Victor Vasarely

Victor Vasarely (1906–1997) gilt als der „Erfinder“ der Op-Art, zweifellos ist er der berühmteste Vertreter des Spiels mit Wahrnehmung, Farben und Formen. Vasarelys Œuvre erstreckt sich über mehr als 60 Jahre, und der Künstler bediente sich unterschiedlichster Stile und Einflüsse. Er verbindet die Kunst der frühen Moderne Ost- und Mitteleuropas – Stichwort Bauhaus und Suprematismus – mit den Avantgarden der Swinging Sixties in Europa und Amerika. Vasarely bediente sich Zeit seines Lebens klassischer Medien und Genres und integrierte in den 1950er Jahren das Multiple, die Massenproduktion und die Architektur in sein weitverzweigtes Werk.

Weltberühmt wurde der im ungarischen Pécs geborene Maler mit der in den 1970er Jahren entstandenen Serie „Vega“, während seine frühen Arbeiten wie „Hommage au carré“ (1929) oder figurativen Malereien wie „Autoportrait“ (1944) nur wenigen ein Begriff sind. Mit den Zebra-Bildern, entstanden in den 1930er und 1940ern, löste sich Victor Vasarely von klassischen Darstellungsformen und überzog das Motiv mit einem vereinheitlichenden Muster. In Auseinandersetzung mit dem suprematistischen Werk von Kasimir Malewitsch verband er Malerei mit dem Eindruck von Bewegung, indem er Malewitschs Schwarzes Quadrat zum Rotieren brachte (1952–1958). Der Augentrug führte den seit 1930 in Paris lebenden Maler zur Op-Art, mit der er in den 60er und 70er Jahren eine technologiegläubige Gesellschaft mit farbenfrohen Kompositionen überzeugte. An die Demokratisierung von Kunst glaubend, öffnete sich Victor Vasarely dem Multiple, der Raumkunst (Speisesaal der Deutschen Bundesbank in Frankfurt a. M.), der Logo-Gestaltung (Renault, Olympische Spiele von München).

Beiträge zu Victor Vasarely

26. September 2018
Victor Vasarely, Cheyt-Pyr, Detail, 1970/71, Acryl auf Leinwand, 197 x 195 cm (Janus Pannonius Múzeum , Pécs, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: István Füzi)

Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne Op-Art Künstler bringt Städel und Centre Pompidou zum Schwingen

Vasarelys Kunst steht prototypisch für die Op-Art der 1960er und 1970er Jahre - eine Verbindung von Illusionismus mit kinetischer Note, ungegenständlicher Abstraktion und psychedelischen Farben. Der in Ungarn geborene aber seit 1930 in Paris beheimatete Künstler ließ sich von Bauhaus und Suprematismus zu berühmten Kompositionen wie der Vega-Serie inspirieren. Städel Museum und Centre Pompidou zeigen das heterogene wie vielgestaltige Werk in einer Überblicksschau.