Fotorealismus

Was ist der Fotorealismus?

Fotorealismus ist eine Kunstströmung, die in den späten 1960er Jahren entstand und eine extrem naturalistische Wiedergabe der sichtbaren Welt anstrebt. Künstler wie Robert Bechtle, Richard Estes, Ralph Goings und Audrey Flack wandten sich wieder der gegenständlichen Malerei zu. Dabei schufen sie einen „neuen Realismus“, der die vorgefilterte Realität der Kamera zum Ausgangspunkt nahm und dabei die persönliche Handschrift des Künstlers bewusst zurückdrängte. Von den USA ausgehend, wandte sich der Fotorealismus gegen den Abstrakten Expressionismus (→ Abstrakter Expressionismus | Informel) und Minimalismus (→ Minimal Art | Minimalismus).

Was sind die Merkmale des Fotorealismus?

Arbeitsmethoden:

  • Verwendung von Fotografien, Werbebroschüren und Reklame als Vorlagen
  • Übertragung mittels Projektionen oder aufwendigen Rastertechnik
  • Einsatz von Sprühpistolen für glatte, unpersönliche Oberflächen, neben Pinsel und Öl- oder Acrylfarbe

Stil:

  • Hyperrealistische, illusionistische Wiedergabe kleinster Details (übernatürlicher Schärfe)
  • Glatte Oberflächen und Glanz wie fotografische Abzüge
  • Kühl-objektiver Blick der Kameralinse
  • Unterdrückung der persönlichen künstlerischen Handschrift und dadurch minimaler Gefühlsausdruck

Motive:

  • Amerikanische Konsum- und Wohlstandsgesellschaft
  • Lieblingsmotive der ersten amerikanischen Fotorealisten Pick-ups (Ralph Goings), glänzende Rennautos (Ron Kleemann), menschenleere Stadtlandschaften (Richard Estes), Fassaden mit Leuchtreklamen aus schrägen Winkeln (Robert Cottingham), überlebensgroße Porträts en face (Chuck Close)
  • oft stark begrenztes, wiederholtes Motivvokabular
  • Die Bilder des Fotorealismus zeichnen auch die Entwicklung der Fotografie nach (von leicht vergilbten Kodak-Abzügen in den 60er und 70er Jahren zur farbig brillanten, digitalen Fotografie seit 2000).

Fotorealismus vs. Pop Art

Im Gegensatz zur Pop Art, die das Publikum humorvoll und geistreich zu einem intellektuellen und emotionalen Austausch einlädt, hält der Fotorealismus die Betrachtenden auf Distanz. Die technische Brillanz der Ausführung, die Ruhe und Gelassenheit führen interessanterweise zu einer besonders künstlich wirkenden Wiedergabe. Häufig wurden aber beiden Stilrichtungen vorgeworfen „ausdruckslos“ zu sein.

„Von den Bildern war ich enttäuscht. Sie waren so schäbig. Sie waren so primitiv gemacht. […] und ich dachte: Mein Gott, diese Typen sind handwerklich kein Stück besser als die Abstrakten Expressionisten. Sie haben eine großartige Idee, setzen sie aber malerisch nicht richtig um. Ich will etwas Ähnliches machen, aber so elegant und prachtvoll wie nur irgend möglich.“1 (Ralph Goings über die Pop Art)

Fotorealismus und Pop Art treffen einander allerdings bei der übersteigerten Wirklichkeitstreue. Hier wurde die Pop Art inspirationsgebend, allerdings wollten die Künstler des Fotorealismus die Malweise schärfen. Damit unterminierte der Fotorealismus die Glaubwürdigkeit des „objektiven“ Sehvermögens und die Pop Art dekonstruierte die Werbestrategien. Beide machten aufmerksam, dass der American Way of Life der 1970er auf Illusionen aufgebaut war.

„Wir erleben den Beginn eines Zeitalters, in dem etwas, um wirklich zu werden, erst reproduziert werden muss. Wenn Ereignisse und deren Kopien austauschbar werden […] wird die Verwechslungskomödie zur objektiven Form der modernen Kultur. Die Tatsachen haben ihre Vorrangstellung gegenüber ihrer Nachahmung eingebüßt.“2 (Harold Rosenberg)

Kritik am Fotorealismus

  • leicht verdaulicher Realismus und daher Kunst für die Massen
  • Absage an die Bedeutung der Motive, bzw. der Emotionalität eines Themas
  • Der Fotorealismus gehe zurück auf den optischen Realismus (im Gegensatz zum sozialistischen Realismus) und damit eine reaktionäre Antwort auf die avantgardistische Moderne. Daher sei der Fotorealismus ein Teil der neokonservativen Tendenzen in den USA der 1970er Jahre.
  • fehlende intellektuelle Herausforderung
  • Fotorealismus wendet sich gegen das Malen als Selbstausdruck.

ideale Kunstform für das neue pragmatische Zeitalter

Fotorealismus als subtile Repräsentationskritik

Obschon viele Kritiker der 1970er Jahre den Fotorealismus ablehnten, handelt es sich nach heutiger Lesart um eine subtile Repräsentationskritik. Die Künstler und Künstlerinnen des Fotorealismus unternahmen eine kalkulierte Dekonstruktion der Moderne und ihres Glaubens an Wissenschaft, Technik, Empirie und Bildtechniken. Oder anders gefragt:

  • Wo liegen die Grenzen zwischen Wahrheit und Illusion, Realität und Vorstellung?
  • Welche Auswirkungen haben die neuen Technologien auf das Sehen (und auf andere Sinneswahrnehmungen)?
  • Bringen uns diese Technologien näher an die Wirklichkeit heran oder entfernen sie uns noch weiter von ihr?
  • Was fängt die Realität besser ein, die geistlose Automatik der Maschine oder die selektiven Eingriffe des Künstlers?

Geschichte des Fotorealismus

1960er Jahre: Junge Künstler fanden vielfach keinen Anknüpfungspunkt mehr an den Abstrakten Expressionismus mit seiner großen Geste, da sie dessen expressive Möglichkeiten für ausgeschöpft hielten. Ihre figurativen Werke sind Spiegelbild einer Wirklichkeit, die durch den kühl-objektiven Blick der Kameralinse vorgefiltert sind. Sie unterscheiden sich von den Werken der Pop Art durch eine minutiöse Ausführung.

Robert Bechtle, Ralph Goings und Richard McLean machten die Bay Area in Kalifornien zu einem pulsierenden Zentrum der fotorealistischen Malerei.

Ende der 1960er Jahre: Als die neue Bewegung an Fahrt gewann, verwendeten Kritiker verschiedene Bezeichnungen, um sie zu beschreiben, darunter „Super Realism“, „Neo Realism“ und „Sharp-Focus Realism“.

1968: Die Kunsthistorikerin Linda Nochlin organisierte gemeinsam mit ihren Studierenden eine wegweisende Ausstellung mit dem Titel „Realism Now“ (8.5.–12.6.1968) für die Vassar College Art Gallery in Poughkeepsie, während sie zeitgleich für ihr 1971 erschienenes Buch über den Realismus des 19. Jahrhunderts recherchierte. 3

1970: Der Galerist Louis K. Meisel prägte den Begriff „Fotorealismus“. Erstmals verwendete er ihn offiziell in einem Essay für den Katalog zur bahnbrechenden Ausstellung „22 Realists“ (10.02.–29.03.1970) am Whitney Museum of American Art.

1972: Louis K. Meisel definierte die drei wichtigsten Punkte des Fotorealismus:

„1. Der Fotorealist nutzt die Kamera und die Fotografie, um Informationen zu sammeln.
2. Der Fotorealist nutzt mechanische oder halb mechanische Mittel, um die Informationen auf die Leinwand zu übertragen.
3. Der Fotorealist muss über die technischen Fähigkeiten verfügen, um das fertige Werk fotografisch erscheinen zu lassen.“

1972: Institutionelle Anerkennung durch die „documenta 5“ in Kassel, kuratiert von Harald Szeemann. Unter dem Titel „Befragung der Realität – Bildwelten heute“ (30.6.–8.10.1972) stellten auch die amerikanischen Fotorealisten wie Richard Estes, Ralph Goings, John Salt, Chuck Close, Duane Hanson und der Schweizer Franz Gertsch aus.

War der frühe Fotorealismus ein rein amerikanisches Phänomen, fand die Bewegung in der zweiten und dritten Generation von Künstler:innen internationale Verbreitung. Der Fotorealismus ist bis heute eine sich kontinuierlich weiterentwickelnde, globale Kunstströmung, die durch die vielfältigen Entwicklungen im Bereich der Fotografie und der digitalen Bildbearbeitungsmöglichkeiten neue Impulse erhielt.

Berühmte Künstler und Künstlerinnen des Fotorealismus

Ralph Goings

Ralph Goings (1928–2016) war einer der wichtigsten Wegbereiter des Fotorealismus. Wie Richard Estes und Robert Bechtle fokussierte er motivisch die Alltagswelt des modernen Amerika, das er in zahlreichen Darstellungen mit feinmalerischer Bravour ins Bild setzte. Als Vorlage dienten dem Künstler dabei Fotografien, die er selbst anfertigte.

„In meinen Gemälden geht es um Licht, darum, wie Dinge in ihrer Umgebung aussehen, und insbesondere darum, wie Dinge gemalt aussehen. Form, Farbe und Raum unterliegen der Laune der Realität, ihre Entdeckung und Organisation ist die Aufgabe des realistischen Malers.“ (Ralph Goings)

Franz Gertsch

Der Schweizer Franz Gertsch (1930–2022) überzeugte seit 1969 mit fotorealistischen Gemälden und Holzschnitten in monumentalem Format. Während in den 70er und 80er Jahren Franz Gertschs Malerei dem Momenthaften und dem Zeitgeist verhaftet gewesen war, sind es später Zeitlosigkeit (z.B. in den Mädchenköpfen wie „Silvia“, 1998–2004) und Vergänglichkeit der Zeit gleichermaßen. 

Robert Bechtle

Robert Bechtle (1932–2020) lebte in der San Francisco Bay Area und wählte für seine Gemälde in der Regel Fotos aus dem Alltagsleben der Mittelschicht, die er selbst aufgenommen hatte, darunter Darstellungen von Autos, Vorstadtstraßen und Familienleben. Aus der Ferne betrachtet ähnelt die glänzende Oberfläche den typischen Farben zeitgenössischer Kodak-Abzüge.

Richard Estes

Richard Estes (*1932) gilt als einer der einflussreichsten Pioniere des amerikanischen Fotorealismus. Ab 1959 in New York ansässig, wurde das geschäftige Großstadtleben von Manhattan zum Hauptthema seiner Gemälde. Estes arbeitete mit einer Vielzahl an fotografischen Vorlagen, um seine visuell irritierenden, hyperrealistischen Stadtansichten aus unterschiedlichsten Bildquellen zusammenzusetzen. Dieses Vorgehen bot ihm die nötigten Informationen, da er ein hochkomplexes Bild nicht aus einer einzigen Fotografie gewinnen konnten. Estes malte konventionell mit einem Pinsel, beginnend mit einer locker aufgetragenen kompositorischen Untermalung, und arbeitete sich langsam bis zur abschließenden minutiösen Detailarbeit vor. Ihm ging es nicht darum, Fotos zu übertragen, sondern eine auf Fotos basierende, aber eigene Komposition zu schaffen.

Audrey Flack

Audrey Flack (1931–2024) war die einzige Frau unter den Pionier:innen des amerikanischen Fotorealismus. Mit ihren Arbeiten vom Ende der 1960er und Beginn der 1970er Jahre setzte sie sich motivisch radikal von den Bildwelten ihrer männlichen Kollegen ab. Zahlreiche ihrer Werke fokussieren Objekte, die unmittelbar mit Weiblichkeit assoziiert sind, darunter neben Schmuck und Kosmetika auch Darstellungen berühmter Frauen aus der Welt der Kunst, des Films oder der Religion.

Malcolm Morley

Malcolm Morley (1931–2018) malte Postkarten, Zeitschriften und Reisebroschüren ab, indem er die Fotos in ein gleichmäßiges Raster aufteilte und sie Quadrat für Quadrat auf die Leinwand übertrug. Dabei war ihm die Erkennbarkeit der Vorlage und die Sichtbarmachung des Malprozesses wichtiger als ein augentäuschender Illusionismus, was ihn zu einem Vermittler zwischen der Pop Art und dem Fotorealismus machte.

Richard McLean

Richard McLean (1934–2014) ist berühmt für die Darstellung von Turnier- und Rennpferden in ländlichen Gegenden. McLean war auf einer Farm im ländlichen Idaho aufgewachsen und schon früh von Tieren fasziniert. Gleichzeitig interessierte er sich für das Pferd als Bildmotiv, dessen traditionelle Rolle als Symbol für Macht, militärische Stärke und Männlichkeit sich im 20. Jahrhundert zum „Freizeitsymbol“ gewandelt hatte.

„Ich wollte das Pferd wie ein Stilllebenobjekt behandeln. Ich möchte das Pferd eher objektivieren als subjektivieren und es mehr zu einer Aussage über das Aussehen machen. Die eigentliche Herausforderung für mich besteht darin, zu wissen, wie ich das Pferd noch einmal malen kann, ohne es mit all dem Ballast zu belasten, den es über die Jahrhunderte hinweg mit sich getragen hat. Ich möchte es als Objekt malen, das das Licht einfängt und reflektiert, so wie man es bei einem Stillleben und anderen Bildgegenständen tun würde.“

Robert Cottingham

Robert Cottingham (*1935) konzentrierte sich auf die Darstellung städtischer Szenen. Viele seiner Kompositionen zeigen Gebäudefassaden, die mit Werbeslogans oder Leuchtreklame bedeckt sind, da er bis 1963 Werbung und Grafikdesign studiert hatte. Obwohl Cottingham schon früh begann, Fotografien in seinen künstlerischen Prozess zu integrieren, kopiert er keine bestimmten Aufnahmen, sondern verändert oft den Wortlaut der Beschriftung und weicht somit von seinen Vorlagen ab.

Charles Bell

In den frühen 1960er Jahren lebte Charles Bell (1935–1995) in San Francisco, wo die Gemälde von Richard Diebenkorn sowie die Werke der aufstrebenden Pop Art einen großen Einfluss auf den Autodidakten ausübten. 1967 zog der Maler nach New York, wo er sein erstes Atelier eröffnete und bald zu einer der Gründungsfiguren des Fotorealismus avancierte. Motivisch konzentrierte sich Bell auf die Stilllebenmalerei, insbesondere auf die Darstellung von Spielzeug, Kaugummiautomaten und Spielhallen.

Ron Kleemann

Ron Kleemann (1937–2014) zog 1961 nach New York, wo er seine künstlerische Karriere als abstrakter Bildhauer begann. Ende der 1960er Jahre wechselte Kleemann zur Malerei und begeisterte sich für den aufstrebenden Fotorealismus. Seine charakteristischen Motive sind glänzende Fahrzeuge wie Feuerwehrautos, Flugzeuge und vor allem berühmte Rennwagen, die er allerdings in außergewöhnlichen Perspektiven ins Bild setzte.

John Salt

John Salt (1937–2021) wanderte 1966 in die USA aus, wo er sich zunächst intensiv mit den Entwicklungen der zeitgenössischen Dokumentarfotografie um Künstler:innen wie Lee Friedlander auseinandersetzte. Als Student fühlte er sich der Malerei von Grace Hartigan verwandt. Viele seiner frühen fotorealistischen Gemälde zeigen Autowracks, die er auf einem Schrottplatz unterhalb der Brooklyn Bridge in New York fotografierte. Für die Umsetzung seiner Gemälde nutzte Salt 35-mm-Dias, die er auf die Leinwand projizierte.

Tom Blackwell

Tom Blackwell (1938–2020), einer der Pioniere des Fotorealismus, wurde durch seine zahlreichen Darstellungen von Motorrädern bekannt.

„Jedes meiner Gemälde ist das Ergebnis einer sorgfältigen, analytischen und liebevollen Übersetzung und Umwandlung des visuellen Materials in Farbe. Ich liebe die Art und Weise, wie die Kamera einen bestimmten Moment einfängt und eine Art vorgefundenen Surrealismus festhält, der die Essenz des zeitgenössischen Lebens ausmacht. Genau diesen Moment festzuhalten, den optimalen Augenblick, der ein visuelles Ereignis am besten zusammenfasst, und ihn dann auf die höchste Ausdrucksstufe zu bringen, die ich erreichen kann – darum geht es in meinen Gemälden.“

Chuck Close

Chuck Close (1940–2021) ging zeit seines Lebens der Frage nach, mit welchen technischen Möglichkeiten sich die Bildinformationen einer Fotografie auf die Zweidimensionalität der Leinwand übertragen lassen. Im eng gesteckten Rahmen des frontalen Porträts von Menschen aus seinem engsten Umfeld arbeitete Chuck Close mit selbst geschossenen Fotografien. Die teilte er in Quadrate ein und arbeitete anfangs mit einer Sprühpistole, um einen gleichmäßigen Farbauftrag zu erreichen. In Formulierungen, die an die Konzeptkunst denken lassen, bezeichnete er seine Malmethode als „System“.

Don Eddy

Don Eddy (*1944) ist für hyperrealistische Darstellungen von Autos und Autoteilen, die durch die detaillierte Wiedergabe von Materialien wie Chrom und Glas bestechen, berühmt. Als Teenager war Don Eddy in der Autowerkstatt seines Vaters tätig, wo er Lackierungsarbeiten vornahm. In seinen nach fotografischen Vorlagen ausgeführten Gemälden spielt Eddy mit Effekten wie dem Kontrast zwischen Schärfe und Unschärfe, wobei die Wahl ungewöhnlicher Blickwinkel oft wie in einem Schnappschuss ein spontanes Betrachtungsmoment suggeriert.

Don Jacot

Don Jacot (1949–2021) war eine Schlüsselfigur der zweiten Generation amerikanischer Fotorealisten. Jacots berühmteste Werke sind farbintensive Stadtansichten und „Porträts“ von historischem Spielzeug. Letztere arrangierte er oft in Gruppen, um humorvolle Erzählungen entstehen zu lassen.

Ben Johnson

Der Brite Ben Johnson (*1946) gehört zu den bedeutendsten realistischen Malern der Gegenwart. Johnson ist bekannt für zahlreiche Darstellungen architektonischer Motive und Stadtlandschaften, die er mit unerbittlicher Akribie umsetzt. Zu seinen Inspirationsquellen gehört die niederländische Interieurmalerei des Barock.

Literatur zum Fotorealismus

  • Wettstreit mit der Wirklichkeit. 60 Jahre Fotorealismus, hg. von Daniel Zamani für die Stiftung Frieder Burda (Ausst.-Kat. Museum Frieder Burda, Baden-Baden, 28.02.-02.08.2026), München 2026.

Beiträge zum Fotorealismus

28. Februar 2026

Baden-Baden | Museum Frieder Burda: 60 Jahre Fotorealismus

Im Frühjahr 2026 zeigt das Museum Frieder Burda Meisterwerke des Fotorealismus von den 1960ern bis heute, mit Werken von Richard Estes, Ralph Goings, Karin Kneffel, Gerhard Richter, Raphaella Spence uvm.
30. Oktober 2020

Linz | LENTOS: Franz Gertsch. Die Siebziger

Franz Gertsch erlebte 1972 an der documenta 5 in Kassel (D) seinen internationalen Durchbruch als der Schweizer Vertreter des Fotorealismus. Im Jahr 2020 begeht der international gefeierte Schweizer Künstler seinen 90. Geburtstag mit einer Ausstellung seiner Gemälde in Linz.
8. Mai 2019

Guggenheim Bilbao: Gerhard Richter: Seestücke Konstruierte Landschaften als Diskurs über Wahrnehmung und Romantik

Gerhard Richter (* 1932) schuf mit „Vogelfluglinie“ 1967 ein erstes Gemälde, in dem er auf Basis einer Fotografie und mit der Technik des Verwischens ein Schiff, das Meer und den Himmel thematisierte. Im folgenden Jahr begann er mit „Seestück“ (WVZ 194-23) eine Serie, die ihn bis ins Jahr 1998 begeisterte.
19. September 2016

Francis Picabia: Unser Kopf ist rund ... damit das Denken die Richtung wechseln kann

Wenige Künstler des 20. Jahrhunderts sind so schwierig einzuordnen wie Francis Picabia (1879–1951). Der Franzose mit spanischen Wurzeln war Künstler, Dichter und Provokateur, Herausgeber des Kunstmagazins „391“, schrieb für Theater und Film, gestaltete Feste und Abendgalas der High Society in Cannes. Flankiert wird diese Aufzählung durch seinen selbst geschaffenen Ruf als Playboy, Gigolo und Womanizer. Die Stile seiner Malerei reichen von impressionistischen Anfängen über Kubismus und Abstraktion hin zu Dada (1917–1924), mechanomorphen Bildern und fotorealistischen, durchwegs kitschigen Bildern der 1940er Jahre wieder zurück in die Abstraktion.
2. Dezember 2015

Vija Celmins. Druckgrafik Wellen, Wüsten, Sterne

Ein Werk ohne Botschaft zu erarbeiten, aber das Gemachte ihrer Zeichnungen, Gemälde und Druckgrafiken zu thematisieren, ist nach eigenem Bekunden der Wunsch der in New York lebenden Künstlerin Vija Celmins (* 1938). Celmins wurde in den letzten Jahrzehnten mit Variationen von Ozeanwellen, Sternennächten, Wüstenböden und Spinnennetzen bekannt. Die Wiener Secession ehrt sie mit ihrer ersten Personale in Österreich und zeigt einen umfassenden Überblick über Celmins` druckgrafisches Werk der letzten sechs Jahrzehnte und schließt dabei auch die von ihr gestalteten Künstlerbücher nicht aus.
17. Dezember 2013

Baden-Baden | Museum Frieder Burda: Franz Gertsch. Geheimnis Natur

Das Œuvre von Franz Gertsch (* 1930) ist zugegebenermaßen überschaubar – zumindest die Anzahl der monumentalen Bilder. Seit 1976 sind insgesamt 28 Gemälde und 15 monochrome Holzschnitte entstanden, denn der Schweizer Fotorealist arbeitet bis zu einem Jahr an einer Komposition. Die von Götz Adriani kuratierte Schau im Museum Frieder Burda in Baden-Baden zeigt 30 monumentale Gemälde und Holzschnitte vor allem jüngeren Datums, greift jedoch auch auf die fotorealistischen Bilder der 70er Jahre zurück.
27. Mai 2013

Gottfried Helnwein Bilder gegen Gewalt und NS-Verbrechen

Dass Gottfried Helnwein für schockierende Bilder steht, in denen er Gewalt gegen Kinder, das NS-Regime und den Umgang mit NS-Verbrechern anklagt, ist hinlänglich bekannt. Helnwein hat sich seit seinem Studium an der Wiener Akademie Anfang der 70er Jahre der Darstellung von Schmerz, Gewalt, Zerstörung aber auch kindlicher Schönheit verschrieben. Gerade in dieser Kombination entwickeln seine Bildfindungen eine verstörende Anziehungskraft. Den 65. Geburtstag zum Anlass nehmend, widmet die Albertina dem Performance-Künstler und Maler eine Retrospektive, die im wahrsten Sinne unter die Haut geht.
30. Juni 2012

Aufbruch Realismus Die neue Wirklichkeit im Bild nach '68

„Was ist Realismus?“, darf man sich angesichts des Ausstellungskatalogs der Städtischen Museen in Heilbronn berechtigterweise fragen. In der Baden-Württembergischen Stadt, zwischen Heidelberg und Stuttgart gelegen, suchen Dieter Brunner, Günter Baumann, Birgit Möckel, Markus Lörz und Michael Nungesser diese heikle Frage zu beantworten.
25. Februar 2012

Rudolf Stingel in der Secession

Der Hauptausstellungsraum der Wiener Secession wird derzeit von einer Installation von Rudolf Stingel in seiner Symmetrie, seinem strahlenden Weiß und seiner architektonischen Offenheit markant betont (geb. 1956 in Meran). Der in New York und Meran arbeitende Künstler hängt ein gemaltes Selbstporträt gigantischen Ausmaßes in die Hauptachse des Raumes. Die beiden „Seitenschiffe“ werden von schwarzen Paneelen mit Barock-Muster eingenommen.
  1. Zitiert nach: An Interview with Ralph Goings at his Studio in Charlotteville, New York, in: Lynda Chase, Ralph Goings, New York 1988, S. 19.
  2. Harold Rosenberg: The Art World, in: The New Yorker (17.3.1973), zitiert nach: Andreas Killen, 1973 Nervous Breakdown. Watergate, Warhol, and the Birth of Post Sixties America, New York 2008, S. 53.
  3. Linda Nochlin, Realism, Middlesex 1971.