0

Ausstellungen in den Tate Museen 2019 200 Jahre Kunstgeschichte von William Blake zu Olafur Eliasson

Mark Leckey, Vincent van Gogh

Mark Leckey, Vincent van Gogh

Die vier Tate Galerien in London, Liverpool und St. Ives geben ihr Ausstellungsprogramm 2019 bekannt. Man ist stolz, „200 Jahre bahnbrechende Kunst, von William Blakes visionären Gemälden und Drucken zu Otobong Nkangas nachdenklich stimmenden Installationen und Performances“ anzukündigen, wie in der Aussendung betont wird. Dazu kommen noch monografische Präsentationen von Künstlerinnen und Künstlern aus Asien, Afrika, Europa und Amerika, darunter Olafur Eliasson, Natalia Gontscharowa, Keith Haring, Nam June Paik, Dorothea Tanning und Vincent van Gogh.

Die Tate Britain zeigt innerhalb des kostenlos zugänglichen Art Now Programms weiterhin zeitgenössische Arbeiten von Lisa Brice, Marguerite Humeau and Rachel Maclean und Jesse Darling. Die regelmäßigen Film Screenings der Tate Modern werden durch Künstlergespräche und Retrospektiven im Starr Cinema erweitert.

 

Ausstellungen in der Tate Modern 2019

Pierre Bonnard: The Colour of Memory (23.1.–6.5.2019, Tate Modern, Eyal Ofer Galleries)

In der Tate Modern beginnt das Jahr 2019 mit „Pierre Bonnard: The Colour of Memory“. In der Ausstellung wird der beliebte französische Maler mit stimmungsvollen Momenten, farbintensiven Landschaften und intimen Interieurs vorgestellt.

Organisiert gemeinsam mit der Ny Carlsberg Glyptothek Kopenhagen und dem Kunstforum Wien.
Unterstützt durch den Bonnard Exhibition Supporters Circle und Tate Members

 

 

Franz West (20.2.–2.6.2019, Tate Modern)

Ab 20. Februar 2019 stehen Franz Wests respektlose und spielerische Skulpturen, Collagen und Installationen im Zentrum – zudem hat der österreichische Bildhauer sie eigens für seine Freundin und Künstlerkollegin Sarah Lucas gestaltet.

Organisiert von der Tate Modern und dem Centre Pompidou, Musée National d’Art Moderne, Paris, wo die Retrospektive vom 12. September bis zum 10. Dezember 2018 gezeigt wird.
Unterstützt durch das Franz West Exhibition Supporters Circle und Tate Americas Foundation.

 

 

Dorothea Tanning (27.2.–9.6.2019, Tate Modern)

Die erste Retrospektive zu Dorothea Tanning seit ihrem Tod im Jahr 2012 wird nach ihrer Erstpräsentation im Museo Reina Sofia, Madrid (3.10.2018–7.1.2019), in der Tate Modern zu sehen sein. In ihrem 70-jährigen Werk entwickelte sie traumartige Szenerien in der Malerei und weiche Skulpturen, mit denen sie Konzepte zu Körper und Identität befragte (→ Surreale Begegnungen: Dalí, Ernst, Miró, Magritte ...).

Organisiert vom Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid (3.10.2018–7.1.2019), in Zusammenarbeit mit der Tate Modern.
Unterstützt durch Destina Foundation und Tate Members.

 

BMW Tate Live Exhibition (22.–31.3.2019, Tate Modern)

BMW Tate Live in Partnerschaft mit BMW

 

Natalia Gontscharowa (6.6.–8.9.2019, Tate Modern, The Eyal Ofer Galleries)

Die größte jemals in Großbritannien gezeigte Ausstellung zu Natalia Gontscharowa wird ihre Rolle als eine führende Künstlerin der Russischen Avantgarde besonders nachvollziehbar machen (→ Chagall bis Malewitsch. Russische Avantgarden). Sowohl in der Malerei wie im Design schuf sie bahnbrechende Arbeiten, mit denen sie die Grenzen der jeweiligen Kunstrichtung überschritt.

Organisiert von der Tate Modern in Zusammenarbeit mit dem Palazzo Strozzi, Florenz (2019), und dem Ateneum Art Museum, Helsinki.
Unterstützt durch LetterOne and Mr. Petr Aven.

 

 

Olafur Eliasson (11.7.2019–5.1.2020, Tate Modern)

Der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson war bereits 2003 für seine Installation „The weater project“ in der Tate Modern international gewürdigt worden. Im Juli 2019 kehrt er für eine großangelegte Ausstellung und ein Kunstwerk im öffentlichen Raum nach London zurück.

 

 

Hyundai Commission (2.10.2019–5.4.2020, Tate Modern)

In Partnerschaft mit Hyundai Motor

 

Nam June Paik: The Future Is Now (17.10.2019–9.2.2020, Tate Modern)

Nam June Paik ist berühmt für seine Beiträge zur „Geburt“ der medienbasierten Kunst – wie Video und TV. Die Tate Modern stellt die wichtigsten Arbeiten des in Korea geborenen Künstlers vor und seine Rolle einmal mehr zur Diskussion.

 

 

Ausstellungen in der Tate Britain 2019

Don McCullin (5.2.–6.5.2019)

Die Retrospektive des Fotografen Don McCullin ist dessen berühmten Aunahmen zu den Konfliktregionen Vietnam, Nordirland und Syrien gewidmet. Der 2017 in den Adelsstand erhobene Fotojournalist begann Ende der 1950er Jahre mit Aufnahmen von sozialen Randgruppen auf sich aufmerksam zu machen. Dann arbeitete über Jahrzehnte für die Sunday Times und prägte mit seinen Bildern die Wahrnehmung der wichtigsten Konflikte. Im ländlichen oder urbanen Großbritannien ist er gleichermaßen zu Hause.

 

 

Tate Britain Commission (12.3.–6.10.2019, Tate Britain)

 

The EY Exhibition: Van Gogh and Britain (27.3.–11.8.2019, Tate Britain)

Die wichtigste Ausstellung der Tate Britain 2019 wird „The EY Exhibition: Van Gogh und Großbritannien“ sein. Welchen Einfluss hatte Vincent van Goghs Aufenthalt in Großbriannien auf sein Künstlertum? Welchen Einfluss übten britische Künstler auf sein Kunstverständnis aus? Wann kamen seine Gemälde über den Kanal?

Teil der Partnerschaft zwischen The EY Tate Arts, zusätzliche Unterstützung kommt von den Tate Members.

 

 

Frank Bowling (31.5.–28.8.2019, Tate Britain)

Tate Britain wird die vibrierenden abstrakten Gemälde von Frank Bowling erstmals in einer Museumsretrospektive zeigen. Der Brite wurde 1936 in Guyana geboren, studierte mit David Hockney und ist das erste dunkelhäutige Mitglied der Royal Academy. Seine Gemälde werden in den 1960ern dem Abstrakten Expressionismus und der Farbfeldmalerei zugeordnet (→ Abstrakter Expressionismus | Informel).

 

William Blake (11.9.2019–2.2.2020, Tate Britain)

Der populäre britische Künstler William Blake steht im Herbst im Zentrum der Aufmerksamkeit in der Tate Britain. Lässt sich sein romantisch-düsteres Werk neu interpretieren? Wie wirkten sich Krieg, Revolution und Unterdrückung auf seine Bildwelten aus?

 

 

Mark Leckey (24.9.2019–5.1.2020, Tate Britain)

Der Turner Prize Gewinner Mark Leckey zeigt in der Tate Britain, wie Popkultur und die digitale Welt zusammengehen.

 

 

Turner Prize 2019 (September 2019–Januar 2020, Turner Contemporary, Margate)

Supported by Kent County Council, Arts Council England and BNP Paribas

 

Ausstellungen in der Tate Liverpool 2019

We Have Your Art Gallery (Frühjahr 2019, Tate Liverpool)

Keith Haring (14.6.–10.11.2019, Tate Liverpool)

Es ist kaum zu glauben, aber in der Tate Liverpool wird 2019 die erste Retrospektive zu Keith Haring in Großbritannien zu sehen sein. Seine ikonischen Bildzeichen stehen als Synonyme für die New Yorker Kunstszene der frühen 1980er Jahre. Der Künstler und politische Aktivist zog seine Inspiration von der Straße und der Pop Art.

 

 

Sol Calero (14.6.–10.11.2019, Tate Liverpool)

Die in Berlin ansässige Künstlerin Sol Calero (* 1982) macht großformatige Installationen für die Galerie in Liverpool.

 

 

Ausstellungen in der Tate St. Ives 2019

Das Museum in Cornwall wird die erste Museumsausstellung der ägyptisch-kanadischen Künstlerin Anna Boghiguian ausrichten, deren Zeichnungen, Installationen und Bücher Geschichte, Mythen, Philosophie und Politik miteinander verweben.

 

Anna Boghiguian (19.1.–6.5.2019)

Die ägyptische Künstlerin Anna Boghiguian (* 1946) arbeitet in den Medien Zeichnung, Malerei und Collage. Die in Kairo geborene Boghiguian studierte bis 1969 Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft an der American University on Cairo. Ein anschließendes Kunststudium bei Fouad Kamel und der Musik schloss sie mit dem BfA an der Cocordia University in Montreal ab. Anna Boghiguian lebt in Kairo und reist ausgiebig, vor allem Indien und Europa gehören zu ihren Reisezielen.

Seit vielen Jahren zeichnet und malt Anna Boghiguian während ihrer Reisen, fertigt Collagen, sowie Zeichnungen, die mit Text kombiniert sind. So hat sich eine Form von Tagebuch mit Momentaufnahmen entwickelt, welche den Betrachter auf eine visuelle und literarische Reise entführen. Anna Boghiguian hat mehrere Bücher illustriert, darunter einen Lyrikband von Konstantinos Kavafis, das „Carnet Egyptien“ von Giuseppe Ungaretti und „Farewell to Alexandria“ von Harry E. Tzalas. Für den Literaturnobelpreisträger Naguib Mahfouz entwarf Boghiguian eine Serie von zwanzig Buchumschlägen.

Organisiert vom Castello di Rivoli Museo d’Arte Contemporanea, Rivoli-Turin in Zusammenarbeit mit Tate St Ives

 

 

Otobong Nkanga (12.10.2019–5.1.2020, Tate St Ives)

Otobong Nkanga (* 1974) ist eine in Nigeria geborene Künstlerin und Performerin, die in Antwerpen lebt. Im Jahr 2015 gewann sie den Yanghyun Preis. In der Tate St. Ives wird sie neue und ältere Arbeiten installieren.

 

 

Ausstellungen in den Tate Museen 2019: Bilder

  • Anna Boghiguian, A Play to Play 2018 (Courtesy the artist and Sfeir-Semler Gallery, Hamburg & Beirut. Image courtesy Sharjah Art Foundation)
  • Pierre Bonnard, Koffee, 1915 (Tate)
  • Pierre Bonnard, Das Fenster, 1925 (Tate)
  • Don McCullin, Near Checkpoint Charlie, Berlin 1961 (© Don McCullin)
  • Franz West, Epiphanie an Stühlen 2011 (Sammlung & © Franz West Privatstiftung)
  • Dorothea Tanning, Eine Kleine Nachtmusik 1943 (Tate © DACS, 2018)
  • Vincent van Gogh, Selbstporträt, 1887 (Musée d'Orsay. Foto © RMN)
  • Frank Bowling, Sacha Jason Guyana Dreams, 1989 (Tate © Frank Bowling)
  • Natalia Gontscharowa, Bauern pflücken Äpfel, 1911 (© The State Tretyakov Gallery)
  • Keith Haring, Untitled, 1983 (© Keith Haring Foundation)
  • Keith Haring, Untitled, 1984 (© Keith Haring Foundation)
  • Keith Haring, Untitled, 1986 (© Keith Haring Foundation)
  • Sol Calero, Interiores 2017, Ausstellungsansicht Dortmunder Kunstverein (Courtesy of the artist. Foto by Simon Vogel)
  • Olafur Eliasson, Your spiral view, 2002 (© Olafur Eliason. Foto: Jens Ziehe. Boros Collection, Berlin, Germany)
  • Olafur Eliasson, Beauty, 1993 (© Olafur Eliason. Photo: Anders Sune Berg. Courtesy of the artist; neugerriemschneider, Berlin; Tanya Bonakdar Gallery, New York)
  • William Blake, Newton, 1795–um 1805 (Tate)
  • William Blake, Pity, um 1795 (Tate)
  • William Blake, The Ghost of a Flea, um 1818–1820 (Tate)
  • Mark Leckey, Made in ‘Eaven 2004, (Tate © Mark Leckey)
  • Nam June Paik, TV Garden 1974–1997/2002 (Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf © Estate of Nam June Paik)
  • Otobong Nkanga, Wetin You Go Do?, 2015 (Tate © Otobong Nkanga)

Aktuelle Beiträge über Künstlerinnen und Künstler sowie Kunstausstellungen

13. Juli 2018
Olaf Nicolai, Pepper, Kunsthalle Wien, 2018, Ausstellungsansicht Kunsthalle Wien © Olaf Nicolai, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS

Olaf Nicolai in Wien: There Is No Place Before Arrival Bild-Transfer und Übersetzungsfragen

Olaf Nicolai (* 1962) gastiert mit „There Is No Place Before Arrival“ im Sommer 2018 in der Kunsthalle Wien. Die Kunsthalle markiert der deutsche Konzeptkünstler als Ort der Kopie, als Verhandlungsplatz der Übersetzung, als Problemstelle Translation – und Kunst ist für ihn ein Vehikel, die Leerstellen dazwischen sichtbar zu machen.
12. Juli 2018
Mary Cassatt, Kleines Mädchen in einem blauen Armsessel, Detail, 1878, Öl/Lw (National Gallery of Art, Washington, Collection of Mr. And Mrs. Paul Mellon, 1983.1.18 © Courtesy National Gallery of Art, Washington)

Mary Cassatt: Amerikanische Impressionistin in Paris Musée Jacquemart-André zeigt Hauptwerke der Grand Dame des Impressionismus

Mary Cassatt (1844–1926) lebte mehr als 60 Jahre in Paris – und wurde als die bedeutendste amerikanische Malerin ihrer Zeit gefeiert. Als enge Vertraute von Edgar Degas, stellte Mary Cassatt als einzige US-Staatsbürgerin gemeinsam mit den Impressionisten aus. Das Musée Jacquemart-André feiert die Künstlerin und Vermittlerin des Impressionismus.
2. Juli 2018
Danh Vo, Twenty-Two Traps, 2012. Installation view, Mechanisms, Wattis Institute, San Francisco. Collection of Andrew Ong & George Robertson. Photo: Johnna Arnold

Anthony Hubmann: Andere Mechanismen Gruppenausstellung hinterfragt Werkzeuge der Produktivität

Anthony Hubmann kuratiert die Sommerausstellung 2018 der Wiener Secession: kritisches Hinterfragen, Ad-absurdum-Führen von Mechanismen (Werkzeuge, Regeln) in der Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern steht im Zentrum seiner Analyse.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.