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Monet und die Architektur Dörfer, Gare Saint-Lazare, Kathedrale von Rouen, Londoner Parlament und venezianische Palazzi

Claude Monet, Le Portail et la tour d'Albane à l'aube, Detail, 1893-4, ÖL/Lw, 106 × 74 cm (© Museum of Fine Arts, Boston, Tompkins Collection - Arthur Gordon Tompkins Fund (24.6)

Claude Monet, Le Portail et la tour d'Albane à l'aube, Detail, 1893-4, ÖL/Lw, 106 × 74 cm (© Museum of Fine Arts, Boston, Tompkins Collection - Arthur Gordon Tompkins Fund (24.6)

Welche Beziehung hatte Claude Monet (1840–1926) zur Architektur? Die Credit Suisse-Ausstellung „Monet und die Architektur“ stellt anhand von mehr als 70 Gemälden Gebäude und andere Bauwerke im Werk von Monet ins Zentrum: von Monets Dörfern und malerischen Szenen über seine Studien der modernen Stadt bis hin zur monumentalen Serie der Kathedrale von Rouen.

Bauwerke spielten eine wesentliche und oft sehr vielfältige und unerwartete Rolle in Monets Arbeit. Er malte historische Gebäude wie die Kathedrale von Rouen, aber auch markante Wahrzeichen der Moderne wie den Gare Saint-Lazare in Paris. Als wagemutiger junger Künstler stellte er in den impressionistischen Werkschauen der 1870er Jahre aus und zeigte Gemälde von Brücken und Gebäuden aus den Pariser Vororten. Sehr viel später stand die Architektur Venedigs im Vordergrund. Als Tourist in London hielt Monet wohlbekannte Orte fest – die Parlamentsgebäude, Waterloo Bridge und Charing Cross Bridge, gefiltert durch seine einzigartige Sicht auf die Welt. Ein Bauwerk konnte bei Monet für die menschliche Präsenz stehen, aber auch als kompositorisches Element fungieren.

 

Claude Monet und Architektur: Bilder

  • Claude Monet, Straße in Sainte-Adresse, 1867, Öl/Lw, 80 × 59.5 cm (Sterling and Francine Clark Art Institute, Williamstown, Massachusetts (523) © Sterling and Francine Clark Art Institute, Williamstown, Massachusetts)
  • Claude Monet, Das Zollhäuschen, 1882, Öl/Lw, 61 × 74.9 cm (Harvard Art Museums / Fogg Museum, Bequest of Annie Swan Coburn, 1934.27 © President and Fellows of Harvard College, Cambridge, Massachusetts)
  • Claude Monet, Dolceacqua, la vieux pont sur la Nervia, 1884, Öl/Lw, 65 × 81 cm (Sterling and Francine Clark Art Institute, Williamstown, Massachusetts, USA, Gift of Richard and Edna Salomon, 1985.11 © Sterling and Francine Clark Art Institute, Williamstown, Massachusetts, USA)
  • Claude Monet, Vue de Bordighera, 1884, Öl/Lw, 66 × 81.8 cm (The Armand Hammer Collection, Gift of the Armand Hammer Foundation. Hammer Museum, Los Angeles (AH.90.47) © Hammer Museum, Los Angeles, CA)
  • Claude Monet, La Cour d'Albane, 1892, Öl/Lw, 92 × 73 cm (Smith College of Art Northampton, Massachusetts, Gift of Adeline Flint Wing, class of 1898, and Caroline Roberta Wing, class of 1896 (1956.24) Smith College of Art Northampton, Massachusetts)
  • Claude Monet, Le Portail et la tour d'Albane à l'aube, 1893-4, ÖL/Lw, 106 × 74 cm (© Museum of Fine Arts, Boston, Tompkins Collection - Arthur Gordon Tompkins Fund (24.6)
  • Claude Monet, Charing Cross Bridge, reflets sur la Tamise, 1899-1901, Öl/Lw, 65 × 100 cm (The Baltimore Museum of Art, The Helen and Abram Eisenberg Collection, BMA 1945.94 © The Baltimore Museum of Art)

 

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Erste Impressionisten-Ausstellung 1874 Erste Selbstorganisation und Namensgebung des Impressionismus

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8. Februar 2017
Camille Pissarro, Junges Bauernmädchen mit Hut, 1881, Öl auf Leinwand, 73,4 x 59,6 cm (National Gallery of Art, Washington)

Siebte Impressionisten-Ausstellung 1882 Pleinair und lockere Malweise

Die siebte Impressionisten-Ausstellung wurde von Paul Durand-Ruel organisiert, weil er sich in einer finanziell prekären Lage befand. Die Gruppe rund um Degas lehnte eine Teilnahme ab. Auch Renoir hatte sich geweigert, an der Ausstellung teilzunehmen, dennoch hängte der Galerist einundzwanzig von Renoirs Werken in die Ausstellung. Der Galerist kam zum Schluss, dass es einfacher wäre, die Künstler getrennt voneinander zu vermarkten, was er ab 1883 auch in Einzelpräsentationen umsetzte.
20. Januar 2017
Claude Monet, Matinée sur la Seine [Vormittag auf der Seine], 1897, Öl auf Leinwand, 81,9 x 93,3 cm (Mead Art Museum, Amherst College, Massachusetts, Vermächtnis Miss Susan Dwight Bliss, 1966, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS)

Claude Monet in der Fondation Beyeler Monets Landschaften der 1880er Jahre

Monet die Fondation Beyeler. Als Renzo Piano das Gebäude für die Sammlung des berühmten Kunsthändlerehepaares Beyeler plante, hatte er Claude Monets monumentales Gemälde „Le bassin aux nymphéas [Seerosenteich]“ (um 1917–1920) im Sinn. Piano öffnete das Museum mit großen Glasflächen zum Garten hin. Der Blick wandert über das Gemälde – und weiter zum Teich, dem Schilf, das sich manchmal sanft im Wind wiegt. Wenn auch Claude Monet dieses späte Werk nicht vor dem Motiv gemalt hat, sondern sich dafür eigens ein Atelier in Giverny bauen hat lassen, so suggeriert die Sammlungspräsentation überzeugend die innige Verbindung des Malers mit der Natur, der nahezu blind nach seinen Erinnerungen malte.
17. November 2016
Claude Monet, Meule [Heuschober], 1891, Öl auf Leinwand, 72,7 x 92,1 cm (Privatbesitz © Courtesy Christie’s New York)

Auktions-Weltrekord für Monets „Heuschober“

Neuer Auktions-Weltrekord für Claude Monet: Am 16. November 2016 wurde Claude Monets „Meule [Heuschober]“ bei Christie’s New York für $ 81.447.500.- (€ 75,774,215) verkauft.
9. November 2016
Claude Monet, Die Seine bei Lavacourt, 1880, Öl auf Leinwand, 98,4 x 149,2 cm (Dallas Museum of Art)

Claude Monet und Daubigny Flusslandschaften und Atelier-Boote

Schon 1859 bewunderte Claude Monet die Landschaften Daubignys am Salon und beschrieb sie in einem Brief an Boudin. In den folgenden Jahren erwies sich der Landschaftsmaler als wichtiges Vorbild und Unterstützer im Kampf um Anerkennung und die Durchsetzung des neuen, realistischen Landschaftsbegriffs. Claude Monet übernahm von Daubigny nicht nur eine skizzenhafte Ausführung und eine auf Lichteffekten basierende Farbwahl, sondern auch das Arbeiten auf einem Atelier-Boot. Zwischen 1873 und 1897 entstanden atemberaubende Flusslandschaften in der Nachfolge Daubignys, die in der Landschaftsmalerei des Impressionismus eine herausragende Stellung einnehmen.
9. Oktober 2016
William Turner (1775–1851), Venedig, die Seufzerbrücke (Venice, the Bridge of Sighs), 1840 ausgestellt, Öl auf Leinwand, 68,6 x 91,4 cm (Tate, London: Accepted by the nation as part of the Turner Bequest 1856 Inv.-Nr. N00527)

Venedig. Stadt der Künstler Das Bild der Lagunenstadt in Malerei und Fotografie von 1600 bis heute

„Man kann aus Venedig nicht abreisen, ohne sofort wiederkommen zu wollen!“ Mit diesem Satz von Claude Monet kann sich wohl so ziemlich jeder Venedig-Reisende identifizieren. Nicht mehr als 13 Quadratkilometer ist Venedig groß, doch seine Anziehungskraft bewegt bis heute Massen. Die Ausstellung im Bucerius Kunstforum widmet sich dem Blick der Künstler auf Venedig vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart – und ermöglicht einen ausgezeichneten Einstieg in das Thema.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.