Georges Seurat: Bilder / Werke des Pointillismus, Sonntagnachmittag
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Georges Seurat, Erfinder des Pointillismus Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte

Georges Seurat, Un dimarche à la Île de la Grande Jatte (Ein Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte), 1884–1886, Öl auf Leinwand, 205,7 x 305,8 cm (The Art Institute of Chicago, Helen Birch Bartlett Collection)

Georges Seurat, Un dimarche à la Île de la Grande Jatte (Ein Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte), 1884–1886, Öl auf Leinwand, 205,7 x 305,8 cm (The Art Institute of Chicago, Helen Birch Bartlett Collection)

Georges Seurat (1869–1891) hat zwar ein quantitativ überschaubares Werk hinterlassen, dennoch ist es von höchster Bedeutung für die Entwicklung der Malerei im ausgehenden 19. Jahrhundert. Das Frühwerk von Georges Seurat, der 1878/79 im Atelier von Henri Lehmann studierte und sein Studium nach dem Besuch der vierten Impressionisten-Ausstellung 1879 abbrach, ist tief geprägt vom Impressionismus, von den Bildern von Camille Corot, Puvis de Chavannes und Poussin. Seine kleinformatigen Ölskizzen mit ährenlesenden Männern und Frauen, Steinklopfern, Straßenarbeitern, Pfählen einrammenden Arbeitern sind nicht nur mit impressionistischem Strich, reduzierten Details und hellen Tönen komponiert, sondern ihre Motive erinnern an die Werke von Courbet, Millet und später Vincent van Gogh. Im Unterschied zu den älteren Malerkollegen baut Georges Seurat diese Gemälde bereits mit strenger Geometrie und erforscht die Wirkung der Farben. Anstelle von spontaner Notation von Sonnenlicht und seinen Folgen für die Lokalfarben, von mehr oder weniger anekdotischen Beobachtungen der Stadtbevölkerung, wollte Seurat stabile Bilder bauen, in denen er Probleme der Malerei an sich verhandelte. Dies führte auch dazu, ab Sommer 1887 die Rahmen seiner Bilder zu bemalen. Ausgangspunkt dafür war sein Interesse an der wissenschaftlichen Erforschung von Farbe und Wahrnehmungsprozessen.

 

 

Conté-Kreide Punkte

In den Jahren 1881 und 1882 zeichnete Georges Seurat fast ausschließlich. Das von ihm eingesetzt Michallet-Papier (auch Ingres-Papier) hat eine raue und eine glatte Seite. Seurat zeichnete mit schwarzer Conté-Kreide auf der körnigen Seite, weshalb das Weiß des Papiers immer durchschimmert. Licht- und Schattenverteilung scheinen wichtiger zu sein als die Motive. Durch die Körnung des Papiers entstanden während des Arbeitsprozesses bereits jene Punkte, die der pointillistischen Malweise vorangingen. Anstelle eines spontan erfassten, flüchtigen Moments interessierte er sich jedoch für feste, ruhige Kompositionen, die zu einer Synthese vieler Augenblicke zusammengefasst worden sind. Seine Motive fand Seurat in der Welt des Kleinbürgertums, in den Außenbezirken von Paris, wohin Handwerker und Gewerbetreibende durch die Umgestaltung der Stadt vertrieben worden waren. Die Folgen der Industrialisierung und des Städtebaus wurden zu den wichtigsten Themen der intellektuellen Anarchisten, in deren Zirkeln sich Seurat bewegte.

 

 

Seurat, Erfinder des Pointillismus

 

„Seurats Punkte sind als eine Art Collage zu betrachten. Sie schaffen einen Hohlraum in dem Gefüge, oft sogar eine beträchtliche Tiefe. Sie zwingen uns aber auch, das Bild als eine fein strukturierte Fläche zu sehen, die aus einer unendlichen Vielzahl auf die Leinwand aufgetragener Einheiten aufgebaut ist.“1 (Meyer Schapiro)

Georges Seurat bewunderte die Gemälde von Jan Vermeer (1632–1675), der sich einer Camera obscura bediente und seine Gemälde aus Farbflecken komponierte. Das erste pointillistische Bild George Seurats ist „Badende bei Asnières“, auch „Badeplatz in Asnières“ (1883/84, 201 x 300 cm, The National Gallery, London) genannt. Die beachtliche Größe verband Seurats „Programmbild“ mit den traditionellen Salonbildern. Seurat bereitete seine Komposition präzise vor: 14 Ölstudien und eine Reihe von Zeichnungen zeigen den Badeplatz mit Reitern, sitzende Personen und die rauchenden Schlote der Fabrikanlage dahinter. Die Figuren werden im ausgeführten Gemälde nicht durch Linien definiert, sondern durch Farbwerte bzw. durch die Lichtaura rund um die Formen. Seurat war wohl der erste Maler, der die Kontur aufgab, um Formen aus gepunkteten Flächen mit abgestuften Farbwerten aufzubauen. Flächigkeit und Ornamentalität sind die wichtigsten Folgen der pointillistischen Malweise und erinnerten die Zeitgenossen an Stickereien bzw. Wandteppiche.

 

 

Georges Seurat: Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte

„Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte“ (1884–1886) folgte auf die „Badenden von Asnières“ (1883/84). Seurat hat es teils im Freien teils im Atelier gemalt, wo er sich am Nachmittag und Abend geduldig mit dem Auftragen der Punkte beschäftigte. Im Jahr 1884 war die heute baumlose Insel bei der Brücke von Neuilly nach Courbevoie der Treffpunkt für Ruderer, Segler und Pärchen – vor allem am Sonntag. Monatelang beschäftigte sich Seurat mit der Motivsuche, wobei er die Protagonisten seines Gemäldes in 34 kleinen, impressionistisch gemalten Ölskizzen, die er croquetons nannte, und den für ihn typischen stark abstrahierten Zeichnungen festhielt. Auf den Täfelchen, so Heinz Widauer, „klärte er die nachbarlichen Beziehungen von Farben und versuchte dabei, die angelesenen Theorien von Chevreul und Rood für seine Malerei fruchtbar zu machen“.2 Nach den Naturstudien arbeitete Seurat im Atelier am Boulevard de Clichy seine revolutionäre Komposition aus.

 

 

Gleißendes Sonnenlicht, die Unbeweglichkeit von Figuren, die Seine mehr brauchte Seurat für sein Gemälde nicht. Die Figuren wirken mit ihren abstrahierten Formen wie gedrechselt, was dem Künstler sogar später noch Kritik in der Avantgarde-Zeitschrift „Décadent“ einbrachte: Die Landschaft „Abend in Grandcamp“ „lege nahe, dass er [Seurat] im Hinschmieren von Landschaften erfolgreicher ist, als in der Darstellung hölzerner Figuren wie auf der „Grand Jatte an einem Sonntagnachmittag““ (18. September 1886). Die Sozialstudie bringt auch einen Affen an der Leine in die Diskussion, die von Zeitgenossen unschwer als Hinweis auf die Prostitution („Äffin“ war ein Slangausdruck für Prostituierte) erkannt wurde.

 

 

Immerhin beschäftigte ihn das Gemälde über zwei Jahre hinweg, bevor „Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte“ 1886 auf der Ausstellung der „Indépentants“ erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde (→ Siebte Impressionisten-Ausstellung 1882). Der Maler interessierte sich für den Gesamtklang des Bildes, indem er intensive Farb- und Formstudien betrieb. Er malte zur selben Zeit Blütenfelder bei Paris – „Feld mit Luzerne“ (1884/85, Öl auf Leinwand, 64 x 81 cm, National Galleries of Scotland) – und bizarre Felsformationen wie den Bec du Hoc an der Küste der Normandie. Seurat ist der Maler der aufstrebenden Vertikalen, deren Bedeutung er von Humbert de Superville lernte. Nach dessen Meinung wäre die senkrechte Stellung des Körpers zum Horizont der Ausdruck der herrschenden Stellung des Menschen. Erst in seinen späten Bildern – „Le Cahout“ und „Zirkus“ – beschäftigte sich Georges Seurat mit Diagonalen und elliptischen Linien.

„Die beiden Schulen, die damals herrschten, die Naturalisten und die Symbolisten, beurteilten es [„Ein Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte“] von ihren Standpunkten aus. J.-K. Huysmas, Paul Alexis und Robert Caze sahen in ihm das Sonntagstreiben von Ladenschwengeln, Metzgergesellen und Frauen, die ein Abenteuer suchen. Paul Adam dagegen verglich die steifen Figuren mit einem Pharaonengefolge, und der gebürtige Grieche Moréas bewunderte sie als eine Panathenäen-Prozession. Dabei ging es Seurat einzig und allein um eine klare, heitere Komposition, in der sich die Vertikalen und Horizontalen im Gleichgewicht halten, warme Farben und helle Töne vorherrschen und in der Mitte das leuchtendste Weiß strahlt. Nur der unfehlbare Félix Fénéon gab eine sachkundige Analyse der technischen Errungenschaften des Malers. Wie wenig Seurat das Thema interessierte, geht daraus hervor, dass er seinen Freunden sagte: „Ich hätte ebenso gut den „Kampf der Horatier gegen die Curiatier“ in einer anderen Harmonie malen können.“ Er wählte jedoch ein naturalistisches Thema, um die Impressionisten zu ärgern, denn er wollte ihre Bilder auf seine Weise interpretieren.“ (Paul Signac)

 

 

Pointillistische Küstenlandstriche

Die folgenden Werke entstanden in knapper Abfolge in den fünf Jahren bis zu Seurats Tod 1891 an der Diphterie. Der Einzelgänger widmete sich ganz der Kunst und seinen Recherchen zu Farbe und Harmonie. Ab 1885 verbrachte Georges Seurat jeden Sommer einige Woche an der Kanalküste: Grandcamp 1885, Honfleur 1886, Port-en-Bessin 1888, Le Crotoy 1889 und Gravelines 1890. Im Sommer 1887 blieb er in Paris, vielleicht weil er die Arbeit an den großen Figurenbildern „Die Modelle“ und „Parade“ nicht unterbrechen wollte. Die Impressionisten hatten die Gegend rund um Le Havre bereits für sich entdeckt (Boudin, Daubigny, Jongkind, Monet). Doch es sollte der begeisterte Segler und Impressionist Paul Signac sein, der seinem Freund die Küste der Normandie empfahl, hatte er die Sommer 1881 in Grandcamp sowie 1882 und 1883 in Port-en-Bessin verbracht.

 

 

In Seurats Bildern vom Meer ist es ruhig. Die meisten Seestücke sind auch menschenleer und meditativ, ja melancholisch. Es ist fast immer Sommer in seinen streng durchdachten Landschaften, nur wenige Herbstlandschaften und ein oder zwei Winterszenen im kleinen Format haben sich erhalten. Als er sich erstmals mit Seestücken beschäftigte, ging es Georges Seurat um den divisionistischen Farbauftrag. In fünf Bildern von Grandcamp und dem Bec du Hoc überprüfte er 1885 Möglichkeiten der Farbaufsplitterung. Das dürfte ihm im folgenden Winter bei der Überarbeitung von „Le Grande Jatte“ sehr geholfen haben. Im folgenden Jahr hielt sich Georges Seurat in Honfleur auf. Die 1886 entstandenen Landschaften zeigen gemeinsam gleichsam ein Porträt des Hafens – wenn auch ohne seine Bewohner. Zwei Jahre später reiste Georges Seurat nach Port-en-Bessin, wo er sechs Gemälde vom Hafen und den Klippen darüber malte, darunter „Der äußere Hafen von Port-en-Bessin (bei Ebbe)“.

„Das Werk vermittelt einen ähnlichen Reiz wie das Anhören einer Symphonie. Während man die volle Synthese der Töne aufnimmt, erfasst man zugleich den Wert jedes einzelnen orchestralen Elementes als einzigartige, vibrierende Kraft.“ (Paul Adam, Soi, 1887)

„Je mehr wir sind, desto weniger originell werden wir sein, und an dem Tag, an dem jedermann diese Technik verwendet, wird sie wertlos sein. Man wird dann etwas Neues suchen müssen, so wie es bereits geschehen ist.“ (Georges Seurat an Paul Signac, 1888)

 

 

„Les Poseuses (Die Modelle)“ (1887/88)

Das großformatige Gemälde zeigt einen Einblick ins Atelier und in die Arbeit des Malers. Das Genrebild setzt sich aus gänzlich unerotischen Aktfiguren zusammen, die Georges Seurat in Bezug zum skandalumwitterten Gemälde „Ein Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte“ aus dem Vorjahr setzte. Gleichzeitig handelt es sich um eine lebensgroß ironisch-nüchterne Paraphrase auf den klassischen Topoi der Drei Grazien, des Urteils des Paris und/oder der Hesperiden. Höchstwahrscheinlich wollte Seurat damit seinen Kritikern beweisen, dass der von ihm erfundene Pointillismus auch auf Figurenbilder anzuwenden war. Schwierigkeiten bereiteten ihm beispielsweise die Hautwiedergabe, das Auftragen der unzähligen Punkte im Großformat, der weiße Gipsgrund. Im Vergleich zu den Impressionisten wählte er jedoch ein persönlich gefärbtes Interieur, gefüllt mit drei Akten, die im akademischen Wertekanon den höchsten Rang einnahmen. Wie schon für die vorangegangenen Gemälde begann Seurat mit impressionistischen Studien, um dann bei seinem systematischen Divisionismus anzukommen. Er rang um eine neue Klassizität abseits der ausgelaugten Konventionen.

Felix Fénéon dürfte den eigentümlichen Titel ersonnen haben. „Poseuses“ bezeichnet Menschen, deren Haltungen, Gesten einstudiert wirken und die aus Eitelkeit die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Damit beschreibt „Les Poseuses“ nicht nur die posierenden Aktmodelle, sondern auch die Menschen im Gemälde „Ein Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte“ hinter ihnen. Vincent van Gogh und dessen Bruder besuchten Georges Seurat am 19. Februar 1888, nur Stunden bevor van Gogh nach Arles abreiste. Der Holländer sah in Seurat den „Meister des Petit-Boulevard, [d.h. der Avantgarde]“. Auch Picasso kannte das Werk von einer Ausstellung bei Bernheim Jeune im Jahr 1909.

 

 

„Parade de cirque (Zirkusparade)“ (1887/88)

Die „Poseuses“ stahlen der „Zirkusparade“ auf ihrer ersten Präsentation im Salon des Indépendants im Frühling 1888 eindeutig die Show. Es handelt sich um die erste Anwendung des Pointillismus auf ein Nachstück und das erste Bild, in dem Seurat dem Zirkus seine Reverenz erwies. Auch wenn diese eine melancholische war! Die Parade der Zirkusmitarbeiter wurde in den 1880er Jahren bereits als Spiegel der zeitgenössischen Gesellschaft, als Symbol von Jahrmarkt und Eitelkeit (vanity) gedeutet. Die Komposition ist durch Horizontalen und Vertikalen gegliedert. Ein Nachtstück mit künstlichem, gelbem Gaslicht bei Tageslicht im Atelier zu malen, galt als eine Herausforderung. Rund um die orangen Lichtkegel und -punkte beobachtete Georges Seurat komplementäre, blaue Heiligenscheine. Schon die Zeitgenossen bewunderten das Bild – vor allem aber dessen Erscheinungsbild, wenn es bei Gaslicht betrachtet wurde. Anstelle der orangen Hauttöne und ultramarinen Schatten erschienen natürliche Haut und schwarze Silhouetten. So als hätte Georges Seurat seine melancholische Nachtstimmung bei Gasbeleuchtung gemalt. Womit hätte er wohl besser beweisen können, dass er der erste seiner Gruppe war, der Wissenschaft und Kunst miteinander versöhnte.

 

 

„Le Cahut“ (1890)

Im Frühjahr 1890 stellte Georges Seurat am Salon der Socitété des Artistes Indépendants zwei Gemälde aus – „Jeune femme se poudrant (Junge Frau bei der Toilette)“ und „Le Cahut“ – sowie fünf Landschaften aus Port-en-Bessin und weitere zwei von der Seine. Während die Landschaften bereits von den Impressionisten bekannte Regionen in ruhiger Manier vorstellen, zeigen die beiden Figurenbilder äußerst moderne Themen. „Le Cahut“ wurde unter den Symbolisten heftig diskutiert. Der aufreizende Tanz wurde jeden Abend im Konzertcafé „L’Ancien Monde“ aufgeführt, wohin Georges Seurat häufig ging. Auffallend an diesem Bild ist, dass Seurat es aus Diagonalen aufbaute, während er in allen Gemälden davor die Orthogonalen eingesetzt hatte. Im Gegensatz zu den Postern des von Seurat verehrten Jules Chéret (→ Jules Chéret. Pionier der Plakatkunst) oder den Bildern Henri de Touloue-Lautrecs sind Seurats Einblicke in das Nachtleben am Montmartre (→ Schirn analysiert den Montmartre) keine Versprechungen von Lust und Laster, sondern glitzernde Farbspektakel voller Licht.

 

„Junge Frau bei der Toilette“ (1890)

Vielleicht offenbart dieses Bild das wohlgehütete Geheimnis des Künstlers, könnte es sich doch um ein Porträt seiner Geliebten Madeleine Knobloch (1868–1903) handeln. Erst nach seiner Erkrankung kam heraus, dass er Anfang 1889 Madeleine Knobloch in sein Atelier eingezogen war. Ein Monat vor der Eröffnung der Ausstellung 1890 hatte sie das gemeinsame Kind zur Welt gebracht. Jahre später noch schrieb Madeleine Knobloch von „ihrem Porträt“. Ursprünglich, so erzählte ein unbekannter Freund Jahre später, hätte sich Georges Seurat selbst in einem Spiegelbild an der Wand mitverewigt. Doch ersetzte er sein Abbild durch einen Blumentopf. Röntgenuntersuchungen haben bisher nur rudimentär andere Formen offengelegt. Von der Gedankenwelt George Seurats ist wenig bekannt, so zurückgezogen wie ein Einsiedler, lebte der Maler.
Mit dem Gemälde, das im Salon des Indépendants 1890 gezeigt wurde, schließt Seurat an die Motivwelt von Edgar Degas an. Im Gegensatz zu diesem zeigt Seurat die in ihre Aktivität versunkene, wenn auch einfache Frau jedoch nicht in einer möglichst ungünstigen Körperhaltung, sondern eher klassisch.

 

 

„Cirque (Zirkus)“ (1890/91, unvollendet)

Inspiriert von den Plakaten des Jules Chéret und offensichtlich gelangweilt von den bisher vorherrschenden Orthogonalen, schuf Georges Seurat ein schwungvolles Bild einer Zirkusreiterin. Hier sind es Ovale, Trapeze und Ellipsen, die das Bildgefüge ordnen. Im Zirkus Médrano fand Seurat seine Modelle, die er in winzigen Zeichnungen auf der inneren Handfläche einfing.

„Kunst ist Harmonie. Harmonie ist die Analogie gegensätzlicher und ähnlicher Elemente, des Farbtones, der Farbe und der Linie, die entsprechend ihrer Dominante und dem Einfluss des Lichtes heitere, ruhige oder traurige Zusammenstellungen ergeben. Gegensätze sind: Für den Tonwert ein leuchtender heller gegenüber einem dunkleren. Für die Farbe die Komplementärfarben, d.h. ein gewisses Rot wird seiner Komplementärfarbe gegenübergestellt usw. (Rot-Grün, Orange-Blau, Gelb-Violett). Heiterkeit des Tonwertes ergibt sich durch eine leuchtende Dominante; Heiterkeit der Farbe durch eine warme Dominante; Heiterkeit der Linie durch aufwärts gerichtete Tendenz über der Horizontalen. Ruhe des Tonwertes ergibt sich durch das Gleichgewicht von Hell und Dunkel; Ruhe der Farbe durch das Gleichgewicht von Warm und Kalt; und Ruhe der Linie durch Horizontalen. Trauer der Tonwerte ergibt sich durch Überwiegen des Dunklen, Trauer der Farbe durch eine kalte Dominante und Trauer der Linie aus abwärts gerichteter Tendenz.
Nimmt man die Phänomene der Dauer des Lichteindrucks auf die Netzhaut als gegeben an, dann ergibt sich als Resultat eine Synthese. Das Ausdrucksmittel ist die optische Mischung der Ton- und Farbwerte (der Lokalfarbe und der Farbe des auffallenden Lichtes: Sonne, Petroleumlampe, Gaslampe usw.), d.h. des Lichtes und seiner Wirkung (Schatten) gemäß den Kontrastgesetzen der Abtönung einer Strahlung.
Der Rahmen ist der Harmonie der Tonwerte, Farben und Linien des Bildes entgegengesetzt.“3 (Paul Signac, 1890)

Das unvollendete Bild wurde neben vier Landschaften aus Gravelines 1891 im Salon des Indépendants im Pavillon de la Ville gezeigt. Seurat überanstrengte sich bei der Hängung und erkrankte an einer Halsentzündung. Als der von ihm verehrte Puvis de Chavannes mit seiner Frau den Raum bei der Ausstellungseröffnung betrat, würdigte er das Gemälde mit keinem Blick. Im Jahr 1900 kaufte Paul Signac das letzte Gemälde seines Freundes.

Am 29. März 1891 verstarb der Künstler an Diphterie. Sein dreizehn Monate alter Sohn, den er angesteckt hatte, soll kurz nach ihm gestorben sein. Die erneut schwangere Madeleine Knobloch bekam Werke und eine Pension von der Familie zugesprochen. Das zweite Kind Surats ist entweder bei der Geburt oder kurz danach ebenfalls verstorben.

 

Biografie von Georges Seurat (1859–1891)

Am 2. Dezember 1859 wurde als Sohn von Chrysostome-Antoine, einem Gerichtsdiener von La Villette, und Ernstine Faivre im 5. Arrondisement in Paris geboren. Der Vater besaß ein Haus samt kleinem Garten in Le Raincy.
1870 Während des deutsch-französischen Kriegs floh seine Georges Seurat mit seiner Familie nach Fontainebleau.
Besuch verschiedener Gymnasien.
1874/75 Während seines letzten Schuljahres begann Seurat zu zeichnen und sich mit Corots Farbtheorien zu beschäftigen.
1876 Schloss das Gymnasium ab. Besuchte Zeichenklassen an der École Municipale de Sculpture et de Dessin. Hier traf er Amand-Edmond Jean.
1878 Seurat bestand die Aufnahmeprüfung der École des Beaux-Arts im Februar und wurde am 19. März offiziell im Atelier von Henri Lehmann eingeschrieben. Wurde 67. in der Aktzeichenklasse (von 80 Studenten).
1879 Wurde der 47. (von 70 Studenten) in der Klasse von Lehmann. Vielleicht besuchte Georges Seurat die vierte Impressionisten-Ausstellung (10.4.-11.5.), an der Gustave Caillebotte, Cassatt, Edgar Degas, Forain, Lebourg, Claude Monet und Pissarro teilgenommen haben. Die Arbeiten lösten auf jeden Fall bei den Studenten einen „unerwarteten und tiefen Schock“ aus, weshalb sie sich von der Malweise ihres Lehrers abwandten und sich ein eigenes Atelier mieteten. Im November reiste Seurat nach Brest, um sich bei seinem Regiment zu melden, da er einen einjährigen Militärdienst abzuleisten hatte. Zeichnete das Meer, den Strand und Schiffe.
1880 Las das Kunstmagazin „L’Art“. Sah vielleicht die Ausstellung von Thomas Coutoure im Palais de l’Industrie, er las aber sicher seine Schriften. Im November Rückkehr nach Paris.
1881 Seurat arbeitete im Atelier von Aman-Jean. Interessiert sich für Delacroix‘ Malerei, die er im Stadthaus des Sammlers Frédéric Hartmann sowie der Galerie von Goupil studieren konnte. Machte eine freie Kopie nach Puvis de Chavannes „Le pauvre pêcheur [Der arme Fischer]“. Im Sommer und Herbst für zwei Monate in Pontaubert.
1883 Erste Teilnahme am Salon mit einer Zeichnung. Begann seine Arbeit an „Une baigne. Asnières (Die Badenden / Badeplatz in Asnière)“. Besuchte mit Aman-Jean gemeinsam Barbizon, wo er in der berühmten Auberge Ganne einkehrte.
1884 Im Mai Mitbegründer der „Société des Artistes Indépendants“. Da Georges Seurat vom Salon zurückgewiesen wurde, zeigte er seine „Badenden“ am Salon des Indépendants. Neben Seurat stellten auch Paul Signac (1863–1935), Henri-Edmond Cross (1856–1910), Odilon Redon (1840–1916) und Émil Schuffenecker (1851–1934) im Salon des Indépendante aus. Seurat fand in Signac einen der wenigen Freunde fürs Leben. Begann an seiner zweiten großen Komposition zu arbeiten: „Un dimarche à la Île de la Grande Jatte (Ein Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte)“.
1885 Seurat arbeitete in Grandcamp. Die „Revue contemporaine“ publizierte „Introduction à une esthétique scientifique“ von Charles Henry. Seurat machte sich davon Notizen. Beendete „Un dimarche à ls Île de la Grande Jatte“ im März. Den Sommer in Grandcamp an der Kanalküste. Paul Signac und Guillaumin stellten Seurat Camille Pissarro in der Galerie Paul Durand-Ruel vor.
1886 Ein Brief von Camille Pissarro an seinen Sohn Lucien zeigt, wie schwer es fiel, die „alten“ Impressionisten mit der Idee anzufreunden, mit den jungen Postimpressionisten auszustellen. Durand-Ruel nahm Seurat und Signac in seine New Yorker Impressionisten-Ausstellung auf. Seurat konnte jedoch nichts verkaufen. Teilnahme an der 8. und letzten Impressionisten-Ausstellung in Paris: Die „Grande Jatte“ verursachte einen Skandal. Teilnahme am zweiten Salon des Indépendants (August bis September). Sommer in Honfleur.
1887 Begann „Die Modelle“. Mit sieben Gemälden Teilnahme an der IV. Ausstellung der XX in Brüssel, wohin Seurat mit Paul Signac reiste. Teilnahme am Salon des Indépendants (26.3.-3.5.). Überarbeitete „Un dimarche à la Île de la Grande Jatte (Ein Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte)“.
1888 Vollendete „Die Modelle“ und stellte es gemeinsam mit „La Parade (Die Parade)“ am vierten Salon des Indépendants aus. Sommer in Port-en-Bessin.
1889 Begann „Le Cahout“ und „Junge Frau bei der Toilette“.
1890 Geburt seines Sohnes Pierre-Georges (16.2.), den Georges Seurat als seinen Sohn anerkennt und am Standesamt eintragen lässt. Die Mutter ist Madleine Knobloch, 22 Jahre alt. Vollendete „Le Cahout“ und „Junge Frau bei der Toilette“. Begann die Arbeit an „Zirkus“. Sommer in Petit-Fort Philippe in Gravelines, wo er Landschaften malte.
1891 Teilnahme am achten Salon des Indépendants mit dem unvollendeten „Zirkus“.
Am 29. März 1891 starb Georges Seurat im Alter von 31 Jahren an einer Angina (vielleicht Diphterie). Am folgenden Tag erklärte Madeleine Knobloch am Standesamt ihre Mutterschaft. Er wurde im Familiengrab in Père-Lachaise beerdigt (66. Abteilung, 1. Reihe, 65, Nr. 7). Durch Erbteilung gingen „Le Cahut“, die große Fassung von „Die Modelle“, „Sitzendes Modell (Rückenakt)“, „Junge Frau bei der Toilette“, zwei Landschaften aus Gravelines, Ölskizzen und Zeichnungen an Madeleine Knobloch.

 

Georges Seurat: die wichtigsten Werke / Bilder

  • Georges Seurat, Landschaft bei Saint-Ouen, 1878 oder 1879, Öl auf Holz, 16.8 x 25.4 cm (Metropolitan Museum of Art, New York, Gift of Bernice Richard, 1980, Inv.-Nr. 1980.342)
  • Georges Seurat, Kopf eines Mädchens (Madame B., die Köchin des Künstlers), um 1879, Öl auf Leinwand, 28,8 x 24,1 cm (The Dumbarton Oaks Research Library and Collection, Washington D.C.)
  • Georges Seurat, Wald bei Pontaubert, 1881, Öl auf Leinwand, 79.1 x 62.5 cm (Metropolitan Museum of Art, New York, Purchase, Gift of Raymonde Paul, in memory of her brother, C. Michael Paul, by exchange, 1985, Inv.-Nr. 1985.237)
  • Georges Seurat, Landschaft mit Stecken, 1881/82, Öl auf Leinwand, 38 x 46,1 cm (Kunstmuseums, Basel, Dr. h.c. Émile Dreyfus-Stiftung)
  • Georges Seurat, Der Mäher, 1881/82, Öl auf Holz, 16.5 x 25.1 cm (Metropolitan Museum of Art, New York, Robert Lehman Collection, 1975, Inv.-Nr. 1975.1.206)
  • Georges Seurat, Arbeiter, Pfähle einrammend, um 1882, Öl auf Leinwand, 14,9 x 25 cm (Privatbesitz, New York)
  • Georges Seurat, Der Gärtner, 1882/83, Öl auf Holz, 15.9 x 24.8 cm (Metropolitan Museum of Art, New York, Bequest of Miss Adelaide Milton de Groot, 1967, Inv.-Nr. 67.187.102)
  • Georges Seurat, Ansicht der Seine, 1882/83, Öl auf Holz, 15.9 x 24.8 cm (Metropolitan Museum of Art, New York, Bequest of Mabel Choate, in memory of her father, Joseph Hodges Choate, 1958, Inv.-Nr. 59.16.5)
  • Georges Seurat, Sticken: Porträt der Mutter, 1882/83, Conté Kreide auf Michallet Papier, 31.2 x 24.1 cm (Metropolitan Museum of Art, New York, Purchase, Joseph Pulitzer Bequest, 1951; acquired from The Museum of Modern Art, Lillie P. Bliss Collection, 1958, Inv.-Nr. 55.21.1)
  • Georges Seurat, Portrait von Edmond François Aman-Jean, 1882/83, Conté Kreide auf Michallet Papier, 62.2 × 47.5 cm (Metropolitan Museum of Art, New York, Bequest of Stephen C. Clark, 1960, Inv.-Nr. 61.101.16)
  • Georges Seurat, Pferd auf einem Feld, um 1883, Öl auf Leinwand, 32,4 x 41 cm (The Solomon R. Guggenheim Museum, New York)
  • Georges Seurat, Sitzende Frau, um 1882/83, Öl auf Leinwand, 38,1 x 45,7 cm (The Solomon R. Guggenheim Museum, New York)
  • Georges Seurat, Die Straßenarbeiter, um 1882/83, Öl auf Holz, 15,8 x 24,7 cm (Sammlung Mr. und Mrs. Paul Mellon, Upperville, Virginia)
  • Georges Seurat, Industrievorort, um 1883, Öl auf Leinwand, 32,4 x 40,6 cm (Sammlung Pierre Lévy, Troyes)
  • Georges Seurat, Die Fischer, 1883, Öl auf Holz, 16,2 x 24,8 cm (Sammlung Pierre Lévy, Troyes)
  • Georges Seurat, Das schwarze Pferd, Studie zu Die Badenden, um 1883, Öl auf Holz, 15,9 x 24,8 cm (National Galleries of Scotland)
  • Georges Seurat, Badende, Studie zu Die Badenden, 1883, Öl auf Holz, 15,9 x 25,1 cm (Privatbesitz, Paris)
  • Georges Seurat, Studie zu Die Badenden, 1883, Öl auf Holz, 15,5 x 25 cm (Musée d‘Orsay, Paris)
  • Georges Seurat, Finale Studie zu Die Badenden, 1883, Öl auf Holz, 16,5 x 24,8 cm (The Art Institute Chicago)
  • Georges Seurat, Une baignade, Asnières (Die Badenden, Asnières), 1883/84 (1887 überarbeitet), Öl auf Leinwand, 201 x 301,5 cm (The National Gallery, London)
  • Georges Seurat, Rue Saint-Vincent im Frühling, um 1884, Öl auf Holz, 24,8 x 15,4 cm (The Fitzwilliam Museum, Cambridge, England)
  • Georges Seurat, Studie für Un dimarche à la Île de la Grande Jatte (Ein Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte), 1884, Öl auf Leinwand, 70.5 x 104.1 cm (Metropolitan Museum of Art, New York, Bequest of Sam A. Lewisohn, 1951, Inv.-Nr. 51.112.6)
  • Georges Seurat, Ölskizze für Un dimarche à la Île de la Grande Jatte (Ein Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte), 1884, Öl auf Leinwand, 15.5 x 24.3 cm (The Art Institute of Chicago, Gift of Mary and Leigh Block, 1981.15)
  • Georges Seurat, Spaziergängerin mit Affen (Studie zur Grande Jatte), 1884/85, Öl auf Holz, 24,7 x 15,7 cm (The Smith College Museum of Art, Northampton, Massachusetts)
  • Georges Seurat, Feld mit Luzerne, 1884/85, Öl auf Leinwand, 64 x 81 cm (National Galleries of Scotland)
  • Georges Seurat, Un dimarche à la Île de la Grande Jatte (Ein Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte), 1884–1886, Öl auf Leinwand, 205,7 x 305,8 cm (The Art Institute of Chicago, Helen Birch Bartlett Collection)
  • Georges Seurat, Le Bec du Hoc, Grandcamp (Der Bec du Hoc bei Grandcamp), 1885, Öl auf Leinwand, 64,5 x 81,5 cm (Tate Gallery, London)
  • Georges Seurat, Grandcamp, Abend, 1885 (Rahmen 1888/89), Öl auf Leinwand, 66.2 x 82.4 cm (Museum of Modern Art, New York, Estate of John Hay Whitney, Inv.-Nr. 285.1983)
  • Georges Seurat, Le port d’Honfleur (Hafen von Honfleur), 1886, Öl auf Leinwand, 79,5 x 63 cm (Kröller-Müller Museum, Otterlo)
  • Georges Seurat, Die Seinemündung bei Honfleur am Abend, 1886, Öl auf Leinwand, 64,2 x 80 cm (The Museum of Modern Art, New York)
  • Georges Seurat, Abend, Honfleur, 1886, Öl auf Leinwand, 78.3 x 94 cm (The Museum of Modern Art, New York, Gift of Mrs. David M. Levy, Inv.-Nr. 266.1957)
  • Georges Seurat, Die „Maria“ in Honfleur, 1886 (Rahmen um 1888), Öl auf Leinwand, 53 x 63,5 cm (Nationalgalerie, Prag)
  • Georges Seurat, Der Strand von Bas-Butin bei Honfleur, 1886, Öl auf Leinwand, 67 x 78 cm (Musée des Beaux-Arts, Tournais, Belgien)
  • Georges Seurat, Ecke eines Hafens, Honfleur, 1886, Öl auf Leinwand (Kröller-Müller Museum, Otterlo)
  • Georges Seurat, Spitze der Mole von Honfleur, 1886, Öl auf Leinwand, 46 x 55 cm (Kröller-Müller Museum, Otterlo)
  • Georges Seurat, Die Seine bei der Île de la Grande Jatte im Frühling, um 1887, Öl auf Leinwand, 65 x 81 cm (Musée Royaux des Beaux-Arts, Brüssel)
  • Georges Seurat, Die Brücke von Courbevoie, um 1887, Öl auf Leinwand, 45,7 x 54,7 cm (The Courtauld Institute Galleries, The Home House Trustees, London)
  • Georges Seurat, Graues Wetter, Grande Jatte, 1886–1888, Öl auf Leinwand, 70.5 x 86.4 cm (Metropolitan Museum of Art, New York, The Walter H. and Leonore Annenberg Collection, Gift of Walter H. and Leonore Annenberg, 2002, Bequest of Walter H. Annenberg, 2002, Inv.-Nr. 2002.62.3)
  • Georges Seurat, Sitzendes Modell im Profil (Studie für „Die Modelle“), 1887, Öl auf Holz, 24 x 14,6 cm (Musée d’Orsay, Paris)
  • Georges Seurat, Stehendes Modell (Studie für „Die Modelle“), 1887, Öl auf Holz, 26 x 17,2 cm (Musée d’Orsay, Paris)
  • Georges Seurat, Sitzendes Modell von hinten (Studie für „Die Modelle“), 1887, Öl auf Holz, 24,4 x 15,7 cm (Musée d’Orsay, Paris)
  • Georges Seurat, Studie für Les Poseuses, 1886, Conté Kreide auf Papier, 29.7 x 22.5 cm (Metropolitan Museum of Art, New York, Robert Lehman Collection, 1975, Inv.-Nr. 1975.1.704)
  • Georges Seurat, Les Poseuses (Die Modelle), kleine Fassung, 1888, Öl auf Leinwand, 39,4 x 48,9 cm (Sammlung der Société Artemis, Luxemburg, Dauerleihgabe in der Alten Pinakothek, München)
  • Georges Seurat, Les Poseuses (Die Modelle), 1888 (Barnes Foundation, Philadelphia)
  • Georges Seurat, Entwurf zu La Parade, 1888, Öl auf Holz, 17 x 25 cm (Sammlung Emil Bührle, Zürich)
  • Georges Seurat, La Parade (Die Parade), 1887/88, Öl auf Leinwand, 99,7 x 149,9 cm (Metropolitan Museum of Art, New York, Bequest of Stephen C. Clark, 1960, Inv.-Nr. 61.101.17)
  • Georges Seurat, Port-en-Bessin, 1888, Öl auf Leinwand, 67 x 84,4 cm (The Minniapolis Institute of Art, Minniapolis)
  • Georges Seurat, Sonntag in Port-en-Bessin, 1888 (Kröller-Müller Museum, Otterlo)
  • Georges Seurat, Lastenaufzug und Schlucht bei Port-en-Bessin, 1888, Öl auf Leinwand, 64,7 x 81,5 cm (Sammlung The Honerable und Mrs. Averell Harriman, New York)
  • Georges Seurat, Einfahrt des Fischereihafens, Port-en-Bessin, 1888, Öl auf Leinwand, 54,9 x 65,1 cm (The Museum of Modern Art, New York, Lillie P. Bliss Collection, Inv.-Nr. 126.1934)
  • Georges Seurat, Der äußere Hafen von Port-en-Bessin (bei Ebbe), 1888, Öl auf Leinwand, 53,5 x 65,7 cm (The St. Louis City Art Museum, St. Louis, Missouri)
  • Georges Seurat, La Tour Eiffel, um 1889, Öl auf Holz, 24,1 x 15,2 cm (Fine Arts Museums of San Francisco, Museum purchase, William H. Noble Bequest Fund)
  • Georges Seurat, Der Eiffelturm, 1890, Öl auf Holz, 24 x 15,2 cm (Sammlung Mr. und Mrs. Seligman, New York)
  • Georges Seurat, Jeune femme se poudrant (Junge Frau bei der Toilette), 1890, Öl auf Leinwand, 95,5 x 79,5 cm (The Courtauld Institute Galleries, London)
  • Georges Seurat, Der Hafen von Gravelines: Petit-Fort, 1890, Öl auf Leinwand, 73 x 92 cm (The John Herron Museum of Art, Indianapolis)
  • Georges Seurat, Ein Abend am Kanal von Gravelines, 1890, Öl auf Leinwand, 65.4 x 81.9 cm (The Museum of Modern Art, New York, Gift of Mr. and Mrs. William A. M. Burden, Inv.-Nr. 785.1963)
  • Georges Seurat, Der Zirkus, 1890/1891, Öl auf Leinwand, 185,5 x 152,5 cm (Musée d’Orsay, Paris)

 

 

Literatur

Pierre Courthion, Georges Seurat, Köln 1991.

Robert L. Herbert (Hg.), Georges Seurat 1859–1891 (Ausst.-Kat. The Metropolitan Museum of Art, New York), New York 1991.

  1. Zitiert nach Pierre Courthion, Georges Seurat, Köln 1991.
  2. Zitiert nach Heinz Widauer (Hg.), Seurat, Signac, Van Gogh. Wege des Pointillismus (Ausst.-Kat. Albertina, Wien) München 2916, S. 42.
  3. Zitiert nach: John Cage, Color in Art, New York/London 2006, S. 73.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.