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Nürnberg | Germanisches Nationalmuseum: Kirchner und Mann in Davos „Europa auf Kur“ und der Mythos des Schweizer Luftkurorts

Ernst Ludwig Kirchner, Die Brücke bei Wiesn, 1926

Ernst Ludwig Kirchner, Die Brücke bei Wiesn, 1926

Davos zwischen 1860 und 1938: Kein Ort eignet sich besser, um die Sehnsüchte, Ängste und Bedrohungen Europas im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zu begreifen. Hier sucht ein durch Kriege und Krisen erschüttertes Europa Heilung, hier mündet das Ringen um die eigene Existenz in einzigartiger Kunst und Literatur, hier bündeln sich die Initiativen zur Völkerverständigung und zum Friedensdialog.

Davos als Bühne europäischer Kultur

Innerhalb weniger Jahrzehnte wandelt sich Davos vom Bergdorf zum mondänen Lungenkurort, zum populären Wintersportort, zum Treffpunkt der europäischen Wissenschafts- und Kulturszene und wird zum Schauplatz vergeblicher Friedensbemühungen zwischen den beiden Weltkriegen. Große Köpfe der Zeit sind mit Davos verbunden – Maler und Dichter wie Ernst Ludwig Kirchner, René Crevel, Philipp Bauknecht und Robert Louis Stevenson, Philosophen wie Ernst Cassirer und Martin Heidegger, Wissenschaftler wie Max Raphael und Albert Einstein. Mit seinem Roman „Der Zauberberg“ setzt schließlich Thomas Mann Davos das literarische Denkmal schlechthin.

Angesichts der aktuellen Europa-Krise wird besonders deutlich, dass die Ausstellung einen der kritischsten Abschnitte der europäischen Kulturgeschichte in den Blick nimmt. Mit Davos wählt sie jenen Ort, an dem die trügerischen Hoffnungen und Sehnsüchte nach Genesung und Befriedung besonders scharf hervortreten.

Im Wettstreit von Existenzbedrohung und Schöpferkraft

Die Ausstellung bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Atemnot und Sportwettkampf, Liegekur und Bobbahn, zwischen Todesangst und Tangotee. Erstmals werden die unterschiedlichen Facetten der Medizin- und Sportgeschichte mit der Kunst- und Literaturgeschichte in Verbindung gebracht. Als bilaterale Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und im Kirchner Museum Davos eröffnet ihr internationaler Blick neue Perspektiven auf diesen herausragenden Abschnitt der europäischen Kulturgeschichte.

Quelle: Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg

Germanisches Nationalmuseum: Ernst Ludwig Kirchner und Thomas Mann in Davos: Bilder

  • Ernst Ludwig Kirchner, Die Brücke bei Wiesn, 1926 (Davos Museum)

Aktuelle Ausstellungen

19. Mai 2020
Raffael, Selbstporträt, Detail, um 1506, Öl-Holz, 47,5 x 33 cm (Uffizien, Florenz)

Rom | Scuderie del Quirinale: Raffael Größte Raffael-Ausstellung 2020

Die Raffael-Ausstellung in den Scuderie in Rom wird vermutlich die wichtigste Ausstellung des Raffael-Jahrs 2020. Die Scuderie und arbeiten für die Raffael-Ausstellung mit den Gallerie degli Uffizi und dem Palazzo Pitti in Florenz zusammen.
15. Mai 2020
Paula Modersohn-Becker, Mädchenbildnis mit gespreizter Hand vor der Brust, Detail, um 1905 (© Von-der-Heydt-Museum, Wuppertal)

Lindau | Kunstmuseum: Paula Modersohn-Becker und Otto Modersohn „Paula & Otto – Kunst und Liebe im Aufbruch“

Paula Modersohn-Becker (1876-1907) und Otto Modersohn (1865-1943) ist das bedeutendste deutsche Künstlerpaar des frühen 20. Jahrhunderts. Das Kunstmuseum Lindau präsentiert 2020 das faszinierende Thema von Liebe und Kunst im Aufbruch zur Moderne.
14. Mai 2020
Jasper Johns

Potsdam | Museum Barberini: Jasper Johns „The 100 Monotypes”

Anlässlich seines 90. Geburtstags am 15. Mai 2020 würdigt ihn das Museum Barberini mit der Präsentation seiner jüngsten Serie „The 100 Monotypes“, die begleitend zu seinem Werkverzeichnis (Wildenstein-Plattner Institut, 2017) entstanden ist.
9. Mai 2020
Norbert Tadeusz, Swimmingpool, 1993 (Albertina, Wien, Rafael and Teresa Jablonka Foundation. © VG Bild-Kunst, Bonn 2020. Foto: LWL / Hanna Neander)

Münster | LWL-Museum: Norbert Tadeusz

Norbert Tadeusz (1940–2011) in Münster organisiert das Werk nach Themen: Venus, sakrale Räume, Fleisch und Leiber, Tadeusz-Bilder, Akte, Swimmingpool, Interieurs und schließlich die Palio-Bilder.
8. Mai 2020
Troubetzkoy und Sargent, Fotomontage ARTinWORDS

Frankfurt | Städel: Impressionismus und Skulptur „En passant“ fragt nach der „Übersetzung“ impressionistischer Malerei in hartes Material

Das Städel Museum in Frankfurt a. M. stellt Malerei des Impressionismus und die in ihrem Umfeld entstandene Skulptur gemeinsam aus. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen fünf Künstler: Edgar Degas (1834–1917), Auguste Rodin (1840–1917), Medardo Rosso (1858–1928), Paolo Troubetzkoy (1866–1936) und Rembrandt Bugatti (1884–1916).
7. Mai 2020

Banksy: Game Changer feiert Pflegepersonal Britischer Graffiti-Künstler schenkt NHS neues Bild

Banksy hat am 6. Mai 2020 ein neues Werk - "Game Changer" - beim General Hospital in Southampton hinterlassen: Hier findst das das Bild, eine Beschreibung und seine Bedeutung.