Ernst Ludwig Kirchner

Wer war Ernst Ludwig Kirchner?

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) war ein Mitbegründer der Künstlergruppe „Die Brücke“ in Dresden und ein bedeutender Vertreter des deutschen Expressionismus. Gemeinsam mit Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Max Pechstein entwickelte er den Brücke-Stil, in dem Einflüsse des Postimpressionismus, der afrikanischen Kunst und des Futurismus verarbeitet wurden. 1912 nach Berlin übersiedelt, meldete sich Kirchner „unfreiwillig freiwillig“ zum Einsatz im Ersten Weltkrieg. übersiedelte er nach Davon in die Schweiz, wo er sich in den 1920er Jahren der Alpenlandschaft zuwandte. Nach dem „Anschluss“ Österreichs durch die NS-Truppen entwickelte der als „entartet“ diffamierte, international erfolgreiche Künstler die Vorstellung, dass als nächstes Land die Schweiz überfallen werden würden. Wohl aus diesem Grund erschoss sich Ernst Ludwig Kirchner am 15. Juni 1938.

 

Ausbildung

Der am 6. Mai 1880 in Aschaffenburg als ältester von drei Söhnen von Ernst Kirchner (1847–1921) und Maria Elise Franke (1851–1928) geborene Künstler besuchte bis 1901 das Gymnasium in Chemnitz. Auf Wunsch des Vaters immatrikulierte er sich an der Königlich Sächsischen Technischen Hochschule in Dresden, wo er Architektur studierte. Schon im folgenden Jahr entstanden erste eigenständige Gemälde.

Nachdem er das Vordiplom erworben hatte, studierte Ernst Ludwig Kirchner ein Semester Kunst in München bei den Professoren Wilhelm von Debschitz (1871–1948) und Hermann Obrist (1862–1927). Hier besuchte er die 8. Ausstellung der Münchner Künstlergruppe Phalanx, wo er Werke von Wassily Kandinsky, Seurat (→ Georges Seurat, Erfinder des Pointillismus), Paul Signac und Cross (→ Henri-Edmond Cross: Farbe und Licht) sah. Um die Originaldruckstöcke von Albrecht Dürer besichtigen zu können, reiste er in die Germanische Nationalmuseum nach Nürnberg.

Zurück in Dresden unternahm Ernst Ludwig Kirchner erste malerische Versuche, die noch ganz dem Jugendstil verpflichtet waren. Im Sommer unternahm er gemeinsam mit seinem Studienkollegen Fritz Bleyl (1880–1966) erste Ausflüge zur Seenlandschaft um das Barockschloss Moritzburg bei Dresden. 1903 lernte er auch Erich Heckel (1883–1970) kennen.

 

Ernst Ludwig Kirchner und die „Brücke“

Nach Abschluss des Studiums als Diplomingenieur gründete Ernst Ludwig Kirchner am 5. Juni 1905 gemeinsam mit Heckel, Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976) und Fritz Bleyl die Künstlergemeinschaft „Brücke“. Ihre künstlerische Tätigkeit begann mit dem „Viertelstundenakt“. Dafür zeichneten sie schnell Akte im Atelier oder in der Natur. In Anlehnung an den Farbholzschnitt des Jugendstils wandte er sich dem Holzschnitt zu. Im November 1905 stellten die jungen „Brücke“-Künstler erstmals in der Kunsthandlung P. H. Beyer und Sohn in Leipzig aus. Ernst Ludwig Kirchners malerischer Stil war in dieser Phase noch ganz dem Postimpressionismus verpflichtet. Einen großen Eindruck hinterließen die Werke von Vincent van Gogh, die er in einer Einzelausstellung in der Galerie Arnold in Dresden erstmals im Original studieren konnte; eine weitere Ausstellung sah er 1908 im Kunstsalon Richter.

Im Jahr 1906 formulierte die „Brücke“ ihr Programm, das sowohl als typografische Anzeige wie auch als Holzschnitt Kirchners veröffentlicht wurde. Eine erste Wanderausstellung der „Brücke“ präsentierte vor allem Zeichnungen, Aquarelle und Holzschnitte. Die ebenfalls in diesem Jahr erfolgte Öffnung der „Brücke“ für passive Mitglieder, die gegen einen Jahresbeitrag Künstlereditionen in Form von gestalteten Mitgliedskarten, Jahresberichten und gegen Ende des jeweiligen Jahres eine Mappe mit grafischen Arbeiten erhielten. Als aktive Mitglieder der „Brücke“ konnten der Schweizer Maler Cuno Amiet (1868–1961) und der wesentlich ältere Emil Nolde (1867–1956) sowie Max Pechstein (1881–1955) gewonnen werden. Ernst Ludwig Kirchner schnitt das erste Mitgliederverzeichnis der Brücke in Holz (1907). Im Sommer 1906 arbeitete Ernst Ludwig Kirchner an den Moritzburger Seen. Zudem schuf er erste Radierungen, Lithografien und plastische Arbeiten, meist kleinformatige Steinskulpturen. Nach dem Besuch einer Ausstellung mit Werken von Edvard Munch in der Galerie Arnold lässt sich die Auseinandersetzung mit dem frühexpressionistischen Werk des Norwegers feststellen.

Ernst Ludwig Kirchners erster Aufenthalt auf Fehmarn 1908 fand in Begleitung seiner Jugendfreundin Emmi Frisch (1884–1975) statt, der späteren Ehefrau von Karl Schmidt-Rottluff. Hier erlernte Kirchner das Fotografieren. Er erweiterte sein malerisches Werk, das bis zu diesem Zeitpunkt von der Landschaft geprägt war, durch erste Zirkus- und Varietébilder, darunter der „Schimmeldressurakt“.

Zwischen 1909 und 1910 besucht Kirchner zahlreiche sogenannte zoologische bzw. anthropologische Ausstellungen, u. a. die von Carl Marquardt organisierten Schauen „Das Afrikanische Dorf“, „Das Sudanesendorf“ und die von Karl Hagenbeck organisierten Völkerschauen im Zoologischen Garten in Dresden. Diese Auseinandersetzung mit der Kultur und Kunst aus Subsahara-Afrika hinterließ bei Kirchner und seinen Künstlerkollegen einen tiefen Eindruck (→ Picasso war ein Afrikaner!). Seine Suche nach Ursprünglichkeit führte Ernst Ludwig Kirchner nicht nur ins Museum sondern immer wieder an die Moritzburger Teiche, wo er gemeinsam mit den „Brücke“-Künstlern und den beiden Mädchen Fränzi und Marzella Albertine Sprentzel den Akt im Sonnenlicht studierte. Zudem begann er Holzskulpturen zu hauen. Der zunehmend kantige Stil von Ernst Ludwig Kirchner geht auf die Kenntnis der Kunst des Futurismus zurück, den er in der zweiten Jahreshälfte 1910 kennenlernen konnte.

 

Ernst Ludwig Kirchner in Berlin

Ernst Ludwig Kirchner: Die Berliner Jahre
Der zunehmende Erfolg der Expressionisten der „Brücke“ veranlasste sie, Dresden zu verlassen und nach Berlin zu übersieden. Die Jahre zwischen Oktober 1911 und 1917 lebte Ernst Ludwig Kirchner in der Zweimillionen-Metropole Berlin, die Sommermonate verbrachte er auf der Ostseeinsel Fehmarn. Wenn der Mitbegründer der Künstlergruppe „Brücke“ thematisch bereits etablierte Wege ging – Straßenszenen, Porträts, Zirkus, Tanz, Varieté, Akte im Atelier und in der Natur waren in der Dresdner Zeit bereits ausgeprägt – so änderte er in Berlin und Fehmarn seinen Malstil. Zwischen 1912 und 1917 verwendete Kirchner gedeckte Farbtöne und spitze Formen. Vom Fenster seines neuen Berliner Ateliers in der Körnerstraße 45, Berlin-Friedenau, aus malte Kirchner die urbane Landschaft, deren Arterien die Eisenbahntrassen und -brücken darstellen. Das Mobiliar dieses Ateliers gestaltete Kirchner teilweise selbst. Erna fertigte nach den Entwürfen Kirchners Stickereien. In Berlin beobachtete er das frenetisch-nervöse Großstadtleben, in Fehmarn die Erholung in ländlicher Abgeschiedenheit; hier die Misere und Entfremdung des Großstädters, da das harmonische Leben in Einheit mit der Natur.

Ernst Ludwig Kirchner begann sich 1910 vom „Brücke“-Stil zu lösen. Nach Max Pechsteins Teilnahme an der Secessions-Ausstellung 1912 ohne die Zustimmung der anderen Mitglieder wurde der Maler aus der „Brücke“ ausgeschlossen. Gleichzeitig begann die „Brücke“ einen intensiven Austausch mit der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“. Als Ernst Ludwig Kirchner 1913die Chronik der Brücke verfasste, löste sie sich aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über den Text am 27. Mai 1913 auf. Kurz danach eröffnete Ernst Ludwig Kirchner seine erste bedeutende Einzelausstellung im Kunstverein Jena (Februar bis März 1914).

 

Erster Weltkrieg und Drogenabhängigkeit

Die wichtigen Selbstbildnisse von Ernst Ludwig Kirchner 1914 belegen die zunehmenden Ängste, die Kirchner angesichts des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges und seiner drohenden Einberufung plagten. Diese versuchte er durch starken Konsum von Absinth zu betäuben. Er verbrachte zusammen mit Erna bis zum Kriegsausbruch einen letzten Sommer auf Fehmarn, das zur strategisch wichtigen Zone erklärt wurde.

Der inzwischen erfolgreiche Maler meldete sich 1915 „unfreiwillig freiwillig“ zum Militär. Dadurch glaubte er, die Waffengattung wählen zu können. Kirchner wurde zur Mansfelder Feldartillerie in Halle an der Saale einberufen. Im September ermöglichte ihm eine Intervention seines Reitlehrers, Prof. Hans Fehr (1874–1961), wegen einer psychischen Erkrankung vorläufig aus dem Dienst entlassen zu werden. Anfang November wurde der Maler bis zu einer möglichen Genesung dienstuntauglich geschrieben. Nach dem 15. Dezember reiste er in das Sanatorium Dr. Kohnstamm, Königstein im Taunus. In den Selbstbildnissen dieser Jahre, darunter „Der Trinker“ und „Selbstbildnis als Soldat“, die zu den bekanntesten Künstlerselbstbildnissen der Klassischen Moderne zählen, spiegelt sich die existenzielle Verzweiflung des Künstlers. Trotz der Behinderung durch Kriegsdienst und Krankheit begann Kirchner mit großformatigen Gemälden, darunter das Triptychon der „Badenden Frauen“ (um 1925 überarbeitet).

Das Jahr 1916 verbrachte Ernst Ludwig Kirchner in verschiedenen Sanatorien in Berlin und in Königstein, wo eine Abhängigkeit von Veronal, einem Schlafmittel, in Kombination mit Alkoholsucht und einer vorerst leichten Morphium-Abhängigkeit diagnostiziert wurde. In Königstein Wandmalereien im Brunnenturm des Sanatoriums. Keine Besserung des Gesundheitszustandes. Die Landschaftsbilder und Porträts jenes Jahres gehören, gerade aufgrund der nervösen Handschrift, zu den Höhepunkten im Schaffen Kirchners: „Bildnis Dr. Kohnstamm“ und „Königstein mit roter Kirche“.

Auch das folgende Jahr war von gesundheitlichen Problemen und der Angst vor dem Krieg geprägt. Ernst Ludwig Kirchner hielt sich 1917 zum ersten Mal in Davos auf. Da der Künstler an Lähmungen seiner Gliedmaßen und Bewusstseinsstörungen litt, schuf er vor allem druckgrafische Blätter und Zeichnungen. Ab dem 20. September 1918 bewohnte er ein Haus der Hofgruppe „In den Lärchen“ in Davos Frauenkirch. Am 13. Oktober erhielt er die Niederlassungsbewilligung in Davos. Kirchner begann mit der skulpturalen Ausstattung des Hauses. Er malte eine Reihe von Alpenlandschaften, die in ihrer ekstatischen Farbigkeit zu den Hauptwerken dieser Jahre gehören. Im Herbst 1918 schrieb er das „Glaubensbekenntnis eines Malers“.

 

Kirchner in der Schweiz

1919 entschied sich Ernst Ludwig Kirchner in der Schweiz sesshaft zu werden. Im Januar sandte ihm Erna die Druckerpresse und einige Teppiche aus Berlin. Gemälde, Druckgrafiken und Zeichnungen, um das Berliner Atelier zu räumen. Kirchner begann mit der teilweisen Restaurierung, aber auch Übermalung seiner frühen Bilder. Gleichzeitig malte er visionäre Landschaften wie „Tinzenhorn – Zügenschlucht bei Monstein“, in denen er den für ihn neuen und überwältigenden Eindruck der Alpenlandschaft in symbolhaltige Formen und Farben übersetze. Neben seiner malerischen und zeichnerischen Arbeit fertigte Kirchner wieder Möbel, Relieftüren und freie plastische Arbeiten.

Unter dem Pseudonym Louis de Marsalle 1920 veröffentlichte Ernst Ludwig Kirchner seinen ersten Artikel über sein eigenes Werk. Das kunstschriftstellernde Alter Ego diente ihm der „objektiven“ Darstellung der künstlerischen Entwicklung Kirchners. Im Tagebuch finden sich Kirchners ausführliche Notizen zur eigenen Rolle in der Geschichte der modernen Kunst. In dieser Zeit arbeitete er bis 1925 weiter an den Schweizer Panoramalandschaften. Das letzte große Panoramabild der Davoser Landschaft ist „Sertigtal im Herbst“.

Erna Schilling übersiedelte erst 1921 dauerhaft nach Davos; ab 1923 wohnten sie im Haus auf dem „Wildboden“ in Davos Frauenkirch. Im folgenden Jahr begann Kirchner mit der Arbeit an den „Alpsonntagen“, großformatigen „Wandmalereien auf Leinwand“. Monumentale Figuren erhielten eine größere Bedeutung. In den 1920er Jahren hatte der Maler zunehmenden Erfolg: Für das Gemälde „Junkerboden“ (1919) erhielt Kirchner während der Frühjahrsausstellung 1925 in der Preußischen Akademie in Berlin den Preis der Republik. Im Januar/Februar 1926 find die bislang größte Einzelausstellung des Werks von Ernst Ludwig Kirchner im Kölnischen Kunstverein statt; gezeigt wurden Gemälde von 1907 bis 1925. Daraufhin überlegte Ernst Ludwig Kirchner, ob er wieder nach Deutschland ziehen wollte. So schlug Karl Schmidt-Rottluff 1926 vor, eine neue Künstlervereinigung zu gründen. Kirchner lehnte allerdings ab.

Im Werk Kirchners wurde ab 1927 abstrahierende Formreduktionen und flächenbezogene Farbsetzung immer dominanter. Der Künstler beschäftigte sich zunehmend mit zeitgenössischen Maltheorien, deren Ergebnisse er in den „Neuen Stil“, wie er die Veränderung seiner Malweise selbst nannte, einfließen ließ. Diese Änderung verankerten seine Kunst im internationalen Kontext, was Ende der 1920er Jahre eine gesteigerte Rezeption in Frankreich, Belgien und den USA zur Folge hatte. 1931 wurde er zum Mitglied der Preußischen Akademie der Künste berufen.

 

Ernst Ludwig Kirchner im Nationalsozialismus

Die Situation auf dem für Kirchner lebensnotwendigen Kunstmarktes in Deutschland wurde ab 1932 immer ungewisser. Im März besuchte ihn Alfred Döblin, der sich auf einer Vortragsreise durch Deutschland und durch die Schweiz befand. Seine Berichte lösten bei Kirchner starke Unruhe über die politischen Verhältnisse in Deutschland aus. Im Juli drängte Kirchner Frédéric Bauer, ihm einmal mehr morphiumhaltige Medikamente zu verschreiben. Künstlerisch äußerte sich das in der Hinwendung zum Farbholzschnitt, während er das plastische Arbeiten aufgab.

Auf den Wahlerfolg der Nationalsozialisten 1933 reagierte der Maler mit zunehmender Irritation über die deutsche Kulturpolitik. Aber noch immer wurden auch von der öffentlichen Hand Werke Kirchners angekauft. Bald schon wurde er jedoch aufgefordert, auf seine Mitgliedschaft in der Preußischen Akademie zu verzichten. Im Jahr 1936 verschärfte sich die Situation; Kirchner erfuhr von der Auflösung des Deutschen Künstlerbundes. Ernst Ludwig Kirchner klagte über quälende Darmprobleme; als Schmerzmittel nahm er ein morphiumhaltiges Medikament. Vier düstere Landschaftsbilder bilden die wichtigste Gemäldegruppe dieses Jahres.

Ab 30. Juni 1937 wurde in Deutschland die diffamierte „Entartete Kunst“ in Museen beschlagnahmt und auf einer Ausstellung, die bis 1941 durch verschiedene Städte des Reiches wanderte, vorgeführt. Von Ernst Ludwig Kirchner wurden 639 Werke aus den Museen entfernt und später teilweise ins Ausland verkauft oder zerstört. Ende Juli wurde Ernst Ludwig Kirchner aus der Preußischen Akademie ausgeschlossen. Er überlegte, die schweizerische Staatsbürgerschaft zu beantragen.

 

Tod

Der „Anschluss“ Österreichs an Deutschland am 13. März 1938 förderte bei Kirchner die Angst, die Deutschen könnten über die österreichische Grenze in Graubünden einmarschieren. Er zerstörte teilweise seine Druckstöcke und einige der Skulpturen, die sein Haus umgaben. Zu Kirchners 58. Geburtstag am 6. Mai traf keine Gratulation aus Deutschland ein. Am 10. Mai beantragte er bei der Gemeinde Davos das Aufgebot für die Eheschließung mit Erna; am 12. Juni zog er diesen Antrag wieder zurück.

Am 15. Juni 1938 erschoss sich Ernst Ludwig Kirchner. Als letztes Bild stand das melancholische Gemälde „Schafherde“ auf seiner Staffelei. Drei Tage später wurde er auf dem Waldfriedhof in Davos beerdigt, in unmittelbarer Umgebung seines letzten Wohnortes. Erna Schilling, die amtlich den Namen Kirchner führen durfte, lebte noch bis zu ihrem Tod am 4. Oktober 1945 im Haus auf dem „Wildboden“.

Beiträge zu Ernst Ludwig Kirchner

3. April 2019
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3. Dezember 2018
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Städel Museum zeigt im Sommer 2019 Holzschnitt und Holzplastik von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff: Die Brücke-Künstler schätzten das Material Holz besonders wegen seiner Struktur, Materung und Formbarkeit.
18. November 2018
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Die Graphische Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart beherbergt den großen Schatz von 81 Zeichnungen sowie 84 Druckgrafiken und einigen Illustrierten Büchern von Ernst Ludwig Kirchner - und zeigt ihn anlässlich dessen 80. Todestag 2018.
29. Dezember 2017
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31. August 2017
Ernst Ludwig Kirchner, Schimmeldressurakt, 1908/09, Öl/Lw, 82 x 95 cm, sign. o. r.: E L Kirchner (Kirchner Museum Davos, Schenkung Olga Schwendener 1997, Inv. Nr. 1997/Sch1-1/01322/G © Foto: Kirchner Museum Davos)

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6. Februar 2017
Ernst Ludwig Kirchner, Die Straße, Detail, 1913, Öl auf Leinwand, 120,5 × 91 cm (The Museum of Modern Art, New York, purchase, 1939, Foto © 2017 Digital image, The Museum of Modern Art/Scala Florence)

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Mit 31 Jahren übersiedelte Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) nach Berlin. Die Jahre zwischen 1911 und 1917 lebte er in der Zweimillionen-Metropole, die Sommermonate verbrachte er auf der Ostseeinsel Fehmarn. Wenn der Mitbegründer der Künstlergruppe „Brücke“ thematisch bereits etablierte Wege ging – Straßenszenen, Porträts, Zirkus, Tanz, Varieté, Akte im Atelier und in der Natur waren in der Dresdner Zeit bereits ausgeprägt – so änderte er in Berlin und Fehmarn seinen Malstil. Zwischen 1912 und 1917 verwendete Kirchner gedeckte Farbtöne und spitze Formen. Hier das frenetisch-nervöse Großstadtleben, da die Erholung in ländlicher Abgeschiedenheit; hier die Misere und Entfremdung des Großstädters, da das harmonische Leben in Einheit mit der Natur. So werden und wurden Ernst Ludwig Kirchners Bilder aus den Berliner Jahren gerne gedeutet. Über diese apokalyptisch-paradiesische Lesart hinaus zeigt das Kunsthaus Zürich den Kirchner der Jahre 1911 bis 1918.
21. September 2016
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Picasso war ein Afrikaner! Afrikanische Kunst und Primitivismus in der Moderne

Was bedeutet(e) die Entdeckung der afrikanischen Kunst und etwas später der ozeanischen Kunst für die Entwicklung der Moderne in Europa? Die brüske Antwort Picassos lautete 1923: „Afrikanische Kunst? Die kenne ich nicht!“ Dass diese harsche Abwehr mitnichten des Pudels Kern beschreibt, ist in den letzten Jahren auch durch Ausstellungsprojekte vielfach herausgearbeitet worden. Der hohe Grad an Stilisierung und Abstraktion, der allerdings nicht als Zeichen für fehlenden Realismus in der afrikanischen Kunst gedeutet werden darf, irritierte und begeisterte das europäische Publikum. Dass die Radikalität der künstlerischen Produktion im frühen 20. Jahrhundert, ihre Brüche mit den Traditionen und ihre Formfindungen nicht ohne die Auseinandersetzung mit der als „primitiv“, d. h. nicht von der europäischen Zivilisation verbildeten, gesammelten und wertgeschätzten Kunst entstehen hätte können, muss nach diesem Museumsbesuch zweifelsfrei anerkannt werden.
8. Oktober 2015
Karl Schmidt-Rottluff, Boote am Wasser (Boote im Hafen), 1913 © Courtesy of Osthaus Museum Hagen & Institut für Kulturaustausch, Tübingen.

Farbenrausch. Werke des deutschen Expressionismus Einführung in Malerei und Druckgrafik

Die Ausstellung „Farbenrausch. Meisterwerke des deutschen Expressionismus“ (Leopold Museum) bzw. „Radikal subjektiv“ (Barlach Haus Hamburg) präsentiert Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken aus dem Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen/Deutschland. Das Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen bezieht sich in seiner Gründungsidee auf den gleichnamigen Sammler und Unterstützer der Moderne und Begründe des Folkwang Museums. Nachdem Karl Ernst Osthaus 1921 verstorben war, verkauften seine Erben Sammlung und Namen jedoch nach Essen. Der Verlust traf die Bürger der Stadt tief: Ab 1927 bauten sie eine neue Museumssammlung auf und gründeten dazu den Karl Ernst Osthaus Bund. Die zeitgenössische Multimedia Installation von Virgil Widrich am Beginn der Wiener Schau berauscht sich an den Farben der expressionistischen Werke.
10. Februar 2014
Wassily Kandinsky, Murnau, 1908, Ö auf Karton, Merzbacher Kunststiftung.

Expressionismus in Deutschland und Frankreich Was die deutschen Künstlern von ihren französischen Kollegen lernten

Bereits am Cover des umfassenden Katalogs wird deutlich, dass Timothy O. Benson, Kurator am LACMA und Organisator dieser Wanderausstellung, den deutsch-französischen Kunstaustausch über die Farbe definiert. Denn was der Begriff „Expressionismus“ genau beschreibt, das wussten bereits die Zeitgenossen nicht. Von Alfred Döblin bis Oskar Kokoschka reichen die Kommentatoren einer Kunstrichtung , die sich über Innerlichkeit, Mystik, Farbexperimenten und Farbexplosionen (bis ins Unrealistische), dynamischem Pinselduktus, Musikalität, Kubismus-Rezeption, Primitivismus (vom „nordischen“ Nolde, der ägyptisierenden Modersohn-Becker bis zur Rezeption afrikanischer Plastik durch die Fauves und die Brücke Künstler) u.v.m. als neu und zeitgemäß definierte.