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Kopenhagen | Ny Carlsberg Glyptotek: Sorolla Licht in Bewegung | 2023/24

Joaquín Sorolla, Schnappschuss, Biarritz, Detail, 1906, Öl/Lw, 62 × 93.5 cm (Museo Sorolla, Madrid © Museo Sorolla, Madrid)

Joaquín Sorolla, Schnappschuss, Biarritz, Detail, 1906, Öl/Lw, 62 × 93.5 cm (Museo Sorolla, Madrid © Museo Sorolla, Madrid)

„Joaquín Sorolla – Light in Motion“ ist die erste Einzelpräsentation des spanischen Künstlers Joaquín Sorolla (1863–1923) im nordischen Raum. Die Ausstellung stellt einen der bedeutendsten Maler Spaniens der vorletzten Jahrhundertwende vor und feiert sowohl den 100. Todestag des Künstlers als auch den Staatsbesuch der spanischen Königsfamilie in Dänemark im November 2023 (→ Impressionismus in Spanien).

Joaquín Sorolla in Kopenhagen 2023/24

Die Ny Carlsberg Glyptotek hat die Werke von Sorolla bisher nur einmal gezeigt. Im Jahr 1897 veranstaltete Carl Jacobsen zur Einweihung seines Museums die „Den Internationale Kunstudstilling [Die Internationale Kunstausstellung]“. In dieser Ausstellung war Sorollas Gemälde „Nickerchen auf dem Boot“ (1895) zu sehen. Die Ausstellung zu Joaquín Sorolla zeigt Schlüsselwerke aus der Sammlung des Museo Sorolla in Madrid. Besucher:innen dürfen sich auf Gemälde von Gärten, Landschaften und Strandszenen sowie Porträts freuen.

Nie war Joaquín Sorolla so glücklich wie am Meer in Valencia. Der Meister des Lichts lief zur Höchstform auf, wenn es darum ging, die Sonnenstrahlen und Reflexionen auf der Wasseroberfläche einzufangen und lebendige Gemälde mit viel Bewegung zu schaffen. Angezogen vom Licht und dem endlosen Horizont entlang der Küste malte Sorolla oft Strandszenen aber auch Landschaften. Meist wird Sorollas Werk aufgrund seines Interesses am Licht mit dem Impressionismus in Verbindung gebracht. Gleichzeitig kann man ihn aber auch als Naturforscher bezeichnen, da er darauf abzielte, die Natur mit der geringstmöglichen Verzerrung darzustellen.

Sorolla ist auch für seine Fähigkeit bekannt, zeitgenössische Aktivitäten in seinen Alltagsszenen einzufangen. Er war zudem ein äußerst talentierter Porträtist, der Menschen aus allen sozialen Schichten malte: von Fischern bis zu prominenten Persönlichkeiten, Aristokrat:innen und Königen – ganz zu schweigen von Mitgliedern seiner eigenen Familie.

Im Kontext der dänischen Kunstgeschichte hat Sorollas Werk viel mit den Werken der Skagen-Maler gemeinsam, insbesondere mit jenem von Peder Severin Krøyer. Sorolla und Krøyer waren Zeitgenossen, und Sorolla wird umgangssprachlich oft als „der spanische Krøyer“ bezeichnet. Das liegt nicht nur an dem gemeinsamen Interesse der Künstler an der Freilichtmalerei, sondern auch daran, dass beide stimmungsvolle, leuchtende Gemälde geschaffen haben, die die Natur, das Leben der Menschen und Szenen des Alltags einfangen: arbeitende Fischer, junge Frauen, die am Strand spazieren gehen, schattige Gärten und die ständigen Veränderungen des Meeres.

Sorolla und zeitgenössische Kunst aus Spanien

Die Werke werden im Dialog mit fünf Werken von fünf zeitgenössischen spanischen Künstler:innen verschiedener Generationen gezeigt: Soledad Sevilla, Miquel Barceló, Juan Uslé, Miki Leal und Belén Rodríguez. In ihrer jeweiligen Praxis betrachten die Künstler:innen Sorollas Werk auf verschiedenen Ebenen, einschließlich seiner Verwendung von Techniken, Themen und Motiven.

Kuratiert von Enrique Juncosa.