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Die Welt von Fabergé Werke aus den Sammlungen des Moskauer Kreml Museums und des Fersman Mineralogischen Museums

C. Fabergé, Ei „Moskauer Kreml“, 1906, Installationsansicht "Die Welt von Fabergé" im KHM 2014, Foto: Alexandra Matzner.

C. Fabergé, Ei „Moskauer Kreml“, 1906, Installationsansicht "Die Welt von Fabergé" im KHM 2014, Foto: Alexandra Matzner.

Wer kennt sie nicht die berühmten Ostereier der letzten Zaren, gefertigt vom Hofjuwelier Peter Carl Fabergé? Anlässlich des 90. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der UdSSR/Russland und Österreich zeigt das KHM einige Preziosen aus dem Moskauer Kremlmuseum. Drei kaiserliche Ostergeschenke Fabergés durften dafür das Land verlassen und werden auf ihrer Reise von opulenten Schmuckstücken, darunter eine Collane des Andreasordens, eleganten Zigarettenetuis, Objekten aus Steinschliff und wuchtigen Trinkgefäßen im russischen Nationalstil begleitet. „Die Welt von Fabergé“ versammelt rund um die vier Ostereier im Zentrum etwa 155 Objekte des untergehenden Zarenreichs, die einen kleinen Einblick auf den mit Opulenz zur Schau gestellten Reichtum sowohl der Herrscherfamilien wie auch des aufstrebenden Industriebürgertums gewähren.

Fabergé, das unvergleichliche Genie und die kaiserlichen Prunkeier

Sie mit dem Begriff des „Überraschungseis“ zu belegen, scheint ob der wertvollen Materialien der Fabergé-Eier kaum zuzutreffen. Dennoch trifft er den Kern der Sache, nämlich die Funktion der kaiserlichen Ostereier als Behältnisse kleiner, manchmal mechanisch betriebener Geschenke an die Frauen der letzten beiden Romanows.

Sich Ostereier und Küsse zu schenken, ist in Russland seit alters her Brauch. Schon bevor Alexander III. sein erstes Fabergé-Ei in Auftrag gab, wurden kostbare Ostereier aus Edelmetallen hergestellt und kunstvoll verziert. Was jedoch Fabergé aus dieser Tradition machte, welchen Ideenreichtum er und seine Mitarbeiter entwickelten, das steht außerhalb des Brauchtums und trug ihm schon zu Lebzeiten weltweiten Ruhm ein. Mit den zwischen 8 und 38 Zentimeter großen resp. kleinen Preziosen begründete er die Familientradition, dass die letzten beiden Zarinnen bis 1916 jedes Jahr ein neues, aufsehenerregendes Osterei erwarten durften. In einem Brief von Marie Feodorowna an ihre Schwester Königin Alexandra von England schreibt die Kaiserinmutter am 8. April 1914

„Fabergé ist das größte Genie unserer Zeit, ich habe es ihm gesagt: vous êtes un genie incomparable.“

Obwohl der Anlass der Geschenkübergabe mit Ostern und der Auferstehung Christi einen festen Platz im Kirchenjahr hat, widmete sich Carl Fabergé nur selten einem christlichen Thema. Stattdessen erfreute er die Zarenfamilie mit Porträts, Zügen, Schiffen, Bildern von Palästen, zwitschernden oder herumstolzierenden Tieren und dergleichen. Alles, in miniaturhafter Kleinheit ausgeführt, erinnert an die familiären, dynastischen oder nationalen Ereignisse der vergangenen Jahre.

 

Anregungen aus dem 18. Jahrhundert

Inspirationen für den kaiserlichen Eier-Juwelier kam u.a. aus der Schatzkammer in Dresden, dem berühmten Grünen Gewölbe. Carl Peter Fabergé besuchte in der mitteldeutschen Stadt die Handelsakademie und konnte dort die Sammlung von König Friedrich August dem Starken (1670–1733) bewundern. Dieser hatte im frühen 18. Jahrhundert mit dem Goldschmied Johann Melchior Dinglinger (1664–1731) eine bedeutende Sammlung an Kunstkammerstücken aufgebaut.1 Bereits im Barock waren edelsteinbesetzte Figürchen in Mode gekommen, die an die Inhalte der späteren Fabergé-Eier erinnern. Der Goldschmied des späten 19. Jahrhunderts ließ sich für sein „Renaissance-Ei“ im Jahr 1894 nachweislich von dem sich in Dresden befindlichen, eiförmigen Kästchen des Holländers Le Roy (um 1700) anregen. Das sog. „Erste kaiserliche Ei“ aus dem Jahr 1885 ist nahezu eine identische Kopie eines königlichen Ostereis aus Kopenhagen, das auf Schloss Rosenborg verwahrt wird. Zwei Wiener „Überraschungseier“ befinden sich im KHM (18.Jh.) und in der Forbes-Sammlung (19.Jh.) und könnten ebenso für die russischen Goldschmiedearbeiten vorbildhaft gewesen sein wie französische Werke des Louis-Quinze und Louis-Seize. Vor allem das Rokoko unter Ludwig XV. und der beginnende Klassizismus unter Ludwig XVI. wirkten sich stilprägend auf Carl Fabergé aus. Als „Objets d`art“ oder „Objets de fantaisie“ sind die Werke Fabergés Kunstkammerstücke, wenn seine Werkstatt auch Schmuckstücke und Zigarettenetuis verließen. Das ist auch das schlagendste Argument für Sabine Haag und Paulus Rainer, die Fabergé-Ausstellung in ihrem Haus zu beherbergen. Während die eigene Kunstkammer mit der Regierungszeit von Maria Theresia und Joseph II. „ausläuft“, schließen Fabergé und seine Zeitgenossen im späten 19. Jahrhundert – frei nach dem russischen Philosophen Nikolai Berdyaev als „Silver age“ bezeichnet – stilistisch und typologisch an die Rokoko-Formen an.

 

Historistischer Geschmack trifft auf Jugendstil

Stilistisch werden die außergewöhnlichen Schöpfungen dem Historismus zugerechnet, da sie die verschiedensten Stile von der Renaissance über das Barock bis zum Klassizismus imitieren. Während in West- und Mitteleuropa ab den 1890er Jahren Schmuckkünstler und Goldschmiede wie René Lalique in Paris oder Philip Wolfers in Brüssel mit zurückhaltendem Materialeinsatz in der Schmuckkunst wie beispielsweise farbiges Email, Elfenbein und Horn für Furore sorgten (→ Jugendstil-Schmuck aus Europa), fand diese neue Bescheidenheit in Russland kaum Anhänger. Die Schmuckkunst Russlands – vor allem die Juwelen der Romanows – blieb der Tradition treu: Funkelnde Ansammlungen von einer schier unüberschaubaren Anzahl von Diamanten und riesigen Smaragden oder Rubinen prägen die Hofmode vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs. Diese historistischen Schmuckformen, die über und über mit funkelnden Brillanten besetzt sind, weisen bereits auf das Art Deco voraus.

Einzig in den Zigarettenetuis, kleinen Anhängern, winzigen Tierskulpturen aus farbigen Steinen und der Wiedergabe von Blumen auf den Ostereiern passte sich Carl Fabergé dem neuesten Trend aus Westeuropa an (→ Jugendstil). Das Stilisieren und Ornamentalisieren von Pflanzen lässt sich auch an Fabergé-Eiern beobachten, in der KHM Ausstellung findet es sich jedoch v.a. an naturalistischen Tier-Broschen oder Anhängern, in winzigen Tierskulpturen aus farbigen Mineralien und einem deutlich japanisierenden Objekt, das Kiefern zeigt, die von Glyzinien umschlungen werden.

 

 

Fabergé im KHM

Das Asowa-Ei, das am Plakat der KHM Ausstellung, geöffnet vor uns liegt, präsentiert eine Miniaturreplik des Kreuzers Pamiat Asowa und wurde 1891 verschenkt. Michael Perchin schuf es in Zusammenarbeit mit seinem estnischen Assistenten Yuri Nicolai. Die beiden gestalteten die „Eierschale“ aus grünem Blutjaspis, besetzten sie mit goldenen, diamantbesetzten Rocaillen und ließen den Kreuzer auf einem „Meer“ aus Aquamarin „schwimmen“.

 

 

Im Jahr 1900 überraschte Fabergé die kaiserliche Familie mit einem Osterei, das ein Miniaturmodell der Transibirischen Eisenbahn enthält. Das zweite, von Michael Perchin gefertigte Ei in der Schau sorgte auf der Pariser Weltausstellung für eine Sensation: Es gedenkt der Vollendung der Transibirischen Eisenbahn, indem es die gesamte Strecke auf der Außenschale zeigt und als Überraschung den ersten Transsibirien-Express als Platin-Lokomotive und fünf goldene Waggons in Miniaturformat enthält.

Das wichtigste Osterei – und auch in der Präsentation deutlich ins Zentrum gerückt – ist das sog. „Kreml-Ei“ (1904), das die Form der Uspenski-Kathedrale (Mariä-Entschlafens-Kathedrale) zeigt. Nachdem das Ei mit dem Schlüssel aufgezogen worden war, war es in der Lage eine Osterhymne zu spielen, was leider nicht hörbar ist. Allerdings: Wenn man gegenüber der Lichtquelle durch eines der Fenster blickt, kann man das Innere der Kathedrale erkennen. Dieses wurde auf eine ovale Glaslinse gemalt und bietet einen höchst amüsanten Effekt. Bei den winzigen Ikonen an den Mauern des verdoppelten Spasski-Turms handelt es sich um die „Gottesmutter von Kasan“ und „Christus Pantokrator“, die in der Vitrine rechts neben dem Eingang als Originale ebenfalls zu sehen sind.

 

 

Das Ei „Sternbild des Zarewitsch“ aus dem Jahr 1917 ist wegen des Ausbruchs der Februar-Revolution unvollendet geblieben. Es besteht aus weißem und blauem Brillanten in die Sterne eingelassen, der größte befand sich im Sternbild des Löwen, unter dem Nikolaus III. geboren worden war. Das Ei ist 1925 in drei Teilen an das Museum gekommen und konnte erst kürzlich mit einem Plexiglasring in der Mitte fixiert werden. An dieser Stelle hatte Fabergé eine Rotator-Uhr mit beweglichem Ziffernblatt und unbeweglichem Stundenzeiger vorgesehen.

 

Insignien zaristischer Macht und Einblicke ins Privatleben

Der hinter dem Kreml-Ei mächtig aufgespannte Krönungshimmel von Zar Nikolaus II. und Zarin Alexandra Fjodorowna zeigt das Wappen des Russischen Reiches umgeben von der Collane des Ordens des Heiligen Andreas des Erstberufenen und in den Ecken das Monogramm des Zaren. Er wurde für die Krönung des Zarenpaares 1896 in der Uspenski-Kathedrale angefertigt.
Der von Zar Peter I. am 10. Dezember 1698 gestiftete Orden des Hl. Andreas des Erstberufenen war die höchste Auszeichnung im Russischen Reich aber auch der Hausorden der Romanow-Dynastie. Kette (Collane), Abzeichen und Stern von A. Keibel (1880er Jahre) befinden sich in einer hinteren Vitrine links.

Zu den vielleicht privatesten Geschenken in der Ausstellung zählt die „Stiefmütterchen-Blüte“ (1904) von Fabergé. Das emaillierte Kleinod zeigt die Porträts der fünf Kinder von Nikolaus II. und Alexandra Fjodorowna, sobald die Blütenblätter des Stiefmütterchens geöffnet werden. Die stilisierte Blume war ein Geschenk zum 10. Hochzeitstag des Paares, das vier Töchter und einen erst zwei Monate alten Sohn, Alexej, hatte. Im Jahr 1866 hatte bereits Zarin Maria Alexandrowna zur Silbernen Hochzeit ein Armband mit Miniaturporträts ihres Mannes und der acht Kinder erhalten. Das lässt den Schluss zu, dass Fabergé mit seiner „Stiefmütterchen-Blüte“ auf eine Familientradition zurückgriff, diese jedoch dem Jugendstil geschmackvoll anpasste und floral neu interpretierte.

 

Die Kunst des Schenkens

Zusätzlich zu den vier Ostereiern zeigt das KHM Schmuckstücke und Zigarettenetuis, die sich in der Zeit um 1900 größter Beliebtheit erfreuten. Hier findet sich im Gegensatz zu den kaiserlichen Eiern eine deutlichere Hinwendung Carl Fabergés zur aktuellen Formensprache des Jugendstils. Zierliche Mädchenköpfe werden von Haarmassen umflossen, Blumen und Insekten stilisiert wiedergegeben. Fabergés Talent zeigt sich in dieser Zusammenstellung nicht nur in seiner organisatorischen Leistung in Kombination mit Ideenreichtum, sondern auch im Variantenreichtum der Stiladaptionen. Die Hocharistokratie verlangte nach repräsentativen, teuren Schmuckstücken und Geschenken, während die Firma Fabergé auch in der Lage und willens war, für einen breiteren Kundenstrom im aktuellen Jugendstil und größeren Auflagen zu produzieren.

Die großen Zeremonienplatten und Servierplatten gehen auf die russische Tradition zurück, dem Zarenpaar zur Ankunft in einer Stadt Salz und Brot zu reichen. Dafür mussten entsprechende Platten und Salzgefäße hergestellt werden, die über heraldische Symbole entweder den Zaren und das Reich direkt ansprachen oder die eigene Stadt verewigten.

 

 

Die Form der um 1900 emaillierten Schöpf- oder besser Trinkkellen (Kovsh) lässt sich bis ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen. Ursprünglich waren sie aus Holz gefertigt und wurden zum Trinken des Met verwendet. Die in der Schau gezeigten, von Fjodor Rückert emaillierten Kovsh gehören zu den Höhepunkten der Emailmalerei in Moskau dieser Zeit. Rückert war ein Gold- und Silberschmied mit deutschen Wurzeln, der in Moskau für Fabergé arbeitete. Typisch für die Zeit ist die Darstellung des alten Russland als ein märchenhaftes, von kräftigen Rittern beschütztes Reich.

Den russischen Partnern des KHM war wichtig, ihre Kultur nicht nur über Carl Fabergés Produkte zu repräsentieren, sondern bringen auch eine Reihe von Gold- und Silberschmieden sowie Juwelieren nach Wien mit. Monströse Kristallvasen und emaillierte Schöpfkellen mit russischer Ornamentik zeigen, wie die Suche nach einem „Nationalstil“ um 1900 auch in Russland traditionelle Motive aufgriff. Während in England z.B. Archibald Knox sich an keltischen Formen bediente, ist es in Moskau v.a. die Firma Ivan Chlebnikow, die schwere, vergoldete und mit Schlingornamentik versehene Objekte herstellte.

 

 

Neben Fabergé fertigte die in Moskau und St. Petersburg ansässige Firma C. E. Bolin deutlich vom französischen Art Nouveau inspirierte Gold- und Silberobjekte an. Ein Bilderrahmen (Moskau, 1899–1908) zeigt eine Nymphe an einem Ufer, ein silbernes Vasenpaar (Moskau, 1908–1916) lässt zwei junge Damen, wohl ebenfalls Quellnymphen, erotisch verspielt auf den Bäuchen herumtanzen.

 

Exkurs: Probleme beim Eierzählen?

Carl Peter Fabergé, zaristischer Hofjuwelier mit französischen Wurzeln, schuf in den Jahren zwischen 1885 und 1917 vermutlich insgesamt 56 Ostereier2 für die Zarenfamilie sowie weitere zwölf für den sibirischen Goldminenbesitzer Alexander Ferdinandowitsch Kelch, den Fürsten Jussupoff und die Herzogin von Marlborough. Diese Gesamtzahl scheint jedoch nicht zu stimmen, da der Fabergé-Experte Géza von Habsburg andere Zahlen nachweisen konnte: Zar Alexander III. schenkte von 1885 bis 1894 insgesamt 15 Ostereier an seine Frau und den Zarewitsch, seinen Sohn, dieser nach dem Tod seines Vaters als Zar Nikolaus II. weitere 46 an die Kaiserinmutter und seine Frau. Wie viele Ostereier die Fabergé-Werkstatt genau verlassen haben, scheint auch heute noch eine ungeklärte Frage zu sein. Vielleicht kann das Podiumsgespräch am 12. Mai 2014 mit Dr. Géza von Habsburg, Mag. Astrid Fialka und Dr. Georg Ludwigstorff Klarheit in die Sache bringen.

Nach der Oktoberrevolution 1917 wurden die kaiserlichen Ostereier von den Sowjets beschlagnahmt. Einzig das „St.-Georgskreuz-Ei“ (1916, heute in der Sammlung Vekselberg) verließ mit der Kaiserinmutter Russland in Richtung Westen. Erst als die UdSSR in den Zwanzigerjahren ihren Devisenmangel über den Verkauf zaristischer Kunstwerke ausglich, kam der größte Teil der kaiserlichen Ostereier in amerikanische und englische Sammlungen: Drei befinden sich in der Sammlung der englischen Königin. Fünfzehn erwarb der amerikanische Verleger Malcolm Forbes, die 2004 an den russischen Öl-Tycoon Viktor Vekselberg verkauft worden sind. Derzeit befinden sich zehn Fabergé-Eier in der Sammlung des Kreml, fünf im Virginia Museum of Fine Arts in Richmond (Va; ehemalige Sammlung von Lillian T. Pratt), viele andere sind in Privatbesitz.

 

Biografie von Peter Carl Fabergé (1846–1920)

Am 30.5.1846 in St. Petersburg (damals Leningrad) als Sohn eines aus Deutschland eingewanderten Goldschmieds und der Dänin Charlotte Jungstedt geboren. Sein Vater Gustav Fabergé hat 1842 Jahre zuvor eine Werkstatt als Goldschmiedemeister in der Bolschaya-Morskaya-Straße Nr. 12 eröffnet, die er bis 1860 leitet. Besuch der deutschsprachigen St. Annenschule.
ab 1860 Aufenthalt in Dresden (Königreich Sachsen) und Ausbildung an der Handelsschule, Rundreise durch Europa.
1862 Geburt des Bruders Agathon
bis 1870 Lehre bei dem Juwelier Friedmann in Frankfurt
1870 Rückkehr nach St. Petersburg als 24jähriger; bekommt die Leitung des väterlichen Betriebs sofort übertragen.
1872 Heirat mit Julia Jakobs, deren Vater Aufseher der kaiserlichen Möbelwerkstatt ist.
Das Paar bekommt vier Kinder: Eugène (1874–1960), Agathon (1876–1951), Alexander (1877–1952) und Nicholas (1884–1939).
1882 Übersiedlung und Vergrößerung der Werkstatt in die Bolschaya-Morskaya-Straße Nr. 16/18; Agathon tritt in die Werkstatt ein. Fabergé gewinnt mit seiner Werkstatt eine Goldmedaille auf der Panrussischen Ausstellung in Moskau und erregt dadurch die Aufmerksamkeit des Zaren Alexander III. und der Zarin Marie Feodorowna (ehem. Prinzessin Dagmar von Dänemark)
Titel des „Kaiserlichen Hofgoldschmieds“
1885 Goldmedaille für die Repliken des erst kürzlich aufgefundenen Goldschatzes der Skythen durch Erik Kollin, Fabergés Hauptwerkmeister; erstes emailliertes Goldei für die kaiserliche Familie, das eine Familientradition begründet.
1886–1903 Michael Perchin wird Werkstättenleiter und signiert die Fabergé-Eier mit seinem Werkmeisterzeichen.
ab 1887 Eröffnung von drei weiteren Filialen in Russland: 1887 Moskau, 1890 Odessa, 1905 Kiew
1888 Verleihung eines Sonderdiploms auf der Nordischen Ausstellung in Kopenhagen
1889 Ernennung zum Hofgoldschmied von Schweden und Norwegen auf der Nordischen Ausstellung in Stockholm
1900 Teilnahme an der Pariser Weltausstellung, wo Fabergé eine Auswahl an kaiserlichen Ostereiern und eine Miniaturreplik der russischen Kaiserinsignien präsentiert und dafür mit einem Grand Prix ausgezeichnet wird. Aufnahme in die Pariser Goldschmiedegilde als Maitre und Mitgliedschaft in der Légion d`Honneur.
1903 Eröffnung einer Zweigstelle in London. Tod Michael Perchins, sein Nachfolger ist Henrik Wigström (1862–1923).
1916 Das letzte Fabergé-Ei wird verschenkt.
1917 Oktober-Revolution in Petrograd. Ein Komitee der Angestellten übernimmt die Firma.
1918 Carl Fabergé schließt sein Geschäft und emigriert als Kurier einer ausländischen Botschaft in die Schweiz
Am 24.9.1920 stirbt er in Lausanne.

  1. Zu den berühmtesten Werken Dinglingers zählen „Das goldene Kaffeezeug“ (1701), das „Bad der Diana“ und der in Zusammenarbeit mit dem Emailleur Georg Friedrich und den Juwelier Georg Christoph entstandene „Hofstaat zu Delhi am Geburtstag des Großmoguls Aureng-Zeb“ (1701–1708). Der Hofstaat besteht aus 132 Figuren, verziert mit buntem Email, 5.223 Diamanten, 189 Rubinen, 175 Rubinen, 53 Perlen und einem Saphir.
  2. Acht Fabergé-Eier gelten als verschollen.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.