ARTinWORDS Logo, kleinARTinWORDS Logo, kleinARTinWORDS Logo, kleinARTinWORDS Logo, klein
  • Ausstellungen
    • Aktuelle Ausstellungen
      • Ausstellungen 2025
      • Ausstellungen in Deutschland
      • Ausstellungen in Österreich
      • Ausstellungen in der Schweiz
      • Ausstellungen in Frankreich
      • Ausstellungen in Großbritannien
      • Ausstellungen in Niederlande
      • Ausstellungen in Spanien
      • Ausstellungen in Italien
      • Ausstellungen in USA und Kanada
    • Ausstellungen Vorschau
      • Ausstellungen 2026
      • Ausstellungen 2027
      • Ausstellungen in Deutschland: Vorschau
      • Ausstellungen in Österreich: Vorschau
      • Ausstellungen in der Schweiz: Vorschau
      • Frankreich
      • Großbritannien
      • Italien
      • Niederlande
      • Spanien
      • Dänemark
      • USA und Kanada
    • Ausstellungen Archiv
      • Ausstellungen 2024
      • Ausstellungen 2023
      • Ausstellungen 2022
      • Ausstellungen 2021
      • Ausstellungen 2020
  • Künstler & Künstlerinnen
    • Berühmte Künstlerinnen
    • Alte Meister und Meisterinnen
    • Berühmte Künstler der Renaissance
    • Berühmte Künstler des Barock
    • Berühmte Künstler und Künstlerinnen: Romantik bis Jugendstil
    • Berühmte Künstler und Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts
    • Berühmte Künstler und Künstlerinnen von heute: die Megastars der Gegenwartskunst
  • Kunstgeschichte
    • Kunstgattungen
      • Malerei
      • Zeichnung & Druckgrafik
      • Druckgrafik
      • Fotografie & Medienkunst
      • Skulptur & Installation
      • Architektur
      • Design & Kunsthandwerk
    • Kunstbegriffe
  • Themen
    • Gespräche mit Persönlichkeiten aus der Kunstwelt
    • ARTinLIFE
    • Hotels
  • Newsletter
✕

Wien | KHM: Michaelina Wautier Erste Historienmalerin des Barock | 2025/26

Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 29. September 2025
Michaelina Woutier, Bacchanal, vor 1659, Öl/Leinwand, 270 × 354 cm (Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie, Inv. Nr. Gemäldegalerie, 3548)

Michaelina Woutier, Bacchanal, vor 1659, Öl/Leinwand, 270 × 354 cm (Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie, Inv. Nr. Gemäldegalerie, 3548)

Bis 25. Januar 2026 zeigt das KHM eine Ausstellung zu Michaelina Woutier (auch: Michaelina Wautier). Ihr Hauptwerk, das monumentale „Bacchanal“ (vor 1659), befindet sich in der Sammlung des KHM – und steht im Zentrum der Schau. Die Ausstellung bietet die einmalige Gelegenheit, nahezu das gesamte Werk der Künstlerin auf Augenhöhe mit Zeitgenossen wie Peter Paul Rubens oder Anthonis van Dyck zu entdecken. Denn: Die Barockmalerin steht in der Nachfolge der beiden berühmten flämischen Maler und wurde erst vor ein paar Jahren wiederentdeckt.

Michaelina Wautier

Österreich | Wien: Kunsthistorisches Museum
30.9.2025 – 22.2.2026

Michaelina Woutier, Kommandant der spanischen Armee, 1653, Öl auf Leinwand, 83,2 x 71 cm (Königliches Museum der schönen Künste Antwerpen)
Michaelina Woutier, Kommandant der spanischen Armee, 1653, Öl auf Leinwand, 83,2 x 71 cm (Königliches Museum der schönen Künste Antwerpen)
Michaelina Woutier, Selbstporträt vor Staffelei, 1640er (Privatsammlung)
Michaelina Woutier, Selbstporträt vor Staffelei, 1640er (Privatsammlung)

Michaelina Wautier im KHM

Über Michaelina Wautier (um 1614–1689 Brüssel) aus Mons (Bergen) ist heute wenig bis nichts Genaues bekannt. Weder sind ihr Geburtsdatum dokumentiert - vermutlich um 1614 - noch ihr Ausbildner  überliefert. In der Familie waren Michelle „Michaelina“ und ihr älterer Bruder Charles (Mons 1609–1703 Brüssel) die einzigen Maler, wobei das Netzwerk der fanzösischsprachigen Wautiers weit über die Stadtgrenze hinausgereicht haben muss, wie die Karrieren ihrer Brüder belegen. Die Familie hatte ein beachtliches intellektuelles Netzwerk mit Verbindungen zu den De Merodes – einer der bekanntesten Adelsfamilien der Südlichen Niederlande – und letztendlich auch zum Brüsseler Hof, weshalb Michaelina auch Niederländisch gesprochen haben muss.1 Beziehungen zu den dort ansässigen Jesuiten sind ebenso wahrscheinlich.

Zudem gibt es keinerlei zeitgenössische Kommentare über die Kunst beider Wautiers, die im 18. Jahrhundert völlig in Vergessenheit gerieten. Die Kenntnis zu Michaelina Wautier ist daher ein minutiöses Rekonstruieren und Arbeiten mit Hypothesen, was die belgische Kunsthistorikerin Katlijne Van der Stighelen seit mehreren Jahrzehnten nunmehr höchst erfolgreich umtreibt.

Wahrscheinlich unterrichtete Charles Wautier seine Schwester Michaelina in der Malerei. Die Geschwister waren wohlhaben genug, um sich außerhalb der Gildenregeln zu bewegen,2 und Charles trat erst 1651 der Gilde bei. Michaelina Wautier war das als Frau nicht möglich, da Künstlerinnen erst ab 1700 registriert wurden.3 Aufgrund der Tatsache, dass die Geschwister zusammen wohnten, wird angenommen, dass Michaelina in der Werkstatt ihres Bruders arbeitete bzw. mitarbeitete.4 Ihr frühestes bekanntes Werk ist ein Bildnis von Andrea Cantelmo, einem neapolitanischen Artilleriegeneral im Dienste des spanischen Königs. Zwar ist das Porträt nur in einem Kupferstich überliefert,5 dieser nennt allerdings die selbstbewusste Schöpferin und das Entstehungsdatum 1643. Darauf folgt das „Porträt eines Befehlshabers“ (1646), das koloristisch durch die Kombination aus Rosa und Ockergelb überzeugt. Auf diese frühen Bildnisse folgt 1649 „Die mystische Vermählung der hl. Katharina“, ihr erstes Historiengemälde - eine Sensation die gelungene Komposition wie auch die selbstbewusste Signatur: „Michaelina Wautier hat es erfunden und 1649 gemacht“. Dass sie ein Jahr später das großformatige Selbstporträt als Malerin von sich anfertigte, scheint dann nur ein logischer Schluss.

Erzherzog Leopold Wilhelm, von 1646 bis 1656 Statthalter der Südlichen Niederlande und großer Kunstsammler, sammelte ihre Werke und erwarb sie vermutlich direkt von der Künstlerin. Dank Leopold Wilhelms Sammeltätigkeit besitzt das Kunsthistorische Museum heute den weltweit größten Bestand an Wautiers Gemälden, darunter ihr Hauptwerk, das „Bacchanal“ mit einer großen Anzahl von halbnackten und nackten männlichen Fiugren - ein absolutes Novum für eine Malerin nicht nur der flämischen Barockmalerei.

Zu den vielen Mysterien rund um Michaelina Wautiers Werk und Leben hingegen zählt, dass ihre bisher bekannten Bilder auf die Jahre 1643 bis 1659 datiert sind.6 Damit sind sie in einer Zeitspanne von nur 16 Jahren entstanden, während die Künstlerin nachweislich 1689 im Alter von 75 Jahren verstarb. Charles Wautier war von 1650 bis 1685, also insgesamt 35 Jahre lang als Maler aktiv. Hat Michaelina aufgehört zu malen? Und wenn ja, warum?

Erstmals würdigt Wien Michaelina Wautier in einer Einzelausstellung und ergänzt ihr Werk um Bilder ihres Bruders Charles sowie ihrer berühmtesten Zeitgenossen. Die barocken Heiligenbilder, Porträts und Tronjes (Halbfiguren), aber auch Wautiers Genredarstellungen und eine mythologische Darstellung brauchen den Vergleich nicht zu scheuen. Mit zwei neu zugeschriebenen Stillleben - „Blumengirlande mit einer Libelle“ (1652, Privatsammlung) und „Blumengirlande mit einem Schmetterling“ (1652, Het Noordbrabants Museum, ’s-Hertogenbosch) - ging Wautier sogar über Rubens und Van Dyck hinaus, denn sie rezipierte darin antike Darstellungen und hinterließ der Forschung die spannende Frage, ob die Niederländerin vielleicht sogar nach Italien gereist sein könnte.

Michaelina Wautier und Gaspar de Crayer, Ausstellungsansicht KHM 2025, Foto: Alexandra Matzner (c) ARTinWORDS
Michaelina Wautier und Gaspar de Crayer, Ausstellungsansicht KHM 2025, Foto: Alexandra Matzner (c) ARTinWORDS

Altarbilder einer Barockmalerin

Das KHM beginnt seine Wautier-Ausstellung mit einem Raum voller Altarbilder und religiöser Sujets. Damit belegt das Wiener Museum eindringlich, dass die Malerin sämtliche, weil eng gesteckte Grenzen weiblicher Kreativität sprengte. In kurzer Abfolg entstand eine Reihe hochqualitativer und gut komponierter Werke, in denen Wautier einige der wichtigsten sakralen Themen des flämischen Barock zeigt. Auffallend ist, dass sich die Malerin vor allem mit weiblichen Heiligen und der Muttergottes auseinandersetzte: „Die mystische Vermählung der hl. Katharina“ (sign. & dat. 1649, Séminaire de Namur), „Die Erziehung Mariens“ (sign. & dat. 1656, Privatsammlung) und „Die Verkündigung“ (Musée du Domaine Royal de Marly, Louveciennes, dépôt de la Ville de Marly-le-Roi) aus dem Jahr 1659 sind allesamt von der Künstlerin singiert und datiert. Für „Zwei Mädchen als hl. Agnes und hl. Dorothea" (um 1655, Königliches Museum für Schöne Künste Antwerpen – Flämische Gemeinschaft, Inv.-Nr. 599) kombinierte Wautier die Gattungen Porträt, Heiligenbildnis und Stillleben. Das Werk der im französischsprachigen Mons geborenen Künstlerin entwickelte sich - nach heutigem Wissenstand - zwischen 1646 und 1659. „Die Verkündigung“ ist Michaelina Wautiers letztes (bekanntest) Gemälde. Der gewandte Umgang mit Raum, Licht, Farbe, Stofflichkeit legt nahe, dass sich nicht um ein Frühwerk handelt. Selbstbewusst zeigt sich Wautier in ihrem um 1650 zu datierenden Selbstproträt mit Pinsel und Palette an der Leinwand sitzend - doch davon später.

Gerlinde Gruber, Kuratorin der Ausstellung, hängt in den großen Saal hochaufragende Altar- und Andachtsbilder: Anthonis van Dycks „Maria mit Kind und den Heiligen Rosalia, Petrus und Paulus“ (1629, KHM), Gaspar de Crayers „Verkündigung“ (1620/30, KHM) und eine nahsichtige, halbfigurige Darstellung der „Hl. Familie mit einem Engel“ (1620/25, M Löwen) von Theodoor van Loon. Alle drei haben die jüngere Kollegin beeinflusst. Wautier verarbeitete die sakrale Kunst ihrer Vorgänger auf individuelle und unterschiedliche Weise. Manche ihrer Werke lassen mehr an van Dyck denken, vor allem wenn sie sich elegant gibt. Andere weisen durch den Einsatz von Hell-Dunkel-Maleri in Richung van Loon und seinem Caravaggismus.

Michaelina Wautier und Charles Wautier, Ausstellungsansicht KHM 2025, Foto: Alexandra Matzner (c) ARTinWORDS
Michaelina Wautier und Charles Wautier, Ausstellungsansicht KHM 2025, Foto: Alexandra Matzner (c) ARTinWORDS

Mächtige Förderer, feine Herren und ein weit gereister Jesuit

Zu den wichtigsten Förerern Michaelina Wautiers gehörte Etzherzog Leopold Wihlem, Statthalter der südlichen Niederlande. Das „Porträt von Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich“ (um 1652) von David Teniers d. J. aus dem KHM zeigt den Habsburger lebensgroß und mit allen Würden. Gegenüber hängt das Charles Wautier zugeschriebene „Porträt von Jakob II. als Herzog von York“ (1656/60, The Royal Collection / HM King Charles III, Inv.-Nr. RCIN 402572), das den Sohn von König Karl II. von England zeigt und seit 1644 den Herzogstitel innehatte. Der Bruder von Michaelina war mindestens seit 1642 in Brüssel tätig (wie die lokale Zunft 1643 reklamierte), dort allerdings bis 1651 nicht offiziell registriert.7 Dazwischen positionierte die Kuratorin einen schweren halben Reiterharnisch (Küriss) (1619) von Hans Jakob Topf.

Den grkrönten Herren gegenüber hängt ein erstaunlich einfaches Bildnis. Mitte der 1650er Jahre muss Michaelina Woutier (Wautier) zu den bekanntesten Maler:innen Brüssels gezählt haben. Sie schuf im Jahr 1654 das „Porträt des Jesuiten Martino Martini“ (1654, The Klesch Collection). Der aus aus Trient stammende Martini (1614–1661) war eine außergewöhnliche Persönlichkeit: 1640 reiste er als Missionar nach China und verfasste 1654 die historiografische Schrift „De bello Tartarico“, eine Studie samt persönlicher Eindrücke über die Eroberung des Ming-China durch die Mandschuren. Dieses Bevölkerungsgruppe kam aus dem Nordosten, stürzte die Ming-Dynastie und gründete die Qing-Dynastie (1644–1912). Als Delegierter der chinesischen Mission weilte er von 1651 bis 1658 in Europa und hielt sich von Februar bis Juni 1654 in Brüssel auf. Martini wohnte im Jesuitenkloster in der Ruisbroekstraat und somit in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hof Erzherzog Leopold Wilhelm.8 Leopold Wihlem war Statthalter der Spanischen Niederlande und Bruder von Kaiser Ferdinand II. Er empfing den Jesuiten noch im Februar und war von dessen Erzählungen so angetan, dass er die Mission in China finanziell unterstützen wollte. Wahrscheinlich war er es, der Michaelina beauftragte, das Porträt von Martino Martini in chinesischer Tracht, im Changshan, zu malen. Mit flotten Pinselzügen und versiertem Einsatz von Helldunkel gelang es ihr, die Stofflichkeit der verschiedenen Textilien haptisch erfahrbar zu machen und die außergewöhnliche Persönlichkeit Martinis im Bild festzuhalten. Chinesische Sommer- und Wintermäntel, der Sommerhut und ein Winterhut eines Beamten am Kaiserhof flankieren das Bildnis, um die Detailtreue der Malerin augenfällig zu dokumentieren.

Michaelina Wautier muss ein höchst anerkannte Porträtistin gewesen sein, wurde ihr Bildnis des spanischen Kommandeurs Andrea Cantelmo doch von Paulus Pontius gestochen. Da der Kupferstecher die Signatur der Malerin getreu übernahm, kann das Porträt von „Andrea Cantelmo“ (1643, Privatsammlung) in Rüstung der Malerin zweifelsfrei zugeschrieben werden. Die Malerin nahm Michaelina als ihren Künstlernamen an, handelt es sich hierbei um die latinisierte Form ihres Vornamens Michelle. Zwischen ihren „Porträt eines Befehlshabers“ (Pierre Wautier?) (um 1660) und dem „Porträt eines Befehlshabers“ (1646, Privatsammlung) wird ein Büffelledermantel (vielleicht 17. Jahrhundert, Centraal Museum, Utrecht) positioniert; Charles Wautiers „Porträt von Jean Baptiste Maurissens, Herold im Dienst von König Karl II. von Spanien“ (1673, Königliches Museum für Schöne Künste Antwerpen) ein Wappenrock für den Wappenkönig-Herold des Herzogtums Geldern (1717, KHM) von Louis Aimé. 

Zu den mächtigen Förderern von Charles Wautier gehörte die adelige Familie Arenberg. Im ersten Kabinett zeigt das KHM eine Serie von Porträts, die Charles Wautier gemalt hat und die nicht mehr erhalten ist. Prinzessin Isabella von Arenberg wurde von ihm als Personifikation der Liebe in einem vom zwei Putti gezogenen Triumphwagen dargestellt (um 1650, Rijksmuseum, Amsterdam). Seine Zeichnung wurde als Kupferstich verbreitet.

Sammlungsinventar als Quelle

Erzherzog Leopold Wilhelm gab 1659 ein Inventar für seine Kunstammlung in Auftrag. Darin sind vier Gemälde Michaelina Wautiers genannt, darunter der "Hl. Joachim" (um 1655, KHM, Wien), ein zweiter "Hl. Joachim lesend" und ein "Hl. Joseph" (beide um 1655, KHM, Wien) sowie der "Triumph des Bacchus" (allerdings im Inventar nicht als Michaelina identifiziert). Der Maler David Teniers d. J., Leopold Wilhelms Galeriedirektor in Brüssel, irrte sich in seinem Namensregister und schrieb daher die Bilder einer "Jungfraw Magdalena Woutiers [sic]" zu. Heute ist bekannt, dass es sich hierbei um eine Schwester Michaelinas handelt. Ob es sich um einer Verwechslung oder um ein weiteres malendes Familiemitglied handelt, muss offen bleiben. Da ein Joachim-Bild die Beschriftung "Michelline Wouteers" trug, darf man wohl von einem Fehler ausgehen.

Charakterisierung als Qualitätsmerkmal

Die Gegenüberstellung von Michaelia Wautiers "Junge mit weißem Halstuch" (1650/55, The Kremer Collection) und ihr "Porträt eines Mannes als biblioscher Jakob" (um 1655, Privatsammlung, Alkmaar) mit Anthonis van Dycks Porträt von Nicolas Lanier (um 1628, KHM, Wien) zeigt die hohe malerische Qualität ihrer Bildnisse. Wie bereits bei den Heiligendarstellungen erzählt, beweist die Künstlerin auch anhand des "Jungen mit weißem Halstuch" ihre Fähigkeit der Charakterisierung. Einzig Anthonis van Dyck wird in dieser Zeit eine ähnliche Durchdringung von Menschen, Fähgikeit und Interesse hinter die Rollen und Masken zu blicken.

Michaelina Wautier nutzt ein glatt gemaltes Inkarnat (wie van Dyck), das sich von den virtuoseren Partien absetzt. Das Accessoire des weißen Halstuchs stellt hierbei eine Ausnahme im Kinderporträt des 17. Jahrhunderts dar; den blauen Streifen führte sie in Ultramarin aus, was auf speziellen Kundenwunsch zurückgeführt wird.

Es ist zu hoffen, dass die Forschung in den kommenden Jahren die Identität jenes Mannes gelingt, den Michaelina Wautier im "Porträt eines Mannes als biblioscher Jakob" (um 1655) darstellte. Das goldgemusterte Band lässt vermuten, dass es sich um einen hochstehenden Mann handelt, dessen Vorname vermutlich Jakob war. Die Inschrift an der oberen rechten Ecke des Bildes, "Rachel vaut bien la peine [Rachel ist es absolut wert]", erinnert an die alttestmentarische Geschichte, wonach Jakob 14 Jahre als Hirte arbeitete, um seine verehrte Rachel heiraten zu können.

Charles Wautiers Werkstatt

Der Übergang von den Kabinetten zum letzten großen Ausstellungssaals stellt die Frage nach der Werkstatt von Charles Wautier. Da die Geschwister zusammen in Brüssel lebten, dürften sie sich auch die Werkstatt geteilt haben. Bisher hatte das KHM Charles Wautier als Porträtist vorgestellt, nun folgen einige Historien- und Altarbilder: "Die Wunder des hl. Eligius" (1659, Fabrique d'élise Saint-Servais de Gimnée, Belgien), "Christus unter den Schriftgelehrten" (1655/65, Privatsammlung) und die "Berufung des hl. Matthäus" (1655/65, Privatsammlung).

"Die Wunder des hl. Eligius" von 1659 zeigt den Heiligen als Schutzpatron der Goldschmiede und als Heiler von Kranken (Blindheit, Pest). In Flandern wurde er als Bischof von Tournais und für die Verbreitung des Christentums verehrt. Seit 1651 in der Brüsseler Malerzunft gelistet, sollte Charles noch mehrere Jahrezehnte als Künstler tätig sein, während seine Schwester 1659 ist letztes bekanntes Gemälde signierte und datierte.

Eine Antwort auf die Frage, ob die Künstlerin aufgehört habe zu arbeiten, könnte sein, dass sie als Mitarbeiterin ihres Bruders weitermachte. Vermutlich war sie in seinem Umfeld weiterhin tätig. 

Charles Wautiers "Christus unter den Schriftgelehrten" (1655/65, Privatsammlung) ist in Wien nicht im Original gezeigt. Es ähnelt in seiner Komposition Jusepe de Riberas Bild mit gleichem Thema (1630/35) aus dem KHM, das in einer Abbildung aus dem "Theatrum Pictorum" (1660) von David Teniers dem Jüngeren spiegelverkehrt (!) vermittelt wurde. Ursprünglich war das Gemälde etwas kleiner (siehe die Röntgenaufnahme). Die Auseinandersetzung mit Ribera dürfte zur Erweiterung um Figuren beigetragen haben.

Michaelina Wautiers Selbstporträts

Höhepunkt der Ausstellung ist das großformatige Gemälde „Triumph des Bacchus“ aus der Sammlung von Leopold Wilhelm. Im Gegensatz zu den signierten Bildnissen von ihrer Hand weist dieses Werk keine Bezeichnung der Autorin auf. Stattdessen fügte Wautier ihr Porträt an den rechten Rand des Geschehens, indem sie einer Bacchantin ihre eigenen Gesichtszüge verlieh. Diese, so beobachten die Kurator:innen Gerlinde Gruber und Julien Domercq, blickt als Einzige des heidnischen Treibens direkt aus dem Bild.9 Doch nicht nur diese selbstbewusste Geste macht Michaelina Wautier zu einer außergewöhnlichen Künstlerin ihrer Zeit, sondern vor allem die nackten, männlichen Körper in unterschiedlichen Haltungen. Im 17. Jahrhundert sprach man Frauen maximal das Gestalten von Stillleben zu, das Aktstudium - die Basis jeder künstlerischen Ausbildung - war ihnen verwehrt. Wie also kam Michaelina Wautiers zu ihrem Wissen um die menschliche Anatomie? Könnte ihr Bruder Charles etwas damit zu tun haben? Oder hat sich die Künstlerin durch das Kopieren von Druckgrafiken selbst fortgebildet? Immerhin wiederholt ihr Bacchus die Hauptfigur von Jusepe de Riberas Kupferstich „Der trunkene Silen“ (1628).

Rechts neben dem „Bacchus“ hängt das ikonische „Selbstporträt“ (Privatsammlung) der Künstlerin, das um 1650 entstanden sein dürfte. Michaelina Wautier zeigt sich darin als selbstbewusste Künstlerin; sie sitzt vor der Staffelei, auf der eine leere Leinwand steht, und hält Pinsel wie Palette bereit. Das kostbare Gewand macht den sozialen Status der Dargestellten nachvollziehbar und sollte nicht als Atelierbekleidung gelesen werden. Im Dialog mit dieser Selbstdarstellung ist Peter Paul Rubens' „Selbstporträt“ (um 1638, KHM) ausgestellt. Wenige Jahre vor seinem Tod zeigt sich der damals schon zweifach geadelte Künstler als Mitglied der notablen Klasse. Nichts lässt vermuten, dass man es mit einem Malerstar zu tun hat. Rubens hat sein Werkzeug bereits abgelegt und erfreut sich einer herausgehobenen Stellung, während knapp zehn Jahre später seine Kollegin um Anerkennen ringen und sich selbst als Künstlerin inszenieren musste.

Michaelina Wautier und Peter Paul Rubens, Ausstellungsansicht KHM 2025, Foto: Alexandra Matzner (c) ARTinWORDS
Michaelina Wautier und Peter Paul Rubens, Ausstellungsansicht KHM 2025, Foto: Alexandra Matzner (c) ARTinWORDS

Die Wautiers in Italien?

Zu den ungelösten Fragen dieser Künstlerinnenbiografie zählt, ob Michaelina Wautier möglicherweise in Italien studiert hat. Für eine Italienreise würde die einzige erhaltene Zeichnung der Malerin sprechen, die „Studie einer Büste des Ganymed Medici" (1640/50, Privatsammlung).

Angenommen, dass Michaelina Wautier eine Italienreise unternommen hat, wann könnte diese stattgefunden haben? Die Forschung tendiert heute dazu, dafür die Jahre zwischen 1634/35 und 1640/42 anzusetzen. Michaelina wäre bereits 20 Jahre alt gewesen und hätte gemeinsam mit Charles die Alpen überqueren können. Dies könnte sich - mit aller Vorsicht - aus der Biografie von Charles Qautier ableiten lassen. Michaelinas Bruder bezahlte seine Bürgerabgaben in Mons zuletzt im Jahr 1642 und zwar für die vorangegangenen zwei Jahre, was eine Rückkehr im Jahr 1640 wahrscheinlich macht. War der Bruder, oder waren die Geschwister in dieser Zeit im Ausland? Vielleicht sogar in Italien? Zumindest beschuldigte ihn die Malerzunft von Brüssel, wohin er 1642 übersiedelte, dass er ohne Mitgliedschaft als Maler seine Dienste anbot. Das früheste bekannte Werk Charles Wauters, das „Porträt eines Edelmannes“, datiert aus dem Jahr 1650 und wurde von seinem Schöpfer nur monogrammiert. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass Wautier sein Malerhandwerk im Geheimen ausübte. Wie auch immer. Im Jahr 1651 trat Charles in die Brüsseler Zunft ein und bezahlte Gebühren für die vorangegangenen fünf Jahre. In den Zunftaufzeichnungen wird er als Monsieur und auswärtig ausgebildet bezeichnet, was neuerlich vermuten lässt, dass er zuvor im Ausland gewesen sein könnte.

Seine Schwester war in diesen Jahren bereits nachweislich künstlerisch tätig und singierte bewusst ihre Kompositionen. Die älteste Erwähnung ihres Namens taucht in einem Stich von Paulus Pontius auf, der das Bildnis von Andrea Cantelmo wiederholt und die Jahreszahl 1643 sowie die Inschrift „Michaelina Woutiers pinxit [Michaelina Woutiers hat es gemalt]" anführt.

Was den vermuteten Italienaufenthalt betrifft, findet sich die wichtigste Spur in ihrem Werk in der oben bereits genannten „Studie einer Büste des Ganymed Medici" (1640/50, Privatsammlung). Im KHM vermittelt ein Gipsabguss der „Büste des Ganymed Medici" (1779/1804, Museo de la Real Academia de Bellas Artes de San Fernando, Madrid) das Original aus den Uffizien. Einmal mehr darf man sich die Fragen stellen, ob die Künstlerin das Original gesehen oder nach einer Kopie oder einer unbekannten Zeichnung gearbeitet hat?

Jedenfalls kannte Michaelina Wautier die Antike gut. So verarbeitete sie 1652 in den beiden Blumengirlanden Eindrücke antiker Festons, wie sie an Altären und Aschenurnen zu finden sind. Daneben zeigen die Blumenstillleben den Einfluss des in Antwerpen tätigen Spezialisten für Blumenmalerei, Daniel Seghers, eines Geistlichen des Jesuitenordens. Da die beiden Ölgemälde auf Holztafeln mit dem Brandstempel der Antwerpener Tafelmacher marikiert sind, ist dadurch sowohl Michaelinas Kontakt zu Antwerpen als auch den Jesuiten einmal mehr bestätigt.

Köpfe und Kinder

Michaelina Wautiers Genrebilder könnten auch mit der direkten Kenntnis des Caravaggismus besser erklärt werden als ohne. Ob hierfür der Utrechter Caravaggismus ausreicht, bleibt fraglich (→ Utrechter Caravaggisti im neuen Licht).

1650 arbeitete Michaelina Wautier an der jüngst entdeckten Serie der „Fünf Sinne“ (1650, Boston), die das KHM erstmals in Europa zeigt. Die thematische Bandbreite ihres Werks erstaunt - wie auch die teils humorvolle, immer aber mitfühlende Interpretation der Sinneseindrücke. So hält sich der Geruchssinn die Nase zu, da ein kaputtes Ei einen üblen Geruch verströmt; der Tastsinn kratzt sich am Kopf und betrachtet eine Wunde mit etwas verstörtem Blick. Das Sehen, das Hören und das Schmecken sind weniger auffällig komponiert.

Fazit

In der Ausstellung wird Michaelina Wautiers außergewöhnliche Kunstfertigkeit und der künstlerischen Qualität ihrer Bilder mehr als gerecht. Auch wenn nur wenige biografische Daten gesichert sind, so sprechen ihre Gemälde für sich. Die Malerin auf Augenhöhe mit Zeitgenossen wie Peter Paul Rubens oder Anthonis van Dyck zu zeigen, und die Bilder von Michaelina und Charles Wautier (meist) auf rotem Grund (die Zeitgenössen hängen auf schwarzem Grund) zu hängen, wirkt auf den ersten Blick wie eine vernachlässigbare Krücke. Wäre es nicht spannender zu erraten, welches Bild von einem Mann und welches von DER Frau gemalt wurde? Die sparsam eingesetzten inszenatorischen Gesten in Form von Draperien und Vorhängen inszenieren die Schau wie einen Bühnenauftritt - und lassen vergessen, dass diesmal die Wände des KHM nicht übervoll gehängt sind. Dennoch kann man konstatieren, dass die konzentrierte Präsentation, ihre Dramaturgie und ihre Inszenierung den Werken und ihrer Schöpferin einen würdigen Rahmen für die Neuentdeckung einer spannenden flämischen Barockmalerin bereitstellt.

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Royal Academy of Arts, London → London | Royal Academy of Arts: Michaelina Wautier
Kuratiert von Gerlinde Gruber, Kunsthistorisches Museum, Wien.

Charles Wautier, Michaelina Wautier und Jacob van Oost, Ausstellungsansicht KHM 2025, Foto: Alexandra Matzner (c) ARTinWORDS
Charles Wautier, Michaelina Wautier und Jacob van Oost, Ausstellungsansicht KHM 2025, Foto: Alexandra Matzner (c) ARTinWORDS

Weitere Beiträge zu Künstlerinnen

24. Januar 2026
Louise Nevelson, An American Tribute to the British People, 1960–1965 (Tate Modern, London)
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 24. Januar 2026

Metz | Centre Pompidou Metz: Louise Nevelson. Mrs. N’s Palace

2026 zeigt das Centre Pompidou Metz eine umfassende Ausstellung zu Louise Nevelson, eine der berühmtesten Bildhauerinnen des 20. Jahrhunderts. In Assemblagen, Reliefs und Installationen reflektierte sie die Stadt New York, die Vielfalt in der Einheit und den Wert der Dinge.
Gefällt es Dir?
Weiter lesen
19. Januar 2026
Josef Hoffmann. Fortschritt durch Schönheit, Rekonstruktion des Boudoir d’une grande vedette [Boudoir für einen großen Star] Weltausstellung, Paris, 1937, MAK Ausstellungsansicht, 2021, Ausführung: Manfred Trummer, Johannes Ranacher, Glaserei Scharl, Johannes Falkeis, Marina Paric, Irina Huller, Tischlerei des MAK, Wien, 2014, MAK Ausstellungshalle © MAK/Georg Mayer
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 19. Januar 2026

Wien | MAK: Wien 1900 Highlights der Sammlung und hochkarätige Leihgaben | ab 2025

Markus Schinwald entwickelt rund um bekannte Highlightobjekte der Sammlung Wien 1900 filmsetartige Szenarien und Archivsituationen. Kunst und Kulturgeschichte aus dem Zeitraum zwischen der ersten Secessionsausstellung 1898 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird nicht wie bisher linear und chronologisch erzählt, sondern sich vielmehr der Ideen und Entwurfsgeschichte dieser prägenden Epoche gewidmet.
Gefällt es Dir?
Weiter lesen
14. Januar 2026
Alexandra Exter, Skizze für das Theaterstück "Salome", Detail, 1917, 52 × 35 cm, Gouache auf Papier (ALBERTINA, Wien – Privatsammlung)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 14. Januar 2026

Wien | Albertina: Künstlerinnen der ALBERTINA

Schon im Besitz von Herzog Albert und Erzherzogin Marie Christine befanden sich zahlreiche Werke von Zeichnerinnen und Druckgrafikerinnen. 2026 zeigt die ALBERTINA Werke ihrer Künstlerinnen - epochenübergreifend und thematisch spannend aufgearbeitet.
Gefällt es Dir?
Weiter lesen

Weitere Beiträge zur Kunst des Barock

9. Dezember 2025
Rembrandt van Rijn, Selbstbildnis mit Mütze, den Mund geöffnet, Detail, 1630, Radierung, 5,1 x 4,6 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk, Foto: Christoph Irrgang)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 9. Dezember 2025

Wien | Albertina: Faszination Papier. Neue Perspektiven auf die Sammlung

Die Albertina zeigt 2025/26 in überraschenden Gegenüberstellungen die Vielseitigkeit des Mediums Papier - von mittelalterlichen Spielkarten, Sonnenuhren aus Papier, Architekturmodellen, riesigen Holzschnitten bis zu japanischen Druckgrafiken und zeitgenössischen Arbeiten mit Papier spannt der Bogen der reichhaltigen Sammlung.
Gefällt es Dir?
Weiter lesen
8. Dezember 2025
Artemisia Gentileschi, Büßende Maria Magdalena, Detail, 1625–1626, Öl auf Leinwand, 108,8 x 93 cm (Kimbell Art Museum, Kahn Building, South Gallery, Fort Worth, Texas)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 8. Dezember 2025

Frankfurt | Städel Museum: Maria Magdalena

Im Herbst/Winter 2026/2027 analysiert das Städel Museum gemeinsam mit dem Liebieghaus die Figur der Maria Magdalena. Der weibliche Blick auf die Sünderin (Gentileschi, Fontana, Sirani, Laserstein, Dumas) wird durch Interpretationen von Künstlern kontrastiert.
Gefällt es Dir?
Weiter lesen
8. Dezember 2025
François Boucher, Ruhendes Mädchen (Alte PInakothek, München)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 8. Dezember 2025

München | Alte Pinakothek: Französische Malerei von Claude Lorrain bis François Boucher

Ausgehend von einem aktuellen Erschließungs- und Forschungsprojekt wagt die Alte Pinakothek Ende 2026/2027 einen neuen Blick auf den Bestand französischer Malerei.
Gefällt es Dir?
Weiter lesen

Ausstellungsvorschau

  • Rembrandt van Rijn, Hl. Hieronymus lesend in einer italienischen Landschaft, Detail, um 1653, Kupferstich und Kaltnadel, auf Japanpapier, 25,9 x 21 cm (erworben von der J. Pierpont Morgan 1905, The Morgan Library & Museum (RvR 165)
    New York | The Morgan: Rembrandts Löwen. Kunst und Exil in den Niederlanden
    31. Januar 2026
  • Jean-Michel Basquiat, Untitled, 1982, Pastell und Ölstift auf Papier, 74,9 x 55,9 cm (Privatsammlung © Estate of Jean-Michel Basquiat. Licensed by Artestar, New York; Foto: Courtesy of Colour Themes © Estate of Jean-Michel Basquiat. Licensed by Artestar, New York)
    Humlebæk | Louisiana: Basquiat – Headstrong
    30. Januar 2026
  • Albrecht Dürer, Elsbeth Tucher, Detail, 1499, Öl auf Lindenholz, 29,1 x 23,3 cm (Gemäldegalerie Alte Meister, Kassel)
    Kassel | Schloss Wilhelmshöhe: DÜRER für hessische Fürsten
    25. Januar 2026
  • Jan van Eyck, Giovanni (?) Arnolfini und seine Ehefrau, Die Arnolfini Hochzeit, 1434 (© National Gallery, London)
    London | National Gallery: Van Eyck: Die Porträts
    22. Januar 2026
  • Anselm Kiefer, Sophie Brahe, Detail, 2025 (Foto: Nina Slavcheva © Anselm Kiefer)
    Mailand | Palazzo Reale: Anselm Kiefer. Die Alchemistinnen
    22. Januar 2026
  • Tapisseriefragment mit Darstellung einer Kreuznagelung, wohl Mittelrhein, um 1495, Wolle, Leinen; Wirkerei (MAK, Wien © MAK/Kristina Wissik)
    Wien | MAK: Schausammlung Textilien und Teppiche FormaFantasma gestaltet Neupräsentation | ab 2025
    19. Januar 2026
  • Josef Hoffmann. Fortschritt durch Schönheit, Rekonstruktion des Boudoir d’une grande vedette [Boudoir für einen großen Star] Weltausstellung, Paris, 1937, MAK Ausstellungsansicht, 2021, Ausführung: Manfred Trummer, Johannes Ranacher, Glaserei Scharl, Johannes Falkeis, Marina Paric, Irina Huller, Tischlerei des MAK, Wien, 2014, MAK Ausstellungshalle © MAK/Georg Mayer
    Wien | MAK: Wien 1900 Highlights der Sammlung und hochkarätige Leihgaben | ab 2025
    19. Januar 2026
  • Wien | Albertina Modern: Franz West
    15. Januar 2026
  • Alexandra Exter, Skizze für das Theaterstück "Salome", Detail, 1917, 52 × 35 cm, Gouache auf Papier (ALBERTINA, Wien – Privatsammlung)
    Wien | Albertina: Künstlerinnen der ALBERTINA
    14. Januar 2026
  • Pablo Picasso, Buste de femme, Detail, 1940, 64 × 46 cm, Öl auf Papier auf Leinwand (Museum Berggruen, Berlin © Succession Picasso / Bildrecht, Wien 2026, Foto: bpk)
    Wien | Albertina: Picasso – Bacon
    14. Januar 2026
  • Albrecht Dürer, Feldhase, Kopf, 1502 (© Albertina, Wien)
    Wien | Albertina: 250 Jahre Albertina
    14. Januar 2026
  • Mark Rothko, Nr. 3/Nr. 13, 1949 © Digital Image, The Museum of Modern Art, New York / Scala, Florenz © 1998 von Kate Rothko Prizel und Christopher Rothko / Artists Rights Society (ARS), New York / SIAE, Rom
    Florenz | Palazzo Strozzi: Rothko in Florenz
    4. Januar 2026
  • Erika Giovanna Klien, Diving Bird, 1939, Öl/Lw, 111 × 96 cm (Österreichische Galerie Belvedere, Wien)
    Wien | Belvedere: Erika Giovanna Klien
    31. Dezember 2025
  • Kahlo und Rivera, Times Wide World Fotos: „A Mexican Artist Records his First Impressions of San Francisco“, 1930, Gelatinsilberabzug, 19,2 x 23,8 cm (The New York Times Collection, MoMA, New York, © 2026 Times Wide World Photos)
    New York | MoMA: Frida und Diego. Der letzte Traum
    27. Dezember 2025
  • Trude Fleischmann, Gertrud Falke, um 1927 © Leopold Museum, Wien | Foto: Leopold Museum, Wien
    Wien | Leopold Museum: Fotografie der 1920er und 1930 Jahre
    26. Dezember 2025
  • Max Oppenheimer, Die Schachpartie, 1925-30, Öl auf Leinwand, 55,2 × 78,2 cm (Oesterreichische Nationalbank, Foto Sammlung Oesterreichische Nationalbank)
    Wien | Leopold Museum: Kunst der Oesterreichischen Nationalbank
    26. Dezember 2025
  • Frida Kahlo, Selbstbildnis mit Dornenhalsband, Detail, 1940 (Nickolas Muray Collection, Harry Ransom Humanities Research Center, The University of Texas at Austin) Foto: © Nickolas Muray Collection, Harry Ransom Humanities Research Center, The University of Texas at Austin, Werk: © Banco de México, Diego Rivera & Frida Kahlo Museums Trust, México, D.F./VBK, Wien, 2010.
    London | Tate Modern: Frida Kahlo 2026
    26. Dezember 2025
  • Herbert Boeckl, Gruppe am Waldrand, Detail, 1920 (© Leopold Museum, Wien)
    Wien | Leopold Museum: Boeckl & Josephsohn
    22. Dezember 2025
  • Franz Marc, Kühe, rot, grün, gelb, 1911, Öl auf Leinwand, 62 cm x 87,5 cm (Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München)
    München | Lenbachhaus: Der Blaue Reiter. Über die Welt hinaus
    20. Dezember 2025
  • Georg Baselitz, Weißes Bett, weiß, 2022, Öl, Dispersionsklebstoff und Stoff auf Leinwand, 200 x 250 cm, © Georg Baselitz 2026, Foto: Jochen Littkemann
    Salzburg | Museum der Moderne: Baselitz 2026
    18. Dezember 2025
  • Amsterdam | Rijksmuseum: Willem de Kooning
    17. Dezember 2025
  • Oskar Kokoschka, Olda Palkovskà, Detail, 1937, Öl auf Leinwand, 90 × 67 cm (Fondation Oskar Kokoschka, Vevey, Inv.-Nr. 70) © Fondation Oskar Kokoschka / Bildrecht, Wien 2026
    Salzburg | Museum der Moderne Altstadt (Rupertinum): Kokoschkas Hintergründe
    17. Dezember 2025
  • Charlotte Perriand im Refuge Bivouac, 1937, © Archives Charlotte Perriand.
    Salzburg | Museum der Moderne Mönchsberg: Charlotte Perriand
    17. Dezember 2025
  • MuseumsQuartier Wien © MuseumsQuartier Wien, Foto: Roland Töffel
    Wien | MQ Freiraum: Vision und Wiederstand – Wie das MQ die Stadt Wien veränderte
    16. Dezember 2025
  • Linz | LENTOS: Max Pechstein
    16. Dezember 2025
  • Jiří Kolář, Das ausruhende Nationaltheater, 1960 (Lentos Kunstmuseum Linz, Bildrecht, Wien 2026)
    Linz | LENTOS: 200 Jahre Fotografie
    16. Dezember 2025
  • Ewa Partum, 1972
    Linz | Francisco Carolinum: Ewa Partum
    16. Dezember 2025
  • Annegret Soltau im Städel 2025, Installationsansicht, Foto: Städel Museum – Norbert Miguletz
    Linz | Francisco Carolinum: Annegret Soltau
    16. Dezember 2025
  • Wien | Wien Museum: Schiele & Peschka
    15. Dezember 2025
  • Marina Abramović, Pietà (Anima Mundi), Detail, 1983–2002, C-print, 183 × 183 × 5.5 cm
    Venedig | Gallerie dell’Accademia: Marina Abramović
    15. Dezember 2025
  • François-Xavier Lalanne, Singe Avisé (très grand), 2005/2008 (Heidi Horten Collection, Wien)
    Wien | Heidi Horten Collection: Animalia. Von Tieren und Menschen
    15. Dezember 2025
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Detail, Arles, Januar 1889, Öl/Lw, 95 cm x 73 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Foundation)
    Amsterdam | Van Gogh Museum: Gelb. Über Van Goghs Farbe
    14. Dezember 2025
  • André Derain, Brücke über den Riou, 1906 (MoMA)
    Paris | Musée Bourdelle: André Derain
    13. Dezember 2025
  • Kurt Schwitters, Ausgerenkte Kräfte, 1920/möglicherweise 1938, Detail, Collage und Assemblage mit Fragmenten aus Stoff, Druckerzeugnissen, Pappe, Holz und Metall sowie Öl auf Karton in eigenhändigem Holzrahmen 105,5 x 86,7 x 9 cm (mit Kasten) (Kunstmuseum Bern, Schenkung Professor Dr. Max Huggler, 1966 © Kunstmuseum Bern)
    Paris | Musée Picasso: Kurt Schwitters
    10. Dezember 2025
  • Rembrandt van Rijn, Selbstbildnis mit Mütze, den Mund geöffnet, Detail, 1630, Radierung, 5,1 x 4,6 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk, Foto: Christoph Irrgang)
    Wien | Albertina: Faszination Papier. Neue Perspektiven auf die Sammlung
    9. Dezember 2025
  • Richard Prince, Untitled (cowboy), 1999, Ektacolor photograph, edition of 3, 154.9 x 82.6 cm
    Wien | Albertina: Richard Prince
    9. Dezember 2025
  • Winfred Gaul, Autobahn II,1965 (Stiftung Sammlung Kemp, Kunstpalast, Düsseldorf © VG Bild-Kunst, Bonn; Foto: Kunstpalast – LVR-ZMB – Annette Hiller)
    Düsseldorf | Kunstpalast: Winfred Gaul
    9. Dezember 2025
  • Jörg Immendorff, Landschaft, die ich brauche, Öl auf Leinwand, 220 x 270 cm (Kunstpalast, Düsseldorf, Foto: Kunstpalast, Düsseldorf – LVR-ZMB – Stefan Arendt, © Nachlass Jörg Immendorff)
    Düsseldorf | Kunstpalast: Jörg Immendorff
    9. Dezember 2025
  • Niki de Saint Phalle, I am the Nana Dream House, 1967, Druck © Niki Charitable Art Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn 2025
    Düsseldorf | Kunstpalast: Niki de Saint Phalle. Dream Machine
    8. Dezember 2025
  • Elmgreen & Dragset, The Visitor mit Stillleben mit Gemüse, The Visitor, 2025, Bronze, Lack, 178 x 61 x 33,5 cm; Cornelis de Heem, Stillleben mit Gemüse und Früchten vor einer Gartenbalustrade, 1658, Öl auf Kupfer, 69,8 x 87,1 cm (Städel Museum, Frankfurt a.M., Foto: Studio Elmgreen & Dragset)
    Frankfurt | Städel Museum: Elmgreen & Dragset. Stillleben mit Gemüse
    8. Dezember 2025
  1. Siehe: Sabine van Sprang und Lara de Merode, Michaelina Wautier und das künstlerische Umfeld von Brüssel, in: Michaelina Wautier (Ausst.-Kat. Kunsthistorisches Musuem, Wien, 2025–2026), Wien 2025, S. 89–72,
  2. Michaelina Wautier 2025, S. 13.
  3. Wautier 2025, S. 15.
  4. Wautier 2025, S. 15.
  5. Katlijne Van der Stighelen nimmt an, dass die auf dem Druck erscheinenden Säulen und zusätzlichen Details im Hintergrund sowie in den Zwickeln vermutlich von dem Kupferstecher Paulus Pontius hinzugefügt wurden, da nichts in Michaelinas Werk darauf hindeutet, dass sie mit einer solchen Szenerie vertraut war. Siehe: Katlijne Van der Stighelen, Michaelinas Stil. Eine brillante Mixtur, in: Wautier 2025, S. 30.
  6. Katlijne Van der Stighelen, Michaelinas Stil. Eine brillante Mixtur, in: Wautier 2025, S. 30.
  7. Michaelina Wautier (Ausst.-Kat. KHM 2925), S. 75.
  8. Siehe: Antwerpen 2018, S. 186–193, hier S. 188, Nr. 8 (Katlijne Van der Stighelen).
  9. Gerlinde Gruber und Julien Domercq, Michaelina Wautier. Herausforderungen einer Rekonstruktion, in: Michaelina Wautier (Ausst.-Kat. KHM, Wien, 2025–2026), Wien 2025, S. 11–16, hier S. 11.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.
Copyright by ARTinWORDS
  • Publikationen
  • Biografie
  • Kontakt
  • Impressum
    Diese Website benutzt Cookies. Wenn du die Website weiter nutzt, gehen wir von deinem Einverständnis aus.