ARTinWORDS Logo, kleinARTinWORDS Logo, kleinARTinWORDS Logo, kleinARTinWORDS Logo, klein
  • Ausstellungen
    • Aktuelle Ausstellungen
      • Ausstellungen 2026
      • Ausstellungen in Deutschland
      • Ausstellungen in Österreich
      • Ausstellungen in der Schweiz
      • Ausstellungen in Frankreich
      • Ausstellungen in Großbritannien
      • Ausstellungen in Niederlande
      • Ausstellungen in Spanien
      • Ausstellungen in Italien
      • Ausstellungen in USA und Kanada
    • Ausstellungen Vorschau
      • Ausstellungen 2027
      • Ausstellungen in Deutschland: Vorschau
      • Ausstellungen in Österreich: Vorschau
      • Ausstellungen in der Schweiz: Vorschau
      • Frankreich
      • Großbritannien
      • Italien
      • Niederlande
      • Spanien
      • Dänemark
      • USA und Kanada
    • Ausstellungen Archiv
      • Ausstellungen 2025
      • Ausstellungen 2024
      • Ausstellungen 2023
      • Ausstellungen 2022
      • Ausstellungen 2021
      • Ausstellungen 2020
  • Künstler:innen
    • Berühmte Künstlerinnen
    • Alte Meister und Meisterinnen
    • Berühmte Künstler der Renaissance
    • Berühmte Künstler des Barock
    • Berühmte Künstler und Künstlerinnen: Romantik bis Jugendstil
    • Berühmte Künstler und Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts
    • Berühmte Künstler und Künstlerinnen von heute: die Megastars der Gegenwartskunst
  • Kunstgeschichte
    • Kunstgattungen
      • Malerei
      • Zeichnung & Druckgrafik
      • Druckgrafik
      • Fotografie & Medienkunst
      • Skulptur & Installation
      • Architektur
      • Design & Kunsthandwerk
    • Kunstbegriffe
  • Themen
    • Gespräche mit Persönlichkeiten aus der Kunstwelt
    • ARTinLIFE
    • Hotels
  • Newsletter
✕
No results See all results

Rubens’ Martyrium des hl. Andreas im Museo Thyssen Spätwerk des flämischen Malers im Kreis der Rubens-Sammlung

Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 12. März 2019
Peter Paul Rubens, Das Martyrium des hl. Andreas, Detail, um 1638/39, Öl/Lw, 305 x 216 cm (ohne Rahmen) (Fundación Carlos de Amberes, Madrid)

Peter Paul Rubens, Das Martyrium des hl. Andreas, Detail, um 1638/39, Öl/Lw, 305 x 216 cm (ohne Rahmen) (Fundación Carlos de Amberes, Madrid)

Peter Paul Rubens‘ „Martyrium des hl. Andreas“ (um 1638/39) aus der Stiftung Carlos de Amberes in Madrid ist als Gast im Museo Nacional Thyssen-Bornemisza. Das monumentale Spätwerk wird in der zentralen Halle des Palacio de Villahermosa gemeinsam mit weiteren Gemälden des flämischen Barockmalers präsentiert.

Rubens’ „Martyrium des hl. Andreas“ im Museo Thyssen

Spanien / Madrid: Museo Nacional Thyssen-Bornemisza
11.2. – 7.4.2019

„Das Martyrium des hl. Andreas“ (um 1638/39)

Das Gemälde zeigt jenen Moment, in dem Aegeas, der Prokonsul der römischen Provinz Achaea, den heiligen Andreas kreuzigen ließ. Zuvor hatte die Lehre des Heiligen zur Bekehrung des Großteils der Bevölkerung in der Provinz geführt. Auch die Ehefrau des Prokonsul hatte sich zum Christentum bekannt. Auch noch während seines Martyriums lehrte der heilige Andreas, bis die Bevölkerung sich gegen ihren Herrscher erhob. In diesem Moment versuchte Aegeas noch den Heiligen zu retten, doch dieser lehnte ab. Das Aushalten von Qualen während des Martyriums wurde in Rubens‘ Umkreis mit der stoischen Tugend der Standhaftigkeit verbunden.1 Seneca war der Auffassung, dass Freude sowie tapferes und standhaftes Ertragen der Folter auf die gleiche Quellen zurückzuführen seien, nämlich Seelengröße [animi magnitudo].2 In das gleiche Horn stieß auch Kardinal Gabriele Paleotti (1522–1597), wenn er forderte, dass Gewaltdarstellungen für die Passion Christi wie auch die Martyrien angemessen wären.3 Die himmlische Erlösung wird durch Rubens daher durch eine Lichterscheinung und die Märtyrerpalme tragende Putti visualisiert.

 

Peter Paul Rubens, Das Martyrium des hl. Andreas, um 1638/39, Öl/Lw, 305 x 216 cm (ohne Rahmen) (Fundación Carlos de Amberes, Madrid)
Peter Paul Rubens, Das Martyrium des hl. Andreas, um 1638/39, Öl/Lw, 305 x 216 cm (ohne Rahmen) (Fundación Carlos de Amberes, Madrid)

 

Spätstil von Rubens

„Das Martyrium des hl. Andreas“ ist ein Hauptwerk der späten Schaffenszeit von Peter Paul Rubens und zeigt alle Charakteristika des Stils: Die Komposition stellt die Dramatik des Augenblicks mit Hilfe eine flächigen Verspannung der Figuren und Lichterscheinungen her. Anstelle einer räumlichen oder landschaftlichen Tiefe wirken die Figuren wie auf der vordersten Bildfläche arrangiert. Dazu kommt die für Rubens so typische Expressivität der Gesten, die hochbarocke Dynamik. Rubens wurde von den Zeitgenossen für seine klare Erzählweise geschätzt, die im Spätwerk mit grausiger Drastik zu kombinieren verstand. Rubens arbeitete mit einer großen Palette an Farben, die er mit flüssigem Pinselstrich auftrug. Dabei zeigt er sich tief vom Werk des Venezianers Tizian beeinflusst, dessen Werk Peter Paul Rubens im Prado studieren konnte.

Nachdem er sich Anfang der 1630er Jahre von seinen diplomatischen Ambitionen zurückgezogen hatte (→ XX), konnte sich Peter Paul Rubens mit aller ihm zugestandenen Freiheit (auch von Seiten der Auftraggeber!) dem Malen widmen. Martin Warnke beobachtete angesichts der „Kreuztragung Christi“ (um 1636/37) für den Hochaltar der Abteikirche von Afflighem, dass „das appellative Formenrepertoire der Frühzeit […] in diesem Spätwerk auf einen emotiven Kern zurückgeführt“ wird.4

 

Provenienz

Jan van Vucht, ein flämischer Repräsentant des Verlagshauses Plantin-Moretus in Madrid, bestellte das Ölgemälde für den Hochaltar der Kirche des ehemaligen Hospital de San Andrés de los Flamencos. Rubens übersandte mit dem Gemälde auch noch Instruktionen für die Gestaltung des Rahmens, der von den Hofkünstlern Philipps IV., Abraham Lers und Julien Beyma, ausgeführt wurde.

Im ehemaligen Hospital de San Andrés de los Flamencos befindet sich heute die Fundación Carlos de Amberes. Van Vucht vermachte Rubens‘ Werk 1639 dem Hospital de San Andrés, wo es bis in das frühe 19. Jahrhundert verblieb. Nach 1800 wurde das „Martyrium des hl. Andreas“ im Kloster von San Lorenzo de El Escorial und in der Königlichen Tapisseriemanufaktur verwahrt. Im 20. Jahrhundert gab es einige Versuche, das monumentale Werk zu kaufen und zu veräußern. Es überdauerte den Bürgerkrieg in Spanien und befand sich bis 1989 in den Sammlungen des Prado. Seit 1992 ist es wieder in der Fundación Carlos de Amberes.

 

Rubens im Museo Nacional Thyssen-Bornemisza

Rubens’ „Martyrium des hl. Andreas“ hängt für wenige Monate inmitten der Rubens-Sammlung des Thyssen-Bornsmisza, darunter „Die Blendung des Samson“, „Venus und Cupido“ „Porträt einer jungen Frau mit einem Rosenkrank“ und „Madonna mit Kind“ sowie „Hl. Elisabeth und Johannes der Täufer”.

 

Bild

  • Peter Paul Rubens, Das Martyrium des hl. Andreas, um 1638/39, Öl/Lw, 305 x 216 cm (ohne Rahmen) (Fundación Carlos de Amberes, Madrid)

 

Literatur

  • Martin Warnke, Rubens. Leben und Werk, Köln 2011.
  • Nils Büttner, Ulrich Heinen (Hg.), Peter Paul Rubens. Barocke Leidenschaften (Ausst.-Kat. Herzog Anton Ulreich-Museum Braunschweig, 8.8.–31.10.2004), München 2004.

Beiträge zu Peter Paul Rubens

27. September 2026
Rembrandt, Schlafender alter Mann, Detail, 1629, Öl auf Holz (Galleria Sabauda, Torino Su concessione del MiC - Musei Reali, Galleria Sabauda)
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 27. September 2026

Mailand | Palazzo Reale: Leonardo und der Norden Leonardos Erbe von Caravaggio bis Rubens und Rembrandt

Wie reisten Leonardo da Vincis Ideen in den Norden? Vermittelt über Caravaggio, setzten sich Rubens und Rembrandt produktiv mit den Werken und Theorien des Renaissance-Genies auseinander. Die Mailänder Schau fragt, welche Rolle dabei auch der Codex Huygens spielte.
Gefällt es Dir?
Weiter lesen
5. Mai 2026
Decius Mus in der Schlacht, Detail, 1616/17, Öl auf Leinwand, 289 × 518 cm (The Princely Collections Liechtenstein, Vaduz-Wien)
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 5. Mai 2026

Wien | Gartenpalais Liechtenstein: Peter Paul Rubens, Decius Mus und die Schlacht am Vesuv

Ende 1616 unterschrieb Peter Paul Rubens einen Vertrag über die Entwürfe zum "Decius-Mus-Zyklus". 75 Jahre später ging die Geschichte vom Heldentod des römischen Konsul in den Besitz des Fürstenhauses Lichtenstein über. Die Ausstellung im Frühjahr 2027 präsentiert die Ergebnisse der Restaurierung im Gartenpalais Liechtenstein. Ein MUSS für Rubens-Fans!
Gefällt es Dir?
Weiter lesen
30. Januar 2026
Willem van Haecht, Die Kunstkammer von Cornelis van der Geest, Detail, 1628, Öl auf Holz (Antwerpen © City of Antwerp Collection, Rubenshuis, Foto: CC BY-SA KIK-IRPA, Brüssel)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 30. Januar 2026

Wien | Gartenpalais Liechtenstein: Geschichte des europäischen Kunstmarkts

Anfang 2026 steht im Gartenpalais Liechtenstein, Wien, die Geschichte des Kunstmarkt im Zentrum. Von der Antike bis zu Wien 1900, von Skulpturen bis Malerei, von Auftragsarbeiten bis zur freien Kunstproduktion für den Massenmarkt (Niederlande), von Sammlern, ihren Agenten und deren Netzwerke wird zu erzählen sein.
Gefällt es Dir?
Weiter lesen

Aktuelle Ausstellungen

24. Oktober 2026
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 24. Oktober 2026

Washington | The Philipps Collection: Avery, Gottlieb, Rothko: Am Meer

Drei Freunde - Milton Avery, Adolph Gottlieb ud Mark Rothko - verbrachten den Sommer immer auf Cape Ann. Im Herbst 2026 erzählt die Philipps Collection die Geschichte wechselseitiger Inspiration.
Gefällt es Dir?
Weiter lesen
23. Oktober 2026
Rembrandt van Rijn, Hl. Hieronymus lesend in einer italienischen Landschaft, Detail, um 1653, Kupferstich und Kaltnadel, auf Japanpapier, 25,9 x 21 cm (erworben von der J. Pierpont Morgan 1905, The Morgan Library & Museum (RvR 165)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 23. Oktober 2026

New York | The Morgan: Rembrandts Löwen. Kunst und Exil in den Niederlanden

2026/27 vereint The Morgan & Museum zum ersten Mal eine Sammlung von Zeichnungen, Radierungen und Gemälden, um die oft übersehene, aber prägende Präsenz von Migrant:innen, Einwander:innen, Exilant:innen und Flüchtlingen in Rembrandts Welt und Werk hervorzuheben.
Gefällt es Dir?
Weiter lesen
23. Oktober 2026
Oskar Kokoschka, Olda Palkovskà, Detail, 1937, Öl auf Leinwand, 90 × 67 cm (Fondation Oskar Kokoschka, Vevey, Inv.-Nr. 70) © Fondation Oskar Kokoschka / Bildrecht, Wien 2026
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 23. Oktober 2026

Salzburg | Museum der Moderne Altstadt (Rupertinum): Kokoschkas Hintergründe

Oskar Kokoschka gesataltete den Hintergrund seiner Gemälde zunehmend komplexer. Erstmals widmet das Museum der Moderne in Salzburg diesem Thema eine eigene Ausstellung (2026/2027).
Gefällt es Dir?
Weiter lesen
  1. Ulrich Heinen, Das Martyrium der hl. Ursula, in: Nils Büttner, Ulrich Heinen (Hg.), Peter Paul Rubens. Barocke Leidenschaften (Ausst.-Kat. Herzog Anton Ulreich-Museum Braunschweig, 8.8.–31.10.2004), München 2004, S. 207.
  2. Seneca, epist. 66,12, zit. n. ebenda, S: 207.
  3. Ebenda, S. 207.
  4. Martin Warnke, Rubens. Leben und Werk, Köln 2011, S. 154.

Alexandra Matzner

Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.
Copyright by ARTinWORDS
  • Publikationen
  • Biografie
  • Kontakt
  • Impressum
  • Cookie-Richtlinie (EU)