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Wien | Albertina: Roy Lichtenstein Zum 100. Geburtstag | 2024

Roy Lichtenstein, Hopeless, Detail, 1963. Acryl auf Leinwand, 177,8 x 152,4 cm (© Estate of Roy Lichtenstein & VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler, Courtesy: Kunstmuseum Basel, Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung)

Roy Lichtenstein, Hopeless, Detail, 1963. Acryl auf Leinwand, 177,8 x 152,4 cm (© Estate of Roy Lichtenstein & VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler, Courtesy: Kunstmuseum Basel, Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung)

Im Frühjahr 2024 zeigt die Albertina das Werk von Roy Lichtenstein, einem der einflussreichsten Pioniere der Kunst des 20. Jahrhunderts - anlässlich der Wiederkehr seines 100. Geburtstages. Der am 27. Oktober 1923 geborene New Yorker Künstler zählt zu den berühmtesten Protagonisten der Pop Art. Anfang der 1960er Jahre gelang ihm der Durchbruch mit dem Gemälde „Look Mickey“, dessen Malstil an den gedruckten Comics jener Zeit angelehnt ist. Obschon Lichtenstein für die Arbeit mit sog. Ben-Day-Punkten und seiner Auseinandersetzung mit der amerikanischen Bildkultur bekannt ist, schuf er auch Kunst über Kunst: So vergrößerte Roy Lichtenstein Pinselstriche, übertrug Monets Seerosen in Punkte, Picassos Frauenporträts sowie van Goghs Schlafzimmer in Arles in vereinfachte Kompositionen, die fast an Illustrationen erinnern.

Roy Lichtenstein in der Albertina 2024

Die Albertina stellt die wichtigsten Etappen von Lichtensteins abwechslungsreichem Werk von den frühen 1960er Jahren bis zum Spätwerk vor: von den berühmten Ikonen der Pop Art der 1960er Jahre, den stereotypisierten Blondinen und klischeehaften Kriegshelden. Lichtenstein eignete sich Mickey-Mouse-, Liebes- und Kriegscomics sowie beliebter Werbesujets an und stellte sie ironisiert dar. Damit begegnet er den Konstruktionen von Weiblichkeit und Männlichkeit der Konsumgüterindustrie der Nachkriegszeit und den ersten Protesten der amerikanischen Frauen-, Antivietnam- und Antinuklearbewegung.

Weitere Kapitel erzählen über Lichtensteins Kunst nach der Kunst von Picasso, über Monet bis zu den Surrealist:innen; seine Reinszenierung des Stilllebens; seine futuristisch anmutenden Wandmalereien, Emaille- und Rowlux-Gemälden bis hin zu den selbstreferenziellen Spiegel-Serien, Interieurs und Landschaften sowie den aus Ben-Day-Punkten konstruierten, monumentalen „Pinselstrichen“, mit denen Lichtenstein dem subjektiven künstlerischen Ausdruck der Abstrakten Expressionisten eine Absage erteilt.

Lichtensteins Bilder beziehen sich fast immer auf Bilder, zeigen eine Wirklichkeit zweiten Grades, wobei sie sich gleichermaßen der „High“ & „Low Art“ bedienen. Seine Cartoon-Ästhetik und Imitation von industriellen Drucktechniken werden ebenso einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden wie sein bisher weniger bekanntes skulpturales Werk, eine Kunst, von der Lichtenstein behauptete, dass sie nichts mit ihm zu tun habe.

Hauptwerke aus europäischen und US-amerikanischen Museen wie dem New Yorker MoMA und Whitney Museum, der Yale University Art Gallery, dem Museum Ludwig, dem Louisiana Museum, dem Moderna Museet oder dem Museo Thyssen-Bornemisza sowie aus internationalen Privatsammlungen werden in Wien erwartet.
Quelle: Albertina

Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.