Was ist Historismus?

22. Februar 2017
Lawrence Alma-Tadema, The Roses of Heliogabalus, 1888, Öl auf Leinwand, 132,7 x 214,4 cm (Colección Pérez Simón, Mexiko, Foto: © Piera, Arturo)

Lawrence Alma-Tadema Leben und Werk

Lawrence Alma-Tadema (1836–1912) war ein Historienmaler des späten 19. Jahrhunderts, der aus Holland stammte, in Flandern studierte und für antike Massenszenen, meist pompeijanische oder römische Sujets, in England berühmt wurde. Für seine detailreichen Großformate studierte er Realien und antike Stätten in Büchern, Museen und vor Ort. Mit wissenschaftlicher Genauigkeit setzte er seine Phantasien in gekonnten Inszenierungen um und wurde so zum Ideengeber für so manchen Hollywood-Film wie „Ben Hur“ oder den „Gladiator“. Alma-Tadema wirkt mit seinen Gemälden entschieden auf das heutige Bild der Antike.
15. Juni 2015
Anonym, Blick auf das Parlament, um 1882, Österreichische Nationalbibliothek.

Die Wiener Ringstraße Geschichte, Architektur, Kultur

Als am 1. Mai 1865 die Wiener Ringstraße zwischen Hofoper (heute: Staatsoper) und Burgtor eröffnet wurde, war noch kaum ein Gebäude fertiggestellt. Knapp siebeneinhalb Jahre davor hatte Kaiser Franz Joseph I. seinen Willen zur Errichtung der Via Triumphalis, der Triumphstraße rund um die Innere Stadt, in einem „Handzettel“ kundgetan.
12. Mai 2014
Wege in die Moderne (Cover), Verlag des Germanischen Nationalmuseums 2014.

Weltausstellungen, Medien und Musik im 19. Jahrhundert Ausstellung "Wege in die Moderne"

„Wege in die Moderne. Weltausstellungen, Medien und Musik“ benennt jene drei Blickpunkte, von denen aus die Sammlungsbestände des Bayerischen Gewerbemuseums in Nürnberg helfen, Aspekte der gesellschaftlichen und technologischen Entwicklung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besser zu verstehen.
2. April 2014
Brunnen im Volksgarten von Ferdinand Kirschner (1821-1896), dahinter das Grillparzer-Denkmal und das Naturhistorische Museum © Foto: Alexandra Matzner.

Wiener Volksgarten. Brunnen und Café Meierei

Als im Frühjahr 1865 die Eröffnung der Ringstraße gefeiert wurde, waren die gartenplanerischen Arbeiten von Franz Antoine d. J. bereits abgeschlossen, die Ausstattung mit Brunnen und Denkmälern sollt erst danach erfolgen. Vor allem das Grillparzer-Denkmal und die Errichtung eines Denkmalhains für Kaiserin Elisabeth zeigen das Interesse von bürgerlichen gefolgt von aristokratischen Kreisen, den Volksgarten als Gedenkort zu etablieren. Die im 20. Jahrhundert vorgenommenen Ergänzungen wirken im Vergleich nahezu schüchtern.
2. April 2014
Das Grillparzer-Denkmal im Volksgarten, Gesamtansicht © Foto: Alexandra Matzner.

Wiener Volksgarten. Das Grillparzer-Denkmal (1876–1889)

Zwischen 1876 und 1878 erfolgte die Planung und am 23. Mai 1889 Enthüllung des Grillparzer-Denkmals von Rudolf Weyr, Carl Kundmann und Carl Hasenauer. Der im Jänner 1872 verstorbene Franz Grillparzer wurde von den Zeitgenossen bereits als „großer, vaterländischer Dichter“ gehandelt. Unter Johann Adolf Fürst zu Schwarzenberg konstituierte sich ein Komitee zur Errichtung eines Denkmals. Als Protektor konnte Erzherzog Carl Ludwig, Bruder von Kaiser Franz Joseph I., gewonnen werden. Die Aufstellung im Volksgarten wurde lange diskutiert, handelt es sich doch um das erste Denkmal für einen Bürger auf hofarräischem Boden.
20. Februar 2014
C. Fabergé, Ei „Moskauer Kreml“, 1906, Installationsansicht "Die Welt von Fabergé" im KHM 2014, Foto: Alexandra Matzner.

Die Welt von Fabergé Ausstellung mit Werken aus den Sammlungen des Moskauer Kreml Museums und des Fersman Mineralogischen Museums

Wer kennt sie nicht die berühmten Ostereier der letzten Zaren, gefertigt vom Hofjuwelier Peter Carl Fabergé? Anlässlich des 90. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der UdSSR/Russland und Österreich zeigt das KHM einige Preziosen aus dem Moskauer Kremlmuseum. Drei kaiserliche Ostergeschenke Fabergés durften dafür das Land verlassen und werden auf ihrer Reise von opulenten Schmuckstücken, darunter eine Collane des Andreasordens, eleganten Zigarettenetuis, Objekten aus Steinschliff und wuchtigen Trinkgefäßen im russischen Nationalstil begleitet.
21. November 2013
Karlskirche von Johann Bernhard Fischer von Erlach, 1716-1737, Foto: Alexandra Matzner.

Der Karlsplatz in Wien

Der Wiener Karlsplatz wird maßgeblich durch die 6-spurige „Stadtautobahn“, die historische Architektur und die Parkanlage der 1970er Jahre geprägt. Er war ein Experimentierfeld für die Ringstraßenarchitektur mit den ersten Gebäuden ab 1860 – der Verabschiedung vom Klassizismus (noch am TU Hauptgebäude) bis hin zum großbürgerlichen Ringstraßenstil. Die hier entwickelte Architektursprache wird ab 1870 für die gesamte Ringstraße prägend werden: Beispiele dafür sind die Evangelische Schule von Theophil Hansen (1813-1891) und die Handelsakademie im sog. „Arsenalstil“ von Ferdinand Fellner dem Älteren. Es handelt sich hierbei um erste Kulturbauten auf Bürgerinitiative.
5. Mai 2013
Luster im Tanzsaal, Stadtpalais des Fürsten von und zu Liechtenstein, Wien 1010, Foto: Alexandra Matzner.

Stadtpalais des Fürsten von und zu Liechtenstein Barocke Architektur und Neorokoko-Ausstattung

Als Fürst Alois II. (1796-1858) im Jahr 1839 den englischen Innendesigner Peter Hubert Desvignes (1804-1883) mit der Neuausstattung seines Majoratshauses beauftragte, wusste er noch nicht, dass der Umbau über zehn Jahre in Anspruch nehmen und mehr als 4 Millionen Gulden (heute etwa 120 Millionen Euro) verschlingen würde. Desvignes war jedoch der Ansicht, der Fürst müsse seinem Stand adäquate, d.h. höchsten repräsentativen Ansprüchen genügende Räumlichkeiten zur Verfügung haben, die deutlich das Biedermeier-Ambiente Wiens sprengten.
7. September 2012
Hubert Sattler, Die 60 Fuß hohen Colosse des Memnon zur Zeit der Ueberschwemmung in Ober-Egypten, Detail, 1846, Öl auf Leinwand, 104,5 x 132,5 cm (Salzburg, Salzburg Museum), Foto: Alexandra Matzner.

Österreichische Künstler im Orient Ausstellung Orient und Okzident im Belvedere

Die Ausstellung im Unteren Belvedere führt einige der schönsten „Orientbilder“ der hauseigenen Sammlung zusammen – und lässt dabei schmerzlich eine kritische Auseinandersetzung mit den Fragen des Kolonialismus vermissen. Dass im 19. Jahrhundert infrastrukturelle Veränderungen zu einer vermehrten Reisetätigkeit bzw. Tourismus in den Orient führten, brachte nicht nur neue Bilder vom Orient nach Europa, sondern wurde zu allererst durch den zunehmenden politischen und wirtschaftlichen Einfluss der Kolonialmächte durchgesetzt.
4. April 2012
Gustav Klimt, Der Kuss, 1908, Öl auf Leinwand, 180 x 180 cm, Belvedere, Wien © Belvedere Wien.

Gustav Klimt in Wien 2012 Mehr als nur "Der Kuss"

Zur 150. Wiederkehr von Gustav Klimts Geburtstag feiern zehn Ausstellungen in Wien seine Kunst, beschäftigen sich mit seiner Person und seinem Umfeld. In Wien zelebriert man den vielleicht wichtigsten, sicher aber teuersten aller österreichischen Künstler mit Präsentationen aus den eigenen Hausbeständen. Zehn Ausstellungen nutzen spektakuläre Brücken, geben detaillierte Einblicke und dekonstruieren den Mythos. Wer zudem seinen Klimt-Pass mit Stempeln von allen Veranstaltern füllt, nimmt an der Verlosung eines Attersee-Wochenendes teil.
20. November 2011
Michael Buhrs (Hg.): JULES CHÉRET. Pionier der Plakatkunst (Arnoldsche Art Publishers)

Jules Chéret. Pionier der Plakatkunst Erfinder des modernen Plakats, Maler und Designer

Als „König der Plakatkunst“, „Journalist der Hauswände“ (Joris-Karl Huysmans) und „Tiepolo des Plakats“ wurde Jules Chéret (1836-1932) bereits zu seinen Lebzeiten genannt. Als der gelernte Drucker 1866 mit englischem Know-How und modernen Druckmaschinen sein eigenen Unternehmen in Paris eröffnete, sollte er mit seiner Reklamekunst das Aussehen der Straßen von Paris grundlegend ändern. Chéret „erfand“ das Werbeplakat, auf dem in bunten, pastelligen Bildern von hübschen Mädchen und mit nur wenig Text Kundenwünsche geweckt wurden.
16. Juni 2011
Paul Freiberger, Im Springturm, um 1931, Albertina, Wien.

Die Explosion der Bilderwelt

Die letzte Ausstellung von Monika Faber als Albertina-Kuratorin, wenn auch nicht ihre letzte Schau in diesem Haus, ist der Aufarbeitung der österreichischen Fotografiegeschichte gewidmet. Unter dem Titel „Die Explosion der Bilderwelt. Die Photographische Gesellschaft in Wien 1861–1945“ zeigen circa 120 Exponate Nutzung wie Sprengkraft des neuen Bildmediums.
1. November 2010
Domenico Induno, Die Kundmachung vom 14. Juli 1859, die den Frieden von Villafranca verkündete, 1862 (Milano, Museo del Risorgimento).

1861 – die Maler des Risorgimento Die italienische Staatswerdung in der Malerei

Zum 150. Geburtstag des Staates Italien schenkt sich eine wichtige Ausstellung zum modernen Historien- und Genrebild! Maler wie Giovanni Fattori (1825–1908), Gerolamo Induno (1827–1890) und Eleuterio Pagliano (1826–1903) nahmen 1849 an der Verteidigung der römischen Republik unter Garibaldi teil. In ihren großformatigen Gemälden sind die Soldaten und Freiwilligen die Protagonisten von Schlachtenbildern, die noch ein halbes Jahrhundert zuvor von den Porträts hochadeliger Feldherrn bestimmt waren.
9. Mai 2010
Anton Romako, Tegetthoff in der Seeschlacht bei Lissa I, 1878-1880, Öl auf Holz, 86,5 x 47,5 cm (Belvedere, Wien).

Anton Romako Tegetthoff in der Seeschlacht bei Lissa

Die von Seiten der österreichischen Marine erfolgreich gefochtene Seeschlacht von Lissa am 20.Juli 1866 brachte zwar nicht den erhofften Sieg im Preußisch-Österreichischen Krieg, lieferte jedoch für Anton Romako (1832–1889) den Stoff für eines seiner berühmtesten Bilder: „Tegetthoff in der Seeschlacht von Lissa“ entstand in einer ersten Fassung zwischen 1878 und 1880, in einer zweiten kleineren zwischen 1880 und 1882.