0

Pablo Picasso und Henri de Toulouse-Lautrec Vorbildwirkung mit lebenslangen Folgen

Pablo Picasso, Die Kunden, Paris 1901, Öl/Lw, 47,3 x 62,4 cm (Museum of Art, Rhode Island School of Design, Providence. Legat von George Pierce Metcalf) © Sucesiòn Pablo Picasso, VEGAP, Madrid, 2017.

Pablo Picasso, Die Kunden, Paris 1901, Öl/Lw, 47,3 x 62,4 cm (Museum of Art, Rhode Island School of Design, Providence. Legat von George Pierce Metcalf) © Sucesiòn Pablo Picasso, VEGAP, Madrid, 2017.

Pablo Picasso (1881‒1973) und Henri de Toulouse-Lautrec (1864‒1901) sind einander nie begegnet. Als der 19-jährige Picasso zum ersten Mal Mitte Oktober 1900 in Paris ankam, war der Franzose bereits krank und starb wenig später am 9. September 1901 im Alter von nur 36 Jahren. Und dennoch hat Toulouse-Lautrecs radikales Werk einen immensen Eindruck auf den jungen Spanier hinterlassen. Die unkonventionellen Themen, die der heute so berühmte Grafiker und Maler aus Südfrankreich wählte, lassen dessen Verbundenheit mit der Welt der Künstler, Artisten und Unterwelt genauso erkennen, wie sie das Pariser Nachtleben feiern und die Schattenseiten der käuflichen Liebe enthüllen. Wie sehr diese Bilder den jungen Picasso prägten, wurde schon von dessen Freunden, Kritikern erkannt und gilt in der Forschung als Grundlage.

„Erst in Paris habe ich begriffen, was für ein großer Maler er war.“1 (Pablo Picasso über Henri de Toulouse-Lautrec)

Das Museo Thyssen-Bornemisza widmet erstmals eine ganze Ausstellung der Gegenüberstellung von Werken Pablo Picassos und Henri de Toulouse-Lautrecs. Trotz der inhaltlichen Nähe der beiden Künstler zueinander und dem Wissen ob der Bewunderung Picassos für seinen älteren Kollegen in Paris, wurden ihre Bilder noch nie nebeneinander präsentiert. Ausgehend vom jungen Picasso, der Toulouse-Lautrec schon in Barcelona und seinen ersten Jahren in Paris verehrte, zeigt sich, dass er lebenslang die Lektionen nicht vergessen hat.

Picasso/Lautrec: Gemeinsamkeiten und Gegensätze

Anhand von Themen, die beide gleichermaßen interessiert haben, erkundet die Schau Bildwelten und Ansichten der beiden so bedeutenden Künstler: karikaturhafte Porträts, Nachtleben in den Cafés, Kabaretts und Theater, die schroffe Realität des Individuums, das Spektakel im Zirkus und das erotische Universum der Bordelle. Über das Werk von Henri de Toulouse-Lautrec, so die Kuratoren, hätte Pablo Picasso viele Facetten der modernen Gesellschaft entdeckt, die seinen Zugang zu Kunst entschieden geprägt hätten.

„Picassos grenzenloser Appetit auf die Werke von anderen Künstlern wurde bereits weit dokumentiert. Während seines Lebens fand er Inspiration, gleichzeitig und gleichgewichtet, bei El Grecos Manierismus und bei Francisco de Goyas Expressionismus, bei Ingres‘ Zeichenkunst und bei Edouard Manets Pinselstrich, bei Paul Gauguins Primitivismus oder in Vincent van Goghs Farbeinsatz und, wie wir in dieser Ausstellung zu zeigen versuchen, im extremen Modernismus von Lautrec.“2 (Paloma Alarcó zu Picasso/Lautrec)

Im Gegensatz zu Toulouse-Lautrec, dessen künstlerische Karriere nur 15 Jahre umfasste, arbeitete Picasso mehr als 70 Jahre als Künstler. Gemeinsames findet sich, wenn man ihren Werdegang, ihre grundsätzlichen Einstellungen miteinander vergleicht: Beide waren schon als Kinder begabte Künstler, sie übersiedelten nach Paris in ihrer Jugend und lehnten die akademische Ausbildung ab. Picasso wie auch Toulouse-Lautrec orientierten sich an ähnlichen Vorbildern, darunter die französischen Maler Ingres und Edgar Degas, aber auch den spanischen Manieristen El Greco. Am wichtigsten scheint jedoch, dass ihre Meisterschaft in der Zeichnung ein Schlüsselmoment in ihrem Werdegang darstellt: Beide zeichneten ohne Unterlass und entwickelten eine Vorliebe für Linie und Karikatur. Beide füllten schon als Jugendliche Hunderte Notizbücher mit Zeichnungen, so dass man sagen kann, dass sowohl Picasso wie auch Toulouse-Lautrec auf diese Weise nachdachten und sich damit auch ausdrückten. Der Status der Zeichnung zwischen autonomem Kunstwerk und Reflexionsmethode ist ebenso bei beiden zu finden: Sie entwickelten jedes neue Werk in den Experimenten auf Papier.

Picasso traf, wie schon erwähnt, Toulouse-Lautrec nie persönlich. Als der 19-jährige Picasso zum ersten Mal Mitte Oktober 1900 in Paris ankam, wollte er die Weltausstellung besuchen, wo sein Gemälde „Letzte Momente“ (1899) im spanischen Pavillon präsentiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt war der Franzose bereits krank, übersiedelte im Juli 1901 nach Château Malromé und starb wenig später am 9. September 1901 im Alter von nur 36 Jahren im Kreise seiner Familie. Wenn Picasso auch das Werk von Lautrec aus französischen Zeitschriften kannte, die in Barcelona erhältlich waren (z.B. Le Rire, La Vie Parisienne und Gil Blas Illustré), so hinterließen die Originale noch einen dauerhafteren Eindruck bei dem Spanier. Er bewunderte nicht nur dessen radikal realistische Themenwahl und Beobachtungsgabe, sondern auch seine verwegen reduzierte Malerei wie die arabeskenhafte Linienführung. Die visuelle Sprache von Toulouse-Lautrec umfasste auch den Hang zur Karikatur und seine Kraft zur Synthese.

Karikaturen und Boheme

Sowohl Toulouse-Lautrec als auch Picasso nutzten die Karikatur, um über sich selbst zu lachen. Vor allem Lautrec verwendete seine außergewöhnliche, weil kleingewachsene Erscheinung, um sich in die Welt der Boheme einzufügen. Der aufgrund einer Erbkrankheit zum Maler gewordene Adelige fühlte sich von seinem Vater und damit der Elite Frankreichs verstoßen. Als Konsequenz zog ihn die Welt der Künstler, der Sängerinnen und der Kabaretts am Montmartre magisch an. In nur zwei Gemälden stellte sich Henri de Toulouse-Lautrec selbst dar, hingegen ist die Fotografie ein willkommenes Medium von Mimikry und Verkleidung. Indem er sich in Zeichnungen schonungslos dem Spott der Leute aussetzte, wurde er zu einer bekannten Figur am Montmartre.

Pablo Picasso verband in „Picasso mit Zylinder“ (1901) eine Selbst-Karikatur mit einer Prostituierten im Hintergrund, die durchaus an die nächtlichen Szenen eines Toulouse-Lautrec erinnert. Aber auch Porträts dieser Jahre, wie jene des Schriftstellers Gustave Coquiot oder die von unbekannten Damen, sind für die Verbindung des pointillistischen Stils mit Lautrec’schen Charakteren bekannt.

Nachtleben und Unterwelt

Henri de Toulouse-Lautrec gehörte zu jener Generation von Künstlern, die sich nach dem Impressionismus dem täglichen Leben vor allem der Pariserinnen widmete. Hierbei fällt sofort auf, dass der aus hochadeliger Familie stammende Maler seine Modelle hauptsächlich in der marginalisierten Gesellschaft und der Boheme fand. Diese bevölkern nicht nur seine Gemälde und Grafiken, sondern vor allem die Werbeplakate Toulouse-Lautrecs. Immer wieder widmete er sich einsamen Frauen in Cafés, männliche Kunden und käufliche Damen, Sängerinnen und Berühmtheiten wie Aristide Bruant und Yvette Guilbert oder La Goulue und Jane Avril.

Wie Lautrec entwickelte auch Pablo Picasso eine unstillbare Neugier auf die Exzesse des Pariser Nachtlebens. Von Toulouse-Lautrec lernte er, die Silhouetten zu überzeichnen und so den Figuren ein karikaturhaftes Erscheinungsbild zu geben. Eros und Sexualität, finanzielle und andere Abhängigkeiten werden so wenig subtil, aber dafür umso prägnanter in Szene gesetzt.

Zirkus und Artisten

Die Welt des Zirkus – Reiter, Clowns, Jongleure und Akrobaten – ist sowohl bei Toulouse-Lautrec wie Picasso äußerst präsent. Für die Künstler stand die spielerische und spontane Seite des Zirkus im Vordergrund. Gleichzeitig identifizierten sie sich mit dem Harlekin und dem Clown, die beide am Rande der Gesellschaft standen. Desgleichen empfanden sie in Hinblick auf die gesellschaftliche Position des Künstlers. Im Gegensatz zu Lautrec interessierte sich Picasso nicht für Pferde und deren Dressur. Toulouse-Lautrecs Vater hingegen war ein begeisterter Reiter und besuchte mit seinem Sohn den Zirkus Medardo in Paris. Als bei dem Vierzehnjährigen die Krankheit ausbrach und er monatelang das Bett hüten musste, zeichnete er schon Pferde und Reiter. Und auch während seiner Rekonvaleszenz von Alkohol- und Drogenmissbrauch im Spital von Neuilly 1899 wandte er sich diesem Thema zu: Aus der Erinnerung zeichnete er Akrobaten und Dressurreiterinnen und überzeugte mit der Präzision der Ausführung seine Ärzte von seiner vermeintlichen Genesung.

Anfang des Jahres 1902 wandte sich Pablo Picasso melancholischeren Szenen zu. Dafür setzte er erneut Harlekins und Spaßmacher ein, denn sie verkörperten für ihn die Verstoßenen von Paris. „Das kärgliche Mahl“ (September 1904) ist ein früher Versuch im Bereich Druckgrafik und ein gutes Beispiel für die Trostlosigkeit und die Abgründigkeit der gezeigten Schicksale dieser Phase (→ Pablo Picasso: Blaue Periode). Zwischen 1904 und 1905 findet man diese Entfremdung auch in der berühmten Radierung „Das Mahl der Armen“ (Paris, September 1904) und die Gouache „Die Milchflasche“[noe]Gouache auf schwerem Karton, 62.5 × 45.1 cm (The Museum of Fine Arts, Houston).[/note] (1905). Werke wie die Gouache „Frau aus Majorca” (1905) aus dem Pushkin Museum in Moskau, die eine Akrobatin als Verführerin Circe zeigt, sowie „Sitzender Harlekin“ (Paris 1905) aus der Rosa Periode belegen, dass der Einfluss von Toulouse-Lautrecs Bildwelt auch noch in dieser Phase von Picassos Werk andauerte.

Frauen

Prostitution war ein weiteres Thema, das beide Künstler miteinander verband. Hiermit endet jedoch die Übereinstimmung zwischen Lautrec und Picasso. Während der Franzose mit Empathie auf die Frauen blickte, ist Picassos erotischer und manchmal pornografischer Blick alles andere als mitfühlend. „Elles“ zeigt die Frauen im sogenannten maison close auf der Rue des Moulins, wo Toulouse-Lautrec mehr oder weniger wohnte. Dadurch hatte er einen einzigartigen Blick auf die „weibliche Welt“, bestehend aus Toilette, Ankleiden, Kartenspiel, beim einander Kosen oder einfach gemeinsam am Tisch Sitzen. Die 1896 entstandene Lithografie-Serie war gleichsam unverkäuflich, so unerhört wurden die Szenen empfunden. Einen ähnlichen Zugang nutzte Picasso nur 1902, als er Syphiliskranke im Spital von Saint Lazare skizzierte.

Erotische Gemälde waren traditionell in beschränkt zugänglichen Räumen aufgehängt. Im Jahr 1884 malte Toulouse-Lautrec den Akt „La Grosse Maria, Venus of Montmartre“. Das Modell wurde inzwischen als Marie-Clémentine identifiziert, einer Akrobatin vom Zirkus Molier, die wenig später als die Malerin Suzanne Valadon und von 1886 bis 1888 Toulouse-Lautrec Geliebte bekannt wurde. Die Akte, die Edgar Degas auf der letzten, der achten Impressionisten-Ausstellung 1886 präsentierte, inspirierten Lautrec zu Bildern von Frauen mit weniger offensiven erotischen Bedeutungen, darunter „Rothaariger Akt, hockend“ (1897) und „Bett“ (1898), eines der letzten Bilder über Prostitution.

Picassos Zugang zu sexuellen Themen, den der Kurator als „irdischer“ und manchmal gewalttätig bezeichnet, zeigt sich in Akten wie „Jeanne (Liegende Frau)“ und „Pipo“ (beide 1901). Sein während der 1960er Jahre entstandenes Spätwerk kreist ebenfalls um den weiblichen Körper und die erotische Anziehung zwischen Mann und Frau. „Liegender weiblicher Akt“ (1965), „Venus und Cupido“ (1968) und „Das Paar“ (1969) zeigen exzessive und entstellte Formen. Wie schon in „Les Demoiselles d´Avignon [Die Fräulein von Avignon]“ thematisierte Picasso in den 1960ern Bordelle.

Kuratiert von Francisco Calvo Serraller, Professor für Kunstgeschichte an der Universidad Complutense, Madrid, und Paloma Alarcó, Chefkuratorin für Moderne Malerei am Museo Thyssen-Bornemisza.

Picasso/Lautrec: Bilder

  • Henri de Toulouse-Lautrec, Lesende Frau im Café, um 1886, Öl/Lw, 61 × 50 cm (Abelló Collection, Madrid)
  • Henri de Toulouse-Lautrec, Selbstkarikatur (Selbstporträt) auf der Rückseite des Plakats von „Divan Japonais“, 1893, Plakat, 80 x 61,5 cm (Fundación Pierre Ginadda, Martigny)
  • Henri de Toulouse-Lautrec, Diese Damen im Esszimmer, 1893–1895, Öl auf Leinwand, 60,2 x 80,7 cm (Szepmüveszeti Muzeum, Budapest © Szepmüveszeti Muzeum, Budapest)
  • Henri de Toulouse-Lautrec, Im Café, der Gast und die bleichsüchtige Kassiererin, 1898 (Kunsthaus Zürich)
  • Henri de Toulouse-Lautrec, Im Zirkus: Gang in die Manege, 1899, Bleistift und Farbe auf Papier, 31 x 20 cm (The J. Paul Getty Museum, Los Angeles)
  • Henri de Toulouse-Lautrec, Rothaarige (Die Toilette), 1899, Öl/Karton, 67 x 54 cm (Musée d'Orsay, Paris, Legat von Pierre Goujon, 1914)
  • Pablo Picasso, Gustave Coquiot, Paris 1901, ÖL/Lw, 100 x 81 cm (Musée National Picasso, Paris, Deposit Centre Pompidou, Paris, Musée national d’art moderne/Centre de creation industrielle, Erworben von den Musées nationaux 1933) © Sucesiòn Pablo Picasso, VEGAP, Madrid, 2017 © Centre Pompidou, MNAM-CCI, Dist. RMN-Grand Palais/Béatrice Hatala.
  • Pablo Picasso, Die Kunden, Paris 1901, Öl/Lw, 47,3 x 62,4 cm (Museum of Art, Rhode Island School of Design, Providence. Legat von George Pierce Metcalf) © Sucesiòn Pablo Picasso, VEGAP, Madrid, 2017.
  • Pablo Picasso, Sitzender Harlekin, Paris 1905, Aquarell und schwarze Tusche auf Karton, 57,2 x 41,2 cm (Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Museum Berggruen) © Sucesiòn Pablo Picasso, VEGAP, Madrid, 2017.
  • Pablo Picasso, Sitzender Mann mit Hut, 1972, Öl/Lw, 145,5 x 114 cm (Museum Frieder Burda, Baden-Baden), © Sucesión Pblo Picasso, VEGAP, Madrid, 2017

Weitere Beiträge zu Henri de Toulouse-Lautrec und Pablo Picasso

17. Februar 2024

Paris | Musée de l’Orangerie: Sammlung Museum Berggruen Picasso – Klee – Matisse – Giacometti | 2024

97 Werke der Sammlung Museum Berggruen in Paris, darunter die Hauptwerke „Der Gelbe Pullover“ (1939) und „Großer Liegender Akt“ (1942) von Pablo Picasso, „Madame Cézanne“ (1885) von Paul Cézanne und „Die Seilspringerin“ von Henri Matisse (1952).
27. Dezember 2023
Max Ernst, Der Hausengel (Lenbachhaus, München)

München | Lenbachhaus: Surrealismus + Antifaschismus Aber hier leben? Nein Danke. | 2024/25

Der Surrealismus war eine politische Bewegung von internationaler Reichweite und internationalistischer Haltung. Das Lenbachhaus arbeitet deshalb mit dem zentralen Begriff des Antifaschismus. Die Ausstellung sieht sich als Bündelung von Versuchen, einen immer noch eng definierten und politisch verharmlosten surrealistischen Kanon zu revidieren
10. November 2023
Edvard Munch, Das weinende Mädchen, Detail, 1909 (LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster © LWL/Neander)

Münster | LWL-Museum: Akte – Nudes Radikal nackt | 2023/24

Akte aus der Tate London und des LWL-Museums, präsentiert in thematischen Gruppen vom historischen Akt, von den privaten und modernen Aktdarstellungen sowie surrealen Körpern bis hin zu politisch aufgeladenen und fragilen Darstellungen des nackten Körpers.
19. Oktober 2023
Picasso, Faun, Vogel und Pferd, 1936 (Musée Picasso, Paris)

Paris | Centre Pompidou: Picasso. Zeichnungen Picassos gezeichnetes „Tagebuch“ | 2023

Nahezu 1.000 Werke – Notizbücher, Zeichnungen und Drucke – werden für die Ausstellung zusammengestellt. Die Zeichnungen werden teils erstmals präsentiert und bieten eine Art zwanghaft geführtes „Tagebuch“ zum Lesen.
13. Oktober 2023
Pablo Picasso, Violon, Detail, 1915, geschnittenes, gefaltetes und bemaltes Blech, Eisendraht, 100 x 63,7 x 18 cm (Musée national Picasso, Paris)

Hamburg | Hamburger Kunsthalle: Das Relief von Rodin bis Picasso Herausragend! | 2023/24

Mit rund 130 Exponaten – Reliefs, Skulpturen, Plastiken und Gemälden – von über 100 Künstler:innen aus Europa und den USA nimmt die Ausstellung die Ausprägungen des Reliefs von 1800 bis in die 1960er Jahre in den Blick.
8. Oktober 2023
Edgar Degas, Die Büglerin, Detail, um 1869, Öl-Lw; 92.5 x 73.5 cm (Neue Pinakothek München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, 14310)

Cleveland | Cleveland Museum of Art: Degas und die Wäscherin Frauen, Arbeit & Impressionismus | 2023

Degas schuf von den 1850ern bis 1902 etwa 30 Darstellungen von Wäscherinnen, welche das Cleveland Museum of Art erstmals vereint.
7. Oktober 2023
Claude Monet, Unter den Pappeln, Detail, 1887, Öl/Lw, 73 x 92 cm, Wildenstein 1136 (Privatsammlung)

Bremen | Kunsthalle Bremen: Französischer Impressionismus. Monet bis Van Gogh Geburtstagsgäste zum 200. Jubiläum des Kunstvereins | 2023/24

Die Jubiläumsausstellung feiert die herausragende Bedeutung Bremens und Deutschlands bei der Durchsetzung der französischen Kunst der Moderne - vom Realismus über den Impressionismus zum Postimpressionismus. Zimelien der Bremer Sammlung treffen auf hochkarätige Gäste aus deutschen Museen, mit Werken von Courbet, Manet, Monet, Renoir, Van Gogh.
1. Oktober 2023
Pablo Picasso, Drei Frauen am Brunnen, Detail, Fontainebleau, Sommer 1921, Öl-Lw, 203.9 x 174 cm (MoMA, New York, Gift of Mr. and Mrs. Allan D. Emil. 332.1952)

New York | MoMA: Picasso in Fontainebleau Suche nach Klassik | 2023/24

Die Sommermonate 1921 verbrachte Pablo Picasso in Fontainebleau, einem noblen Vorort von Paris. Diese Zeit stellte für den Künstler eine Zeit enormer Kreativität dar.
30. September 2023
Jasper Johns, 2014, Foto: John Lund

Basel | Kunstmuseum Basel: Jasper Johns — Der Künstler als Sammler Von Cézanne bis de Kooning | 2023/24

Circa 80 Zeichnungen aus der Sammlung von Jasper Johns zeigen zum Großteil den menschlichen Körper - von Cézanne, Picasso, de Kooning zu Kollwitz, Duchamp und Sol LeWitt.
17. September 2023
Picasso - Beckmann, Von der Heydt-Museum 2023

Wuppertal | Von der Heydt-Museum: Pablo Picasso – Max Beckmann Mensch, Mythos, Welt | 2023

Das Von der Heydt-Museum war das erste Museum weltweit, das 1911 ein Gemälde von Pablo Picasso erworben hat. Erstmals ermöglicht das Museum in Wuppertal einen Vergleich mit Werken von Max Beckmann.
13. September 2023
Picasso, Frauenakt mit verschränkten Armen, Studie für Les Demoiselles d'Avignon, Frühjahr 1907, Öl/Lw, 90,5 x 71,5 cm (Musée Picasso, Paris, Inv.-Nr. MP16)

Paris | Musée du Luxembourg: Gertrude Stein und Picasso Erfindung einer Sprache | 2023/24

Indem die Ausstellung im Musée du Luxembourg die Komplizenschaft der beiden Kunstschaffenden untersucht, ermöglicht sie den Erfindungsreichtum von Picasso und Gertrude Stein nachzuzeichnen - und zeigt auch ihre Zeitgenossen und künstlerischen "Nachkommen" von Matisse, Gris und Duchamp über Johns & Rauschenberg zu Warhol und Bob Wilson.
2. September 2023
Henri Matisse, Interieur in Collioure (oder La Sieste), Detail, 1905 (Sammlung Gabriele und Werner Merzbacher, Dauerleihgabe im Kunsthaus Zürich © Succession H. Matisse / 2022, ProLitteris, Zurich)

Basel | Kunstmuseum Basel: Matisse, Derain und ihre Freunde Pariser Avantgarde 1904–1908 | 2023/24

Überblick zur Entwicklung des Fauvismus mit weiblicher Beteiligung! Das Kunstmuseum Basel stellt die Malerinnen Émilie Charmy und Marie Laurencin vor und gibt erstmals Einblick in die Aktivitäten der Galeristin Berthe Weill.
1. September 2023
Marc Chagall, Daphnis et Chloé, Detail, 1961 (Folkwang Museum, Essen © VG Bild-Kunst, Bonn 2022)

Essen | Folkwang Museum: Chagall, Matisse, Miró Made in Paris | 2023

Basierend auf der Sammlung des Museum Folkwang, die um internationale Leihgaben erweitert wird, präsentiert die Ausstellung herausragende Werke, darunter „Jazz“ von Henri Matisse, „La Tauromaquia“ von Pablo Picasso, „A toute épreuve“ von Joan Miró oder die Radierungen Marc Chagalls zur hebräischen Bibel.
15. Juni 2023
Pablo Picasso, Sirenenlied, 1957, Terrakotta in Form einer Meerjungfrau mit dickem, gebogenem Griff, verziert mit Engalba und Metalloxiden (Museu del Disseny, Barcelona © Succession Picasso, VEGAP, Madrid, 2023)

Barcelona | Museu del Disseny: Picasso und die spanische Keramik Picassos Testament | 2023

Picassos Bewunderung und seine Begegnung mit Lluís Maria Llubià führten dazu, dass Picasso 16 Keramiken an die Kunstmuseen von Barcelona schenkte. Sie werden 2023 zusammen mit spanischen Keramiken gezeigt.
24. Mai 2023
Yves Klein, Relief éponge bleu (Kleine Nachtmusik), 1960, Städel Museum, Frankfurt am Main, © The Estate of Yves Klein / VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Frankfurt | Städel Museum: Das Relief von Rodin bis Picasso Herausragend! | 2023

Die Möglichkeiten des Reliefs von 1800 bis in die 1960er Jahre, von Thorvaldsen bis Bontecou.
12. Mai 2023
Pablo Picasso, Le Moulin de la Galette, Detail, Paris, ca. November 1900, Öl/Lw, 89.7 x 116.8 cm (Solomon R. Guggenheim Museum, New York, Thannhauser Collection, Gift, Justin K. Thannhauser 78.2514.34. Photo: Midge Wattles, Solomon R. Guggenheim Foundation, New York Solomon R. Guggenheim Museum, New York © 2023 Estate of Pablo Picasso / Artists Rights Society (ARS), New York)

New York | Guggenheim Museum: Der junge Picasso in Paris Le Moulin de la Galette | 2023

Rund um Picassos „Le Moulin de la Galette“ (ca. November 1900) analysiert die Ausstellung die künstlerische Produktion des Spaniers während seiner ersten beiden Aufenthalte in Paris.
6. Mai 2023
Picasso, Buste d´Homme, 1969, Detail (Horten Collection, Wien)

Wien | Horten Museum: Picasso, Chagall, Klein und ihre Zeit Rendez-vous in Paris und der Côte d’Azur | 2023

Sammlungskünstler:innen und ihre Lebensorte in Frankreich von Paris bis in den Midi. Mit Werken von Picasso, Chagall, Klein, Braque, Dubuffet, Laurencin, Léger, Poliakoff, Renoir, Signac, Soutine, de Saint Phalle uvm. | 2023
4. April 2023
Pablo Picasso, Die orangefarbene Bluse – Dora Maar [Le corsage orange – Dora Maar], 21.04.1940, Öl auf Leinwand, 73 × 60 cm (Sammlung Würth, Foto: Volker Naumann, Schönaich © Succession Picasso/Bildrecht, Wien 2022)

Wien | Leopold Museum: Highlights der Sammlung Würth Amazing | 2023

Hans-Peter Wipplinger stellt eine für das Leopold Museum maßgeschneiderte Auswahl vom Impressionismus bis in die Kunst der Gegenwart zusammen. Obschon Malerei triumphiert wird auch die Skulptur thematisiert werden. Das Publikum darf sich freuen auf Charakteristisches von Max Liebermann, Metamalerei von Gerhard Richter bis Anselm Kiefers Aufarbeitung der Vergangenheit, österreichische Kunst der 1950er bis in die 1980er sowie einige Vertreter der französischen Avantgarde.
25. März 2023
Paul Cézanne, Badende (Les Grandes Baigneuses), Detail, um 1894–1905, ÖlLw, 127.2 × 196.1 cm (© National Gallery, London)

London | National Gallery: Cézanne, Klimt, Mondrian, Picasso und die Moderne Europas Radikale Kunst nach dem Impressionismus | 2023

Die National Gallery in London zeigt mit „After Impressionism [Nach dem Impressionismus]“ in acht Räumen, wie moderne Strömungen der Klassischen Moderne fernab von Paris entwickelt wurden.
24. März 2023
Joachim Lutz, Ruchera (Höhle), Detail, Simbabwe, 1929, Aquarell auf Papier (© Frobenius-Institut Frankfurt am Main)

Darmstadt | Hessisches Landesmuseum: Urknall der Kunst Höhlenmalerei und Moderne | 2023

Für die Künstler der Moderne war die Entdeckung der Höhlenmalereien ein Schlüsselerlebnis. Die Ausstellung stellt die Felszeichnungen in den Dialog mit Werken von Joan Miró, Paul Klee, Pablo Picasso, Hans Arp, Willi Baumeister und André Masson und schlägt den Bogen zur Kunst von Joseph Beuys.
  1. Antonia Vallentin, Pablo Picasso, Frankfurt a. M. 1959, S. 51, zit. n. Jürgen Glaesemer (Hg.), Der junge Picasso. Frühwerk und Blaue Periode (Ausst.-Kat. Kunstmuseum Bern, Dezember 1984–17.2.1985), Zürich 1984, S. 222.
  2. Zitiert nach Paloma Alarcó, Picasso/Lautrec: Elective Affinities, in: Picasso/Lautrec (Ausst.-Kat.), Madrid 2017, S. 35.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.