismus kommen zu Wort, sondern auch deren Vorläufer und Nachfolger. Auf Basis von Werken von Camille Corot und Gustave Courbet, den Malern der Schule von Barbizon wie Dupre und Daubigny erarbeiteten Monet und seine Freunde den impressionistischen Malstil. Abgelöst von der Spitze der Avantgarde wurden sie durch die Postimpressionisten wie Paul Gauguin, der aufgrund seiner dänischen Ehefrau in der Sammlung Ordrupgaard besonders reich vertreten ist.

Summer Exhibition 2020 (9.6.—16.8.2020) → Herbst 2020

Die Sommerausstellung der Royal Academy of Arts in London wird bereits seit 1769 ohne Unterbrechung ausgerichtet - so auch 2020. Die weltgrößte Kunstausstellung steht jeder und jedem offen. Eine Jury wählt aus den eingereichten Werken - Druckgrafik, Malerei, Film und Fotografie, Skulptur, Architektur usw. Es dürfte auch im Sommer 2020 für jeden Geschmack etwas dabei sein. Man wird Arbeiten von führenden Künstlern, Mitgliedern der Royal Academy und bekannte Namen aber auch junge und aufstrebende Talente entdecken können.

Angelika Kauffman (28.6.—20.9.2020) → abgesagt

Im 18. Jahrhundert war Angelika Kauffmann (1741–1807) eine sehr erfolgreiche Künstlerin und setzte sich im männerdominierten Feld durch. Die großangelegte Retrospektive zeigt ihren Werdegang vom Wunderkind zur gesuchten Malerin in Großbritannien auf. Angelika Kauffmann war ein Gründungsmitglied der Royal Academy in London.

Die 1741 in der Schwez geborene Malerin wurde rasch als Wunderkind erkannt, bevor sie noch ihre erste Ausbildung in Italien antrat. Als sie 1766 in London ankam, blickte Kauffmann bereits auf eine lange Karriere als Historienmalerin und Porträtistin zurück. 1782 zog sie weiter nach Rom, wo ihr Atelier zum Zentrum der Kunstszene avancierte.

Angelika Kauffmanns Karriere war höchst ungewöhnlich. Die hochgeschätzte Porträtistin sah sich selbst als zuvorderst als Historienmalerin. Ihre Auftraggeber lebten in ganz Großbritannien und auf dem Kontinent und schloss die berühmte Kunstsammlerin Zarin Katharina II. von Russland, Joseph II. von Österreich, Maria Karoline von Neapel, Stanislaus II. Poniatowski von Polen oder Ludwig I. von Bayern mit ein. Die Ausstellung wird sich auf das Hauptwerk der Künstlerin konzentrieren und ihre Lebenslinien nachzeichnen (gemeinsam organisiert mit dem Kunstpalast, Düsseldorf, wo das Angelika Kauffmann Research Projekt angesiedelt ist: hier. Die Düsseldorfer Ausstellung findet vom 30.1. bis 24.5.2020 statt: Düsseldorf | Museum Kunstpalast: Angelika Kauffmann).
The Jillian and Arthur M. Sackler Wing of Galleries

Cézanne: Die Fels- und Steinbruch Bilder (12.7.—18.10.2020) → abgesagt

Mit ihren leuchtenden Farben und schroffen Formen gehören Paul Cézannes Gemälde von Felslandschaften zu den außergewöhnlichsten seiner Karriere. Die Royal Academy zeigt die erste Ausstellung, die sich mit diesem Werkblock befasst.
Um 1869 sagte Paul Cézanne zu seinem jungen Freund, dem Dichter Joachim Gasquet:

„Um eine Landschaft gut zu malen, muss ich zuerst ihre geologischen Grundlagen entdecken.“

Cézanne war von Gebieten in Frankreich angezogen, die für ihr felsiges Terrain bekannt sind, vom alten Wald von Fontainebleau bis zum goldenen Stein und der schimmernden Hitze des verlassenen Bibémus-Steinbruchs in der Provence.

Basierend auf neuen Forschungsergebnissen bringt diese fokussierte Ausstellung Gemälde zusammen, bei denen Felsen das zentrale Motiv sind, von denen einige zuvor noch nie zusammen ausgestellt wurden. Dabei steht die robuste Präsenz der Felsen in den Ölgemälden in starkem Kontrast zu den ätherischen, fast abstrakten Formen in den Aquarellen.

Marina Abramović. 50 years of pioneering performance art (26.9.—8.12.2020) → verschoben auf Herbst 2021

London | Royal Academy of Arts: Marina Abramović

Marina Abramović ist 2020 in die Royal Academy, London, für eine Einzelausstellung eingeladen – und arbeitet schon seit 2018 mit der spanischen Firma Factum Arte für dieses Ereignis zusammen. In früheren Gesprächen gab die Künstlerin bekannt, dass Elektrizität, Glastränen und ihr eigenes Blut große Rollen spielen werden.

Zu den angekündigten Kunstwerken gehört ein gläserner Brunnen der Künstlerin, der mit ihrem Blut gefüllt sein wird. Der rote Körpersaft soll ihr aus allen Körperöffnungen strömen – Nase, Mund, Augen, Brüsten, Fingerspitzen. Ein anderes Werk besteht aus einem Tisch, der mit 10.000 Glastränen bedeckt ist sowie einer Statue der Künstlerin, die sich selbst isst.

Zu den aufsehenerregendsten Kunstwerken wird eine Performance zählen, für die sich Marina Abramović unter Strom stellen lässt. Die Künstlerin soll dann nur durch das Hinzeigen eine Kerze auslöschen können. Wenn mehr als eine Million Volt durch den Körper jagen, kann man es, richtig gemacht, durch die Finger wieder austreten lassen. Die Spannungsentladung könnte eine Kerze in ein Meter Entfernung zum Erlöschen bringen. Wenn das Experiment schiefläuft, dürfte es die Künstlerin allerdings nicht überleben.

Rita Angus: New Zealand Modernist (18.10.2020—24.1.2021) → verschoben auf 2021

Rita Angus ist eine der bedeutendsten neuseeländischen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Fünfzig Jahre nach ihrem Tod wird die Ausstellung in London die allererste sein, die ihre wegweisende Vision über die Küsten ihres Heimatlandes hinausträgt.

In ihrer Heimat Neuseeland ist Rita Angus (1908-1970) eine Ikone. Ihre Gemälde, die Generationen von Künstlern und Bewunderern gleichermaßen inspirierten, lösten sich von der traditionellen Kunst der Zeit, die auf der europäischen Tradition basierte und von einer nostalgischen Sicht auf Großbritannien dominiert wurde. Stattdessen entwickelte Angus einen neuen Stil - mit starken Konturen und flachen, unmodulierten Farben -, der die natürliche Schönheit und den unabhängigen Geist Neuseelands symbolisiert.

Mit über 70 Porträts, Landschaften und Stillleben zeichnet diese überfällige Retrospektive die bemerkenswerte Karriere einer äußerst unabhängigen Frau nach, die wie viele ihrer Zeitgenossen auf der ganzen Welt - unter anderem Frida Kahlo, Alice Neel und Emily Carr - die künstlerische Landschaft ihres Landes für immer verändert hat.

Tracey Emin / Edvard Munch. The Loneliness of the Soul (15.11.2020—28.2.2021)

Tracey Emin ist seit über 25 Jahren eine wichtige Figur in der zeitgenössischen Kunst. Edvard Munch war Pionier eines radikal neuen Stils, der als Expressionismus bekannt ist. Diese Ausstellung aus dem Munch Museum in Oslo zeigt Tracey Emins langjährige Faszination für Edvard Munch.

Tracey Emin interessierte sich schon in jungen Jahren für Munch: „Ich habe mich seit meinem achtzehnten Lebensjahr in diesen Mann verliebt.“ Während ihrer Karriere war Emin von Munchs Symbolismus und Expressionismus angezogen und teilte seine Sorge, die Komplexität der menschlichen Psyche zu erforschen.

Bereits 1998 bezog sich Emin in Titel und Drehort der Filmarbeit HOMAGE TO EDVARD MUNCH AND ALL MY DEAD CHILDREN auf Munch. Der Film beginnt mit einer nackten Emin, die sich in einer fötalen Position auf einem hölzernen Steg am Rande des Oslofjords in Asgardstrand zusammenrollt. Dort hatte Munch mehrere bekannte Werke gemalt, dort wurde die Künstlerin Tracey Emin geboren. Die Ausstellung der Royal Academy of Arts wird aufzeigen, wie Munch für Tracey Emin eine ständige Inspiration war und noch immer ist.

Quelle: Royal Academy of Arts, London.

Aktuelle Ausstellungen in Großbritannien

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Banksy: Game Changer feiert Pflegepersonal Britischer Graffiti-Künstler schenkt NHS neues Bild

Banksy hat am 6. Mai 2020 ein neues Werk - "Game Changer" - beim General Hospital in Southampton hinterlassen: Hier findst das das Bild, eine Beschreibung und seine Bedeutung.
12. März 2020
Tizian, Raub der Europa, Detail, 1562, Öl/Lw, 178 x 205 cm (© Isabella Stewart Gardner Museum, Boston)

Tizian: Poesie Venedigs Renaissancemeister interpretiert Ovid: Liebe, Verlangen und Tod

Tizians späte "Poesie" werden in London wieder zusammengeführt: Hauptwerke der venezianischen Renaissance voller Liebe, Verlangen, Tod für Philipp II. von Spanien - in der National Gallery of Art im Frühjahr 2020.
3. März 2020
Aubrey Beardsley, The Climax, Detail, Illustration in Oscar Wildes Salome, 1893, Liniendruck auf Papier (Stephen Calloway Photo: © Tate)

London | Tate Britain: Aubrey Beardsley Grafik-Wunderkind des Symbolismus

Aubrey Beardsley (1872–1898) zählte in den 1890er Jahren zu den berühmtesten Illustratoren Englands. Sein Tod im Alter von nur 25 Jahren beendete die kurze, aber erstaunliche Karriere Beardsleys. Mit 200 spektakulären Werken ist dies die größte Ausstellung seiner Originalzeichnungen seit über 50 Jahren und die erste Ausstellung seiner Arbeiten in der Tate seit 1923.