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Paris | Musée de l’Orangerie: Berthe Weill Galeristin der Moderne | 2025/26

Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 8. Oktober 2025

Im Jahr 1901 eröffnete Berthe Weill (1865–1951) eine Galerie in der Rue Victor-Massé 25 im Viertel Pigalle. Sie beschloss, sich an der Seite der Künstler:innen ihrer Zeit zu engagieren, indem sie trotz begrenzter Mittel zu deren Bekanntheit und anschließend zur Entwicklung ihrer Karrieren beitrug. Unter ihnen befinden sich einige der größten Namen der Avantgarde, aber auch andere, die heute weniger bekannt sind. Mit ungebrochenem Enthusiasmus und Beharrlichkeit war Berthe Weill ihre Stimme und unterstützte sie fast vierzig Jahre lang, bis zur Schließung ihrer Galerie 1940 – im Kontext von Krieg und Judenverfolgung, der sie selbst entgehen konnte.

Berthe Weill.
Galeriste d’avant-garde

Frankreich | Paris: Musée de l'Orangerie
8.10.2025 – 26.1.2026

Berthe Weill im Musée de l'Orangerie 2025

Bereits 1933 hatte Berthe Weill ihre Erinnerungen an drei Jahrzehnte Tätigkeit unter dem Titel „Pan! Im Auge...“ veröffentlicht, eine Pionierarbeit in diesem literarischen Genre. Die Karriere von Berthe Weill im Kunsthandel, die eine Zeit lang beinahe ausgelöscht worden ist, ist heute noch nicht voll sichtbar, gelten doch Daniel-Henry Kahnweiler, Paul und Léonce Rosenberg, Ambroise Vollard und Paul Guillaume als die bekanntesten Persönlichkeiten. Die Ausstellung möchte deshalb einen noch wenig bekannten Teil der Geschichte der modernen Kunst beleuchten.1

Die Ausstellung lädt dazu ein, Werdegang und Persönlichkeit der Galeristin zu entdecken und einige kunsthistorisch bedeutende Momente zu erleben. Das Musée de l‘Orangerie zeichnet auch das Wirken einer Galerie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in seiner Kontinuität und seinen Abenteuern nach. Rund 100 Werke – Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Druckgrafiken und Schmuck – erinnern an die von Berthe Weill organisierten Ausstellungen und ihren historischen Kontext. Werke von Pablo Picasso, Henri Matisse, Diego Rivera und Amedeo Modigliani sind deshalb neben denen von Emilie Charmy, Pierre Girieud und Otto Freundlich zu sehen.

Berthe Weill engagierte sich seit Beginn des Jahrhunderts für die Förderung von Künstlern und Künstlerinnen, stets unter dem Motto: ein „Platz für die Jugend“, wie sie auf ihrer Werbekarte notiert. Zur Jugend zählte u.a. Pablo Picasso, dessen Verkäufe sie 1902 bereits kurz nach der Eröffnung ihrer Galerie B. Weill in der 25, rue Victor Massé unterstützte, bis zu Amedeo Modigliani, dem sie im Dezember 1917 in der 50 rue Taitbout die einzige Einzelausstellung seines Lebens widmete. Zudem beteiligte sich Berthe Weill schon früh an der Anerkennung des Fauvismus, indem sie regelmäßig Ausstellungen der Gruppe rund um Henri Matisse organisierte.

Wenig später kämpfte die Galeristin zusammen mit den Künstler:innen des Kubismus und in den 1920ern mit den Künstler:innen der Pariser Schule für die Entstehung neuer Formen in der Kunst, aber auch gegen Konservatismus und Fremdenfeindlichkeit. Trotz aller Wechselfälle blieb ihr Interesse an jungen Künstlerinnen und Künstlern ungebrochen. So setzte sich Berthe Weill vehement für sehr unterschiedliche Persönlichkeiten ein, von denen einige keiner bestimmten Bewegung angehörten, und gab ihnen eine Chance, indem sie eine oder mehrere Ausstellungen organisierte. Sie förderte auch eine Reihe von Künstlerinnen, ohne Vorurteile gegenüber Geschlecht oder Schule, von Émilie Charmy, die sie von 1905 bis 1933 regelmäßig ausstellte und die sie als „Freundin ihres Lebens“ bezeichnete, bis zu Jacqueline Marval, Hermine David und sogar der damals sehr prominenten Suzanne Valadon.

Bis zur endgültigen Schließung ihrer Galerie im Jahr 1940 organisierte sie Hunderte von Ausstellungen. 1951, kurz nach ihrem Tod am 17. April 1951, präsentierte Berthe Weill noch einmal mehr als 300 Künstlerinnen und Künstler an den vier aufeinander folgenden Adressen ihres Wirkens: 25, rue Victor-Massé; 50, rue Taitbout von 1917; 46, rue Laffitte von 1920 bis 1934 und schließlich 27, rue Saint-Dominique.

Kuratiert von Sophie Eloy, Sammlungsleiterin, Anne Grace, Kuratorin für moderne Kunst am Montreal Museum of Fine Arts, Lynn Gumpert, Direktorin des Gray Art Museum, New York University, New York, Marianne Le Morvan (Gastkuratorin), Gründerin und Direktorin des Archiv Berthe Weill, Ausstellungskuratorin und unabhängige Forscherin. Die Ausstellung wurde vom Gray Art Museum in New York, dem Musée des Beaux-Arts de Montréal und dem Musée de l'Orangerie in Paris organisiert.

Ausstellungsvorschau

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    25. Januar 2026
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    22. Januar 2026
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  • Mark Rothko, Nr. 3/Nr. 13, 1949 © Digital Image, The Museum of Modern Art, New York / Scala, Florenz © 1998 von Kate Rothko Prizel und Christopher Rothko / Artists Rights Society (ARS), New York / SIAE, Rom
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  • Herbert Boeckl, Gruppe am Waldrand, Detail, 1920 (© Leopold Museum, Wien)
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  • Charlotte Perriand im Refuge Bivouac, 1937, © Archives Charlotte Perriand.
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  • Linz | LENTOS: Max Pechstein
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  • Jiří Kolář, Das ausruhende Nationaltheater, 1960 (Lentos Kunstmuseum Linz, Bildrecht, Wien 2026)
    Linz | LENTOS: 200 Jahre Fotografie
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  • Ewa Partum, 1972
    Linz | Francisco Carolinum: Ewa Partum
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  • Annegret Soltau im Städel 2025, Installationsansicht, Foto: Städel Museum – Norbert Miguletz
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    15. Dezember 2025
  • Marina Abramović, Pietà (Anima Mundi), Detail, 1983–2002, C-print, 183 × 183 × 5.5 cm
    Venedig | Gallerie dell’Accademia: Marina Abramović
    15. Dezember 2025
  • François-Xavier Lalanne, Singe Avisé (très grand), 2005/2008 (Heidi Horten Collection, Wien)
    Wien | Heidi Horten Collection: Animalia. Von Tieren und Menschen
    15. Dezember 2025
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Detail, Arles, Januar 1889, Öl/Lw, 95 cm x 73 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Foundation)
    Amsterdam | Van Gogh Museum: Gelb. Über Van Goghs Farbe
    14. Dezember 2025
  • André Derain, Brücke über den Riou, 1906 (MoMA)
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    13. Dezember 2025
  • Kurt Schwitters, Ausgerenkte Kräfte, 1920/möglicherweise 1938, Detail, Collage und Assemblage mit Fragmenten aus Stoff, Druckerzeugnissen, Pappe, Holz und Metall sowie Öl auf Karton in eigenhändigem Holzrahmen 105,5 x 86,7 x 9 cm (mit Kasten) (Kunstmuseum Bern, Schenkung Professor Dr. Max Huggler, 1966 © Kunstmuseum Bern)
    Paris | Musée Picasso: Kurt Schwitters
    10. Dezember 2025
  • Rembrandt van Rijn, Selbstbildnis mit Mütze, den Mund geöffnet, Detail, 1630, Radierung, 5,1 x 4,6 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk, Foto: Christoph Irrgang)
    Wien | Albertina: Faszination Papier. Neue Perspektiven auf die Sammlung
    9. Dezember 2025
  • Richard Prince, Untitled (cowboy), 1999, Ektacolor photograph, edition of 3, 154.9 x 82.6 cm
    Wien | Albertina: Richard Prince
    9. Dezember 2025
  • Winfred Gaul, Autobahn II,1965 (Stiftung Sammlung Kemp, Kunstpalast, Düsseldorf © VG Bild-Kunst, Bonn; Foto: Kunstpalast – LVR-ZMB – Annette Hiller)
    Düsseldorf | Kunstpalast: Winfred Gaul
    9. Dezember 2025
  • Jörg Immendorff, Landschaft, die ich brauche, Öl auf Leinwand, 220 x 270 cm (Kunstpalast, Düsseldorf, Foto: Kunstpalast, Düsseldorf – LVR-ZMB – Stefan Arendt, © Nachlass Jörg Immendorff)
    Düsseldorf | Kunstpalast: Jörg Immendorff
    9. Dezember 2025
  • Niki de Saint Phalle, I am the Nana Dream House, 1967, Druck © Niki Charitable Art Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn 2025
    Düsseldorf | Kunstpalast: Niki de Saint Phalle. Dream Machine
    8. Dezember 2025
  • Elmgreen & Dragset, The Visitor mit Stillleben mit Gemüse, The Visitor, 2025, Bronze, Lack, 178 x 61 x 33,5 cm; Cornelis de Heem, Stillleben mit Gemüse und Früchten vor einer Gartenbalustrade, 1658, Öl auf Kupfer, 69,8 x 87,1 cm (Städel Museum, Frankfurt a.M., Foto: Studio Elmgreen & Dragset)
    Frankfurt | Städel Museum: Elmgreen & Dragset. Stillleben mit Gemüse
    8. Dezember 2025
  1. Diese Ausstellung findet im Rahmen einer 2023 mit Modigliani, einem Maler und seinem Händler, begonnenen Reihe statt, die sich dem Kunstmarkt widmet und darauf abzielt, die Mechanismen der Entstehung der Avantgarden des 20. Jahrhunderts und der oft bemerkenswerten Persönlichkeiten besser zu verstehen die seine Funktionsweise gestalten.
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