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Den Haag | Gemeentemuseum: Ausstellungen 2020 Welche Ausstellungen zeigt das Gemeentemuseum Den Haag 2020?

Den Haag, Gemeentemuseum, Ausstellungen 2020

Den Haag, Gemeentemuseum, Ausstellungen 2020

Gemeentemuseum Den Haag zeigt 2020 drei Großausstellungen, welche die Vielfalt der Sammlung widerspiegeln. Mit der Schau „Breitner und Israëls. Freundschaft und Rivalität“ stellt das Den Haager Museum zwei der bedeutendsten Maler des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts in den Niederlanden vor (ab 1.2.). Ihre von gegenseitigem Respekt aber auch Konkurrenz geprägte Beziehung resultierte in eindrücklichen Gemälden. Ab 21. März 2020 ist eine große Sonderausstellung dem „Königlichen Blau“ – der Delfter Keramik – gewidmet. Im Herbst folgt eine Ausstellung der Mode-Sonderklasse mit „DIOR“ (ab 10.10.).

Noch bis 2. Februar 2020 ist die große Monet-Ausstellung zu sehen: Monet: Die Gartenbilder

 

Welche Ausstellungen zeigt das Gemeentemuseum Den Haag 2020?

Breitner und Israëls. Freundschaft und Rivalität (1.2.–10.5.2020)

George Hendrik Breitner (1857–1923) und Isaac Israëls (1865–1934) waren zwei der wichtigsten niederländischen Maler des späten 19. Jahrhunderts. Sie wurden in Den Haag ausgebildet, wo sie sich beide auf militärische Themen konzentrierten. Mit einiger Eifersucht sah Breitner, wie der um acht Jahre jüngere Israëls ein erfolgreiches Debüt in der Kunstwelt feierte. Im Alter von nur 16 Jahren stieg Isaak Israëls, der Sohn der berühmten Malers Jozef Israëls (einem Hauptvertreter der Haager Schule), kometenhaft zum „Kronprinz“ der niederländischen Malerei auf.

 

Israëls und Breitner in Amsterdam

Isaac Israëls verspürte bald den Drang, seinen eigenen Weg zu gehen. Er zog nach Amsterdam, 1886 folgte Breitner. Dort Israëls sich die beiden Maler in den gleichen Kreisen, malten ähnliche Motive, und Israels gab seinen etwas grafischen Stil wegen der von Breitner favorisierten lockeren Pinselführung auf. In der Zwischenzeit entwickelte sich Breitner zu einem talentierten Maler des modernen Stadtlebens, während Israëls seine Bildsprache noch nicht gefunden hatte. Er zeichnete viel, schuf aber nur wenige Gemälde und stellte jahrelang nicht aus. In seinen Briefen gab Israëls heimlich zu, dass Breitners Arbeit ihn sowohl inspirierte als auch einschüchterte.

Die Rivalität zwischen diesen beiden Malern verursachte jahrelange Spannungen und führte 1894 zu einer Meinungsverschiedenheit, die erst 1903 beigelegt werden sollte. Bis dahin waren beide berühmte Künstler, die sich während ihrer gesamten Karriere gegenseitig bewundert, beneidet und inspiriert hatten. Dank der Konkurrenzfähigkeit ihrer Beziehung war es ihnen gelungen, das Beste aus einander herauszuholen.

 

Königliches Blau (21.3.–16.8.2020)

„Königliches Blau“ ist eine Ausstellung von Delfter Keramik des 17. Jahrhunderts. Im Zentrum stehen zwei Königliche Delfter Blumenvasen in Form des Königspaares William III und Mary II. 2015 wurden diese beiden Liebenden – nachdem sie 40 Jahre lang in Privatsammlungen voneinander getrennt waren – im Gemeentemuseum Den Haag wieder vereint.

William und Mary waren bekannt für ihre großartige Sammlung von Delfter Ware, mit denen sie ihre Paläste in den Niederlanden und in England schmückten. Von meterhohen Tulpenvasen in Pyramidenform über Blumentöpfe bis hin zu Tafelgeschirr: Im späten 17. Jahrhundert wurde von den Delfter Keramikwerkstätten das schönste und technisch raffinierteste Steingut für das königliche Paar hergestellt.

Die Ausstellung „Königliches Blau [Royal Blue]“ wird in Zusammenarbeit mit Het Loo organisiert und vereint die besten Schaustücke aus dem Rijksmuseum, dem Museum Prinsenhof Delft und zahlreichen europäischen Sammlungen.

 

DIOR (10.10.2020–28.2.2021)

1947 war Christian Dior zur richtigen Zeit der richtige Mann am richtigen Ort. In diesem Jahr gründete er in Paris, der Modehauptstadt der Welt, ein brandneues Modehaus, das seinen Namen trug. Diors erste Kollektion ist als „New Look“ in die Geschichte eingegangen, ein Begriff, den ein Modejournalist prägte. „New Look“ hatte einen enormen Einfluss auf die Mode Europas und wurde zu einer der am häufigsten kopierten Mode-Silhouetten aller Zeiten. Christian Dior überraschte die Welt immer wieder mit neuen Looks wie der Zick-Zack-Linie (Frühjahr/Sommer 1948), der H-Linie (Herbst/Winter 1954) und der A-Linie (Frühjahr/Sommer 1955). Von seinem Debüt im Jahr 1947 bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahr 1957 zeigte Christian Dior insgesamt 22 Kollektionen, von denen jede unglaublich erfolgreich und einflussreich wurde.

Die Ausstellung konzentriert sich auf diesen Zeitraum von 1947 bis 1957 – also auf die Sammlungen von Dior selbst. Es wird aber auch der Einfluss seiner Kreationen auf die Arbeit seiner Nachfolger Marc Bohan, Gianfranco Ferré, John Galliano, Raf Simons und Maria Grazia Chiuri untersucht. Dazu kommen zahlreiche Modezeichnungen und Fotografien sowie Dior-Modeschmuck, der zum großen Teil aus deutscher Produktion stammt und untrennbar mit den Kollektionen verbunden ist.

Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.