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Paris | Musée du Luxembourg: Malerinnen 1780–1830 Berühmte Malerinnen des Klassizismus und Kämpferinnen für weibliches Kunstschaffen in Paris

Elisabeth Louise Vigée Le Brun, Friede bringt Überfluss, Detail, 1780, Öl/Lw, 102,5 x 132,5 (Paris, Musée du Louvre, Département des Peintures)

Elisabeth Louise Vigée Le Brun, Friede bringt Überfluss, Detail, 1780, Öl/Lw, 102,5 x 132,5 (Paris, Musée du Louvre, Département des Peintures)

Obschon die Französische Revolution Gleichheit versprach, mussten Malerinnen weiterhin um ihr Recht kämpfen, künstlerisch tätig sein zu dürfen. Im Musée du Luxembourg werden im Herbst 2020 jene Vorkämpferinnen und Hauptvertreterinnen des Klassizismus gezeigt, die bis heute als die führenden Malerinnen dieser Epoche bekannt sind. 80 Werke der berühmtesten Malerinnen Frankreichs sind im Musée du Luxembourg zu sehen.

Im Frankreich des späten 18. Jahrhunderts hatten es einige Malerinnen bereits zu beachtlichem Ruhm und einer Mitgliedschaft in der renommierten Akademie gebracht. Satzungsgemäß durften bis 1789 nur vier Künstlerinnen die Mitgliedschaft angeboten werden. Am 31. Mai 1783 wurden Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun (1755–1842) und die Porträtmalerin Adélaide Labille-Guiard  (1749–1803) als Akademiemitglied aufgenommen, wobei die Königin ihre Lieblingsmalerin mithilfe der Stimme von Ludwig XVI. gegen die männlichen Kollegen durchsetzte. Die Gunst der Königin brachte Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun eine Vielzahl von Aufträgen ein, allerdings war die enge Verbindung der Malerin mit ihrem hochgestellten Modell 1789 der Grund, Paris zu verlassen.

 

 

1789 erhielt der Traum von der Gleichberechtigung einen neuen Antrieb. Einer der positiven Folgen der Revolution war, dass sich Malerinnen am Pariser Salon beteiligen durften. 1791 waren 794 Gemälde von 258 Kunstschaffenden zu sehen, darunter waren bereits 21 Malerinnen vertreten. In der Folge zeigten anerkannte Malerinnen ihre Werke am Salon, stellten sich der Kritik und erhielten auch Preise. Die berühmtesten französischen Malerinnen der Zeit um 1800 sind neben Vigée-Lebrun und Labille-Guiard die Blumen- und Stilllebenmalerin Anne Vallayer-Coster (1744–1818), die Genremalerin Marguerite Gérard (1761–1837), die Porträtmalerinnen Marie-Gabrielle Capet (1761–1818) und Marie-Geneviève Bouliar (1762–1825), Constance Marie Charpentier (1767–1849), Marie Denise Villers (1774–1821), Marie-Guillemine Benoist (1768–1826), Hortense de Beauharnais (1783–1837), Constance Mayer (1775–1821), Marie Eléonore Godefroid (1778–1849).

Mit ihren Werken späten sie vor allem den Klassizismus, der in Frankreich schon früh das Rokoko mit seinen Hauptvertreterinnen Françoise Duparc (1726–1778) und Vallayer-Coster abgelöst hatte. Im Musée du Luxembourg wird 2020 der Weg dieser bewunderungswürdigen Vorkämpferinnen nachgezeichnet, wobei die Leitung noch keine finale Künstlerinnenliste bekanntgegeben hat.

Kuratiert von Martine Lacas.

 

Französische Malerinnen des Klassizismus: Bilder

  • Elisabeth Louise Vigée Le Brun, Friede bringt Überfluss, 1780, Öl/Lw, 102,5 x 132,5 (Paris, Musée du Louvre, Département des Peintures)

Kunst von Frauen

29. März 2025
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New York | Whitney Museum: Louise Nevelson Skulptur und New York | 2025

Diese Ausstellung vereint über 15 Skulpturen von Louise Nevelson (1899–1988) aus der Sammlung des Whitney Museums, inszeniert vor der Kulisse von New York City, einem Ort, der Nevelson schon lange zu ihren skulpturalen Assemblagen inspirierte.
29. März 2025
Linda Lomahaftewa, Untitled Woman's Faces, 1960s, Öl auf Leinwand, 91.4 × 121.9 cm (Heard Museum, Phoenix, Gift of the artist © Linda Lomahaftewa)

New York | Whitney Museum: Sixties Surreal Psychosexuelle, fantastische und revolutionäre Tendenzen | 2025/26

Im Whitney Museum widmet sich „Sixties Surreal“ der Frage, wie der historische Surrealismus des frühen 20. Jahrhunderts den Grundstein für eine Art „volkstümlichen“ Surrealismus der 1960er Jahre legte – insbesondere in Amerika.
28. März 2025
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Köln | Wallraf: Impressionistische Meisterwerke aus dem Museum Langmatt Schweizer Schätze | 2025

Mit Werken von Boudin, Corot, Courbet, Gauguin, Renoir, Pissarro, Monet, Sisley, Degas, Cassat, Cézanne und Redon.

Beiträge zum Klassizismus

30. Dezember 2024
Faust in Weimar 2025

Weimar | Schiller-Museum: Faust Goethes Text über KI, Identität, Kapitalismus, Liebe & Natur multimedial | 2025

Geht uns „Faust“ heute etwas an? Künstliche Intelligenz, das Ringen um Identität, die Krisen des Kapitalismus, Liebe und Verrat, die Kraft der Natur und die Folgen ihrer Zerstörung – all diese Punkte werden in Goethes Hauptwerk „Faust“ verhandelt und sind aktueller denn je.
16. Oktober 2024
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Paris | Musée Carnavalet: Paris 1793–1794 Ein Revolutionsjahr voller Feste und Terror | 2024/25

Zum ersten Mal greift das Musée Carnavalet ein einzelnes Jahr aus der Revolution heraus, zweifellos das komplexeste. „Paris 1793-1794, ein Revolutionsjahr“ markiert somit den Höhepunkt der revolutionären Rolle von Paris.
16. Mai 2024
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London | Tate Britain: Britische Künstlerinnen 1520–1920 Erfolgreiche Frauen im britischen Kunstbetrieb | 2024

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Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.
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