Frank Bowling

Wer ist Frank Bowling?

Frank Bowling (*29.2.1934, Bartica, Guyana) ist ein britischer Maler der Gegenwart (→ Zeitgenössische Kunst). Seine Gemälde können dem Abstrakten Expressionismus und der Farbfeldmalerei zugerechnet werden (→ Abstrakter Expressionismus | Informel).

Frank Bowling lebt und arbeitet in London und New York; er führt Ateliers in beiden Städten.

Kindheit

Frank Bowling wurde als Richard Sheridan Patrick Michael Aloysius Franklin Bowling in der damaligen britischen Kolonie Britisch-Guayana als ältester Sohn von Agatha and Richard Bowling geboren.1

Als Richard Bowling 1940 eine Stelle als Zahlmeister bei der örtlichen Polizei antrat, zog die Familie nach New Amsterdam, wo Frank Bowling den größten Teil seiner Kindheit verbrachte. Dort richtete die versierte Schneiderin und Hutmacherin Agatha eine kleine Schneiderei ein, die sich bald zu einem größeren Lebensmittelladen mit einem dreistöckigen Wohnhaus darüber entwickelte. Zwischen 1945 und 1950 besuchte Frank die Katholische Jungenschule und dann die Barbice High School in New Amsterdam, während er im Laden seiner Mutter half.

Ausbildung

Im Mai 1953 verließ Frank Bowling im Alter von 19 Jahren New Amsterdam nach London und kam im darauffolgenden Monat während der Feierlichkeiten zur Krönung von Königin Elizabeth II. an.2 Bowling meldete sich im Herbst 1953 bei der Royal Air Force. Während seines ersten Dienstjahres freundete er sich mit dem aufstrebenden Künstler und Architekten Keith Critchlow an, der ihn in die National Gallery brachte, was Bowling stark beeinflusste:

„Ich war sehr beeindruckt von britischen Malern wie John Constable, William Turner und Thomas Gainsborough, deren wunderbare Berührung mich sehr interessierte.“3

Nach seinem Dienst in der Royal Air Force und einigen frühen Versuchen in der Poesie begann Bowling ein Kunststudium, trotz früherer Ambitionen Dichter und Schriftsteller zu werden. Er studierte zwischen 1957 und 1959 an der Regents Street Polytechnic, der Chelsea School of Art und der City and Guilds of London Art School. Im Jahr 1959 erhielt Frank Bowling ein Stipendium für das Londoner Royal College of Art, um Malerei zu studieren. Inspiriert von Francis Bacon gehörten zu Bowlings Kommilitonen David Hockney, Derek Boshier, Robin Denny, Peter Blake, Allen Jones, Peter Phillips und R.B. Kitaj.4

Während Frank Bowling noch am Royal College of Art studierte, heiratete er 1960 die Schriftstellerin Patricia Margaret „Paddy“ Kitchen (1934–2005), die am College als Registrarin und Assistentin des Direktors arbeitete. Da Beziehungen zwischen Mitarbeiter:innen und Studenten verboten waren, wurde Bowling vom College verwiesen. Er verbrachte ein Semester an der Slade School of Art, wo er der Young Commonwealth Artists Group beitrat, bevor er an die Royal College of Art zurückkehrte, als Kitchen ihren Posten verließ.5

Zum Abschluss im Jahr 1962 wurde Bowling für seine Leistungen die Silbermedaille verliehen, während Hockney die Goldmedaille erhielt. Seine erste Einzelausstellung mit dem Titel „Image in Revolt“ fand 1962 in der Grabowski Galleries in London statt. Bowling zeigte ausdrucksstarke, figurative Arbeiten neben Derek Boshier. Er stellte auch drei Gemälde in der Ausstellung „Young Contemporaries“ aus.6

Im Januar 1962 wurde Bowlings erster Sohn Dan (1962–2001), gemeinsam mit Kitchen, geboren. Später in diesem Jahr brachte die Künstlerin Claire Spencer den zweiten Sohn, Benjamin, zur Welt. 1964 wurde Bowlings dritter Sohn, Sacha, mit Irena Delderfield geboren, die er 1969 heirate.

Frühe Werke zwischen Figuration und Abstraktion

Bowlings frühes Werk zeigt sein Interesse an sozialen und politischen Themen sowie persönlichen Erzählungen. Es zeigt oft schmerzhafte Erinnerungen und entrechtete Individuen. Während dieser Zeit begann Bowling, in seiner Arbeit sowohl Figuration als auch Abstraktion zu mischen (→ Abstrakte Kunst). Das Thema eines sterbenden Schwans aufgreifend, begann er, formale Bedenken auszuloten. Er verwendete Prinzipien der Geometrie, um die Komposition zu strukturieren. Er begann auch, Farbtheorie zu studieren und Flächen mit kräftigen Farben einander gegenüberzustellen.

1962 gründete Bowling mit Freunden eine Diskussionsgruppe, um über Geometrie, Architektur und Farbe zu sprechen. Diese Fragestellungen führten zu Gemälden wie „Mirror“ (1964-1966, Tate, London), wobei Bowling die Grenze zwischen Figuration und Abstraktion zu verwischen begann. Er wandte sich auch zunehmend der Popkultur und persönlichen Erinnerungen zu, wie dem Laden seiner Mutter. Ende 1963 erhielt Frank Bowling zusammen mit Künstlern wie Ceri Richards, Peter Blake und Leonard Rosoman den Auftrag, drei große Gemälde für eine Ausstellung in Stratford-upon-Avon zu schaffen, um den 400. Geburtstag von Shakespeare im folgenden Jahr zu feiern.7

Fotografien in Gemälde

Zwischen 1964 und 1967 vereinte Bowling viele unterschiedliche Bildansätze, Quellen und Techniken miteinander. In dieser Phase erlebte er große Veränderungen sowohl privat wie auch beruflich. 1966 zog er von London nach New York und erhielt im folgenden Jahr das Guggenheim-Stipendium. Dies ermöglichte ihm, sich in den USA zu etablieren, wo er den größten Teil des folgenden Jahrzehnts verbrachte.

Bowling verwendete weiterhin figurative Elemente in seinen Werken. Manche Bilder sind expressionistisch, gestisch gemalt. Andere sind grafischer und durch Drucktechniken gestaltet. Frank Bowling übernahm verschiedene Bilder als Quellen für seine Kompositionen. Dazu gehören Fotografien von ihm inszenierter Szenen, Familienbilder und Bildern aus Zeitschriften. Ein Siebdruck seines Elternhauses in New Amsterdam wurde zu einem zentralen Element seiner Gemälde. Bowlings Mutter baute das Haus für ihre Familie, die die oberen Stockwerke bewohnte. Ihr Geschäft, Bowling's Variety Store, befand sich im Erdgeschoss. Von 1966 bis 1967 begann Bowling auch, Schablonen in seinen Arbeiten zu verwenden, und es erscheinen die ersten Formen, deren Umrisse Kontinenten ähneln. Diese Arbeiten signalisieren sein anhaltendes Interesse an Geometrie, der intuitiven Verwendung kräftiger Farbflächen und der Ausnutzung der Unvorhersehbarkeit von Farbe.

Kunstkritiker

Als Bowlings erste Ehe 1966 gescheitert war, beschloss der Maler, nach New York zu ziehen, nachdem er 1961 und 1962 zweimal während seines Studiums besucht hatte. Von 1966 bis Anfang 1967 lebte er im Chelsea Hotel neben anderen Künstlern wie Andy Warhol und Mark Rothko. 1967 wurde Frank Bowling ein Guggenheim-Stipendium verliehen.8

Als Künstler und mitwirkender Redakteur des „Arts Magazine“ in New York (1969–1972) leistete er einen frühen und bedeutenden Beitrag zu Debatten zur afroamerikanischen Kunst.

Frank Bowling und der Abstrakte Expressionismus

Frank Bowlings Malerei bewegte sich weiter in Richtung Abstraktion, und Bowling begann, in größerem Maßstab zu arbeiten, die Staffelei aufzugeben und häufig Leinwände an die Wand oder auf den Boden zu heften. Ab Mitte der 1960er Jahre schuf Bowling seine wichtigen Kartenbilder an und lernte vom Maler Larry Rivers den Umgang mit einem Epidiaskop oder einem optischen Projektor. Dieses Gerät ermöglichte es ihm, Kartenumrisse direkt auf die Leinwand zu projizieren. 1971 stellte er in der Whitney Biennial aus. Unterstützt durch den New Yorker Kunstkritiker Clement Greenberg (1909–1994) fand Bowling ab 1971 seinen Platz in der Abstrakten Kunst, neben Mark Rothko, Jackson Pollock, Clyfford Still und Barnett Newman.

In den folgenden Jahren zeigt Bowlings Werk eine zunehmende Konzentration auf Material, Prozess und Farbe. Seit Anfang 1972 waren seine Leinwände ohne Motiv und Symbol. Im Jahr 1975 entwickelte der Maler eine Vorrichtung, um die Leinwand zu neigen, damit er Farbe darauf gießen und seine ikonischen gegossenen Gemälde schaffen konnte.9

Map Paintings (1967–1971)

Bald nach seinem Umzug nach New York im Jahr 1966 hörte Frank Bowling auf, menschliche Figuren zu malen. Er begann mit der Arbeit an einer Gruppe von Gemälden, die sich durch ihre Größe, den fließenden Auftrag von Acrylfarbe und ihre Leuchtkraft auszeichnen. Darüber hinaus spielte Bowling durch sein Schreiben im „Arts Magazine“ (1969–1972) eine Schlüsselrolle in den Debatten um die „Schwarze Kunst“. Er setzte sich für das Recht von Künstlern ein, sich unabhängig von ihrer Identität oder ihrem Hintergrund an jeder Form des künstlerischen Ausdrucks zu beteiligen.

Die „Map Paintings [Kartenbilder]“ stammen aus den Jahren 1967 bis 1971 und zum ersten Mal mit großem Erfolg 1971 im Whitney Museum of Modern Art gezeigt. Er überlagerte für sie Farbfelder mit schablonierten Weltkarten und Siebdruckbildern. Bowling arbeitete an ungedehnten Leinwänden und platzierte sie auf dem Boden und an der Wand. Er trug Farbe durch Einsickern, Gießen und Sprühen auf. Die Verwendung von Landkarten als konzeptuelle Objekte der Malerei stellt für Bowling eine passende Metapher dar, um den Begriff von Geografie und Narrativ abzuhandeln. Oft dominiert die südliche Hemisphäre diese Leinwände. Dieser Fokus markiert Bowlings Ablehnung der westlich zentrierten Kartografie vieler Weltkarten. Auf einigen der Leinwände sind Bilder der Mutter und der Kinder des Künstlers zu sehen. Biografie und Weltpolitik sind untrennbar miteinander verknüpft. Damit zeigen diese „Kartenbilder“ Bowlings Interesse an der Art und Weise, wie Identitäten durch Geopolitik und Vertreibung geformt werden.

Poured Paintings – gegossene Gemälde

Um 1973 begann Bowling, Farbe auf Leinwände zu gießen, um Schichteffekte mit kontrastierenden Farben zu erzeugen. Gemälde zeigen nun die Prozesse ihrer Entstehung. Sie waren Bowlings persönliche Antwort auf die Herausforderungen des Formalismus in der modernistischen Malerei, eine kritische Haltung, die vom amerikanischen Kunstkritiker Clement Greenberg gefördert wurde. Damit schlug der Maler vor, dass die visuellen Aspekte eines Kunstwerks wichtiger wären als der narrative Inhalt. Der berühmte Kunstkritiker Clement Greenberg unterstützte Bowlings Arbeit und Kunstpraxis.

In seinen Ateliers in New York und London baute Frank Bowling eine kippbare Plattform, die es ihm ermöglichte, Farbe aus bis zu zwei Metern Höhe zu gießen. Durch die verschüttete Farbe entstand ein energischer und innovativer Malstil. Diese „Poured Paintings [Gegossene Gemälde]“ waren das Ergebnis eines kontrollierten Zufalls. Sie offenbaren Bowlings Interesse an der Spannung zwischen einem strukturierten Zugang zur Malerei und zufälligen Entwicklungen.

Während dieser Zeit wählte Bowling immer rätselhaftere Titel für seine Werke. Bowling benennt ein Gemälde, sobald es fertig ist, und versucht, sich dadurch wieder mit dem zu verbinden, was während seiner Entstehung geschah. Titel verweisen oft auf Aspekte des täglichen Lebens des Künstlers, auf Personen und persönliche Assoziationen. Dennoch bleiben sie mehrdeutig und verhindern eine verbindliche Lektüre seines Werkes.

Lehre

Im Jahr 1975 kehrte Bowling nach London zurück und unterrichtete von 1975 bis 1982 an der Camberwell School of Art und der Byam Shaw School of Art. 1977 heiratete er die Künstlerin Jean Askew, eine Ehe, die nur zwei Jahre dauerte.

Kosmischer Raum

Bis Ende der 1970er Jahre beherrschte Frank Bowling die Maltechniken, die er in den zehn Jahren davor verfeinert hatte. Er entwickelte ein tiefes Verständnis für die Dynamik des Farbflusses und das Drama der Farbkombination. Da er neue Herausforderungen brauchte, arbeitete er mit einer Vielzahl von Interventionen: Bowling setzte Ammoniak und Perlglanz ein und trug Farbkleckse von Hand auf, um Marmorierungseffekte zu erzielen. Er akzeptierte Unfälle, da sie ihm ermöglichten, unerwartete Ergebnisse zu erzielen. So trug zum Beispiel der runde Abdruck eines Eimers, der auf einer trocknenden Leinwand stand, zur Komposition von „Vitacress“ (1981) bei und wurde zu einem wiederkehrenden Element.

Die Gemälde lassen an atmosphärische Himmelseindrücke, Visionen der Welt und des Kosmos oder alchemistische Verwandlungen denken. Bowling schafft keine Werke mit diesen Referenzen im Hinterkopf. Er begrüßt jedoch unterschiedliche Reaktionen und Interpretationen der Zuschauer:innen.

Späte Werke

In den 1980er Jahren erforschte Bowling weiterhin Farbe und Struktur seiner Kompositionen, fügte aber jetzt neue Experimente zu den Texturen auf der Oberfläche hinzu. Er schuf gleichsam skulpturale Arbeiten, als er begann, in seinen Gemälden dickes Acrylgel und halbharten Acrylschaum zu verwenden. Indem der Maler Acrylfarbe mit farbloses Acrylgel mischt, verlieht er den Farbtönen ein Volumen, eine größere Textur und verlieh dieser Transparenz. Bowling schnitt das Material in dünne Streifen, um lineare Akzente zu setzen und locker geometrische Formen zu suggerieren. Er begann auch, eine Reihe anderer Materialien und Objekte in seinen Bildern zu verwenden. Auf seine dicht strukturierten Oberflächen brachte er Metallic-Pigmente, fluoreszierende Kreide, Bienenwachs und Glitzer auf. In mehreren Arbeiten sind Fundstücke wie Plastikspielzeug, Verpackungsmaterial, der Deckel einer Filmdose und Austernschalen in die Farbe eingebettet. Diese Gegenstände sind selten vollständig sichtbar, tragen jedoch zur Komplexität und mysteriösen Qualität seiner Werke bei.

Bowling verbrachte den Sommer 1984 als Resident Artist-Lehrer an der Skowhegan School of Art in Maine. Er wurde in diesem Sommer von seiner engen Freundin Rachel Scott begleitet; Ab 1989 lebten sie zusammen und heirateten 2013 in Maine. Die ländliche Umgebung brachte ihn wieder zur Landschaftsmalerei und weckte Erinnerungen an Bilder von Thomas Gainsborough (1727–1788), William Turner (1775–1851) und John Constable (1776–1837).10 Während oft gesagt wurde, dass diese Gemälde Landschaften und Meereslandschaften suggerieren, stellte der Maler Dennis de Caires fest, dass sie „mehr Land als Landschaft“ sind und „die Ehe des Menschen mit der physischen Welt darstellen“ (1986).

1986 hatte Bowling eine große Ausstellung in der Serpentine Gallery. Von 1990 bis 2008 arbeitete Bowling jedes Jahr im Frühjahr und Herbst in New York und kehrte zwischendurch nach London zurück. 2001 starb Bowlings ältester Sohn Dan plötzlich, weshalb er eine neue Serie elegischer weißer Gemälde malte.

Als Bowling 1989 nach New Amsterdam zurückkehrte, erkannte er, dass das besondere Licht Guyanas auch der Schlüssel zu seiner Malerei war.

„Als ich mir die Landschaft in Guyana ansah, erkannte ich, dass das Licht in meinen Bildern ein ganz anderes Licht ist. Ich sah einen kristallinen Dunst, vielleicht einen Ostwind und Wasser, das in den Himmel aufstieg. In meinen Fünfzigern fiel mir zum ersten Mal ein, dass es sich bei dem Licht um Guyana handelt. Es ist eine Konstante in meinen Bemühungen.“ (Frank Bowling, 1992).

Schichten und Nähen

In den 1990er Jahren arbeitete Bowling weiter mit Acrylfarbe und Gel und integrierte verschiedene Materialien und Objekte in seine Bilder. Sein Interesse am Gemälde als Objekt veranlasste ihn, Leinwände zusammenzunähen. Er fing an, seine Hauptleinwand an bunten Streifen der Sekundärleinwand zu befestigen, die eine Umrandung bildeten. Bowling begann auch mit der Arbeit an kleineren Gemälden. Da er jahrzehntelang meist großformatig gearbeitet hatte, boten diese kleinformatigen Arbeiten eine neue Herausforderung. Er konnte mit der Behandlung des Trägers experimentieren und Ausschnitte derselben Leinwand in verschiedenen Werken verwenden.

Bowling begann gleichzeitig an mehr als einem Gemälde zu arbeiten. Ausschnitte früherer Leinwände mit unterschiedlichen Farbaufträgen und Farben wurden geheftet und zusammengeklebt. Die Heftklammern, die die verschiedenen Stoffpartien zusammenhalten, bevor der Kleber sie verbindet, zeugen von der Arbeit des Künstlers. Diese Technik verstärkt die Materialität der Werke und vermittelt gleichzeitig ein Gefühl von Vergänglichkeit.

Explosives Experimentieren

Im Alter von mehr als 85 Jahren, arbeitet Bowling noch jeden Tag in seinem Atelier. Der letzte Abschnitt der Ausstellung ist den Gemälden des letzten Jahrzehnts gewidmet. Bowling experimentiert weiterhin mit Techniken, die er über viele Jahrzehnte hinweg angewendet hatte, und kombiniert sie zu einer unendlichen Anzahl von Variationen: Waschungen von dünner Farbe, gegossener Farbe, fleckiger Farbe, Schablonenapplikationen, Verwendung von Acrylgelen, Einfügen von Fundstücken und Zusammennähen verschiedener Leinwandabschnitte.

Bowling erforscht auch weiterhin die beiden widersprüchlichen Ideen von Geometrie und Fluidität, die ihn während seiner gesamten Karriere beschäftigt haben. Seine Kompositionen basieren auf übergreifenden Strukturen und locker geometrischen Anordnungen. Gleichzeitig wird Farbe mit unterschiedlichsten Materialien und Gegenständen vermischt und über die Leinwand fließend verteilt.

Ehrungen

Am 26. Mai 2005 wurde Frank Bowling als erster dunkelhäutiger Künstler zum Royal Academician gewählt und am 1. Oktober 2011 zum Senior Royal Academician ernannt. Er erhielt 2008 den Order of the British Empire für seine Verdienste um die Kunst. 2020 wurde ihm die Ritterwürde zu Ehren des Geburtstags der Königin verliehen. 2021 verlieht ihm das Museum Ludwig in Köln den Wolfgang-Hahn-Preis 2022, der mit einer Einzelausstellung verbunden ist.

Museen und Ausstellungen

Frank Bowlings Werk ist international in über fünfzig Sammlungen vertreten, darunter in der Menil Collection, Houston, USA, dem Metropolitan Museum of Art New York, USA und der Tate Britain London, UK. Frank Bowlings Kunst wurde in vielen Ausstellungen gezeigt, darunter 1971 in einer Einzelausstellung im Whitney Museum of American Art, New York, USA und 1986 in der Serpentine Gallery sowie in der umfangreichen Einzelausstellung Mappa Mundi 2017–2019 mit Stationen im Haus der Kunst München, im Irish Museum of Modern Art Dublin und in der Sharjah Art Foundation. Die Londoner Tate Britain richtete 2019 eine umfassende Retrospektive aus.

Beiträge zu Frank Bowling

2. Dezember 2021
Frank Bowling, 2020, © Frank Bowling/VG Bild-Kunst Bonn, 2021, Courtesy: der Künstler und Hauser & Wirth, Foto Sacha Bowling

Köln | Museum Ludwig: Frank Bowling

Ausstellung des bedeutenden britischen Malers des Abstrakten Expressionismus anlässlich der Preisverleihung.
31. Mai 2019
Frank Bowling, Tate Britain 2019

London | Tate Britain: Frank Bowling

Erste umfassende Retrospektive Bowlings in London 2019 reicht vom Frühwerk über Fotografien in Gemälden, darunter seine Map Paintings und Poured Paintings als Reaktion auf den Abstrakten Expressionsmus, bis hin zu Bowlings späte Landschaften und objekthafte Malerei.
23. Juni 2017
Frank Bowling, Moby Dick, 1981, Detail (c) Frank Bowling

München | Haus der Kunst: Frank Bowling: Mappa Mundi

Umfassende Überblicksausstellung seltener und noch nie zuvor gezeigter großer Gemälde und anderer Arbeiten des in Guyana geborenen britischen Künstlers Frank Bowling.
  1. Die wichtigste Quelle für Bowlings Biografie ist: Laura Castignini, Chronology, in: Frank Bowling, hg. v. Elena Crippa (Ausst.-Kat. Tate Britain) London 2019, S. 183f.
  2. Mel Gooding, Frank Bowling (Ausst.-Kat. Royal Academy of Arts) London 2015, S. 17.
  3. Amy McPhearson, 10 minutes with … Frank Bowling RA, Royal Academy, 14 September.
  4. Siehe: Paul Huxley (Hg.), Exhibition Road: Painters at the Royal College of Art, London 1988, S. 164.
  5. Leon Wainwright, Frank Bowling and the Appetite for British Pop, Third Text, Bd. 22, Nr. 2, 2008, S. 195.
  6. Siehe: Castignini, S. 184.
  7. Siehe: Gooding, S. 34–35.
  8. Wainwright, S. 201.
  9. Gooding, S. 77.
  10. Gooding , S. 99.