Keith Haring

Wer war Keith Haring?

Das künstlerische Werk von Keith Haring (1953–1990) gehört mit seinen comicartigen Figuren zu den beliebtesten Künstlerœuvres der Welt. Während seiner kurzen aber intensive Karriere von nur zehn Jahren, stellte er während der 1980er Jahre in über 100 Einzel- und Gruppenausstellungen aus. Allein im Jahr 1986 wurden mehr als 40 Beiträge in Zeitungen und Magazinen geschrieben. Außerdem nahm er an vielen kollaborativen Projekten teil und arbeitete mit so unterschiedlichen Künstlern und Performern wie Madonna, Grace Jones, Bill T. Jones, William Burroughs, Timothy Leary, Jenny Holzer, Yoko Ono und Andy Warhol. Keith Haring sprach ein breites Publikum an, wenn er sich mit den universellen Fragen des Menschseins beschäftigte: Geburt, Tod, Liebe, Sexualität und Krieg. Sein Primat der Linie, die großflächig eingesetzten, kontrastreichen Farben und die Direktheit der Aussagen garantieren bis heute einen hohen Wiedererkennungswert.

 

Ausbildung

Zwischen 1978 und 1980 studierte Keith Haring an der School of Visual Arts (SVA), in New York City. Hier fand Haring eine blühende Kunstszene mit Alternativen Ausdrucksweisen vor, die sich jenseits von Galerien und Museen entwickelte. In den Straßen von Downtown, am Südende von Manhattan, den U-Bahn-Stationen, Clubs (Club 57) und früheren Tanzhallen traf er Künstler wie Kenny Scharf und Jean-Michel Basquiat. Dazu kamen Musiker, Performance Künstler und Graffitisprayer.

Doch nicht nur die Gegenwartskunst und die Alternative Szene inspiriereten Keith Haring: Jean Dubuffet, Pierre Alechinsky, William Burroughs (→ Die Kunst des William S. Burroughs), Brion Gysin und Robert Henris Manifest „The Art Spirit“ prägten das Werk von Keith Haring. Ausgehend von Dubuffets „Hourloupe“-Serie, der Idee des All-Over und Ungegenständlicher Kunst, entwickelte Keith Haring zwischen 1978 und 1980 seinen charakteristischen Stil und eine Reihe von signifikanten Figuren. Konzepte wie Christo’s „Running Fence“ (Land-Art) und Andy Warhols Factory (Verbindung von Kunst und Leben) ließen Haring von einer Kunst für Alle träumen.

 

Graffiti im Öffentlichen Raum

In der ersten Hälfte der 1980er Jahre schuf Keith Haring Hunderte von Zeichnungen im Öffentlichen Raum. Seine schnellen, rhythmischen Linien, seine wiederkehrenden Motive machten ihn rasch zu einer lokalen Berühmtheit. Bis zu 40 Zeichnungen pro Tag entstanden mit weißer Kreide auf den unbelegten, schwarzen Werbetafeln der New Yorker U-Bahn. Der Maler und Grafiker bezeichnete später die U-Bahn als sein „Labor“ für Ideen und Experimentierfeld für seine einfachen Linien.

„Die Zeichnungen, die ich mache, haben mit Zeichnungen im klassischen Sinne, wie sie seit der Renaissance entstanden, mit Zeichnungen, die das Leben nachahmen oder einen naturgetreuen Eindruck machen, sehr wenig zu tun. Meine Zeichnungen versuchen nicht, das Leben nachzuahmen, sie versuchen, Leben zu erschaffen.“ (Keith Haring)

Zwischen 1980 und 1989 konnte Keith Haring internationale Anerkennung erringen und nahm an zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen teil. Zu den Großausstellungen, die ihn einluden gehörte die Documenta 7 in Kassel; die São Paulo Biennale und die Whitney Biennale. Haring schuf zahlreiche Projekte im öffentlichen Raum (Spectacolor billboard am Times Square), Entwürfe für Bühnenbilder von Theaterstücken und Clubs, Designs für die Uhrenmarke Swatch und eine Werbekampagne für Absolut Wodka. Dazu kommen noch Wandgemälde auf der ganzen Welt. Keith Haring gab auch Zeichnungsworkshops für Kinder in Schulen und Museen in New York, Amsterdam, London, Tokyo und Bordeaux.

Beiträge zu Keith Haring

28. Mai 2019
Keith Haring, Untitled, 1983 (© Keith Haring Foundation)

Essen | Museum Folkwang: Keith Haring Politische Graffiti-Kunst des New Yorker Künstlers

Keith Haring (1958–1990) schuf seine Kunst im Kontext der Themen der 1980er Jahre: die AIDS-Krise, der Kalte Krieg, Rassismus, die Auswüchse des Kapitalismus und die Umweltzerstörung. Die Keith Haring-Ausstellung umfasst etwa 70 Arbeiten und wird durch kaum bekannte Fotografien und Standfotos ergänzt.
14. März 2018
Keith Haring in der Albertina 2018

Keith Haring: Werke und Leben Figuren des Pop-Art Künstlers in der Albertina

Die Albertina widmet Keith Haring (1958–1990), der 2018 60 Jahre alt geworden wäre, eine umfassende Retrospektive.
10. März 2018
Dieter Buchhart, Foto: © Mathias Kessler

Dieter Buchhart: „Keith Harings universelle Bildsprache funktioniert wie heute Emojis“ Erfinder des strahlenden Babys beweist Haltung in gesellschaftspolitischen Fragen

Die von Keith Haring Anfang der 1980er Jahre als universelle Bildsprache entwickelten Symbole – vom „Radiant Baby (Baby im Strahlenkranz)“ zum bellenden oder tanzenden Hund – fügt der New Yorker Künstler zu einer Erzählung über das Leben und den Tod zusammen. Dass sich dahinter ein konzeptueller Denker verbirgt, erzählt Dieter Buchhart, Kurator der Ausstellung „Keith Haring. The Alphabet“ in der Albertina. Erst Harings Alphabet, so Buchhart, ermöglichte ihm, seine gesellschaftspolitischen Anliegen mit einer breiten Öffentlichkeit zu teilen.
20. Oktober 2017
Keith Haring, Ignorance = Fear, Silence = Death, Fight Aids Act Up, New York, USA, 1989, Offsetlithografie, 61,1 x 109,5 cm © Keith Haring Foundation

Keith Haring: Poster für den guten Zweck! Aufklärung, Toleranz und Menschenrechte

Einprägsame, große Figuren, poppige Farben und ein moralischer Inhalt – so lassen sie nahezu alle Poster von Keith Haring (1958–1990) beschreiben. Der in den 1980er Jahren in New York arbeitende Künstler fand in legendären Subway Drawings seinen charakteristischen Stil und eine öffentlich zugängliche Kommunikationsfläche. Ort seiner Kunst ist nicht die Galerie, sondern die unterirdischen Wege; Publikum nicht eine wohlhabende Elite, sondern die breite Masse. Komplexe Themen verstand er so aufzubereiten, dass sie scheinbar einfach zu verstehen sind.
15. September 2017
Keith Haring in der Albertina 2018

Keith Haring: Biografie Lebenslauf und wichtigste Kunstaktionen des New Yorker Superstars

Das künstlerische Werk von Keith Haring (1953–1990) gehört mit seinen comicartigen Figuren zu den beliebtesten Künstlerœuvres der Welt. Während seiner kurzen aber intensive Karriere von nur zehn Jahren, stellte er während der 1980er Jahre in über 100 Einzel- und Gruppenausstellungen aus. Keith Haring sprach ein breites Publikum an, wenn er sich mit den universellen Fragen des Menschseins beschäftigte: Geburt, Tod, Liebe, Sexualität und Krieg. Sein Primat der Linie, die großflächig eingesetzten, kontrastreichen Farben und die Direktheit der Aussagen garantieren bis heute einen hohen Wiedererkennungswert.