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Mannheim | Kunsthalle Mannheim: Anselm Kiefer

Anselm Kiefer, Mannheim (Sammlung Grothe)

Anselm Kiefer, Mannheim (Sammlung Grothe)

Anselm Kiefer ist einer der bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart. Die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, dem Judentum und den Medien der Erinnerungskultur zeichnet das schwergewichtige Werk von Anselm Kiefer aus. Nicht nur durch ihre haptische Materialität – die Lieblingswerkstoffe des international renommierten Ausnahmekünstlers sind Asche und Blei – sind die Werke überwältigend.

Anselm Kiefer in Mannheim

Die weitläufigen Galerien im Erdgeschoss des Neubaus bieten Raum für die oft emotional ergreifenden und durch ihre haptische Materialität überwältigenden Werke dieses international renommierten Ausnahmekünstlers und seiner anspruchsvollen, mythologischen Deutung der Menschheitsgeschichte.

Schon bei der Eröffnung der Kunsthalle Mannheim spielten Werke von Anselm Kiefer eine bedeutende Rolle. Die große Sonderausstellung mit Leihgaben der Sammlung Grothe, die als Dauerleihgaben in der Kunsthalle Mannheim präsentiert werden, konzentriert sich auf drei wichtige Werkphasen des Künstlers: Von „Sprache der Vögel“ (2012) über „Volkszählung (Leviathan)“ (1987–1989) bis zu „Palmsonntag“ (2007) werden großformatige Bilder und Skulpturen gezeigt.

Im Herbst 2020 zeigt die Kunsthalle Mannheim Werke aus der Sammlung des im Mai 2019 verstorbenen Hans Grothe. Die Ausstellung konzentriert sich auf drei wichtige Werkphasen: Von frühen Arbeiten wie „große Fracht“ (1981/1996) mit applizierten Bleiobjekten über die vielteilige Installation „Palmsonntag“ (2007), in deren Mitte eine Palme liegt, bis zur raumgreifenden Skulptur „Der verlorene Buchstabe“ (2011–2017) werden großformatige, mehrdimensionale Bilder und Skulpturen gezeigt.

Ergänzend zur Sonderausstellung in den weitläufigen Galerien des Erdgeschosses wird im zweiten Obergeschoss der Kubus 6 neu inszeniert. Hier zeigt die Kunsthalle permanent Werke der Kiefer-Sammlung Grothe in der Kunsthalle Mannheim. Mit dieser Neuaufstellung folgt die Kunsthalle Mannheim einem persönlichen Wunsch von Hans Grothe.

Kuratiert von Dr. Sebastian Baden.

Anselm Kiefer in Mannheim: Bilder

  • Anselm Kiefer, Der fruchtbare Halbmond, 2010 (Sammlung Grothe in der Kunsthalle Mannheim, © Anselm Kiefer)
  • Anselm Kiefer, Der verlorene Buchstabe, 2011–2017 (Sammlung Grothe in der Kunsthalle Mannheim, Foto: Georges Poncet, © Anselm Kiefer)
  • Anselm Kiefer, Palmsonntag, 2007 (Sammlung Grothe in der Kunsthalle Mannheim, Foto: Charles Duprat © Anselm Kiefer)
  • Anselm Kiefer, Palmsonntag, 2007 (Sammlung Grothe in der Kunsthalle Mannheim, Foto: Charles Duprat, © Anselm Kiefer)
  • Anselm Kiefer, Böhmen liegt am Meer, 1996 (Sammlung Grothe in der Kunsthalle Mannheim, © Anselm Kiefer)
  • Anselm Kiefer, Frauen der Antike, 2006 (Sammlung Grothe in der Kunsthalle Mannheim, Foto: Wienand-Verlag © Anselm Kiefer)

Beiträge zu Anselm Kiefer

10. April 2019
Georg Baselitz, Ein Grüner zerrissen, Detail, 1967, Öl/Lw, 131,5 x 162 cm (Staatsgalerie Stuttgart © Georg Baselitz 2018)

Baselitz – Richter – Polke – Kiefer Die jungen Jahre der Alten Meister

Die Ausstellung zum Frühwerk von Georg Baselitz, Gerhard Richter, Sigmar Polke, Anselm Kiefer in der Staatsgalerie Stuttgart und den Deichtorhallen in Hamburg zeigt die Auseinandersetzung der vier aufstrebenden Künstler mit ihrer Gegenwart und der NS-Zeit. Dies - wie auch die „Marke Made in Germany“ - interessiert Kurator Götz Adriani.
6. April 2019
Deichtorhallen Hamburg: Baselitz, Richter, Polke, Kiefer

Deichtorhallen Hamburg: Baselitz – Richter – Polke – Kiefer Die jungen Jahre der Alten Meister

Die Ausstellung zum Frühwerk von Georg Baselitz, Gerhard Richter, Sigmar Polke, Anselm Kiefer in den Deichtorhallen in Hamburg zeigt die Auseinandersetzung der vier aufstrebenden Künstler mit ihrer Gegenwart und der NS-Zeit. Die Beschäftigung mit dem schwierigen Erbe, das Aufbrechen des Schweigens - wie auch die „Marke Made in Germany“ - interessieren Kurator Götz Adriani.
3. April 2017
Heinz Hajek-Halke, Ohne Titel, Detail, 1950–1970, Farbpapier, Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek, Sammlung Fotografie, © bpk / Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek, Foto: Dietmar Katz

Kunst und Alchemie Verwandlung von Materialien in Kunst und Wissenschaft

Kunst und Alchemie sind wesensverwandt, arbeiten beide doch mit der Verwandlung von Materialien. Entgegen der landläufigen Meinung behandelt Alchemie nicht nur die Erschaffung von künstlichem Gold aus den einfachen Stoffen, sondern widmet sich ganz allgemein der Auffindung der Weltformel, also der Erforschung komplexer Zusammenhänge, und gar der Schöpfung neuer Wesen bzw. der Erlangung der Unsterblichkeit – ob in der Natur oder der Kunst. Die groß angelegte Schau im Berliner Kulturforum verfolgt das Konzept der Transmutation von seinen Anfängen in Ägypten zum europäischen Mittelalter, nach Indien, China und Japan. Dass aber auch so mancher zeitgenössischer Kunstschaffende sich als „Alchemist“ empfand oder eine wesensverwandte Kunstpraxis entwickelte, ermöglicht, das Thema bis in die Gegenwartskunst nachzuverfolgen. Jörg Völlnagel strukturiert in zehn Kapiteln das heterogene kulturgeschichtliche Material von etwa 230 Objekten, das sowohl durch seine zeitliche wie auch geografische Dimension eine 3.500 Jahre alte, globale Menschheitsgeschichte erzählt.

Aktuelle Ausstellungen

7. Dezember 2020
William Kentridge, Shadow Procession, 1999, Video (VHS-Kassette) (ALBERTINA, Wien)

Wien | Albertina: Schwarz Weiß & Grau Großformatige Kohle- und Bleistiftzeichnungen aus der Sammlung

In der Propter Homines Halle zeigt die Albertina in beeindruckenden Künstlerräumen großformatige Werke aus der eigenen Sammlung.
29. November 2020
Franz von Defregger, Das Letzte Aufgebot, Detail, 1874, Öl auf Leinwand, 139 x 191 cm (Wien, Belvedere © Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll)

Innsbruck | Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum: Defregger „Mythos - Missbrauch – Moderne“: Tiroler „Bauernmaler“ zwischen Tradition und Avantgarde

Das Tiroler Landesmuseum FCerdinandeum wagt einen neuen Blick auf den als „Bauernmaler“ verschrienen Künstler. Neben bekannten Hauptwerken sind erstmals Arbeiten des „unbekannten Defregger“ ausgestellt: Aktdarstellungen, Porträts von Menschen aus fremden Kulturen und impressionistisch anmutende Landschaften.
6. November 2020
William Kentridge, Espagne Ancienne (Porter with Dividers), 2005, Tapestry © William Kentridge

Hamburg | Deichtorhallen: William Kentridge Why Should I Hesitate: Putting Drawings To Work

Die Ausstellung „Why Should I Hesitate: Putting Drawings To Work“ bietet einen umfassenden Überblick über das Werk Kentridges. Gezeigt werden Werke aus über 40 Jahren künstlerischer Produktion.