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Rachel Whiteread im 21er Haus

Rachel Whiteread, Untitled (One Hundred Spaces), 1995, Harz (Pinault Collection © Rachel Whiteread. Photo: © Tate (Seraphina Neville and Andrew Dunkley)

Rachel Whiteread, Untitled (One Hundred Spaces), 1995, Harz (Pinault Collection © Rachel Whiteread. Photo: © Tate (Seraphina Neville and Andrew Dunkley)

Die Londoner Objektkünstlerin Rachel Whiteread (* 1963) gewann 1993 als erste Frau den renommierten Turner Prize unter vertrat Großbritannien 1997 auf der Biennale von Venedig. 1993 gewann sie als erste Frau den Turner-Preis und 1997 vertrat sie Großbritannien bei der Biennale in Venedig. Ihre bislang bedeutendste Retrospektive zeigt einen Querschnitt durch das gesamte Œuvre der Künstlerin. Ausgehend von frühen Arbeiten der 1980er Jahre wie der Serie Torsi, bilden Abgüsse von Alltagsgegenständen, die Volumina, Zwischenräume und Spuren des Menschen sichtbar machen, einen zentralen Werkkomplex. Motive wie Matratzen, Schränke oder Fußböden werden bei Whiteread zum festen plastischen Körper. Die Hinwendung der Künstlerin zu architektonischen Räumen – bis hin zum Abguss eines ganzen Zimmers – wird im 21er Haus etwa mit der raumgreifenden Arbeit „Untitled (Room 101)“ (2003) eindringlich dokumentiert.

Als besonderen Schwerpunkt behandelt die Ausstellung im 21er Haus das Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der Shoah, das im Jahr 2000 auf dem Wiener Judenplatz enthüllt wurde. Das Holocaust-Mahnmahl ist nicht nur wegweisend für Whitereads weitere künstlerische Entwicklung, sondern hat in Wien auch wesentliche Impulse für eine jüngere Künstler_innen-Generation gesetzt, die der nüchternen Minimal-Art poetische Formensprachen und gesellschaftspolitische Konnotationen entgegensetzt.

Kuratiert von Ann Gallagher, Director of Collection, British Art und Linsey Young, Curator of Contemporary British Art, mit Helen Delaney, Assistant Curator und Hattie Spires, Assistant Curator of Modern British Art

Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.