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Bonn | Bundeskunsthalle: Die Postmoderne Chronologischer Überblick von 1967 bis 1992 | 2023/24

Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 29. September 2023
Ettore Sottsass, Regal Carlton der italienischen Postmoderne, Memphis (Mailand) (Köln, Museum für Angewandte Kunst

Ettore Sottsass, Regal Carlton der italienischen Postmoderne, Memphis (Mailand) (Köln, Museum für Angewandte Kunst

Das größte Exponat der Ausstellung zur Postmoderne ist die Bundeskunsthalle selbst. Zwar wollte ihr Architekt Gustav Peichl kein Postmoderner sein. Doch verbindet ihn schon diese Distanzierung mit den meisten Designer:innen und Architekt:innen, die unter dem Begriff der Postmoderne verbucht werden – gleich, ob damit ein Stil gemeint ist oder ein gesellschaftlich-kulturelles Phänomen. Abstandnahme ist ein Grundprinzip postmoderner Gestaltung – die Skepsis gegenüber den Universalismen und Reinlichkeitsideologien der Moderne; und die Absage ans Diktat der Funktionalität.

Die Postmoderne (1967–1992)

Deutschland | Bonn: Bundeskunsthalle
29.9.2023 – 28.1.2024

Die Postmoderne in der Bundeskunsthalle 2023/24

Die Ausstellung unterhält, indem sie all die Exzentrik in Design, Architektur, Mode und Pop präsentiert, von der bahnbrechenden Studie „Learning from Las Vegas“ (1974) bis zu Michael Graves gigantischen Ressorthotels für die Disney World in Orlando (1990); von David Bowies Spiel mit Geschlechterrollen bis zu Michael Jacksons Musikvideo „Thriller“. Und sie vermittelt, indem sie daraus Kontexte baut und pointierte Fragen an die Gegenwart formuliert.

„Die Postmoderne“ führt in ein frenetisches Vierteljahrhundert, das wie ein Zerrspiegel der Gegenwart erscheint, weil sich in ihm bis heute bestimmende Brüche auftun: die Abwendung von politischen Bewegungen und die Hinwendung zum Selbst; die Digitalisierung; die Kulturalisierung der Ökonomie und die Ökonomisierung der Kultur; die Verschiebung der Realität in die Medialität, etc.

Diese strukturelle Verwandtschaft trotz historischem Abstand ist vielleicht mit ein Grund, warum über die Postmoderne in den letzten Jahren wieder gestritten wurde: Während nach 1980 geborene Intellektuelle, zumal Künstler:innen und Designer:innen, sich begeistert den eklektischen Provokationen in Kunst, Theorie, Architektur und Design zuwenden, werfen konservative Autor:innen der Postmoderne einen Nihilismus vor, der dem Rechtspopulismus und letztlich Präsident Trump und dem Brexit den Boden bereitet habe. Die Ausstellung versammelt das Material, das es erlaubt, alle Annahmen und Vorurteile über die Postmoderne zu überprüfen. Und im Abstand einer Generation zu fragen: Wenn seit der Jahrtausendwende die Postmoderne immer weniger zur Gegenwartsbeschreibung dient – ist sie dann vorbei oder stecken wir erst recht mittendrin?

Ein chronologischer Überblick der Jahre 1967 bis 1992 stellt Entwicklungen in Kunst, Design, Architektur, Mode, Medien, Darstellenden Künsten, Musik, Literatur, Theorie, Politik, Film, Technologie und Wissenschaft gleichwertig nebeneinander und zueinander in Bezug. Die Ausstellung eröffnet mit Musikvideos, die Geschmack, Atmosphäre und Themen der Zeit aufrufen. Von da ab entfaltet sich ein chronologischer Parcours, in dem Möbel, Bücher, Modeentwürfe, Architekturmodelle, Manuskripte und das erste Mobiltelefon oder der erste PC Konstellationen eingehen. Die bis heute einflussreiche Kunst insbesondere der Pictures Generation, darunter Sturtevant, Barbara Kruger, Louise Lawler, John Baldessari und Sherrie Levine, bildet präzise gesetzte konzeptuelle Fluchtpunkte.

 

Ausgestellte Künstler:innen

Aldo Rossi, Alessandro Mendini, Andy Warhol, Arata Isozaki, Charles Jencks, Charles Moore, Coop Himmelb(l)au, David Byrne, David Hockney, David Lynch, Denise Scott Brown, Donald Barthelme, Donna Haraway, Ed Ruscha, Ettore Sottsass, Félix Guattari, Frank Gehry, Frederic Jameson, Gaetano Pesce, General Idea, Gilles Deleuze, Gustav Peichl, Hans Hollein, Harumi Yamaguchi, J.G. Ballard, Jacques Derrida, James Stirling, James Wines, Jean-Luc Godard, Jenny Holzer, John Landis, John Portman, Judith Butler, Kraftwerk, Leonard Koren, Leslie Fiedler, Linder Sterling, Louise Lawler, Lucinda Childs, Madelon Vriesendorp, Makato Nakamura, Marshall McLuhan, Martin Margiela, Michel Foucault, Nam June Paik, Neville Brody, Nigel Coates, Óscar Tusquets, Oswald Mathias Ungers, Pedro Almodóvar, Peter Eisenman, Rem Koolhaas, Renzo Piano, Ricardo Bofill, Richard Rogers, Ridley Scott, Robert Venturi, Robert Wilson, Robert Wyatt, Roland Barthes, Sally Potter, Shin Tamakatsu, SITE, Stanley Kubrick, Stanley Tigerman, Stephen King, Stewart Brand, Studio 65, Ettore Sottsass, Sturtevant (→ Sturtevant. Drawing Double Reversal), Terry Farrell, Thomas Gordon Smith, Thomas Pynchon, Trisha Brown, Van Dyke Parks, Walter Pichler, Werner Rösler, Yellow Magic Orchestra, u.v.m.

Kuratiert von Eva Kraus und Kolja Reichert.
Ausstellungsleiterin: Susanne Annen.

 

Werke

  • Ettore Sottsass, Regal „Carlton“ der italienischen Postmoderne, Memphis (Mailand) (Köln, Museum für Angewandte Kunst, Foto © Rheinisches Bildarchiv Köln, Mennicken, Marion, rba_d032043_01)

Ausstellungsvorschau

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  • Elmgreen & Dragset, The Visitor mit Stillleben mit Gemüse, The Visitor, 2025, Bronze, Lack, 178 x 61 x 33,5 cm; Cornelis de Heem, Stillleben mit Gemüse und Früchten vor einer Gartenbalustrade, 1658, Öl auf Kupfer, 69,8 x 87,1 cm (Städel Museum, Frankfurt a.M., Foto: Studio Elmgreen & Dragset)
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  • Pieter van der Heyden nach Pieter Bruegel d.Ä., Geduld (Patientia), Detail, 1557, Kupferstich (Kupferstichkabinett, Städel Museum, Frankfurt a.M.)
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    8. Dezember 2025
  • Dora Maar, Mannequin mit Dauerwelle, 1935, Silbergelatine-Azug auf Barytpapier auf Karton, 23,4 x 17,7, cm (Städel Museum, Frankfurt a.M., Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V. © VG Bild-Kunst, Bonn 2026)
    Frankfurt | Städel Museum: SurFace. Über Haut
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