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Ausstellungen der Staatlichen Museen zu Berlin 2018

Caspar David Friedrich, Wanderer über dem Nebelmeer, Details, um 1817 (© SHK/Hamburger Kunsthalle/bpk, Foto: Elke Walford)

Caspar David Friedrich, Wanderer über dem Nebelmeer, Details, um 1817 (© SHK/Hamburger Kunsthalle/bpk, Foto: Elke Walford)

Zwölf Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin laden mit Sonderausstellungen zu brandaktuellen Themen ein, über Essen, Reisen, das Wandern und die Zerstörungen von Kulturgut im Krieg nachzudenken, aber auch die spektakulärsten Bodenfunde in Deutschland zu bestaunen. Hier ein kurzer Überblick über das Programm des Jahres 2018.

Caspar David Friedrichs berühmtes Gemälde „Wanderer über dem Nebelmeer“ aus der Hamburger Kunsthalle bildet den Ausgangspunkt für eine Sonderausstellung in der Alten Nationalgalerie, die dem Wandern als Motiv in der Malerei im 19. Jahrhundert nachspürt (ab 10.5. in der Alten Nationalgalerie). Wesentlich gemächlicher geht es im Herbst zu, wenn das Kupferstichkabinett die Frage nach der Autorschaft von Rembrandt-Zeichnungen stellt (ab 24.8.), „Pop on Paper. Kunst der 60er-Jahre von Warhol bis Lichtenstein“ (ab September) und danach seine französischen Meisterzeichnungen präsentiert (ab 7.12.)

Vor 150 Jahren bekam Berlin zwei neue Museen: das Münzkabinett (ab 22.11.) und das Kunstgewerbemuseum (ab 12.1.) gedenken ihrer Gründung und Geschichte. Im Kunstgewerbemuseum sucht „Food Revolution 5.0. Gestaltung für die Gesellschaft von Morgen“ (18.5.) Lösungen für brennende Fragen von Ernährung in Zeiten schwindender Ressourcen. Ab Mai ist im Alten Museum passenderweise die Schau „Fleisch. Substanz zwischen Leben und Tod“ zu sehen, quasi vom Prunkstillleben zum Symbol der Vergänglichkeit.

Der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin befragt in „Hello World. Revision einer Sammlung“ (ab 23.3.) seine Bestände „auf Momente des transnationalen künstlerischen Austauschs und transkulturelle Verflechtungen im 20. Jahrhundert“. Im Herbst erhält Agnieszka Polska den Preis der Nationalgalerie und eine Ausstellung dazu. Unter dem Arbeitstitel „Sehnsucht und Freiheit. Otto Mueller und die Malerei der Moderne zwischen Berlin und Breslau“ ist eine Retrospektive zum Mitglied der Brücke in Planung (ab 28.9.). Danach thematisiert „How to talk with birds, …“ die zunehmende Verwischung der Grenze zwischen Natur und Kultur. Die von Antje Majewski initiierte Gruppenausstellung stellt alternative Formen des Miteinanders vor (ab 16.11.).

Das Museum für Fotografie präsentiert die bedeutende Architekturfotografin Sigrid Neubert (ab 9.2. im), Künstlerporträts der Jahre 1890 bis 2000 aus der Sammlung Platen (ab 29.6) sowie Dokumentationen in Film und Foto der Revolution in Berlin 1918/19 anlässlich des 100. Jahrestags der Deutschen Revolution (ab 9.11.).

Antike Migration und prähistorischen sowie historischer Kulturaustausch, gefolgt von Archäologie und Denkmalpflege in Zeiten von Kriegen, stehen im Zentrum der großangelegten Ausstellungsprojekte in Berlin: Margiana, eine historische Landschaft im Osten Turkmenistans, war vor 4.000 Jahren die Wiege einer faszinierenden Hochkultur der Bronzezeit und wird mit 220 Objekten erstmals außerhalb des Landes gezeigt (ab April im Neuen Museum). Das Pergamonmuseum präsentiert mit „Kulturlandschaft Syrien. Erhaltung und Archivierung in Zeiten des Krieges“ (ab 12.10.) die digitale Dokumentation bedeutender antiker Stätten und Städte, die durch den Syrien-Krieg zerstört wurden. Die spektakulärsten Funde der deutschen Bodendenkmalpflege der letzten 15 Jahre können in „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ bestaunt werden (ab 21.9. im Martin-Gropius-Bau).

 

Ausstellungen in Berlin 2018

12. Januar – 29. April 2018 – Kulturforum, Kunstgewerbemuseum
Berliner Schatzhäuser. 150 Jahre Kunstgewerbemuseum

1867/68 wurde das Berliner Kunstgewerbemuseum als erstes seiner Art in Deutschland und als drittes weltweit gegründet. Nach zwei provisorischen Unterbringungen befand sich das Museum von 1881 bis 1921 in dem eigens für seine Sammlungen errichteten Gebäude von Martin Gropius in der Prinz-Albrecht-Straße (heute Niederkirchnerstraße), von 1921 bis 1950 residierte es unter dem Namen „Schlossmuseum“ im Berliner Schloss. Die nach dem Zweiten Weltkrieg in den Westteil Berlins zurückgeführten Bestände wurden seit 1963 im Charlottenburger Schloss ausgestellt. Im gleichen Jahr bezog das Museum mit seinen damals in Ost-Berlin befindlichen Sammlungsteilen die heutige Dependance im Schloss Köpenick. Seit 1985 schließlich ist der von Rolf Gutbrod entworfene Museumsbau am Kulturforum sein Domizil. Die Sonderpräsentation skizziert anhand von Schautafeln und museumsgeschichtlich bedeutenden Objekten die 150-jährige Geschichte und vermittelt die sich im Laufe der Zeit wandelnden Aufgaben des Kunstgewerbemuseums. Mit ihrer Orientierung an den historischen Museumsstandorten ist sie darüber hinaus ein Beitrag zur Berliner Stadtgeschichte.

 

 

9. Februar – 3. Juni 2018 – Museum für Fotografie
Sigrid Neubert. Fotografien. Architektur und Natur

Sigrid Neubert (*1927) ist eine der bekanntesten Architekturfotografinnen Deutschlands. Etwa 30 Jahre lang arbeitete sie für viele bedeutende Architekturbüros und entwickelte dabei mit ihren kontrastreichen, die Strukturen der Bauten klar herausarbeitenden Fotos einen eigenen, einprägsamen Stil. Seit den 1970er-Jahren schuf sie daneben eindrucksvolle Naturbilder, denen sie sich ab 1990 ausschließlich widmete. Ihre Arbeitsweise war stets geprägt von einer äußerst intensiven Beschäftigung mit dem fotografierten Gegenstand. Bekannt sind vor allem ihre Veröffentlichungen über den Nymphenburger Schlosspark und die megalithischen Tempel von Malta, aber auch ihre ikonischen Architekturaufnahmen des BMW Hochhauses in München. Die Retrospektive Ihres Werkes ist mit einer großzügigen Schenkung wesentlicher Werkkonvolute an die Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek verbunden.

 

 

23. März – 19. August 2018 – Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
Hello World. Revision einer Sammlung

„Hello World. Revision einer Sammlung“ ist eine ambitionierte Befragung des Sammlungsbestands der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin und ihrer vorwiegend westlichen Ausrichtung. Als vielstimmige Zusammenarbeit interner und externer Kuratorinnen und Kuratoren legt sie den Fokus auf Momente des transnationalen künstlerischen Austauschs und transkulturelle Verflechtungen im 20. Jahrhundert. „Hello World“ bespielt die gesamte Ausstellungsfläche des Hamburger Bahnhofs und nimmt Werke der Sammlung, ergänzt durch Leihgaben aus Berliner und weltweiten Sammlungen, als Ausgangpunkte zur Erkundung verborgener Erzählungen und neuer Perspektiven auf die Sammlung und ihre Geschichte.

 

 

April – September 2018 – Museumsinsel Berlin, Neues Museum
Margiana. Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan

Margiana – diese historische Landschaft im Osten Turkmenistans war vor 4000 Jahren die Wiege einer faszinierenden Hochkultur der Bronzezeit. Im Zentrum der Ausstellung stehen die Ergebnisse der archäologischen Forschungen in der antiken Metropole Gonur Depe. Die dort entdeckten Baustrukturen liefern Zeugnis einer frühen Stadtplanung. Die Palastanlage und die sog. Königsgräber lassen weitreichende Beziehungen in die Gebiete der späteren Seidenstraße erkennen. Erstmals werden mehr als 220 Objekte aus Gonur Depe außerhalb Turkmenistans präsentiert.

Eine Sonderausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Kulturministerium Turkmenistans und in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Museum Hamburg und den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim.

 

ab Frühjahr/Sommer 2018 – Museumsinsel Berlin, Am Kupfergraben
Pergamonmuseum. Das Panorama

Die einzigartige Zusammenarbeit der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin mit dem Künstler Yadegar Asisi im Jahre 2011/2012 wird 2018 fortgesetzt. Im temporären Ausstellungsgebäude „Pergamonmuseum. Das Panorama“ gegenüber dem Bode-Museum werden ab Frühjahr/Sommer 2018 Highlights aus den Beständen der Antikensammlung sowie das vollständig überarbeitete Panorama von Yadegar Asisi präsentiert. Die immersive Bildwirkung des Asisi-Panoramas ergibt in Verbindung mit 80 antiken Skulpturen sowie neuen multimedialen Visualisierungen des Pergamonaltars in der rund 1000 m² großen Ausstellungsinszenierung ein einzigartiges und zukunftsweisendes Gesamtkonzept, um das Erscheinungsbild der antiken Metropole Pergamon nacherlebbar zu machen. Der Ticket-Vorverkauf startet im Frühjahr 2018.

 

 

Mai – Juli 2018 – Museumsinsel Berlin, Altes Museum
Fleisch. Substanz zwischen Leben und Tod

Fleisch: Gerade noch bewegliche Grundlage des Lebens, plötzlich verwesende Substanz – für die einen abstoßend, für die anderen Nahrung oder Opfergabe an die Götter. Fleisch offenbart den allgegenwärtigen Konflikt zwischen Leben und Tod in der menschlichen Kultur. Die Position des Fleisches im Spannungsfeld zwischen Leben und Tod ist dabei paradox. Die Ausstellung fragt, wie dieses Paradoxon die Bereiche Ernährung, Kult und Körper beeinflusst und damit auch unser heutiges Verhältnis zum Fleisch prägt.

 

 

10. Mai – 16. September 2018 – Museumsinsel Berlin, Alte Nationalgalerie
Wanderlust. Von Caspar David Friedrich bis Auguste Renoir

Caspar David Friedrichs berühmtes Gemälde „Wanderer über dem Nebelmeer“ aus der Hamburger Kunsthalle bildet den Ausgangspunkt für eine Sonderausstellung in der Alten Nationalgalerie, die dem Wandern als Motiv in der Malerei im 19. Jahrhundert nachspürt. Mit Rousseaus Parole „Zurück zur Natur!“ und Goethes Sturm-und-Drang-Dichtung wird das Wandern um 1800 zum Ausdruck eines modernen Lebensgefühls, das angesichts der gesellschaftlichen Umbrüche seit der Französischen Revolution eine neue Form der entschleunigten Selbst- und Welterkenntnis entwickelt, die bis heute nachwirkt. Werke von Friedrich, Blechen, Schinkel und Dahl über Courbet bis hin zu Hodler und Gauguin verdeutlichen, wie zentral das Thema für die Kunst des 19. Jahrhunderts nicht nur in Deutschland, sondern von Frankreich bis Norwegen und von Russland bis in die USA war. Leihgaben aus internationalen Museen bereichern die ausgewählten Werke aus der Sammlung der Nationalgalerie zu einer um die 100 Werke umfassenden Großausstellung. → Wanderlust. Von Caspar David Friedrich bis Auguste Renoir

 

 

18. Mai – 16. September 2018 – Kulturforum, Kunstgewerbemuseum
Food Revolution 5.0. Gestaltung für die Gesellschaft von Morgen

Wie werden wir zukünftig essen, von was werden wir uns ernähren in unserer durch schwindende Ressourcen geprägten Wachstumsgesellschaft? Unsere globalisierte Nahrungsproduktion hat entscheidenden Anteil am Klimawandel und jeder von uns gestaltet mit seinem Essverhalten den Globus mit. Essen ist längst keine Privatsache mehr, sondern ein hochgradig politischer Akt.

Das Kunstgewerbemuseum verwandelt sich in ein künstlerisch-wissenschaftlich-spekulatives Laboratorium für neue Denk- und Praxismodelle zur Zukunft des Essens und Wohnens. Für die Ausstellung werden über 30 internationale Designerinnen und Designer – darunter Werner Aisslinger, Martí Guixe, Ton Matton, Maurizio Montalti, Chloé Rutzerveld, Austin Stewart und Marije Vogelzang – eingeladen, ihre Entwürfe, Ideen und Visionen zur Gestaltung der Transformation unseres Ernährungssystems zu präsentieren. Es sind Statements, die als best practice-Beispiele im Hier und Jetzt funktionieren sowie spekulative Projekte, die mögliche Zukunftsszenarien aufzeigen. Die Piazzetta am Kulturforum wird in einen essbaren Garten verwandelt und lädt die Besucher zum Verweilen und Miternten ein.

Eine Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums – Staatliche Museen zu Berlin in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, der Ikea Stiftung und der Karin Stilke Stiftung

 

 

29. Juni – 7. Oktober 2018 – Museum für Fotografie
Künstlerporträts. Die Sammlung Platen (Arbeitstitel)

Die Ausstellung fächert ein Spektrum von ca. 280 fotografischen Künstlerporträts aus den Jahren 1890 bis 2000 auf und zeigt die vielfältigen Formen dieses Genres. Gezeigt werden Werke von Fotografinnen und Fotografen, die die Fotografiegeschichte wesentlich geprägt haben, darunter Berenice Abbott, Henri Cartier-Bresson, Denise Colomb, Christopher Makos, die wiederum Künstlerinnen und Künstler der Klassischen Moderne wie Frida KahloHenri Matisse oder Cindy Sherman porträtierten. Die Bilder stammen aus der Sammlung der Fotografin Angelika Platen, die für ihre Porträts etwa von Hanne Darboven und Sigmar Polke bekannt wurde.

 

 

Sommer 2018 – Museum Berggruen
Die Biografien der Bilder. Eine Ausstellung zu Provenienzen und Provenienzforschung (Arbeitstitel)

Die Ausstellung im Museum Berggruen erzählt die Geschichte ausgewählter Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen u.a. von Pablo Picasso, Paul Klee und Georges Braque aus dem Bestand der Nationalgalerie. Ausgehend von Resultaten des laufenden Projektes zur Provenienzforschung stellen die Objektbiografien Themen vor, in denen sich die Vielfalt der Geschichte und Provenienzen der Kunstwerke in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausdrückt: Berühmte Händler und Sammler (u.a. Daniel Henri Kahnweiler, Alfred Flechtheim, Douglas Cooper, Galka Scheyer), der Kunstraub der Nationalsozialisten in Deutschland und Frankreich, Picassos Umfeld oder die Popularisierung der Klassischen Moderne in den USA.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie und des Zentralarchivs – Staatliche Museen zu Berlin

 

24. August – 18. November 2018 – Kulturforum, Kupferstichkabinett
Aus Rembrandts Werkstatt. Zeichnungen der Rembrandtschule

Rembrandt oder nicht Rembrandt? Zeichnungen des holländischen Meisters wurden schon von Beginn an mit Zeichnungen seiner Schüler und Mitarbeiter, die im selben Stil arbeiteten, verwechselt. Nachdem 2006 der kritische Katalog der eigenhändigen Zeichnungen Rembrandts erschienen ist, werden nun diejenigen Werke publiziert und ausgestellt, die nach heutigem Forschungsstand nicht dem Meister, sondern seinem Umfeld zugeschrieben werden. Es werden auch Originale Rembrandts gezeigt, um sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die bisweilen subtilen Unterschiede von Arbeiten des Meisters und seiner Schule zu verdeutlichen.

 

September 2018 – Januar 2019 – Kulturforum, Sonderausstellungshalle
Pop on Paper. Kunst der 60er-Jahre von Warhol bis Lichtenstein

Das Berliner Kupferstichkabinett besitzt in Deutschland eine der bedeutendsten Sammlungen britischer und amerikanischer Pop Art-Graphik der 1960er- und 1970er-Jahre. Umfassend ist dieser Bestand noch nie präsentiert worden – ein Manko, das mit „Pop on Paper“ nun endlich behoben wird. Die Ausstellung zeigt dabei die vielen thematischen und künstlerischen Facetten der Pop Art in den USA und Europa schlaglichtartig und unterhaltsam auf. Dabei sollen nicht nur Zeichnungen und Gemälde u.a. von Andy Warhol, Roy Lichtenstein und Claes Oldenburg, sondern auch Design-Objekte integriert werden, um den besonderen Geist und die Materialität der Sixties in der westlichen Kultur zu veranschaulichen.

 

 

21. September 2018 – 6. Januar 2019 – Martin-Gropius-Bau
Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland

Digitale Kommunikations- und schnelle Transportmöglichkeiten bringen den Menschen immer enger zusammen und lassen die Globalisierung als modernes Phänomen erscheinen. Tatsächlich aber ist die überregionale Vernetzung mit allen Ihren Auswirkungen seit jeher ein fester Bestandteil der Gesellschaft und beeinflusst das Leben seit prähistorischer Zeit in unterschiedlichen Facetten grundlegend. Immer wieder machen Archäologen Entdeckungen, die dies auf ganz unterschiedliche Weise eindrucksvoll belegen. „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ präsentiert in einer groß angelegten Gesamtschau der deutschen Bodendenkmalpflege die spektakulärsten Funde der letzten 15 Jahre vom Paläolithikum bis in das 20. Jahrhundert. Anhand der vier Themen Mobilität, Konflikt, Austausch und Innovation werden mit insgesamt rund 300 Fundkomplexen die Folgen überregionaler Interaktion auf persönlicher, wirtschaftlicher und religiöser Ebene erfahrbar gemacht.

Eine Sonderausstellung des Museum für Vor- und Frühgeschichte – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland (VLA) anlässlich des Europäischen Jahres des kulturellen Erbes 2018.

 

 

21. September 2018 – 6. Januar 2019 – Kulturforum, Kunstbibliothek
Reisen in der Bibliothek. 150 Jahre Kunstbibliothek

Die Reise ist ein zentrales Motiv in Literatur und Kunst, von den mittelalterlichen Pilgerberichten bis zum globalisiert beschleunigten Tourismus heute. In der Kunstbibliothek ist die „Reise“ in den verschiedensten medialen Formen präsent. Anlässlich ihres 150. Jubiläums zeigt die Kunstbibliothek einen repräsentativen Querschnitt von Kunstobjekten aus ihren graphischen Sammlungen. Das faszinierende Spektrum reicht von dem ersten Buchdruck einer Pilgerreise nach Jerusalem mit eingefalteten großen Holzschnitten, über die „Voyages Pittoresques“ des 17. und 18. Jahrhunderts, Werbeplakaten zu Reiseverkehrsmitteln und Reiseorten und architektonischen Zeichnungsalben aus Italien bis zu Marcel Broodthaers multimedialer Installation „Voyage on the North Sea“ – bei allen Objekten zeigt sich die Aktualität des Themas im Brennpunkt zwischen Tourismus, Globalisierung und dem Diskurs über das Fremde.

 

 

28. September 2018 – 3. März 2019 – Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
Sehnsucht und Freiheit. Otto Mueller und die Malerei der Moderne zwischen Berlin und Breslau (Arbeitstitel)

In den 1920er-Jahren gab es zwischen der schlesischen Metropole Breslau und der damaligen Reichshauptstadt Berlin einen künstlerischen Austausch von europäischer Strahlkraft. Eine besondere Rolle spielte die Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau. Dort unterrichteten etwa der Brücke-Expressionist Otto Mueller, der Bauhaus-Meister Oskar Schlemmer sowie Oskar Moll, Hauptbegründer der Académie Matisse. Zu ihren Schülern zählte der in Breslau geborene Alexander Camaro. Ausgehend von Otto Muellers unkonventioneller Lehrmethode und seiner Auffassung von Freiheit und Sehnsucht zeigt die Ausstellung einen neuen Blick auf dieses wichtige Kapitel deutsch-polnischer Kunstgeschichte. → Otto Mueller und die Malerei der Moderne zwischen Berlin und Breslau

 

28. September 2018 – 28. Juli 2019 – Museum Europäischer Kulturen
Dance me to the End of Love. Traumhochzeiten

Hochzeit – der große Traum. Für viele der wichtigste Augenblick im Leben. Wie sehen diese Träume aus? Wie werden sie geschaffen? Wie haben sie sich verändert? Gehen alle Träume in Erfüllung? Und was hat das alles mit Gefühlen zu tun? In der Ausstellung zeigt das Museum Europäischer Kulturen (MEK) gelebte und ungelebte Träume, vergangene und gegenwärtige. Sie sind so verschieden, wie die Menschen, die Kulturen und Religionen, und haben doch erstaunlich viel gemeinsam. Träume von Jungen und Alten und denen „dazwischen“, von Prinzen, Promis, Künstlerinnen und Designerinnen. Die interaktive Ausstellung mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm lädt ein zum Entdecken, Erzählen und Träumen.

Eine Sonderausstellung des Museums Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“ - Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, dem Oberstufenzentrum Bekleidung und Mode Berlin und der Europäische Akademie Berlin e.V.

 

 

Herbst 2018 – Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
Preis der Nationalgalerie: Agnieszka Polska

Der neunte Preis der Nationalgalerie wurde im Herbst 2017 an Agnieszka Polska (geb. 1985 in Lublin) verliehen. 2018 werden die Werke der Preisträgerin in einer umfangreichen Einzelausstellung präsentiert, die von einer Publikation begleitet wird. In Polskas Animationsfilmen treffen wir auf eine verschlüsselte Aneignung vorgefundener kultureller Erzeugnisse. Ihre Referenzen entstammen weder der fernen Vergangenheit, noch der Hochkultur. Vielmehr sind diese Bildcollagen ein verschlüsseltes Inventar der Gegenwart, das das kollektive Unbewusste heraufbeschwört, das sich World Wide Web nennt. Von einem beunruhigenden Unterton getragen, stellen Polskas Filme auf eine poetische und persönliche Weise die Frage nach dem Zustand der gegenwärtigen Welt und unserer Rolle und Verantwortung.

 

12. Oktober 2018 – 13. Januar 2019 – Museumsinsel Berlin, Pergamonmuseum
Kulturlandschaft Syrien. Erhaltung und Archivierung in Zeiten des Krieges

In Syrien entwickelten sich vor Jahrtausenden Kulturen, die nicht nur im Städtebau und in der Schriftkultur Grundlagen unserer Zivilisationen bildeten. Über altorientalische, hellenistische, römische, byzantinische und islamische Epochen hinweg formten die verschiedenen Reiche ein außergewöhnliches kulturelles Erbe, in dem Städte wie Aleppo, Damaskus oder Homs wuchsen – viele heute in Ruinen. Seit 2013 arbeiten das Deutschen Archäologischen Institut und das Museum für Islamische Kunst am Syrian Heritage Archive Project, einem Archiv zum baulichen und archäologischen Erbe des Landes vor dem Krieg. Syrische und deutsche Fachleute verorteten mehr als 100.000 Digitalisate systematisch auf einer digitalen Landkarte. Einer der Schwerpunkte liegt auf der Dokumentation von Zerstörungen und Katalogisierung von Gebäuden und Denkmälern, besonders in Aleppo. In der Ausstellung werden einzelne Kulturerbestätten exemplarisch durch Filme, Fotografien, Pläne und Objekte vorgestellt, ergänzt durch Geschichten über diese Orte von Archäologen, Fotografen und syrischen Fachleuten. Interaktive Medienstationen geben dem Besucher die Möglichkeit, im Datenbestand des Archivs zu recherchieren. Der Rundgang entlang des Aleppo-Zimmers und der Damaskus-Nische wird durch Interventionen eines zeitgenössischen syrischen Künstlers begleitet.

Eine Sonderausstellung des Syrian Heritage Archive Projects, einem Kooperationsprojekt des Museums für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin und des Deutschem Archäologischen Instituts.

 

 

9. November 2018 – 3. März 2019 – Museum für Fotografie
Die Revolution in Berlin 1918/19. Fotografie, Film, Musik, Alltag (Arbeitstitel)

Zum 100. Jahrestag der Deutschen Revolution im November 1918 versammelt die Ausstellung das damals entstandene Bildmaterial – vor allem Fotografien aber auch Filme – befragt es auf seine Bedeutung als Informationsträger und verdichtet es zu einer visuellen Geschichte der Revolutionsereignisse in Berlin. Dazu gehört eine breite Präsentation des Alltags in Berlin in den Wintermonaten 1918/19, beeinflusst und unbeeinflusst durch die Revolution, wie er in der Fotografie dargestellt wird. Als attraktiver und in diesem Zusammenhang erstmals berücksichtigter Themenbereich wird die Unterhaltungsmusik der Jahre 1918/19 mit markanten Positionen einbezogen.

 

 

16. November 2018 – 31. März 2019 – Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
How to talk with birds, trees, fish, shells, snakes, lions and bulls

Die von Antje Majewski initiierte Ausstellung nimmt die Auseinandersetzung eingeladener Künstlerinnen und Künstler mit spezifischen Orten, Gemeinschaften und Lebenswelten zum Ausgangspunkt. Die unterschiedlichen künstlerischen Formate – von Film über Fotografie hin zu aktivistischen Praktiken – verhandeln die zunehmende Verwischung der Grenze zwischen Natur und Kultur, durch die alternative Formen des Miteinanders nicht nur vorstellbar werden, sondern tatsächlich stattfinden. Solch ein Verständnis von Ökologie meint nicht nur das Nachdenken über Pflanzen, Tiere, den Boden und die Luft oder Solarenergie, sondern auch über Städte, Bauern, Kinder und nicht zuletzt das Museum selbst.

 

22. November 2018 – 13. Oktober 2019 – Museumsinsel Berlin, Bode-Museum
Menschen, Münzen und Medaillen. 150 Jahre Münzkabinett

Münzen und Medaillen waren von Beginn an fester Bestandteil des Kunstbesitzes der Kurfürsten von Brandenburg im Berliner Schloss. Die älteste Nachricht geht auf Kurfürst Joachim II. (1535–1571) zurück. Bereits seit 1868 ist das Münzkabinett ein selbständiges Museum der Königlichen (seit 1918 Staatlichen) Museen. Das Jubiläum bietet Grund, einmal nach den Personen zu fragen, die sich mit den im Münzkabinett behüteten Objekten in Verbindung bringen lassen: Auftraggeber, Hersteller, Dargestellte, Besitzer, Sammler, Forscher und Kuratoren – sie alle treten vermittels der im Münzkabinett bewahrten Objekte in eine Beziehung. In vierzehn Vitrinen wird diese besondere Form von Objektgeschichte erzählt. Zum Jubiläum schafft die Bildhauerin Marianne Dietz eine Medaille auf den Gründungsdirektor Julius Friedlaender.

 

 

7. Dezember 2018 – 3. März 2019 – Kulturforum, Kupferstichkabinett
Rendezvous. Die französischen Meisterzeichnungen des Kupferstichkabinetts

Das Berliner Kupferstichkabinett besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen französischer Zeichnungen außerhalb Frankreichs. Erstmals lädt das Museum nun zum Rendezvous mit seinen „schönsten Franzosen" und zeigt die wichtigsten und hinreißendsten Blätter von u.a. Claude Lorrain, Jean-Antoine Watteau, François Boucher, Honoré Fragonard und Jean-Baptiste Oudry. Vor dem Auge des Betrachters fächert sich so ein reiches Panorama französischer Zeichenkunst vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, von der Renaissance bis zur französischen Revolution auf.

 

 

Worauf darf man sich 2019 freuen?

1. März – 30. Juni 2019 – Kulturforum, Gemäldegalerie
Mantegna und Bellini. Meister der Renaissance

Erstmals präsentieren die Staatlichen Museen zu Berlin gemeinsam mit der National Gallery London das eng miteinander verwobene Schaffen der beiden verschwägerten Künstler Andrea Mantegna (um 1431–1506) und Giovanni Bellini (um 1435–1516). Mit rund 100 Arbeiten handelt es sich um die erste umfassende Ausstellung, die das Oeuvre dieser Meister der italienischen Renaissance vergleichend gegenüberstellt. Die Londoner wie Berliner Bestände umfassen Meisterwerke der beiden Künstler aus all ihren Schaffensphasen. Zudem beherbergen das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin sowie das British Museum eine außergewöhnlich reiche Sammlung von Blättern Mantegnas, Bellinis, ihrer Familie und ihrer Nachfolger bzw. ihres Umkreises. Um diesen Kern herum versammelt die Ausstellung eine Anzahl herausragender Leihgaben. So werden Unterschiede und Ähnlichkeiten im Schaffen dieser beiden bedeutenden Renaissancekünstler auf exemplarische Weise herausgearbeitet.

 

Ausstellungen der Staatlichen Museen zu Berlin 2018: Bilder

  • Caspar David Friedrich, Wanderer über dem Nebelmeer, um 1817, © SHK/Hamburger Kunsthalle/bpk, Foto: Elke Walford
  • Willy Römer, Steinwerkstätte der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin, 1920er-Jahre, © Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin, Photothek Willy Römer / Willy Römer
  • Sigrid Neubert, Mohnblüte, um 1998, © Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin
  • Osman Hamdy Bey, Türkische Straßenszene, 1888, © Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin / Andres Kilger
  • Statuette aus Speckstein und Marmor, Gonur Depe Grab 2900, © Turkmenbaschi-Museum der Bildenden Künste Turkmenistans
  • Himmelsscheibe von Nebra, Bronze und Gold, ca. 1600 v. Chr., © LDA Sachsen-Anhalt, Foto: Juraj Lipták
  • Cassandre, Nordexpress, Plakat, 1927, © Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin
  • Otto Mueller, Selbstbildnis mit Pentagramm, um 1924, © Von der Heydt-Museum, Wuppertal, Foto: Antje Zeis-Loi, Medienzentrum Wuppertal
  • Colin und Sophie, Schweden 2005, © Birgit Danderski
  • Tempel des Gottes Baal, Palmyra, 2017, © Mohamad Al-Roumi
  • Willy Römer, Spartakisten hinter Zeitungspapierrollen beim Barrikadenkampf in der Schützenstraße, 11.1.1919, © Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin, Photothek Willy Römer / Willy Römer
  • Blick in den Tresor des Münzkabinetts, © Münzkabinett – Staatliche Museen zu Berlin / Monika Fielitz
  • Jean Antoine Watteau, Sitzende junge Frau („Briefleserin“), um 1715/1716, © Kupferstichkabinett – Staatliche Museen zu Berlin / Jörg P. Anders
  • Giovanni Bellini, Doge Leonardo Loredan, 1501-2, © The National Gallery, London
  • Lola Álvarez Bravo, Frida Kahlo, Mexico, ca. 1945, © Center for Creative Photography, Part of The University of Arizona
  • Mel Ramos, Tobacco Rose, 1965, © Kupferstichkabinett – Staatliche Museen zu Berlin / Volker-H. Schneider
  • Johanna Schmeer, Bioplastic Fantastic, 2014, © Johanna Schmeer
  • Anne Vallayer-Coster, Stillleben mit Schinken, Flaschen und Radieschen, 1767, © Gemäldegalerie – Staatliche Museen zu Berlin / Jörg P. Anders
  • Pergamon, 360°-Panorama, Yadegar Asisi, Foto: Tom Schulze, © asisi
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.