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Emil Nolde. Werke in Glut und Farbe Gärten, christliche Motive und "Ungemalte Bilder"

Emil Nolde, Landschaft in rotem Licht, 1938/45, Aquarell, 18,5 x 27,3 cm © Nolde Stiftung Seebüll.

Emil Nolde, Landschaft in rotem Licht, 1938/45, Aquarell, 18,5 x 27,3 cm © Nolde Stiftung Seebüll.

Emil Nolde (1867–1956) gilt heute als einer der wichtigsten Expressionisten des frühen 20. Jahrhunderts – nicht nur in Deutschland. Seine Bildmotive sind zwar in der traditionellen Malerei verankert, so finden sich neben zahlreichen Porträts Meeresansichten und Küstenlandschaften, Bilder vom Blumengarten und einzelnen Blüten (→ Der moderne Garten in der Malerei von Monet bis Matisse), Szenen aus dem Großstadtleben in Berlin und zahlreiche religiöse Darstellungen, in denen er sich dem Leben Christi aus expressionistischer Position näherte, sein freier Umgang mit Farbe ist jedoch legendär. Die Leihgaben für die Nolde-Schau im Unteren Belvedere in Wien stammen aus dem reichen Bestand der „Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde“, die sich im Wohn- und Atelierhaus der Noldes (errichtet zwischen 1926 und 1932) mit liebevoll gepflegter Gartenanlage befindet und dort auch besichtigt werden kann. Die Ausstellung in Wien zeigt Werke aus allen wichtigen Schaffensperioden und bringt auch noch eine Reihe von österreichischen Künstlern als „Schüler“ Noldes zusammen.

Der Einzelgänger

Im Vorwort zum Katalog „Emil Nolde – In Glut und Farbe“ (Hirmer) erklärt Direktorin Agnes Husslein-Arco, dass, wie ein Brief des Künstlers an den damaligen Direktor Franz Martin Haberditzl belegt, er sich nur schwer vom Gemälde „Joseph erzählt seine Träume“ (1910) habe trennen können. Er sah es als „eines der ganz starken [Gemälde]“ an.1 Grund dafür dürfte sein Selbstvergleich mit dem ausgestoßenen Joseph in clowneskem Kostüm gewesen sein. Immer wieder wird sich der norddeutsche Künstler mit der Figur aus dem Alten Testament vergleichen; für ihn ist er ein „Einzelgänger, ein unverstanden Begnadeter, der Traumgesichte hat“.2 Dieses Werk Noldes bildet den Grundstock für die Wiener Präsentation, die vor allem Leihgaben aus der eigenen Sammlung des Künstlers in Seebüll präsentiert.

 

 

Emil Nolde war durch die Monografie von Max Sauerlandt aus dem Jahr 1921 als einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler erkannt worden. Er galt bereits dem Zeitgenossen als „Outsider“ und Einzelgänger, der seine Bilder mit „ungebrochener Kraft einer ganz naiven Anschauung“ gestaltet hätte.3 Wenn Emil Nolde auch erst spät zur Malerei gefunden hat, so zählt er doch zu jener epochalen Generation von Paul Cézanne, Paul Gauguin, Matisse und die Künstler des Fauvismus, Vincent van Gogh, James Ensor und Edvard Munch. Ihnen gemeinsam ist, die Ausdruckskraft von Farbe und Form dem inneren Erleben und der Unmittelbarkeit dienlich gemacht zu haben. Dieses Arbeiten nach der persönlichen Befindlichkeit zeigt sich auch in Noldes schwierigen Verhältnissen zu anderen Künstlern wie u.a. der Dresdner „Die Brücke“: Karl Schmidt-Rottluff hatte Nolde im Februar 1906 mit einer persönlichen Anfrage als „Ehrenmitglied“ gewonnen,4 was dieser bis in den Herbst 1907 dann auch war (→ Farbenrausch. Werke des deutschen Expressionismus). Nach einem gemeinsamen Malaufenthalt in Alsen im Sommer 1906, verließ Nolde die Gruppe bereits wieder, um eigene Wege zu gehen. In der vertrauten Landschaft seiner Kindheit, umgeben vom wuchernden Blumenmeer seines Gartens, dem tiefen Horizont, den Wolkenbergen, der See entwickelte er eine ganz persönliches, expressives Stilidiom, das viel der Leuchtkraft der Farben, der Urwüchsigkeit der Figuren und einer Grobschlächtigkeit von Noldes Malweise verdankt. Das Aquarell als rinnende Wasserfarbe einzusetzen, gehört zu den wichtigsten Entdeckungen Noldes. Vor allem mit seinen religiösen Gemälden stieß er rasch an die ästhetischen Grenzen seiner Zeitgenossen – und auch seiner Künstlerkollegen! Kirchliche Würdenträger ließen beispielsweise den Zyklus „Das Leben Christi“ (1911/12) aus einer Ausstellung christlicher Kunst in Brüssel entfernen. In der Ausstellung „Entartet Kunst“ (1937) nahm der Werkblock eine zentrale Stelle ein.5

 

 

Nordische Wesen treffen auf leuchtende Farben

Die Werke Emil Noldes erschließen einen Maler, der sich langsam von ersten symbolistisch-spätimpressionistischen Gehversuchen zu den berühmten „Ungemalten Bildern“ vortastete. Nolde beugte sich als Jugendlicher dem Diktum des Vaters, Handwerker zu werden und kam erst spät, mit ca. 30 Jahren zur Malerei. Nachdem er sich in München, Dachau und Paris (an der Académie Julian, Kopieren nach Alten Meistern im Louvre und Bewundern von Degas und Manet) fortgebildet hatte, zeigt sich sein Frühwerk um 1900/01 als eine tonige Malerei voller skurriler Wesen. Er hatte gelernt Kompositionen wichtiger Künstler zu analysieren, und die Bildgegenstände zu wenigen, großen Farbflächen zu reduzieren.6 Noldes Kunst ist sehr von dieser Vereinfachung geprägt und zeigt großflächige Anlagen, eine Abwendung von Detailschilderung auch unter Zuhilfenahme von überlangen Borstenpinseln. Interessanterweise sah sich Nolde als deutscher Künstler in der Tradition der heimischen Spätgotik – von Matthias Grünewald, Hans Holbein, Albrecht Dürer – sowie der Romantik. Leibl, Marées, Böcklin stehen hinter der dunklen Farbwahl. Die urtümlichen und eigenwilligen Kreaturen sind hingegen „unübersehbar Merkmale nordeuropäischer Kunst- und Bildsphären“7, wie Manfred Reuther, der inzwischen pensionierte Direktor der Seebüll-Stiftung, festhält. Nolde selbst war sich der mythischen Herkunft der Spukgestalten völlig im Klaren, wenn er schrieb: „Meine Kunst ist eine ländliche Kunst. Sie glaubt an all die menschlichen Eigenschaften und an die Urwesen, die schon längst von wissenschaftlicher Forschung verworfen sind und auch hinter Stadtmauern nicht mehr zu finden sind.“8

 

 

Nolde und die Brücke-Künstler

Zu den wichtigsten Erlebnissen des nicht mehr ganz jungen Künstlers zählt seine „Ehrenmitgliedschaft“ bei der „Brücke“, die ihm im Februar 1906 von Karl Schmidt-Rottluff angetragen wurde und die Nolde dankend annahm. Nachdem sich Noldes Farbspektrum um 1903 deutlich aufgehellt hatte, beschäftigte er sich in den Jahren 1905/06 intensiv mit divisionistischen und neo-impressionistischen Malprinzipien und trug die Spektralfarben mit zunehmend dynamischer Pinselführung auf (z.B. „Im Korn“, 1906; „Maler Schmidt-Rottluff“, 1906). Eindeutig stehen hier Vincent van Goghs differenzierter Zeichenstil und dessen bewegte Pinselschrift dahinter; 1910 besuchte Nolde sogar Van Goghs Verwandte in Holland. Die Befreiung der Farbe sollte Nolde jedoch von einem anderen Franzosen gelehrt werden: Paul Gauguin, dessen Gemälde Nolde im Juni 1905 in einer Ausstellung in Weimar zum ersten Mal entdeckt. Endlich mit den Brücke-Künstlern Gleichgesinnte gefunden zu haben, erfüllte Emil Nolde anfangs mit Stolz und Freude. Bald jedoch fühlte er sich den philosophierenden, jungen Künstlern nicht mehr zugetan, da ihre Werke, wie er befand, einander zu sehr ähnelten.

Die Brücke-Künstler vermittelten dem älteren Nolde jedoch die Technik des Holzschnittes, in der sie sich selbst bereits seit 1905 und anfangs noch in Auseinandersetzung mit Jugendstil-Grafiken (u.a. den Ausgaben des Ver Sacrum) übten. In dieser Technik sollte er sein berühmtestes Blatt anfertigen: Der enigmatische „Prophet“ (1912) bringt einerseits die mystische Versenkung des Eremiten in wenigen hellen Flecken zum Ausdruck und ist andererseits bis weit ins 20.Jahrhundert Inspiration für Druckgrafik-Künstler wie u.a. Franz Gertsch. Die 1910 entstandene Serie des „Hamburger Hafens“, ebenfalls in einem Kabinett in der Ausstellung zu sehen, zeigt Nolde am Höhepunkt seiner Beschäftigung mit der Radierung. Aber auch die Umsetzung von Ölgemälden in Druckgrafiken wie im Fall der „Kerzentänzerinnen“ (1912), die 1917 in einen Holzschnitt und 1918 in eine Radierung umgesetzt wurden, lässt sich nachvollziehen.

 

 

Von Berlin aus in die Südsee

Bilder wie „Qualmende Dampfer“ und „Herbstmeer VII“, beide aus dem Jahr 1910, gehen den wenig schmeichelhaften Beobachtungen des Berliner Nachtlebens voraus. Im selben Jahr konnte er sich in Berlin ein Wohnatelier leisten und am kulturellen wie gesellschaftlichen Leben während der Wintermonate teilnehmen, wo er auch die Schönen der Nacht für seine Bilder fand und im Berliner Völkerkundemuseum außereuropäische Plastiken studieren konnte. Noch bevor das Ehepaar Nolde sich auf den Weg in die Südsee machte, womit es gleichsam auf den Spuren von Paul Gauguin wandelte, scheinen schon die modernen Berlinerinnen die exotischen Wesen der Tropen-Bilder vorwegzunehmen. In kleinen Tuschpinselzeichnungen hielt Nolde Szenen aus den Cafés und Cabarets der Stadt fest. Viele von ihnen wirken müde, ausgelaugt, trotz der leuchtenden Farben, die sie umgeben.

Anfang Oktober 1913 reiste das Ehepaar Nolde mit der „Medizinisch-demographischen Deutsch-Neuguinea Expedition“ und geliehenem Geld in der Südsee. Die Reiseroute führte sie über Moskau, durch Sibirien, die Mandschurei, Korea nach Japan (Aufenthalte in Tokio, Kyoto, Nagasaki). Die Überfahrt nach China war verbunden mit Aufenthalten in Peking, Hankau, Nanking, Shanghai und Bootsfahrten auf dem Han sowie dem Jangtsekiang; Weiterfahrt von Hongkong über Manila nach Rabaul in Deutsch-Neuguinea: Gazelle-Halbinsel, Neu-Mecklenburg, Admiralitätsinseln, Sepik-Gebiet.

„Ich arbeitete jeweils nur für kurze Zeit, es war allzu warm. Und dabei entstanden doch nach und nach eine Reihe Bilder. Teils waren es landschaftliche, teils Figurenbilder. Sie wurden nicht gleichmäßig gut, wie könnte das sein, aber manche waren uns eine besondere Freude, als ich sie, diese Zeit beschließend, an den Wänden meines Raumes zu einer kleinen „Südseeausstellung“ angeheftet hatte: „Tropensonne“, „Palmen am Meer“, „Stiller Südseeabend“, „Südseekrieger“, „Junge braune Mutter“, „Frauen im Ufersand hockend“, das waren einige der Bezeichnungen, das Inhaltliche, soweit es mit diesen Worten gesagt werden kann, angebend.“9

Die Rückkehr im Sommer 1914 führte Emil und Ada Nolde über Celebes, Java, Birma und Aden nach Ägypten. Bei Ausbruch des Weltkriegs befand sich das Paar in Port Said und fuhr auf einem holländischen Dampfer über Marseille nach Genua. Die Heimfahrt bewältigten sie über die Schweiz nach Berlin, wo sie Mitte September auf Alsen ankamen. Das vorausgeschickte Gepäck mit den Gemälden wurde Anfang August im Golf von Biskaya von den Engländern beschlagnahmt und tauchte erste Jahre später in einem Warenhaus in Plymouth wieder auf (1922).

„Ich male und zeichne und suche einiges vom Urwesen festzuhalten. Einiges möge wohl auch gelungen sein, ich bin jedenfalls der Meinung, dass meine Bilder der Urmenschen und manche Aquarelle so echt und herb sind, dass sie unmöglich in parfümierten Salons zu hängen sind. Gar keinen anderen bildenden Künstler weiß ich, außer Gauguin und mir, der aus der unendlichen Fülle des Urnaturlebens Bleibendes brachte.“10 (Emil Nolde in einem Brief an Fehr)

Die Erfahrungen der Asien-Reise verarbeitete Nolde sowohl in leuchtenden Landschaftsbildern als auch 19 figurativen Gemälden, die mit ihrer Figur-Grund-Dichotomie und der flächigen Gestaltung des Figurenpersonals, einen Einfluss der außereuropäischen Kunst, der Werke Gauguins, der „Primitiven“ (Ägyptens?) verraten und doch trotz ihrer Exotik in den Motiven europäisch komponiert bleiben. „Tropensonne“ (1914) geht eine gleichnamige Kreidezeichnung aus dem gleichen Jahre voraus, in der das Motiv der blutrot sich über einer baumbestandenen Insel zum Horizont neigenden Sonnenscheibe bereits vorgeprägt ist. Erstaunlich genau hielt sich der Maler an die geschaute und mit schnellen, parallelen Strichen festgehaltene Szene in der Umsetzung in Öl. Nur die Wahl der Farben folgt dem Ziel einer Steigerung, ist die Sonnen nun nicht mehr von gelben und in weiterer Entfernung violett gefärbten Wolken- und Himmelsstimmungen umgeben, sondern wird der Himmel zur Gänze in leuchtende Rottöne getaucht. Kleinformatige Aquarelle mit schwarzen Umrisslinien aus Tusche scheinen die späten „Ungemalten Bilder“ vorauszunehmen, sind jedoch noch nicht so farbintensiv wie ihre Nachfolger.

 

 

Religiöse Motive modern interpretiert

Zu den wichtigsten ausgestellten Werken zählt das Triptychon „Martyrium I–III“ aus dem Jahre 1921 und die „Grablegung“ von 1915. Nolde begann sich 1909, nachdem er an einer Trinkwasservergiftung beinahe verstorben war, mit den 50, wie er sie nannte, „biblischen und Legendenbildern“ zu beschäftigen und malte das „Abendmahl“ als eine figurenreiche Versammlung der Jünger rund um den hell strahlenden Christus im Zentrum.11 Bereits diese erste Umsetzung eines religiösen Themas entfachte einen Sturm der Entrüstung, als es Max Sauerlandt 1913 für das Museum in Halle/Saale erwarb. Bereits 1910 lehnte Max Liebermann, Präsident der Berliner Secession und Jurymitglied der Frühjahrsausstellung 1910, das Gemälde „Pfingsten“ ab, weshalb Nolde aus der Vereinigung austrat und die Neue Secession mitbegründete. Für den tiefreligiösen Künstler stellten die biblischen Bilder „Meilensteine“ nicht nur in seiner Kunst dar: „Mit den Bildern „Abendmahl“ und „Pfingsten“ erfolgte die Wende vom optisch äußerlichen Reiz zum empfundenen inneren Wert.“12 Ohne den Bibeltext wörtlich zu illustrieren, markieren die religiösen Bilder eine neue Hinwendung zur Gefühlswelt des Künstlers, inspiriert durch innere, visionäre Bilder, die er möglichst intuitiv und unmittelbar umzusetzen hätte. Zusätzlich wird in ihnen der reife Stil des Künstlers erkennbar.13 Er selbst verglich seinen Einsatz der Farben mit Tönen der Musik: „Ich liebe die Musik der Farben.“14

Während die Blumen- und Landschaftsbilder Noldes sich heute großer Beliebtheit erfreuen, sind die religiösen Bilder – so wichtig sie für das Schaffen des Künstlers auch waren – in der öffentlichen Wahrnehmung noch immer unterrepräsentiert. Dies mag mit einer scheinbaren Unvereinbarkeit von Moderne und Religion zu tun haben15, vielleicht wirkt aber auch noch ein traditionelles Kunsturteil nach. Es stellt m.E. jedoch eine Qualität dieser Ausstellung dar, nicht nur auf die publikumswirksamen Naturschilderungen gesetzt zu haben, sondern auch die virulenten, religiösen Visionen Noldes in die Schau aufgenommen zu haben. „Es war auf Alsen mitten im Sommer. Die Farben der Blumen zogen mich unwiderstehlich an, und fast plötzlich war ich beim Malen. Die blühenden Farben der Blumen und die Reinheit dieser Farben, ich liebte sie.“16 Mit diesen wenigen Worten beschrieb Emil Nolde seine Hinwendung zu den Blumen, den Farben der Natur. Die Bilder entstanden spontan, während nur einer Arbeitssitzung und zeigen wahre Blumenmeere.

 

 

Emil Noldes „Ungemalte Bilder“: farbenfrohe Aquarelle aus dem Versteck

Die berühmte Reihe von Aquarellen aus der Serie der „Ungemalten Bilder“ malte Nolde zwischen 1938 und 1945 nach seiner Phantasie im nordfriesischen Atelier. Nachdem am 23. August 1941 das Nationalsozialistische Regime über die Reichskunstkammer ein „Malverbot“ über Nolde verhängt hatten (eigentlich ein Ausstellungs- und Verkaufs-, incl. Reproduktionsverbot), waren diese ca. 1.300 Aquarelle die einzigen Werke, an denen er heimlich in einer Kammer in Seebüll malte. Sie sind in Wasserfarben gearbeitet, damit der Geruch der Ölfarbe den Maler nicht verrät. Nur Freunde durften die kleinformatigen und dicht mit Farbe getränkten Blätter zu Gesicht bekommen. Erst nach Noldes Tod 1956 wurden sie in der Öffentlichkeit bekannt und zählen heute zu den Zimelien der Nolde`schen Aquarellkunst: Auf den farbintensiven Malgründen definiert Nolde mit schwarzen Umrisslinien Figuren. Manche von ihnen – wie „Der große Gärtner“ (1940) – erinnern entfernt an Pastelle von Odilon Redon, in anderen verflüssigt er die Landschaft in einem so hohen Grad, dass sie an die Grenze von Figuration und Abstraktion stoßen. Kaum ist ein Horizont als solcher auszumachen, Wolken, immer wieder ganze Wolkenberge bringen Tiefe, Farbexperimente und Dynamik in die Aquarelle. Die Dichte der Farbwirkung hängt mit der Technik Noldes und den von ihm gewählten Malmitteln zusammen. So berichtete seine zweite Ehefrau Jolanthe:

„Ist ihm eine Farbe nicht konzentriert genug auf dem Aquarell, dann nimmt er wieder und wieder den Pinsel und durchtränkt an der Stelle das Papier mit der triefnassen Farbe. […] Sein liebstes Aquarellmaterial ist Japanpapier, auf dem die Farben häufig einen stoffmäßigen seidigen oder samtenen Charakter bekommen, was zum Teil durch die verschieden dicke Schichtung der Farbe entsteht. Da manche Farbe fünf-, sechs- und noch mehrmals wiederholt wird, kommen auch ganz merkwürdige Tiefenwirkungen zustande.“17

Die Existenz der Werke hängt ursächlich mit Hitlers persönlichen Missfallen von Noldes Expressionismus zusammen. Hermann Göring hatte noch Aquarelle des norddeutschen Künstlers, der nach eigenen Aussagen eine nordische-völkische Kunst hervorbringen wollte, in seiner Wohnung hängen – zumindest solange bis Hitler bei einem Besuch seinen Unmut darüber erkennen ließ. Nolde selbst bekannte sich zum Nationalsozialismus, war Antisemit und Antikommunist.18 Da er 1933 bereits aufgefordert worden war, aus der Preußischen Akademie der Künste auszutreten, trat er als „Beweis für seine Gesinnungstreue 1934 in die dänische Nationalsozialistische Arbeitsgemeinschaft Nordschleswig ein“.19 Im Juni 1937 begann die Beschlagnahmung „entarteter Kunst“ in deutschen Museen, wobei Emil Nolde mit 1.052 Arbeiten (von insgesamt 21.000 Werken) zu den am nachhaltigsten verfolgten Kunstschaffenden zählte. Das 1941 über ihn verhängte „Malverbot“ schloss auch den Handel mit Kunst ein und betraf sonst nur noch Edwin Scharff und Karl Schmidt-Rottluff. Eine Emigration lehnte der Künstler dennoch ab. So entstanden im Geheimen während der vier Jahre zwischen 1941 und 1945 nur 15 Ölgemälde – darunter „Großer Mohn (rot, rot, rot)“ (1942) – und über 1.300 Aquarelle. Das Japanpapier war bereits im Haus, die Farben erhielt Nolde von Freunden. Der alternde und kränkliche Künstler, der sich am Beginn seines Schaffens bereits mit Joseph und dessen Traumgesichten identifizierte, sollte nun gänzlich aus seinen Erinnerungen, Träumen und Gefühlen heraus arbeiten. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs setzte Nolde 60 Blätter in Gemälde um - immerhin etwa zwei Drittel des gesamten malerischen Werks der Nachkriegszeit.

„Die meisten dieser kleinen frei phantastischen Blätter entstanden in einem verschwiegenen entlegenen Hauswinkel während der Jahre meiner Ächtung. Sie waren Freunden zur Aufbewahrung gegeben, sie durften von kunstfernen Augen nicht gesehen werden. Meistens sind es Entwürfe für figürliche Bilder, oft grotesk und wild, natürlich und auch naturfern, alle Möglichkeiten: Bewusstes und Zufälliges, Verständliches und Gefühltes nutzend. Eigentümlich ist die Wirkung dieser kleinen Bilder bei den Menschen, die sie gelegentlich gesehen haben. Die Kunstfernen sehen sie als Späße, Witze oder Grimassen, andere wieder leichtfertig durchblättern sie, als ob es Spielkarten seien, und wieder andere empfindsame Menschen schauen und schauen vor einzelnen sitzend, sich nicht trennen könnend.“20 (Emil Nolde, Autobiografie)

Emil Nolde hinterließ mit seiner politischen Einstellung ein schwieriges Erbe, das sich nicht mit seiner fehlenden Reputation im Hitler-Deutschland auf Einklang bringen lässt! Heute hochgeachtet ob seiner Bedeutung für den Expressionismus, wollte er immer ein deutscher Künstler sein. Er bezog sich auf die altdeutsche Tradition seit Grünewald, wollte sein Schaffen und die Natur miteinander verbinden, direkt und roh arbeiten und seine Kunst in den Dienst des Regimes stellen. Dass der rigide und konservative Kunstgeschmack des Führers ihm dabei einen Strich durch die Rechnung machte, stieß Nolde vor den Kopf, rettete jedoch seine Reputation in der Nachkriegszeit, als er drei Mal auf die Biennale von Venedig (1950/1952/1956) und 1955 auch auf die documenta I (und auch an der documenta III 1964) in Kassel eingeladen wurde.

 

Emil Noldes Bedeutung für die österreichische Kunst

Der innovative Betrag Stephan Kojas für die Wiener „Nolde“-Ausstellung ist ein kleiner Raum, in dem all jene Künstler zusammengefasst werden, die mehr oder weniger direkt von Noldes Farbexplosionen beeinflusst wurden. Am deutlichsten äußert sich Werner Berg (1904–1981) in seinen Garten- und Blumenbildern als Verehrer Noldescher Bildfindungen. „Huldigung an Nolde“ (1933) zeigt einen Blumenstrauß aus blauen Schwertlilien und großem, rotem Klatschmohn in einem Krug, daneben ein Holzschnitt Noldes, den dieser an seinen Nacheiferer geschenkt hatte. Wie Nolde, der sich Ende der 1920er Jahre nach Seebüll zurückzog, suchte Werner Berg 1930 in Unterkärnten die Verbindung eines bäuerlichen und künstlerischen Lebens zu verwirklichen. Im selben Jahr hatte er auf der Deutschen Kunstausstellung im Münchner Glaspalast 26 Gemälde von Emil Nolde entdeckt.21 Berg trat nicht nur in Briefkontakt mit dem bewunderten Künstler, sondern besuchte ihn auch im Jänner 1932, 1933 und erneut 1934 in Berlin. Die freundschaftliche Beziehung zwischen den Künstlern führte auch dazu, dass Ada Nolde dem Ehepaar Blumensamen nach Kärnten schickte, also auch der Mohn im Bild ein Geschenk Noldes ist. Anfang 1934 brach der Kontakt abrupt ab, Berg musste sich von seinem Idol auch künstlerisch trennen.

 

 

Zu den weiteren eng mit Nolde verbundenen österreichischen Künstlern zählt Werner Scholz (1898–1982), die Art der Blumenmalerei inspirierte darüber hinaus auch Robin Christian Andersen (1890–1969), die Farbwucht einen Oskar Kokoschka (1886–1980), Herbert Boeckl (1894–1966) aber nach dem Zweiten Weltkrieg auch Max Weiler (1910–2001 → Max Weiler. Die Natur der Malerei ).

 

Nolde in Baden-Baden

Im Vorwort zum Katalog erklärt der Sammler Frieder Burda, dass er mit Noldes farbintensiven Gemälden im elterlichen Haus groß geworden sei und sie ein Grund wären, warum er eine Vorliebe für die Farbe und das Figurenbild habe. Die Werke Noldes bildeten daher den Grundstock seiner Sammlung, die heute eine der wichtigsten Deutschlands ist und bedeutende Werkgruppen von Gerhard Richter und Anselm Kiefer beherbergt. Burdas Vorliebe für die Farbe und das Figurenbild sind also stark von dieser „wilden“ Malerei des Norddeutschen geprägt. Um den „Fluchtpunkt Noldes in der Natur“, so der Sammler, wieder auf die Realität zu lenken, erlaubt der lichtdurchlässige und im Inneneren nahezu schwebende Museumsbau von Richard Meier den Blick von den Bildern auf die umgebende Parklandschaft und somit den Vergleich der Werke mit blühender Vegetation. Eine Kooperation mit dem Gartenamt in Baden-Baden lässt die Blumenwelten Noldes vor dem Museum erblühen.

Im Untergeschoss zeigt das Museum Burda einige Blätter aus der Serie der „Ungemalten Bilder“, die Nolde zwischen 1938 und 1945 nach seiner Phantasie im Atelier gemalt hat. In den anderen drei Stockwerken sind die Werke Emil Noldes thematisch wie chronologisch angeordnet. Das Frühwerk befindet sich im 2. Stock, es lohnt daher die Ausstellung von oben zu begehen. Zu den wichtigsten ausgestellten Werken zählt in Baden-Baden das Triptychon „Martyrium I–III“ aus dem Jahr 1921, dennoch konzentrierte man sich in Baden-Baden auf die beliebten Blumenbilder. Diese entstanden spontan, während nur einer Arbeitssitzung und zeigen wahre Blumenmeere, die vor dem Museum eine reale Entsprechung in eigens angelegten Blumenbeeten haben.

 

Biografie von Emil Nolde (geb. Hans Emil Hansen, 1867-1956)

Am 7. August 1867 in Nolde, Nordschleswig, als sechstes Kind einer Bauernfamilie geboren. Noldes Kindheit ist geprägt durch das abgeschiedene Leben auf dem Lande, seine Vielsprachigkeit und eine enge Verbundenheit mit der Natur. Er nimmt 1902 den Namen seiner Geburtsstadt als Künstlername an, da er besorgt war, mit anderen Künstlern namens Hansen verwechselt zu werden.
1875 erste Malversuche mit Holunder- und Rote-Bete-Saft bezeugt, zu Weihnachten erhält er einen Malkasten.
Bis 1883 Schulbesuch. Der Vater verbietet seinem Sohn Künstler zu werden.
1883/84 arbeitet Nolde in der Landwirtschaft
1884–1888 vierjährige Lehre zum Holzbildhauer in der Sauermannschen Möbelfabrik in Flensburg
arbeitet als Schnitzer in München und Karlsruhe (besucht hier Kurse an der Kunstgewerbeschule: bei Max Läuger Freihandzeichnen und Modellieren / Rudolf Mayer Metalltechnik),
Herbst 1889 Umzug nach Berlin
Anfang 1890 Anstellung als Zeichner und Modelleur in einer Galanteriewaren-, dann in einer Möbelfabrik, erkrankt an Lungentuberkulose und verbringt den Sommer bei seinen Eltern. Im Herbst Rückkehr nach Berlin; sein Vater stirbt Ende des Jahres.
1892–1897 Fachlehrer für gewerbliches Zeichnen am Industrie- und Gewerbemuseum in Sankt Gallen (Schweiz); Reisen nach Oberitalien, Wien, München, Flensburg; entscheidet sich mit ca. 30 Jahren für eine Laufbahn als freischaffender Künstler
1898/1899 Die Münchener Akademie weist ihn ab; Besuch der Malschule von Friedrich Fehr in München
1899 bei Adolf Hölzel in Dachau
Herbst 1899/1900 ist in Paris in der Académie Julian mit Aktzeichnen beschäftigt, Studien im Louvre nach Werken von Giorgione, Tizian (→ Der späte Tizian), Peter Paul Rubens, Francisco de Goya, Rembrandt van Rijn, Tizians „Allegorie des Alfonso d’Avalos“. Emil Nolde schätzt Degas und Manet. Er begegnet Paula Modersohn-Becker (1876-1907) und Clara Westhoff. Im Sommer 1900 Rückreise nach Norddeutschland und mietet sich ein Atelier in Kopenhagen.
1901/02 Kohlezeichnungen und Gemälde mit Ansichten der Stadt; er besucht die dänischen Maler Viggo Johansen, Niels Skovgaard, Vilhelm Hammershøi, Jens Ferdinand Willumsen. Trifft Ada; mietet ein Atelier in Berlin.
1902 Umzug nach Berlin, am 25. Februar Heirat mit der dänischen Schauspielerin Ada Vilstrup (1879–1946) und Annahme des Künstlernamens
1903–1905 Umzug auf die Ostseeinsel Alsen; Nolde malt als Auftragsarbeit ein Altarbild für die Kirche in Ølstrup an der Westküste Jütlands. Große finanzielle Sorgen. Ada möchte mit einer dressierten Gans in Berlin auftreten und erkrankt. Freunde finanzieren einen Italienaufenthalt 1905.
Im Juni 1905 besucht das Paar eine Gauguin-Ausstellung in Weimar. Im Herbst beginnt er grafisch zu arbeiten.
1906 Aufenthalt in Soest gemeinsam mit Christian Rohlfs; Bekanntschaft mit Karl Ernst Osthaus, der das Gemälde „Frühling im Zimmer“ für das Museum Folkwang erwirbt, und den Hamburger Landgerichtsdirektor Gustav Schiefler, einem Freund von Edvard Munch; stellt im Jänner in der Galerie Ernst Arnold in Dresden aus. Im Februar wird Nolde Ehrenmitglied der Künstlergruppe „Brücke“: Gibt den jungen Kollegen künstlerische Impulse und regt zur Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit an (z.B.: Ausgabe einer Jahresgabe). Ende Mai besucht ihn Karl Schmidt-Rottluff in Alsen. Erste Holzschnitte.
Herbst 1907 tritt Nolde aus der „Brücke“ aus; Ende Dezember trifft er in Berlin Edvard Munch.
Frühjahr 1908 Nolde entdeckt für sich eine eigene Technik der Aquarellmalerei, bei der er den Zufall einplant; Mitgliedschaft in der Berliner Secession.
1910 Ausschluss aus der Berliner Secession, nachdem Nolde einen offenen Brief an den Präsidenten Max Liebermann geschrieben hatte. Mitgliedschaft bei der Neuen Secession. Besucht in Belgien James Ensor und in Holland Verwandte von Van Gogh.
1912 Besuch der Sonderbund-Ausstellung in Köln
1912/13 entsteht das 9-teilige Werk „Das Leben Christi“, das mehrfach ausgestellt Skandale provoziert.
1913/14 ab Anfang Oktober mit der Deutschen Neuguinea Expedition und geliehenem Geld in der Südsee - Reiseroute: Moskau, durch Sibirien, die Mandschurei, Korea, Japan mit Aufenthalten in Tokio, Kyoto, Nagasaki. Überfahrt nach China mit Aufenthalten in Peking, Hankau, Nanking, Shanghai und Bootsfahrten auf dem Han sowie dem Jangtsekiang; Weiterfahrt von Hongkong über Manila nach Rabaul in Deutsch-Neuguinea. Gazelle-Halbinsel, Neu-Mecklenburg, Admiralitätsinseln, Sepik-Gebiet. Rückkehr über Celebes, Java, Birma, Aden nach Ägypten. Bei Ausbruch des Weltkriegs in Port Said, Weiterfahrt auf einem hollän­dischen Dampfer über Marseille nach Genua, Heimfahrt über die Schweiz nach Berlin, Mitte September Ankunft auf Alsen. Das vorausgeschickte Gepäck mit den Gemälden wurde Anfang August im Golf von Biskaya von den Engländern beschlagnahmt.
1916 Umzug nach Utenwarf, das 1920 nach einer Volksabstimmung Dänemark zufällt. Nolde nahm die dänische Staatsbürgerschaft an.
1918 Nolde lehnt eine Professur in Karlsruhe ab.
1919 Mitglied im „Arbeitsrat der Kunst“
1926–1932 Bau eines Wohn- und Atelierhauses in Seebüll nach eigenen Plänen. Hier lebt Emil Nolde bis zu seinem Lebensende.
1930 Ada und Emil Nolde ziehen in das Haus und legen einen Garten an
1931 Mitglied der preußischen Akademie der Künste
1934 Beitritt zu verschiedenen nationalsozialistischen Parteien in Nordschleswig, die 1935 zur NSDAP-N zusammengelegt werden.
1935 Beitritt der dänischen Nationalsozialistischen Partei
1937 in Deutschland wird er als „entartet“ diffamiert, seine Gemälde „Das Leben Christi“ (1911/12) bilden ein Zentrum der Hetzschau „Entartete Kunst“ (ab Juli in München), und 1052 seiner Werke in deutschen Museen werden beschlagnahmt. Eine Emigration nach Dänemark oder in die Schweiz lehnt Nolde ab.
1938–1945 Beginn der Serie „Ungemalte Bilder“, die insgesamt auf 1.300 Aquarelle anwachsen wird. Die Serie wird erst nach Noldes Tod bekannt.
1941 Ausschluss aus der „Reichskammer der bildenden Künste“ und Malverbot
Im Februar 1944 wird seine Berliner Wohnung durch eine Bombe zerstört: Verlust von Gemälden, Aquarellen sowie der Sammlung der gesamten ausgewählten Grafik, eben­so von Werken anderer Künstler, darunter Arbeiten von Paul Klee, Wassily Kandinsky, Oskar Kokoschka, Lyonel Feininger (→ Lyonel Feininger / Alfred Kubin) sowie Zeichnungen von Ernst Josephson.
ab 1945 zahlreiche Ehrungen: Professorentitel durch die Schleswig-Holsteinische Landesregierung, Stefan-Lochner-Medaille der Stadt Köln, Grafik-Preis der XXVI. Biennale von Venedig, Kunstpreis der Stadt Kiel, Mitglied der Friedensklasse des Ordens Pour le mérite.
1946 Ada Nolde stirbt
1948 Heirat mit der 26-jährigen Jolanthe Erdmann (1921–2010), der Tochter des befreundeten Pianisten und Komponisten Eduard Erdmann.
1950 / 1952 / 1956 vertreten auf der Biennale von Venedig.
1955 Teilnahme an der documenta I (und auch an der documenta III 1964) in Kassel
Am 13.4.1956 stirbt Emil Nolde im Alter von 88 Jahren in Seebüll. Jetzt erst werden seine „Ungemalten Bilder“ bekannt.

 

Literatur

Magdalena M. Moeller, Javier Arnaldo (Hg.), Brücke. Die Geburt des deutschen Expressionismus (Ausst.- Kat. Brücke-Museum, Berlin 1.10.2005-15.1.2006) München 2005.
Heinz Spielmann, Ortrud Westheider (Hg.), Die „Brücke“ und die Moderne 1904–1914 (Ausst.-Kat. Bucerius Kunst Forum, Hamburg, 17.10.2004 – 23.1.2005) München 2004.
Stiftung Frieder Burda, Manfred Reuther (Hg.), Emil Nolde. Die Pracht der Farben (Ausst.-Kat. Museum Frieder Burda, Baden-Baden, 15.6.-13.10.2013) Köln 2013.
Agnes Husslein-Arco, Stephan Koja (Hg.), Emil Nolde – In Glut und Farbe (Ausst.-Kat. 25.10.2013–2.2.2014, Unteres Belvedere, Wien) Wien 2013.

 

Emil Nolde: Bilder

  • Emil Nolde, Frühling im Zimmer, 1904, Ölfarben auf Leinwand, 88,5 x 73,5 cm, Nolde Stiftung Seebüll
  • Emil Nolde, Trollhois Garten, 1907, Ölfarben auf Leinwand, 73,5 x 88 cm, Nolde Stiftung Seebüll
  • Emil Nolde, Josef erzählt seine Träume, 1910, Öl auf Leinwand, 86 x 106,5 cm, Belvedere, Wien.
  • Emil Nolde, Am Weintisch 1911, Öl auf Leinwand, 88,5 x 73,5 cm, Nolde Stiftung Seebüll
  • Emil Nolde, Dschunken, beide 1913; Bucht mit Palmen, 1914; Berglandschaft mit Bäumen & Palmen am Ufer, 1913/14, Aquarell, Nolde Stiftung Seebüll
  • Emil Nolde, Erregte Menschen, 1913, Ölfarben auf Leinwand, 102,5 x 76,5 cm © Nolde Stiftung Seebüll.
  • Emil Nolde, Tropensonne, 1914, Ölfarben auf Leinwand, 71 x 104,5 cm, Nolde Stiftung Seebüll
  • Emil Nolde, Landschaft mit jungen Pferden, 1916, Ölfarben auf Leinwand, 73,5 x 101 cm © Nolde Stiftung Seebüll
  • Emil Nolde, Holzschnitte: Frauenkopf, 1912; Sturm 1908; Kerzentänzerinnen, 1917; Tandelei, 1917, Nolde Stiftung Seebüll
  • Emil Nolde, Begegnung am Strand, 1920, Ölfarben auf Leinwand, 86,5 x 100 cm © Nolde Stiftung Seebüll
  • Emil Nolde, Rote und gelbe Sonnenblumen, um 1920, Aquarell, 36,2 x 48 cm, Nolde Stiftung Seebüll
  • Emil Nolde, Martyrium I-III, 1921, Öl auf grober Leinwand, Nolde Stiftung Seebüll
  • Emil Nolde, Landschaft in rotem Licht, 1938/45, Aquarell, 18,5 x 27,3 cm © Nolde Stiftung Seebüll
  • Emil Nolde, Streitgespräch „Ungemalte Bilder“, 1938-1945, Aquarell auf Papier, 23,4 x 18 cm, Nolde Stiftung Seebüll
  • Werner Berg, Ausstellungsansicht „Emil Nolde“ im Unteren Belvedere, Foto: Alexandra Matzner.
  1. Agnes Husslein-Arco, Vorwort, in: Agnes Husslein-Arco, Stephan Koja (Hg.), Emil Nolde – In Glut und Farbe (Ausst.-Kat. 25.10.2013–2.2.2014, Unteres Belvedere, Wien) Wien 2013, S. 13.
  2. Stephan Koja, „Ich ging wieder meinen Künstlerweg allein“ Beobachtungen zur Bildkunst Emil Noldes und ihren Reflexen in der österreichischen Malerei, in: Agnes Husslein-Arco, Stephan Koja (Hg.), Emil Nolde – In Glut und Farbe (Ausst.-Kat. 25.10.2013–2.2.2014, Unteres Belvedere, Wien) Wien 2013, S. 15.
  3. Max Sauerlandt, Emil Nolde. Mit 11 Abbildungen, in: Zeitschrift für bildende Kunst 49 (N.F. 25) (1914) 181.
  4. Der oft zitierte Satz aus dem Programm der „Brücke“ scheint das Kunstwollen Noldes direkt zu beschreiben: „Jeder gehört zu uns, der unmittelbar und unverfälscht das wiedergibt, was ihn zum Schaffen drängt.“ Zit. nach Heinz Spielmann, Ortrud Westheider (Hg.), Die „Brücke“ und die Moderne 1904–1914 (Ausst.-Kat. Bucerius Kunst Forum, Hamburg, 17.10.2004 – 23.1.2005), München 2004, S. 105.
  5. Siehe: Manfred Reuther, Von „Farbenglück“ und „absoluter Ursprünglichkeit“ Das Werk des Malers Emil Nolde, in: Stiftung Frieder Burda, Manfred Reuther (Hg.), Emil Nolde. Die Pracht der Farben (Ausst.-Kat. Museum Frieder Burda, Baden-Baden, 15.6.-13.10.2013) Köln 2013, S. 30.
  6. Stephan Koja, „Ich ging wieder meinen Künstlerweg allein“ Beobachtungen zur Bildkunst Emil Noldes und ihren Reflexen in der österreichischen Malerei, in: Agnes Husslein-Arco, Stephan Koja (Hg.), Emil Nolde – In Glut und Farbe (Ausst.-Kat. 25.10.2013–2.2.2014, Unteres Belvedere, Wien) Wien 2013, S. 18.
  7. Manfred Reuther, Von „Farbenglück“ und „absoluter Ursprünglichkeit“ Das Werk des Malers Emil Nolde, in: Stiftung Frieder Burda, Manfred Reuther (Hg.), Emil Nolde. Die Pracht der Farben (Ausst.-Kat. Museum Frieder Burda, Baden-Baden, 15.6.-13.10.2013) Köln 2013, S. 14.
  8. Zit. nach Stephan Koja, „Ich ging wieder meinen Künstlerweg allein“ Beobachtungen zur Bildkunst Emil Noldes und ihren Reflexen in der österreichischen Malerei, in: Agnes Husslein-Arco, Stephan Koja (Hg.), Emil Nolde – In Glut und Farbe (Ausst.-Kat. 25.10.2013–2.2.2014, Unteres Belvedere, Wien) Wien 2013, S. 27.
  9. Zitiert nach: Christoph Otterbeck, Europa verlassen: Künstlerreisen am Beginn des 20. Jahrhunderts, Köln 2007, S. 228.
  10. Zitiert nach ebenda, S. 229.
  11. Ebenda, S. 29.
  12. Ebenda, S. 30.
  13. Stephan Koja, „Ich ging wieder meinen Künstlerweg allein“ Beobachtungen zur Bildkunst Emil Noldes und ihren Reflexen in der österreichischen Malerei, in: Agnes Husslein-Arco, Stephan Koja (Hg.), Emil Nolde – In Glut und Farbe (Ausst.-Kat. 25.10.2013–2.2.2014, Unteres Belvedere, Wien) Wien 2013, S. 22.
  14. Zit. nach ebenda, S. 23.
  15. Ist es denkbar, dass Religionsausübung als ein höchst privates Tun und die Moderne als kunstimmanentes Projekt nicht zusammen gedacht werden können?
  16. Zit. nach Manfred Reuther, Von „Farbenglück“ und „absoluter Ursprünglichkeit“ Das Werk des Malers Emil Nolde, S. 23.
  17. Jolanthe Nolde, die zweite Ehefrau, über die Aquarelltechnik ihres Mannes, zit. nach Stephan Koja, Eine „Vorstellung nur in Glut und Farbe“, in: Agnes Husslein-Arco, Stephan Koja (Hg.), Emil Nolde – In Glut und Farbe (Ausst.-Kat. 25.10.2013–2.2.2014, Unteres Belvedere, Wien) Wien 2013, S. 223.
  18. Er glaubte an die Verbindung der kommunistischen Sowjetunion und der „jüdischen Weltherrschaft“. Siehe ebenda, S. 227.
  19. Ebenda, S. 227.
  20. Zit. nach Manfred Reuther, „Unter der Hände Arbeit entwickelte sich das Werk“ Die Aquarellmalerei Emil Noldes, in: Stiftung Frieder Burda, Manfred Reuther (Hg.), Emil Nolde. Die Pracht der Farben (Ausst.-Kat. Museum Frieder Burda, Baden-Baden, 15.6.-13.10.2013) Köln 2013, S. 142.
  21. Stephan Koja, „Ich ging wieder meinen Künstlerweg allein“. Beobachtungen zur Bildkunst Emil Noldes und ihren Reflexen in der österreichischen Malerei, in: Agnes Husslein-Arco, Stephan Koja (Hg.), Emil Nolde – In Glut und Farbe (Ausst.-Kat. 25.10.2013–2.2.2014, Unteres Belvedere, Wien) Wien 2013, S. 43.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.