Roy Lichtenstein

Wer war Roxy Lichtenstein?

Roy Lichtenstein (New York 27.10.1923–20.9.1997) war ein US-amerikanischer Maler, Objektkünstler und Grafiker der Pop Art. Stereotype Schönheiten aus Comics, stilllebenartige Arrangements von Golfbällen, Uhren, Badezimmereinrichtungen und anderen Waren aus der Werbung gehören zu den wichtigsten Motiven des New Yorker Künstlers während der „Swinging Sitxies“.

Kindheit und Schulbildung

Roy Fox Lichtenstein wurde am 27. Oktober 1923 als Sohn von Milton Lichtenstein (1893–1946) und seiner Ehefrau Beatrice (geb. Werner, 1896–1991) in Manhattan, New York, geboren. Seine Schwester Renee kam 1927 zur Welt.

Bereits in der Schule zeigte Roy Lichtenstein großes Interesse am Zeichnen und an den Naturwissenschaften. Er verbrachte viel Zeit damit, Flugzeugmodelle zu entwerfen. Roy Lichtenstein besuchte häufig das Museum of Natural History und das Planetarium. Zu seinen Lieblingssendungen im Radio gehörten „Flash Gordon“ und „Mandrake the Magician“. Als er 1936 die achte Klasse der Franklin School for Boys, einer privaten Schule an der Upper Westside von Manhattan, besuchte, belegte er Kurse in Naturwissenschaften, Latein, Französisch und der Mendelschen Vererbungslehre. Später erinnerte sich Lichtenstein, dass an der Schule keine Kunstkurse angeboten wurden.

Im Jahr 1937 schrieb sich Roy Lichtenstein an der New York School of Fine and Applied Art für einen Aquarellkurs ein, der immer Samstag vormittags stattfand. Dort malte Lichtenstein Stillleben und Blumensträuße, außerdem konnte er nach einem lebenden Modell arbeiten. Neben seinem Interesse für Kunst spielte er Klarinette und Jazzflöte, ging in Jazzclubs. Mit „The Men, the Movements, the Meaning“ (New York 1934) von Thomas Craven kaufte sich Roy Lichtenstein sein erstes Kunstbuch. Darin fand er u.a. eine Abbildung von Pablo Picassos „Mädchen vor einem Spiegel“ von 1932.

1939 besuchte Roy Lichtenstein zusammen mit seiner Schwester und seiner Mutter eine Ausstellung im Museum of Modern Art, in der für Spenden für spanische Flüchtlinge geworben wurde: Es war Picassos Monumentalgemälde „Guernica“ von 1937 ausgestellt (→ Picasso: Guernica). Noch im selben Jahr besuchte Roy Lichtenstein die Weltausstellung in Flushing Meadows im Stadtteil Quens, die unter dem Motto „Building the World of Tomorrow“ stand.

Ausbildung

Nachdem Roy Lichtenstein im Juni 1940 seinen Abschluss an der Franklin School for Boys gemacht hatte, besuchte er im Sommer einen Malkurs von Reginald Marsh an der Art Students League in New York. Auch wenn der Kurs zum größten Teil von einem Assistenten geleitet wurde, lernte Roy Lichtenstein doch nach einem lebenden Modell zu malen, er machte anatomische Zeichnungen und studierte Renaissance-Techniken wie das Lasieren und die Untermalung, wobei er die traditionsreichen Maltechniken auf Motive des modernen Lebens anwandte. Er wandte sich bewusst gegen die Kunst seines Lehrers, die er als „von sehr ordinärer, kommerzieller Qualität“ beschrieb. Da im Kurs den Fokus auf das Erlernen von Maltechniken gelegt wurde, und – nach Vorstellung Lichtensteins der Schaffensprozess zu kurz kam – war der angehende Kunststudent höchst unzufrieden.

Im September 1940 begann Roy Lichtenstein an der Ohio State University ein Studium im College of Education. Die Ausbildung zum Kunstlehrer hatten die Eltern für Lichtenstein gewählt, da sie von ihrem Sohn einen Hochschulabschluss erwarteten. Lichtensteins Werke aus dieser Zeit sind abstrakte Gemälde, die auf Landschaften, Stillleben und Figurenstudien beruhten.

1941 besuchte Roy Lichtenstein an der Ohio State University einen ersten Zeichenkurs bei Hoyt L. Sherman und erlernte kinästhetisches Zeichnen, das auf psychologischer Optik basiert. Er erzählte Freunden, dass die für ihn wichtigsten Kunstwerke Picassos „Guernica“ und Honoré Daumiers Ölgemälde „Ein Waggon der dritten Klasse“ (um 1863–1865, Metropolitain Museum of Art) sowie der Teppich von Bayeux gehörten. Anfang des Jahres 1943 malte Lichtenstein das „Porträt eines Mannes“, das an Picassos „Bildnis Gertrude Stein“ von 1906 erinnert.

Kriegsdienst und Auseinandersetzung mit der europäischen Kunstgeschichte

Im Februar 1943 wurde Roy Lichtenstein zur U.S. Army eingezogen. Zu seinen künstlerischen Arbeiten aus dieser Zeit gehören Bilder mit schwarzer Aquarellfarbe und Kohle von der wilden Landschaft der Mississippisümpfe. Einer seiner Kriegskameraden nannte die dunklen Flächen „düstere Schatten“. 1944 wurde Lichtensteins Division nach England verschifft. Dort sah er Ausstellungen von Paul Cézanne und Henri de Toulouse-Lautrec. Lichtenstein kaufte sich ein Buch über chinesische Malerei, das er zusammen mit einer Sammlung von afrikanischen Masken in seinem Kleidersack nach Hause schickte. Wenn er mit Contékreide, schwarzer Tinte und Lavierungen zeichnete, hielt er Londoner Parks und ihre Bäume fest. 1945 erreichte er Frankreich, danach Belgien und Deutschland. Roy Lichtenstein diente in der 69. Division der 1. Armee und baute Straßen und Brücken. Daneben zeichnete er sehr viel.

Bei einem Fronturlaub in Paris kaufte er drei Mappen mit Reproduktionen von Kupferstichen Rembrandt van Rijns. Lichtenstein besuchte den Louvre und machte in seinen Briefen an die Familie Bemerkungen zu El Grecos „Christus am Kreuz mit zwei Stiftern“ (um 1590), Paul Cézannes „Kartenspieler“ (1890–1892) und Daumiers „Wäscherin“ (1863). Im Buchladen des Louvre erwarb Lichtenstein ein Buch über das Werk von Georges Rouault. In einem Brief an die Familie schrieb er über seine Bewunderung für Picasso, Rouault und Henri Matisse. Zudem kaufte er sich Bücher über Francisco de Goyas Stiche und Georges Seurats Gemälde, auch wenn er in den Briefen gleichzeitig schrieb, er würde nichts von Seurat halten (→ Georges Seurat, Erfinder des Pointillismus). Gegen Ende des Kriegs nahm Roy Lichtenstein Geschichts- und Französischunterricht an der Cité universitaire de Paris. Im Zuge von Ausflügen zu Kunstdenkmälern, organisiert von der Universität, besuchte er die Kathedrale von Chartres. In dieser Zeit spielte Roy Lichtenstein mit dem Gedanken bei Fernand Léger Unterricht zu nehmen. Er kam auch am Atelier Picassos in der Rue des Grands-Augustins vorbei. Allerdings entschloss er sich, nicht nach dem berühmten Maler zu fragen. Nachdem Roy Lichtenstein wieder in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt war, wurde er 1946 aus dem Wehrdienst entlassen.

Lehre und frühes Werk

Roy Lichtenstein kehrte an die Ohio State University zurück und machte dort seinen Abschluss als Bachelor of Fine Arts. Daraufhin wurde er eingeladen, als Lehrer an der School of Fine and Applied Art zu bleiben. In diesen Jahren schuf Lichtenstein Skulpturen aus Hydrocal (gießbarer Mörtel, der Stein ähnelt). Die Figuren erinnern an Pablo Picasso und wirken gleichzeitig präkolumbianisch. Gleichzeitig war der Künstler an der Graduate School of Fine and Applied Arts eingeschrieben.

Lichtenstein reiste öfter nach New York, wo er Galerien besuchte. Besonders die Charles Egan Gallery und die Betty Parsons Gallery in der 57th Street. Zudem besuchte er die Cedar Bar in der Tenth Street. Später erinnerte er sich, dass Willem de Kooning, Jackson Pollock, Herman Cherry und weitere New Yorker Künstler an die Ohio State University gekommen sind, um Vorträge zu halten. Lichtensteins eigene Gemälde zeigen in den späten 1940er Jahren knollenartige Figuren mit belebten Zügen. Er schuf Keramiken, deren Details Joan Mirós Stil nachempfunden sind. Gleichzeitig arbeitete er auch an Pastellbildern, Ölgemälden und Zeichnungen. Er wählte Musiker und Landschaften als Motive seiner Kunst. Daneben begann er sich mit Märchenmotiven zu beschäftigen, darunter Verweise auf „Die Schöne und das Biest“ und Lewis Carrolls „Alice’s Adventures in Wonderland [Alice im Wunderland]“.

1948 begegnete Roy Lichtenstein in der Ten-Thirty Gallery in Cleveland der Malerin und Galerieassistentin Isabel Wilson (1921–1980), in die er sich verliebte. Im Juni 1949 heiratete das Paar. 1954 wurde Lichtensteins erster Sohn David (9.10.) und 1956 sein zweiter Sohn Mitchell (10.3.) geboren.Seine Zulassungsarbeit für den Master of Fine Arts mit dem Titel „Paintings, Drawings, and Pastels“ begleitete eine Serie von selbst verfassten Gedichten als eine Hommage an „die wunderbaren Magier der Kunst“: Cézanne, Matisse, Picasso, Toulouse-Lautrec, Georges Braque, Paul Gauguin, Vincent van Gogh, Paul Klee, Ma Yuan, Rembrandt van Rijn und Henri Rousseau.

Erste Ausstellungserfolge

Um 1950 bevölkern Riesenkäfer, Blumen und Vögel sowie mittelalterliche Motive Lichtensteins Bilder. Er stellte mehrere Mosaiktische her und wurde mit einer Auswahl seiner Werke bei New Yorker Galeristen vorstellig, darunter M. Knoedler und Sidney Hanis. Sein in diesem Jahr entstandener Holzschnitt „To Battle“ wurde mit Werken von über 200 weiteren Künstlern in der Ausstellung „The Fifth National Print Anual Exhibition“ gezeigt (ausgewählt von einer Jury des Brooklyn Museums, darunter Josef Albers): Seine Druckgrafik wurde neben 19 weiteren vom Brooklyn Museum Purchase Award ausgezeichnet und vom New Yorker Museum angekauft.

Im April 1951 organisierte die Carlebach Gallery in Manhatten Roy Lichtensteins erste Einzelausstellung! Der Künstler präsentierte 20 Ölgemälde bzw. Pastellzeichnungen, fünf Drucke in gedämpften Rosa-, Blau- und Violetttönen und vier Assemblagen aus Holz- und Metallfundstücken. Im Juli des gleichen Jahres wurde sein Vertrag an der Ohio State University nicht verlängert. Aber gegen Ende des Jahres hatte Lichtenstein bereits seine zweite Einzelausstellung in der John Heller Gallery in New York, in der er 16 Gemälde mit Themen aus der Eroberung des amerikanischen Westens und verschiedene Selbstporträts als Ritter zeigte. Hoyt L. Sherman schrieb eine kurze Einführung in einem Heft, das als Katalog erschien.

Im Jahr 1952 zogen Roy Lichtenstein und seine Frau nach Cleveland, wo er in den Art Colony Galleries eine Einzelausstellung mit Gemälden, Zeichnungen und Drucken hatte. Bereits ein Jahr später richtete die John Heller Gallery seine dritte Einzelausstellung aus (26.1.–7.2.1953): Lichtenstein zeigte Gemälde mit Themen aus der amerikanischen Folklore neben solchen mit Maschinenteilen, die auf Konstruktionsblaupausen beruhten. In einigen Arbeiten tauchen bereits Spielsachen auf, obwohl sein ältester Sohn David erst 1954 geboren wurde. Im folgenden Jahr beschäftigte sich Roy Lichtenstein mit an Wände montierten Assemblagen aus bemaltem Holz.
Während der 1950er Jahre verrichtete Roy Lichtenstein verschiedenen Gelegenheitsarbeiten in Cleveland, von denen jede nicht länger als sechs Monate währte: Lichtenstein unterrichtete Zeichnen an der Cooper School für Werbegrafik, entwarf Logos für Hydecker, ein Cateringunternehmen; er arbeitete als Konstruktionszeichner in der Produktions- und Verarbeitungsabteilung des Stahlkonzerns Republic Steel, dekorierte in Teilzeit Schaufenster und Verkaufsetagen für das Kaufhaus Halle Brothers am Shaker Square und zeichnete schwarz-weiße Beschriftungen für die Skalen von Volt- und Amperemessgeräten der Hickok Electrical Instrument Company. In diesen Jahren reiste Roy Lichtenstein häufig nach New York City und besuchte dort gelegentlich auch die Cedar Bar, in der Willem de Kooning, Franz Kline und Jackson Pollock zu den Stammgästen zählten. Allerdings war Lichtenstein zu zurückhalten, um sich ihnen vorzustellen.

Auf seiner vierten Einzelausstellung bei Heller im Jahr 1957 stellte er Gemälde mit Americana-Motiven vor. Die Kommentare der Kritiker waren vernichtend und reichten von „beißende Farben“, „glanzlos gestaltet“ zu „kunstgewerblich“ und „spontan gefühlte Bilder aus der Kinderwelt eines Erwachsenen“. Im September 1957 wurde Roy Lichtenstein als Assistant Professor of Art an der State University of New York in Oswego verpflichtet (1957–1960).

Er begann, den Stil des Abstrakten Expressionismus in seinen Gemälden zu verwenden, um Comicfiguren wie Mickey Mouse, Donald Duck oder Bugs Bunny wiederzugeben (→ Abstrakter Expressionismus | Informel). 1959 stellte die New Yorker Condon Riley Gallery zum ersten Mal abstrakte Gemälde von Lichtenstein in einer Einzelausstellung aus. Die Werke tragen keine Titel und zeigen größtenteils karge Spuren heller Farben auf unbehandeltem Untergrund, einige bestehen auch aus dicken Farbschichten.

Lichtenstein am Douglass College

Roy Lichtenstein erhielt eine Stelle als Assistant Professor of Art im Douglass College am Rutgers, The State University of New Jersey und verließ dafür die State University of New York. Er verlegte seinen Wohnsitz und sein Atelier nach Highland Park in New Jersey. Über Allan Kaprow, der auch zum Lehrerkollegium am Rutgers gehörte, lernte Lichtenstein die Künstler Claes Oldenburg, Lucas Samaras, George Segal und Robert Whitman kennen. Robert Watts; ebenfalls Lehrer am Institut, traf er mit George Brecht, Geoffrey Hendricks, Allison und Dick Higgins sowie George Maciunas zusammen. Alle diese Künstler gehörten später der Fluxus-Bewegung an. Roy Lichtenstein nahm an einigen von Kaprows informellen Happenings am Rutgers teil und an anderen auf der Hühnerfarm von George Segal in New Brunswick in New Jersey.

1961 stellte Roy Lichtenstein zwölf seiner abstrakten Bilder am College aus. Seine Ribbon-Style-Paintings entstanden, indem er drei oder vier Farben auf eine Glasscheibe auftrug, dann einen Lumpen oder ein zerrissenes Betttuch darauflegte. Sobald sich das Tuch mit Farbe vollgesogen hatte, zog Lichtenstein es über eine Bildfläche. Ein Werk malte er auf mehrere zusammengenagelte Stücke Sperrholz, die von der Transportverschalung eines Kühlschranks stammten.

Roy Lichtenstein, Pionier der Pop Art

Im Sommer 1961 malte Roy Lichtenstein das Bild „Look Mickey“, für das er ein Bild aus einem Heftchen seiner Kinder aus der Serie „Little Golden Book“ entnommen hatte. Mit diesem Werk begann Lichtenstein in der Benday-Dots-Technik mit gleichmäßigen Farbpunkten zu arbeiten, die er mit einer Schablone auf die Leinwand auftrug. Er schuf in der Folge erste Gemälde, die Werbebilder für Konsumprodukte wiedergeben, teilweise als Diptycha (zweiflügelige Werke), die durch Scharniere zusammengehalten werden.

Im Herbst 1961 vermittelte Allan Kaprow ein Treffen mit Ivan Karp, dem Leiter der Galerie von Leo Castelli. Karp war sofort von den neuen Werken Lichtensteins begeistert und bat den Künstler, einige Bilder Leo Castelli zeigen zu dürfen. Noch im gleichen Herbst stellte Castelli Lichtensteins aktuellstes Werk – „Girl with Ball“ – in einer Gruppenausstellung aus. Nach seiner Trennung von Isabel Wilson zog Lichtenstein für kurze Zeit wieder nach Manhattan, New York. Doch kehrte er 1962 wieder nach Highland Park zurück. Er malte nun Bilder nach Werken von Paul Cézanne und Piet Mondrian. Im Herbst stellte Lichtenstein seine Gemälde von Comicfiguren und Konsumgütern zum ersten Mal an der Westküste aus. Unter seinen Zeichnungen und Gemälden nach gefundenem Bildmaterial befinden sich nun auch solche mit vergrößerten Ausschnitten.

1963 malte Roy Lichtenstein für den New York State Pavillon auf der Weltausstellung von 1964/65 in Flushing Meadows in New York sein erstes Wandbild. In dieser Zeit trennte er sich neuerlich von Isabel Wilson (Scheidung 1967) und nahm sich eine Auszeit vom Douglass College, das er 1964 endgültig verließ. Seine Werke enthielten nun Bilder, die er in DC Comics, Fortsetzungsromanen, Liebesgeschichten, Kriegserzählungen und Science-Fiction-Texten fand. Um diese Bilder zu übertragen, nutzte Lichtenstein einen Overheadprojektor. Nach der endgültigen Trennung von seiner Frau zog Lichtenstein in die West 26th Street 36 in Manhattan. Im Juni 1963 stellte Lichtenstein in der Galerie Sonnabend in Paris zum ersten Mal in Europa aus. Er reiste zur Eröffnung nach Paris.

Im Januar 1964 veröffentlichte die Zeitschrift „Life“ einen Artikel über Lichtenstein mit der Frage: „Ist er der schlechteste Künstler Amerikas?“ Roy Lichtenstein begann mit größeren Benday-Dots zu arbeiten und keine Sprechblasen mehr einzusetzen. Er beschäftigte sich zudem mit einer Serie von Landschaften und stellte „Temple of Apollo“ bei Leo Castelli zusammen mit einigen Landschaften und Lackarbeiten aus. Lichtenstein experimentierte mit Landschaften im Collagestil und verwendete dabei Vinyl sowie ein Material aus Polycarbonat namens Rowlux: 1966 fügte er ihnen verborgene Motoren und Beleuchtungskörper hinzu. Im folgenden Jahr arbeitete er gemeinsam mit dem Töpfer Hui Ka Kwong, einem ehemaligen Kollegen vom Rutgers, an einer Serie von Köpfen aus Keramik und von aufeinandergestapelten Tassen und Untertassen. Im Herbst schuf er sein erstes Gemälde der Serie „Brushstrokes“, das von Pinselstrichen inspiriert ist, die er in einem Comic gesehen hatte.

Roy Lichtenstein zog in die Bowery 190, wo er im dritten Stock einer ehemaligen deutschen Bank von 1917 seine Wohnung und sein Atelier einrichtete. Zu seinen Nachbarn gehörte der Maler Adolph Gottlieb. Nachdem sich Lichtenstein 1967 von Isabel Wilson scheiden hat lassen, heiratete er im November 1968 Dorothy Herzka, die er im Frühjahr 1964 in der Paul Bianchi Gallery kennengelernt hatte. Im Herbst 1968 ehrte das Solomon R. Guggenheim Museum Lichtenstein mit einer Retrospektive seiner Gemälde und Skulpturen. In diesem Jahr arbeitete Lichtenstein auch an ersten Grafik-Folgen mit Getreideschobern und der Kathedrale von Rouen nach Claude Monet und malte sein erstes Gemälde aus der Serie der „Mirrors“. Letztere waren inspiriert von Bilder in einem Verkaufskatalog, die mit dem Airbrush gefertigt worden waren. Zudem beschäftigte sich Lichtenstein in seiner Serie von Bildern mit den Pyramiden von Giseh.

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